X PLICIT. Investitionsleitfaden Kroatien 3. Auflage, April LeitfadenReport. In Kooperation mit. Ein Mitglied der HVB Group

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1 LeitfadenReport Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen X PLICIT Investitionsleitfaden Kroatien 3. Auflage, April 2005 In Kooperation mit Ein Mitglied der HVB Group

2 HVB Splitska banka HVB Splitska banka Filialnetz der HVB Splitska banka Zagreb Die HVB Splitska banka, eine Tochterbank der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), zählt zu den fünf stärksten Banken Kroatiens. Sie verfügt über eine Bilanzsumme von 2,8 Mrd. Euro und betreut in 111 Geschäftsstellen mehr als Kunden. Das Finanzinstitut verfolgt eine Universalbankstrategie und hat Top-Positionen in mehreren Bereichen: Marktführer bei Greenfield-Investments, bei Public-Private-Partnership- Finanzierungen und bei Kfz-Finanzierungen. Im Verbund mit dem Osteuropanetzwerk der BA-CA bietet die HVB Splitska banka alle Bank- und Finanzdienstleistungen aus einer Hand an. Zu den Services für Unternehmer gehören: Finanzierungen Kurzfristige Finanzierungen (bis zwölf Monate) in kroatischer Kuna mit Währungsklausel oder Fremdwährungskredite in Form von Kontokorrentkrediten oder klassischen Betriebsmittelkrediten Mehrzweck-Rahmenkredite (Betriebsmittel, Garantien, Dokumentenakkreditive, FX Limite, Forfaitierungen, Wechseldiskontierung) Forfaitierungen und Factoring bei Forderungen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten Export-Vorfinanzierungen Strukturierte Handelsfinanzierungen Investitionsfinanzierungen Projektfinanzierungen Immobilienfinanzierungen (Errichtung, Fertigstellung usw.) Konsortialkredite BA-CA Europakredit: ein Kredit, der dem Kunden auf Basis einer von einer Bank der HVB Gruppe erstellten Gegengarantie gewährt wird, gemäß der Vereinbarung mit dem ausländischen Konzern Handelsfinanzierung und Akkreditivgeschäft Leistungsgarantien Bietungsgarantien Anzahlungsgarantien Gewährleistungsgarantien Sonstige kurz- oder langfristige Garantien Garantiebestätigungen Akkreditivgeschäft: Dokumenteninkasso Dokumentenakkreditive (gedeckte, aufgeschobene Zahlung) Bestätigung von Akkreditiven 02 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

3 HVB Splitska banka Treasury Dienstleistungen Instrumente zur Verminderung des Risikos: Kassageschäfte, Termingeschäfte, Swapgeschäfte, Optionsgeschäfte Ankauf von Wertpapieren im Auftrag des Kunden Zusammenstellung von speziellen Umrechnungskursen für Beträge über ,00 Kuna oder dessen Gegenwert in einer Fremdwährung Custody Services Wertpapierverwahrung für in- und ausländische Firmenkunden Abwicklung von Wertpapiergeschäften, u.a. über Sredisnja depozitarna agencija Kapitalmaßnahmen und Stimmrechtsvollmacht Dividenden- und Kuponzahlungen Portfoliobewertung Kaufabwicklung und Verwahrung ausländischer Wertpapiere Active client cash management Berichterstattung über Depotstand, Veränderungen und Erträge Informationsservice/Ad-hoc-Newsflashes und monatliche Newsletter Zu den Vorteilen der HVB Splitska banka als Mitglied einer großen internationalen Bankgruppe zählen das Angebot standardisierter Dienstleistungen hoher Qualität sowie integriertes Risiko- und Kapitalmanagement. Best Bank in Central and Eastern Europe Bank Austria Creditanstalt Die Bank Austria Creditanstalt, ein Mitglied der HVB Group, betreibt das führende internationale Bankennetzwerk in Zentral- und Osteuropa. Die BA-CA ist innerhalb der HVB Gruppe für diese Märkte verantwortlich. Das Netzwerk der BA-CA umfasst knapp Niederlassungen in 11 Ländern Mitarbeiter servicieren mehr als 4,5 Mio. Kunden. Für ihr Engagement in Zentral- und Osteuropa wurde die BA-CA mehrmals von internationalen Finanzmagazinen ausgezeichnet kürte The Banker die BA-CA zur Bank of the Year in CEE. Euromoney ernannte sie zum fünften Mal in Folge zur Best Bank in CEE. Ihr Ansprechpartner in der HVB Splitska banka: Tomislav Krpan, Head of Development Jurisiceva 2, Zagreb Tel.: , Fax: Investitionsleitfaden/ Kroatien

4 Impressum Impressum: Herausgeber, Verleger, Medieninhaber: Bank Austria Creditanstalt, Redaktion: Mag. Kurt Fesselhofer (Abteilung Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen), Mag. Patrizia Reidl (Public Relations) Die Kapitel 2.7., 3., 4. wurden freundlicherweise von der CONSULTATIO zur Verfügung gestellt. Auskünfte: + 43 (0) DW 41953, (Inhalt), + 43 (0) DW (Produktion), Abdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autoren Druck: Dataline GmbH, Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier, Grafik: Horvath Grafik Design Publikationen-Service: Telefon: + 43 (0) DW 56148, Fax: + 43 (0) DW 56945, Stand: April 2005 Haftungsausschluss: Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen kann keine Verantwortung für Vollständigkeit oder Genauigkeit übernommen werden. Diese Publikation ist kein Angebot oder Aufforderung zu einem Angebot. 04 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

5 Inhalt Vorwort Länderüberblick Kroatien Allgemeines Wirtschaftlicher Status Ausländische Direktinvestitionen (FDI) Fazit Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten Internationale Projektfinanzierung Die EU und Kroatien EU SME Finance Facility Phase II (SME FF) Österreichische Finanzierungsmöglichkeiten Internationale Exportfinanzierung (Österreich) Strukturierte Handelsfinanzierung und Commodity Trade Finance Förderungen in Kroatien Rechtliche Grundlagen und Umfeld für Investitionen Handelsrecht, Gesellschaftsrecht Arbeitsrecht Fremdengesetzgebung Sozialversicherungsrecht Steuerrecht Besonderheiten für Importe, Zoll und Grunderwerb Doppelbesteuerungsabkommen Anhang Rechnungslegungsstandards Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung...42 Investitionsleitfaden/ Kroatien

6 Vorwort Vorwort Mit der Intensivierung der wirtschaftlichen Reformbemühungen und der politischen Annäherung an die Europäische Union ist Kroatien in den letzten Jahren mehr und mehr ins Blickfeld von Unternehmen gerückt, die nach Expansionschancen im neuen Europa suchen. Der für Mitte März 2005 vorgesehene Startschuss für Beitrittsverhandlungen wurde zwar auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben, dennoch ist mit der Aufnahme von Kroatien in die EU noch bis Ende dieses Jahrzehnts zu rechnen. Diese Aussicht hat Kroatien in der Vergangenheit zum beliebtesten Ziel für Auslandskapital in der Region Südosteuropa gemacht. Bis Ende 2004 sind insgesamt mehr als 10 Mrd. Euro an Kapital aus dem Ausland zugeflossen. Das entspricht einem Bestand pro Kopf von Euro. Damit weist Kroatien nicht nur im südosteuropäischen Raum den mit Abstand höchsten Wert für ausländische Direktinvestitionen auf, sondern lässt auch einige der neuen EU-Mitglieder, wie z.b. Polen, Slowenien und die Slowakei hinter sich. Die intakte Chance, bald ein Mitglied der Europäische Union zu sein, wird auch weiterhin die Attraktivität des Landes für potenzielle Auslandsinvestoren bestimmen. Auch ein verspäteter Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen wird den Reforminitiativen des Landes noch mehr Struktur geben, was der Anziehungskraft Kroatiens einen weiteren Impuls verleihen wird. Die Investitionstätigkeit österreichischer Unternehmen in den zentral- und osteuropäischen Ländern hat in den 90er- Jahren, bedingt durch die neue politische Situation und die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen unvorhergesehenen Boom erfahren. In vielen Ländern liegt Österreich heute an der Spitze der Herkunftsländer von ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI). In Kroatien ist Österreich mit einem Anteil an den FDI in Höhe von 26 % unumstritten die Nummer 1 vor Deutschland (20 %) und den USA (14 %). Die Bank Austria Creditanstalt sieht es als ihre Aufgabe, ihren Kunden neben der Bereitstellung maßgeschneiderter Finanzierungsformen und anderer Finanzdienstleistungen den Zugang zu den Märkten in Zentral- und Osteuropa auch durch die Bereitstellung von praxisnahen, die aktuelle Entwicklung berücksichtigenden Informationen über Wirtschaft, Politik, Steuer/Gesellschaftsrecht und andere rechtliche Regelungen zu erleichtern. In Zusammenarbeit mit der CONSULTATIO, einer renommierten Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde daher die Publikationsreihe Investitionsleitfäden gestartet. Mittlerweile ist daraus ein umfangreiches Angebot über zahlreiche Märkte in Zentral- und Osteuropa geworden. Die vorliegende Broschüre ist bereits die dritte, aktualisierte Auflage des Investitionsleitfadens für Kroatien. Ziel dieses Leitfadens ist es auch diesmal, Informationen in komprimierter Form für die Erstorientierung am kroatischen Markt zur Verfügung zu stellen. Die Bank Austria Creditanstalt bietet im Investitionsleitfaden Kroatien einen umfassenden Länderüberblick, der sowohl die aktuelle Situation der kroatischen Wirtschaft beleuchtet, als auch einen Blick in die wirtschaftliche Zukunft 06 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

