Diabetes und Sport. Als Diabetiker gesund leben

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1 Diabetes und Sport Als Diabetiker gesund leben 1

2 Schlüsselbegriffe Diabetes mellitus: Typ I: Typ II: Hyperglykämie: Hypoglykämie: Blutzucker: Insulin: Eine chronische Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Diabetes mellitus wird in Typ I und Typ II unterteilt: Auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. Die betroffenen Patienten schütten wenig oder gar kein Insulin aus. Auch insulinunabhängiger Diabetes mellitus. Insulin wird produziert, aber externes Insulin wird zur Kontrolle der Hyperglykämie benötigt. Erhöhter Blutzucker Niedriger Blutzucker Eine primäre Energiequelle des menschlichen Körpers Ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, und das die Absorption von Glukose im Körper erhöht. Die Vorteile regelmäßiger Bewegung für Jedermann Regelmäßige Bewegung... steigert den Stoffwechsel führt zur Gewichtsabnahme steigert den Muskeltonus und Stretching machen beweglicher baut Stress ab vermindert Depressionen lässt Sie besser schlafen hilft, kardiovaskuläre Erkrankungen zu bekämpfen, denn: - das Risiko eines Herzinfarktes wird vermindert - der Cholesterinspiegel wird gesenkt - der Blutdruck wird gesenkt - die maximale Sauerstoffaufnahme wird erhöht - das Herz-Kreislaufsystem wird gestärkt Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die Haupttodesursache bei Diabetikern. 2

3 Die Vorteile regelmäßiger Bewegung bei Diabetikern Regelmäßige Bewegung... lässt die Körperzellen Glukose effektiver aufnehmen vermindert den Insulinbedarf des Körpers reduziert die Blutzuckerkonzentration, indem ein Teil der Glukose aus dem Blut in Energie umgewandelt wird verbessert die Glukoseakzeptanz verzögert und stoppt Blutgefäßerkrankungen Die Zellpforten Die Körperzellen haben Pforten, die sich öffnen und schließen, wodurch Glukose aufgenommen und als Brennstoff verwendet werden kann. Ist zuwenig Insulin vorhanden, ist es so, als ob die Pforten rosten, d.h. sie können sich nicht mehr richtig öffnen. Durch Sport werden diese Pforten geölt, so dass mehr Glukose aufgenommen werden kann. 3

4 Sport und Blutzuckerwerte Durch Sport... wird die Effektivität des körpereigenen bzw. des injizierten Insulins gesteigert wird die Geschwindigkeit, mit der die Muskeln Glukose und andere Nährstoffe aufnehmen, gesteigert kann die Freisetzung von Glukose aus der Leber ins Blut gefördert werden, wodurch der Glukosespiegel im Blut steigt Hypoglykämie kann auftreten... vor oder nach dem Sport, weil die Glukose, die als Brennstoff verwendet wird, in die Muskeln zurückgelangt weil die Wirkung des Insulins durch Bewegung gefördert wird bis zu 24 Stunden und mehr nach dem Sport Hyperglykämie kann auftreten... während eines intensiven Trainings, wenn der Blutzuckerspiegel bereits hoch ist weil die Leber dazu angeregt wird, Glukose zu produzieren Einer Insulinreaktion vorbeugen 1. Planen Sie im Voraus. 2. Testen Sie Ihren Blutzucker, bevor Sie mit dem Training beginnen. Liegt der Wert unter 100mg/dl, essen Sie eine Kleinigkeit und messen Sie dann wieder nach Minuten. Liegt der Wert zwischen mg/dl, treiben Sie Sport, aber messen Sie während des Trainings und nach dem Training Ihren Wert. Essen Sie eine Kleinigkeit, falls erforderlich. Liegt der Wert zwischen mg/dl, können Sie beruhigt trainieren. Wenn Sie Diabetes Typ I haben und Ihr Wert zwischen 250 und 300 mg/dl liegt, führen Sie einen Ketontest durch (sind die Ketone mäßig bis hoch, verfügen Sie nicht über genügend Insulin. Warten Sie mit dem Training, bis der Ketontest negativ ist oder Ketone nur noch in Spuren im Test nachgewiesen werden. Ist der Test negativ, können Sie trainieren). Liegt der Wert über 300 mg/dl und Sie leiden unter Diabetes Typ I oder II, sollten Sie besser nicht trainieren, bis Ihre Werte besser sind. (Treiben Sie Sport nur in Absprache mit Ihrem Arzt). 3. Für den Fall einer Hypoglykämie sollten Sie immer ein schnell wirksames Kohlenhydrat bei sich haben, z.b. einen Soft-Drink Glukosetabletten Glukosegel Rosinen 4

