Orientierung über die Unfallversicherung für das Personal des Kantons Bern

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1 Orientierung über die Unfallversicherung für das Personal des Kantons Bern 1. Die Unfallversicherung nach UVG Am ist das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) in Kraft getreten, welches die obligatorische Unfallversicherung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz bezweckt. Damit sind alle Arbeitenden, ob sie der SUVA unterstehen oder nicht, im gleichen Umfang versichert. 2. Die Unfallversicherung für Lehrkräfte, Kantonspersonal und die Universität Bern Das Personal der Direktionen oder Institutionen, welches der SUVA unterstellt ist, ist über die SUVA versichert. Das übrige Personal, Lehrkräfte an kantonalen Schulen, Lehrkräfte an öffentlichen Schulen des Kantons Bern, sowie Kindergärtnerinnen und gärtner an vom Kanton subventionierten Kindergärten sind bei der Visana Versicherungen AG, im Rahmen des Obligatoriums versichert. Für sämtliches Personal besteht in Ergänzung zur obligatorischen Unfallversicherung auf dem Gebiet der Kapitalleistungen bei Tod und Invalidität ein zusätzlicher Versicherungsschutz (vgl. Ziff. 3). Diese Zusatzversicherung wurde ebenfalls bei der Visana Versicherungen AG abgeschlossen Versicherte Personen Versichert ist das gesamte Personal der bernischen Kantonsverwaltung, nämlich - Behördemitglieder, Kantonspersonal - kantonal entlöhnte Pfarrerinnen und Pfarrer - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität, Assistentinnen und Assistenten, Lehrkräfte an kantonalen Schulen (z.b. Ingenieurschulen) - Lehrkräfte an öffentlichen Schulen im Kanton Bern (Primar- und Sekundarschulen, der Erziehungsdirektion unterstellte Berufsschulen, Handelsmittelschulen und höhere Mittelschulen der Gemeinden sowie Kindergärtnerinnen und gärtner an vom Kanton subventionierten Kindergärten) - aus Drittkrediten finanziertes Personal (nicht jedoch auf Auftragsbasis Arbeitende) - Lehrlinge, Praktikumspersonal - Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter - Reinigungspersonal - Aushilfen und nebenamtlich beschäftigte Personen SEITE 1 / 7

2 2.2. Versicherte Risiken Die Versicherungsleistungen werden bei Berufs- und Nichtberufsunfällen gewährt. Berufskrankheiten sind den Berufsunfällen gleichgestellt. Teilzeitbeschäftigte, deren durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit bei der gleichen Arbeitgeberin oder beim gleichen Arbeitgeber weniger als 8 Stunden oder weniger als 19,05 % beträgt, sind nur gegen Berufsunfälle versichert. Jedoch gelten für sie auch Unfälle auf dem Arbeitsweg als Berufsunfälle. Die Visana Versicherungen AG legt fest, dass 8 wöchentliche Arbeitsstunden auf Grund der besonderen Umstände für alle Lehrkräfte, Kindergärtnerinnen und Kindergärtner einem Pensum von 4 Wochenlektionen entsprechen Beginn, Ende und Ruhen der Versicherung Die Versicherung beginnt am ersten Arbeitstag und endet mit dem Ablauf des Tages, der dem Antritt einer neuen Stelle vorangeht, spätestens aber 30 Tage nachdem der Anspruch auf mindestens das halbe Gehalt aufhört. Fällt das Ende des Lohnanspruches auf ein Monatsende und der Beginn der Abredeversicherung auf Grund der 30-tägigen Nachdeckung noch in den gleichen Monat, so gewährt die Visana im Rahmen der Nachdeckung gemäss Art. 3.2 UVG auch für den 31. Tag Versicherungsschutz. Damit erübrigt sich der Abschluss einer Abredeversicherung für nur einen einzigen Tag. Dies bedingt jedoch, dass nach diesem einen Tag ein Versicherungsschutz besteht. Für die einzelnen Versicherten besteht unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, die Versicherung durch besondere Abrede bis zu 6 Monate zur verlängern (vgl. Ziff. 5). Die Versicherung ruht, solange die Versicherten der Militärversicherung oder einer ausländischen obligatorischen Unfallversicherung unterstehen Versicherter Verdienst Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt grundsätzlich der für die AHV massgebende Lohn (inkl. Sozialzulagen) von höchstens Fr. 126' pro Jahr bzw. Fr pro Tag Versicherungsleistungen Pflegeleistungen und Kostenvergütungen - ambulante Heilbehandlungen (durch Ärztin/Arzt, Zahnärztin/Zahnarzt usw.) - Arzneimittel und Analysen - Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines öffentlichen oder privaten Spitals; den gesetzlichen Verpflegungskostenabzug übernimmt in der Regel der Kanton - ärztlich verordnete Nach- und Badekuren - Mittel und Gegenstände, die der Heilung dienen (z.b. Stöcke, Halskragen etc.) - Hilfsmittel, die körperliche Schädigungen oder Funktionsausfälle ausgleichen (z.b.: Prothesen) - Notwendige Heilbehandlung im Ausland: Es wird höchstens der doppelte Betrag der Kosten vergütet, die bei der Behandlung in der Schweiz entstanden wären SEITE 2 / 7

