1. JAKO-O Bildungsstudie

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1 Eltern beurteilen Schule in Deutschland September 2010

2 Studiensteckbrief JAKO-O Bildungsstudie Institut: TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH Methode: telefonische Befragung (CATI ad hoc) Befragungsgebiet: Bundesrepublik Deutschland Zielpersonen: Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 16 Jahren Stichprobe: Befragte Feldzeit: bis September

3 Deutschland ein kinderfreundliches Land? Über 4 von 10 sind kritischer Ansicht Übersicht: Antworten kinderfreundlich nach Anzahl der Kinder 1 Kind (n = 1605) 2 Kinder (n = 1104) 3 Kinder (n = 227) 4 und mehr Kinder (n = 64) Frage: Ist Deutschland für Sie eher ein kinderfreundliches oder kinderfeindliches Land? Basis: 3000 Befragte September

4 Wichtigkeit von Schulbildung für späteren Lebenserfolg Für beinahe alle gilt Schulbildung als unbedingte Voraussetzung für Erfolg im Leben Frage: Wie wichtig ist eine gute Schulbildung für den späteren Lebenserfolg der Kinder? Basis: 3000 Befragte September

5 Wichtigkeit verschiedener Ziele der Bildungspolitik Egalitäre Prinzipien wichtiger als Leistung Übersicht: Eltern eines schulpflichtigen Kindes, Anteile sehr wichtig dass alle die gleichen Bildungschancen haben dass umfassende Allgemeinbildung vermittelt wird dass lernschwache Schüler besser gefördert werden dass in allen Bundesländern die gleichen Bedingungen herrschen dass besonders Begabte besonders gefördert werden dass die Schule berufsbezogen ausbildet dass Leistung im Vordergrund steht Frage: Sagen Sie mir bitte, für wie wichtig Sie die folgenden Ziele der Bildungspolitik halten. Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

6 Verwirklichung verschiedener Ziele der Bildungspolitik Befragte sehen Leistungsprinzip mit Abstand am ehesten verwirklicht Übersicht: Eltern eines schulpflichtigen Kindes, Anteile sehr stark dass Leistung im Vordergrund steht dass besonders Begabte besonders gefördert werden dass alle die gleichen Bildungschancen haben dass lernschwache Schüler besser gefördert werden dass umfassende Allgemeinbildung vermittelt wird dass in allen Bundesländern die gleichen Bedingungen herrschen dass die Schule berufsbezogen ausbildet Frage: Und wie sind diese Ziele derzeit in Deutschland verwirklicht? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

7 Handlungsrelevanz-Matrix Wichtigkeit und Verwirklichung verschiedener Ziele der Bildungspolitik in Deutschland Ø = 9,0 Hier ansetzen! Weiter so! Wichtigkeit Anteile: sehr wichtig Ø = 61,1 Wird hingenommen Selbstverständlich Verwirklichung Anteile: sehr stark September

8 Aspekte, von denen Schulerfolg abhängt Der Familiensituation wird der meiste Einfluss zugeschrieben Übersicht: Eltern eines schulpflichtigen Kindes, Anteile sehr stark + eher stark von einer geordneten Familiensituation von der Qualität der Schule von der Unterstützung der Eltern bei Schularbeiten von der Bildung der Eltern von der finanziellen Situation von der Wohngegend der Familie von den Freunden des Kindes von der Nationalität der Eltern von der elterlichen Teilnahme an Sprechtagen, Elternvertretung, Schulveranstaltungen Frage: Wovon hängt in Deutschland der Schulerfolg der Kinder ab? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

9 Bildungschancen der Kinder I Nur jeder Zweite empfindet Bildungschancen als gerecht Übersicht: Anteile sehr gerecht + eher gerecht nach Anzahl der Kinder 1 Kind (n = 1605) 2 Kinder (n = 1104) 3 Kinder (n = 227) 4 und mehr Kinder (n = 64) Frage: Für wie gerecht halten Sie alles in allem die Bildungschancen für die Kinder in Deutschland? Basis: 3000 Befragte September

10 Bildungschancen der Kinder II Weitere Zusammenhänge Übersicht: Anteile sehr gerecht + eher gerecht Total Informiertheit der Eltern gut schlecht Schulische Ausbildung der Kinder gut schlecht Gewünschte Aufteilung der Kinder nach der 4. Klasse nach der 5. Klasse nach der 9. Klasse Frage: Für wie gerecht halten Sie alles in allem die Bildungschancen für die Kinder in Deutschland? Basis: 3000 Befragte September

