GGC-Lab Abschlussbericht

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1 August Nr Vitako Intern Liebe Leserinnen und Leser, Sie halten die Sommerausgabe unseres E-Magazins Vitako intern in den Händen. Blauer Himmel und grüner Rasen sind unverkennbare Zeichen des hiesigen Hochsommers. Gleichzeitig lässt sich damit aber auch Umwelt, Klima und Energieeffizienz assoziieren, und genau darum geht es im ersten Textbeitrag: Das Government Green Cloud Laboratory, an dem sich vier Vitako-Mitglieder und die Geschäftsstelle beteiligt haben, legt seinen Abschlussbericht vor. Karl Tramer, Vorstand der Datenzentrale Baden Württemberg und ehemaliges Vitako-Vorstandsmitglied, dürfte bei grünem Rasen an etwas anderes denken, an einen Golfplatz nämlich. Was das mit öffentlicher IT zu tun hat und was Tramer von Vitako hält, erklärt er uns im Interview. In eigener Sache möchten wir auf zwei weitere Beiträge hinweisen. Zum einen hat Vitako eine Stellungnahme zum Informationsweiterverwendungsgesetz (IWG) beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Zum anderen ist eine sogenannte Negativliste in Arbeit, die in einem ersten Schritt zehn exemplarische Verwaltungsdienstleistungen auf die Möglichkeiten des Schriftformersatzes überprüft und gleichzeitig darstellt, wie die Prozesse elektronisch besser also schneller, bürgerfreundlich und günstiger gestaltet werden können. Themen GGC-Lab Abschlussbericht Im gespräch Karl Tramer, DZBW Zukunftskongress 2014 Vitako erfolgreich Negativliste Schriftformersatz in der Verwaltung Serie: E-Gov-Gesetz Landesspezifische Belange Vitako-Gewinnspiel Die Preisträger Mammutprojekt Neue Telko in Essen Problemmanagement ITIL bei KIRU und KDRS Energetischer Betrieb e2watch von regio it Telko-Märkte EU-Bericht 2012/2013 Wir wünschen eine interessante Lektüre, Ihr Vitako-Team 1

2 Ggc-lab Energieeffiziente Rechenzentren Abschlussbericht des GGC-Lab Das Government Green Cloud Laboratory (GGC-Lab) ist ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Projekt mit dem Ziel, die Bedingungen von Cloud Computing für die Verwaltung auch hinsichtlich der Energieeffizienz zu untersuchen. Drei Jahre lang haben sich die Technische Universität Berlin zusammen mit vier öffentlichen IT-Dienstleistern (regio it, dataport, ekom21, ZIT-BB) und dem Softwareunternehmen stoneone mit diesem Thema befasst. Hier nun der Abschlussbericht des erfolgreichen Projektes. Seit nun schon drei Jahren erforscht die TU Berlin zusammen mit vier IT-Dienstleistern aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich und einem Softwareentwicklungsunternehmen die Möglichkeiten des Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung. Das Government Green Cloud Laboratory (GGC-Lab) hat dabei das Ziel, die steigende Nachfrage an IT-Rechenleistungen in öffentlichen Verwaltungen effizienter zu befriedigen. Vor allem die Potenziale einer rechenzentrumsübergreifenden Bündelung von IT-Ressourcen und dadurch möglicher Minimierung des Kapazitätsüberschusses der einzelnen Rechenzentren werden untersucht. Zudem werden die Potenziale eines dynamischen Lastmanagements in Abhängigkeit des lokalen Strompreises und der Energieeffizienz der Rechenzentren erforscht. In diesem Beitrag stehen die Details der Realisierung und ausgewählte Ergebnisse der Messungen zur Energieeffizienz der Rechenzentren im Fokus. technische realisierung Eine wesentliche Grundlage des GGC-Lab ist die technische Kopplung der vier, grundsätzlich logisch voneinander unabhängigen Rechenzentren über ein Virtual Private Network (VPN). Das GGC-Lab als private, länderübergreifende Cloud (Community Cloud) besteht aus insgesamt vier regionalen Anteilen (Teil-Clouds), die in den jeweiligen Rechenzentren der Konsortialpartner in Aachen, Hamburg, Kassel und Berlin/Potsdam bereitgestellt werden. Diese vier Teil-Clouds sind über ein site-to-site VPN mittels IPsec-Verbindungen (10/100 Mbps) über das Internet miteinander verbunden. Innerhalb dieses Konsortialverbundes werden abgestimmte IP-Adressen aus dem privaten IP-Adressbereich x.x für die Adressierung der Server und eingesetzt. Auf die im Rahmen des GGC-Lab zu betrachtenden soll von regionalen Clients mit ein und derselben IP-Adresse aus dem für sie zuständigen, regionalen Rechenzentrum zugegriffen werden, unabhängig davon, auf welchem Server des Verbundes die Applikation tatsächlich gerade betrieben wird. Damit der Client immer dieselbe IP-Adresse als Ziel für sein ansprechen kann und damit auch die jeweiligen DNS-Strukturen erhalten bleiben, wird ein reverse-proxy als Vermittler zwischen dem Client und dem eigentlichen Applikationsserver installiert. Dieser reverse-proxy steuert nur den Weg der IP-Pakete vom Client zum Applikationsserver im RZ auf Layer 3. Er ist nicht zuständig für die logischen Regeln. Hierfür sind im GGC-Lab die regionalen Ressourcencontroller Kundenkreis RZ 1 Kundenkreis RZ 2 Kundenkreis RZ 3 Kundenkreis RZ 4 Client A Client B Client C Client A Client B Client C Client A Client B Client C Client A Client B Client C Internet Internet Internet Internet Regionales Intranet oder Landesnetz Externe Informationen, z.b. Energiekosten, Wartung etc. Regionales Intranet oder Landesnetz Externe Informationen, z.b. Energiekosten, Wartung etc. Regionales Intranet oder Landesnetz Externe Informationen, z.b. Energiekosten, Wartung etc. Regionales Intranet oder Landesnetz Externe Informationen, z.b. Energiekosten, Wartung etc. Leitweg-Informationen für Leitweg-Informationen für Leitweg-Informationen für Leitweg-Informationen für Reverseproxy Reverseproxy RZ 1 (Teilcloud 1) RZ 2 (Teilcloud 2) RZ 3 (Teilcloud 3) Reverseproxy Reverseproxy RZ 4 (Teilcloud 4) Produktionsnetz Produktionsnetz Produktionsnetz Produktionsnetz RC RC RC RC A B C A B C A B C A B C Energie daten Energie daten Energie daten Energie daten RZ- Kopp lung RZ- Kopp lung RZ- Kopp lung RZ- Kopp lung Site-to-site VPN über Internetverbindungen GGC-Lab Cloud Abbildung 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau des GGC-Lab über vier Standorte hinweg mit den wesentlichen Bestandteilen der Cloud. Intern Nr

