Bachelor-Arbeit Hochschule Wirtschaft und Recht. Thema: Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit: Bedeutung von Herkunft und Alter

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1 Bachelor-Arbeit Hochschule Wirtschaft und Recht Thema: Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit: Bedeutung von Herkunft und Alter betreut von Prof. Dr. Dorothea Schmidt Susanne Kopf vorgelegt von: Thi-Mai-Thanh Chau Matrikel-Nr.: Regina Meyer Matrikel-Nr.: Berlin, den 20. Juni 2014

2 Eidesstattliche Erklärung Hiermit erklären wir, Thi-Mai-Thanh Chau und Regina Meyer, dass wir die vorliegende Ausarbeitung selbständig verfasst und noch nicht anderweitig für Prüfungszwecke vorgelegt haben. Wir haben keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet und haben wörtliches und sinngemäßes Zitat als solches gekennzeichnet. Berlin, den 20. Juni 2014 Thi-Mai-Thanh Chau Regina Meyer

3 Inhaltsverzeichnis I. Abbildungsverzeichnis... 4 II. Tabellenverzeichnis... 6 III. Abkürzungsverzeichnis Einleitung Problembeschreibung Aufbau der Arbeit Entwicklung von Selbständigkeit Selbständigkeit von Frauen ab Selbständige Frauen nach Alter Selbständige Frauen nach Herkunftsland Spezifische Merkmale von Frauenbetriebe Branchen und Regionen Formen der Selbständigkeit Voll- und Nebenerwerb Gewerblich - Freiberufliche Tätigkeit Tätige Beteiligung - Übernahme Einzel- oder Teamgründung Selbständige Migranten - Ethnische Ökonomie Gründe der Selbständigkeit Chancen, Risiken und Hemmnisse Finanzierungen und Förderung für Frauen Startkapital und Gründungsfinanzierung Kredite und Mikrokredite Franchising Förderprogramme der Europäische Union Gruppenspezifische Netzwerke und Kooperationen Informationen und Beratungseinrichtungen für Frauen Berufsverbände, Genossenschaft und Vereine Zusammenfassung/ Schlussbetrachtung/ Fazit IV. Glossar - Definitionen V. Literaturverzeichnis

4 I. Abbildungsverzeichnis Abbildung 1 - Gründerpersonen im Haupterwerb Abbildung 2 - Gründungszahlen von Frauen und Männer in Deutschland Abbildung 3 - Selbständigkeit in Ost und West Abbildung 4 - Selbständige Frauen Abbildung 5 - Alterspyramide Abbildung 6 - Alterspyramide Abbildung 7 - Alterspyramide Abbildung 8 - Altersverteilung Abbildung 9 - Wer sind Migranten - Bunter Mix an Herkunftsländern Abbildung 10 - Bevölkerung Abbildung 11 - Bevölkerung nach Migrationshintergrund Abbildung 12 - Darstellung Personen mit Migrationshintergrund Abbildung 13 - Frauenbetriebe mit Beschäftigte Abbildung 14 - Frauenbetriebe nach Umsatz Abbildung 15 - Ländlicher Raum Abbildung 16 - Rechtsform Abbildung 17 - Selbständige im Haupt-, Zu- und Nebenerwerb Abbildung 18 - Haupterwerb in Deutschland Abbildung 19 - Nebenerwerb in Deutschland Abbildung 20 - Bevölkerung mit Migrationshintergrund Abbildung 21 - Frauenanteil nach Herkunftsländer Abbildung 22 - Selbständigenzahl bis Abbildung 23 - Selbständigenquote Abbildung 24 - Gründungsformen Abbildung 25 - Durchschnittliches Unternehmensalter... 70

5 Abbildung 26 - Grafische Darstellung Humankapital Abbildung 27 - Humankapital in Prozent Abbildung 28 - Beruflicher Bildungsabschluss Migrationshintergrund Abbildung 29 - Sprachkenntnisse und Bildung Migrationshintergrund Abbildung 30 - Startfinanzierung - Eigenkapital Abbildung 31 - Push- und Pull-Faktoren Abbildung 32 - Push- und Pull-Motive Abbildung 33 - Niederlassungs- und Gewerbefreiheit Abbildung 34 - EWR-Bürger - Nicht-EWR-Bürger Abbildung 35 - Mitfinanzierung durch Familienangehörige / Verwandte Abbildung 36 - Mitfinanzierung durch Banken und Sparkassen Abbildung 37 - Antrag abgelehnter und bewilligter Bankkredite Abbildung 38 - Finanzierung durch Freunde und Bekannte Abbildung 39 - Finanzierung durch staatliche Fördermittel Abbildung 40 - Geschäftskredite Verwendungszweck Geschlecht Abbildung 41 - Zinssatz, Kreditbetrag und Geschlecht Abbildung 42 - Nach Kreditbetrag in Euro Abbildung 43 - Darstellung Franchising Abbildung 44 - EU-Strukturfonds Abbildung 45 - Beratungsangebote Abbildung 46 - WeiberWirtschaft Finanzierungskonzept Abbildung 47 - Arbeitslose nach Geschlecht Fehler! Textmarke nicht definiert. 5

6 II. Tabellenverzeichnis Tabelle 1 - Definition Größenklassen KMU Tabelle 2 - Erwerbstätige Bevölkerung Geschlecht und Branche Tabelle 3 - Branchenverteilung Tabelle 4 - Formen der Nachfolgeregelung Tabelle 5 - Förderprogamm - Finanzierungsform Tabelle 6 - Förderprogramm - Zuwendungsempfänger Tabelle 7 - Gründungsmotive Tabelle 8 - Subjektive Hemmnisse Tabelle 9 - Finanzierungstabelle I Tabelle 10 - Finanzierungstabelle II Tabelle 11 - Mikrokredite Tabelle 12 - Geschäftskredite nach Verwendungszweck Tabelle 13 - Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentren Tabelle 14 - Beratung, Informationen für Frauen, Migranten und Ältere

7 III. Abkürzungsverzeichnis B2B = Business to Business BIP = Bruttoinlandsprodukt BMAS = Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) BMWI = Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) C2C = Consumer-to-Consumer, allgemein eine elektronische Geschäftsbeziehung zwischen Privatpersonen, z.b. ein Kunden zu Kunden Kreditmarktplatz Def. = Definition FuE = Forschung und Entwicklung i. d. R. = in der Regel KMU = Klein- und Mittelunternehmen RKW = Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.v. z. B. = zum Beispiel

8 1. Einleitung Zwei Studentinnen der HWR Berlin, wie sie unterschiedlich nicht sein können, haben sich dazu entschlossen gemeinsam die hier vorliegende Bachelor-Arbeit zum Thema "Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit: Bedeutung von Herkunft und Alter" zu schreiben. Auf dem Weg in die Selbständigkeit werden die Schwierigkeiten der hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund von Frau Chau, selbst Migrantin aus einem asiatischen Herkunftsland beleuchtet. Zeitgleich wird von Frau Meyer die Frage nach den speziellen Schwierigkeiten einer Existenzgründung im vorgeschritten Alter gestellt, da sie selbst zur Gruppe der älteren Gründungsinteressierten gehört. Als Frauen und Studentinnen der Wirtschaftswissenschaften verbindet uns das Interesse an den speziellen Schwierigkeiten der Existenzgründung von Frauen, weil wir das Ziel verfolgen zukünftig als freiberufliche Beraterinnen in einem der Non-Profit-Organisationen tätig zu werden. 8

9 1.1 Problembeschreibung Im Mittelpunkt unserer Betrachtung stehen Existenzgründerinnen im fortgeschrittenem Alter sowie selbständige Frauen mit Migrationshintergrund. Ausgehend von dieser Kernfrage werden die jeweiligen Schwierigkeiten der verschiedene Altersgruppen und der jeweiligen Ethnie untersucht. Von besonderem Interesse sind die Hemmnisse im Gründungsgesehen sowie die allgemeine Problemlage der Rahmenbedingungen. Als Zielsetzung werden Lösungsansätze gesucht und entwickelt, die es ermöglichen die Zahl der Gründungen in der Zukunft auch unter den sich veränderten Bedingungen einer alternden Gesellschaft konstant zu halten oder zu verbessern. Unter dem Gesichtspunkt "Ausgleich sinkender Gründungszahlen" durch verstärkte Einwanderung und Motivierung gründungwillige Frauen im fortgeschrittenem Alter, geht es um die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen für Institutionen und Einzelpersonen in verantwortlicher Position. Aus der Gegenüberstellung von Lösungsansätzen aus verwendeter Literatur und eigener Überlegungen folgt abschließen das von uns dargestellte Fazit. 9

10 1.2 Aufbau der Arbeit Grundlegende Datenquelle für die von uns verwendeten Studien sind die vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Berichte sowie die Ergebnisse des Mikrozensus. Was ist der Mikrozensus? "Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland." Jährlich nehmen circa ein Prozent aller Haushalte, ausgewählt nach dem Zufallsprinzip, an dieser Befragung teil. Welche Daten fließen ein? Aus der Erkenntnis heraus, dass gerade im Bereich der Existenzgründung von Frauen familiäre Aspekte maßgebend beeinflussende Faktoren sind, wurde die Form der Haushaltsbefragung zur Erhebung der statistischen Datengewählt. Geht es um unternehmensbezogene Daten, so ist die primäre Datenquelle für Kapitalgesellschaften und publikationspflichtige Personengesellschaften das Unternehmensregister. Abweichend zu den genannten Unternehmensformen werden lediglich jährlich einzureichende steuerliche Erklärungen erfasst. Ansonsten gibt keine regelmäßigen Informationen über Einzel- und Familienunternehmen (nicht publikationspflichtige Personengesellschaften). Daher ist die Haushaltsbefragung bei ihnen ebenso die wichtigste Quelle für Informationen wie bei der Gruppe der Existenzgründer/-innen. Bei ihnen geht es vorrangig um die statistische Erfassung von Erwerbseinkommen, Bevölkerungsentwicklung und ökonomische Lebenssituationen von Frauen und Männern. 1 Problem: "Trotz der zunehmenden wissenschaftlichen Bearbeitung des Gründungsthemas mangelt es dem Fach bis heute an einer allgemein anerkannten Begriffssystematik und einer in sich geschlossenen Theorie der Gründung. 1 URL: https://www.destatis.de/de/zahlenfakten/gesellschaftstaat/bevoelkerung/mikrozensus.html 10

11 Damit liegt auch für die amtliche Statistik kein allgemein gültiger Begriff zur Erfassung von Gründungen vor". 2 Mit Erlass des ersten Mikrozensusgesetzes im Jahre 1996 wurden die Erhebungsstichtage auf den April eines jeden Jahres gelegt. Wer als Gründer/- in in die Statistik aufgenommen wird bestimmt sich nach dem Gründungszeitpunkt. Liegt er zwischen zwei aufeinanderfolgenden Erhebungszyklen zählt er als Neuzugang. Dadurch wird eine Doppelerfassung als Gründer und Selbständiger verhindert. 3 "Die Zugehörigkeit zu den Selbständigen ist unabhängig vom zeitlichen Umfang der Erwerbstätigkeit", [...]. Die Zuordnung erfolgt durch die Befragten selbst. Analog der in der Arbeitswelt verwendeten Kategorien von Voll- und Teilzeittätigkeit verwendet der Mikrozensus die Begrifflichkeit Haupt- und Zuerwerb. 4 Die Unterscheidung nach Haupt- und Zuerwerb erfolgt im Mikrozensus entsprechend dem Zeitaufwand, weil sich die Höhe des Entgeltsbezuges aufgrund von Mischeinkommen nicht als sinnvoll erweist. 5 In Abgrenzung zu Studien anderer Institutionen (ESF, IfM) wird der Begriff des Nebenerwerbs nicht expliziert verwendet. 2 Dr. Hansch E., Existenzgründung im Spiegel des Mikrozensus, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2006, S Vgl. Dr. Hansch E., ebd. S Vgl. Dr. Hansch E., ebd. S Vgl. Dr. Hansch E., ebd. S

12 Auswertung: Abbildung 1 - Gründerpersonen im Haupterwerb Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, wurde in der Zeit von 1996 bis 2004 jeweils im April die jährliche Befragung zum Mikrozensus durchgeführt. Der Anteil der Gründerpersonen an den Selbständigen betrug im März 2004 knapp 10 Prozent und wies damit gegenüber den Werten von April 1996 keine wesentlichen Änderungen aus. In dem dazwischen liegenden Zeitraum von 1997 bis 2003 schwankte dieser Anteil nur geringfügig zwischen 8-10 Prozent. 6 "Fragen, die sich ausschließlich auf das Unternehmen beziehen, sind im Mikrozensus die Ausnahme. So wird zwar nach dem Wirtschaftszweig gefragt, nicht aber nach der Unternehmensrechtsform" 6 Vgl. Dr. Hansch E., ebd. S Vgl. Dr. Hansch E., ebd. S

13 Daraus folgt: (1) Im Mikrozensus werden die Existenzgründer als Teilmenge der Selbständigen erfasst und geben vorrangig das kleinbetriebliche Gründungsgeschehen wieder. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Einzelunternehmen von Gewerbetreibenden und Selbständigen der freien Berufe. (2) Die Zahl der Gründerpersonen ist weder mit der Zahl der Existenzgründungen noch mit der Zahl der Unternehmensgründungen identisch. Abweichungen können beispielsweise durch Teamgründungen oder durch die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft entstehen. Ab 2005 gilt das neue zweite Mikrozensusgesetz, dessen wichtigste Änderung in der Umstellung auf monatliche Berichtszyklen besteht, aus denen ein jährlicher Durchschnittswert errechnet wird. Nach der Betrachtung der allgemeinen Vorrausetzungen folgt die Darstellung der gruppenspezifischen Besonderheiten. 13

14 2 Entwicklung von Selbständigkeit 2.1 Selbständigkeit von Frauen ab 1990 Abbildung 2 - Gründungszahlen von Frauen und Männer in Deutschland Wie aus vorliegender Grafik entnommen werden kann ist die Zahl der Unternehmensgründungen in den letzten Jahren durch Frauen stetig gestiegen. 14

15 Unterschiedliche Entwicklung in Ost und West Mit der Maueröffnung am 09. November 1989 kommt es zu grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in beiden Teilen des bis dahin geteilten Deutschlands. Während den ehemaligen DDR-Betrieben aufgrund der maroden Wirtschaftsinfrastruktur die Absatzmärkte in Ost und West wegbrechen, und die bis dahin vorherrschende Vollbeschäftigung einer Welle flächendeckender Massenentlassungen weichen muss, erstarkt in den westdeutschen Betrieben Produktion für die Abnehmer im Osten. Fachkräfte der ehemaligen DDR wandern in den Westen ab oder verlassen Deutschland für immer. Abbildung 3 - Selbständigkeit in Ost und West

16 Die Zahl der Unternehmensgründungen im Osten Deutschlands lag 1991 bei Gründungen insgesamt (Frauen und Männer). Davon waren selbständige Frauen, was zeigt wie niedrig das Ausgangsniveau bei den Gründungen von Frauen war. Gleichzeitig lag der Anteil der männlichen Selbständigen mit ca. 2,5-fach über dem der Frauen. Bis 2004 ändert sich das Bild. Die Gesamtzahl der Unternehmensgründungen steigt auf an. Davon sind Gründerinnen und Gründer. Prozentual entspricht dies einem Anstieg bei den Frauen um 99% und bei den Männern um 71%. Über den Zeitraum betrachtet, zeichnet sich ein leichter Zuwachs der Selbständigenanteile bei den Frauen gegenüber den Männern ab. Zum Ausgangszeitpunkt 1991 waren 2,5 mal mehr Männer selbständig als Frauen. Dieses Verhältnis änderte sich bis 2004 auf das 2,1fache. Als Ursachen können folgende Faktoren angeführt werden: - Rückgang der Zahlen aus nichtselbständiger Beschäftigung, - steigende Arbeitslosigkeit, - vorzeitiger, unfreiwilliger Ruhestand - Zuerwerbsgründungen als Ausgleich sinkender Familieneinkommen - Nebenerwerbsgründungen als Ersatz nicht mehr vorhandener Vollerwerbsarbeitsplätze Das dennoch der Anteil von Gründerinnen auf relativ niedrigem Niveau verbleibt, erstaunt angesichts einer Gleichstellungspolitik der ehemaligen DDR-Regierungen bei der auch für Frauen ein Recht auf Arbeit ebenso wie eine Arbeitspflicht bestand, sowie der gegenüber Westdeutschland höheren Erwerbsbeteiligung ostdeutscher Frauen. 8 8 Habich, R., Datenreport 2013, 7 Sozialstruktur und soziale Lagen, S.57 16

17 1994 sind auch in Westdeutschland Frauen als Gründerinnen und Unternehmensinhaberinnen wesentlich unterrepräsentiert gegenüber den Männern. Ihr Anteil liegt je nach Bundesland zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Selbständigen. Während der Frauenanteil in Hamburg und Berlin mit 32 % im Westen zu den Spitzenreitern zählen, sind es im Osten Mecklenburg-Vorpommern mit 34 % und Sachsen-Anhalt mit 33 % die Spitzenplätze belegen. Bis 2010 sinkt die zahlt der selbständigen Frauen im Osten um 0,6 % während sie im Westen um 0,3 % steigt. Eine der Hauptursachen ist die veränderte Lage am Arbeitsmarkt, der nach wirtschaftlichen Krisenzeiten deutliche Erholungszeichen aufweist; statt Massenarbeitslosigkeit - Neueinstellungen, statt Unternehmensinsolvenzen - volle Auftragsbücher. Bis 2010 tendenziell zu einer Angleichung der Gründungsaktivitäten in Ost und West wie sich aus der folgenden grafischen Darstellung der prozentualen Zahlen selbständiger Frauen ablesen lässt. Abbildung 4 - Selbständige Frauen Selbständige Frauen ,8 1,8 2,2 2,1 in % 0,3-0, Veränderung Frauen Ost Frauen West 17

18 Die prozentualen Angaben finden sich in der Tabelle "sozialen Lagen in Ost - und Westdeutschland 1990/ " 9. Angaben zur Höhe der Veränderungen resultieren aus eigener Berechnung. 2.2 Selbständige Frauen nach Alter Alterspyramide - Ausblick in die Zukunft Hochrechnung der Bevölkerungsentwicklung unter den Voraussetzungen gleich bleibender Rahmenbedingungen. (Fortschreibung des Status Quo von 1990 bis 2050) Abbildung 5 - Alterspyramide sind 22 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands unter 20 Jahre. 32 % gehören zur Altersgruppe der jährigen und 47 % haben das 40. Lebensjahr überschritten. 9 Vgl. Habich, R., ebd. S

19 Abbildung 6 - Alterspyramide sind 17 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands unter 20 Jahre. ( -5 %) 23 % gehören zur Altersgruppe der jährigen (- 9 %) und 60% haben das 40 Lebensjahr überschritten.(+13 %) Abbildung 7 - Alterspyramide sind 15 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands unter 20 Jahre. ( -7 %) 21 % gehören zur Altersgruppe der jährigen (- 11 %) und 64% haben das 40. Lebensjahr überschritten.(+17 %) 19

