WAS TUN BEI ANGST & DEPRESSION? von. Hans Kottke

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1 Hans Kottke Blasiusstr , Braunschweig ca. 701 Wörter WAS TUN BEI ANGST & DEPRESSION? von Hans Kottke Mai 2012

2 Die Ausgangslage Kottke / Was tun bei Angst & Depression / 2 Es geht mir nicht gut. Die Arbeit fällt mir immer schwerer und ich kann mich kaum noch konzentrieren. Ich habe große Angst davor, bei meinen täglichen Aufgaben zu versagen. Alle um mich herum meine Familie, die Kollegen, die Kunden und auch der Chef - üben auf mich einen großen Druck aus. Diesen Druck spüre ich auch in meinem Körper: zuweilen habe ich Kopfschmerzen, mal Bauchschmerzen oder einen diffusen Schmerz in der Brust. Ich schlafe nicht mehr richtig und bin morgens nach dem Aufstehen wie zerschlagen. Die Lust am Leben ist mir vergangen. Und bei der kleinsten Anforderung reagiere ich mit Angst. Was ist bloß los mit mir. Ich verstehe mich selber nicht mehr und meine Gedanken kreisen wie ein Karussell in meinem Kopf! Der Weg zum Hausarzt Da ich mich krank fühle, gehe ich erstmal zu meinem Hausarzt. Er ist ein Arzt meines Vertrauens und kann durch seine Untersuchungen körperliche Erkrankungen erkennen und behandeln. Sollte er keine körperlichen Ursachen finden, kann ich mit ihm bereden, was ich noch tun kann, damit es mir besser geht. Vielleicht verschreibt er mir Medikamente, damit sich mein Zustand bessert oder er überweist mich an einen Kollegen, der sich mit der Seele besser auskennt ein Psychiater.

3 Kottke / Was tun bei Angst & Depression / 3 Der Weg zum Psychiater Der Psychiater ist ein Facharzt für den Bereich der seelischen Gesundheit. Einige Wochen muss ich meist für einen ersten Termin warten. Wichtig ist, dass ich Vertrauen zu ihm habe und frei über meine Probleme sprechen kann und auch das Gefühl habe, verstanden zu werden. Vielleicht verschreibt er mir Medikamente, die meine Stimmung bessern sollen, oder bespricht mit mir die Möglichkeit einer Therapie bei einem Psychologen. Stimmungsaufhellende Mittel wirken nicht sofort, sondern oft erst nach vielen Wochen und Nebenwirkungen sind besonders am Anfang in Kauf zu nehmen. Da muss ich oft erst durch eine gewisse Durststrecke. Sollte eine Psychotherapie bei mir angebracht sein, so muss ich mir erst einen Therapeuten suchen. Therapeutenlisten mit kassenzugelassenen Psychotherapeuten in meiner Nähe kann ich mir bei meiner Krankenkasse, im Internet oder der Kassenärztlichen Vereinigung besorgen. Und dann beginnt das große Telefonieren, denn einen Therapieplatz erhält man oft erst nach vielen Monaten. Mitunter helfen Medikamente, die Wartezeit zu überbrücken. Der Weg zum Therapeuten Habe ich endlich einen Termin bei einem ambulanten Therapeuten, dann stelle ich mir am Anfang die Frage des Vertrauens an den Therapeuten. Mein Gefühl, ob ich mit ihm auskomme, ist sehr wichtig! Gegenseitiges Vertrauen und Respekt sollten gegeben sein!

4 Kottke / Was tun bei Angst & Depression / 4 Ich habe 5 probatorische Sitzungen bei der Verhaltenstherapie und 8 probatorische Sitzungen bei der Psychoanalyse. Komme ich mit meinem Therapeuten nicht zurecht, so kann ich einen neuen Therapeuten suchen! Die Therapiedauer ist abhängig von dem Therapieverfahren, das Anwendung findet und von dem individuellen Therapieziel und Therapieverlauf. In der Verhaltenstherapie unterscheidet man zwischen Kurz- und Langzeittherapie. Die Kurzzeittherapie umfasst höchstens 25 Sitzungen, die Langzeittherapie 45 Sitzungen. Höchstens werden 80 Stunden genehmigt. Die Psychoanalyse umfasst in der Regel 160 Stunden, die tiefenpsychologisch fundierte Therapie 50 Stunden. Maximal 100 Stunden tiefenpsychologisch fundierte und 300 Stunden Psychoanalyse werden von den Krankenkassen bezahlt. Der Weg in eine Psychosomatische Klinik Vielleicht ist es bei mir auch schon so schlimm, dass ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik zur Verbesserung meines Gesundheitszustandes angezeigt ist. Dazu brauche ich eine Überweisung meines Arztes. Im Internet kann ich Kliniken mit verschiedenen Therapieschwerpunkten finden. Die Dauer des Klinikaufenthaltes ist abhängig von meinem Beschwerdebild. Im Durchschnitt sollte ich mich auf ca. 6 Wochen einstellen. Die Kassen übernehmen die Kosten.

5 Kottke / Was tun bei Angst & Depression / 5 Der Weg zur Selbsthilfe Neben der Medikation und der Therapie kommt es auch entscheidend auf meine eigenen Initiativen an. Die Schaffung einer Tagesstruktur ist sehr sinnvoll. Und ich muss Geduld mit mir haben. Auch kleine Schritte sind Erfolge für mich. Übung macht den Meister! Soziale Kontakte sind für mich sehr wichtig. So kann ich eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Ängsten und Depressionen aufsuchen. Dort finde ich das Verständnis und die Unterstützung, die für meine Genesung wichtig sind und die ich sonst meist nicht finde. Der Weg aus meiner Depression Zusammengefasst können mir drei Dinge helfen: Medikation Therapie Eigeninitiative Es ist nicht aussichtslos ich mache mich auf den Weg

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