7 Vorwort beinhaltet. Weiters finden Sie auch in dieser Ausgabe wieder eine Zusammenstellung der Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten, die in Ergänzung zum Angebot der Bank Austria Creditanstalt bzw. der HVB Group für die Finanzierung von Investitionen herangezogen werden können. Der anschließende juristische Teil, der auf jene rechtlichen Bestimmungen fokussiert, die für Investoren von wesentlicher Bedeutung sind, wurde von unserem Kooperationspartner, dem Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen CONSULTATIO und deren lokalem Partner erstellt. Mit der in 16-jähriger Betätigung in der Beratung und Begleitung von Investitionen in den Ländern Zentral- und Osteuropas erworbenen Kompetenz bietet die CONSULTATIO Investoren insbesondere bei Unternehmensübernahmen oder Beteiligungen in dieser Region ihr umfangreiches Know-how an. Auf eine langjährige Erfahrung auf den Märkten Zentralund Osteuropas können auch die Konzernunternehmen der HVB Group zurückblicken. Die Bank Austria Creditanstalt, die für die Gruppe in der Region tätig ist, verfügt über eines der dichtesten Netze von Bankentöchtern und anderen Finanzdienstleistungsunternehmen in der Region. In Kroatien ist die HVB Group seit 1997 mit einer eigenen Tochterbank aktiv. Durch die Fusion der auf Firmenkunden spezialisierten HVB Croatia und der auf Privatkunden ausgerichteten Splitska banka entstand 2003 eine der maßgeblichen Universalbanken des Landes unter operativer Führung der BA-CA Gruppe. Mit rund Mitarbeitern bietet die HVB Splitska banka in 111 Geschäftsstellen ihren Kunden, seien es kroatische Unternehmen oder andere Investoren, die volle Produktpalette eines internationalen Bankenkonzerns mit langjähriger Geschäftserfahrung in diesem Raum. Für alle Anliegen im Zusammenhang mit Investitionen und Finanzierungen stehen Ihnen in der HVB Group kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Nehmen Sie mit unserer Unterstützung Ihre Chancen am kroatischen Markt wahr. Dr. Regina Prehofer Mag. Marianne Kager Mitglied des Vorstandes Chefökonomin Bank Austria Creditanstalt Bank Austria Creditanstalt Investitionsleitfaden/ Kroatien

8 Länderüberblick 1. Länderüberblick Kroatien Staatsform: Republik Hauptstadt: Zagreb (0,8 Mio. Einwohner) Verwaltung: 20 Komitate (Zupanjas) und der Hauptstadtbezirk Fläche: km 2, gemeinsame Landgrenzen mit Slowenien, Ungarn, Serbien und Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina Einwohner: 4,4 Mio. Präsident: Stjepan Mesić Ministerpräsident: Ivo Sanader BIP (2004): 27,6 Mrd. Euro BIP/Kopf (2004): Euro Währung: Kuna (= 100 Lipa) Durchschnittlicher Wechselkurs 2004: 1 Euro = 7,50 Kuna 1.1. Allgemeines Die ersten Jahre der Unabhängigkeit Kroatiens waren durch regionale Konflikte nach der Auflösung des ehemaligen Jugoslawien gekennzeichnet. Diese schwierigen Rahmenbedingungen haben die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes beeinträchtigt. Mit der Stabilisierung der politischen Verhältnisse in der Region um das Jahr 2000 kam in Kroatien ein frischer Wind auf. Staatspräsident Stjepan Mesić initiierte die demokratische Modernisierung des Landes, die breite Zustimmung der Be- völkerung fand und Präsident Mesić im Jänner 2005 die Wiederwahl für eine zweite Amtsperiode von fünf Jahren sicherte. Nach der Niederlage der Sozialdemokraten in den Parlamentswahlen Ende 2003 steht Mesić nun einer konservativen Minderheitsregierung der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) gegenüber. Unter Führung des nunmehrigen Ministerpräsidenten Ivo Sanader hat die HDZ, die von Präsident Franjo Tudjman gegründet worden war, sich mittlerweile jedoch zu einer Partei christlich-sozialer Prägung nach europäischer Tradition entwickelt. Die Skepsis internationaler Beobachter hinsichtlich der nationalistischen Vergangenheit konnte weitgehend ausgeräumt werden. Der Umgang mit der jüngsten Vergangenheit stellt die Außenbeziehungen Kroatiens jedoch immer wieder auf eine harte Probe und hat Verzögerungen bei der internationalen Einbindung des Landes verursacht. Der für Mitte März 2005 bereits beschlossene Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Verbesserung der Zusammenarbeit Kroatiens mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag könnte jedoch schon in den nächsten Monaten den Start von Aufnahmegesprächen ermöglichen. Das ursprüngliche Ziel, der Europäischen Union gemeinsam mit Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007 beizutreten, ist nicht mehr realisierbar. Kroatien könnte im Jahr 2008, spätestens aber 2009, nach Slowenien der zweite Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawiens sein, der Mitglied des vereinten Europa wird. Sitzverteilung in der Sabor nach den Wahlen vom 23. November 2003 Fahrplan der EU-Annäherung Partei Sitze Demokratische Gemeinschaft (HDZ) 66 Sozialdemokratische Partei (SDP) 34 Bauernpartei (HSS) 11 Volkspartei (HNS) 10 Partei der Rechten (HSP) 8 Pensionistenpartei (HSU) 3 Partei der Liberaldemokraten (LIBRA) 3 Unabhängige Demokratische Serbische Partei (SDSS) 3 Sonstige 14 Gesamt 152 Quelle: Hrvatski sabor, Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft Ende der Ära Tudjman Unterzeichnung Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) Interimsabkommen tritt in Kraft Antrag auf Beitritt zur EU Avis der EU-Kommission Anerkennung als Beitrittskandidat SAA tritt in Kraft Voraussichtlicher Beginn von Beitrittsverhandlungen Erwarteter Abschluss von Verhandlungen / Beginn des Ratifizierungsprozesses Frühester erwarteter Beitrittstermin Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft 08 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