11 Verteilung der Kinder auf die verschiedenen Schulformen I Nur ein Viertel findet die Trennung nach der vierten Klasse gut Frage: Derzeit werden die Schüler zumeist nach der 4. Klasse auf die verschiedenen Schulformen verteilt. Was halten Sie persönlich für die richtige Klasse, ab der die Aufteilung erfolgen sollte? Basis: 3000 Befragte September

12 Verteilung der Kinder auf die verschiedenen Schulformen II Nur ein Viertel findet die Trennung nach der vierten Klasse gut Bildungsgrad des Befragten Volks-, Hauptschule (n = 893) Abitur, (Fach-)Hochschule (n = 633) Frage: Derzeit werden die Schüler zumeist nach der 4. Klasse auf die verschiedenen Schulformen verteilt. Was halten Sie persönlich für die richtige Klasse, ab der die Aufteilung erfolgen sollte? Basis: 3000 Befragte September

13 Verteilung der Kinder auf die verschiedenen Schulformen III Auffächerung nach Bundesländern in % Rheinland-Pfalz, Saarland Nordrhein-Westfalen Baden-Württemberg Hessen Nordwesten (HB, HH, Schleswig- Holstein, Niedersachsen) Nordosten (MVP, Sachsen-Anhalt, Brandenburg) Bayern Südosten (Thüringen, Sachsen) Berlin Frage: Derzeit werden die Schüler zumeist nach der 4. Klasse auf die verschiedenen Schulformen verteilt. Was halten Sie persönlich für die richtige Klasse, ab der die Aufteilung erfolgen sollte? Basis: 3000 Befragte September

14 Ganztagsschule I 6 von 10 befürworten die Ganztagsschule Region West (n = 2560) Ost (n = 440) Frage: Würden Sie Ihr Kind in eine Ganztagsschule schicken? Basis: 3000 Befragte September

15 Ganztagsschule II 6 von 10 befürworten die Ganztagsschule Bundeslandvergleich Bayern (n = 486) Berlin (n = 87) Frage: Würden Sie Ihr Kind in eine Ganztagsschule schicken? Basis: 3000 Befragte September

16 Vorschläge zur Verbesserung der Schule Fast alle würden eine individuellere Förderung und mehr Lehrerstellen begrüßen Schüler stärker individuell fördern mehr Lehrer einstellen Lehrer besser ausbilden moderne Unterrichtsmethoden anwenden mehr in die Ausstattung der Schule investieren Deutsch, Mathe, Fremdsprachen größere Bedeutung geben landesweiter Schülertest zur Überprüfung der Bildungsqualität bereits im Kindergarten Deutschkurse einführen mehr Ganztagsschulen einführen Lehrer besser bezahlen den Unterricht stärker an Leistung orientieren Noten in der Grundschule abschaffen keine Hausaufgaben mehr stellen Frage: Ich lese Ihnen jetzt einige Empfehlungen vor, wie man die Schule verbessern könnte. Was würden Sie durchsetzen, wenn Sie Schul- bzw. Kultusminister in Ihrem Bundesland wären? Basis: 3000 Befragte September

17 Aussagen zu Schule und schulischen Leistungen Nur ein Drittel ist der Ansicht, dass die Schule ihren Aufgaben nachkommt Eltern müssen vieles von dem leisten, was eigentlich Aufgabe der Schule ist. Total männlich weiblich Ich fühle mich verpflichtet, mich intensiv um die schulischen Leistungen meiner Kinder zu kümmern. Total männlich weiblich in % Frage: Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu oder lehnen Sie diese ab? Basis: 3000 Befragte September

18 Möglichkeiten, mehr Freude und Erfolg am Lernen zu vermitteln Praxisnaher und projektorientierter Unterricht wird von beinahe allen gutgeheißen Übersicht: Anteile sehr gut + eher gut den Unterricht praxisnäher zu gestalten, z. B. Ausflüge, Einladung von Fachleuten etc. durch Projektunterricht, Themen interdisziplinär behandeln durch bessere Einbeziehung neuer Medien in den Unterricht dass Lehrer nicht nur unterrichten, sondern Schüler als Coaches anleiten durch flexible Stundengestaltung, die nicht durch die Unterrichtsstunde beschränkt ist dass der Unterricht stärker in Leistungsals in Altersgruppen stattfindet Frage: Ich lese Ihnen nun einige Möglichkeiten vor, die diskutiert werden, um den Kindern mehr Freude und Erfolg am Lernen zu vermitteln. Sagen Sie mir bitte jeweils, ob der Vorschlag Ihrer Meinung nach sehr gut eher gut eher schlecht oder überhaupt nicht geeignet wäre, die Freude am Lernen zu erhöhen. Basis: 3000 Befragte September

