Die Pflegeforschung in der Praxis. Inhalte

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1 Die Pflegeforschung in der Praxis Welche Strategien, Forschungsausrichtungen und Ausbildungen sind zukünftig vonnöten? Rebecca Spirig, PhD, RN Extraordinaria für Klinische Pflegewissenschaft & Leiterin Abteilung Klinische Pflegewissenschaft, Universitätsspital Basel Inhalte Trends in der Pflege Konsequenzen der Trends für die Pflegeforschung in der Praxis Bzgl. Strategien Bzgl. Forschungsausrichtungen Bzgl. Ausbildungen 1

2 Inhalte Trends in der Pflege Konsequenzen der Trends für die Pflegeforschung in der Praxis Bzgl. Strategien Bzgl. Forschungsausrichtungen Bzgl. Ausbildungen Trends in der Pflege Magnetspitäler Praxisentwicklung & Advanced Nursing Practice Pflegenotstand Krankheitsmanagementprogramme für definierte Patientengruppen 2

3 1. Trend: In Richtung von Magnetspitälern Charakteristika die Magnetspitäler auszeichnen Patientenzentrierte Pflege Evidenzbasierte Praxis Qualifiziertes Pflegemanagement, mit Sitz in Spitalleitung Entscheidungsmodell, welches klinisch Tätige an der Beschlussfassung beteiligt Dezentralisierte Entscheidungsfindung Unterstützung der beruflichen Karrieren des Personals Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Priorität Pflegende / Ärzte (Aiken, 05) 3

4 2. Trend: Praxisentwicklung & Advanced Nursing Practice (ANP) 2. Trend: Praxisentwicklung & ANP Praxisentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess in Richtung einer effektiven und patientenorientierten Pflege. Dabei werden Pflege- und interdisziplinäre Teams bei der Weiterentwicklung ihres Wissens und ihrer fachlichen Fähigkeiten sowie der Veränderung von Kultur und Kontext der Pflege unterstützt. PraxisentwicklerInnen initiieren und unterstützen einen systematischen, kontinuierlichen und emanzipatorischen Veränderungsprozess, der die Perspektiven der Patienten reflektiert. (Garbett & McCormack, 2002) 4

5 2. Trend: Praxisentwicklung & ANP ANP: Erweiterte, wirksame Pflege Die sich an Individuen, Familien und Gruppen richtet In der nach neuesten Erkenntnissen betreut wird In der Forschungsergebnisse umgesetzt und pflegerische Angebote systematisch entwickelt und evaluiert werden (Hamric et al., 2004) Wirkung von ANP Im Spital durch effektive Ein- und Austrittsplanung und gezielte Interventionen Im Ambulatorium durch Unterstützung des Selbstmanagements von Betroffenen Zuhause durch gezielte Interventionen Wiedereintritte; Selbstmanagement; Lebensqualität ; Kosten (Brooten et al., 1986; Lattimer et al., 2000; Moons et al., 2005; Naylor et al., 1999; Strömberg, 2003/2004) 5

6 3. Trend: Pflegenotstand Ältere Pflegende Durchschnittsalter CH >45 Unzufriedene Pflegende Schwierige Arbeitsumgebungen und Arbeitsbedingungen (z.b. Stellenbesetzung und Fachkompetenz) Uneinheitliche Aus- und Weiterbildungen Schwierige Karriereplanung Budgetkürzungen Stellenabbau im stationären Pflegebereich Stellen Wiederbesetzung nicht an gestiegenen Pflegebedarf angepasst Anzahl befragte Spitäler und Pflegende in 7 Ländern Land USA Kanada Deutschland Belgien England Neuseeland Schweiz Total Spitäler Pflegende 13,152 16,844 2,676 9,638 9,851 4,790 1,338 58,289 (Aiken 04, Schubert, De Geest, Schaffert-Witvliet 05) 6

7 Prozente Pflegende mit hoher Berufszufriedenheit 50 Prozent USA Kanada Deutschland Belgien England Neuseeland Schweiz (Aiken 04, Schubert, De Geest, Schaffert-Witvliet 05) Prozente Pflegende, die beabsichtigen, in den nächsten Jahren ihren Beruf zu verlassen Prozent USA Kanada Deutschland Belgien England Neuseeland (Aiken 04, Schubert, De Geest, Schaffert-Witvliet 05) Schweiz 7

8 4. Trend: Krankheitsmanagementprogramme Fokus Chronischkranke Langzeitliche Gesundheitsversorgung durch interdisziplinäre Teams Fortlaufende Analyse von Patientenergebnissen Effekiver Einsatz von Technologie, um Patientenresultate zu verbessern Individuelle Betreuungspläne, die auf evidenzbasierten Richtlinien basieren Geeignete Patientengruppen für Krankheitsmanagementsprogramme Patienten mit Asthma Herzinsuffizienz Diabetes Depression HIV/AIDS Hypertonie Arthritis 8

