Was geht mich das an Erfahrungen aus Deutschland

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1 Was geht mich das an Erfahrungen aus Deutschland Medizin und Ökonomie VSAO / Medifuture Meeting

2 Nachfolgend einige persönliche Einschätzungen als Zwischenresummee der DRG- Einführung und weiterer Änderungen im Gesundheitswesen in Deutschland

3 Agenda 1) DRG Implementierung in Deutschland 2) Rollenänderung der Beteiligten 3) Ärztliche Perspektive 4) Fazit

4 - Längere Diskussion im Vorfeld der DRG- Einführung zu den unterschiedlichen DRG- Systemen Ärzte in der Debatte nur bedingt beteiligt - Einführung der aus Australien übernommenen DRG-Systematik; deutlicher Anpassungsbedarf

5 Erfahrung der Beteiligten im Bereich der Krankenkassen, Kliniken, Ärzteschaft und Poltik: sehr gering gering. Delegationen der Selbstverwaltung und Politik reisen nach Australien. Fachliche Betreuung während der Einführung durch externe Partner: eher gering - Einführung der aus Australien übernommenen DRG-Systematik

6 Verfügbarkeit von DRG-, Controlling- oder kodiererfahrenen Ärztinnen und Ärzten im Inn- und Ausland zu Zeitpunkt der Einführung: sehr gering Hoher Schulungs- und Informationsbedarf über ein in Implementierung und ständiger Anpassung befindliches Finanzsystem

7 In der Phase zwischen 2003 und 2009 wurden und werden nach Schätzungen ca Ärztinnen und Ärzte (meist hauptberuflich) als Medizincontroller oder vergleichbare Positionen in den Kliniken und Verbänden neu tätig: Eine Steigerung der Studienplatzzahlen zur Kompensation erfolgte in Deutschland nicht!

8 Mit Einführung des Fallpauschalensystems erfolgt der Aufbau und die Etablierung des Institutes für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) Träger: Gesetzlich und Private Krankenkassen, Deutsche Krankenhausgesellschaft (Keine Trägerbeteiligung der Ärzteschaft)

9 Jährliche Überarbeitung und Anpassung des DRG-Kataloges: Ärzteschaft im Sinne der Mitwirkung und des Stellungnahmerechts beteiligt Nachvollziehbarkeit der Änderungen über die Jahre für neue Teilnehmer und Mitarbeiter nur bedingt gegeben. Beteiligung von Anfang an für die nachfolgenden Debatten wichtig!

10 Ein Großteil der Anpassungs- und Änderungsvorschläge kommen (trotz der indirekten Beteiligung) aus der Ärzteschaft (z.b. über die Fachgesellschaften) Gerade für die kleineren Fachdisziplinen und die nicht-operativen Bereiche ist ein frühes Engagement sehr wichtig.

11 War ein ökonomisches Studium oder eine entsprechende Vorausbildung wesentlich für die Beteiligung der Ärztinnen und Ärzte? Definitiv nein wesentlich ist ein generelles Interesse an der Verknüpfung von Medizin und Ökonomie, um die medizinischen Belange rechtzeitig in die Diskussion integrieren zu können

12 Agenda 1) DRG Implementierung in Deutschland 2) Rollenänderung der Beteiligten 3) Ärztliche Perspektive 4) Fazit

13 Kliniken: Wachsende ökonomische Transparenz in Kombination mit gleichzeitiger Senkung der Investionen der Bundesländer: deutlich gestiegener Wettbewerb um die verbleibenden Ressourcen Geschäftsführungen der Kliniken im Wandel von Verwaltungsleitungen in Richtung Management

14 Kliniken: Deutliche Verkürzung der Verweildauer trotz einer zunehmend älteren und multimorbideren Bevölkerung Massive Reduktion von Betten (Krisenkompensationsfähigkeit?) Reduktion der Zahl der Kliniken Reduktion von Pflegekräften Zwang zu Kooperationen und Fusionen

15 Krankenkassen: Zunehmender (politisch gewollter) Wandel vom Payer zum Player Deutlicher Personalausbau für Bereiche der Klinikfinanzierung und Budgetverhandlung Hpts. Ökonomen und Juristen, wenig Ärztinnen und Ärzte

16 Krankenkassen: Zwang zu Fusionen und Kooperationen Steigende Zusammenarbeit zwischen privaten und gesetzlichen Krankenversicherern Erarbeitung neuer Vertragsmodell zur Ausgliederung von Leistungen aus dem Kollektivvertrag (Rabattverträge)

17 Ärztinnen und Ärzte: Zunehmde Verantwortung für ökonomische Belange und Strategien in Kliniken Zunehmende Diskussion zu (versteckter) Rationierung und Priorisierung in Deutschland (zuletzt: Deutscher Ärztetag 2009)

18 Agenda 1) DRG Implementierung in Deutschland 2) Rollenänderung der Beteiligten 3) Ärztliche Perspektive 4) Fazit

19 Ärztinnen und Ärzte: Junge Ärztinnen und Ärzte zeigen eine wachsende Bereitschaft sich mit ökonomischen Fragestellungen befassen zu wollen Voraussetzung: Primat des freien Berufs, der Therapiehoheit des Arztes und der medizinischen Indikation im Einzelfall!