5 Sport und Wirkung des Insulins Wenn Sie Insulin spritzen, vermeiden Sie Anstrengung während sich der Insulinspiegel auf dem höchsten Stand befindet. Sport unmittelbar nach der Injektion kann die Wirkung des Insulins unkontrollierbar beschleunigen. Versuchen Sie, das Insulin an einer Stelle zu injizieren, die während des Trainings nicht zu sehr beansprucht wird. Mit dem Training beginnen Vier Dinge müssen Sie beachten, bevor Sie mit dem Training beginnen können. Schritt 1: Trainingsart Ihr Trainingsprogramm muss sowohl aerobes Training als auch anaerobes Training beinhalten. 1. Aerobes Training - Verbessert den Kreislauf und hilft, das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung zu reduzieren - Das Training beansprucht große Muskelgruppen und ist rhythmisch und andauernd 2. Anaerobes Training - Die Beweglichkeit wird gesteigert (Stretching) - Krafttraining Schritt 2: Intensität Die Intensität beschreibt, wie hart Sie trainieren. Die Intensität kann auf der Basis Ihrer Herzfrequenz eingestellt werden. Fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Herzfrequenz bestimmen können. Überprüfen Sie während des Trainings Ihren Puls, damit Sie feststellen können, ob Sie sich zu sehr beanspruchen. Schritt 3: Häufigkeit Wie oft sollten Sie trainieren? Es wird empfohlen, am Anfang drei Tage in der Woche zu trainieren und das Training dann auf 5-6 Tage in der Woche zu steigern. Schritt 4: Dauer Wie lange sollten Sie pro Tag aerob trainieren? Beginnen Sie mit leichtem Training und steigern Sie sich allmählich. Empfohlen wird eine Dauer von Minuten. Risiken: Hypoglykämie Degenerative Gelenkerkrankung Arrhythmien 5

6 Gehen Gehen ist als Training äußerst effektiv. Es ist sowohl für den Trainingsbeginn als auch für ein fortgeschrittenes Training geeignet. Hier einige Vorschläge: Schauen Sie geradeaus, das Kinn parallel zum Boden. Bewegen Sie nur die Augen, wenn Sie nach unten sehen. Achten Sie auf Ihre Haltung: Schultern gerade, Rücken nicht biegen. Die Schritthäufigkeit ist wichtiger als die Schrittlänge; machen Sie also kleinere, schnellere Schritte. Rollen Sie den ganzen Fuß beim Gehen ab (Ferse zu Zehen) und stoßen Sie sich mit den Zehen ab. Halten Sie die Arme gebeugt. Keine Faust machen. Vor und nach dem Gehen stretchen. Langsame intensive Stretchübungen sind am besten. Achten Sie auf gute Schuhe. Achten Sie auf Ihre Füße Bei Diabetikern sind die Füße oft schlecht durchblutet. Auch Nervenschädigungen in den Füßen kommen häufig vor, so dass Blasen, Schwellungen und andere Reizungen oft nicht bemerkt werden. Bei offenen Wunden an den Füßen ist die Gefahr einer Infektion größer und sie verheilen auch schlechter aufgrund der schlechten Durchblutung. Beachten Sie daher folgende Tipps: Tragen Sie nur gut passende Schuhe. Tragen Sie Schuhe, die speziell für Ihre Sportart ausgelegt sind. Tragen Sie stets saubere, angenehm zu tragende Socken. Schnüren Sie die Schuhe nicht zu fest, aber so, dass sie gut sitzen. Probieren Sie Schuhe am Abend an, da zu dieser Tageszeit der Fuß am größten ist. Sportschuhe sollten vom ersten Moment an bequem sein. Sind sie es nicht, sind sie auch nicht für Sie geeignet. Prüfen Sie täglich, ob Sie Verletzungen an den Füßen haben. 6