20 Vergleicht man die Darstellung von 1990 mit der von 2050 zeigt sich, wie dramatisch die Veränderungen der Alterspyramide ohne gegensteuernde Veränderungen werden könnten. Gehen wir einmal von der Annahme aus, dass es einen Zusammenhang zwischen Alter und Gründungsverhalten gibt, so lässt sich ein U-förmiger Verlauf beim altersbezogenen Gründungsinteresse darstellen. Laut MITTELSTANDSMONITOR , liegt die Gründungsquote von Personen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren etwa doppelt so hoch wie diejenige von Personen über 45 Jahre. Je nach individueller Prägung erreicht das Interesse an einer Existenzgründung zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr seine stärkste Ausprägung. In diesem Intervall liegt der Umkehrpunkt ab dem das Gründungsinteresse stetig abnimmt, während gleichzeitig der Anteil der gründungsschwachen Altersklassen wächst. 11 Wer sind die älteren Gründerinnen und Gründer? Vergleicht man die heute 50 bis 70 jährigen so lässt sich feststellen, dass Aussehen und Gesundheitszustand sich wesentlich verbessert haben und die Leistungs-fähigkeit länger erhalten bleibt als noch vor wenigen Dekaden. Deshalb wagen sich Ältere den Traum vom eigenen Unternehmen, der eigenen Selbständigkeit um-zusetzen. Eine Untersuchung des RKW - Kompetenzzentrum 12 hat gezeigt, welche Gründungsmotive Menschen im fortgeschrittenen Alter veranlassen sich dieser Aufgabe zu stellen. Vorrangig handelt es sich dabei um: - sein eigener Herr sein, sprich seinen Lebenstraum verwirklichen - konkrete Geschäftsidee umsetzen, vorrangig im Bereich der freiberuflich kreativen Tätigkeiten sowie wissenschaftlich - technischen Dienstleistungen wie Marketing, Architektur- und Ingenieurbüros oder Unternehmensberatungen 10 URL: ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/mimo/mittelstandsmonitor_2008.pdf, Seite 54 ff. 11 Vgl. Werner, Arndt und Faulenbach, Nicole: IfM-Materialien Nr. 184, Bonn, Oktober RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.v. 20

21 - Erfahrungen und berufliches Wissen weitergeben - Qualität anbieten, während jüngere Selbständige sich auf Produktdesign und Werbung spezialisieren, überwiegt bei Älteren das Bedürfnis qualitativ hochwertige Produkte und Leistung abzuliefern - Einkommen oder Rente aufbessern - Ausweg aus drohender oder seit längerem bestehender Arbeitslosigkeit - Wiedereinstieg in das Berufsleben, nach Familienpause, Scheidung oder Tod des Partners sind besonders häufige Motive bei Frauen. Abbildung 8 - Altersverteilung URL: 21

22 Der Frauenanteil ist mit 41,4 % gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von etwas mehr als 50 % unterproportional am Gründungsgeschehen beteiligt 14 Generell zeigt sich ein starker Rückgang der Gründungsaktivitäten ab der Altersgruppe 45 Jahre, sie ist jedoch innerhalb der älteren Gründergruppen diejenige mit der stärksten Gründungsaktivität. Startvorteile älterer Gründerinnen und Gründer Das Frauen besonders zielgerichtet und besonnen handeln, wenn es um die Vorbereitung für den Start in die eigene Selbständigkeit geht, gilt als ein Vorteile die älteren Gründerinnen zugesprochen werden. Durch Wahrung einer größeren emotionalen Distanz werden Risiken eher wahrgenommen und die eigenen Stärken und Schwächen besser eingeschätzt. Daher werden Gründungen auch eher als Teamgründung umgesetzt, wodurch sich das Gründungsrisiko auf mehrere Personen verteilt und finanzielle, private Ressourcen geschützt werden können. Mitunter verfügen Ältere auch über mehr Vermögensreserven, wodurch sich die Kreditaufnahme begrenzen lässt. Hinzu kommen gute Vernetzung und soziale Kompetenz. Dabei handelt es sich um Vorteile die aus der allgemeinen Lebenserfahrung entstanden sind. Spezifische Berufs- und Branchenerfahrung sind vorrangig bei Gründungen im Handwerk von Bedeutung. In der Regel verfügen die Gründer/-innen über eine alle Bereiche umfassende Ausbildung und größere Erfahrung in der Organisation von Arbeitsabläufen. Dadurch sinkt die Fehlerquote und die Routineabläufe können in kürzerer Zeit erledigt werden. Wer in seiner Zeit als abhängig Beschäftigte vor Ort beim Kunden gearbeitet hat, konnte in vielen Fällen sein Gehalt durch zusätzliche Auftragsakquise aufbessern; wer im Vertrieb eingesetzt war, hat oftmals zugleich mit Lieferanten verhandelt und Preise kalkuliert. Fähigkeiten, die sich ebenso wie gute Branchenkenntnisse vorteilhaft auswirken, wenn es um das Erkennen von Markt- 14 URL: 22

23 nischen geht. Damit lassen sich die eigenen Erfolgschancen wesentlich erhöhen. Typische Probleme bei der Gründung Während etliche der älteren Gründer/-innen über ausreichend Eigenkapital für den Start in die Selbständigkeit verfügen, trifft es besonders die Gruppe der Berufsrückkehrerinnen und Langzeitarbeitslosen. Sie verfügen im Allgemeinen nicht über größere Vermögenswerte, die als frei verfügbare Sicherheiten eingesetzt werden können. Wollen sie einen Kredit aufnehmen geht es meist um geringfügige Kreditvolumina. Auch bei Fördermitteln der öffentlichen Institutionen werden Banken als ausgebende Stelle benötigt, da weder die KFW noch andere Fördermittelemittenten selbst Finanzmittel an antragstellende Gründer/-innen vergeben. Übersteigen bei Kleinstkrediten die Bearbeitungs- und Verwaltungskosten den möglichen Gewinn, ist es für private Banken ein eher uninteressantes Geschäft. Wer dann noch als Antragsteller das 50. Lebensjahr überschritten hat und arbeitslos ist, hat keine realistisch einzustufende Chance bei den Banken zum Zuge zu kommen, da sie das Rückzahlungsrisiko unter diesen Bedingungen als zu hoch einstufen. Neben den finanziellen Aspekten zählen fehlende kaufmännische, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und veraltetes Fachwissen zu den häufigsten Gründungsproblemen. Außerdem gilt es technische Fertigkeiten zu reaktivieren und sie auf heutiges Niveau anzupassen. Als typische Beispiele können hier der Umgang mit Arbeitsplatzcomputern und modernen Telekommunikationsgeräten genannt werden. Ein weiteres Problem ist die mit fortschreitendem Lebensalter sich verändernde körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die von den Betroffenen selbst nicht realistisch eingeschätzt wird. Auch die Frage, ob die vorhandene Bereitschaft zu flexiblen Verhaltens- und Entscheidungsmustern ausreicht um dem permanenten Zwang zur Veränderung infolge Konkurrenzdruck standzuhalten, wird häufig falsch interpretiert. 23

24 Problemlösungen für Ältere Die Tatsache, dass es keine besonderen Finanzierungsangebote für ältere Gründer und Gründerinnen ohne ausreichendes Eigenkapital gibt findet bei einigen Förderprogrammen der KFW Berücksichtigung. Dazu gehören z.b. der ERP-Gründerkredit, das StartGeld und der Mikrokreditfonds Deutschland. Wer zur Inanspruchnahme berechtigt ist und welche Kreditkonditionen gelten können den Dateien im Anhang entnommen werden. Unter den Gründerinnen und Gründern kursiert immer wieder die Befürchtung, die bisher bereits erarbeiteten Vermögensteile, die zur Altersvorsorge zurückgelegt wurden, könnten im Falle des Scheiterns der Selbständigkeit verloren gehen. Um sich über die tatsächliche Gefahrenlage Klarheit zu verschaffen ist ein Blick in 2 Sozialgesetzbuch VI zu empfehlen. Hier findet sich eine Liste aller Selbständigen, die per Gesetz ebenso der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen wie die Masse der Arbeitnehmer. Beispielsweise unterliegen selbständige Hebammen ebenso wie Künstler, Lehrer, Publizisten und Handwerker dieser Pflichtversicherung. Für einige Berufsgruppen gelten Vergünstigungen, so z.b. für selbständige Künstler und Publizisten die seit 1983 Mitglied der Künstlersozialversicherung sind und ähnlich wie Arbeitnehmer nur den halben Beitragssatz selbst zu tragen haben. Der Rest wird durch einen Bundeszuschuss ausgeglichen. Wer sein Kapital unwiderruflich für Zwecke der Altersvorsorge angelegt hat, kann einen Teil davon mit Vollendung des 65. Lebensjahres als Kapitalstock für Rentenzahlungen nutzen. Auch im Falle der Insolvenz ist dieser Vermögensteil geschützt und entspricht in etwa der Pfändungsfreigrenze. Die jährlich unpfändbar anlegbaren Staffelbeträge sollten beim Steuerberater, Rentenversicherer oder der Verbraucherzentrale erfragt werden. 24

25 Für diejenigen Gründer/-innen die eine Rente noch vor Erreichen der Regel- Altersgrenze erhalten sind die jeweiligen Hinzuverdienstgrenzen zu beachten um den Anspruch nicht zu gefährden. Beratung und Hilfe Wie das RKW-Kompetenzzentrum in seiner Studie Ältere Gründerinnen und Gründer durch Befragung ermittelt hat ist der Austausch mit Gleichgesinnten der am häufigsten genannte Wunsch, wenn es um Beratung und Hilfe bei der Gründung geht. Für Kontaktaufnahme und Erstinformation besonders geeignet sind sogenannte Gründerzentren. Alle Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentren Deutschlands 15 finden sich im Kapitel 6 unter Informationen und Beratungseinrichtungen für Frauen. Für den Raum Berlin finden sich die örtlichen Anschriften in der Förderfibel 2013/2014, herausgegeben von der Investitionsbank Berlin URL: 16 IBB Förderfibel 2013/2014, Berlin April 2013, online URL: 25

26 2.3 Selbständige Frauen nach Herkunftsland Abbildung 9 - Wer sind Migranten - Bunter Mix an Herkunftsländern 17 Während in den von uns behandelten Studien nur einige wenige Herkunftsländer betrachten worden sind, leben sehr viel mehr ethnischen Gruppen in Deutschland. Sie finden sich in der Abbildung. In Deutschland leben 2012 nach den Ergebnissen vom Statistischen Bundesamt Menschen, davon sind circa 20 % Personen mit Migrationshintergrund ( ) Unternehmerische Selbständigkeit von Frauen mit Migrationshintergrund, bga bundesweite gründerinnenagentur, Nr , S URL: https://www.destatis.de/de/zahlenfakten/gesellschaftstaat/bevoelkerung/bevoelkerungsstand/bevoelkerungsstan d.html 26

27 Abbildung 10 - Bevölkerung 19 Abbildung 11 - Bevölkerung nach Migrationshintergrund 20 Nach den Ergebnissen "Bevölkerung und Erwerbstätigkeit - Bevölkerung mit Migrationshintergrund" gibt das statistische Bundesamt an, dass ein Großteil der Menschen mit Migrationshintergrund aus der Türkei, Polen, Russland 19 URL: https://www.destatis.de/de/zahlenfakten/gesellschaftstaat/bevoelkerung/bevoelkerungsstand/bevoelkerungsstan d.html, [ ] 20 URL: https://www.destatis.de/de/zahlenfakten/gesellschaftstaat/bevoelkerung/migrationintegration/migrationshintergrun d/tabellen/migrationshintergrundgeschlecht.html, [ ] 27

28 und Italien kommen. Sie bilden auch die überwiegende Zahl der hier lebenden 7,4 Millionen Ausländer und Ausländerinnen. Definition:"Ausländer/-innen sind Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Ausländer/- innen gehören zu den Personen mit Migrationshintergrund." 21 Definition: "Zu den Personen mit Migrationshintergrund gehören die ausländische Bevölkerung unabhängig davon, ob sie im Inland oder im Ausland geboren wurde sowie alle Zugewanderten unabhängig von ihrer Nationalität. Daneben zählen zu den Personen mit Migrationshintergrund auch die in Deutschland geborenen eingebürgerten Ausländer sowie eine Reihe von in Deutschland Geborenen mit deutscher Staatsangehörigkeit, bei denen sich der Migrationshintergrund aus dem Migrationsstatus der Eltern ableitet. Zu den letzteren gehören die deutschen Kinder (Nachkommen der ersten Generation) von Spätaussiedlern und Eingebürgerten und zwar auch dann, wenn nur ein Elternteil diese Bedingungen erfüllt, während der andere keinen Migrationshintergrund aufweist." URL: https://www.destatis.de/de/zahlenfakten/gesellschaftstaat/bevoelkerung/migrationintegration/migrationshintergrun d/begriffserlaeuterungen/auslaender_innen.html 22 URL: https://www.destatis.de/de/publikationen/thematisch/bevoelkerung/migrationintegration/migrationshintergrund pdf? blob=publicationfile 28

29 Abbildung 12 - Darstellung Personen mit Migrationshintergrund Im Laufe der letzten 60 Jahre sind ca. 16,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus 194 verschiedenen Ländern nach Deutschland zugewandert, (davon 10,7 Millionen nach 1949 zugewanderte Migranten und deren 5,4 Millionen in Deutschland geborene Kinder). Damit ist knapp jeder achte Bürger im Ausland geboren worden. Mit dem Aufkommen des Wirtschaftswunders ab Mitte der 50er Jahre boomte die industrielle Produktion vor allem in den Gebieten West- Deutschlands. In der Folge kam es zu einem massiven Arbeitskräftemangel, insbesondere in Bereichen weniger qualifizierter Tätigkeiten. In den darauf folgenden 60erund 70er-Jahren wurden in den sogenannte Anwerbeverträge mit Arbeitskräften aus südeuropäischen Ländern (Italien, Griechenland, Spanien und Portugal), der Türkei und Nordafrika (Marokko und Tunesien) geschlossen. 29

30 Die Gastarbeiter waren in der Regel junge und männliche Arbeiter, die in Erwartung eines zeitlich befristeten Arbeitsaufenthaltes nach Deutschland reisten, meist ohne Kenntnis von Mentalität und Sprache. Seit dieser Zeit besteht das Recht durch Familienzusammenführung engste Angehörige nach Deutschland zu holen. Parallel dazu kam es im Osten Deutschlands, spätestens nach dem Mauerbau, zu einer weitreichenden Anwerbung von Fremdarbeitern oder Fremdarbeitskräften aus den "Sozialistischen Bruderstaaten" (Kuba, Mosambik, Vietnam und anderen Staaten). In den 80er Jahren stieg die Zahl der Asylbewerber stetig an. Aus ehemaligen Gastarbeiterfamilien wurden zwischenzeitlich zum größten Teil eingebürgerte Deutsche oder mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht hier lebende Ausländer. 23 Von 1999 bis 2000 kamen überwiegend deutschstämmige Zuwanderer aus den früheren kommunistischen Staaten. Schon immer flohen Menschen vor Krieg und Bürgerkrieg auch nach Deutschland. In den letzten Jahren kamen diese Flüchtlinge unter anderem vom Balkan, aus dem Irak, dem Iran und Afghanistan, zuletzt aus den Staaten des Maghreb und der arabischen Welt. 24 Befunde zum Frauenanteil 25 Der KFW-Gründungsmonitor 2010 ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 2010 der Anteil von Frauen mit Migrationshintergrund bei 34 % liegt und bei denen ohne Migrationshintergrund bei 41 %. Basierend auf den Daten der KfW ist in den letzten zehn Jahren der Anteil selbständiger Frauen insgesamt um bis zu 10 % gestiegen. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine Folge der wachsenden Zahl von Migranten aus osteuropäischen Herkunftsländern handelt. Dadurch ist die Zahl der Gründungen osteuropäischer Frauen aus EU- Ländern ebenso hoch wie die Gründungsquote der einheimischen Frauen. 23 URL: 24 URL: https://www.destatis.de/de/presseservice/presse/pressemitteilungen/2012/12/pd12_448_122.html 25 Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S

31 2.4 Spezifische Merkmale von Frauenbetriebe Was ist ein Betrieb? Definition: "Unter Betrieb versteht man eine Organisationseinheit, die durch die dauerhafte Kombination von Produktionsmitteln den menschlichen Bedarf an Gütern und Dienstleistungen deckt. Das ist der kleinste gemeinsame definitorische Nenner, der aus betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Perspektive gefunden werden kann. Beide wissenschaftliche Disziplinen sehen nämlich im Betrieb unterschiedliche Erkenntnisobjekte und gelangen daher auch zu unterschiedlichen Definitionen." 26 Der Betrieb als kleinste organisatorische Einheit lässt sich nach Art und Umfang unterscheiden. Bei der Betrachtung der Art gelangen wir zu den Einheiten Dienstleistungsbetrieb und Produktionsbetrieb. Gründungen im Bereich Dienstleistung stellen Investition im Bereich Umlaufvermögen da, Beispiel Ausstattung im Einzelhandel mit erstem Warenbestand. Diese Investitionen sind weniger kapitalintensiv als Gründungen im produzierenden Gewerbe bei dem vorrangig Anlagevermögen erforderlich ist und von männlichen Gründern dominiert wird. Da Frauen im Allgemeinen im Dienstleistungsbereich gründen, ist ihr Bedarf an Startkapital geringer als bei Gründungen von Männern. Da in der gewerblichen Wirtschaft Männer, mehrheitlich Führungspositionen besetz haben, ist es für Frauen schwierig Aufträge im B2B-Bereich zu generieren. Was bleibt ist die Möglichkeit vermehrt Kunden aus dem privaten Abnehmerkreis zu gewinnen. Bei der Betrachtung des Umfanges der kleinsten organisatorischen Einheit, den Betrieb, gelangen wir zu den Begrifflichkeiten Klein-, Mittel- und Großbetrieb. Da in der uns vorliegenden Literatur keine Ausführungen zum Thema Großbetrieb in Frauenhand vorlagen weis und es in der Praxis eher zu den Ausnahmen zählen dürfte, lassen wir diesen Bereich in unsere Unter- 26 URL: 31

32 suchungen außer Ansatz. Als ein Beispiel für Mittlere Unternehmen verweisen wir auf unseren Beitrag zur WeiberWirtschaft e.g. Im Bereich der Kleinbetriebe kann zwischen Kleinstgründung (Sologründung) und Kleingründungen unterschieden werden. Da sich bei den Kleinstgründungen im Allgemeinen um Existenzgründungen einzelner Personen handelt, verweisen wir auf unseren Beitrag im Kapitel 3 Formen der Selbständigkeit. Tabelle 1 - Definition Größenklassen KMU 27 Kleinstunternehmen Kleine Unternehmen Mittlere Unternehmen sind Unternehmen, die - weniger als 10 Mitarbeiter und - einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. sind Unternehmen, die - weniger als 50 Mitarbeiter und - einen Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. sind Unternehmen, die - weniger als 250 Mitarbeiter und - einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. haben. Die vorrangige Unternehmensformen der Frauenbetriebe sind immer noch Einzelunternehmen. Die Kapitalgesellschaften sind immer noch von untergeordneter Bedeutung, daher ist davon auszugehen, dass Frauenbetriebe mehrheitlich als kleine- und mittlere Unternehmen firmieren URL: https://www.kfw.de/download-center/f%c3%b6rderprogramme-%28inlandsf%c3%b6rderung%29/pdf- Dokumente/ KMU-Definition.pdf, S URL: S

