Gesundheit im Unternehmen: Rechnet sich das? Dipl.-Psych. Alexandra Miethner

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1 Gesundheit im Unternehmen: Rechnet sich das? Dipl.-Psych. Alexandra Miethner

2 Gliederung Gesundheit Aktuelle Situation Handlungsfelder Kennzahlen Return on Investment Beispiele 2

3 Gesundheit Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. (Definition WHO, 1946) Gesundheit Mensch Krankheit 3

4 Titelüberschrift Wenn abends die Lichter in den Büros ausgehen, geht mein Kapital nach Hause und ich hoffe, es kommt morgen wieder. Pierer 4

5 Aktuelle Situation 2010: Krankenstand stagniert jeder Beschäftigte war im Durchschnitt 12,3 Tage krankgeschrieben Innerhalb eines Jahres stiegen Fehlzeiten wegen psychischer Diagnosen um 14 % statistisch gesehen war jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr zwei Tage wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben (Quelle: Pressemitteilung Techniker Krankenkasse ) 5

6 Aktuelle Situation Jüngere Beschäftigte zwischen 15 und 25 Jahren sind mit knapp zwei Krankschreibungen im Jahr etwa doppelt so häufig arbeitsunfähig wie ihre älteren Kolleginnen und Kollegen. Während eine Krankschreibung unter den jüngsten Beschäftigten zwischen 15 und 19 Jahren im Mittel knapp sechs Tage dauert, sind es bei den über 55- Jährigen fast 19 Tage. (Quelle: Pressemitteilung Techniker Krankenkasse ) 6

7 Aktuelle Situation 7

8 Aktuelle Situation 8

9 Schätzung der volkswirtschaftlichen Produktionsausfallkosten und der ausgefallenen Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit 2008 Quelle: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2008, Unfallverhütungsbericht 2008, BAuA 9

10 Produktionsausfallkosten u. Ausfall an Bruttowertschöpfung nach Diagnosegruppen 2008 Quelle: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2008, Unfallverhütungsbericht 2008, BAuA 10

11 Handlungsfelder 1. Arbeitssicherheit, Unfallverhütung, Ergonomie 2. Sensibilisierung für Gesundheitsthemen 3. Arbeitsmedizinische Betreuung 4. Problemspezifische Beratung 5. Umfassende Betreuung 6. Trainings 7. Ernährungs- und Bewegungsangebote 8. Betriebliches Eingliederungsmanagement 9. Führungsaufgabe Gesundheit 11

12 Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung Beispiele: KMU-Vital EAP Employee Assistance Programm Ressource 50+ Stressmanagement-Training Suchtprävention Arbeitsplatzgestaltung Bewegungsangebote Und und und. 12

13 Viele Möglichkeiten aber was tun? 1. Situationsanalyse (u. a. was machen wir bereits?) 2. Ziele 3. Auswahl der geeigneten Maßnahme(n) 4. Durchführung 5. Evaluation Und dann: Rechnet sich das? 13

14 Voraussetzungen Voraussetzung: Zieldefinition (Was ist das Ziel der Maßnahme? Wie messe ich die Zielerreichung?) Kennzahlen Längerfristige Maßnahmen 14

15 Kennzahlen Harte Kennzahlen z. B.: Fehlzeiten! Seit Jahren niedrig! Als alleinige Kennzahl wenig aussagekräftig (Grippewelle, Glatteisunfälle) 15

16 Kennzahlen Harte Kennzahlen z. B.: Fehlzeiten Produktivität Reklamationen Unfälle 16

17 Kennzahlen Weiche Kennzahlen z. B.: Arbeitszufriedenheit Betriebsklima Qualität Verbesserungsvorschläge Sozialkapital (Merkmale, die sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Mitglieder eines Unternehmens auswirken) 17

18 Return on Investment unabhängige amerikanische Studien gehen bei den Krankheitskosten von einem Kosten-Nutzen-Verhältnis (ROI) von 1:2,3 bis 1:6 aus Die Einsparungen bei den Fehlzeiten werden zwischen 1:2,5 bis 1:4,85 angegeben 18

19 ROI Return on Investment: Ermittlung des Bruttonutzens U B U B = d t * SD y * A * N * t (d t Effektstärke; SD y Standardabweichung der üblichen Leistungen der Maßnahmenteilnehmer; A Zusammenhang zwischen Effektstärke und Standardabweichung; N Anzahl der Teilnehmer; t Zeitraum der angenommenen Wirkung) 19

20 ROI Rechenbeispiel: Bruttonutzen: 0,77 * * 0,37² * 24 * 1 = abzüglich Kosten Nettonutzen: ROI: Nettonutzen / Kosten = 1,97 Quelle: Sigrun Fritz, Ökonomischer Nutzen weicher Kennzahlen in der betrieblichen Gesundheitsförderung,

21 Beispiel Alkohol Mindestens 5 % der Beschäftigten sind alkoholkrank, weitere 10 % alkoholgefährdet (BGETEM) Alkoholabhängige sind 2,5 mal so oft krank Alkoholabhängige haben 16 mal so oft kurzfristige ungeplante Fehlzeiten (DHS) Alkoholabhängige erbringen langfristig nur 75% der Arbeitsleistung, wenn keine (erfolgreiche) Behandlung stattfindet (DHS) 21

22 Beispiel Alkohol Beispielrechnung: Mitarbeiter x 5% Abhängigkeitsrate = 50 Betroffene 50 x durchschnittliche Arbeitskosten (Stand 2004) = % von = ,50 (direkte betriebswirtschaftliche Kosten pro Jahr) Nicht berücksichtigt sind die indirekten Kosten u. a. durch fehlerhafte Arbeit und Mehrbelastung der Arbeitskollegen. 22

23 Beispiel BiG 23

24 Wirkungskette Betriebliche Gesundheitsförderung Senkung des Krankenstandes Verbesserte Produktivität Senkung der Mehrbelastung der (anwesenden) Mitarbeitenden Verbesserte Produkt- bzw. Dienstleistungsqualität Bessere Planbarkeit Erhöhte Arbeitsmotivation (Betriebliche Gesundheitsförderung, Ingo Froböse, Holger Wellmann, Andreas Weber (Hrsg.), 2008) 24

25 25

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