19 Eigenschaften von Lehrern Lehrer werden zumeist als gerecht bewertet Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes sie behandeln die Kinder im Grunde gerecht sie sind engagiert sie setzen neue Unterrichts- bzw. Kindergartenformen ein sie erkennen die Stärken der Kinder und fördern sie sie tun alles, damit auch die Schwächeren mitkommen weiß nicht, keine Angabe Frage: Welche Aussagen beschreiben Ihrer Meinung nach überwiegend die Lehrer bzw. die Erzieher und Erzieherinnen in der Schule bzw. im Kindergarten Ihres Kindes? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

20 Beschäftigung mit der Schule des Kindes 8 von 10 Eltern beschäftigen sich intensiv mit dem Vorankommen ihrer Kinder Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes Frage: Und wie stark beschäftigen Sie sich selbst mit der Schule und den Schularbeiten/mit dem Kindergartenaufenthalt Ihres Kindes? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

21 Unterstützungsleistungen der Eltern I Drei Viertel der Eltern helfen bei Klassenarbeiten und Schulaufgaben Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes helfe gezielt vor Klassenarbeiten und Referaten erarbeite bzw. kontrolliere Schulaufgaben bin zu Hause, wenn das Kind nach Hause kommt leiste Fahrdienste gebe selbst Nachhilfe nichts davon Frage: Was von dem Folgenden tun Sie im Zusammenhang mit dem Schulbesuch Ihres Kindes? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

22 Unterstützungsleistungen der Eltern II Anzahl der Nennungen Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes Frage: Was von dem Folgenden tun Sie im Zusammenhang mit dem Schulbesuch Ihres Kindes? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

23 Unterstützungsleistungen der Eltern III nach Verpflichtungsgefühl, sich um die schulische Entwicklung des Kindes zu kümmern Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes helfe gezielt vor Klassenarbeiten und Referaten erarbeite bzw. kontrolliere Schulaufgaben bin zu Hause, wenn das Kind nach Hause kommt leiste Fahrdienste gebe selbst Nachhilfe nichts davon Ich fühle mich verpflichtet, mich intensiv um die schulischen Leistungen meiner Kinder zu kümmern. Gesamt Frage: Was von dem Folgenden tun Sie im Zusammenhang mit dem Schulbesuch Ihres Kindes? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

24 Unterstützung beim Lernen Fast die Hälfte der Schulkinder kommt alleine nicht zurecht Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes Eltern mit mindestens einem Kind in Kindergarten/ Vorschule (n = 433) Grundschule (n = 1156) weiterführende Schule (n = 1663) Frage: Kann Ihr Kind den Anforderungen der Schule ohne elterliche Unterstützung gerecht werden oder benötigt das Kind die regelmäßige Unterstützung von Eltern bzw. Geschwistern oder Nachhilfe? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

25 Häufigkeit von Nachhilfe Ein Viertel der Schulkinder bekommt zumindest hin und wieder Nachhilfeunterricht Basis: Eltern eines schulpflichtigen Kindes Frage: Bekommt oder bekam Ihr Kind Nachhilfe durch einen Nachhilfelehrer oder Schüler? Wie häufig ist das der Fall? Basis: 2523 Eltern eines schulpflichtigen Kindes September

26 Aussagen zur eigenen Situation als Elternteil 97% halten sich für gute Eltern Ich glaube, ich bin ein guter Vater/eine gute Mutter Ich beschäftige mich intensiv mit der Erziehung Ich fühle mich verpflichtet, mich intensiv um die Schule zu kümmern Ich stehe oft unter Zeitdruck Die finanziellen Belastungen durch Kinder sind für uns groß Ich habe wegen der Kinder auf einen Teil meiner beruflichen Karriere verzichtet Ich fühle mich oft einfach überfordert Ich habe oft das Gefühl, in der Erziehung zu versagen Ich erreiche meine Kinder nicht mehr, Jugendgruppen, Medien und Internet haben stärkeren Einfluss nichts davon Frage: Und jetzt geht es um Ihre persönliche Situation: Wie würden Sie Ihre Situation als Elternteil bezeichnen? Welche Aussagen treffen auf Sie zu? Basis: 3000 Befragte September

27 Informieren Sie sich auch über die Ergebnisse in dem Interview mit Bettina Peetz und in der Zusammenfassung zur Studie. September

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