33 Gründung mit Beschäftigte 29 Bei einer Gründung unter Einbeziehung von Mitarbeitern wird aus Selbstständigen ein Unternehmer/-in. Frauen gründen im Vergleich zu Männern mit wenigen Mitarbeitern. Beschäftigen männliche Unternehmer im Durchschnitt drei Mitarbeiter, finden sich bei Frauenbetrieben durchschnittlich je 1,9 Vollzeitstellen wieder. Der Anteil der von Frauen geführten Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern liegt bei 21,2 %. Da mit steigender Beschäftigtenzahl der Anteil der Frauen in Geschäftsführerpositionen stetig sinkt, finden sich bei Betrieben mit über 50 Angestellten nur noch ein Anteil von 8,5 % Unternehmerin wieder. Obwohl die Mehrzahl der Gründungen von Frauen in Bereichen der Dienstleistungen erfolgt, finden sich die Zahlen für die Neueinstellungen von Mitarbeitern vorrangig im Bereich Handel und verarbeitendes Gewerbe. Abbildung 13 - Frauenbetriebe mit Beschäftigte 29 URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S. 9 33

34 Umsatz 30 Entsprechend der nachstehenden Grafik lassen sich die Frauenbetriebe in vier Beschäftigungsklassen einteilen. Dabei ist der besondere Zusammenhang zwischen Anzahl der Mitarbeiter und Umsatzgrößenklasse zu beachten d. h. je weniger Mitarbeiter desto geringer der Umsatz. 23 % der Frauenbetriebe haben einen Umsatz von maximal 0,5 Mio. jährlich. Abbildung 14 - Frauenbetriebe nach Umsatz Deshalb ist nur die Kleinunternehmung Gegenstand unserer Betrachtung. Ein nicht unwesentlicher Aspekt für Frauenbetriebe ist die Wahl der Branche indem die Gründung erfolgenen soll. 30 URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S. 9 34

35 2.5 Branchen und Regionen Gründungen von Frauen im ländlichem Raum 31 Abbildung 15 - Ländlicher Raum Das sich die Lebensbedingungen in der Landwirtschaft grundlegend geändert haben lässt sich an der Zahl der Beschäftigten im ländlichen Raum ablesen. Waren 1950 noch 25 % der erwerbstätigen Personen in der Landwirtschaft tätig, sank die Zahl 2005 auf 2,2 % 32 und hat 2011 nur noch einen Anteil von 1,7 %. 33 Besonders drastisch waren die Veränderungen in den neuen Bundesländern, wo innerhalb von zwei Jahren nach der Eingliederung der ehemaligen DDR schätzungsweise 75 % der landwirtschaftlichen Arbeitsplätze verloren gingen sind noch Frauen in der Landwirtschaft beschäftigt und ihre Zahl wird voraussichtlich weiter abnehmen, da durch Flächenzusammenlegung gezielt Agrar-Großbetriebe mit einem hohen Grad an 31 Bundesweite Gründerinnenagentur (bga), Gründungen von Frauen im ländlichen Raum, Nr. 16/2007, Stuttgart Bundesweite Gründerinnenagentur (bga), Gründungen von Frauen im ländlichen Raum, Nr. 16/2007, Stuttgart 2007, S Mikrozensus 9. Mai 2011, Erwerbstätige Bevölkerung nach Geschlecht und Wirtschaftszweig, [ ] 35

36 Technologie gefördert werden und immer mehr Menschen wegen wegfallender Versorgungsstrukturen in die Großstädte ziehen oder das Land verlassen. Wen wundert es angesichts dieser Entwicklungen, wenn 'Mobilität zum wesentlichsten Charakteristikum des Lebens im ländlichen Raum' erklärt wird. Der tägliche Weg zur Arbeit in einem weit verstreut liegendem Einsatzgebiet werden für Frauen mit Kindern zu einem besonderen Problem, da sie pünktlich beim Kindergarten, vor der Schule oder bei einer der Versorgungseinrichtungen eintreffen müssen. Es stellt sich somit ständig die Frage, ob die Einnahmen noch die Kosten decken oder ob nicht doch der Wegzug in die nächst größere Stadt notwendig wird. Ökonomisch gesehen handelt es sich bei den landwirtschaftlichen Betrieben mehrheitlich um Familienunternehmen in denen Frauen als unbezahlte Familienangehörige mithelfen. Der Anteil von Frauen in den Betriebsleitungen dieser bäuerlichen Betriebe lag 2005 gerade einmal bei 10 % und bei ca. 1/3 aller Familienbetriebe blieb der durchschnittliche Gewinn trotz langer Arbeitszeiten unter jährlich Deshalb ist es notwendig die Kreativität von Frauen zu unterstützen, die durch Neben- und Zuerwerbsgründungen Möglichkeiten schaffen einen Beitrag zum Familieneinkommen zu erwirtschaften. Möglichkeiten finden sich z.b. in der Kinderbetreuung als Tagesmütter oder im Bereich der Altenpflege. Erst durch ihre Tätigkeiten eröffnen sich für andere Frauen Chancen ganztags außerhalb des direkten Wohnumfeldes eine Arbeit aufzunehmen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. In neuerer Zeit werden auch die Aufgabenfelder in der Versorgung von kranken Menschen ausgeweitet um dem dramatischen Rückgang der Landarztpraxen zumindest teilweise entgegenzuwirken. Andere Gründerinnen haben neben einem kleinen Restbauernhof einen Teil ihrer Gebäude zu Fremdenzimmern ausgebaut und bieten Ferien auf dem Bauernhof an, betreiben einen Hofladen in dem sie ihre selbst hergestellten Produkte verkaufen oder bieten Gelegenheit für eine Erholungspause mit Café und Kuchen. Eher seltener sind Kapitalintensive Gründungen wie der Kauf einer Immobilie um Ferienwohnungen oder Zimmervermietungen zu betreiben. Gerade in den typischen Ausflugsgebieten an den Deutschen Ostseeküsten lassen sich geeignete 36

37 Grundstücke zu Dauercampingplätzen umbauen. Weniger erfolgreich ist bis heute die Nutzung IT- gestützter Telearbeitsplätze, da vielerorts der flächendeckende Ausbau von schnellen Kommunikationsverbindungen nicht abgeschlossen ist. Dort wo es schnelle Verbindungen gibt bieten selbständige Computerspezialistinnen Dienstleistungen wie Software-Schulungen an oder helfen bei der Einrichtung von Computernetzen. Trotz des zusätzlichen Einkommens haben viele Landfrauen keine existenzsichernden eigenen Einkünfte, die es ihnen ermöglichen würden eine eigene Altersvorsorge aufzubauen. Da zudem sehr viele dieser Gründerinnen gleichzeitig eigene Kinder haben sind sie für die Regionalplanung der Verwaltungen von besonderem Interesse. Nur wenn Kinder in der Region aufwachsen bleiben Schulen und Ausbildungsbetriebe am Ort und sichern das Überleben der Gemeinschaft in der unmittelbaren Zukunft. Unter diesen Gesichtspunkten wurde 1999 durch die EU die Doppelstrategie des Gender Mainstreamings ausgerufen und die Bewilligung von Fördergelder aus den EU-Strukturfonds zum Aufbau regionaler Strukturen war nur möglich, wenn sich die Verwaltungen vor Ort zur Einhaltung dieser Prinzipien verpflichteten. Was sind die Prinzipien des Gender Mainstreaming? "Im Gegensatz zur explizierten Frauenpolitik berücksichtigt Gender Mainstreaming bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern mit dem Ziel, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen durchzusetzen." 34 Mit Mitteln aus den Strukturfonds wurden in der Förderperiode 2007 bis 2013 Vorbereitungs- und Qualifizierungskurse für den Start in die Selbständigkeit finanziert, Kleinstgründungen mit Zuschusszahlungen unterstützt sowie der Aufbau von Netzwerken gefördert. Ob Netzwerke als Zusammenschluss von kleinen Einzelunternehmen wie in Bayern, wo Hunderte von qualifizierten Hauswirtschafterinnen sich als Fachservices organisiert haben aus dem dann der Dachverband hervorgegangen ist, oder ob als landesweites Ressourcenübergreifendes Projekt die Kompetenz von Bildungsträgern, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Vereinen bündeln wie in 34 Bundesweite Gründerinnenagentur (bga), Gründungen von Frauen im ländlichen Raum, Nr. 16/2007,Stuttgart 2007, S. 8 37

38 Mecklenburg-Vorpommern, geht es immer um die Steigerung von Vermarktungschancen und Qualitätsstandards sowie um Gewinnung von Neukunden und Kundenbindung. Tabelle 2 - Erwerbstätige Bevölkerung Geschlecht und Branche 38

39 Befunde zur Branchenverteilung 35 Als ein zentraler Indikator für die Bewertung der Wirtschaftskraft sowie Wachstums- und Innovationspotentiale von Unternehmen fungiert die Branchenverteilung neugegründeter Unternehmen, die sich im Besitz von Menschen mit Migrationshintergrund befinden. Der Branchenverteilungsschlüssel ist entscheidender Faktor für die Frage der Zurechnung der betrachteten Unternehmen zum Bereich der ethnischen Ökonomie. Wie aus den Studien zu entnehmen ist, sind insbesondere Gründungen im Bereich Handel und Gastgewerbe bevorzugte Ziele für Gründer/-innen mit Migrationshintergrund. Ursächlich dafür sind niedrige Zutrittsbarrieren und hohe Wettbewerbsintensität. Hatten über lange Jahre die einheimischen Gründer/-innen aufgrund besserer Ausbildung und damit verbundener Sprachvorteile, Vorteile in wissensbasierten Dienstleistungs- und Beratungstätigkeiten, so änderte sich dies mit der wachsenden Zahl der hier geborenen Migrantenkinder und dem Zuzug deutschstämmiger Aussiedler. Nach dem KfW-Gründungmonitor 2007 üben immer noch viele Selbständige ihre Tätigkeit im Bereich Handel aus. Während in der Gastronomie die Zahlen stetig abnehmen, blieben sie im Bereich haushalts- und personenbezogener Dienstleistungen nahezu konstant. Noch heute sind türkische Frauen vorrangig im Bereich der hauswirtschaftlichen Serviceleistungen tätig, während polnische weibliche Selbständige öfters im Bereich Pflege- und kulturelle Diensten arbeiten. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass sich die Branchenverteilung weiter öffnen wird. Im Gegensatz zu den Aussagen des KFW-Gründermonitor 2007 sind nach evers & jung Personen mit Migrationshintergrund immer noch häufig im Bereich Gastronomie und Handel vertreten. Die Gruppe der neu zukommenden Migranten aus den osteuropäischen Ländern konzentrieren sich im Baubereich sowie in den Baunebengewerben. 35 Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S

40 Tabelle 3 - Branchenverteilung 40

41 Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist der Anteil der polnischen Gründer fast genau so hoch wie der Anteil von Personen ohne Migrationshintergrund. Erstaunlicherweise sind Personen mit Migrationshintergrund im Bereich nicht-wissensbasierten sonstigen Dienstleistungen zu denen das Transportwesen ebenso wie das Reinigungs- und Wäscherei-Gewerbe zählen stärker vertreten als Personen ohne Migrationshintergrund. Die prozentuale Abweichung beträgt im Durchschnitt circa drei Prozentpunkte. Gegenüber 2005, als es noch keine russischen Migranten in wissensintensiven Dienstleistungsbetrieben gab, hat sich die Zahl der Migranten russischer Herkunft um 33,3 % im Jahr 2009 erhöht. Zu den typischen Einsatzgebieten bei den wissensintensiven Dienstleistungen zählen das Gesundheitswesen sowie rechtliche, wirtschaftliche und technische Beratung. Aus der Vorliebe für wissensbasierte Dienstleistungen bei osteuropäischen Gründerinnen lässt sich auf ein höheres Bildungsniveau im Vergleich zu Migranten aus anderen Herkunftsstaaten schließen, wodurch der Einstieg in eine moderne Dienstleistungsgesellschaft wesentlich erleichtert wird. 41

42 3 Formen der Selbständigkeit Abbildung 16 - Rechtsform 36 Zu der am häufigsten gewählten Rechtsform von Unternehmerinnen, gehörten in 2011 mit weiten Vorsprung die Einzelunternehmung. Daraus folgt das rund jedes dritte Einzelunternehmen von einer Frau geführt wird. Kapitalgesellschaften wie die GmbH sind im Vergleich dazu eher unterpräsentiert. 20 % der selbständigen Frauen sind Inhaberin eines Unternehmens dieser Rechtsform. Anmerkung durch die Reform des GmbH- Rechtes kann diese Form der Kapitalgesellschaft auch von einer einzelnen Person gegründet werden. 36 URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S. 8 42

43 Vereinfachte Gründungsmodalitäten bei der Unternehmergesellschaft und weit abgesenkte Eigenkapitaleinlagen wie bei der Limited haben die speziellen Formen einer GmbH gerade für Unternehmensgründer/-innen interessant gemacht. 3.1 Voll- und Nebenerwerb 37 Abbildung 17 - Selbständige im Haupt-, Zu- und Nebenerwerb Genauere Betrachtungen lassen erkennen, dass der Anstieg der Gründungszahlen vor allem aus der Verdoppelung der Zuerwerbsgründungen von auf basieren; d. h. lag ihr Anteil an den Gesamtgründungen 2001 noch bei 19,3 % stieg er bis 2006 auf 28,7 %. 37 URL: 8 ff. 43

44 Zur Einordnung und Bewertung dieser Entwicklung ist es wichtig sich zu verdeutlichen, dass es sich beim Zuerwerb in der Regel um Solo-Kleinstgründungen handelt d.h. es sind keinerlei Arbeitsmarkt/- Beschäftigungseffekte zu erwarten. Die Gründungen erfolgen in dem Bewusstsein, dass eine Vollexistenzgründung weder sinnvoll noch unter den bestehenden Bedingungen möglich sind. Anders als bei einem Nebenerwerb haben Zuerwerbsgründerinnen keine andere Einkommensquelle, wodurch sich erklären lässt, dass es sich mehrheitlich um weibliche Gründerinnen handelt. Ohne eigenes Vermögen und ohne Anspruch auf Leistungen der Bundesanstalt für Arbeit findet sich diese Gründungsvariante ausschließlich im Bereich der Dienstleistungen. Im Gegensatz dazu sind die Vollzeit- Haupterwerbsgründungen eine Domäne oder männlicher Gründer. (Über die Jahre konstant geblieben ist das Verhältnis 1/3 Frauen zu 2/3 Männern) 70 % aller Gründung sind Vollerwerbsgründungen, auf die diese Geschlechteraufteilung zutreffend ist. Die restlichen 30 % entfallen auf: Zuerwerb und Nebenerwerbsgründungen. Wie beim Zuerwerb handelt es sich beim Nebenerwerb auch um eine Selbständigkeit in Teilzeit, unterscheidet sich jedoch durch die gleichzeitige Ausübung einer weiteren Erwerbstätigkeit. So kann z.b. eine Frau halbtags im Supermarkt arbeiten und anschließend einen Internetversandshop als Selbständige im Nebenerwerb betreiben. Deutlich erkennbar ist hier der Anteil männlicher Gründer wesentlich höher als beim frauendominierten Zuerwerb. Im Bereich der Vollerwerbsexistenz schließlich haben die männlichen Gründer die Vorherschaft übernommen und der Anteil der Gründerinnen ist eindeutig zu niedrig, angesichts der Tatsache, dass ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung über 50% beträgt. Um den Anteil von Frauen im Bereich der Vollerwerbsexistenz zu erhöhen sind Maßnahmen erforderlich die Frauen motivieren aus Zu- und Nebenerwerbsexistenz in einen Vollerwerb zu gehen. Deshalb sollte die Bezugsdauer für Gründungs- und Lohnkostenzuschuss verlängert werden und die Inanspruchnahme von Coachingleistungen kostenlos sein 44

45 Für die Jahre 2007 bis 2008 liegen ausschließlich die Auswertungen des KfW-Gründungsmonitors vor. Den KfW-Daten zufolge betrug der Frauenanteil bei den Gründungsformen: Im Vollerwerb in den Jahren % und % Im Nebenerwerb in den Jahren % und % These: "Eine Unterscheidung nach Gründungen im Voll- oder Nebenerwerb kann Aufschluss darüber geben, inwieweit Gründungen zum Lebensunterhalt des jeweiligen Gründers beitragen." 38 Abbildung 18 - Haupterwerb in Deutschland Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S. 7 45

46 Wie aus der Grafik zu entnehmen, ist die Entwicklung der Vollerwerbsgründungen analog zum wirtschaftlichen Geschehen stark schwankend. Der Kurvenverlauf bei den Männern zeigt im Zeitpunkt von Wirtschaftskrisen ihren tiefsten Stand, im Gegensatz dazu ist der Kurvenverlauf der weiblichen Vollerwerbsgründungen eher ausgeglichen. Abbildung 19 - Nebenerwerb in Deutschland 40 Vergleicht man die Kurven von Voll- und Nebenerwerbsgründung so zeigt sich ein deutlich flacherer Kurvenverlauf im Bereich der Nebenerwerbsgründungen. Dies gilt sowohl für männliche als auch weibliche Gründungen. Bezugnehmend zu der These lässt sich feststellen, dass der Gewinn aus der Vollerwerbsgründung die gesamten Lebenshaltungskosten abdecken muss, da es sich um die einzige Einnahmequelle handelt. Bei der Nebenerwerbsgründung besteht die Möglichkeit eventuelle geschäftliche Verluste durch 40 URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S. 6 46

47 Einnahmen anderweitiger Erwerbsquellen auszugleichen. Gewinne stellen zusätzliches Familieneinkommen da. 3.2 Gewerblich - Freiberufliche Tätigkeit stieg die Zahl der freiberuflichen Frauen von auf Dies entspricht laut Mikrozensus 2009 einer prozentualen Steigerung um 128 %. Einerseits liegt der Anteil der freiberuflich tätigen Frauen weit über dem Durchschnitt der übrigen Selbständigen anderseits stellen sie die Hälfte aller insgesamt Selbständigen. In 2011 waren circa Frauen selbständig und freiberuflich tätig. 18 % übten technisch, naturwissenschaftliche Berufe aus weitere 30 % waren in den Heilberufen tätig, 25 % im Kulturbereich beschäftigt und 27 % als freie Rechts-, Wirtschafts- und Steuerberater im Markt integriert. 3.3 Tätige Beteiligung - Übernahme Unternehmensnachfolge 42 Definition: Unter einer Unternehmensnachfolge wird die Übertragung der Leitung eines Familienunternehmens vom bisherigen Eigentümer auf seinen Nachfolger verstanden URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S Levering, B./ Schöler-Laufen, N., Öffentliche Förderung von Unternehmensübernahmen, IfM-Materialien Nr. 219, Dezember 2012, S Vgl. Levering, B./ Schöler-Laufen, ebd. S. 3 47