3 ggc-lab (RC) bei jedem Partner zuständig. Die Ressourcencontroller treffen die Entscheidungen, die reverse-proxys sind nachrangige, ausführende Stellglieder im Netzwerk zwischen Clients und Applikationsservern. Jegliche Kommunikation zwischen den Standorten des Verbundes erfolgt über die getunnelten Verbindungen des site-to-site VPN, weil nur hierdurch eine hinreichend sichere, landesübergreifende Kommunikation mit schützenswerten Daten gewährleistet ist. Für jedes der drei wurden an jedem Rechenzentrums-Standort virtuelle Maschinen auf VMware-Basis eingerichtet, so dass jedes im Prinzip in jedem RZ betrieben werden kann. Weiterhin ist in jeder Teilcloud der schon erwähnte Ressourcencontroller installiert, der die eigentliche Steuerung der Ressourcen in seiner Teil-Cloud übernimmt. Jedes Rechenzentrum beziehungsweise jede Teil-Cloud hat ihren individuellen Kundenkreis, aus dem heraus die Clients auf die in der Cloud zugreifen. Die Kunden kommunizieren mit ihrem Rechenzentrum entweder direkt über geschlossene, länderspezifische Landesnetze oder über Internetzugänge, die mittels entsprechender Sicherheitsgateways und DMZ vom Rechenzentrum und den dort betriebenen sauber isoliert sind. Beide Zugangsarten müssen über Reverse-proxys geführt werden. Die Reverse-proxys nehmen die Funktion einer Datendrehscheibe oder eines Übersetzers für IP-Adressen wahr, vergleichbar mit einem Load-balancer, wie er auch im allgemeinen Rechenzentrums-Betrieb bei großen Serverfarmen für zum Beispiel SAP oder WEB-Hosting eingesetzt wird. Aus Sicht eines Clients wird hierdurch ein immer nur unter einer, sich nicht ändernden IP-Adresse bei seinem Rechenzentrum angesprochen. Die reale IP-Adresse des Servers, auf dem das gerade läuft, bekommt der Client nicht zu sehen, die Übersetzung wird transparent von dem Reverseproxy beziehungsweise dem Load-balancer wahrgenommen. Innerhalb des Verbundes werden mittels Rechenzentrumsübergreifender Steuerungs- und Regelungssoftware beziehungsweise einem Ressourcencontroller, Lastverlagerungen ermöglicht. Energieeffizienz der Gebäudetechnik Trotz eines gleichen funktionalen Aufbaus bedingt die individuelle technische Realisierung und Betriebsführung der einzelnen RZ eine variierende Energieeffizienz. Im GGC-Lab wird daher in die Entscheidungen zu den dynamischen Lastverlagerungen immer auch die Energieeffizienz der RZ mit einbezogen. Speziell die Energieeffizienz der Gebäudetechnik der vier RZ wird mit der Kennzahl Energy Usage Effectiveness (EUE) gemessen. Die EUE ergibt sich dabei aus dem Energiebedarf des gesamten RZ geteilt durch den Energiebedarf der IT. Je geringer die EUE, desto kleiner ist der Aufwand für die Stromversorgung und Kühlung, desto energieeffizienter also ist die Gebäudetechnik. Zur kontinuierlichen Messung der EUE wurden im Projektverlauf in den vier RZ über 200 Sensoren installiert, so dass im Ergebnis Energiebedarfe verschiedener Verbrauchergruppen automatisch über ein Monitoring-System erfasst werden können. Abbildung 2 zeigt exemplarisch den Verlauf der EUEs zweier Rechenzentren im Jahr Deutlich wird, dass die EUEs aufgrund der sich im Jahresverlauf verändernden Außentemperaturen stark schwanken. Zudem liegen die dargestellten EUEs weit auseinander. Das heißt konkret, die Gebäudeinfrastruktur des RZ1 arbeitet durchgängig effizienter als die des RZ2 und dieses bei über das Jahr nahezu identischen Außentemperaturen an den zwei Standorten. Abbildung 2: Verlauf der EUE von RZ1 und RZ2 über das Jahr Der Grund hierfür liegt im älteren Kühlsystem des RZ2, das keinen hybriden Betrieb der Rückkühler und Kälteanlagen des RZ erlaubt. Entgegen der Erwartung zu Beginn des Projektes, dass lokal variierende Außentemperaturen an den zwei Standorten zu abwechselnd besseren EUEs führen, dominiert also die verbaute Gebäudetechnik und deren Betriebsführung die Energieeffizienz, so dass die Gebäudetechnik des RZ1 ganzjährig effizienter als die des RZ2 arbeitet. In so einer Konstellation wäre es bei gleicher IT-Ausstattung in den RZ also eigentlich energetisch sinnvoll, jedwede Arbeitslast in das RZ1 zu verlagern. Erst wenn die EUEs der zwei RZ auf einem vergleichbaren Niveau liegen, lohnt unter energetischen Gesichtspunkten eine zeitlich differenzierte Bewertung der Energieeffizienz der Gebäudetechnik der RZs zwecks Entscheidung zur Verlagerung von Arbeitslasten. Statischer Energiebedarf der IT Die Nutzung der IT-Rechenleistung im kommunalen Umfeld folgt meist dem Arbeitsrhythmus der Mitarbeiter. Das heißt, die Nachfrage nach IT-Ressourcen ist von 8 bis 18 Uhr am höchsten, hingegen nachts und am Wochenende meist nur gering, abgesehen von Backups und Batch-Jobs. Idealerweise würde die elektrische Leistungsaufnahme der IT dabei dem jeweiligen Ressourcenbedarf folgen. In diesem Fall wäre die IT energieproportional, würde also nur in dem Maße Energie benötigen, wie auch Rechenleistung abgerufen wird. Die Realität sieht jedoch anders aus. Abbildung 3 zeigt den Verlauf der elektrischen Leistungsaufnahme der IT in RZ1 an einem Arbeitstag und an einem Wochenendtag. Deutlich sichtbar wird die erhöhte elektrische Leistungsaufnahme in den Arbeitsstunden. Tatsächlich ist der beobachtbare Anstieg der Leistungsaufnahme in diesem Zeitraum aber auf nur 8 kwel begrenzt, bei einem gleichzeitig hohem Grundbedarf der IT in Höhe von 125 kwel. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen kann selbst während der Arbeitszeit nur von einer äußerst geringen, mittleren Auslastung der IT ausgegangen werden. Die erhobenen Messdaten für einzelne Server zeigen, dass diese ihren Energiebedarf Intern Nr

4 ggc-lab Abbildung 3: Tageszeitabhängiger Verlauf der EUE in RZ1 mittlerweile in Abhängigkeit von der Auslastung durch Power Management Techniken gut anpassen. Das heißt, moderne Server verbrauchen im Leerlauf weniger als die Hälfte des Stroms wie unter Volllast. Setzt man dieses Verhältnis als Maßstab an, weisen die Messungen in Abbildung 2 auf eine maximale mittlere Auslastung der IT von unter 10 Prozent hin. Eine weitere Ursache liegt in der Abschaltung moderner Energiesparfunktionen der IT bzw. deren unzureichenden Nutzung. Häufig vertrauen IT-Manager noch nicht den möglichen Power Management Techniken der IT und befürchten bei Aktivierung mögliche Performance-Einbußen bzw. Verletzungen der mit ihren Kunden vereinbarten Service Level Agreements. Oftmals ist den Verantwortlichen aber auch einfach gar nicht klar, wie das BIOS und das Betriebssystem bzw. die Virtualisierungssoftware für einen aus energetischer Sicht optimalen Betrieb der IT konfiguriert werden müssten. Dieses führt letztlich dazu, dass die Server ihren Energiebedarf im Leerlauf