9 Länderüberblick 1.2. Wirtschaftlicher Status Mit den politischen Veränderungen rund um das Jahr 2000 setzte eine Beschleunigung des bis dahin eher trägen Wirtschaftswachstums ein. In den letzten fünf Jahren erreichten die jährlichen Zuwachsraten im Durchschnitt sogar mehr als 4 %. Damit ist es gelungen, zu einem der am stärksten wachsenden Reformländer Zentral- und Osteuropas aufzusteigen und die wirtschaftlichen Folgen der Transformationsrezession und die negativen Auswirkungen der militärischen Auseinandersetzungen endgültig zu kompensieren. Die Wirtschaftsleistung überstieg 2004 sogar erstmals wieder das reale Niveau von Das Bruttoinlandsprodukt erreichte im abgelaufenem Jahr ca. 27,6 Mrd. Euro. Mit einem BIP pro Kopf von Euro zu Kaufkraftparitäten, das etwa 45 % des Durchschnitts der EU-25 entspricht, ist Kroatien in der Region Südosteuropa führend und weist ein u.a. mit Polen vergleichbares Wohlstandsniveau auf. Der wirtschaftliche Umbau in eine funktionstüchtige und international konkurrenzfähige Marktwirtschaft ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Gründe dafür sind unter anderem der späte Beginn der Reformen und deren mitunter inkonsequente Umsetzung. Die Struktur der kroatischen Wirtschaft hat sich daher bis dato weit weniger verändert als z.b. jene der neuen EU-Mitglieder aus Zentral- und Osteuropa. Der Anteil des primären Sektors an der Wertschöpfung beträgt noch immer rund 8 %. Dies ist nur zum Teil durch die besondere Stellung des Fischfangs für Kroatien erklärbar. Die Industrie, die nach der Transformationsrezession nur noch einen Anteil am BIP von rund 20 % erwirtschaftet, ist deutlich kleiner als in den meisten anderen Reformländern. Nur wenige Branchen, wie z.b. die Pharmaindustrie, können sich international behaupten. Die überwiegende Mehrheit der Industriebetriebe leidet nach wie vor unter verschleppten Reformen bzw. wurden unproduktive Staatsbetriebe durch hohe Subventionen aufrechterhalten. Diese Schwachstelle wird allerdings weitgehend durch die besonders günstige Entwicklung im Dienstleistungssektor kompensiert. Dank des Fremdenverkehrs entfällt auf diesen Bereich rund 60 % des BIP. Der Anteil des privaten Sektors an der Wirtschaftsleistung ist mit rund 60 % relativ gering. Der Durchschnitt der acht neuen EU-Mitglieder aus Zentral- und Osteuropa liegt bereits bei über 75 %. Zudem zeigen auch die von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ermittelten Transitionsindikatoren erhebliche Unterschiede zu einer modern strukturierten Marktwirtschaft auf. Nur hinsichtlich der Privatisierung von Klein- und Mittelbetrieben und der Liberalisierung des Außenhandels und des Wechselkursregimes erreicht die kroatische Wirtschaft den Standard der westlichen Industrienationen. Im Durchschnitt weist Kroatien allerdings größere Fortschritte auf als alle anderen Länder Südosteuropas, inklusive der EU-Beitrittskandidaten Bulgarien und Rumänien. (Siehe Grafik 1) Ausländische Direktinvestitionen (FDI) Das Engagement ausländischer Kapitalgeber hat sich in Kroatien erst mit den politischen Veränderungen nach dem Tod von Präsident Tudjman spürbar erhöht. Ende 1999 betrugen die kumulierten Zuflüsse an ausländischen Direktinvestitionen nur knapp über 3 Mrd. Euro. Die Beschleunigung der Reformen steigerte in den Folgejahren die Attraktivität Kroatiens für Auslandsinvestoren deutlich. Ende 2004 überschritten die ausländischen Direktinvestitionen nach unserer Schätzung bereits die Grenze von 10 Mrd. Euro. (Siehe Grafik 2). Grafik 1 Transitionsindikatoren 1 Grafik 2 Bestand an FDI (in Mio. Euro) 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0, Kroatien SEE-7 2 NMS ) ungewichteter Durchschnitt der EBRD-Transitionsindikatoren für Unternehmensentwicklung, Markt- und Handelssituation, Bankenmarkt und Infrastruktur; Höchstscore (4+) entspricht Standard der Industrienationen, Mindestscore (1) entspricht einer Planwirtschaft / 2) mit BIP gewichteter Durchschnitt Quelle: EBRD, Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, CNB Investitionsleitfaden/ Kroatien

10 Länderüberblick Dies entspricht einem Wert von mehr als 30 % des BIP. Kroatien hat damit im südosteuropäischen Raum die mit Abstand stärkste Durchdringung der Wirtschaft mit ausländischen Direktinvestitionen erreicht. Auch im Vergleich mit den neuen EU-Mitgliedern aus Zentral- und Osteuropa schneidet Kroatien gut ab. Nur Tschechien, Ungarn und Estland weisen höhere Werte auf. Österreich ist der wichtigste Investor in Kroatien. Der Anteil am Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen beträgt mehr als 25 %. Aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU-25) kommen insgesamt rund drei Viertel des Kapitals. Neben Österreich und Deutschland hat mit Ungarn bereits eines der neuen Mitgliedsländer einen hohen Stellenwert erlangt. Dies ist auf den Verkauf von 25 % der Ölgesellschaft INA an die ungarische MOL zurückzuführen. Mit dieser Übernahme im Wert von fast 500 Mio. Euro rückten die Sparten Erdölexploration sowie Erdöl- und -gasverarbeitung zu wichtigen Empfängerbranchen von ausländischen Direktinvestitionen auf. Ein höherer FDI-Zustrom entfällt jedoch auf die Sparte Telekommunikation, in die bisher rund 16 % des gesamten Auslandskapitals geflossen sind. Diese Spitzenstellung ist unter anderem auf den Kauf der Hrvatski Telekom durch die Deutsche Telekom und des Mobilfunkbetreibers VIPnet durch die Mobilkom Austria zurückzuführen. Die erste Stelle nimmt mittlerweile der Finanzsektor ein. Mehr als 90 % des kroatischen Bankensektor befindet sich in ausländischem Besitz. Die Bank Austria Creditanstalt ist in Kroatien durch die HVB Splitska banka vertreten. Sie ist die fünftgrößte Bank des Landes und führend in der Region Dalmatien. Die konkreter gewordene Aussicht auf einen Beitritt zur Europäischen Union wird in den nächsten Jahren für eine anhaltend hohe Anziehungskraft auf ausländische Direktinvestoren sorgen. Greenfield-Investitionen, die bisher erst einen geringen Anteil an den gesamten Direktinvestitionszuflüssen stellen, werden in den kommenden Jahren mit Sicherheit eine größere Bedeutung erlangen. Dennoch werden die Investitionen ausländischer Unternehmen vorerst weiterhin von Privatisierungen bestimmt sein. Neben dem Verkauf weiterer Anteile der INA stehen unter anderem die Veräußerung des Elektrizitätsunternehmens HEP, der Versicherung Croatia Osiguranje, Unternehmen der Schiffsbauindustrie, der Fremdenverkehrswirtschaft und der Schwerindustrie noch bevor. Grafik 4 Bestand an FDI nach Ländern (Ende 2004) Andere 28% Österreich 26% Niederlande 6% Deutschland 20% Ungarn 6% USA 14% Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, CNB Grafik 3 Bestand an ausländischen Direktinvestitionen im Vergleich Grafik 5 Bestand an FDI nach Sektoren (Ende 2004) Polen Slowakei Slowenien Tschechien Ungarn Kroatien FDI pro Kopf in EUR (linke Skala) Andere 40% Erdöl und -gasexploration 4% Erdölverarbeitung 8% Finanzsektor 21% Telekommunikation 16% Pharmazeutische Industrie 11% FDI in % des BIP (rechte Skala) Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, nationale Statistik Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, CNB 10 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