3 - Reise-, Transport-, Bergungs- und Rettungskosten bei medizinischer Notwendigkeit (im Ausland betraglich begrenzt auf 20 % des Höchstbetrages des versicherten Jahresverdienstes) - Leichentransport- und Bestattungskosten (Bestattungskosten betraglich begrenzt auf das Siebenfache des Höchstbetrages des versicherten Tagesverdienstes) (nicht abschliessende Aufzählung, jedoch im Rahmen der gesetzlichen Leistungen) Geldleistungen - Taggeld ab dem dritten Tag nach dem Unfalltag bis 80 % des versicherten Verdienstes bei Arbeitsunfähigkeit. Dieses Taggeld wird solange vom Kanton vereinnahmt, als dieser das Gehalt bei Dienstabwesenheit wegen Unfall ausrichtet. Taggelder gehören nach den AHV/IV/EO/AVIG-Erlassen nicht zum Erwerbseinkommen und damit nicht zum massgebenden Gehalt. - Invalidenrente bis 80 % des versicherten Verdienstes resp. bis 90 %, wenn die versicherte Person Anspruch auf eine AHV/IV-Rente hat. - Integritätsentschädigung, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Sie wird in Form einer Kapitalleistung bis max. zur Höhe des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ausgerichtet. - Hilflosenentschädigung, wenn die versicherte Person wegen der Invalidität für die alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe von Dritten oder der persönlichen Überwachung bedarf. Ihr Monatsbetrag entspricht mindestens dem zweifachen und höchstens dem sechsfachen des versicherten Tagesverdienstes. - Hinterlassenenrente, insgesamt bis 70 % des versicherten Gehaltes (bei gleichzeitigem Anspruch auf AHV/IV-Renten bis 90 %), wobei die einzelnen Hinterlassenen erhalten: Witwe und Witwer 40 % geschiedene Ehegattin, geschiedener Ehegatte 20 % (höchstens jedoch geschuldeter Unterhaltsbeitrag) Halbwaisen 15 % Vollwaise 25 % Die Renten an Hinterbliebene sind an bestimmte Voraussetzungen gebunden Kürzung und Verweigerung von Versicherungsleistungen Insbesondere bei schuldhafter Herbeiführung des Unfalls oder bei aussergewöhnlichen Gefahren oder Wagnissen sieht das Gesetz vor, dass Versicherungsleistungen gekürzt werden. SEITE 3 / 7

