Bitstream Access: Anforderungen aus Sicht eines Unternehmenskundenanbieters

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1 Bitstream Access: Anforderungen aus Sicht eines Unternehmenskundenanbieters Martin Glock BT (Germany) GmbH & Co. ohg WIK-Workshop Infrastrukturwettbewerb vs. Dienstewettbewerb beim Breitbandzugang 11. September 2008

2 Übersicht Der Unternehmenskunde, das unbekannte Wesen IT als Rückgrat der Globalisierung Ableitungen für die Regulierungspraxis Anforderungen von Unternehmenskundenanbietern an den Bitstromzugang Warum Bitstromzugang? Rückblick und Vorschau Inhaltliche Anforderungen Die Preisfrage Gedanken zur geographischen Segmentierung 2

3 Der Einfluss der Globalisierung auf die digital vernetzte Wirtschaft Globalisierung Globalisierung der eigenen Märkte Zwang zur Globalisierung der IT Globalisierung des Wettbewerbs Erschließung neuer Absatzmärkte Komplexe und global verteilte Beschaffungsund Produktionsprozesse Nur IT erlaubt globale Unternehmenssteuerung Daher globalisierte Anforderungen an die IT des Unternehmens: Sicherheit, Verfügbarkeit, Risikokontrolle Kostendruck durch globale Wettbewerber Folge ist Fokussierung auf Kernkompetenzen, Outtasking, Outsourcing, Off-Shoring, Near-Shoring IT bildet die Nervenbahn der Globalisierung 3

4 Allgemeine Ableitungen für die Regulierungspraxis 1. Nur die Verfügbarkeit von Networked IT gewährleistet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Unternehmen im internationalen Wettbewerb 2. Unternehmenskunden benötigen private Netze ergänzend zum öffentlichen Internet denn dieses genügt nicht den Ansprüchen an Datensicherheit, Ausfallsicherheit, Dienstequalität 4. Access is local : Auch in einem globalisierten Umfeld findet Access immer vor Ort statt. 3. Private Netzwerke benötigen harmonisierte Netzzugänge 4

5 Bitstromzugang: Notwendigkeit aus Sicht des Unternehmensanbieters Rückblick: Regulierung des Vorprodukts Bitstromzugang war richtig Bitstromzugang ist aus Sicht von Unternehmenskundenanbietern die zentrale Kundenzugangstechnologie: Die Kunden sitzen deutschlandweit verteilt, weshalb die für HVt-Erschließung nötige Kundendichte (> 250 im Einzugsbereich desselben HVt) so gut wie nie erreicht wird. Notwendigkeit folgte aus den Schwächen des TAL-Regulierungsansatzes nach 10 Jahren Regulierung nur von HVts erschlossen. Vorschau: Bitstromzugang zukunftssicher auch bei NGA-Ausbau Ausbau von NGN/NGA weitet die Lücke in der Investitionsleiter. Änderungen in den Anschlussnetzen (HVt-Rückbau, KVz-Ausbau) beeinflussen den Business Case infrastrukturlastiger Geschäftsmodelle. Notwendigkeit von Bitstromzugang neben infrastrukturbasierten Zugängen daher zwischenzeitlich weitgehend unstreitig. Bitstromzugang (ob wettbewerblich oder angeordnet) ist dauerhaft nötiges Kundenzugangsprodukt Verfügbarkeit von infrastrukturnahen Vorleistungen ändert nichts an der Bitstrom-Nachfrage des Unternehmenskundenanbieters. 5

6 Bitstromzugang: Anforderungen aus Sicht des Unternehmensanbieters Durchgängige Qualitätskontrolle vom Kundenstandort bis ins eigene Netz. Flexibilität des Produkts muss alle Applikationen des Unternehmenskunden vom simplen Internetzugang bis zu zeitkritischen Anwendungen wie Videokonferenz, SAP, Sprachübertragung, Workforce Management, unterstützen. Bitstromzugang (ob wettbewerblich oder angeordnet) ist dauerhaft. Existenz anderer, infrastrukturnahen Vorleistungen (TAL, KVz- Zugang etc) ändert nichts an der Bitstrom- Nachfrage des Unternehmenskundenanbieters, weil diesem die Kundendichte zur HVt- Erschließung strukturell bedingt fehlt: Wer global agiert, kann nicht in jedem Ortsnetz sein. 6