11 Länderüberblick Die Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestoren haben sich durch die Annäherung Kroatiens an die EU in den letzten Jahren verbessert. Dies ist unter anderem im Außenhandel spürbar, der lange Jahre unter dem Fehlen von internationalen Handelsabkommen gelitten hat. Neue Voraussetzungen schafft das am 1. Februar 2005 in Kraft getretene Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA). Der Abbau von Zöllen und die Beseitigung von Im- und Exportquoten, ausgenommen für einige landwirtschaftliche Produkte, lässt eine dynamischere Außenhandelsentwicklung als bisher erwarten. Zwischen 1990 und 2004 haben sich die kroatischen Exporte auf EUR-Basis zwar verdoppelt, die ungarischen Ausfuhren haben sich im selben Zeitraum vergleichsweise jedoch fast verfünffacht. Die Exportquote (Exporte i.w.s in Prozent des BIP) ist mit knapp 50 % daher auch relativ niedrig. Mit einem Anteil von 65 % an den gesamten Exporten und knapp 70 % an den Importen ist die EU-25 der wichtigste Handelspartner des Landes (siehe Grafik 6 + 7). Diese starke Verflechtung wird basierend auf den Handelserleichterungen im Rahmen des SAA voraussichtlich noch an Tiefe gewinnen. Die günstige geographische Lage an der Adria mit den ausgebauten Seehäfen, wie Rijeka oder Split, bietet Kroatien zudem die Chance, sich als Brückenkopf im Transithandel und geeignete Basis für die Bearbeitung des südosteuropäischen Marktes zu etablieren. Dies wird durch die auf bilateralen Abkommen basierende Freihandelszone in Südosteuropa unterstützt. Die neue Freihandelszone umfasst mit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Moldawien, Serbien- Montenegro, Rumänien, Bulgarien und Kroatien acht Länder der Region mit insgesamt etwa 55 Mio. Einwohnern. Die Lohnkosten in Kroatien liegen im Vergleich mit den anderen Reformstaaten Zentral- und Osteuropas eher im oberen Bereich (Siehe Grafik 8). Daher bietet sich Kroatien nicht unmittelbar als Billiglohnland für klassische Lohnfertigung an. Das gilt insbesondere im Vergleich mit den südosteuropäischen Nachbarländern. Die Bruttomonatslöhne waren im Jahr 2004 mit 795 Euro im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch wie in Bosnien-Herzegowina. Trotz einer hohen Arbeitslosenquote von über 18 % ist die Rekrutierung von Personal am kroatischen Arbeitsmarkt mitunter schwierig. Neben Versäumnissen in der Bildungspolitik hat die Abwanderung gut ausgebildeter Personen ins Ausland zu einer qualitativen Ausdünnung des kroatischen Arbeitskräfteangebots geführt. Grafik 7 Importanteile der wichtigsten Handelspartner (2004, in %) Rest 37,9% China 3,8% Frankreich 4,4% Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, CBS Italien 17,2% Deutschland 15,5% Russland 7,2% Slowenien 7,1% Österreich 6,8% Grafik 6 Exportanteile der wichtigsten Handelspartner (2004, in %) Grafik 8 Bruttomonatslohn (2004, in Euro) Rest 28,1% Italien 22,9% Liberia 2,9% Serbien und Montenegro 3,6% Slowenien 7,5% Österreich 9,4% Bosnien und Herzegiwina 14,4% Deutschland 11,2% Polen Slowakei Slowenien Tschechien Ungarn Kroatien Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, CBS Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, nationale Statistik Investitionsleitfaden/ Kroatien

12 Länderüberblick 1.4. Fazit Nach einer Phase mit einer besonders hohen Wirtschaftsdynamik von über 4 % hat sich in den letzten Monaten das Wachstum abzuschwächen begonnen. Die Fortsetzung der restriktiven Geldpolitik der Zentralbank dämpft weiterhin das Kreditwachstum. Sowohl der private Konsum als auch die Investitionen verlieren dadurch an Schwung. Die Investitionstätigkeit wird zudem durch mehr Zurückhaltung des öffentlichen Sektors belastet. Der BIP-Anstieg wird sich 2005 daher leicht auf 3,5 % abschwächen. Die kroatische Wirtschaft nähert sich ab 2006, gestützt auch auf günstigere externe Rahmenbedingungen, allerdings wieder einem Wachstum von rund 4 %. Dies wird begleitet von einer Verbesserung des hohen negativen Leistungsbilanzsaldos, da in einem Umfeld nachlassender heimischer Nachfrage das Güterexportwachstum die Importdynamik übersteigen wird. Zudem wird auch der stark expandierende Fremdenverkehr die günstigere Leistungsbilanzentwicklung unterstützen. Trotz einer geringfügigen Zunahme im Jahr 2005 bleibt eine niedrige Inflation dabei ein Charakteristikum der kroatischen Wirtschaft. Von der bislang relativ expansiven Haushaltspolitik geht auch weiterhin das Hauptrisiko für die kroatische Wirtschaftsentwicklung aus. Die Regierung hat die Sanierung des Budgets allerdings bereits in Angriff genommen, um eine gesunde Basis für ein langfristiges Wachstum zu legen. Der noch im laufenden Jahr zu erwartende Beginn von EU-Beitrittsgesprächen zwischen der EU und Kroatien sollte zudem eine positive Entwicklung unterstützen. Die Reforminitiativen des Landes erhalten mehr Struktur, was eine zielstrebigere Annäherung an die EU und raschere Angleichung an internationale Standards erwarten lässt. Der kroatische Markt gewinnt dadurch zusehends an Transparenz und eröffnet ausländischen Direktinvestoren damit Chancen unter vorteilhafteren Rahmenbedingungen. Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Mag. Marianne Kager, Abteilungsleiterin (Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen) A-1010 Wien, Hohenstaufengasse 6, Tel.: + 43 (0) DW Mag. Walter Pudschedl (Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen) A-1010 Wien, Hohenstaufengasse 6, Tel.: + 43 (0) DW Kroatien Ausgewählte Indikatoren Veränderung zum Vorjahr in % Prognose BIP (real) 4,4 5,2 4,3 3,8 3,5 3,6 Industrieproduktion (real) 6,0 5,4 4,1 3,3 3,1 3,7 Bruttoanlageinvestitionen (real) 9,7 10,1 16,8 4,4 5,0 5,5 Verbraucherpreise (Jahresdurchschnitt) 4,9 2,3 1,8 2,1 2,8 2,6 Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 22,3 22,5 19,5 18,2 18,5 18,0 Budgetsaldo (in % des BIP) 6,4 5,2 6,3 4,9 5,0 4,5 in Mio. Euro Güterexporte Güterimporte Leistungsbilanzsaldo Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) 3,7 8,4 7,2 4,6 5,1 4,2 Ausl. Direktinvestitionen (Nettozufluss) Bruttoauslandsverschuldung (Periodenende) Bruttoauslandsverschuldung (in % des BIP) 57,0 67,6 81,5 82,1 86,4 87,5 Importdeckungsquote (in Monaten) 5,2 5,4 5,7 4,8 4,9 5,1 HRK / EUR (Jahresdurchschnitt) 7,47 7,41 7,56 7,50 7,53 7,60 HRK / USD (Jahresdurchschnitt) 8,34 7,86 6,70 6,03 5,58 5,63 Quelle: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft, CNB, CBS 12 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