nicht in dem eigentlich möglichen Ausmaß reduzieren können. Hier kommt auch die nach wie vor statische Betriebsweise der IT bzw. Nutzung der Virtualisierung ins Spiel. Nur selten wird eine dynamische Konsolidierung virtueller Maschinen (VMs) verfolgt, sondern den VMs werden meist noch per Hand einmalig Ressourcen und feste Hosts zugewiesen. Das hat zur Folge, dass einmal eingerichtet, eine festgelegte Anzahl von VMs unabhängig davon, ob die darauf installierten Applikationen genutzt werden oder nicht, auf ein und demselben physikalischen Host läuft. Dabei kann der Leerlaufenergiebedarf eines Hosts umso besser verteilt werden, je mehr VMs dynamisch auf einem Host konsolidiert werden, zumal eine VM ohne Last auch so gut wie keine Ressourcen benötigt. Eine Dynamisierung des IT-Betriebes bzw. eine automatisierte, bedarfsgerechte Konsolidierung der Arbeitslasten im RZ würde aber die Abschaltung nicht genutzter Kapazitäten erlauben, so dass der Grundbedarf der IT stark vermindert werden kann. Schlussfolgerung und Ausblick Aus technischer Sicht wurden bei der Implementierung des GGC-Labs drei große Herausforderungen identifiziert. Zum einen gestaltete sich die Herstellung des Verbund-Netzwerks und der sicheren und vor allem stabilen, organisationsübergreifenden Kommunikation als komplex und aufwändig. Hier war es erforderlich, zwischen den IT-Dienstleistern einheitliche IP-Adressräume abzustimmen und verbindliche Adresskonzepte einzuhalten. Auf der anderen Seite ist die Implementierung und Pflege eines systemübergreifenden Monitoringsystems zur kontinuierlichen, automatisierten Erfassung der Energie- und der Ressourcenbedarfe in den beteiligten RZ alles andere als trivial. Vor allem die Vielzahl an unterschiedlichsten Infrastruktur-Komponenten der IT und Gebäudetechnik erschwert die ganzheitliche Überwachung. Eine derartige kontinuierliche Aufzeichnung von Messdaten bildet aber meist erst die Grundlage für alle anderen Aktivitäten zur Optimierung, also insbesondere auch zur Dynamisierung des RZ-Betriebes durch schrittweise Automation der Provisionierung von Ressourcen. Speziell als branchenspezifische Herausforderungen steht der Abbau von Überkapazitäten durch Konsolidierung und kooperative Planung im Vordergrund. Wie die Messungen im GGC-Lab gezeigt haben, stehen in den RZ bereits heute sehr große Mengen an derzeit ungenutzten Ressourcen zur Verfügung, die eine weitere Erhöhung der Kapazitäten innerhalb der Branche eigentlich überflüssig machen würden. Auch gilt es für die kommunalen IT-Dienstleister, sich schrittweise durch kontinuierliche Verbesserungen den Energieeffizienzstandards großer privater Anbieter anzunähern. Hier können Zertifizierungen wie zum Beispiel der Blaue Engel für energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb den kommunalen IT-Dienstleistern als Orientierungshilfe dienen. Diesbezüglich kann aufgrund der verstärkten Bemühungen zur Standardisierung im Zuge der Industrialisierung der kommunalen IT Branche von einer schrittweisen Angleichung der EUEs der RZ in den nächsten Jahren ausgegangen werden. Problematisch bleibt nach wie vor die grundsätzliche Cloudfähigkeit kommunaler Anwendungen. Für die Software- Hersteller bestehen aufgrund des hohen Individualisierungsgrades der kommunalen bisher nur wenige Anreize, ihre komfortable Position aufzugeben und ihr Leistungsangebot in cloudfähige Lösungen zu überführen. Der Anstoß hierzu muss letztlich auch von den Kommunen ausgehen, denn es entscheiden am Ende immer die Kunden der IT-Dienstleister, ob sie bereit sind, eine ähnliche, bereits cloudfähige Anwendung für ein zu nutzen und dadurch ggfs. durch angepasste Arbeitsabläufe die Realisierung weiterer Effizienzpotentiale zu ermöglichen. Autoren: Björn Schödwell (TU Berlin), Uwe Brünnicke (dataport) Veranstaltungshinweis GGC-Lab Abschlusskonferenz Tag: 11. November 2014 Zeit: 13 bis 17 Uhr Ort: Ulrich-von-Hassell-Haus Lennéstraße Berlin Flyer mit mehr Infos: hier Anmeldung: Intern Nr

5 interview Unsere Meinung wird gehört Im Gespräch: Karl Tramer, Datenzentrale BW Karl Tramer ist Vitako seit langem verbunden: Als Gründungsmitglied übernahm er sechs Jahre lang den stellvertretenden Vorstandsvorsitz und hat dabei die noch kurze Geschichte der Bundes-Arbeitsgemeinschaft und deren Geschicke hautnah verfolgt. Jetzt verlässt Tramer die Datenzentrale Baden-Württemberg, der er 18 Jahre lang vorstand und will sich dem tiefen Grün der Golfplätze widmen. Wir haben ihn gebeten, uns noch ein paar dringliche Fragen zu beantworten. Herr Tramer, sehen Sie als passionierter Golfspieler eine irgendwie geartete Parallele zur IT-Welt, mit der Sie uns ihre Leidenschaft erklären könnten? Da sehe ich gar keine Parallele es ist der komplette Gegensatz. Das eine findet vorwiegend im Büro und am Schreibtisch statt, das andere draußen an der frischen Luft bei Wind und Wetter. Mich begeistert am Golfspielen, dass es den Spieler ungeheuer stark fordert, man lernt, seine beruflichen Themen, die einem üblicherweise auch nach Dienstschluss noch durch den Kopf geistern, wirklich für ein paar Stunden komplett abzuschalten. Das Spiel erfordert dermaßen volle Konzentration, dass man wenn man bei einem Golfschlag noch irgendwas anderes im Kopf bewegt außer den Schwunggedanken garantiert nur Löcher in den Rasen haut, statt den Ball zu treffen. Sie waren 18 Jahre lang Vorstand der Datenzentrale Baden- Württemberg. Was waren in der Rückschau Ihre wichtigsten Projekte? Die zwei wichtigsten Projekte, die am meisten Herzblut gefordert haben, waren für mich zum Einen, unsere SAP-Strategie mit meinen Mitarbeitern zu entwickeln und umzusetzen. Als wir damit begannen, war noch lange nicht klar, dass die Idee im Markt auch greifen würde. Heute sind wir mit dem Thema sehr gut verankert und haben ein echtes Alleinstellungsmerkmal, wie man SAP im Kommunalbereich dank unserer Vorkonfiguration schnell und zuverlässig einführen und betreiben kann. Das zweite herausragende Projekt war die Entwicklung unserer JAVA Strategie für cloudfähige kommunale Fachverfahren, gekrönt durch die erfolgreiche Einführung unseres neuen Einwohnerwesens. Welche Projekte waren für Vitako besonders wichtig? Ich gehörte mit zu den Kollegen, die sich Mitte der 2000-er Jahre Gedanken über eine Bundes-Arbeitsgemeinschaft gemacht haben. Ich sehe hier gar kein Einzelprojekt als besonders entscheidend an, sondern