48 Voraussetzungen: Nur wenn mit dem Führungswechsel auch ein Wechsel in den Eigentumsbesitzverhältnissen verbunden ist, und der Wechsel in der Unternehmensführung aus persönlichen Gründen des bisherigen Eigentümergeschäftsführers erfolgt, handelt es sich um eine Unternehmensnachfolge. Als persönliche Gründe gelten Alter, Unfall, Krankheit, Tod oder Aufgabe der Erwerbstätigkeit. Grundsätzlich gibt es zwei Grundformen der Nachfolgeregelung: Tabelle 4 - Formen der Nachfolgeregelung familieninterne Nachfolge 54 % familienexterne Nachfolge 46 % Vertragliche oder stillschweigende Vereinbarung Schenkung / Teil-Schenkung Erbschaft Verkauf oder Rentenregelung (eher selten, ggf. im ländlichen Raum ) Sohn als Nachfolger bevorzugt gegenüber Tochter oder mehreren Kindern gemeinsam Vorteil: lange Vorbereitungszeit und detaillierte Planung Finanzbedarf geringer als Neugründung Nur vertragliche Vereinbarung Kaufvertrag Verkauf an andere Unternehmer /Wettbewerber unternehmensexterne Lösung Verkauf an Finanzinvestor (eher selten) Verkauf an Mitarbeiter / Führungskraft, Employee-Buy-Out oder Management- Buy-Out unternehmensinterne Lösung Nachteil: begrenzter Zeitrahmen, unsichere Planungsunterlagen und oftmals fehlende Gründungserfahrung Finanzbedarf höher als Neugründung 48

49 Unabhängig ob familieninterne oder -externe Nachfolgereglungen getroffen werden sollen, zählt die Bestimmung des Unternehmenswertes zu einem der schwierigsten Entscheidungen. Während der Alteigentümer als Übergeber den Wert des Unternehmens aufgrund persönlicher Verbundenheit im Allgemeinen überschätzt, ist die Käuferseite an einem möglichst niedrigem Kaufpreis interessiert, da nicht vorhersehbar ist, ob die geplanten Gewinnmargen zukünftig wirklich erzielt werden können bzw. sind Erbschaftund Schenkungssteuer in ihrer Höhe vom Unternehmenswert abhängig. Zu hohe Werte können auch im Falle von Auszahlungen an Miterben den Unternehmensfortbestand durch Liquiditätsabfluss gefährden. Obwohl kein bestimmtes Berechnungsverfahren vorgeschrieben ist, werden vorrangig das Ertragswert- oder Substanzwertverfahren eingesetzt. Während beim Ertragswert die zukünftig erzielbaren Gewinnüberschüsse berechnet werden, stehen beim Substanzwertverfahren die Wiederbeschaffungswerte der einzelnen Vermögensgegenstände im Mittelpunkt der Berechnungen. Finanzierungshilfen des Bundes und der Länder Formen der Finanzierungshilfen: - Darlehen günstigere Zinskonditionen als bei Geschäftsbanken, Tilgungsfreie Jahre ermöglichen späteren Beginn der Rückzahlung - Zuschüsse keine Rückzahlungsverpflichtung, daher auch keine Zinsen geschenktes Geld - Bürgschaften einsetzbar als Sicherheit für Kreditaufnahme bei Banken - Beteiligungen als Eigenkapital einsetzbar keine Kombinationsmöglichkeit - Kombinationen je nach Programm z.b. Darlehen und Zuschuss oder Darlehen und Bürgschaft zusammen 49

50 Tabelle 5 - Förderprogamm - Finanzierungsform Förderprogramm Bundesweit - KfW Unternehmerkredit 44 - ERP - Gründerkredit - StartGeld 45 - ERP - Gründerkredit - Universell 46 - ERP - Regionalförderprogramm 47 Finanzierungsform 50 % Fremdkapital, 50 % Nachrangdarlehen, 50 % Haftungsfreistellung Darlehen, 80 % Haftungsfreistellung Darlehen Darlehen Berlin/ Brandenburg - Berlin Kredit 48 - Mittelständisches Beteiligungsprogramm Berlin / Brandenburg 49 - Brandenburg-Kredit Mikro 50 Darlehen, Bürgschaft der Bürgschaftsbank möglich Beteiligung Darlehen, Haftungsfreistellung durch KfW möglich 44 URL: https://www.kfw.de/download-center/f%c3%b6rderprogramme-%28inlandsf%c3%b6rderung%29/pdf- Dokumente/ Merkblatt pdf 45 URL: DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=bab76540c17564a4d02e1bbd604c1d9f;views;document&doc= URL: DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=bab76540c17564a4d02e1bbd604c1d9f;views;document&doc= URL: DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=bab76540c17564a4d02e1bbd604c1d9f;views;document&doc= URL: 49 URL: DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=4aa561e46fff16fb87d819d09c769842;views;document&doc= URL: 1_darlehen/04_brandenburg_kredit_mikro/ILB_Brandenburg-Kredit_Mikro.pdf 50

51 Tabelle 6 - Förderprogramm - Zuwendungsempfänger Förderprogramm Bundesweit Förderung unternehmerischen Know-hows für kleine und mittlere Unternehmen sowie freie Berufe durch Unternehmensberatung (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle - BAFA) 51 Zuwendungsempfänger Übergeber (überwiesene Fördergelder werden auf Seiten des Übernehmers auf den Kaufpreis angerechnet) Berlin/ Brandenburg Förderung von Unternehmensaktivitäten im Management, Marketing, bei Messen und bei der Markterschließung (Investitionsbank) 52 Übergeber und Übernehmer gemeinsam Wir weisen darauf hin, dass es sich bei den obigen Tabellen nicht um abschließender Aufzählung handelt. Weitergehende Informationen können in der Förderdatenbank des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entnommen werden. 51 URL: DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=bab76540c17564a4d02e1bbd604c1d9f;views;document&doc= URL: DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=bab76540c17564a4d02e1bbd604c1d9f;views;document&doc=

52 Unternehmensnachfolge durch Migranten und Migrantinnen 53 Unternehmensübernahme zählt in Deutschland mittlerweile zu den wichtigsten Gründungsarten. Auch bei den Migranten ist die Unternehmensübernahme als Weg in die Gründung verbreitet. Welche Faktoren hierbei bedeutend sind, werden im Folgenden erläutert. In der Studie des IfM Mannheim "Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger" wurde belegt, dass die Italiener (30,6 %), Türken (19,5 %) und Deutsche (35,5 %) die Gründung durch eine Unternehmensübernahme wählten, basierend ausschließlich auf den Zahlen der Geschäftszweige Gastgewerbe und Handel. Im Gegensatz zu den Einheimischen, bei denen 2/3 der übernommenen Betriebe vormals den Eltern gehörten, erfolgten bei den Migranten 2/3 der Übernahmen von fremden Personen oder die der gleichen Herkunft. Gemäß Gründermonitor 2007 bevorzugen Migranten erstrangig eine Neugründung mit 58,3 % (Deutsche: 67 Prozent), gefolgt von Beteiligungen mit 33,6 % (Deutsche: 26,4 Prozent) und Unternehmensübernahme bei 8,2 % (Deutsche: 6,6 Prozent). Erstaunlicherweise ist der Anteil der Migranten bei den drei Gründungsarten höher als bei den Einheimischen. Als Begründung wird die bestehende Vernetzung als eine wesentliche Komponente benannt. Aufgrund der Tatsache, dass bisher durchgeführte Studien zum Thema Unternehmensnachfolge ohne Einbeziehung von Personen mit Migrationshintergrund vorgenommen wurden und die Datenlage aus diesem Grunde eher unvollständig ist, sind verifizierbare Aussagen kaum möglich. Informationsangebote wie zum Beispiel die öffentliche, im Internet zugängliche Unternehmensnachfolgebörse nexxt sind weitgehend unbekannt. 53 Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S

53 Abweichend von der IfM-Studie (Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger) weist die Studie von evers & jung andere Werte bei den Übernahmenanteilen aus. (Deutschen bei 51,5 Prozent, türkische Übernehmer bei 51,5 % und italienische Übernehmer bei 42,5 %). Hinsichtlich der osteuropäischen Länder ist die Zahl der Unternehmensübernahmen sehr gering (Polen: 9 %, Russland: 14 %). Diese Zahlen werden durch andersartige Branchenschwerpunkte bei den Gründungen belegt. So treten an die Stelle des Gastgewerbes die Gruppe der sonstigen Dienstleistungen und Baugewerbe. Ein weiterer Grund ist das wesentlich jüngere Alter der russischen und polnischen Gründer. Aufgrund der erst seit relativ kurzer Zeit bestehenden Möglichkeit der Zuwanderung nach Deutschland gibt es im Inland nur wenige Bestandsunternehmen mit Anteilseignern osteuropäischer Herkunft. Abweichend von der eigenen Herkunftsgruppe bei Gründern der traditionellen Anwerbestaaten besteht für Gründer aus osteuropäischen Ländern die Notwendigkeit Unternehmen deutscher oder nicht der eigenen Ethnie zugehörigen Anteilseigner zu übernehmen. Um die Fakten von der Vorgängerstudie (Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger) und der Studie der evers & jung vergleichen zu können, kommen wir zu den Ergebnissen der nachfolgende Tabelle. 53

54 Tabelle 7 - Gründungsmotive Wie bereits zuvor in der Studie des IfM (Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger) dargelegt, ist die Zahl der unternehmensinternen Übernahmen bei Migranten geringer ausgeprägt als bei einheimischen Gründer. Betrachtet man die Situation nicht nur begrenzt 54

55 auf die Bereiche Gastgewerbe und Handel sondern insgesamt über alle Branchen, dann weisen die Ergebnisse der aktuellen Studie von evers & jung erstaunlicherweise gestiegene Werte bei Übernahmen auf. (Italiener: 21 % auf 47,1 %, Türken: 23,1 % auf 36,9%), trotz allem übernehmen Deutsche immer noch häufiger Unternehmen aus der Familie als Ausländer. "Bemerkenswert sind hier aber die Anteile der polnischen (50 %)und russischen (42,9 %) Übernehmer, diese Werte werden erklärt durch die spätere Zuwanderung im Vergleich zu den Gastarbeitern der Anwerbeländer." Der Anteil der Frauen mit Migrationshintergrund in der Unternehmensübernahme liegt bei 57,3 % und entspricht somit dem Anteil der befragten deutschen Frauen. Außergewöhnlich sind die Werte für Unternehmensübernahmen durch osteuropäische Frauen, ihr Anteil liegt über dem Mittelwert aller Migrantinnen. Ursächlich für den außergewöhnlichen Anteil von Unternehmensübernahmen durch Frauen russischer Herkunft liegt auch in einer qualitativ hochwertigeren Bildung als bei anderen untersuchten Gruppen. Dies wird besonders deutlich durch die größeren Anteile von Gründerinnen mit Fachhochschul- und allgemeiner Hochschulreife. Im Gegensatz dazu erfolgen türkische Unternehmensübernahmen auch ohne das Vorhandensein jeglichen Schulabschlusses oder abgeschlossener Berufsausbildung. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Unternehmensübernahmen durchschnittlich bei Personen mit höherer beruflicher Vorbildung erfolgen als im Bereich der Existenzgründung. In einer Umfrage wurden Personen mit Migrationshintergrund nach den Gründen gefragt, weshalb sie eine Unternehmensnachfolge einer Neugründung vorziehen würden. Nachfolgend dazu einige Antworten: 55

56 Motive und Einstellungen: Verpflichtung gegenüber der Familie (Lebensunterhalt bieten, Erbe des Vater fortzuführen) Finanzierungsbedarf: - Vergleich Gründung und Übernahme - Familienkredit per Handschlagmentalität - Bankfinanzierung nur in Einzelfällen Übernahmeprozess - vorwiegend Nachbarschaft oder eigenen Herkunftsländer - kaum Wissen über Unternehmensübernahme-Börse -"Darüber hinaus werden die Übernahmen von deutschen Unternehmen durch Personen mit Migrationshintergrund als Chance wahrgenommen, sich in ein existierendes Netzwerk von Kunden und Geschäftspartnern zu integrieren. Überwiegend wurde die zeitweise Unterstützung durch den Vorgänger als sinnvoll erachtet, nur selten entstand das Problem der Einmischung." Hindernisse der Unternehmensübernahme - fehlende Vertragsanpassung entsprechend der kulturellen Identität und ethnischen Zugehörigkeit bergen zukünftiges Konfliktpotential in sich - häufig sehen die Beteiligten bei interner Übergabe die Hinzuziehung externen Berater als überflüssig an - zur Festlegung des Unternehmenswertes (reine Schätzung) kein formelles Verfahren Schlussfolgerung Bei der Unternehmensnachfolge finden sich sowohl bei der Gruppe der Einheimischen als auch bei der Gruppe Personen mit Migrationshintergrund sowohl Unternehmensübergeber als auch Unternehmensübernehmer wieder. Unter Einbeziehung der Altersstruktur ist davon auszugehen, dass sich unter den älteren Mitgliedern beider Gruppen überwiegend Unternehmens- 56

57 übergeber finden. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es in Ausnahmesituationen wie z. B. Tod des bisherigen Firmeninhabers, plötzliche unvorhersehbare Betriebsaufgabe infolge Erkrankung oder vorzeitigen Ruhestandes die Übergabe an einen Nachfolger fortgeschrittenen Alters erfolgt. Gleichzeitig stehen ihnen jüngere Unternehmensübernehmer gegenüber. Ebenso wie in der deutschen Kultur ist in Asien der Wunsch verbreitet das eigene Unternehmen an die eigenen Kinder/ Familienmitglieder zu übergeben. Abschließend sei darauf hingewiesen, dass für eine wirksame Nachfolge zwei Bedingungen erfüllt sein müssen: Übergang von Eigentum und Unternehmensführung. 3.4 Einzel- oder Teamgründung 54 Laut KfW-Gründungsmonitor 2011 gründen 19 % der Frauen im Team, aber 81 % gründen alleine. Generell lässt sich feststellen, dass Frauen gegenüber männlichen Gründern sehr viel häufiger Alleingründungen vornehmen. Für die Entscheidung, ob eine sogenannte Solo- oder Teamgründung vollzogen werden soll, kommt es maßgeblich auf den Umfang der Selbständigkeit sowie auf die Art der gewählten Geschäftsbereiche an. Im Bereich der Unternehmensgründung durch ältere Gründer/-innen stellt sich die Frage, ob eine Solo- oder Teamgründung erfolgen soll unter den besondere Aspekt der Risikominimierung bei Fremdkapitalaufnahme. Für die Banken ist es außerordentlich wichtig das mögliche Ausfallrisiko einer Kreditgewährung zu minimieren, weshalb sie darauf drängen Partnerschaften einzugehen oder anderweitige Formen der Teamgründungen zu wählen. 54 URL: Unternehmensbezogene-Daten.pdf? blob=publicationfile, S. 8 57

58 Finanzierungsprobleme Wer als Gründer/-in beabsichtigt einen Bankkredit für den Start in die Selbständigkeit aufzunehmen, sollte sich Gedanken über eine schlüssige Nachfolgeregelung oder Partnerschaft machen. Für die Bank gilt die Faustregel: Je höher die beantragte Kreditsumme und je älter der Kreditnehmer desto entscheidender wird ob im Falle eines Ausfalls des Antragstellers die Rückzahlung (Zins- und Tilgungsleistung) gesichert ist Selbständige Migranten - Ethnische Ökonomie Ethnische Ökonomie 56 In der Literatur wird heute oft von der "ethnischen Ökonomie" gesprochen. Entsprechend der Definition von Dr. Rene Leicht, dem Leiter des Institut für Mittelstandsforschung, handelt es sich bei der ethnischen Ökonomie um selbständige Migranten und deren betriebliches, familiäres Umfeld. Mit der ethnischen Ökonomie entwickelt sich eine neue "fremde" Unternehmenswelt. Entwicklung und Bedeutung ausländischer Selbständiger? Nach dem Mikrozensus sind die Zahlen der selbständigen Ausländer seit 1991 um zwei Drittel gestiegen, auf circa Migranten. Der Großteil von ihnen sind Türken und Italiener, deren Anteil im Bereich Selbständigkeit um fast das doppelte gestiegen ist. Dennoch ist die Zahl der selbständigen Migranten niedriger als die Zahl einheimischer deutschen Selbständiger. Merkmale einer Migranten-Ökonomie Kleinstbetriebliches Milieu und sektorale Konzentrationen sind ebenso charakteristische Merkmale kleine Familienbetriebe (z. B. im Bereich der Gastronomie und Spätkauf) wie eine sich abzeichnende Tendenz zur Konzentration von Marktmacht im Einzelhandel (z. B. türkische oder Leicht R., Charakteristika, Ressourcen und Probleme selbstständiger Migranten, IfM Mannheim

59 asiatische Discounter). Obwohl viele Migranten aus ehemals ländlich geprägten Herkunftsländern nach Deutschland ausgewandert sind, geling es Ihnen nicht hier eine selbständige Existenz in ländlichen Gebieten aufzubauen. Welche Schwerpunkte werden von ausländischen Selbständigen bevorzugt? - Im Bereich Gastronomie gründen die Hälfte aller Italiener und Griechen. Türkische Selbständige beschäftigten sich auch mit dem Bereich der Gastronomie, aber ihr Kern ist der Handel und sonstige Dienstleistungen. - Bei den türkischen Gründern/ -innen besteht die Kundschaft oftmals zu mehr als der Hälfte aus Angehörigen der gleichen Ethnie. Ressourcen und innerethnische Solidarität Der Kern einer Entwicklung ethnischer Ökonomie besteht darin, dass zu einem Angebot die zugehörige Nachfrage besteht. Eine bedeutsame Ressource auf die oftmals zurückgegriffen wird ist: "der Rückgriff auf Netzwerke, sowie auf die Ressourcen Arbeitskrafte der Familie". So gehört jede/r zweite/r Beschäftigte/r im weiteren Sinne zur Familie. Rund 4/5 der Beschäftigten gehören zur gleichen Bevölkerungsgruppe. Aufgrund der geringen Betriebsgröße ist die wachsende Zahl der unentgeltlich mitarbeitenden Angehörigen zum Überleben als selbständige Existenzen notwendig, gehen jedoch mehrheitlich zu Lasten der weiblichen Beschäftigten, da sie keine Möglichkeit haben eigenständige Rentenansprüche und anderweitige Sozialsicherungsleistung zu erlangen. Das Fehlen kaufmännischer Kenntnisse, sowie fehlende Informationen über Fördermöglichkeiten und Fehler in der persönlichen Einschätzung eigener Fähigkeiten, führen zu grundlegenden Problemen bei der Begründung der selbständigen Existenz. Besonders nachteilig wirkt sich das nichtvorhandene Wissen von Aussagekraft, Möglichkeiten und Notwendigkeiten eines Businessplanes aus. Veränderungen in der Zusammensetzung der Zuwanderungsbevölkerung lässt neue Strömungen von neuartigen Produkten, Materialen und Verarbeitungsverfahren auf den lokalen Absatzmärkten entstehen. 59