13 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten 2. Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten 2.1. Internationale Projektfinanzierung Unter Projektfinanzierung ist die direkte Finanzierung einer für eine spezielle Projektrealisierung gegründeten rechtlich unabhängigen wirtschaftlichen Einheit (Projektträgergesellschaft, Special Purpose Company SPC) zu verstehen, wobei der Kapitalbedarf des Projektes durch die Sponsoren (Initiatoren, Eigenkapitalgeber), Fremdkapitalgeber (Kommerzbanken, multinationale Organisationen wie IFC, EBRD etc.) und Garanten sichergestellt wird. Weitere Akteure der Projektfinanzierung sind u. a. die Projektersteller und Projektbetreiber. Das wichtigste Entscheidungskriterium für die Projektrealisierung ist die wirtschaftlich unabhängige, selbstständige Existenzfähigkeit des Projekts (cash flow-orientiert). Bei einer Projektfinanzierung ist neben der Selbstfinanzierungskraft des Projekts die Aufteilung der Projektrisiken auf die Projektteilnehmer von besonderer Bedeutung. Weiters wird darauf geachtet, dass es zu einer optimierten Strukturierung im Sinne der finanziellen Leistungsfähigkeit der einzelnen Projektteilnehmer kommt. Bei der Aufteilung der Projektrisiken ( Risk Sharing ) wird darauf geachtet, dass jeder Teilnehmer jene Risiken trägt, die in seinen Verantwortungsbereich fallen. (Zum Beispiel sollte der Projektersteller für Risiken der rechtzeitigen Projektfertigstellung verantwortlich sein.) Da eine Projektfinanzierung durch eine Vielzahl von Risiken kommerzielle Risiken (u.a. Markt-, Abnahme-, Transportrisiko), politische Risiken (u.a. außerordentliche staatliche Maßnahmen, Enteignungen, Krieg, Revolution, Streik und Einfuhrbeschränkungen), technische Risiken (u.a. verfahrenstechnische Risiken, Betriebs- und Technologierisiko) und höhere Gewalt (u.a. Katastrophen) gekennzeichnet ist, ist vor Projektdurchführung und -finanzierung eine umfangreiche Projektanalyse und -bewertung (Feasibility Study) unbedingt erforderlich. Diese Feasibility Study sollte u. a. folgende Punkte beinhalten: Projektbeschreibung, Finanzierungserfordernis, Finanzierungsstruktur, Marktstudie, Konkurrenzanalyse, Kostenkalkulation, Investitionsrechnung, Planbilanzen, Break-even- Analyse, General- und Subunternehmen, Projektteilnehmer und Auskünfte über deren Bonität, Sicherheiten sowie eine abschließende Risiko- und Projektbewertung. Neben der Hauptbesicherung aus den Aktiva der Projektgesellschaft und der Abtretung von deren Gesellschaftsanteilen kann es notwendig sein, dass die Projektteilnehmer zusätzliche Kreditbesicherungen beibringen. Hierzu zählen spezielle Haftungsübernahmen, Sicherungszessionen, Pfandrechte oder auch verschiedene Arten von Garantien (Gewährleistungs-, Absatz-, Auslastungs- und Transfergarantien). Eine weitere Möglichkeit stellt die Einbindung von multinationalen Organisationen (der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, der Weltbank-Tochter International Finance Corporation, der Overseas Private Investment Corporation und der European Investment Bank) dar, die über umfangreiche Expertisen im Bereich Projektfinanzierung verfügen und auch in der Lage sind, Eigenkapital-Beteiligungen einzugehen, wodurch auch eine Finanzierung in schwierigen Märkten realisierbar wird. Außerdem ist es möglich, dass es neben der reinen Projektfinanzierung auch zu einer Koppelung von Projekt- und Exportfinanzierungen (Garantien der OeKB für österreichische Lieferanten etc. siehe auch Kapitel 2.5. Internationale Exportfinanzierung ) kommt, um Kundenwünsche optimal erfüllen zu können. In Zeiten der Globalisierung und der immer stärker auftretenden Firmenübernahmen und Expansionstendenzen stellen Akquisitionsfinanzierungen einen bedeutenden Teil der Projektfinanzierungen dar. Hierbei handelt es sich um die Übernahme eines bestehenden Unternehmens durch einen Mitbewerber, wobei der Kredit für die Finanzierung derartiger Übernahmen aus dem gemeinsamen zukünftigen Cashflow der beiden Unternehmen unter Berücksichtigung der sich durch solche Transaktionen ergebenden Einsparungspotenziale (Synergieeffekte) zurückzahlbar sein muss Internationale Projektfinanzierung und die Bank Austria Creditanstalt Die Abteilung Unternehmens- und Projektfinanzierung CEE, die in der Bank Austria Creditanstalt für Projektfinanzierungen zuständig ist, verfügt über langjährige Kontakte zu multinationalen Organisationen (EBRD, EIB, Weltbankgruppe insbesondere IFC und MIGA) und fungiert als zentrale Anlaufstelle für Anfragen in diesem Bereich in der Bank Austria Creditanstalt. Durch die ausgezeichnete Kooperation mit multinationalen Investitionsleitfaden/ Kroatien

14 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten Organisationen werden private Investitionen auch in schwierigen Märkten realisierbar. Die Abteilung unterstützt durch Expertise, Erfahrung sowie Beratung und Betreuung in höchster Qualität bei der Bearbeitung lokaler und globaler Märkte. Durch die Zusammenarbeit mit den Vertretungen der Bank Austria Creditanstalt im Ausland wird auch die effiziente Betreuung des Unternehmens vor Ort sowie die Bereitstellung von Finanzierungstranchen in Lokalwährung sichergestellt Weltbankgruppe Die Weltbankgruppe besteht aus der IBRD (International Bank for Reconstruction and Development), der IDA (International Development Association), der IFC (International Finance Corporation), der MIGA (Multilateral Investment Guarantee Agency) und dem ICSID (International Center for Settlement of Investment Disputes). Während die IBRD Kredite zu marktüblichen Konditionen an kreditwürdige Staaten vergibt und diese über den Kapitalmarkt durch Ausgabe von Anleihen refinanziert, stellt die IDA Kredite an Staaten zur Verfügung, die über keine gute Kreditwürdigkeit verfügen. Diese Kredite (zinsenfrei, nur geringe Bearbeitungsgebühr, extrem lange Laufzeit, zehn Jahre tilgungsfrei) können daher auch nicht am Kapitalmarkt refinanziert werden, sondern werden durch Beiträge von 30 Mitgliedsländern gespeist. Die IFC agiert im Gegensatz zu IBRD und IDA nicht als Kreditgeberin an Staaten, sondern vergibt ihre Kredite, die sie dank ihres AAA-Ratings zu günstigen Konditionen über den Kapitalmarkt refinanziert, direkt an private Unternehmen (Kreditgeber des privaten Sektors). Neben der Kreditvergabe kann sich die IFC gegebenenfalls auch noch mit Eigenkapital beteiligen bzw. Know-how zur Verfügung stellen. Da die IFC nur einen bestimmten Prozentsatz der Projektkosten als Kredit gewährt, werden neben den Eigenkapitalgebern auch internationale Kommerzbanken in die Finanzierung der Projekte (als B-Loan-Geber) eingebunden. Die MIGA stellt für Projektinvestoren (Eigenkapitalgeber, Gesellschafterdarlehengeber, Fremdkapitalgeber) Garantien für politische Risiken bereit, wobei die durch MIGA-Garantien versicherten Projekte wirtschaftlich lebensfähig sein, den Entwicklungsplänen des Gastlandes entsprechen und Umwelterfordernisse erfüllen müssen Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD: European Bank for Reconstruction and Development) wurde 1991 errichtet. Sie soll den Übergang zur offenen Marktwirtschaft sowie privates und unternehmerisches Handeln in den Ländern Zentral- und Osteuropas und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) fördern, die den Prinzipien der Mehrparteiendemokratie, des Pluralismus und der Marktwirtschaft verpflichtet sind und sich von ihnen leiten lassen. Die Hauptformen der EBRD-Finanzierung für Unternehmen des privaten Sektors sind Darlehen, Kapitalanlagen (Aktien) und Garantien Europäische Investitionsbank (EIB) Die EIB ist die Finanzierungsinstitution der Europäischen Union. Sie finanziert Projekte, die den europäischen Zielen (Förderung KMU, Umweltschutz, Verbesserung der Transportund Telekommunikationsinfrastruktur etc.) entsprechen, mit einem Volumen von über 25 Mio. Euro zu marktüblichen Konditionen durch Einzelkredite, wobei ihr Anteil max. 50 % beträgt und die Differenz durch Eigenkapital und Kredite von Kommerzbanken bzw. durch andere Förderungen der EU aufgebracht werden muss. Die Refinanzierung erfolgt dank ihres AAA-Ratings über den Kapitalmarkt. Kleinere Projekte können über an Banken gewährte Globalkredite finanziert werden, wobei hier die EIB Kredite an Banken unter der Auflage vergibt, dass diese Banken kleinere Kredite an Projektwerber vergeben. Die Aktivitäten der EIB in Zentral- und Osteuropa sind koordiniert mit den Programmen von Phare und ISPA (dies gilt für Rumänien und Bulgarien nur noch bis 2006) sowie den Finanzierungen der EBRD. Die EIB stellt für den Zeitraum 2005 bis 2007 Finanzierungsmittel für die Länder Zentral- und Osteuropas in Höhe von 21,2 Mrd. Euro zur Verfügung. Davon entfallen 16,6 Mrd. Euro auf die neuen EU-Mitgliedsländer und 4,6 Mrd. Euro auf Bulgarien, Rumänien und Kroatien. Ihr Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Mag. Martin Handrich, Abteilungsleiter (Unternehmens- und Projektfinanzierung CEE) A-1010 Wien, Schottengasse 6, Tel.: + 43 (0) DW 42860, für Globaldarlehen: Mag. Christian Rakos, MBA (Public Finance CEE) A-1010 Wien, Schottengasse 6, Tel.: + 43 (0) DW 43132, Weiters stehen Ihnen für Ihre Anfragen auch unsere Experten aus den Sektorteams Telekommunikation & Medien, Energie, Öl & Gas, Transportinfrastruktur & PFI sowie Verarbeitende Industrie & Grundstoffe zur Verfügung. 14 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