den Gesamterfolg. Rückblickend betrachtet, finde ich es wunderbar, dass es die Vitako heute gibt, dass sie allseits anerkannt ist auch beim Bund und dass unsere Meinung gehört wird. Damit haben wir für die Gemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister sehr viel erreicht. Als Vorstandsmitglied waren Sie Vitako für zwei Amtszeiten, das heißt sechs Jahre verbunden. Was hat Ihnen an der Vorstandsarbeit am meisten gefallen? Die Zusammenarbeit an der gemeinsamen Sache hat mir viel Spaß gemacht. Obwohl wir teilweise untereinander im Wettbewerb stehen, können wir dennoch gemeinsame Interessen vertreten. Das Highlight für mich war eine denkwürdige Besprechung beim Bundesinnenministerium, wo wir mit vier Vorstandskollegen zu Gast waren eingeladen um unsere Bedenken zum Bundesmeldegesetz zu diskutieren. Damals wollte der Bund ein zentrales Register umsetzen, und es ist uns gelungen, unsere Argumente verständlich zu machen und das Paket noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Letztlich wurde die Zentralisierung fallen gelassen, daran haben sicher nicht nur wir unseren Anteil, sondern auch die Spitzenverbände und das Justizministerium, die auch grundsätzliche Bedenken hatten. Aber diese Aktion zeigte uns allen deutlich, dass wir mit der Vitako etwas bewirken können. Wo sehen Sie Vitako gegenwärtig, wenn man die erst junge Entwicklung der Bundes-Arbeitsgemeinschaft betrachtet? Und wohin wird der Weg noch führen? Es ist eine große Bestätigung für uns, wenn sowohl der Bund als auch die Innenministerien der Länder mit uns über ganz Deutschland verteilt gemeinsame Veranstaltungen zu E- Government durchführen, wie letztes Jahr bei den Info-Tagen zum E-Government-Gesetz. Die kommunalen IT-Dienstleister haben den Zugang zu den Kommunen und deshalb hatten die Veranstaltungen einen sehr guten Zulauf. Das würden die Ministerien alleine nicht schaffen. Auf diese Weise haben aber auch wir Einfluss, und den kann und sollte die Vitako in Zukunft noch viel stärker nutzen. Welchen Ratschlag können Sie der Vitako-Gemeinschaft für die Zukunftsfähigkeit der kommunalen IT geben? Die Vitako hat ja bereits wichtige Zukunftsthemen wie Cloud Computing aufgegriffen und eine Organisationsform geschaffen, um den Leistungsaustausch untereinander möglich zu machen. Ich glaube, das wird zukünftig DIE Herausforderung sein: Einzelne Dienstleistungen werden heute noch zu kleinteilig erbracht, Synergiepotenzial noch zu wenig genutzt. Zukünftig erbringt der regionale kommunale IT-Dienstleister den Betreuungs- und Beratungsservice zum Kunden mit hoher fachlicher Kompetenz. Im Hintergrund muss aber nicht jeder das technische Betriebsgeschäft selbst erbringen. Hier besteht ein großes Potenzial für Bündelungen gerade im Betrieb von Fachverfahren. Fragen: Helmut Merschmann, Vitako Intern Nr

6 Veranstaltungen Mitreden und mitmachen Vitako auf dem Zukunftskongress 2014 Unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern trafen sich am 1. und 2. Juli 2014 zum zweiten Mal etwa Spitzenvertreter aus Bund, Ländern und Kommunen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Repräsentanten innovativer Unternehmen auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung im Berlin Congress Center (bcc) am Alexanderplatz. Vitako trat als Partner auf und engagierte sich auf verschiedenen Zukunftsforen sowie bei drei interaktiven Zukunftswerkstätten zu den Themen E-Akte, Change-Management und IT-Sicherheit. Im zweiten Jahr seines Bestehens konnte der Zukunftskongress seine Position als wichtige Entscheiderveranstaltung weiter ausbauen. Rund 1000 hochrangige Vertreter aus den Bundes-, Landesund Kommunalverwaltungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz Klaus von Dohnanyi (re.) philosophiert mit Publizist Richard David Precht und Catrin Hinkel (Accenture) über den digitalen Wandel. kamen zusammen, um sich über aktuelle Themen rund um die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung zu informieren und sie zu diskutieren. Eine leistungsfähige und bürgerfreundliche Verwaltung, die die Chancen der Digitalisierung nutzt, ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar, sagte Schirmherrminister Thomas de Maizière per Videogruß aus Brasilien anlässlich der Eröffnung. Das bedeutet in unserer heutigen Zeit, elektronische Dienstleistungen aufund auszubauen, die schnell, sicher und technisch zuverlässig erbracht werden. neue Regierungsprogramme Der Kongress beschäftigte sich mit vier Themenfeldern: Zukunftsorientiertes Regierungsund Verwaltungshandeln E-Government Öffentliche Finanzen Führung und Personal Auf der Eröffnungsveranstaltung kündigte IT-Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe die im Koalitionsvertrag vereinbarte Digitale Agenda und das Programm Digitale Verwaltung 2020 an. Mit Hochdruck werde im Bundesinnenministerium an diesen Regierungsprogrammen gearbeitet, die im Spätsommer vom Bundeskabinett beschlossen werden und anlaufen sollen. Bei der Digitalen Verwaltung 2020 wurde Rogall-Grothe schon konkret: Das Programm soll die aus dem E-Government-Gesetz resultierenden, neuen Möglichkeiten unterstützen und beispielsweise Open Data fördern. Darüber hinaus sollen E-Rechnung und Bürgerkonto umgesetzt werden. Auch IT-Sicherheit und Datenschutz bilden wichtige Säulen in dem Programm. Rogall-Grothe sprach von Schutz und Sicherheit ohne Einschränkung der Möglichkeiten. Das britische Parlamentsmitglied, Francis Maude, zeigte IT-Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe (re.) guckt mit Vitako-Vorstandsvorsitzendem Peter Kühne den Vitako-Imagefilm am Messestand. interessante Parallelen bei der Ausgestaltung von E-Government in Großbritannien auf, wo Transparenz und Offenheit zu den Leitprinzipien der Regierung zählen. Im Gegensatz zum föderalen Deutschland setzt der britische Staat jedoch mehr auf die Zentralisierung von und treibt die Digitalisierung entschlossen voran, nachdem man erkannt hat, dass Verwaltung dadurch billiger, schneller und einfacher wird. Bitkom-Präsident Dieter Kempf mahnte anschließend an, einen Medienbruch in der Verwaltung zu vermeiden, denn die seien bislang elektronisch nur bis zur Verwaltungstür. Die Ruhe vor dem Sturm: Am Vitako-Tresen ging es bei (alkoholfreien) Cocktails hoch her. Der hier abgebildete leere Stand ist der frühen Stunde geschuldet. Intern Nr