60 Mit dem vermehrten Zuzug von Arbeitskräften einer gleichartigen Ethnie wächst die Zahl der beschäftigungslosen Arbeitnehmer und die Kosten der Arbeitskraft werden gesenkt, dies ermöglicht auch bei wenig Eigenkapital die Eröffnung eines Kleingewerbes und trägt zum Überleben der Familie bei. Während die zweite Generation von Migranten durch verbesserte Bildungschancen in neue Berufs- und Arbeitsfelder vordringen kann, werden die Gründungsvorhaben und Arbeitsplätze durch neue Zuwanderungsgruppen aus den verschiedensten Bevölkerungsethnien übernommen. Entwicklung und Struktur der Zuwanderung 57 Die Studie von evers & jung 58 dient dazu "[...] einen Schwerpunkt auf die Identifizierung und qualitative Analyse von Beratungsbedarfen, Hindernissen bei und Motiven von Gründern/ -innen mit Migrationshintergrund" 59 zu legen. Viele Daten basieren auf Erkenntnissen des Mikrozensus 2005 bis Zeitgleich werden die Ergebnisse der Vorgängerstudie "Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland - Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger" einbezogen. Seit 2009 ist die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland auf 16 Millionen gewachsen, während es 2008 noch 15,6 Millionen waren. Dieser Zuwachs ist nicht das Ergebnis weiterer Migrantenzuwanderung, sondern das Resultat aus den hier in Deutschland gestiegenen ausländischen Geburtenzahlen. 57 Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S. 22 ff. 58 Vgl. Jung M. et al., ebd. S Vgl. Jung M. et al., ebd. S Vgl. Jung M. et al., ebd. S

61 Abbildung 20 - Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2009 Wie man aus der Abbildung entnehmen kann, weist fast jede fünfte Person (19,6 %) in Deutschland hat Migrationshintergrund, Tendenz weiter ansteigend. Die zahlenmäßig größte Gruppe sind Personen mit türkischer Herkunft (3,05 %) gefolgt von Polen (1,58 %), Russen (1,29 %) und Italienern (0,94 %). Auffallend ist dabei der sehr viel höhere Frauenanteil bei polnischen und russischen Migrantengruppen gegenüber den Zuwanderern aus Mittelmeeranrainerstaaten. 61

62 Abbildung 21 - Frauenanteil nach Herkunftsländer 2009 Selbständigkeit von Personen mit Migrationshintergrund in Prozent 61 Die Selbständigkeit in Deutschland stieg seit den 90er Jahren stetig, wie man aus verschiedensten Beiträgen der betriebswirtschaftlichen Literatur entnehmen kann. Trotz alledem ist im internationalen Vergleich die Selbständigkeit in Deutschland niedriger als in den übrigen europäischen Staaten. Die Zahl der Selbständigen Personen mit Migrationshintergrund trägt auch zu der Selbständigenquote in Deutschland bei. In der aktuellen Studie von evers & jung, basierend auf den Daten vom Mikrozensus 2009 zeigen, dass die Selbständigenquote der Personen mit Migrationshintergrund im Jahr 2005 bei 9,6 % liegt und im Jahr 2009 bei 9,9 %. 61 Vgl. Jung M. et al., ebd. S. S

63 Verteilung nach Herkunftsgruppen 62 Basierend auf den Daten der Vorgängerstudie hat sich die Verteilung der Herkunftsländer verschoben. Im Jahr 2003 waren die der türkischen Gründer an erster Stelle, gefolgt von den Italienern. Im Vergleich zu 2009 hat die Gruppe der polnischen Gründer/-innen mit Selbständigen, die "langjährigen Spitzenreiter" die Türken mit überholt Türken 1. Polen 2. Italiener 2. Türken Wie die Darstellung die Platzierung hinsichtlich der Herkunftsländer innerhalb weniger Jahre verschoben hat, zeigt obige Skizze, deren Veränderungen sich sowohl aus der Neuzuwanderung osteuropäischer Gründer/-innen als auch aus der verbesserten Datenlage beim Mikrozensus ergeben. Bemerkenswert ist der Anstieg der russischen und polnischen Gründer/- innen über die Jahre 2008 und Während die polnischen Gründer/- innen im Jahre 2005 noch mit 18,9 % aller Anteile der Selbständigen vertreten sind steigt ihr Anteil im Jahr 2009 auf 23,5 %. 62 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

64 Abbildung 22 - Selbständigenzahl bis Die Entwicklung der Anzahl der Selbständigen zwischen 2005 und 2009 lässt sich anschaulich durch folgende Grafik darstellen. Zu beachten ist der konstant bleibende Anteil einheimischer Selbständiger. Abbildung 23 - Selbständigenquote

65 Auch die Entwicklung der Selbständigenquote der Einheimischen im Vergleich zu den Personen mit Migrationshintergrund ist eine wichtige Größe. Sie gibt die Quote der einheimischen Selbständigen wieder, deren Werte weder gestiegen noch gesunken sind, sondern über die Zeit gleichbleibende Tendenzen aufweist. Im Gegensatz dazu ist die Quote der Personen mit Migrationshintergrund deutlich gestiegen, je nach Herkunftsland. Bei den polnischen Gründern/-innen beträgt der Anteil 12,4 %, bei den Italienern/innen 11,9 % und bei den Türken/innen 6,3 %. Erstaunlicherweise sind die Werte der polnischen und italienischen Selbständigen höher als die der Einheimischen mit 11 %. Bei den Italienern ist dagegen eine Abnahme zu erkennen. Gehen wir vom derzeitigen Entwicklungsniveau aus, ist für die Zukunft ein fortgesetzter Zuzug von selbständigen Personen mit Migrationshintergrund zu erwarten. Welche Bedeutung diese Entwicklung für die jeweiligen Herkunftsländer selbst hat, wird oftmals übersehen. Dies gilt insbesondere für Rumänien, die Ukraine und die USA. Bevölkerungsgruppen, die im Gegensatz zu den klassischen Anwerbeländern nur selten in der deutschen Diskussion berücksichtigt werden. 65

66 Gründungsformen 63 Um das Gründungsgeschehen von Personen mit Migrationshintergrund analysieren zu können, sind die Gründungsformen als ein wesentlicher Hinweis zu beachten. Die Gründungsformen wurde in der Vorgängerstudie von evers & jung in 3 Gruppe gegliedert. Abbildung 24 - Gründungsformen Die Vorgängerstudie von evers & Jung gab an, dass die Migranten im Vergleich zu den Einheimischen einen höheren Anteil an 'echten Neugründungen' (63,9 %) ausweisen. Während sich die Verhältnisse bei den 'sonstigen Neuerrichtungen' (55,2 %) umgekehrt darstellen. Entsprechend der Aussage zu echten Neugründungen wird auch zukünftig ein Schwerpunkt auf den Vollerwerbsgründungen von Migranten liegen. 63 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

67 Im Jahre 2009 ist der Anteil von Migranten bei der Übernahme, Erbfolge, Pacht und Verkauf eines Betriebes von eher unter geordneter Bedeutung. Bei den echten Neugründungen sind die Zahlen in 2009 rückläufig. Bei den sonstigen Neuerrichtungen zeichnet sich eine Zunahme der Anteile auf 63,9 % auf Seiten der Migranten ab und liegt 8,7 % über den Anteilen der einheimischen Gründer. Bemerkenswert sind die Anteile der Personen mit polnischer Herkunft. Von ihnen gründen fast 80 % in der Gruppe der 'sonstigen Neuerrichtungen' d.h. Kleingewerbe oder Nebenerwerb. Betrachtet man Migrantinnen so lässt sich aus der aktuellen Studie entnehmen, dass Gründungen weniger als Haupterwerbsgründung erfolgen sondern die Nebenerwerbsgründungen überwiegen. Befunde zum Gründeralter 64 Das jeweilige Alter zum Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens gilt als wichtiger Indikator gesellschaftlicher Entwicklung. Bezugnehmend auf die Aussagen zum Thema Existenzgründung durch Migranten geht es im Folgenden um das jeweilige Lebensalter zum Zeitpunkt der Gründung je nach Herkunftsland. 64 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

68 Gründer mit Migrationshintergrund: ⵁ-Alter Türken: 31 J. ⵁ-Alter Italien: 32,7 J. ⵁ-Alter Deutsche: 35 J. Vorgängerstudie --> Das Durchschnittsalter ausländischer Gründer/-innen liegt 3-4 Jahre unterhalb dem der deutschen Gründer/-innen Gründer mit Migrationshintergrund: Gründermonitor > Das Durchschnittsalter ausländischer Gründer/-innen liegt 6 Jahre unterhalb dem der deutschen Gründer/-innen --> Abweichend von der allgemeinen 6-Jahresregel zeigt sich ein uneinheitliches Bild bei den jeweiligen Herkunftsländern. Für osteuropäische Gründer/-innen gilt ein höheres Gründungsalter als bei Deutschen, während Gründer aus traditionellen Anwerbeländern in jüngeren Jahren die Selbständigkeit begründen. Gründer mit Migrationshintergrund: ⵁ-Alter Ausländer: 40,8 J. ⵁ-Alter Türken: 38,5 J. ⵁ-Alter Italien: 43,1 J. ⵁ-Alter Polen: 39,5 J. ⵁ-Alter Russen: 42,5 J. Aktuelle Studie ⵁ-Alter Deutsche: 44,8 J. --> Das Durchschnittsalter ausländischer Gründer/-innen liegt 4 Jahre unterhalb dem der deutschen Gründer/-innen 68

69 Auswertung: Vorgängerstudie und aktuelle Studie stimmen hinsichtlich des Durchschnittsalters ausländischer Gründer/-innen im Vergleich zu Deutschen Gründern/-innen überein. Es sind kaum Unterschiede beim Gründungsalter von Frauen und Männer im Zeitpunkt der Gründung festzustellen. In der Studie (Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger) von evers & jung wurde festgestellt, dass Migranten öfters im Vollerwerb gründen, als Personen ohne Migrationshintergrund. Ursächlich dafür sind Schwierigkeiten bei der Aufnahme einer dem Lebensunterhalt sichernden Beschäftigung. Neben den Schwierigkeiten der Beschäftigungsaufnahme führen auch mangelnde Sprachkenntnisse zu einer höheren Bereitschaft eine selbständige Existenz aufzubauen. Wobei der Anteil der Migranten bei 51 % über dem 43 % Anteil deutscher Gründer liegt. 65 Vergleich man die Teilerwerbsgründungen der Jahre 2003 mit denen aus 2009 lassen sich folgende Aussagen treffen: - für alle Herkunftsländer gilt die Zahl der Nebenerwerbsgründungen ist gestiegen - mit einem Plus von 168 % liegen die Italiener an letzter Stelle, ihnen folgen die Türken mit 175,5 % und die Deutschen mit 179,3 % auf fast gleichem Niveau - herausragend belegen russische Migranten mit einer Zunahme von 300,4 % Platz zwei der Rangordnung, absoluter Spitzenreiter ist die Gruppe der polnischen Migranten, deren Nebenerwerbsgründung um 537,8 % zugenommen haben Abschließend sei darauf hingewiesen dass in der Gruppe ausländische Staatsangehörigkeit die 169,8 % ausgewiesene Zunahme der Nebenerwerbsgründung als eine Zusammenfassung der zuvor genannten vier 65 KfW-Gründermonitor

70 Migranten-Gruppen darstellt, wodurch sich der Vergleich ausländisch zu deutsch vereinfacht darstellen läßt. Befunde zum Unternehmensalter 66 Bei der Gruppe mit dem niedrigsten Nebenerwerbsanteil, die zugleich am längsten am Markt vertreten ist, handelt es sich um die Gruppe der Italiener. Bei der Gruppe mit dem höchsten Nebenerwerbsanteil, die zugleich am kürzesten am Markt vertreten ist, handelt es sich um die Gruppe der Russen. Anmerkung: Es ist anzunehmen, dass die Entwicklung nach 2009 sich in Richtung verstärkter Aktivitäten der russischen Gründer/-innen verschieb. Abbildung 25 - Durchschnittliches Unternehmensalter 66 Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S

71 Über ein Zeitraum von zehn Jahren hat sich aus der Studie von evers & jung ergeben, dass deutsche Unternehmen durchschnittlich länger am Markt existieren als Unternehmen von Personen mit Migrationshintergrund auch wenn sich bei den Migrantenbetrieben eine ansteigende Tendenz zeigt. (rot) Innerhalb der Migranten zeigt sich eine längere Marktverweildauer der männlichen gegenüber von Frauen gegründeten Betriebe. (grün) Gründungsressourcen Für die Umsetzung einer Gründungidee ist das Vorhandensein vielseitiger Arbeitserfahrung, ein gut guter Bildungsstand, finanzielle Ausstattung und Einbindung in die Netzwerke in der Regel hilfreich. In diesen Kapital geht es um die Untersuchung von Gründungsressourcen und die Analyse der wesentlichen Merkmale. Beispiele Arbeitsbiografie, Erwerbssituation, unternehmerische Denkstrukturen, Vorlaufzeit und spontane Entscheidungssituation Erwerbssituation vor der Gründung 67 Wie aus der Studie von evers & jung zu entnehmen ist, liegen zwischen Gründungvorhaben und -durchführung bei circa 30 % aller Gründungsinteressierten maximal einem Jahr. Ferner wird aufgezeigt, dass zwischen Migranten und Einheimischen kaum Unterschiede in der Herangehensweise bei der Gründungsumsetzung bestehen. Auffällig ist, dass eine Vielzahl der Personen mit Migrationshintergrund nicht mit der Absicht nach Deutschland kommen hier eine selbständige Existenz aufbauen zu wollen. Bei vielen Migranten entsteht das Bedürfnis ein 67 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

72 Unternehmen zu gründen erst wenn sie in Deutschland ansässig geworden sind. Ein nicht unerheblicher Teil der Migranten war bereits hier berufstätig bevor der Entschluss zur Gründung entstanden ist. (Italien: 93 %, Deutsch: 90 % und Türken: 83 %). Abweichend von den hier lebenden einheimischen Gründern/innen finden sich bei Migranten in weit höher Zahl Zweitgründungen. Von den befragten Gründern haben mir wenige Angaben dazu gemacht aus der Arbeitslosigkeit heraus aktiv geworden sein. Daher ist davon auszugehen, dass sich die Befragten häufig scheuen anzugeben im Vorfeld arbeitslos gewesen zu sein. (Türken am höchsten mit 4,6 %). Im Gegensatz dazu wird in der aktuellen Studie von evers & jung weit öfters angegeben aus dem Status der Nichterwerbstätigkeit/Arbeitslosigkeit heraus ihr Gründungsvorhaben realisiert zu haben. Besonders auffällig ist der hohe Anteil von ehemals arbeitslosen russischstämmigen Gründer/-innen, von denen nach eigene Angaben jede/r vierte im Vorfeld erwerbslos gewesen ist. An zweiter Position folgen mit 19,5 % Gründer/-innen aus den polnischen Gebieten. Diese Zahlen wurden belegt durch die seit 2003 bestehende finanzielle Unterstützung der Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit durch ARGE und Jobcenter. Letztendlich gilt: Arbeitslosigkeit ist ein treibendes Motiv für den Weg in die Selbständigkeit und ein erprobtes Mittel die Beschränkungen beim Arbeitsmarktzugang für abhängig Beschäftigte in Folge der gesetzlichen Übergangsregelung zur Arbeitnehmerfreizügigkeit zu umgehen. "In der Literatur wird zudem darauf hingewiesen, dass die größere Spontanität im Gründungsprozess auch auf einen höheren Anteil an sogenannten Notgründungen zurückzuführen sein könnte." 68 Die Analyseergebnisse der evers & jung Studie ergeben, dass Einheimische, Türken und Italiener für die Vorgründungsphase ein bis zehn Jahren 68 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

73 benötigen, d. h. dieser Zeitraum hat sich gegenüber der Vorgängerstudie verlängert. Weshalb Gründungvorhaben vor oder nach der Einwanderung nach Deutschland geplant werden, lässt sich durch eine Analyse der Gründungsmotive ableiten. Auffällig ist, dass bei polnischen Migranten nahezu jeder fünfte angegeben hat bereits mit dem Entschluss eine selbständige Tätigkeit aufzubauen nach Deutschland eingewandert ist. Auch hier war die bis Mai 2011 geltende Übergangsregelung zur Arbeiternehmerfreizügigkeit. Bei den Einheimischen (Männer und Frauen) liegt der Anteil einer ununterbrochenen Arbeitslosigkeit vor der Gründung bei circa einem Jahr, der niedrigste Anteil liegt bei den Italienern mit durchschnittlich neun Monaten. Als eine Ursache lässt sich die jeweils längere Zeit der Arbeitslosigkeit weiblicher Arbeitnehmer bis zum Start in die Selbständigkeit identifizieren. (Türken: ca. 13,5 Monate, Deutsche: ca. 15 Monate, Polen: ca. 11 Monate, Russen: ca. 11 Monate und Italiener: ca. 9 Monate). Die relativ lange Zeitdauer von Arbeitslosigkeit kann auch als Erklärung für die oft intuitiv gefassten Gründungsentschlüsse dienen. In der Folge werden Schwierigkeiten nicht erkannt und Risiken auf dem Hintergrund spezifischer Mentalität der jeweiligen Herkunftsländer ausgeblendet. Nach Angaben von Gründungsberatern sind Frauen mit Migrationshintergrund bei der Umsetzung der Unternehmensgründung bzw.-übernahme viel pflichtbewusster und sorgfältiger als ihre männlichen Konkurrenten. 73

74 Bildung, Qualifikation und Vorerfahrung Eine wesentliche Ressource für die Gründung ist das Humankapital beispielsweise berufliche Ausbildung, deutsche Sprachkenntnisse oder schulische Ausbildung. Humankapital ist bei verschiedenen Herkunftsländern unterschiedlich gegeben. 69 In Anlehnung an das Institut für Mittelforschung Bonn "Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten" ist mir folgender Punkt zum Thema Humankapital aufgefallen. Ausgehend von den Daten aus den Gründerpanel des IfM Bonn resultierend aus der jährlich durchgeführten Messebefragungen wird zwischen allgemeinen und gründungsspezifischen Humankapital unterschieden. 70 Abbildung 26 - Grafische Darstellung Humankapital Vgl. Jung M. et al., ebd. S Kay R., Schneck S. - IfM Bonn - Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten, S Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S