15 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten 2.2. Die EU und Kroatien Die Beziehungen der EU zu Kroatien gestalten sich anders als jene zu den bisherigen Beitrittskandidatenländern. Im März 1995 beschloss die Europäische Gemeinschaft, das Phare-Programm auf Kroatien auszudehnen und Verhandlungen über ein Handels- und Kooperationsabkommen zu eröffnen. Jedoch wurden sowohl die Unterstützung als auch die Verhandlungen am 7. August 1995 nach den Militäraktionen ausgesetzt. Mit den Wahlen Anfang 2000 wurde in Kroatien eine politische Wende eingeleitet. Sie war Auftakt zu einer völligen Erneuerung der Beziehungen zwischen der EU und Kroatien. Mit Oktober 2001 erfolgte die Unterzeichnung des Assoziierungs- und Stabilisierungsprogramms zwischen Europäischer Union und Kroatien, das mit 1. Feber 2005 in Kraft trat. Ziel des Abkommens ist es, durch einzelne Maßnahmen Kroatien schrittweise an die Strukturen und rechtlichen Bestimmungen der EU heranzuführen. Weiters umfasst das Abkommen die Einrichtung eines politischen Dialogs und die Förderung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Auf Basis der Länderstrategie für Kroatien für den Zeitraum 2002 bis 2006 wurde die EU-Finanzhilfe für die Region festgelegt. Das für den Westbalkan konzipierte Programm CARDS (Community Assistance for Reconstruction, Development and Stabilisation) wurde in Kroatien 2001 gestartet. Dieses Programm sieht für den Zeitraum 2002 bis 2004 Fördermittel von rd. 189 Mio. Euro für Kroatien vor, Projektausschreibungen für diese budgetierten Mittel sind derzeit noch in Gang. Vorrangig soll mit diesen Mitteln die demokratische Stabilisierung durch Wiederaufbau von Strukturen, die Schaffung der nötigen Infrastruktur für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Verwaltungsreform gefördert werden. Am 21. Februar 2003 überreichte Kroatien der EU seinen Antrag auf EU-Mitgliedschaft und im Juni 2004 beschloss der Europäische Rat, dass Kroatien den Status eines Bewerberlandes erhält und 2005 Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden sollen. Der für März 2005 vorgesehene Termin wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Bewerberland soll Kroatien über alle drei Finanzierungsinstrumente der Heranführungsstrategie gefördert werden, d. h. über PHARE im Bereich Institutionenaufbau und wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt, über ISPA im Umwelt- und Verkehrsbereich und über SAPARD im Bereich ländliche Entwicklung. Ausgehend von einem Bedarf, der einer angemessenen Beitrittsvorbereitung entspricht, sind insgesamt für die drei Finanzierungshilfen Mittel in Höhe von 105 Mio. Euro für 2005 und von 140 Mio. Euro für 2006 für Kroatien vorgesehen. Die Europäische Kommission hat die Einrichtung eines neuen Heranführungsinstruments, Instrument for Pre-Accession (IPA), vorgeschlagen, das auf den bisherigen Instrumenten PHARE, ISPA und SAPARD aufbaut und das Kroatien und anderen potenziellen Beitrittsländern ab 2007 zur Verfügung stehen soll Wirtschaftliche und finanzielle Kooperation Für eine umfassende Hilfe für die Länder des Westbalkans (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro, Kroatien und Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien) hat die EU am 5. Dezember 2000 das Hilfsprogramm CARDS ins Leben gerufen. An finanzieller Hilfe wurden für CARDS insgesamt 4,65 Mrd. Euro für die Jahre 2000 bis 2006 zugesagt. Das Programm ist nachfrageorientiert strukturiert und soll im Wesentlichen Wiederaufbau und Strukturmaßnahmen, Wirtschaftsreformen und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, Aufbau der öffentlichen Institutionen und Verwaltungen, Stärkung der Demokratie, soziale Entwicklung und Sanierung der Umwelt fördern und als einheitlicher Rechtsrahmen für Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Länder dienen. Finanziert werden durch die EU-Hilfe Bau- und Lieferaufträge sowie Dienstleistungen (Erstellung von Studien, technische Beratung, Ausbildung etc.). Im Rahmen von CARDS wurde zunächst für alle Aktivitäten eine Länderstrategie für die gesamte Periode bis 2006 festgelegt, die die langfristigen Ziele und vorrangigen Förderbereiche für jedes Land definiert. Auf dieser Basis wird ein Mehrjahresrichtprogramm erstellt, worin die durchzuführenden Reformen beschrieben werden. Darauf aufbauend wird ein jährliches Aktionsprogramm mit den angestrebten Zielen, den Förderbereichen und den vorgesehenen Budgetmitteln beschlossen. Dieses Aktionsprogramm enthält ein detailliertes Verzeichnis der Projekte mit dem entsprechenden vorgesehenen Budget. Innerhalb der Europäischen Kommission ist für das CARDS-Programm die Generaldirektion für Äußeres (External Relations) zuständig. Diese gibt den politischen Rahmen sowie die strategische Ausrichtung vor. Entsprechend den anderen Drittstaatenprogrammen werden auch bei CARDS die ausführenden Firmen und Konsulenten mittels Ausschreibungsverfahren ermittelt. Teilnahmeberechtigt sind EU-Unternehmen sowie Unternehmen aus den Empfängerstaaten. Das Verfahren verläuft in der Regel bei Bau- und Lieferaufträgen über offene Ausschreibungen, bei Dienstleistungsaufträgen über eine Vorauswahl und eine entsprechende Short-list. Alle aktuellen Projektausschreibungen werden auch für CARDS auf der Internet-Homepage des EuropeAid Cooperation Investitionsleitfaden/ Kroatien

16 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten Office europa. eu. int/ comm/ europeaid/ cgi/ frame12. pl veröffentlicht. Nähere Details über das Programm CARDS finden sich auf der Homepage der Generaldirektion External Relations index. htm oder können direkt bei der EU-Delegation in Zagreb erfragt werden: Delegation of the European Commission to Republic of Croatia Masarykova Zagreb Tel.: (0) Fax: (0) Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Mag. Dr. Florence Werdisheim, Abteilungsleiter-Stv. (Internationale Export- und Handelsfinanzierung) A-1010 Wien, Am Hof 2, Tel.: + 43 (0) DW Mag. Brigitte Elmecker (Internationale Export- und Handelsfinanzierung) A-1010 Wien, Am Hof 2, Tel.: + 43 (0) DW Mag. Peter Rieger, Repräsentant (Repräsentanz Brüssel) B-1000 Brüssel, Avenue de Cortenberg 89, Tel.: (+ 32 2) EU SME Finance Facility Phase II (SME FF) Die Kommission hat 1999 eine Finanzierungsfazilität für Beitrittskandidatenländer ins Leben gerufen. Bei dieser Fazilität arbeitet die Kommission mit der EBRD, der EIB sowie der CEB (Council of Europe Development Bank) in Kooperation mit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zusammen. Im Wesentlichen wird es durch diese Maßnahme lokalen Finanzinstituten (Banken, Leasinggesellschaften und Eigenkapital-Fonds) in den Kandidatenländern erleichtert, langfristige Finanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bereitzustellen. Die Unterstützung dieser Intermediäre kann im traditionellen Kreditweg im so genannten Loan and Guarantee Window erfolgen, innerhalb dessen technische Unterstützung, Erfolgsprämien, Wechselkursabdeckungen, Anreize für Kleinkredite, aber auch die Kostenübernahme für spezielle Kreditgarantien angeboten werden. Im so genannten Equity Window wird Eigenkapital und Management-Unterstützung zur Verfügung gestellt. Innerhalb beider Fenster müssen die Endkreditnehmer, die lokalen KMU, die lokalen und nationalen Umwelt-, Sicherheits- und Gesundheitsstandards erfüllen. Die finanzierenden Banken sind vertraglich verpflichtet, die gewährten Unterstützungen ausschließlich zugunsten von Maßnahmen für KMU zu verwenden und über die gewährten Einzelfinanzierungen den abwickelnden Instituten und auch der Kommission auf Verlangen Auskunft zu erteilen. Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Mag. Christian Rakos, MBA (Public Finance CEE) A-1010 Wien, Schottengasse 6, Tel.: + 43 (0) DW 43132, Kurt Klepeisz (Public Finance CEE) A-1010 Wien, Schottengasse 6, Tel.: + 43 (0) DW 53955, Österreichische Finanzierungs möglichkeiten ERP-Internationalisierungsprogramm Wer kann den Kredit beanspruchen? Kleine und mittlere produzierende Unternehmen sowie produktionsnahe Dienstleistungsunternehmen, wobei folgende Grenzwerte nicht überschritten werden dürfen: 250 Mitarbeiter 50 Mio. Euro Umsatz oder 43 Mio. Euro Bilanzsumme. Bei Unternehmensbeteiligungen zwischen 25 % und weniger als 50 % werden die Daten des so genannten Partnerunternehmens anteilig hinzugerechnet, im Fall verbundener Unternehmen (mindestens 50 % des Stimmrechtes) sind die Daten dieses Unternehmens in voller Höhe zu addieren. Was wird gefördert? Direktinvestitionen in den europäischen Reformstaaten, wenn sich dadurch die strategische Position des antragstellenden Unternehmens verbessert. Errichtung von Produktionsniederlassungen bzw. Tochterfirmen Errichtung von Produktions-Joint Ventures Übernahme einer qualifizierten Beteiligung (mind. 25 %) Errichtung, dauerhafte und qualifizierte Beteiligung sowie Betreibung von kommerziell orientierten Umweltprojekten 16 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

