Förderrichtlinien über einen Mietkosten- / Lastenzuschuss

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1 Förderrichtlinien über einen Mietkosten- / Lastenzuschuss für Existenzgründer und Existenzgründerinnen im Landkreis Freudenstadt im Rahmen der Existenz-Gründer-Offensive (EGO) Landratsamt Freudenstadt - Wirtschaftsförderung -

2 Einleitung Im Landkreis Freudenstadt sollen Existenzgründer (der Begriff Existenzgründer umfasst auch die Existenzgründerinnen) durch einen Mietkostenzuschuss / Lastenzuschuss (Zuschuss) besser gefördert werden. Das Förderprogramm verfolgt einen doppelten Ansatz. Zum einen wird Existenzgründern ein Zuschuss als finanzielle Anschubfinanzierung gewährt. Zum anderen erwarten wir vom Existenzgründer, dass er die verschiedenen Beratungs- und Begleitangebote im Landkreis Freudenstadt bei seiner Gründung nutzt. Die Existenzgründer haben die Möglichkeit, einen Existenzgründerpaten in Anspruch zu nehmen. Die geförderten Existenzgründer pflegen einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Durch das Förderprogramm werden pro Jahr ca. 3 Gründer gefördert. Wer kann sich bewerben? Es können sich alle innovativen Existenzgründer, wie z.b. im IuK- Bereich, Biotechnologie, Halbleitertechnologie, Metallurgie, Dünnschicht-Technologie, Feinwerktechnik, Kunststofftechnik, Oberflächentechnik, Opto-Elektronik, Medizintechnik, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Sondermaschinenbau sowie auch Handwerker und Dienstleister, die eine neue I- dee in den Markt einführen, bewerben. Förderfähig sind alle Existenzgründer, die sich in den letzten 3 Jahren vor Antragstellung selbstständig gemacht haben und zumindest einen Vollarbeitsplatz (z.b. den eigenen) geschaffen haben. Gefördert werden auch Personen, die sich in diesem Sinne innerhalb von 6 Monaten nach Gewährung der ersten Zuschussrate selbstständig machen wollen. Die Gründungsabsicht ist nachzuweisen (z.b. Mietverträge, Lieferverträge etc.). Erfolgt in diesem Zeitraum nicht der Schritt in die Selbstständigkeit (Gewerbeanmeldung), wird die Förderung eingestellt. 50 % des bereits ausbezahlten Förderbetrages werden danach zur Rückzahlung fällig. Die Bewerber müssen Ihren Betriebssitz im Landkreis Freudenstadt haben. Ein potenzieller Existenzgründer von außerhalb des Landkreises Freudenstadt ist förderfähig, wenn er innerhalb von 6 Monaten nach Gewährung der ersten Zuschussrate seinen Betriebssitz innerhalb des Landkreises Freudenstadt verlegt. Kommt es innerhalb des o. g. Zeitraumes zu keiner Verlagerung in den Landkreis Freudenstadt, wird die Förderung eingestellt und 50 % des ausbezahlten Förderbetrages zur Rückzahlung fällig. Verlagert der geförderte E- xistenzgründer sein Unternehmen während der Förderung oder innerhalb von 3 Jahren nach Ende der Förderung nach außerhalb des Landkreises, werden insgesamt 25 % der gewährten Förderung zur Rückzahlung fällig. Stand: / Seite 2 von 5

3 Wann und wie kann man sich bewerben? Die Antragsunterlagen sind bis zum 15. April oder 15. November beim Landratsamt Freudenstadt -Wirtschaftsförderung- Herrenfelder Straße Freudenstadt einzureichen. Die Zuschussentscheidung erfolgt bis spätestens zum 30. Mai bzw. 31. Dezember. Die Bewerbung erfolgt anhand von Antragsformularen, (erhältlich beim Landratsamt, den Banken und den Kammern) in der das Vorhaben, das Unternehmenskonzept und das Produkt bzw. die Dienstleistung kurz dargestellt werden. Folgende Unterlagen sollten dem Antrag beigefügt werden: Erläuterung des Vorhabens (Produkt) Geschäftsplan mit 3-jähriger Rentabilitätsvorschau Liquiditätsplanung Mietvertrag (sofern vorhanden) Grundrisspläne der Geschäftsräume Letzter Jahresabschluss (sofern vorhanden) Nachweis Existenzgründerlehrgang Kapitalbedarfsberechnung und Finanzierungsplan Lebenslauf und persönliche Angaben Firmenprospekte (sofern vorhanden) Was wird gefördert? Gefördert werden die für die Existenzgründung bzw. den Betrieb des jungen Unternehmens notwendigen Produktions- und Verwaltungsflächen. Gegenstand der Förderung ist die gemietete bzw. vorhandene Hauptnutzungsfläche ohne Verkehrs-, Funktions-, Nebenflächen oder Sozialräume. Gefördert werden sowohl Mieträume als auch eigene Immobilien. Stand: / Seite 3 von 5