7 Sicherheit Sport und Blutzuckerwerte 1. Sport steigert die Effektivität des körpereigenen Insulins. 2. Durch Sport wird das Insulin schneller von den Muskeln aufgenommen. 3. Durch Sport wird die Freisetzung von Glukose aus den Muskeln gefördert. 4. Niedrige Werte: - Hypoglykämie kann während des Trainings oder nach dem Training auftreten. - Tragen Sie immer eine Zuckerquelle bei sich. - Tragen Sie einen Vermerk bei Ihren Personalien bei sich, dass Sie Diabetiker sind. - Liegt der Wert zwischen 70 und 80, essen Sie eine Kleinigkeit und messen Sie dann erneut. 5. Hohe Werte: - Liegt der Wert zwischen , führen Sie einen Ketontest durch. - Ist der Test positiv, sollten Sie nicht trainieren. Trinken Sie reichlich 1. Am besten Wasser. 2. Trinken Sie vor, während und nach dem Sport. 3. Durst ist kein guter Indikator für Dehydratation. Wenn Sie Durst verspüren, liegt bereits eine Dehydratation vor. 4. Trainieren Sie während der heißesten Tageszeit nicht im Freien. Hören Sie auf Ihren Körper 1. Wenn Sie Schmerzen verspüren oder sich schlecht fühlen, sollten Sie sofort das Training abbrechen. 2. Achten Sie auf die Symptome einer Hypoglykämie. Vergessen Sie das Stretching nicht 1. Machen Sie vor und nach dem Training Stretching-Übungen. 2. Langsame, intensive Stretching-Übungen sind am besten. 3. Durch Stretching werden die Muskeln aufgewärmt. Wählen Sie die richtige Kleidung 1. Tragen Sie bei kaltem Wetter, mehrere Kleidungsstücke übereinander, so dass diese nach Bedarf aus- oder angezogen werden können. 2. Tragen Sie bei warmem Wetter so wenig Kleidung wie möglich. 3. Tragen Sie im Dunkeln helle, reflektierende Kleidung. 7

8 Testen Sie sich selbst 1. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn Sie 3-6 Mal pro Woche trainieren. 2. Vor dem Training muss nicht jedesmal der Blutzucker kontrolliert werden. 3. Sie sollten vor den Mahlzeiten trainieren. 4. Durch regelmäßiges Training kann die täglich benötigte Insulinmenge reduziert werden. 5. Für Diabetiker ist Gewichtheben als Sportart am besten geeignet. 6. Probieren Sie Schuhe immer am Abend an. 7. Wenn Sie beginnen zu trainieren, sollten Sie auf eine schnelle Leistungssteigerung achten. 8. Wenn Sie eine Sportart auswählen, muss sie Ihnen nicht unbedingt Spaß machen. 9. Hypoglykämie kann bis zu 24 Stunden und später nach dem Training auftreten. 10. Wenn die Nahrungsaufnahme und das Insulin richtig aufeinander abgestimmt sind, können Diabetiker fast alle Sportarten ausüben. 1.. Beginnen Sie mit 3 Tagen pro Woche und steigern Sie sich auf 5-6 Tage pro Woche 2.. Überprüfen Sie immer vor dem Training Ihren Blutzuckerwert. 3.. Trainieren Sie eine Weile nach dem Essen. Dadurch ist die Gefahr einer Hypoglykämie während des Trainings geringer. 4.. Durch regelmäßiges Training kann der Tagesbedarf an Insulin reduziert werden. Das gilt besonders für Diabetiker Typ II. 5.. Am besten ist aerobes Training. Durch aerobes Training kann kardiovaskulären Erkrankungen vorgebeugt werden. Außerdem werden die Durchblutung sowie die Glukoseaufnahme verbessert sowie die Blutzuckerwerte verringert. 6.. Probieren Sie Schuhe am Abend an, da am Ende des Tages die Füsse oft geschwollen und damit am größten sind. 7.. Beginnen Sie langsam und steigern Sie dann allmählich Intensität, Häufigkeit und Dauer des Trainings. 8.. Gefällt Ihnen eine Sportart nicht, versuchen Sie nur sich zu drücken und fühlen sich dann schuldig. Nehmen Sie sich nicht gleich am Anfang selbst die Motivation. 9.. Hypoglykämie kann bis zu 24 Stunden und später nach dem Training auftreten Wenn Sie Ihren Blutzucker gut kontrollieren können, können Sie fast alle Sportarten ausüben. Auswertung: 8

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