17 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten zur Verbesserung des ökologischen Standards und Vermeidung grenzüberschreitender negativer Einflüsse (z. B. Recyclinganlagen, Abwasserreinigungsprojekte). Solche Projekte können nur in den an Österreich grenzenden Reformstaaten unterstützt werden. Was wird finanziert? Beteiligungskapital, Gesellschafterdarlehen, Kaufpreis der Beteiligung, sonstige, mit diesen investiven Maßnahmen im direkten Zusammenhang stehende Kosten (Vorlaufkosten und Gründungskosten etc.). Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Keine Verlagerung von Betriebsstätten. Von den Projekten darf keine umweltschädigende Wirkung ausgehen. Verbesserung der strategischen Position des österreichischen Unternehmens. Positive Auswirkungen auf die österreichische Volkswirtschaft. Wie viel Geld kann man bekommen? 0,35 Mio. Euro bis max. 7,5 Mio. Euro pro Projekt. Wie lange ist die Laufzeit? 6 Jahre, davon max. 2 Jahre tilgungsfrei. Welche Sicherheiten sind erforderlich? Bankhaftung, Haftung der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (AWS), Wertpapierdeckung. Wo können Sie einreichen? Bei Ihrer Filiale der Bank Austria Creditanstalt. Welche Unterlagen sind mitzubringen? Informationen über die wirtschaftlichen, persönlichen, gesellschafts- und gewerberechtlichen Verhältnisse des Kreditnehmers. Unterlagen über das Investitionsvorhaben und dessen Auswirkungen. Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Ihr Firmenkundenbetreuer der Bank Austria Creditanstalt sowie Leitung und MitarbeiterInnen der Abteilung Exportund Investitionsfinanzierung Tel.: + 43 (0) DW oder Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung (AWS) (vormals Finanzierungsgarantie-Gesellschaft mit beschränkter Haftung Ost-West-Fonds) Ziel: Erleichterung der Internationalisierung inländischer Unternehmen, Verminderung des Risikos von Beteiligungsinvestitionen inländischer Unternehmen im Ausland durch Haftungsübernahme für wirtschaftliches Risiko. Wer kann die Förderung beanspruchen? Unternehmen, die ihren Sitz im Inland haben und mehrheitlich in österreichischem Eigentum stehen oder nicht mehrheitlich in österreichischem Eigentum stehen, jedoch das Beteiligungsprojekt den strategischen Zielen und der Stärkung der Wettbewerbsstellung des antragstellenden Unternehmens dient und dieses auch für die Betreuung des Projekts federführend verantwortlich ist. Was wird gefördert? Erwerb von Beteiligungen an ausländischen Unternehmen, Anteils- und Kapitalerhöhungen bei bereits bestehenden Beteiligungsengagements. Gewährung von Gesellschafterdarlehen, Gesellschafterzuschüssen und sonstigen Gesellschaftermitteln (z. B. Bürgschaften) an das Beteiligungsunternehmen, wenn mit diesen Beteiligungen eine Steigerung der betrieblichen Leistungskraft und eine nachhaltige Verbesserung der Marktposition des inländischen Unternehmens erwartet werden kann. Bei Beteiligungen in EWR-Ländern muss antragstellendes Unternehmen als KMU (= kleineres und mittleres Unternehmen) gem. EU-Definition anzusehen sein (weniger als 250 Beschäftigte, weniger als 50 Mio. Euro Umsatz oder Bilanzsumme geringer als 43 Mio. Euro). Regelung Partnerunternehmen, verbundenes Unternehmen siehe Punkt Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Es muss ein Besicherungsbedarf bestehen, das heißt, bei Misslingen würde ein substanzieller Schaden für das antragstellende Unternehmen eintreten. Projektuntergrenze? 0,73 Mio. Euro; keine Projektobergrenze. Wie wird gefördert? Direktgarantie AWS/Ost-West-Fonds verpflichtet sich, dem inländischen Unternehmen bei Eintritt des definierten Investitionsleitfaden/ Kroatien

18 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten Garantiefalles (= wirtschaftlicher Misserfolg des Beteiligungsprojekts) einen bestimmten Anteil der Beteiligungsinvestition (Risk-sharing-Quote) zu bezahlen. Finanzierungsgarantie mit Risk-sharing-Kombination der Direktgarantie mit Garantie für finanzierende Bank. Falls finanziert werden soll: Wie hoch sind die Kreditkosten? Marktüblich. Kombination mit günstigen Krediten (ERP-Kredite, OeKB- Beteiligungsfinanzierung, Starthilfekredite usw.) ist möglich. Welches Risiko deckt die Garantie? Risk-sharing-Quote bei Direktgarantien maximal 50 % (wird im Einzelfall festgelegt). Bei Finanzierungsgarantien mit Risk-sharing darf der Kreditbetrag 90 % des Projektpräliminares nicht überschreiten. Die Garantiequote gegenüber der Bank beträgt davon maximal 90 % (bei ERP-Finanzierungen maximal 100 %). Wie hoch ist das Garantieentgelt? Je nach Garantieart und Garantieausmaß: ca. 1% p. a., zahlbar jeweils halbjährlich zum 30. Juni und 31. Dezember. Wie lange ist die Laufzeit? Bei Direktgarantien bis maximal 12 Jahre. Bei Finanzierungsgarantien mit Risk-sharing bis maximal 15 Jahre. Wann tritt der Haftungsfall ein? Bei Direktgarantien: Eintritt der für den Einzelfall definierten Tatbestände (z. B. Insolvenz des Beteiligungsunternehmens, nachhaltige Betriebsverluste usw.). Bei Finanzierungsgarantien mit Risk-sharing: Insolvenz des inländischen Unternehmens, Eintritt des für den Einzelfall definierten besonderen Tatbestandes. Wo können Sie einreichen? Bei Ihrer Filiale der Bank Austria Creditanstalt. Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft m. b. H. (vormals Finanzierungsgarantie Ges. m. b. H.)/ Ost-West-Fonds, A-1110 Wien, Gasometer A, Guglgasse 12. Welche Unterlagen sind mitzubringen? Informationen über die wirtschaftlichen, persönlichen, gesellschafts- und gewerberechtlichen Verhältnisse des Kreditnehmers. Unterlagen über das Beteiligungsvorhaben. Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Ihr Firmenkundenbetreuer der Bank Austria Creditanstalt sowie Leitung und MitarbeiterInnen der Abteilung Export- und Investitionsfinanzierung Tel.: + 43 (0) DW oder Versicherungs- und Finanzierungs möglichkeiten (OeKB) Bundeshaftung der Republik Österreich: OeKB-Beteiligungsgarantie Ziel: Erleichterung von Investitionsvorhaben, die direkt oder indirekt der Verbesserung der österreichischen Leistungsbilanz dienen, durch Haftungsübernahme für politisches Risiko. Antragsteller: Österreichische Unternehmen, z. B. Produktions-, Handels-, Dienstleistungsunternehmen, Holdinggesellschaften etc. Geförderte Projekte: Beteiligungen, beteiligungsähnliche Rechte (beteiligungsähnliche Darlehen, Gesellschafterdarlehen). Umfang der Garantie: Buchwert der Beteiligung (Geld- oder Sacheinlagen, Gesellschafterdarlehen). Erhöhungen (z. B. bei Kapitalerhöhungen) sind möglich. Reduktion aufgrund von Abschichtungen, Darlehensrückzahlungen, Wertberichtigungen etc. Die Deckung von Zinsen und Erträgen ist möglich. Keine Projektunter- bzw. -obergrenze. Garantiedeckungsquote: Bis zu 100 % für politische Risiken (Selbstbehalt: 0 5 %). Variables Garantieentgelt: Zwischen 0,2 % und 1,5 % p. a., zahlbar jährlich im Vorhinein für die Absicherung des politischen Risikos im engeren Sinne (z. B. Enteignung, Krieg, kriegerische Ereignisse etc.). Die Indeckungnahme des Transferrisikos muss gesondert beantragt werden, hiefür wird ein Zuschlag in Höhe von 50 % in Rechnung gestellt. Laufzeit: Bis maximal 25 Jahre, in der Praxis zumeist 5 bis 10 Jahre. 18 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

