Schmerztherapie 2015 Herausforderung für die Pflege. Andrea Tschopp MSc Palliativ Support GmbH

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1 Schmerztherapie 2015 Herausforderung für die Pflege Andrea Tschopp MSc Palliativ Support GmbH

2 Fakten Schmerzsituation 60 80% der jährigen Menschen sind chronische Schmerzpatienten 50-80% der Bewohner von Langzeitinstitutionen haben keine oder eine nur ungenügende Schmerztherapie Unbehandelte Schmerzen führen zu Verhaltensproblemen 2/3 der Patienten mit einer dementiellen Entwicklung haben unbehandelte Schmerzen Patienten ohne kognitive Schwächen erhalten 3x mehr Analgetika als Patienten mit dementieller Entwicklung Schmerzverhalten kann Demenzverhalten ähneln 1

3 Ursachen für ungenügende Therapie Die hilflosen Helfer Fehlendes Wissen Fehlende Sensibilität Fehlendes oder inadäquates Assessment Betroffene Nutzen schmerzverhinderndes Verhalten negieren Schmerzen Geben weniger Schmerzen an als sie haben Angst vor Abhängigkeit (Medikament und Pflege) Schuld und Sühne Resignation Nebenwirkungen unbehandelt

4 Wissen Wissen ist Macht Nichtwissen macht etwas 3

5 Besonderheiten in der Spitex Patient Hausarzt Pflegende? Einnahme/Anwendung? Umgang mit Reservemedikatio n Nebenwirkungen? Assessment/Rückmeld ung? Überwachung Wirkung Nebenwirkung? Angehörige? Schmerzspitzen? Notfallprozedere? Erreichbarkeit? Notfallprozedere? Hausbesuche? Routine? Erfahrung? Überwachung Nebenwirkung Reservemedikation? Pharmavertreter? Erreichbarkeit? Erfahrung Nebenwirkung Schmerzspitzen Telefonische Beratung? Assessment und Evaluation? Kontinuität? Kommunikation 4

6 Formen der Schmerztherapie Per os Rectal Pflaster Sc / iv Epidural Was Wann Warum Sinn und Unsinn 5

7 Hilfsmittel Doset Intima / Venflon Pumpe Pflaster PAC Angehörige 6

8 Eine Geschichte aus der Praxis Frau K., 84 Jahre alt Nekrose Zehe rechts bei einem Verschluss der A.Poplitea Zu Hause Institution Morphin / 24 Std 120mg 100mg Dormicum / 24 Std 30 mg i.m - Subclavial Subcutan X X Schmerzsituation Angehörige 7

9 Palliative Care zu Hause =? Kompetenz in der Symptomkontrolle und Schmerztherapie Grenzen erkennen, setzten, pro-aktiv agieren, Reagieren Zusammenarbeit mit Hausärzten und Fachleuten Geeignete Instrumente nutzen Verantwortung übernehmen 8

10 Rollenklarheit Die gegebene Rolle Die erhaltene Rolle Die beanspruchte Rolle Die Realität Was wissen Sie wirklich über eine adäquate Schmerztherapie? 9

11 10

12 WHO Prinzipien, WHO Stufenleiter (III) Analgetika Starkes Opioid +/- Nichtopioidanalgetikum +/- Adjuvanz Beispiel Fentanyl-TTS, Morphin in retard. Form, Buprenorphin Persistierender/verstärkter Schmerz (II) Schwaches Opioid +/- Nichtopioidanalgetikum +/- Adjuvanz Tramadol, Dihydrocodein, Tilidin (+ Naloxon) Persistierender/verstärkter Schmerz (I) Nichtopioidanalgetikum +/- Adjuvanz Metamizol, Diclofenac, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen 11

13 Schmerzart Eigenschaften Rezeptoren und Mediatoren Weiterleitung Behandlungsoptionen Somatomotorische Schmerzen: Oberflächenschmerz/früher Schmerz Tiefenschmerz/später Schmerz scharf, schneidend, gut lokalisierbar, schnelle Weiterleitung dumpf, bohrend, langsame Weiterleitung A-δ C-Fasern (unmyelinisiert) NSAR, Opiode Viszerale Schmerzen krampfartig, nicht gut lokalisierbar vegetative Fasern Spasmolytika/Anticholinergika (Butylscopolamin), Metamizol Neuropathische Schmerzen einschießend A-β-Fasern C-Fasern (unmyelinisiert) Opioide, Na + -Kanalblocker, NMDA-Rezeptorblocker, Trizyklische Antidepressiva, Antikonvulsiva Entzündungsschmerz H +, K +, Histamin, Bradykinin, SP, ATP, TNFα, ACh, PG NSAR, COX2-Hemmer, Opioide 12

14 Wirkstoffgruppen Gruppe Wirkstoffe Medikament Salicylate Acetylsalicylsäure Aspirin Arylessigsäuren Diclofenac Indomethacin Voltaren Indocid Arylpropionsäuren Ibuprofen Naproxen Brufen Irfen Benzothiazine Piroxicam Meloxicam Felden Mobicox Anilide Paracetamol Dafalgan Pyrazolin-5-one Metamizol Novalgin / Minalgin COX2-Hemmer Celecoxib Etoricoxib Celebrex Arcoxia 13

15 Fentanyl TTS Langsame Wirkung Schmerzen, die durch Morphin nicht gelindert werden können, können auch nicht durch Fentanyl TTS gelindert werden Umrechnungstabellen Fentanyl TTS Morphin CAVE: Anorexie, Fieber, Wärmequellen, subkutane Durchblutung Pflasterwechsel = Wechsel der Klebestelle Rotation hat Regeln Obstipierend nur weniger = Anpassen der Laxantien! 14

16 Ansatzpunkte der medikamentenösen Schmerztherapie Peripher: NSAR, COX2-Hemmer, Lokalanästhetika (Na + -Kanalblocker) Spinal: Opioide, NSAR Zentral: Opioide, Antidepressiva, Neuroleptika, Triptane, Cannabinoide, NMDA- Rezeptorantagonisten (Ketamin) 15

17 Wirkeintritt und dauer von Analgetika https://www.unispitalbasel.ch/fileadmin/unispitalbaselch/bereiche/quersc hnittsfunktionen/spital-pharmazie/wirkeintritt- Analgetika.pdf 16

18 Mainstream vs Altmodisch Mainstream / Neu Altmodisch / Bekannt Wirkung?! Nebenwirkung?! Dosierung?! Basis Reserve Umrechnung Gleicher Wirkstoff 17

19 Was nun? Grenzen anerkennen (auch die eigenen) Kritisch bleiben Spezialisten zuziehen 18

20 Quellen Feb Feb Feb Feb Feb Feb

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