75 Beim allgemeinen Humankapital bestehen zwischen zugewanderten und nicht zugewanderten Gründungsinteressierten wesentliche Unterschiede in der Schul- und Berufsausbildung. 72 Schuldabschlüsse So haben in der Studie vom IfM Bonn "Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten" 16,2 % der befragten Personen mit Migrationshintergrund die mittlere Reife erfolgreich abgelegt, während es bei den Einheimischen 26,4 % sind. Erstaunlicherweise sind 57,7 % der Migranten im Besitz eines Fachhochschulabschlusses, während es bei der Vergleichsgruppe nur auf 45,6 % zutrifft. Damit haben die Personen mit Migrationshintergrund ein höheres Schulbildungsniveau. 73 Abbildung 27 - Humankapital in Prozent Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S.22 75

76 Auch die Studie von von evers & jung bestätigt diese Aussagen zum Schulbindungsniveau der Personen mit Migrationshintergrund mit Abitur. Der Anteil der einheimischen Selbständigen mit einem Abitur-Abschluss liegt (35,2 Prozent) niedriger als bei den Selbständigen mit Migrationshintergrund (40,5 Prozent). 75 "Die Anteile der Abiturienten unter den Selbständigen mit polnischem und russischem Migrationshintergrund erscheint zwar im Vergleich zu den türkisch- und italienischstämmigen Personen hoch, sie befinden sich jedoch im Bezug auf alle Selbständigen mit Migrationshintergrund lediglich im Durchschnitt." 76 Beruflicher Bildungsabschluss In der Studie vom IfM Bonn "Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten" liegt der Anteil der Einheimischen, die eine Berufsausbildung besitzen bei 57,7 %, während es bei der Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund nur bei 35,1 der Teilnehmer zutrifft. 77 (siehe Abbildung 14) Diese Feststellung wird durch die Ergebnisse aus der Studie von evers & jung den beruflichen Abschluss betreffend bestätigt. In dieser Studie wurden auch die Herkunftsländer betrachtet. Mit 33,3 % ist der Anteil von russischen Selbständigen mit Universitätsabschluss ungewöhnlich hoch, in diesen 33,3 % ist ein Frauenanteil von 11,8 % enthalten. Auf der anderen Seite der Skala zeigt sich unter türkischstämmigen Selbständigen das niedrigste Qualifikationsniveau aller Migranten. Herausragend ist der Anteil türkischer Frauen ohne berufsqualifizierenden Abschluss mit mehr als 50%, während der Anteil der Männer bei 45 % liegt Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S Vgl. Jung M. et al., ebd. S Kay R., Schneck S. - IfM Bonn - Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten, S Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S

77 Abbildung 28 - Beruflicher Bildungsabschluss Migrationshintergrund Betrachtet man die unterschiedliche Situation von Schul- und Berufsausbildung so zeigt sich vor allem für bestimmte Migrantengruppen wie Türken oder Russlanddeutsche eine Umkehrung der Verhältnisse. Es kann angenommen werden, dass es sich dabei um eine Folge von Anhäufung gutgebildeter Migranten bei der Befragung handelt, die auf Grund ihrer guten Deutschensprachenkenntnisse eher bereit waren an der Befragungen teilzunehmen? 79 Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei der Betrachtung von gründungsspezifischem Humankapital. Hier sind die Abweichungen zwischen beiden Betrachtungsgruppen geringfügig. Wesentliche Merkmale die das 79 Kay R., Schneck S. - IfM Bonn - Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten, S

78 gründungsspezifische Humankapital auszeichnen sind: Erfahrungen in der Branche, Erfahrung mit der Selbständigkeit, Erfahrung in der Unternehmensführung, sowie Abstammung von selbständigen Eltern. 80 Sprachkenntnisse, Bildung und Gründungsrelevante Erfahrungen 81 "Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Analyse des Qualifikationsniveaus ist die Frage, inwieweit Gründer mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache beherrschen." Die Studie von evers & jung zeigt, dass Personen mit Migrationshintergrund aus Anwerbeländer deutlich besser die deutsche Sprache beherrschen als die osteuropäischen Länder. (Italien: 87 %, Türkei: 79,5 %, Russland: 71,5 % und Polen 69 %). Generell ist festzustellen, dass Gründerinnen mit Migrationshintergrund wesentlich besser die deutsche Sprache beherrschen als die männlichen Gründer. Bezugnehmend zu den Kriterien der gründungsrelevanten Erfahrungen "Vorerfahrung in gleichen oder ähnlichen Bereichen" lässt sich feststellen, dass Personen mit italienischen Migrationshintergrund (83,8 %) am meisten Erfahrungen in der gleichen oder ähnlichen Branche hatten. Gefolgt von den Personen ohne Migrationshintergrund ( 77,6 %) und türkischstämmigen Gründern (57,6 %). Die mit den wenigstens Vorerfahrungen sind die russischen Personen (54,8%), von denen fast jeder zweite ein Unternehmen ohne jegliche Vorerfahrungen in der Branche gegründet. 80 Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S

79 Abbildung 29 - Sprachkenntnisse und Bildung Migrationshintergrund Jung M. et al., Unternehmensgründung von Migranten und Migrantinnen, evers & jung GmbH, Hamburg Juli 2011, S

80 Gründungsfinanzierung 83 Kommen wir zu den finanziellen Ressourcen der Gründer/-innen. Hier wird erläutert, wie Migranten an Kapital kommen. Gibt es Abgrenzungen zwischen Einheimischen und Personen mit Migrationshintergrund? Welche Fremdkapitalquellen gibt es und werden sie von Migranten in Anspruch genommen? Ohne Kapital kann man kein Unternehmen gründen. Finanzielle Ressourcen sind das A und O (der Kern) einer Gründung. In der Vorgängerstudie "Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger" war das Ergebnis der Analyse zur Gründungsfinanzierung, dass Personen mit Migrationshintergrund wesentlich öfter Fremdkapital benötigen als Einheimische (Türkei: 56,8 %, Italien: 53,1 und Deutschland: 47,8 %). Dafür nehmen Migranten öfter finanzielle Darlehen von Familien und Verwandte in Anspruch als deutsche Gründer/- innen. Außerdem nehmen Personen ohne Migrationshintergrund öfter an staatliche Fördermittel in Anspruch (14%) als Migranten (5%). Als Begründung wird auf fehlende Informationen über Förderangebote und fehlende Institutionenkenntnisse sowie vermeintliche Abneigung gegenüber Formalitäten verwiesen. Dabei ist auffällig, dass Personen mit türkischer Herkunft im Vergleich zu den anderen Herkunftsländern kaum finanzielle Mittel der Banken nutzen. Im Gegensatz zu evers & jung wird im Gründungsmonitor 2007 zeigt, dass deutsche Gründer/-innen weniger Bedarf an Finanzierungsmittel haben als Migranten. In einer Befragung der IfM Mannheim für NRW ergabt, dass Migrantinnen bei der Gründung oftmals auf ihr soziales Umfeld zurückgreifen und zwar weitaus öfter als Männer. Diese Aussage unterscheidet sich je nach 83 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

81 Herkunftsland und Stärke der Inanspruchnahme. Desweiteren finanzieren Migrantinnen fast 33,3 % durch Banken, bei Gründerinnen mit italienscher Herkunft sind es fast 50 %. Russische Frauen gründen i. d. R. kleinere Unternehmen (geringer als ) als Männer (43 % zu 50 %), da sie sich öfter im Dienstleistungsbereiche orientieren und im Nebenerwerb gründen. Anders als türkische und polnische Gründerinnen, deren Gründungskapital zwischen 5.000, ,00 beträgt. Startkapitalfinanzierung Im Gegensatz dazu gründen Einheimische mit mehr Startkapital. Ein Anteil von 21 % aller deutschstämmigen Gründer starten mit einer Fremdkapitalfinanzierung von mehr als ,00. In dem Bereich unter ,00 bewegen sich die Gründer aus den polnischen (60 %) und russischen (57 %) Ländern. Bemerkenswert ist der Anteil der polnischen Gründer/-innen in dem Bereich unter 5000,00, sie dominieren mit 43 %. Eigenkapital Mit wie viel Eigenkapital gründen Migranten? "Mit Ausnahme der Gründer italienischer Abstammung ist die Höhe des Eigenkapitals beim Start der Selbständigkeit bei Unternehmern mit Migrationshintergrund mehr als zweimal so niedrig wie diejenige der einheimischen Selbständigen." 84 Einheimische und polnische Frauen benötigen mehr Eigenkapital als die männlichen Gründer ihrer Herkunft. Bei den übrigen Herkunftsländer ist das andersrum. 84 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

82 Abbildung 30 - Startfinanzierung - Eigenkapital Hinsichtlich der Finanzierungsquellen sind die Anteile der italienischen (56 %) und türkischen (64%) Gründer/-innen, die von Familie und Verwandte Geld leihen. Im Vergleich zu den polnischen und russischen Gründer/-innen liegt dieser Anteil nur knapp 30 %. Förderung im Bereich SGB II Die staatliche Förderung im Bereich SGB II z. B. durch Arbeitsagentur, ARGE oder Jobcenter, zeigen erstaunliche Ergebnisse. Einheimische und Anwerbeländer beanspruchen weniger als 20 % staatliche Förderung im Bereich SGB II als Migranten anderer Herkunftsländer (Polen: 39 %, Russen: 31 %). Aufgrund der hohen Anteile von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit 82

83 haben 19,5 % polnische und 25,1 % russische Gründer/-innen angegeben, dass sie aus der Arbeitslosigkeit gegründet haben. Der niedrige Anteil von Inanspruchnahme staatlicher Förderung im Bereich SGB II der türkischen Gründer ist darauf zurück zu führen, dass der formaler Aufwand bzw. Unkenntnis im Umgang mit Behörden Hemmnisse wirken betrachten werden. Förderbanken/ Förderangebote Knapp 10 % aller einheimische Gründer finanzieren ihr Gründungsvorhaben mit Förderangeboten der regionalen und nationalen Förderbanken. Im Verhältnis zu den anderen Herkunftsländern dominieren Einheimische in diesem Bereich (Italien und Polen mit 4 %, Türkei und Russland mit nur 2 %). Diese Erkenntnis lässt darauf schließen, dass Migranten von diesen Angeboten keine Kenntnis haben. Kleinkredite/Mikrokredite Mikrokredit und Kleinkredite sind noch wenig auf dem Markt bekannt, da diese Kreditform noch relativ neu auf dem Markt sind. Daher werden diese Finanzierungsmittel wenig von Personen mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen. Wie man aus der Tabelle entnehmen kann, nutzen polnischstämmtige Personen dieses Instrument am häufigsten von allen hier ausgezählten Herkunftsländern. (Polen: 5 %, Türken: 4 %, Deutschland: 3 %). Bank/ Sparkasse Eine Finanzierung durch die Bank ist wesentliches Instrument für alle Gründer/-innen. Nur bei Personen aus Polen zeigen andere Werte. Fast jede/r zehnte Personen nimmt diese Finanzierungsart in Anspruch (10 %). Im Vergleich dazu Personen aus Deutschland 59 %, Italien 67 %, Türkei 53 % und Russland mit 39 %. Hier stellt sich die Frage, warum ist das bei den polnischen Gründer/-innen anders als bei den übrigen?. 83

84 Polnische (29,3 %) und russische (46,7 %) Gründer/-innen benötigen weniger Fremdkapital als Einheimischen und Migranten aus den Anwerbeländern. Das Bemerkenswerte ist, dass von den 29,3 % polnischen Gründer/-innen einen Antrag auf einen Kredit gestellt haben und fast jede/r zweite eine Ablehnung bekam. Bei allen anderen Herkunftsländer beträgt der durchschnittliche Anteil circa 17 %. Fast jede/r zweite polnische und russische Antragsteller sind der Meinung, dass es sehr schwierig war mit der Bank zu kommunizieren. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist, dass 37,7 % Türken und 30,5 % Russen erfolglos versucht haben einen Kredit zu erhalten. Trotzdem haben diese Gründer/-innen gegründet. Fazit Es wird immer mehr Fremdkapital als Mittel der Finanzierung genutzt, trotz allem nutzen die Einheimischen diese Mittel mehr als Gründer/-innen die anderen Herkunftsländern, da sie nur wenige Sicherheiten besitzen um einen Kredit bei der Bank zu erhalten. Die Gründer/-innen mit Migrationshintergrund wenden sich häufiger an Familie und Freunde als Quelle für die Finanzierung ihres Gründungsvorhabens. Eine große Bedeutung ist die Förderungen aus dem SGB II (Gründung als der Arbeitslosigkeit) für polnische und russische Gründer/-innen. Fördermittel werden nur im geringem Umfang von Personen mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen. 84

85 4 Gründe der Selbständigkeit Gründungsmotive 85 Um die gruppenspezifischen Motivlagen zu ermitteln, wird nach evers & jung zwischen individuellen, aus der eigenen Personen entstehende Pull- Faktoren, und den von außen einwirkenden Push-Faktoren unterschieden. Daher wird im Folgenden erörtert, welche Motive für die Gründer/-innen der unterschiedlichsten Herkunftsländer die jeweils größte Bedeutung haben. Abbildung 31 - Push- und Pull-Faktoren 85 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

86 In der aktuellen Studie von evers & jung spielen die Push-Faktoren eine größere Rolle als die Pull-Faktoren. In der Vorgängerstudie " Die Bedeutung der ethnischen Ökonomie in Deutschland Push- und Pull-Faktoren für Unternehmensgründungen auslandsstämmiger Mitbürger" kehrten sich die Verhältnis genau um. Betrachtet man die Antworten der befragten Studienteilnehmer, so lässt sich aus deren Selbsteinschätzung nicht auf die Motivlage des einzelnen Gründers schließen. Bei der Analyse der pull-orientierten Antworten zeigt sich der Wunsch nach sozialem Aufstieg, Autonomie und Eigenständigkeit sowie ein ausgeprägtes Machbarkeitsdenken verbunden mit hoher Leistungsbereitschaft. 86

87 Abbildung 32 - Push- und Pull-Motive 87

88 Pull-Motive Grundgesamtheit und Frauen 1. Rangfolge: Kriterium Unabhängigkeit und Eigenständigkeit ist hinsichtlich der Zahl der Nennungen und der Rangfolge bei Frauen und Grundgesamtheit identisch. 2. Rangfolge: Identität von Rang und Nennung gilt auch für das Kriterium "höherer Verdienst", gefolgt von "Ideenverwirklichung" und "Unabhängigkeit und Eigenständigkeit". Sonderstellung der polnischen Migrantengruppe durch Einzelnennung Kriterium "Verwertung Qualifikation und Fähigkeiten" (Grundgesamtheit) sowie "flexible Zeiteinteilung" (Frauen). 3. Rangfolge: Identität beim Kriterium höherer Verdienst bei Einheimischen und Russen (Grundgesamtheit und Frauen). Keine weitere Übereinstimmung zwischen Frauen und Grundgesamtheit. Abweichende Positionen zwischen Frauen und Grundgesamtheit: Während türkische und italienische Frauen die Verwertung von Qualifikationen und Fähigkeiten in den Vordergrund stellen, findet sich in der Grundgesamtheit das Kriterium der Ideenverwirklichung. Absolut abweichend ist die Nennung in der polnischen Gruppe bei der flexible Zeiteinteilung der Grundgesamtheit zuzuordnen ist, während bei den Frauen die Ideenverwirklichung steht. Push-Motive Grundgesamtheit und Frauen Ebenso wie bei den Pull-Motiven finden sich bei den Push-Motiven Übereinstimmung hinsichtlich des Kriteriums sonst Arbeitslos. Dieses Kriterium wird mit Ausnahme der polnischen und italienischen Migranten von allen übrigen Gruppierungen genannt. Bei den Polen wird Kriterium der sonstigen Arbeitslosigkeit ersetzt durch Unzufriedenheit am Arbeitsplatz in der Grundgesamtheit, während sich bei den polnischen Frauen das Kriterium sonst Arbeitslos wiederfindet. Bei den Italienern wird das Kriterium sonst Arbeitslos (Grundgesamtheit) durch das Kriterium "Unterstützung von ARGE" (Frauen) ersetzt. 88

89 Auswertung Ziel der Untersuchung ist die Ermittlung der Gruppenspezifischen Motivlagen zur Erarbeitung von Konzepten und Handlungsempfehlungen für Personen und Institutionen die im Bereich Gründung und Gründungförderung tätig sind. Da der Anteil der weiblichen Gründerinnen im Verhältnis immer noch viel zu niedrig ist, sind sie ein eigener Schwerpunkt bei der Analyse. 5 Chancen, Risiken und Hemmnisse Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten 86 Gleichgültig ob Migranten oder Einheimische (nicht Zugewanderte) alle werden mit den Problemen und Hemmnissen einer Unternehmensgründung konfrontiert. Gibt es Unterschiede? In diesem Kapital werden wir, näher auf die spezifische Unterschiede bei einer Gründung von Migranten eingehen. In den letzten Jahren haben sich die Zahlen der Gründungen von Migranten stark entwickelt im Gegenzug zu den Einheimischen. Es waren immer die Italiener und die Türken, die stärkste Gruppen der Gründer, doch seit dem EU- Beitritt gründen mehr und mehr osteuropäische Zuwanderer. 87 Viele Gründungspläne der Migranten können nicht umgesetzt werden, weil einige der wichtigsten Gründungsprobleme bei Migranten im Finanzierungsbereich liegen. Das Gründungspanel des IfM Bonn ergab folgende Ergebnisse: 67,4 % der Migranten gaben an, dass ihre eigenen Finanzierungsmittel nicht genügen. (Einheimische 46,6%); dabei auftretende Fragestellung: sind in den 46,6 % auch hier geborene Nachkommen der zugewanderten Elterngeneration enthalten 86 Kay R., Schneck S. - IfM Bonn - Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten, S Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S. V ff. 89

90 These: "Finanzierungsprobleme verhindern oder verzögern die Gründungsumsetzung von Migranten und stellen damit eine wesentliche Eintrittshürde dar." 88 Die Zahl der Migranten die keine Fördermittel beantragen oder erhalten haben liegt bei 62,8 % aller Antragstellungen. (Einheimische 36,2 %). Die Zahl der Migranten, die keinen Kredit von einer Bank erhalten liegt bei 54,8 %. Angesichts dieser Zahlen werden Gründungsvorhaben verschoben oder aufgegeben. Wesentliche Betrachtungsgegenstände der vorliegenden Studie sind zwei der am häufigsten auftretenden Gründungsprobleme (Gründungsvorfinanzierung und Rechtliche Rahmenbedingungen) bei der Zielgruppe der Migranten. Die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund sind in den letzten Jahren gestiegen. Daraus ergeben sich neue vielfältige Integrationschancen, die sich insbesondere in der beruflichen Selbständigkeit wiederspiegeln. - Selbständige Gründerinnen Steigerung gesellschaftlichen Ansehens, höhere Kaufkraft, Sicherung des Aufenthaltsstatus - Migrantenbezogene Arbeitsplatzschaffung Möglichkeit des Einkommenserwerb auch für die Gruppe der abhängig Beschäftigten Ausländer und Migranten, die z. B. Sprachbarrieren oder fehlende Anerkennung des Berufsabschluss - keine Arbeitsplatzchancen haben - Identitätsstiftendes, Vertrauen schaffendes kulturelles Umfeld insbesondere für die 1. Generation bzw. für ältere Migranten zutreffend Wirtschaftspolitisch bieten die Entwicklungen der selbständigen Existenzen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu potentiellen Abnehmerkreisen und Geschäftspartnern in den jeweiligen Herkunftsländern für hier etablierte Unternehmensgründer. Mit der Zahl der heterogenen Herkunftsländer wächst auch die Zahl möglicher Markterschließung. "Erste Hinweise liefert der KfW-Gründungsmonitor: Nicht-EU-Ausländer gründen überdurchschnittlich häufig, wohingegen EU-Ausländer sowie 88 Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S. VI 90