4 3. Zusätzliche Leistungen / Zusatzversicherung - Für die von der UVG-Versicherung nicht gedeckten Gehaltsanteile bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit (Taggelder) ist grundsätzlich kein Zusatz nötig. Das Gehalt wird unabhängig vom UVG nach kantonalen Erlassen ausgerichtet. - Zusätzlich zu den UVG-Leistungen hat der Kanton das Personal der Kantonsverwaltung und die Lehrkräfte an kantonalen und öffentlichen Schulen, sowie die Kindergärtnerinnen und - gärtner bei der Visana Versicherungen AG für folgende Kapital-Leistungen versichert: im Todesfall ½ Jahresgehalt, mindestens Fr. 30' im Invaliditätsfall 1 Jahresgehalt, mindestens Fr. 60' (mit Progression bis 225 %) Pro Person wird im Maximum die Gesamt-Jahreslohnsumme von Fr. 300' berücksichtigt. - Mitversichert sind auch die Behandlungskosten für alle durch die UVG-Versicherung nicht gedeckten Zahnbruchschäden, sofern sie nicht auf einen Krankheitszustand zurückzuführen sind. 4. Prämien Über den durch das Personal zu tragende Prämienanteil für die Nichtberufsunfall- und die Zusatzversicherung orientiert Anhang Abredeversicherung Bei Austritt oder unbezahltem Urlaub ist das Personal der Kantonsverwaltung, das vorher gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert war, nach Gesetz noch 30 Tage versichert. Durch eine Abredeversicherung kann gegen Vorauszahlung einer Prämie von Fr pro Monat der obligatorische Versicherungsschutz bis zu 6 Monate ausgedehnt werden. Unterlagen können beim Personalamt bezogen werden. 6. Unfallmeldung Unfälle sind unverzüglich auf besonderen Formularen zu melden, die wie folgt bezogen werden können, nämlich: - für das SUVA-versicherte Personal bei den bisherigen Ausgabestellen - für das übrige Personal bei den durch die Direktionen bezeichneten Institutionen Die Detailinstruktionen über das Ausfüllen und Weiterleiten der Formulare sind zu beachten. 7. Auskünfte Personalamt des Kantons Bern, Münstergasse 45, 3011 Bern, Telefon: 031 / Visana Services AG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15, Telefon: 031 / SEITE 4 / 7

5 8. Aufhebung der bisherigen Orientierung über die Unfallversicherung Diese Orientierung gilt ab dem und ersetzt diejenige vom SEITE 5 / 7

6 Erläuterungen für das Ausfüllen von "Schadenmeldung UVG" und "Bagatellunfall-Meldung UVG" (für nicht SUVA versichertes Kantonspersonal und Lehrkräfte des bernischen Schuldienstes) Die "Schadenmeldung UVG" und die "Bagatellunfall-Meldung UVG" sind von der Unfallmeldestelle der Direktion oder der Schule auszufüllen resp. zu prüfen (vgl. auch "Weisung des Personalamtes des Kt. Bern betreffend Unfallversicherung für das Kantonspersonal" vom ). Wir bitten Sie, die Formulare vollständig auszufüllen und unverzüglich weiterzuleiten. Nachstehende Ausführungen mögen Ihnen behilflich sein. Falls Sie die Formulare handschriftlich ausfüllen, bitten wir Sie, darauf zu achten, dass alle Daten lesbar sind. Allgemeines: Die Formulargarnitur "Schadenmeldung UVG (weiss)" ist auszufüllen wenn - die Arbeitsunfähigkeit länger als 3 Kalendertage dauert (Unfalltag inbegriffen) - eine Berufskrankheit vorliegt Ist keine dieser Voraussetzungen erfüllt, genügt die Meldung mit der Formulargarnitur "Bagatellunfall-Meldung UVG (grün)". Für zusätzliche Angaben können Sie ein separates Blatt benützen. Ist lediglich eine zahnärztliche Behandlung notwendig, so genügt es, wenn Sie das Originaldeckblatt und die 1. Kopie der Bagatellunfallmeldung an das Personalamt des Kantons Bern, Münstergasse 45, 3011 Bern, senden ; die restlichen Formulare können Sie vernichten. Liegt ein Rückfall vor, so ist dieser unter Angabe der Schadennummer, mit dem Formular "Schadenmeldung UVG" zu melden. Ist die Nummer nicht bekannt, so wollen Sie das Unfalldatum und den damaligen Arbeitgeber erwähnen. Bei schweren Unfällen insbesondere bei Todesfällen wollen Sie zusätzlich sofort die Visana Versicherungen AG telefonisch benachrichtigen (Tel.Nr. 031/ ). Taggeld: Das Taggeld wird solange vom Kanton vereinnahmt, als dieser das Gehalt bei Dienstabwesenheit wegen Unfall ausrichtet. Abzüge bei Heilanstaltsaufenthalt: Im Rahmen der Gehaltsausrichtung bei Dienstabwesenheit wegen Unfall geht ein allfälliger Taggeldabzug für die Unterhaltskosten in der Heilanstalt zu Lasten des Kantons. SEITE 6 / 7