9 Edukation Motivation Selbstwirksamkeit Zugang Selbstmanagement Krankheitsmanagement - programm Qualität Bessere Patientenergebnisse (Baker et al., 2005) Inhalte Trends in der Pflege Konsequenzen der Trends für die Pflegeforschung in der Praxis Bzgl. Strategien Bzgl. Forschungsausrichtungen Bzgl. Ausbildungen 9

10 Inhalte Trends in der Pflege Konsequenzen der Trends für die Pflegeforschung in der Praxis Bzgl. Strategien Bzgl. Forschungsausrichtungen Bzgl. Ausbildungen Konsequenzen der Trends für die Pflegeforschung in der Praxis Pflegepraxis & Pflegewissenschaft Shared Governance von Führungs- und Fachverantwortlichen: Patienten-, Evidenz- und Ergebnisorientiert Strukturierte Zusammenarbeit in / zwischen Disziplinen Pflegerische Karrieremöglichkeiten schaffen Advanced Nursing Practice in definierten Patientengruppen Keine Praxisentwicklung & Forschung auf Kosten der sondern mit der Praxis Krankheitsmanagementprogramme für definierte Patientengruppen 10

11 Analyse im eigenen Bereich Zusammen: Führung & Fach Für welche Patientengruppen werden Krankheitsmanagementsprogramme benötigt? Welche Rolle kann eine / ein ANP / HöFa II bei der Entwicklung dieser Programme übernehmen? Welche pflegerischen Dienstleistungen, Standards, Handlungsanweisungen gilt es für diese definierten Patientengruppen zu entwickeln? Wie werden diese Dienstleistungen, Standards, Handlungsanweisungen evaluiert / getestet? Welche Aus-, Fort- und Weiterbildungen benötigen Pflegende für diese erweiterte Praxisentwicklung? Welche Finanzierung ist vorhanden / nicht vorhanden? Geeignete Patientengruppen für Krankheitsmanagementsprogramme Medizin USB Patienten mit COPD, Asthma Herzinsuffizienz Krebserkrankungen Diabetes Depression Arthritis HIV/AIDS 11

12 Geeignete Patientengruppen für Krankheitsmanagementsprogramme Medizin USB Patienten mit COPD, Asthma Herzinsuffizienz Krebserkrankungen Diabetes Depression Arthritis HIV/AIDS HIV Krankheitsmanagement Psychosoziale Dimension Verhaltensorientierte Dimension Physiologische Dimension Ziel = Patientenergebnisse verbessern 12

13 ANP und Krankheitsmanagement im HIV Bereich Weiterentwicklung Praxis & Forschung Patienten / Angehörige Gesundheitsverhalten Symptom- & Med.management Menschen mit HIV/AIDS Aktions- forschung Quantitative Forschung Qualitative Forschung Evaluations- forschung Interdisziplinär Verbesserung der Patientenresultate In Richtung von Abteilungen wie die Klinische Pflegewissenschaft in Basel G e m e i n d e Pflegewissenschaft Universitätsspital Basel Pflegepraxis Universität Basel G e m e i n d e Nationales und internationales Netzwerk 13

14 Drei Felder für zukünftige Strategien & Aktionen Weiterentwicklung Praxis Weiterentwicklung Forschung Weiterentwicklung von Rollen Zukünftige Strategien & Aktionen Pflegepraxis & -forschung zielgerichtet weiter entwickeln Karriereschritte & Rollenentwicklungen in Richtung ANP / HöFaII und Pflegefachvertiefung unterstützen Krankheitsmanagementprogramme für definierte Patientengruppen: Neue Serviceleistungen, Standards und Handlungsanweisungen entwickeln, evaluieren / testen Strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb von Krankheitsmanagementprogrammen & Forschung etablieren 14

15 In Richtung eines 4 - Stufen - Praxismodells 1. Stufe: Unerfahren; frischdiplomierte Pflegende Praxisorientierte Weiterbildung 2. Stufe: Wenig Erfahrung, Praxisstandard muss erreicht werden Praxisorientierte Weiterbildung z.b. HöFaI 3. Stufe: Kompetente Pflege; formales Bewerbungsverfahren notwendig, Praxis- & Forschungsorientierte Weiterbildung z.b. HöFaII 4. Stufe: Spezialistenpflege; formales Bewerbungsverfahren notwendig Praxis- & Forschungsorientiertes Studium MNS & PhD (Clifford, 2005; USB: Spirig, 2006) Welche Art von Forschung ist zukünftig notwendig Praxisentwicklungsprojekte: Aktionsund Evaluationsforschung Neue Dienstleistungen entwickeln: Qualitative Forschung; Fokusgruppen; Literaturreviews Neue Dienstleistungen evaluieren / testen: Evaluationsforschung; Qualitative Evaluationen; Randomisierte kontrollierte Studien 15

16 Zusammen musizieren Praxis & Forschung 16

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