91 Eingebürgerte und Spätaussiedler unter den Gründern unterrepräsentiert sind." 89 Rechtliche Rahmenbedingungen 90 Frage: Für wen gilt die volle Niederlassungs- und Gewerbefreiheit und welche Beschränkungen gibt es? Niederlassungsfreiheit 91 "das Recht von Bürgern der Europäischen Union auf Niederlassung in einem anderen Mitgliedstaat zur selbständigen Ausübung gewerblicher, landwirtschaftlicher oder freiberuflicher Erwerbstätigkeiten." Gewerbefreiheit 92 "Recht, ein Gewerbe zu betreiben, sofern nicht gesetzliche Ausnahmen oder Beschränkungen bestehen." Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und für die Schweiz gelten die Niederlassungs- und die Gewerbefreiheit für EWR-Bürger und Deutsche.(Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) wird durch die EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen gebildet.). 89 Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S Vgl. Kay R., Schneck S., ebd. S URL: wirtschaft/20163/niederlassungsfreiheit --> aus dem Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 5. Aufl. 92 URL: 91

92 Abbildung 33 - Niederlassungs- und Gewerbefreiheit Abbildung 34 - EWR-Bürger - Nicht-EWR-Bürger 92

93 Andere Bedingungen gelten für nicht EWR-Bürger (Europäische Wirtschaftsraum- Bürger), dabei ist zu beachten, ob eine Aufenthaltserlaubnis ( 21 Aufenthaltsgesetz) vorliegt. Die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit ist nur erlaubt unter folgenden Bedingungen: - ein wirtschaftliches Interesse oder ein regionales Bedürfnis besteht, - positive wirtschaftliche Auswirkung der Gründung zu ersehnen, - (Allgemein sind die Bedingungen für die Absicherung der Finanzen dann erfüllt, wenn für die Gründung mindestens Euro investiert wurden und nicht weniger als fünf neue Arbeitsplätze geschaffen wurden). Können diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, kann man seinen Gründungsplan durch fachkundige Stelle z. B. der IHK überprüfen lassen. Für Nicht-EWR-Bürger ohne Aufenthaltserlaubnis gilt: - zuerst Aufenthaltserlaubnis beantragen - sie ist längsten 3 Jahre gültig und wird nur erteilt, wenn Voraussetzungen gegeben sind. Alle nicht EWR-Bürger, die keine Aufenthaltserlaubnis haben, werden mit den Voraussetzungen sehr hohe Hürden zu überwinden haben. Ausgehend vom Grundsatz, dass alle Nicht-EWR-Bürger sich einer Meldepflicht der Ausländerbehörde zu unterziehen haben, gibt es zwei grundlegende Unterschiede. Für diejenigen die bereits eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen können, hat die Meldepflicht nur formalen Charakter, während diejenigen, die noch nicht über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen zahlreiche Nachweise zu erbringen haben. 93

94 Berufsständisches Zulassungsvoraussetzungen 93 Gesetzlich gesehen ist jedem Menschen erlaubt ein Gewerbe auszuüben soweit er die gesetzlichen Vorrausetzungen erfüllt. Dazu gehören: wer ein Gewerbe ausübt muss eine Gewerbeanmeldung beantragen. wer ein Freiberufliche Tätigkeit ausübt muss beim Finanzamt diese Tätigkeit anzeigen sowie persönliche Eignung und berufliche Qualifikation (Universitätsabschluss) nachweisen. Darüber hinaus gibt es weitere branchenbezogene Zulassungsbeschränkung, Wer z. B. eine Gaststätte betreiben will benötigt eine Schanklizenz. Maklertätigkeiten darf nur ausüben, wer einen Maklerschein besitzt. Bestimmte Handwerksberufe müssen sich in die Handwerksrolle eintragen lassen. "Die Zugangsregelungen zu einer Vielzahl von Freien Berufen bilden für diejenigen Migranten hohe Hürden, die ihre Berufsqualifikationen nicht in Deutschland erworben haben." 94 Für Sie bleibt nur die Chance durch ein aufwendiges Anerkennungsverfahren ihre Qualifikationen in Deutschland anerkannt zu bekommen. Veränderung durch die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit seit Mai 2011 in der EU 95 Seit 2011 können alle aus den EU-8-Ländern (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechischen Republik und Ungarn) bedingungslos in Deutschland eine selbständige oder beschäftigte Arbeit ausüben. Die Übergangsfristen für die Arbeitnehmerfreizügigkeit wurden gestrichen. "Durch das anhaltend hohe Einkommensgefälle und die damit verbundenen Migrationsanreize gehen Schätzungen davon aus, dass im Jahr 2020 hierzulande knapp 1,0 bis 1,5 Millionen Migranten aus den osteuropäischen EU-Staaten leben werden. Das wären zwei- bis dreimal so viele wie heute" Kay R., Schneck S. - IfM Bonn - Hemmnisse und Probleme bei Gründungen durch Migranten, S Vgl. Kay R., Schneck S. ebd. S Vgl. Jung M. et al., ebd. S Vgl. Jung M. et al., ebd. S

95 Der Weg in die Selbständigkeit wird immer mit Hindernissen und Problemen gepflastert sein, die dann die Selbständigkeit erschweren oder auch zum Abbrechen führen. In diesen Kapitel werden die unterschiedlichen Hemmnisse für Migranten und Einheimischen nach evers & jung beschrieben. 97 Rechtliche und institutionelle Hürden Einer der wesentlichen Hindernisse bei Migranten sind die rechtlichen und institutionellen Hindernisse. In der Vorgängerstudie von evers & jung wurden die folgenden Hindernisse wie z. B. Schwierigkeiten beim Erhalt von Genehmigungen sowie die allgemeine Bürokratie als wesentliche Kriterien von Personen mit Migrationshintergrund aufgezählt. Nur ein kleiner Teil von Personen mit Migrationshintergrund kannten sich mit den rechtlichen Situationen aus. Türkischstämmige Personen gaben an, dass der bürokratische Aufwand zu den häufigsten Hindernis gehört. Laut DIHK (Deutscher Industrie Handelskammer) Gründerreport 2008 sind für Personen mit Migrationshintergrund die Anforderungen bei erlaubnispflichtigen Gewerben sehr schwierig zu erfüllen und auch Einheimische empfinden es so. (z.b. Meisterbrief bei Eröffnung einer Autowerkstatt oder Friseursalon, Gastgewerbebeschein bei Eröffnung eines Restaurant.) Ein weiteres Problem für Migranten/-innen ist die Anerkennung der Zeugnisse, Zertifikate oder Qualifikationen. 97 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

96 Subjektiv Hemmnisse - Herkunftsbedingte Benachteiligung Darunter zählen Einschränkungen, die ihre Ursache im persönlichen Empfinden der befragten Personen mit Migrationshintergrund haben. Tabelle 8 - Subjektive Hemmnisse 98 Benachteiligung aufgrund Herkunft Befragungsübersicht in Prozent Türkei Polen Russland Italien 22,5 % 14 % 14 % 2,5 % Besondere Benachteiligung wird von türkischstämmigen Unternehmern genannt. Polnische und russische Migranten liegen im Mittelfeld der Ergebnisstabelle. Herausragend sind die Bewertungen der befragten italienischen Klientel von denen lediglich 2,5 % eine Benachteiligung angegeben haben und im Ganzen ein Wert erreicht wird der nahe der Vollintegration liegt. Im Allgemeinen wird das Vorhandensein von Vorurteilen bejaht, hinsichtlich ihrer Auswirkungen jedoch eher als nachrangig eingestuft. Fehlende Sprachkenntnisse werden nicht als Ursache allgemeiner Vorurteile genannt sondern von Branchen und Umfeld abhängig als Gründungshemmnis eingestuft. Beispiele: sprachliche Unsicherheiten bei der Kundengewinnung, fehlende gleichsprachige Mitarbeiter bei Beratungs- und Anlaufstellen, kulturbedingte Vorbehalte - Preisverhandlungen, Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme gegenüber Banken und Behörden. Die Einschätzung des Ausmaßes von herkunftsspezifischer Benachteiligung oder offener Diskriminierung ist je nach Herkunftsland unterschiedlich. 98 Vgl. Jung M. et al., ebd. S

97 6 Finanzierungen und Förderung für Frauen Finanzierung und ihre Probleme 99 In Anlehnung an die Studie "Schöpferische Kraft der Vielfalt: Zugewanderte und ihre Unternehmen - Bedeutung, Triebkräfte und Leistungen von Migrantenunternehmen in Baden-Württemberg (und Deutschland)" wird in diesen Kapitel über das Thema Finanzierung und ihre Probleme näher besprochen. Im Gegensatz zu den Studien von evers & jung, bei denen stets Personen aus der Türkei, aus Italien und Polen sowie Personen aus anderen osteuropäischen Ländern erfasst worden sind, finden sich in der oben genannte Studie Personen aus dem Nahen und Mittleren Osten (Teile des Irans, Südasien und Myanmar) 100 und dem ehemaligen Jugoslawien aufgeführt. Für einen erfolgreichen Start in die Selbständigkeit sind Gründungs- und Unternehmensfinanzierungen die wesentlichsten Bedingungen und zugleich die größten Hürden. In vielen Studien wurde belegt, dass Personen mit Migrationshintergrund häufiger Probleme hinsichtlich der Kreditgewährung zu bewältigen haben als Einheimische. Im Gegensatz zur allgemeinen Ansicht, Migranten würden in höherem Maße auf familieninterne Finanzierungen zurückgreifen, zeichnet sich in der täglichen Praxis eine nicht unerhebliche Schwankungsbreite in Abhängigkeit vom jeweiligen Herkunftsland von Mittelgeber und Mittelnehmer ab. Familien-Darlehen Bei der Gruppe der traditionellen Anwerbeländer (Türkei, Griechenland und Italien) weisen türkischstämmige Gründer/-innen mit einem 50 % Familiendarlehen den höchsten Anteil aus, während bei den 99 Leicht R., Schöpferische Kraft der Vielfalt: Zugewanderte und ihre Unternehmen - Bedeutung, Triebkräfte und Leistungen von Migrantenunternehmen in Baden-Württemberg (und Deutschland) IfM Mannheim, Mannheim 2012, S URL: 97

98 Osteuropäern/innen nur in einem Viertel aller Gründungen die Einbindung familiärer Geldquellen erfolgt. Abbildung 35 - Mitfinanzierung durch Familienangehörige / Verwandte Der hohe Anteil der Mitfinanzierung durch Familienangehörige und Verwandte bei den Einheimischen (40 %) resultiert aus Übernahmen von Unternehmen oder Unternehmensnachfolgen und kann als Indiz dafür angesehen werden, dass innerfamiliäre Mitfinanzierungen allgemein üblich sind. Der herausragend hohe Anteil türkischstämmiger Gründer/-innen ist als ein Alleinstellungsmerkmal anzusehen und entspricht daher nicht dem normalen Durchschnitt. 98

99 Banken und Sparkassen Abbildung 36 - Mitfinanzierung durch Banken und Sparkassen Bei der Betrachtung der Gründungen von Menschen mit Migrationshintergrund zeigt sich, dass lediglich 30 % aller Kreditanträge von den Banken positiv entschieden werden. Nur unwesentlich abweichend ist die Kreditgewährung bei deutschstämmigen Antragsstellern. Zu beachten ist, dass bei Ermittlung der Prozentwerte vorrangig Inhaber/innen von Einzelunternehmen einbezogen wurden, während Kapitalgesellschaften und veröffentlichungspflichtige Personengesellschaften außer Betracht geblieben sind. Lagen bei der familiären Mitfinanzierung die türkischstämmigen Gründer mit einem Anteil von 50 % weit vor allen anderen Gruppen, so liegt bei der Mitfinanzierung durch Banken die Gruppe der italienischen Gründer/-innen mit 50 % vor allen anderen Kreditantragsstellern. 99

100 Antragstellung und Entscheidung Der Darstellung abgelehnter und bewilligter Bankkredite folgend, stellt sich die Frage nach den Gründen der überdurchschnittlich hohen Ablehnung von Kreditantragstellungen einzelner Herkunftsländer. Abbildung 37 - Antrag abgelehnter und bewilligter Bankkredite Bei Antragsstellern aus dem Nahen und Mittleren Osten, Polen und dem ehemaligen Jugoslawien werden von fünf Kreditanfragen durchschnittlich je zwei Antragsstellungen von den Banken abgelehnt. Dies trifft auch bei rund einem Drittel der deutschstämmigen Kredit-Antragstellung zu. Auffällig ist die leicht höhere Bewilligungsrate bei Gründer aus der Türkei, Italien und Griechenland. Dies lässt darauf schließen, dass anderweitige Finanzierungsquellen wie z.b. Familien-Darlehen in Anspruch genommen wurden. In der Folge konnten verbesserte Sicherheitsstellungen bei höheren Eigenkapitalquoten gegenüber den Banken ausgewiesen werden, wodurch eine positive Kreditentscheidung begünstig wurde. 100

101 Darlehen durch Freunde und Bekannten Der ungewöhnlich hohe Anteil italienischstämmiger Gründer/-innen bei der Inanspruchnahme von Finanzmittel seitens Freunde und Bekannte lässt darauf schließen, dass hier ein höhere Bereitschaft gegenseitiger Hilfestellung besteht. Dies lässt sich daraus ableiten, dass 10 % der befragten Italiener aber nur 3 % Darlehensnehmer auf der Seite der Einheimischen auf Finanzmittel des Freundes- und Bekanntenkreises zurückgreifen können. Abbildung 38 - Finanzierung durch Freunde und Bekannte Staatliche Fördermittel Staatliche Fördermittel Existenzgründer betreffend sind öffentliche Darlehen, die sich durch niedrige Zinsen, lange Laufzeiten, tilgungsfreie Anlaufzeiten und Haftungsfreistellung auszeichnen. Sie werden über Landesförderbanken oder die bundeseigene KfW-Banken-Gruppe ausgegeben, ergänzt durch finanzielle Mittel der Bundesagentur für Arbeit. Diese Art an Finanzierungshilfen nehmen viele osteuropäischen Gründer/-innen in Anspruch um ihr Vorhaben zu verwirklichen. Erstaunlicherweise ist der Anteil der staatlichen Förderung bei Italienern, Griechen und Gründern aus dem 101

102 Nahen/Mittleren Osten sehr gering. Ursächlich ist das Fehlen von Kenntnissen über Fördermittel sowie fehlende Bereitschaft sich mit den Bedingungen der Antragsstellung auseinander zu setzen. Anders sieht es bei den Fördergeldern der Bundesagentur für Arbeit aus. Hierbei handelt es sich um "Nicht-rückzahlungspflichtige Starthilfen zur Existenzgründung", der Anteil der Inanspruchnahme durch osteuropäische (28 %), türkische (25 %) und Gründer/-innen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens (25 %) liegt erstaunlicherweise sehr hoch im Gegensatz zu den Einheimischen (16 %). Abbildung 39 - Finanzierung durch staatliche Fördermittel 102

103 Gründnungszuschuss 101 Gründungszuschuss zur Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit nach 57 SGB III Gründungszuschus wird an Arbeitslose gezahlt, die sich hauptberuflich Selbständig machen wollen. Voraussetzungen: - Antragsteller muss noch 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld haben - zwischen Antrag und Arbeitslosigkeit muss ein zeitlicher Abstand bestehen - Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach SGB III oder sozialversicherungspflichte Beschäftigung vor Arbeitslosigkeit - Existenzgründungskurs - Tragfähigkeitsbescheinigung - Gewerbeanmeldung, bei Freiberufler --> Mitteilung ans Finanzamt über die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit ausgeschlossen sind: - Für Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz 4) sind ausgeschlossen - Zweitantragssteller bei denen zwischen Beendigung der ersten Selbständigkeit und der erneuten Antragstellung weniger als 24 Monate liegen - Nebenerwerb und Zuerwerb Rückzahlung: - keine Erfolgsabhängigkeit - falsche oder spätere Angaben bei der Antragsstellung - Rückzahlungen einforderbar - beim Scheitern keine Rückzahlung Höhe der Leistungen "Der Gründungszuschuss kann als Zuschuss für 6 Monate als Ermessungsleistung gewährt werden" URL: 0.pdf 102 Förderfibel S

104 Höhe der Bemessungsgrundlage ist das bisherige Arbeitslosengeld, zuzüglich einem Anteil zur sozialen Absicherung in Höhe von 300,00 Euro monatlich. Nach dem Ende des Bewilligungszeitraumes kann ein Verlängerungsantrag gestellt werden, bei denen die Leistungshöhe auf 300,00 Euro monatlich begrenzt ist und maximal für weitere neun Monate bezahlt werden kann. Einstiegsgeld 103 Einstiegsgeld zur Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit nach SGB II. Einstiegsgeld wird gewährt an Personen, die zur Behebung ihrer Arbeitslosigkeit eine sozialpflichtige Tätigkeit aufnehmen, deren monatliches Arbeitsentgeld mehr als 450,00 Euro beträgt oder eine selbständige hauptberufliche Tätigkeit ausüben wollen. Voraussetzung: - Prüfung, ob Hilfsbedürftigkeit dauerhaft überwunden werden kann - Klärung der Frage, ob durch eine Förderung die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt angestoßen werden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Zeiten längerer Arbeitslosigkeit zu einer Verminderung persönlicher Leistungsfähigkeit beim Arbeitslosen führen. Dieser Nachteilsausgleich kann in Form von Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber gewährt werden oder bei Selbständigkeit im Falle von Arbeitsplatzschaffung. Die Höhe dieser Ausgleichszahlungen differieren sehr stark und sind von Einflussfaktoren, wie Altersklasse und Dauer der Arbeitslosigkeit. - Persönliche Eignung muss vorhanden sein, Unternehmermentalität aufweisen - Geschäftsmodell muss Tragfähigkeit sein, Prognose-Entscheidung vorlegen 103 URL: nstiegsgeld/index.htm 104