7 Erläuterungen zu einzelnen Fragen der Unfallmeldung Zu Ziffer 1: Als Arbeitgeber ist anzugeben: Kanton Bern / Direktion / Institution / Abteilung oder Schule. Die Policen Nr. ist vorgedruckt. Beispiele für den üblichen Arbeitsplatz: Realschule, Büro, Labor, Klinik Zu Ziffer 2: Zusätzlich zum Namen ist wenn möglich die Personalnummer (mindestens jedoch die AHV-Nr.) anzugeben. Zu Ziffer 3: Der ausgeübte Beruf" ist näher zu bezeichnen. Beispiele: Operationsschwester, Personalsachbearbeiter, Sekundarlehrer, Chemie-Laborant. Zu Ziffer 6 und 7: Es wird eine zusammenhängende Schilderung des Ablaufs des Unfalles und seiner Begleitumstände erwartet. Dabei ist zu beschreiben, womit die versicherte Person zur Zeit des Unfalls beschäftigt war, welche Personen, Gegenstände, Maschinen oder Stoffe eine Rolle spielten und wie diese beim Unfallereignis zusammenwirkten. Allfällige Skizzen bitten wir der Unfallmeldung anzuheften. Bei polizeilichen Abklärungen (Verkehrsunfall, Todesfall usw.) ist wenn möglich die Institution zu nennen, welche die Erhebung durchgeführt hat. Zu Ziffer 8: Hat die versicherte Person schon vor dem Unfall nicht mehr gearbeitet, so wollen Sie bitte den Grund der Abwesenheit (z.b. Krankheit, Ferien, unbezahlter Urlaub, Militärdienst, Erwerbslosigkeit) angeben. Zu Ziffer 12 und13: Die Angaben zum Gehalt lassen Sie bitte leer. Diese werden durch das Personalamt ergänzt. Hingegen sind eventuelle "weitere Arbeitgeber" d.h. andere, als der unter Ziffer 1 genannte, einzusetzen (z.b. nebenberufliche Tätigkeit). Zu Ziffer 14: Bitte allfällige Renten-Nummer vermerken. Stempel und Unterschrift sind vom Personalamt anzubringen. Vorgehen nach dem Ausfüllen: Bitte trennen Sie die "Schadenmeldung UVG" bzw. "Bagatellunfall-Meldung UVG" und das "Doppel für den Betrieb" ab und übermitteln Sie diese Formulare (entgegen anders lautendem Aufdruck) an das Personalamt des Kantons Bern, Münstergasse 45, 3011 Bern oder falls die Gehaltszahlung durch die Direktion bzw. Betrieb direkt erfolgt an diese Zahlstelle. Das "Arztzeugnis UVG" resp. der "Arztschein zu Bagatellunfall-Meldung UVG" ist von der verunfallten Person direkt der erstbehandelnden Arztpraxis bzw. dem Spital zuzustellen. Mit allfällig weiteren zugezogenen Ärztinnen und Ärzten wird sich die Visana Versicherungen AG in Verbindung setzen. Der "Apothekerschein UVG" ist, falls nötig, der betreffenden Apotheke abzugeben. Der "Unfallschein UVG" bleibt während der Dauer der ärztlichen Behandlung bei der verunfallten Person. Die Weisungen auf den Formularen sind zu beachten. Nach Abschluss der Behandlung ist der "Unfallschein UVG" derjenigen Stelle zu übergeben, welche die Ferien- und Absenzenkontrolle führt (i.d.r. Rechnungsführung), welche ihn sofort an das Personalamt weiterleitet. SEITE 7 / 7

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