7 veranstaltungen Zukunftswerkstätten Vitako hat als Partner des Zukunftskongresses drei Zukunftswerkstätten ausgerichtet, die sich auf interaktive Weise mit den Themen E-Akte, Change-Management und IT-Sicherheit auseinandersetzten. Mitdenken, mitreden und mitmachen waren gefragt, und offenkundig empfanden viele Kongressteilnehmer diese Angebote als willkommene Abwechslung zum üblichen Frontalunterricht der Podiumsdiskussionen. Jedenfalls waren alle Zukunftswerkstätten gut gefüllt und haben interessante Resultate erbracht. Bei der Zukunftswerkstatt Auf dem Sprung: Gemeinsamer Hürdenlauf zur E-Akte hatten die Teilnehmer auf dem Hohe Hürden nehmen und dabei dicke Bretter bohren? Verwaltung ist besser als ihr Ruf und längst nicht mehr so modernisierungsresistent wie ihr immer vorgehalten wird. Weg der Umsetzung der elektronischen Aktenführung symbolisch insgesamt fünf Hürden zu nehmen, die die in den Verwaltungen teils noch herrschenden Vorbehalte repräsentierten. Macht man sich diese Vorbehalte bewusst und diskutiert sie, ist man schon einen guten Schritt weiter, hat eine wichtige Hürde genommen. Den Teilnehmern dieser Zukunftswerkstatt gelangt es, bei allen fünf Hürden mehr Pro- als Contra-Argumente zu finden, und damit wurde eben auch die Vorbehalte gegen eine elektronische Aktenführung entkräftet. Auch Change- Management der mit der Digitalisierung einhergehende Mentalitäts- oder Kulturwandel innerhalb von Verwaltungen muss unter Mitarbeitern gut abgestimmt vonstatten gehen. Das Berliner Improvisationstheater Gorillas hielt den anwesenden Teilnehmern der Zukunftswerkstatt Wir machen Theater: Change-Management zum Mitmachen den Spiegel vor. Anhand einiger typischer Spielszenen, in denen ein Vorgesetzter seine Mitarbeiter auf ein größeres Projekt einstimmen wollte, zeigte sich, dass Modernisierung und Wandel in der öffentlichen Verwaltung nicht einfach entlang der Hierarchie durchgedrückt werden können. Führungskräfte sind gut beraten, die jeweiligen Bedenken und Ängste ihrer Mitarbeiter ernst zu nehmen und Angebote zu machen, um den Mitarbeitern den Übergang zu erleichtern und sie in ihrer Kompetenz zu stärken. Bei der Zukunftswerkstatt Keine Chance für Hacker: IT-Sicherheit zum Anfassen referierten Reinhold Harnisch, Geschäftsführer des krz, und Thomas Stasch, Civitec, die Probleme der IT-Sicherheit im kommunalen Bereich. Harnisch hob vor allem die Bedeutung des BSI-Grundschutzes hervor, während Vitako-Vorstand Reinhold Harnisch und der Informationsbeauftragte der Civitec, Thomas Stasch, diskutieren IT-Sicherheit Stasch die Diskrepanz zwischen den Sicherheitsvorkehrungen unter öffentlichen IT-Dienstleistern auf der einen Seite und Ach, das bin ja ICH! Das Berliner Improvisationstheater Gorillas hielt den Anwesenden den Spiegel vor. den Kommunen auf der anderen Seite thematisierte. Es zeigte sich, dass noch erhebliche Anstrengungen notwendig sind, um ein angemessenes Mindest- Sicherheitsniveau in der Kommunalverwaltung zu erreichen. Die kommunalen IT-Dienstleister wollen sich hier verstärkt engagieren. Erfolgreiche Veranstaltung Für die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister war der Zukunftskongress erneut eine erfolgreiche Veranstaltung. Der Zukunftskongress trifft genau das Abstraktionsniveau, das wir uns vorstellen, sagt Vitako- Geschäftsführerin Marianne Wulff. Die dringlichen Themen der Zeit kommen hier zur Sprache, und man begegnet den Personen, die mit ihnen umgehen können und sie lösen wollen. Umso passender erschien der Besuch einer gut gelaunten Cornelia Rogall-Grothe, die IT-Staatssekretärin der Bundesregierung, die es sich nicht nehmen ließ, am Vitako-Stand vorbeizuschauen und sich vom Vorstandsvorsitzenden Peter Kühne den kurzen Vitako-Imagefilm zeigen zu lassen (Bild auf der vorherigen Seite). Sie informierte sich auch über die aktuelle Arbeit von Vitako und genoss einen bunten Cocktail an der Vitako-Bar, die in diesem Jahr einem Schiffsbug glich getreu der Losung: Mit kommunalen IT-Dienstleistern sicher in die digitale Zukunft. Autor: Helmut Merschmann, Vitako Intern Nr

8 aus der Geschäftsstelle Handlungsempfehlungen Vitako startet Projekt Negativliste Seit einem Jahr gibt es das E- Government-Gesetz des Bundes, mit dem die Abwicklung von elektronischen Dienstleistungen unter Nutzung von neuem Personalausweis und D deutlich einfacher werden sollte. Sowohl die Änderungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes, das diese beiden Instrumente als schriftformersetzend kennzeichnet, als auch die Motornormen und die Änderungen diverser Einzelgesetze zielen darauf ab, elektronische Verwaltungsleistungen bei Bund und Ländern sowie in den Kommunen wo immer möglich zu vereinfachen. Viele Behörden aller Verwaltungsebenen bieten ihren Kunden inzwischen E- Government-Anwendungen an, dennoch könnte die Zahl durchaus noch höher sein. Auch bleibt die Nutzung durch die Verwaltungskunden Bürger wie Unternehmen noch hinter den Erwartungen zurück. Ob das an der Komplexität der Anwendungen, an mangelnder Bekannheit oder daran liegt, dass die Nutzer nicht über das notwendige technische Know How oder die notwendige Ausstattung verfügen, ist unklar. Wahrscheinlich treffen alle dieser genannten Gründe zu. Neben der Etablierung neuer technischer Instrumente und zusätzlich zum E-Government-Gesetz hat sich der Bund in diesem Jahr dazu entschlossen, ein Normenscreening zu starten, bei dem das Bundesrecht systematisch daraufhin überprüft wird, ob und welche der rund 4000 bestehenden Schriftformerfordernisse abgebaut werden können (vgl. Vitako intern 3/2013). Vorarbeiten durch Vitako Vitako hatte bereits im Jahr 2012 auf die Problematik der gefühlten und der echten Schriftform hingewiesen und in der Positivliste solche Prozesse beschrieben, die bereits auf der Grundlage des damals geltenden Rechts elektronisch umsetzbar waren. Das jetzt angekündigte Normenscreening des Bundes wird von Vitako grundsätzlich begrüßt. Aus den Erfahrungen der Positivliste wissen wir allerdings, dass es neben den echten Schriftformerfordernissen auch vielfach gefühlte Schriftformerfordernisse gibt und dass die kommunale Praxis auch mal von den dejure-standards abweicht und weiterhin diverse Hindernisse auf dem Weg zum medienbruchfreien Verwaltungsverfahren zu überwinden sind. Vitako will deshalb im Sommer 2014 wieder gemeinsam mit der b.i.t. consult GmbH und einer Expertenrunde das Projekt Negativliste