105 Bemessungsgrundlage monatlicher Regelbedarf, Bezugsdauer Während sich die Höhe der Fördergeldzahlung nach dem zugrunde liegenden Arbeitslosengeld II Bezug richtet, ist die Dauer für den Fördergeldanspruch einzig und allein vom Datum des Bewilligungsbescheides abhängig. Zulässiger Anspruchszeitraum beträgt 24 Monate. Alleinige Entscheidungsbefugnis über Höhe und Antragsannahme liegt bei jeweils zuständigen Sachbearbeiter, daraus können sich Probleme hinsichtlich Diskriminierung einzelner Ethnie oder altersbedingter Behinderung ergeben. 6.1 Startkapital und Gründungsfinanzierung Die KMU-Fonds Die KMU-Fonds sind die geeignete Finanzierungsform für Existenzgründer und Klein-/ Mittelbetriebe der gewerblichen Wirtschaft sowie Freiberufler/innen, die sich in Berlin ansiedeln wollen bzw. ihren Betriebssitz in Berlin begründet haben. Die KMU-Fonds werden aus Mitteln der Investitionsbank Berlin (IBB) und des Landes Berlin in Form von Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Es gibt zwei verschiedene Varianten, die sich in Zielsetzung, Umfang und Vergabeverfahren unterscheiden. In der ersten Gruppe finden sich Darlehen für Vorhaben mit langfristigem Finanzierungsbedarf sowohl von Anlage- als auch Umlaufvermögen. Zugelassen sind Fälle von Betriebsübernahmen und Verlagerungen des Betriebes, Neuansiedlungen, Erweiterungs-, Reinvestitions- oder 105

106 Rationalisierungsmaßnahmen. Grundsätzlich ausgeschlossen sind Umschuldung und Sanierung sowie Nachfinanzierung bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben. Aufgrund des höheren, maximal zulässigen Darlehensvolumens von bis zu 10 Millionen EUR wird neben der Investitionsbank die Beteiligung privater Kofinanzierer bzw. die Einbindung einer Hausbank gefordert. Bei Beteiligung der Hausbank erfolgt Antragstellung bei der Bank, in allen anderen Fällen bei der IBB direkt. Voraussetzung ist in jedem Fall das Vorliegen eines tragfähigen Geschäftsmodells das Rückzahlung und Verzinsung der geförderten Darlehen als sicher erscheinen lässt. Des Weiteren müssen ausreichende kaufmännische Kenntnisse nachweisbar sein oder durch ein Coaching angeeignet werden. Handelt es sich beim Antragsteller um eine Personen- oder Kapitalgesellschaft, so sind die Anteilseigner zur Abgabe einer selbstschuldnerischen Bürgschaft verpflichtet. Dies gilt auch für die Kommanditisten einer Kommanditgesellschaft. Achtung: Für Gründungsdarlehen gilt eine Höchstfinanzierungsgrenze von EUR Gründungsfinanzierung nur für gewerbliche, freiberufliche Unternehmen max. 5 Jahre am Markt sind 106

107 Tabelle 9 - Finanzierungstabelle I Zielsetzung Umfang in EUR Vergabeverfahren und Konditionen Langfristige Investitionen: - Wachstumsdarlehen bis 10 Mio. - Betriebsmittel - Gründungsdarlehen Max IBB + private Kofinanzierung oder IBB + Hausbank - Bereitstellungszinsen 0,25% pro angefangenem Monat für noch nicht ausgezahlte Kredite - marktübliche Verzinsung - Laufzeit bis 20 Jahre - Tilgungsfreiheit vereinbar - Antragstellung vor Projektbeginn Tabelle 10 - Finanzierungstabelle II Mikrodarlehen Bis Vereinfachte Antragstellung bei IBB ggf. mündliche Vorhabensdarstellung - Businessplan nicht erforderlich - schnelle Kreditentscheidung - Laufzeit 6 Jahre - Tilgungsfreiheit 12 Monaten - Keine Bearbeitungsgebühr In der zweiten Gruppe finden sich Darlehen bis EUR, die sogenannten Mikrodarlehen. Die Mikrokredite der KMU-Fonds sind eine interessante Alternative zu herkömmlichen Bankdarlehen, da sie besonders günstige Konditionen haben und einer vereinfachten Antragstellung unterliegen. 107

108 Achtung: Vereinfachte Antragstellung nur bei vollständiger Einreichung folgender Unterlagen möglich: - Vordruck IBB-Antrag auf einen Kredit KMU-Fonds bis EUR - vollständig ausgefüllte und unterschriebene Selbstauskunft - Lebenslauf - Bei Bestandsunternehmen und Betriebsübernahmen mit dem Antrag unbedingt aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) bzw. Monatsergebnisrechnung und ggf. die letzten zwei Jahresabschlüsse bzw. Einnahme-/Überschussrechnungen. Gerade diese Mikrokredite sind sowohl für Frauen als auch für Gründer/-innen Migrationshintergrund interessant, da sie nicht die Hinterlegung größerer Sicherheitsleistungen, wie bei den Geschäftsbanken, verlangen. Dies gilt auch für Existenzgründerinnen im fortgeschrittenen Alter 6.2 Kredite und Mikrokredite Mikrofinanzierung - kleine Kredite mit großer Wirkung 104 Überall auf der Welt gibt es Frauen deren Existenzgrundlagen eher bescheiden sind und deshalb am Rand der Gesellschaft leben, ohne Aussicht auf eine ausreichend bezahlte Arbeit und in der Regel ohne abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung. Für sie bliebe nur die Chance durch einen eigenen kleinen Laden oder eine Dienstleistung auf selbständiger Basis ein bescheidenes Einkommen zu erwirtschaften, wenn, ja wenn sie nur ein klein wenig Startkapital für die notwendigen Arbeitsmaterialien oder Handelswaren zusammenbringen würden war es soweit. Zeitgleich und unabhängig voneinander entstand an zwei weit voneinander entfernten Orten die Idee der Vergabe von Kleinstkrediten an 104 URL: [ ] 108

109 Frauen zum Aufbau einer eigenständige Existenz für die Frauen selbst und deren Familienangehörige. Im fernen Bangladesh entwickelte der Ökonomie-Professor Muhammad Yunus in Zusammenarbeit mit der Grameen (Dorf)-Bank ein Konzept, dass der Bank bis heute sieben Millionen Kreditnehmer/innen bescherte (Frauenanteil 97%). Professor Yunus selbst erhielt für die Umsetzung dieser Idee im Dezember 2006 den Friedensnobelpreis verliehen. Die andere Erfolgsgeschichte ereignete sich in der Mitte von Berlin, als mutige, engagierte Frauen den Goldrausch e. V. mit dem Ziel gründeten Existenzgründerinnen und Kleinunternehmerinnen mit Mikrokrediten zu unterstützen. Die dafür finanziellen Mittel wurden durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aufgebracht. Um die Kosten für Verwaltung und Ausgabe der Mikrokredite an die Frauen möglichst niedrig zu halten werden keine Zinsen auf ausgegebene Darlehen erhoben und die Mitarbeiterinnen sind ehrenamtlich tätig "Was ist Mikrofinanzierung?" 105 "Im europäischen Sprachraum versteht man unter Mikrofinanzierung die Vergabe von Krediten bis Euro zur Finanzierung von Aufbau, Stabilisierung oder Wachstum einer selbständigen Tätigkeit." 106 "Warum Mikrokredite für Frauen?" Schwierigkeiten auf dem Weg in die Selbständigkeit:: - weniger Eigenkapital - weniger bankübliche Sicherheiten - verschlossener Zugang zum regulären Kreditmarkt - eingeschränkte Karrieremöglichkeiten - Schwierigkeiten beim beruflichen Wiedereinstieg nach Familienphase 105 URL: Vgl. S URL: [ ] 109

110 "Was macht Mikrofinanzierung so beliebt?" - es ist ein Beitrag zur Steigerung der Gründungsquote von Frauen - es ist ein erfolgreiches Instrument gegen Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung - kleine Unternehmen der lokalen Ökonomie werden unterstützt - neue Frauenarbeitsplätze werden geschaffen -sehr günstige Kreditkonditionen - 97 % der ausgegebenen Darlehen werden zurück gezahlt - Erhöhung des Bekanntheitsgrades durch viele prominente Förderer z.b. Prinzessin Maxima von den Niederlanden und Prince Charles von England Zur Sicherung der überproportional hohen Rückzahlungsquoten wurde ein Stufenplan bestehend aus vier Nachweiskriterien entwickelt (Mircolending- Methoden): -persönliche Eignung und kaufmännische Planungsvorhaben prüfen, -Beratung und Begleitung während und nach der Kreditauszahlung, -Kreditgewährung und Auszahlung in mehreren Teilschritten ab Euro, -Referenzen und Kleinstbürgschaften aus privatem, beruflichem Umfeld ausreichend Durch die vollständige Rückführung von Krediten besteht für die Kreditnehmerinnen die Möglichkeit zum Aufbaus einer positiven Kredithistorie, wodurch sich der Zugang zum regulären Kreditsektor der Banken eher eröffnen lässt. 107 "Das Goldrausch Netzwerk - hat seit seiner Gründung 1982 mehr als 450 Berliner Frauenunternehmen mit Krediten und Zuschüssen in Höhe von rund Euro unterstützt. Dadurch wurden zahlreiche Existenzgrundlagen geschaffen sowie die Realisierung von neuen guten Geschäftsideen für Berlin angestoßen, entstanden aus eigenen beruflichen Erfahrungen und privater Lebenssituation. 107 URL: Vgl. S

111 "Was sind Microfinance-Institutions oder Mikrofinanzierer?" Dabei handelt es sich um spezielle Finanzinstitute vorrangig aus dem Bereich Not-For-Profit. In der Regel setzen sie sich für bestimmte Zielgruppen, Regionen und Wohnviertel ein. Für die Kreditnehmerinnen besonders vorteilhaft ist dabei die Tatsache, dass Kreditbeantragung und Kreditbewilligung direkt bei der Institution erfolgen kann und gleichseitig mit Beratung und Training verbunden sein können. Aufgrund der strengen Vorgaben des deutschen Kreditwesengesetzes, dass die Ausgabe von Darlehen ausschließlich den Banken vorbehält, beantragte das Goldrausch Frauennetzwerk eine Ausnahmegenehmigung zur direkten Kreditausreichung. Gründerinnen, die ein Goldrausch Darlehen zugesprochen bekommen, haben den Vorteil für ihren Kredit keinerlei Zinsen zahlen und geringe Verwaltungskosten aufzubringen zu müssen. Dies wird ermöglicht durch ehrenamtliche Tätigkeit der Goldrausch Frauen und der Einwerbung von Spendengeldern, die zur Zahlung des Büros und andere laufende Kosten verwendet werden. Hinsichtlich der Frage, wer in den Genuss einer positiven Kreditentscheidung kommt, entscheidet ein 4-köpfiges Expertengremium, der Goldrausch Beirat. Wie geht es weiter mit Goldrausch e.v.? Auf der Liste der Wünsche und Zielsetzungen der Goldrausch-Frauen stehen: - eine größere Erreichbarkeit des Goldrausch Büros - eine Professionalisierung der Kreditbetreuung - eine Erhöhung des bestehenden Mikrokreditfonds - eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit für potenzielle Kreditnehmerinnen und Unterstützer/innen (Website, Publikationen, Unternehmerinnentage ) - eine verstärkte Netzwerkarbeit auf nationaler und europäischer Ebene mit anderen Mikrofinanz-Institutionen (Konferenzen, Fachtagungen u. ä.). Weiterhin soll neues Vergabekapital für die Zielgruppe Frauen mit Migrationshintergrund und Frauen 45+ eingeworben werden. 111

112 "Sich im Deutschen Mikrofinanz Institut mit anderen Mikrofinanzierern vernetzen!" Zwischen 1982 bis Anfang 2000 wenig außenwirksame Ereignisse bei der Gründung von Mikroinitiativen. Im Verlaufe des Jahres 2000 kommt es zur Errichtung des ersten Mikrokreditfonds Deutschlands. Zwecks Bündelung verschiedener lokaler Projekte kommt es 2004 zur Gründung des Deutschen Mikrofinanz Instituts (DMI) und des GLS Mikrofinanzfonds. Mit dem DMI entsteht das erste Kompetenzzentrum für Mikrofinanzierung in Deutschland zu dessen Kernaufgaben der 'Aufbau weiterer Mikrokreditinitiativen durch Training, Begleitung und Zugang zu Risikokapital gehören ' 108 Zwei Jahre später, also 2006, investieren die KFW-Bankengruppe, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie weitere 1,5 Mio. Euro in den Fonds, der jetzt in Mikrofinanzfonds Deutschland umbenannt wird. Ziel ist es die Zahl der Gründungen durch Arbeitslose Personen zu steigern, weshalb die Kreditvergaben geschlechtsunabhängig erfolgen. d.h. hier können arbeitslose Frauen und Männer gleichberechtigt Kredite beantragen. Tabelle 11 - Mikrokredite 108 URL: Vgl. S

113 Besonderheiten des Mikrofinanzinstituts DMK Dresdner Mikrokredit AG Kooperationspartner Mikrofinanzierung für die Landeshauptstadt Dresden. Wir finanzieren dort, wo klassische Bankkredite noch nicht beginnen (1.000 EUR bis max EUR Kapitalinstitut Deutschland Unterstützung auch bei Finanzierungen über , auf Wunsch: Vermittlung eines Beraters aus unserem Beraternetzwerk VS Finance Keine Bonsai Kredit Unkomplizierte Stufenkredite für GründerInnen und Selbständige, die nicht sofort viel Geld benötigen - sondern sich im Rahmen einer langfristigen Finanzierungspartnerschaft Schritt für Schritt an höhere Kreditsummen herantasten möchten. Unternehmerkredite für Kreditnehmer, die Sicherheiten oder Bürgschaften einbringen wollen. Unser Schwerpunkt liegt dabei im Dienstleistungsbereich. Die Regionalen Finanzierungsangebote ausschließlich für Naturkosthändler. Finanzierung von Ladeninvestitionen im Naturkosthandel GOLDRAUSCH Mikrokreditangebot speziell für Frauen BerlinMicro aktive Gründungserfahrung, starke Vernetzung indaro Mikrofinanz in über 90% der Anfragen wird ein Kredit vergeben, davon rund 80% ohne Sicherheiten, Kreditentscheidung innerhalb 48 Stunden, sehr gute Erreichbarkeit smart Mikrokredit Kreditbegleitung durch kooperierende Berater vor Ort Spezielle Angebote für folgende Zielgruppen keine speziellen Angebote allg. Finanzierung unternehmerischer Aktivitäten keine speziellen Angebote allg. Finanzierung unternehmerischer Aktivitäten keine speziellen Angebote allg. Finanzierung unternehmerischer Aktivitäten keine speziellen Angebote allg. Finanzierung unternehmerischer Aktivitäten Bioläden, Naturkostgeschäfte, Bio-Supermärkte Gründerinnen und Unternehmerinnen 45 + mit Migrationshintergrund Gesundheit und Soziales GründerInnen im IT/Internetbereich sozialer und haushaltsnaher Dienstleistungsbereich sonstige Dienstleistungen Handel Handwerks- und handwerksähnliche Betriebe Gastronomie keine speziellen Angebote allg. Finanzierung unternehmerischer Aktivitäten 113

114 Internetkredite Verbessern Internet-Kreditmärkte den Kreditzugang für Unternehmerinnen? These: Im traditionellen Bankenwesen haben Unternehmerinnen gegenüber männlichen Unternehmern eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine Kreditzusage, sowie höhere Kreditzinslasten und vermehrte Sicherheitsleistungen zu erbringen obwohl kein Unterschied hinsichtlich des Ausfallrisikos besteht. 109 Frage: Ist die Chance von Unternehmerinnen in innovativen Kreditmärkten besser oder schlechter als die von Unternehmern? Was geschah: 2005, in Großbritannien entsteht die erste kommerzielle Internet-Plattform für Kreditvergabe, Name "Zopa" 110, Kreditvermittlungsvolumen bis heute 486 Millionen ca. 725 Mio. EUR folgte mit "elolly" die wenig erfolgreiche, erste Plattformgründung auf deutschem Boden. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Warnmeldung vor "elolly" heraus, da über den Umweg der AGB die Nutzer gezwungen werden dem Verkauf ihrer Persönlichkeits- und Finanzdaten an unbekannten Dritten zuzustimmen, wollen sie die Vermittlungsplattform nutzen. 111 Wesentlich erfolgreicher werden zwei andere Internet-Plattformen: "auxmoney" und "smava". Als erste C2C Plattform für Onlinekredite ermöglichte die in Berlin ansässige Plattform smava den direkten Austausch privater Kreditgeber mit privaten Kreditnehmern ohne Beteiligung von Maklern oder Finanzinstituten. Zwar wurde die mögliche Kreditsumme auf max begrenzt aber der wesentlich 109 Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 31/2010, Berlin , URL:http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c de/ pdf, [ ] 110 URL: https://www.zopa.com 111 URL: 114

115 günstigere Zinssatz und Bearbeitungszeiten von 1-2 Wochen lassen die Zahl der Nutzer stetig ansteigen , Erweiterung des Kreditangebots im oberen Laufzeitenbereich durch Kredite mit fünfjähriger Rückzahlung, die Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten infolge der Bankenkrise seit Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehmann Brothers, sowie die Auszeichnung als beste Internet-Kreditbörse Deutschlands durch die Zeitschrift Finanztest, nehmen auch im Geschäftskundensegment Bekanntheitsgrad und Akzeptanz zu. Dabei werden Geschäftskredite nach Verwendungszweck unterteilt: Tabelle 12 - Geschäftskredite nach Verwendungszweck Gender Männer Frauen Überbrückungsfinanzierung /Geschäftserweiterung Liquidität Gewerblicher Kreditbedarf Betriebsmittel, Investition (Startkapital) Umschuldung Summe Bei der Auswertung der Tabelle über die Geschäftskredite bei 'smava' im Jahre 2010 zeigt sich, dass Überbrückung und Geschäftserweiterung die beiden häufigsten Gründe für eine Kreditaufnahme darstellen. Ihr Volumen entspricht in etwa der Hälfte aller ausgegebenen Geschäftskredite. Bei der Frage nach geschlechtsspezifischen Unterschieden ist die Sicherung von Liquidität der bei weitem wichtigste Beweggrund für Frauen, während bei den Männern die Geschäftserweiterung an erster Stelle steht. Als nächstes folgt der gewerbliche Kreditbedarf, bei dem Gründerinnen mit 3% über den Kreditantragszahlen der Gründer liegen. 112 URL: https://www.check24.de/kredit/smava/bewertung/ 115

116 Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den Investitionskrediten. Diese Kredite spielen eine besondere Rolle bereits während der Planungsphase, da sie als typisches Startkapital in die Berechnungen einbezogen werden. Mit 17% aller Geschäftskredite finden sich die männlichen Existenzgründer weit vor den 11% Anteilen der Frauen in der Tabelle wieder. Bei der Kreditkategorie 'Umschuldung' dreht sich das Verhältnis zugunsten der Frauen. Sie bringen es auf 14% Anteilswert während es bei den Männern nur 11% sind. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Verwendung der Geschäftskredite unterschiedlichen Zielsetzungen folgt, je nachdem ob es sich um einen Gründer oder um eine Gründerin handelt. Zur Verdeutlichung der besprochenen Werte und Ergebnisse werden die Prozentangaben noch einmal in der Form eines Diagramms wiedergegeben. Abbildung 40 - Geschäftskredite Verwendungszweck Geschlecht Um die Frage zu klären ob Kreditchancen vom Geschlecht abhängig sind wird eine multivariante Regressionsanalyse als Methode eingesetzt 113, bei der die 113 Wochenblatt des DIW Berlin Nr. 31/2010, S

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