20 Ärztinnen und Ärzte: Nach Einführung der DRG sowie verschiedenen Gesundheitsreformen deutliche Zunahme der Dokumentationsbelastungen für Kodierung und Qualitätsmanagement Das Prinzip Weniger ist mehr ist leider in Deutschland nicht berücksichtigt worden!

21 Ärztinnen und Ärzte: Erfreulich: viele Ärzte haben die Herausforderung angenommen es gibt eine Reihe von Ärztinnen und Ärzten im Klinikmanagement, die dort zunehmend ärztliche Forderung vertreten können! (Im Gegenzug ist mir kein Verwaltungsleiter bekannt, der Operieren gelernt hat Kompetenzsteigerung eindeutig auf ärztlicher Seite )

22 Ärztinnen und Ärzte: Unerfreulich: Auch Ärztinnen und Ärzte, die völlig berechtigt nur Medizin ausüben wollen werden sich durch die Folgen der DRG-bedingten Transparenz verstärkt mit ökonomsichen Belangen und Diskussionen befassen müssen. Allerdings ist diese Entwicklung in Deutschland in fast allen Gesellschaftsbereichen zu beobachten!

23 Ärztinnen und Ärzte: Unerfreulich für Deutschland: Die aktuellen Arbeitsbedingungen haben den Trend zur Auswanderung von Ärztinnen und Ärzten deutlich verstärkt Erfreulich u.a. für die Schweiz!

24 Ärztinnen und Ärzte: Erfreulich für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und der Schweiz: Deutlich wachsender Bedarf! (Demografie) Welcher Berufszweig hat in einer Weltwirtschaftskrise schon eine annähernde Vollbeschäftigung?

25 Ärztinnen und Ärzte: Erfreulich für deutsche und schweizer Ärztinnen und Ärzte: Der wachsender Bedarf ist eine sehr gute Grundlage attraktive Arbeitsbedingungen in Klinik und Parxis einfordern und durchzusetzen zu können!

26 Ärztinnen und Ärzte: Ebenfalls erfreulich: Sehr gute Zusammenarbeit mit VSAO und FMH! Nicht zuletzt die Debatte zu der Einführung der Swiss-DRG hat gemeinsame Initiativen und Veranstaltungen verstärkt ermöglicht!

27 Ärztinnen und Ärzte: Um zukünftig der wachsenden Bedeutung der Krankenkassen und Kliniken ein entsprechendes Gegengewicht bieten, Patientenbelange und medizinische Argumentationen ausreichend vertreten zu können ist ein persönliches Engagement in ärztlichen Organisationen empfehlenswert!

28 Fazit - Einbeziehung der Ärzteschaft in den Paradigmenwechsel einer Fallpauschalenvergütung sehr wesentlich - persönliches Engagement von interessierten Ärztinnen und Ärzten in ärztlichen Organisationen bekommt eine wachsende Bedeutung - Kooperation von ärztlichen Organisationen in Deutschland und der Schweiz zunehmend wichtig

29 Fazit - Entbürokratisierung ärztlicher Tätigkeit wesentlich ( vorgesehene Regelungen im Schweizer DRG-System sollten dem Prinzip Weniger ist mehr folgen können) - zunehmend gute Chancen für Ärztinnen und Ärzte attraktive Rahmenbedingungen ärztlicher Tätigkeit einfordern zu können - dazu zählt nicht nur der finanzielle Rahmen, sondern z.b. auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeitszeitmodelle, Personalentwicklung etc.

30 Fazit - Durchgehender Dialog mit der Politik lohnt sich: Im aktuellen Koalitionsvertrag der neuen Regierung sind langfristige Forderungen der Deutschen Ärzteschaft berücksichtigt worden In der Schweiz wurde insbesondere durch das Bemühen der Schweizer Ärzteschaft die Thematik Begleitforschung DRG viel früher als in Deutschland thematisiert

31 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit - sollten Sie weitere Fragen oder Anregungen zu den Erfahrungen in Deutschland haben: DANKE!

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