starten. Ziel ist es, zunächst 10 Top-Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen zu analysieren und zu klären, ob echte oder gefühlte Schriftformerfordernisse bestehen. Darüber hinaus wollen wir darstellen, wie die Prozesse elektronisch besser also schneller, bürgerfreundlich und günstiger gestaltet werden können und welches Einsparpotenzial durch eine elektronische Abwicklung der ausgewählten Prozesse erreicht werden kann. Ähnlich wie schon bei der Positivliste sollen anschließend Handlungsempfehlungen zum Vorgehen für Kommunen und IT-Dienstleister formuliert werden. Autorin: Tina Siegfried, Vitako Wichtiger Schritt zur modernen Verwaltung Vitako-Stellungnahme zum Informationsweiterverwendungsgesetz (IWG) Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister Vitako hat eine Stellungnahme zum Entwurf eines Informationsweiterverwendungsgesetzes (IWG) beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) eingereicht und den Gesetzentwurf kommentiert. Das IWG soll bis Sommer 2015 die PSI- Richtlinie der Europäischen Union in nationales Recht umsetzen. Vitako begrüßt grundsätzlich das Ziel, den zunehmenden Open-Data-Bestrebungen einen zeitgemäßen rechtlichen Rahmen zu geben und so die Rechtssicherheit für alle Beteiligten gerade auch die veröffentlichenden Verwaltungseinheiten zu erhöhen. weitere anregungen Die weitergehende Öffnung staatlicher Datenbestände, auch der Träger und Kunden der bei Vitako zusammengeschlossenen IT-Dienstleister, ist ein wichtiger Schritt zur modernen, offenen Verwaltung. Um zusätzliche Bürokratie zu vermeiden, vor allem auf kommunaler Ebene, sollte man jedoch unterlassen, über das europäische Recht hinausgehende Verpflichtungen zu normieren. Wo Umsetzungsspielraum besteht, sollte dieser für möglichst einfach handhabbare sabläufe genutzt werden. Zudem regen wir an, einen direkteren Bezug zu Open Data herzustellen, indem von Datenweiterverwendung anstelle von Informationsweiterverwendung gesprochen wird. Auch sollte das IWG nicht mit dem E-Government-Gesetz dahingehend in Konflikt geraten, dass bei der Ver-öffentlichung von Daten freigestellt wird, ob sie in maschinenlesbaren Formaten vorliegen. Zur Stellungnahme: Link Intern Nr

9 aus der geschäftsstelle Ein Standard für Europa? E-Invoicing wird 2018 Realität in der EU Mit der am 16. April 2014 veröffentlichten Richtlinie 2014/55/EU (Link) des Europäischen Parlamentes und des Rates hat die EU den Weg für die elektronische Rechnungsstellung geebnet. Die öffentliche Verwaltung wird danach verpflichtet, Rechnungen elektronisch zu empfangen und weiterzuverarbeiten. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für die mit E- Government angestrebten Effizienzerhöhungen, denn das Einsparpotenzial durch die E-Rechnung in Deutschland wird nach einer Studie des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Goethe- Universität Frankfurt am Main auf zwei bis fünf Milliarden Euro geschätzt. Für die Umsetzung der EU-Richtlinie sind mehrere Phasen vorgesehen. In einem ersten Schritt soll zunächst innerhalb von 36 Monaten eine europäische Norm für ein semantisches Datenmodell für die Kernelemente einer elektronischen Rechnung erarbeitet werden. Hierzu wurden verschiedene Anforderungen definiert. Der in Deutschland entwickelte Standard ZUGFeRD 1.0 erfüllt bereits heute die wesentlichen Anforderungen: er basiert auf international anerkannten Grundlagen (UN/CEFACT und ISO) und setzt EU-weit normierte Standards um. Die Harmonisierung von ZUGFeRD mit der kommenden europäischen Norm dürfte daher vergleichsweise einfach möglich sein. In einem zweiten Schritt soll die Richtlinie dann in den entsprechenden Stellen umgesetzt werden. Für zentrale öffentliche Auftraggeber (insbesondere Bundesbehörden) ist dafür eine Frist von 18 Monaten vorgesehen, weiteren öffentlichen Auftraggebern wie Kommunen wird für die Umsetzung 30 Monate nach Bekanntgabe der europäischen Norm eingeräumt. Zu beachten ist, dass die Richtlinie sich zunächst lediglich auf Rechnungen bezieht, die im Rahmen von oberschwelligen Vergabeverfahren gestellt werden, das heißt die die jeweilig gültigen EU-Schwellenwerte überschreiten (vgl. Verordnung (EU) 1336/2013 vom ). Freilich kann die volle effizienzsteigernde Wirkung der elektronischen Rechnungsstellung nur realisiert werden, wenn die Verwaltung für alle bezogenen Leistungen elektronische Rechnungen akzeptiert. Es bleibt abzuwarten, welche eventuell weiter reichenden Regelungen der bundesdeutsche Gesetzgeber bei der Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht trifft. weiterverarbeitung unklar Ein interessanter Aspekt der Richtlinie betrifft die Weiterverarbeitung der elektronisch empfangenen Rechnungen. Aus dem Wortlaut wird nicht explizit klar, ob etwa ein Papierausdruck der empfangenen E-Rechnung und eine anschließende manuelle Vorgangsbearbeitung Infotag E-Rechnung (zusammen mit Dt. Landkreistag) am 1. September 2014 in Berlin der Richtlinie bereits Genüge täte. Allerdings ist auch hier davon auszugehen, dass die Vorteile vor allem dann greifen werden, wenn nach dem elektronischen Empfang auch eine medienbruchfreie, automatisierte Weiterverarbeitung erfolgt. Da es den Auftragnehmern, typischerweise Unternehmen, durch die Richtlinie freigestellt bleibt, ihre Rechnungen auch weiterhin in Papierform zu versenden, müsste ein entsprechender Rechnungseingangsworkflow allerdings auch die Möglichkeit des Einscannens entsprechender Rechnungen vorsehen. Wie soll es nun mit der elektronischen Rechnung in Deutschland weitergehen? Welche Rolle spielt dabei der in Deutschland entwickelte Standard ZUG- FeRD? Welchen technologischen Stand haben die in Kommunen derzeit eingesetzten Rechnungseingangsworkflows? Zur Klärung dieser Fragen führt Vitako gemeinsam mit dem deutschen Landkreistag am 1. September 2014 in Berlin einen Info-Tag durch. Die Teilnahme ist für Vitako-Mitglieder kostenlos. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Danny Pannicke Autor: Danny Pannicke, Vitako vitako_itkalender Anzeige 210x74.indd :34:20 Intern Nr