19 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten Haftungsfall, gedeckte Risiken: Vollständiger oder teilweiser Entzug sowie vollständige oder teilweise Zerstörung der Beteiligung oder des beteiligungsähnlichen Rechtes aus direktem oder indirektem politischem Anlass (z. B. Verstaatlichung, Enteignung etc.) sowie Transferbeschränkungen für den Erlös aus dem Verkauf oder der Abwicklung der Beteiligung, für Beteiligungserträge oder für Kapital- und Zinsenzahlungen aus beteiligungsähnlichen Rechtsgeschäften. Antragsverfahren: G4-Anträge (Formblätter) werden im Wege der Bank Austria Creditanstalt als Hausbank eingebracht. Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Ihr Firmenkundenbetreuer der Bank Austria Creditanstalt sowie Leitung und MitarbeiterInnen der Abteilung Export- und Investitionsfinanzierung Tel.: + 43 (0) DW oder OeKB-Beteiligungsfinanzierung Kreditzweck: Beteiligung (bis zu 100 %) an einem ausländischen Unternehmen. Gewährung eines Gesellschafterdarlehens zur Errichtung von Produktionsstätten, Errichtung von Vertriebsniederlassungen etc. Voraussetzungen: Bundeshaftung G4 (bei denkbarem politischem Risiko) oder Wechselbürgschaft des Bundes oder Haftung der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung (AWS). Kredithöhe: Wert der Beteiligung und/oder des Darlehens abzüglich eines allfälligen Selbstbehaltes. Laufzeit: Maximal 25 Jahre, davon max. 10 Jahre tilgungsfrei (in der Praxis sind 5 bis 10 Jahre, hiervon 2 bis 3 Jahre tilgungsfrei üblich). Kreditkosten: OeKB Rahmen-I-Konditionen je nach Laufzeit des Kredites. Kosten der G4 (Garantieentgelt je nach Höhe des Länderrisikos variabel) bzw. der Wechselbürgschaft (Wechselbürgschaftsentgelt 0,2 % p. a. bei Haftung der Bank Austria Creditanstalt) bzw. der Haftung der AWS. Die jeweils aktuellen Zinssätze entnehmen Sie bitte dem Infoblatt Exportservice bzw. der Homepage (www.ba-ca.com). Kreditgebühr: 0,8 % vom Kreditbetrag, nur im Falle einer Finanzierung auf Basis einer Haftung der AWS. Zinsenberechnung: Vierteljährlich dekursiv. Sicherstellung: Abtretung der G4, Abtretung der Beteiligung/des Darlehensvertrages, evtl. zusätzliche materielle Sicherheiten (z. B. hypothekarische Sicherstellung, AWS-Haftungen etc.). Antragsverfahren: Schriftlicher Antrag (formlos) an die Bank Austria Creditanstalt als Hausbank, nach Vorliegen der G4, der Wechselbürgschaftszusage oder Haftungen der AWS. Weiteres Informationsmaterial: Infoblatt Exportservice-OeKB-Beteiligungsfinanzierung bzw. Internet-Homepage (www.ba-ca.com). Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Ihr Firmenkundenbetreuer der Bank Austria Creditanstalt sowie Leitung und MitarbeiterInnen der Abteilung Export- und Investitionsfinanzierung Tel.: + 43 (0) DW oder Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung (AWS) (vormals BÜRGES Förderungsbank Gesellschaft m. b. H.)/ Internationalisierungsprojekte Ziel: Förderung der Internationalisierung österreichischer Kleinund Mittelbetriebe. Antragsteller: Klein- und Mittelbetriebe mit Sitz im Inland. Geförderte Projekte: Auslandsinvestitionen/Internationalisierungsprojekte mit einem präliminierten Kostenvolumen von maximal 1 Mio. Euro. Investitionsleitfaden/ Kroatien

20 Überblick über Förderungen und Investitionsmöglichkeiten Voraussetzungen: Wettbewerbsstärkung der österreichischen Klein- und Mittelbetriebe, Verbesserung der österreichischen Leistungsbilanz. Wie wird gefördert? Mittels Garantien zur Deckung des wirtschaftlichen Risikos (= Projektgarantie) bzw. der damit verbundenen Finanzierung (= Finanzierungsgarantie) und auch Garantien zur Deckung des politischen Risikos (Abwicklung über OeKB). Welches Risiko deckt die Garantie? Wird von Fall zu Fall festgelegt, wobei das wirtschaftliche Risiko in bestimmtem Umfang (mindestens 50 %) vom Garantienehmer mitgetragen werden muss. Die Finanzierungsgarantie deckt max. 80 % des aushaftenden Kreditbetrages. Hinsichtlich des politischen Risikos ist eine Deckungsquote bis zu 100 % (bei 5 10 % Selbstbehalt) möglich. Wie hoch ist das Garantieentgelt? Ca. 1% p. a. Ihre Ansprechpartner in der Bank Austria Creditanstalt: Ihr Firmenkundenbetreuer der Bank Austria Creditanstalt sowie Leitung und MitarbeiterInnen der Abteilung Export- und Investitionsfinanzierung Tel.: + 43 (0) DW oder Studienfonds der AWS und OeKB AWS: Ziel: Zielsetzung ist die finanzielle Förderung und Unterstützung bei der Antragstellung für Programme europäischer und internationaler Organisationen (= Antragsförderung) sowie bei der Projektvorbereitung und -betreuung (= Studienförderung) im Zusammenhang mit Direktinvestitionen, Beteiligungen und/oder sonstigen Investitionen im Ausland. Wer kann die Förderung beanspruchen? Unternehmen aller Branchen (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft, Realitätenwesen und Versicherungen) mit Sitz in Österreich. Falls finanziert werden soll: Wie hoch sind die Kreditkosten? AWS-BÜRGES-Kondition, Kombination mit günstigen Krediten (ERP-Kredite, OeKB- Beteiligungsfinanzierung, Starthilfekredite usw.) ist möglich. Wann tritt der Haftungsfall ein? Scheitern des Internationalisierungsprojekts (Vermeidung eines nachhaltigen Schadens für den österreichischen Klein- und Mittelbetrieb). Insolvenz des Garantiebegünstigten (= inländisches Unternehmen). Politischer Haftungsfall. Wo können Sie einreichen? Bei Ihrer Filiale der Bank Austria Creditanstalt. Bei der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung (vormals BÜRGES Förderungsbank Gesellschaft m. b. H.), Taborstraße 10, 1020 Wien. Welche Unterlagen sind mitzubringen? Informationen über die wirtschaftlichen, persönlichen, gesellschafts- und gewerberechtlichen Verhältnisse des Kreditnehmers. Unterlagen über das Beteiligungsvorhaben. Förderungsgegenstand und -höhe: Antragsförderung: allgemeine Kosten, die im Zusammenhang mit der Antragstellung zur Erschließung entsprechender EU- sowie vergleichbarer Programme anderer internationaler Organisationen entstehen. Pauschalzuschuss i. H. v Euro, bei Kosten über Euro Zuschuss von 50 %, max. jedoch Euro. Studienförderung: Können o. a. Förderprogramme nicht in Anspruch genommen werden, übernimmt die AWS 50 % der Kosten von externen Konsulenten und Experten für die Entwicklung, Vorbereitung und Prüfung der Machbarkeit des Projekts. Barauslagen des Unternehmens (z. B. Reisekosten) können ebenfalls zu max. 25 % in die Förderbasis einbezogen werden. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Antragsförderung: Vorlage des vom Unternehmen firmenmäßig unterfertigten Antrages an die europäische oder internationale Organisation, der die formellen und inhaltlichen Voraussetzungen des jeweiligen Programms erfüllen muss. Studienförderung: Plausibilität des Investitionsvorhabens, Grundlagen für erfolgreiche Projektdurchführung sind seitens des KMU oder seiner Partner gegeben oder herstellbar, 20 Investitionsleitfaden/ Kroatien 2005

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