4 Wie hoch ist der Zuschuss? Wer entscheidet über den Zuschuss? Der Zuschuss beträgt max. 2,00 /qm Hauptnutzungsfläche/ Monat, mindestens 50 /Monat, max. 250 /Monat. Der Zuschuss ist begrenzt auf 3 Jahre. In begründeten Fällen ist eine Verlängerung von bis zu 2 Jahren möglich. Bei positiver geschäftlicher Entwicklung kann in Ausnahmefällen bereits nach 2 Jahren die Förderung beendet werden. Über die Gewährung, Verlängerung und Verkürzung des Zuschusses entscheidet eine Jury. Die Jury besteht aus einem Kammervertreter, dem Hausbankvertreter, einem Vertreter der Landkreisverwaltung und bei Bedarf (technologische Vorhaben) einem Vertreter der Steinbeis-Stiftung. Weitere sachkundige Stellen können beratend zugezogen werden. Verpflichtung zur aktiven Inanspruchnahme von Existenzberatungsleistungen und zum Erfahrungsaustausch Die in das Förderprogramm aufgenommenen Existenzgründer verpflichten sich zur aktiven Teilnahme an Existenzgründerlehrgängen/-beratungsangeboten der Kammer oder sonstiger Einrichtungen. Während der ersten beiden Jahre der Förderperiode hat der Gründer an mindestens einem Existenzgründerlehrgang mit 20 Stunden teilzunehmen. Die Teilnahme ist zu dokumentieren. Sofern bereits vor der Förderung an einem solchen Existenzgründerlehrgang teilgenommen wurde, ist dies ebenfalls nachzuweisen. Die geförderten Existenzgründer verpflichten sich, ihre Erfahrungen, mit Ausnahme der Betriebsgeheimnisse, anderen Existenzgründern zur Verfügung zu stellen. Der Erfahrungsaustausch soll bei einem regelmäßigen Existenzgründerstammtisch und bei unregelmäßigen Veranstaltungen (z.b. Existenzgründertag) stattfinden. Für die geförderten Existenzgründer übernimmt der Landkreis zusätzlich den Jahresbeitrag in Höhe von 50 /Jahr für die Mitgliedschaft im Verein Gründer helfen Gründer oder einer ähnlichen Einrichtung. Unter der Internet-Adresse sollen die Existenz- Stand: / Seite 4 von 5

5 gründer an einem virtuellen Erfahrungs- und Wissensaustausch mit anderen Existenzgründern teilnehmen. Die geförderten Existenzgründer haben die Möglichkeit auf Vermittlung einer Patenschaft mit einem erfahrenen Unternehmer. Der Pate bietet soweit wie möglich Kontaktvermittlung und Unterstützung bei Problemen (ggf. auch durch seine Mitarbeiter). Weitere Voraussetzungen / Verpflichtungen / Hinweise Ein angemessener Selbstfinanzierungsanteil muss sichergestellt sein. Weibliche und behinderte Existenzgründer werden bei Gleichwertigkeit des Vorhabens bevorzugt berücksichtigt. Der Existenzgründer hat den Jahresabschluss bzw. die Einnahme-Überschuss-Rechnung zum Vorjahresende dem Landratsamt bis spätestens des Folgejahres vorzulegen sowie aktuelle Zahlen per des lfd. Geschäftsjahres (betriebswirtschaftliche Auswertung und Summen- und Saldenlisten, ggf. Bestandsveränderungen), so dass eine Entscheidung über eine Verlängerung oder Verkürzung der Förderdauer getroffen werden kann. Der gewährte Zuschuss ist entweder zu versteuern oder es sind die steuerlich ansatzfähigen (Miet-)Kosten um den Zuschuss zu mindern. Es wird eine Abstimmung mit dem Steuerberater empfohlen. Der Antragsteller hat in eigener Verantwortung die notwendigen Schritte zu unternehmen. Die Förderung erfolgt durch den Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages nach den 54 und 56 Landesverwaltungsverfahrensgesetz. Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung des EGO-Zuschusses besteht nicht. Diese Förderrichtlinien hat der Kreistag in seiner Sitzung am beschlossen. Durch Verfügung des Landrats vom wurde ein Mindestbetrag der Förderung (50,00 ) eingeführt. Stand: / Seite 5 von 5

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