10 Serie: E-Government-Gesetz Landesspezifische Belange E-Government Gesetz für den Freistaat Sachsen (SächsEGovG) Am 18. Juni 2014 hat der Sächsische Landtag das SächsEGovG verabschiedet. Dieses Gesetz wird die Rechtsgrundlagen für die bisher entstandene E-Government-Landschaft im Freistaat Sachsen ergänzen und qualitativ weiter entwickeln. Sachsen übernimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle. Nachdem im Sommer 2013 das E-Government-Gesetz des Bundes verabschiedet wurde, ist Sachsen das erste Bundesland, das die Anregungen des Bundesgesetzes aufgreift, landesrechtlich weiterentwickelt und für die eigenen landesspezifischen Belange geregelt hat. Das SächsEGovG stellt ein wesentliches Element der Verwaltungsmodernisierung dar und fördert die verstärkte Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien, um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen im Freistaat Sachsen weiter zu erhöhen und die Effizienz des Verwaltungshandelns zu steigern. Es erweitert den rechtlichen Rahmen für die Planung, die Umsetzung, den Betrieb und die Weiterentwicklung sowie die Anwendung von E-Government in den sächsischen Verwaltungsbehörden. So soll es beispielsweise die Zusammenarbeit aller im Verwaltungsprozess beteiligten Behörden auf der Basis einer leistungsfähigen E-Government-Infrastruktur fördern und verbindliche Standards im Freistaat Sachsen setzen. Es werden die Grundlagen geschaffen für: das Angebot elektronischer Zugänge zu Verwaltung und Verwaltungsdiensten für Bürger und Unternehmen, eine effizientere Verwaltung durch die Nutzung medienbruchfreier und einer zentralen IT- Infrastruktur, die Gewährleistung von Datenschutz und Informationssicherheit, das Zugänglichmachen von Daten und Informationen der Verwaltung, eine effektive IT-Organisation und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Staats- und Kommunalverwaltung bei der Entwicklung von E-Government. Regelungen, die zu einem umfassenden, einfachen und sicheren elektronischen Zugang zur Verwaltung für Bürger und Unternehmen führen sollen, bilden dabei einen Schwerpunkt des Gesetzes. regeln für selbstverwaltung E-Government wird nur bei Ebenen übergreifender enger Zusammenarbeit erfolgreich sein. Um die oben skizzierten Ziele zu erreichen, trifft das Gesetz deshalb auch Regelungen für die Träger der Selbstverwaltung, also diejenigen Organisationen und Behörden, die die meisten Transaktionen mit Bürgern und Unternehmen umsetzen. Die Selbstverwaltungsrechte der Kommunen und der sonstigen Träger der Selbstverwaltung (wie z. B. Handwerkskammern oder Hochschulen) werden dabei gewahrt. Den Kommunen und Selbstverwaltungsträgern werden überwiegend weitreichende Gestaltungsspielräume belassen. Das Gesetz enthält darüber hinaus die Grundlagen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den staatlichen und kommunalen Behörden. Bereits 2011 wurde in Sachsen der IT-Kooperationsrat unter meiner Leitung als Beauftragter für Informationstechnologie des Freistaates etabliert, dem von kommunaler Seite die Geschäftsführer der kommunalen Landesverbände und der Direktor der Sächsischen Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (SAKD) angehören. Aktuelle IT- und E-Government-Themen, die staatliche und kommunale Belange berühren, werden hier erörtert und Empfehlungen für Kommunen und den Freistaat beschlossen. Über das Gremium werden die Kommunen auch über die Themen des IT-Planungsrates informiert und in die Vorbereitung der sächsischen Voten einbezogen. Es erhält mit dem Sächsischen E-Government-Gesetz nun eine rechtliche Grundlage. Die Erarbeitung dieses Gesetzes ist auf einer breiten Basis erfolgt. Besonders die konstruktive Mitarbeit der Kommunen ist hervorzuheben. So haben die kommunalen Landesverbände und die SAKD, aber auch einzelne Kommunen, die im Rahmen des Anhörungsverfahrens zu dem Gesetzentwurf Stellung genommen hatten, wichtige Aspekte beigetragen. Ohne dieses Engagement hätte das Vorhaben nicht gelingen können. Die Umsetzung der Regelungen des SächsEGovG bedarf noch einiger Anstrengungen. Die Staatsregierung wird hierbei die Träger der Selbstverwaltung insbesondere kleinere und mittlere Kommunen unterstützen. Das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa wird gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern, der SAKD, den kommunalen Landesverbänden und unter Beteiligung des Sächsischen Datenschutzbeauftragten einen Handlungsleitfaden für die Umsetzung erarbeiten. Entsprechende Vorbereitungen wurden bereits im Vorfeld der Verabschiedung des Gesetzes getroffen. Die Arbeiten wurden inzwischen aufgenommen. Der Handlungsleitfaden wird modular aufgebaut. Er wird unter Berücksichtigung des Anwendungsbereichs und des Zeitpunkts für das Inkrafttreten der jeweiligen Regelung schrittweise erarbeitet und fortgeschrieben. Sowohl auf die technische als auch auf die organisatorische Umsetzung des SächsEGovG wird eingegangen. Insbesondere sollen Fallbeispiele und Szenarien für die Umsetzung in Kommunen unterschiedlicher Größe enthalten sein. Der Leitfaden wird durch eine FAQ-Liste ergänzt werden. Die aus der demografischen und finanziellen Entwicklung folgende Notwendigkeit der Modernisierung der Verwaltung wird durch das SächsEGovG weiter vorangetrieben. Mit den Regelungen wird einer zuverlässigen Konsolidierung und nachhaltigen Weiterentwicklung der sächsischen E-Government-Landschaft der Weg geebnet. Autor: Wilfried Bernhardt, Staatssekretär im Sächs. Staatsministerium der Justiz und für Europa, Beauftragter für Informationstechnologie (CIO) Intern Nr

11 Meldungen EGVP-Zulassung Im Mai 2014 hat die Bund-Länder- Kommission für Informationstechnik in der Justiz in ihrer 95. Sitzung beschlossen, den EGVP-Classic-Client für alle, die in der Rolle Bürger kommunizieren, nach Bereitstellung des neuen besonderen Anwaltspostfaches abzukündigen. (Dieses soll ab dem 01. Januar 2016 zur Verfügung stehen.) Für Bürger wird der Zugang zur Justiz dann über Online-Formulare auf gewährleistet. Für Governikus-Kunden steht künftig der Governikus Communicator in der Variante Generischer Client zur Verfügung. In diesem sicheren Client können unterschiedliche Postfächer eingerichtet und unterschiedliche Verzeichnisdienste (SAFE, DVDV, Registrierungsserver oder feste Adresslisten) angesprochen werden. Damit eignet sich der Generische Client aufgrund der Schnittstellenkonformität insbesondere als Plug&Play- Ersatz für den EGVP-Classic-Client der Justiz. Der Antrag für die Zulassung als Drittsoftware im EGVP-System wurde durch die Governikus KG bereits gestellt. Perspektivisch können mit dem generischen Client die unterschiedlichen Ausprägungen des Governikus Communicator abgelöst werden. Der