7 Bitstromzugang: Die Preisfrage beim Anschluss Rückblick: Diskussion über korrekte Entgeltsetzung für Bitstromzugang beherrschte lang die öffentliche Debatte. 27 Abs. 2 TKG ( Konsistenzgebot ) inhaltlich wenig hilfreich, weil Regulierungsbehörde nie eine Gesamtheit von Entgeltmaßnahmen vorzunehmen hat, sondern immer nur eine einzige trifft ( no clean sheet ). Unterschiedliche Entgeltmaßstäbe erschweren konsistente Entgeltsetzung zusätzlich: Einsatz unterschiedlicher Werkzeuge verhindert eine glatte Oberfläche. TAL: Kostenobergrenze 31 TKG IP-Bitstromzugang: Kostenobergrenze 31 TKG ATM-Bitstromzugang: Mißbrauchskontrolle ex post am kartellrechtlichen Maßstab des 28 TKG Resale-Produkte: Retail-Minus-Methodik 30 Abs. 5 Entgeltfestsetzung für IP-Bitstromzugang ( Kostenstapel bereits regulierter Einzelleistungen ) aus Sicht BT methodisch bislang im Wesentlichen fehlerfrei. Entgelte betreffend ATM-Bitstromzugang durch Verzicht auf ex-ante-entgeltkontrollmaßnahmen eo ipso inkonsistent. 7

8 Bitstromzugang: Potential für geographische Deregulierung? Sprossen der Investitionsleiter stehen in gewollter Wechselwirkung Migration zwischen Vorprodukten ( Klettern auf der Investitionsleiter ) gewünscht; daher legitime Folgefrage, ob, wann und wo untere Sprossen entfallen können Aber: Bloßes Vorhandensein von Wettbewerbern auf den oberen Sprossen genügt noch nicht zur Deregulierung Bloße Existenz von Wettbewerbern auf oberer Sprosse ist notwendige, aber nicht hinreichende Vorbedingung für wirksamen Wettbewerb auf unterer Sprosse. Gegenauffassung verkennt Unterschied zwischen aktuellem und potentiellem Wettbewerb auf dem Bitstrommarkt. Bloßes Vorhandensein von TAL- oder KVz-Nutzern ist daher noch kein hinreichendes Indiz für Wettbewerblichkeit des Einzugsgebietes. Wechselwirkung TAL/Bitstromzugang verlangt komplexe Analyse Zu fragen ist also nicht nur, wo regionale Nachfrager die Vorprodukte TAL, KVz-Zugang etc. nutzen, sondern weitergehend, ob die regionalen Nachfrager tatsächlich alle qualitativ erforderlichen Bitstrom-Vorleistungen erbringen. Beispiel: In Deutschland ist Bedürfnis nach QoS-Bitstrom (heute: ATM) und non-qos-bitstrom (IP) festgestellt. Bei geographischer Betrachtung ist also separat zu fragen, in welchen Einzugsbereichen QoS-Bitstrom und non-qos-bitstrom wettbewerblich produziert werden, und sind somit ggf. separate Entscheidungen für die Bitstrommärkte zu treffen. 8

9 Bitstromzugang: Kostenallokation bei unterschiedlicher QoS-Sicherungsmethoden Aggregiertes Verkehrsaufkommen unterschiedlicher Klassen im Tagesablauf (rein indikativ). Quelle: WIK

10 Bitstromzugang: Kostenallokation bei unterschiedlicher QoS-Sicherungsmethoden - Befunde Maximalverkehrslast zur Hauptverkehrsstunde ist im Wesentlichen von Diensten geringer Qualität bestimmt (Best Effort, Streaming, Daten). Daher ist die Gewährleistung von QoS in rein überdimensionierten NGA-Netzwerken nicht der Kostentreiber. Denn die Verkehrskurve zeigt, dass bereits die durch den Best- Effort Spitzenverkehr erzwungene Dimensionierung ausreicht, um eine adäquate Dimensionierung für den Rest des Tages zu gewährleisten. Kommen technische Priorisierungsmethoden (Tagging oder Kapazitätsreservierung) zum Einsatz, können die Verkehrsanteile bzw. Reservierungsanteile zur Spitzenlastzeit herangezogen werden, um die Kosten des Echtzeitdienstes angemessen dem Dienst zuzuschlüsseln. In beiden Fällen bedarf es einer modifizierten Peak-Load-Formel: Wie bisher ist die vom ICP genutzte Maximalbandbreite am Übergabepunkt Ausgangspunkt der Bepreisung der Transportleistung allerdings muss zusätzlich die Verteilung der Qualitäten im Tagespeak als Approximation für die anteiligen Kosten der Qualitätsklassen berücksichtigt werden. Vorteile: Transparenz, allokative Effizienz. 10

11 Backup

12 Backup: Das Portfolio Was kaufen Unternehmenskunden heute? Netzplanung und Netzbetrieb IT-Optimierung Security: Schutz vor elektronischen Angriffen Collaboration, Messaging Unified Communications Agile Working: Home Office, Portable Office Workforce Management Enterprise Mobility Voice 12

13 Backup: Die digital vernetzte Wirtschaft Technologische Entwicklungsschübe verändern die Wirtschaft Voice, Daten und Applikationen konvergieren zunehmend Arbeiten im Netzwerk ist von jedem Ort aus möglich Nur IT-Systeme, die vernetzt sind, bringen echten Nutzen Wir bezeichnen dieses dynamische Arbeitsumfeld als vernetzte IT 13

14 Backup: Die Rolle von BT BT entwirft, baut und betreibt unternehmenskritische Netzwerk- und IT- Dienstleistungen das Nervensystem der Unternehmenskunden 14

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