Client wird derzeit in verschiedenen Szenarien getestet und wird als Installervariante voraussichtlich ab September 2014 zur Verfügung stehen. Autorin: Petra Waldmüller- Schantz, Governikus Preisträger des Vitako- Gewinnspiels Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister Vitako hat auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung 2014 Anfang Juli in Berlin ein Gewinnspiel über IT-Sicherheit veranstaltet. Dabei galt es, fünf allgemeine Fragen zum Themenkomplex Informationssicherheit richtig zu beantworten. Beispielsweise: Gefundene USB-Sticks sollten grundsätzlich auf persönliche Daten geprüft werden, um den Besitzer informieren zu können. Oder: Auf Software- Updates sollte in der Regel verzichtet werden, da diese die Sicherheitskonfiguration des Geräts verändern können. Aus den zahlreichen Einreichungen hat Vitako-Glücksfee Dorothea Scherlies-Richter die Gewinner gezogen: Der 1. Preis (ein ipad) geht an Falk Hentschel (Sächsischer Landtag). Den 2. Preis (ein ipod) hat Wolfgang Stier, Crossinx GmbH, gewonnen. Der 3. Preis (das Buch Hacken für Dummies ) ist auf dem Zertifizierte Sicherheit bei AKDB Im Rahmen der Zertifizierung nach ISO auf der Basis von IT- Grundschutz fand das erste Überwachungsaudit durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) statt. Der Auditor zog nun abschließend das Fazit: Insgesamt wurde bei der AKDB ein kontinuierlich betriebenes, wirksames Informationssicherheits-Management-System vorgefunden, das den hohen Anforderungen weiterhin gerecht wird. Die AKDB freut sich über die weitere Bestätigung ihrer Anstrengungen um Datenschutz und Datensicherheit durch eine anerkannte neutrale Instanz. Und Kommunen können sich sicher sein: Daten sind bei der AKDB in guten Händen! Weg zu Jonas Fischer (Kommunales Rechenzentrum Niederrhein). Wir freuen uns über die zahlreiche Teilnahme und wünschen den Gewinnern viel Spaß mit ihren Preisen, sagt Vitako-Geschäftsführerin Marianne Wulff (links im Bild). Gleichzeitig haben wir jedoch bei der Auswertung eine gewisse Unsicherheit in Fragen der IT-Sicherheit festgestellt. Mehr als die Hälfte der Gewinnspielkarten wies Fehlantworten auf. Bei der IT-Sicherheit ist offenbar noch vermehrte Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit notwendig. Im Bild: Die Übergabe des Zertifikats in der AKDB-Hauptverwaltung im Juli 2013 durch Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe an den AKDB-Vorstandsvorsitzender Alexander Schroth, Projektleiterin Regina Reitenhardt, IT- Sicherheitsbeauftragter Peter Hack, Vorstandsmitglied Rudolf Schleyer (alle AKDB), der Bayerische Landesbeauftragte für Datenschutz, Dr. Thomas Petri, und BSI-Abteilungspräsident Bernd Kowalski (v. l.) Intern Nr

12 aus der branche Mammutprojekt Neues Telekommunikationssystem für den Konzern Stadt Essen Das Essener Systemhaus (ESH) stellt derzeit schrittweise die konzernweite Telekommunikationsanlage für die Stadtverwaltung und Beteiligungsunternehmen der Stadt Essen auf eine innovative Voice over IP-Lösung (VoIP) um und ersetzt das bisher auf ISDN basierende städtische Telefonnetz und viele kleinere Insellösungen. Gesucht wurde ein Kommunikationssystem, das auf diese speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Entscheidende Merkmale der zu implementierenden Lösung waren die Mandanten- und Wachstumsfähigkeit, die durch eine hohe Skalierbarkeit der Gesamtlösung erreicht werden. Darüber hinaus sollten die beiden zukünftigen Nutzerkreise, die Kunden des ESH und die Kunden im EVV Verbund (Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft), in die Lage versetzt werden, unabhängig voneinander und eigenständig Kunden mit flexiblen und kosteneffizienten Telekommunikationslösungen zu versorgen. Der Startschuss für dieses Projekt mit erheblichem finanziellem, organisatorischem und personellem Umfang fiel bereits vor drei Jahren. Projektmotivation Die Entscheidung für ein neues Telekommunikationssystem hatte noch weitere Gründe: Die Vertragslaufzeit über den Betrieb der bisherigen Telefonanlage endete, so dass ein grundlegend neues Gesamtkonzept notwendig war, um sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Faktoren des Betriebs eines neuen Telekommunikationssystems zu optimieren. Die zentralen Komponenten der ursprünglichen Telefonanlage waren veraltet, störanfällig und bedurften einer Erneuerung. Erhebliche jährliche Kostenersparnisse waren zu erwarten. Eine Zusammenführung der Infrastrukturen von Telekommunikation (TK) und Informationstechnologie Datacenter mit Mandantennetzen (Grafik: ESH) (IT) zu einer gemeinsamen ITK- Struktur wurde technisch ermöglicht (Konvergenz der Netze). Die Zusammenarbeit mit der städtischen Tochter EVV birgt Synergiepotenziale durch zentrale Beschaffungen und den gemeinsamen Betrieb einer redundanten Anlage. Aus Gründen der Ausfallsicherheit verteilen sich zukünftig die zentralen Hardwarekomponenten der neuen Anlage auf zwei Standorte. Aufbau des neuen Systems Die zentralen Server der Kommunikationslösung wurden in zwei Rechenzentren aufgebaut, die über ein separates Datennetz per Glasfaser (Darkfiber) Verbindungen gekoppelt sind. Hierbei wird je ein Rechenzentrum vom ESH und von der EVV betrieben. Die für die Kommunikationslösung relevanten, zentralen Server in den beiden Rechenzentren befinden sich in einem gemeinsamen, abgesicherten Netz, dem Datacenter. Dieses ist so konzipiert, dass es über Session Border Controller (SBC) und Firewalls abgesichert und mit den ITK-Netzen der EVV und des ESH verbunden wird. Das zentrale Datacenter wurde redundant aufgebaut und sowohl über das IT- als auch über das Telekommunikationsnetz der Mandanten ESH und EVV gelegt. Die IP-Adressen der Mandantennetze sind nicht harmonisiert. Projektorganisation Ein externes Beratungsunternehmen begleitete das Projektteam, das aus rund 40 Personen besteht, von Anfang an bei der Erstellung des Konzeptes, der Ermittlung der Kosten und Ersparnisse und der Betrachtung der Synergieeffekte. Ebenfalls wurde die strategische Ausrichtung einer Kaufkraftbündelung und die europaweite Ausschreibung bis hin zur Entscheidungsfindung gemeinsam mit Intern Nr

13 aus der branche dem Partner EVV-IT getroffen. Es folgten über 60 Workshops, das neue Telekommunikationssystem wurde schrittweise aufgebaut und parallel hierzu mit dem Alt- Anlagensystem verbunden. Insgesamt handelt es sich um Telefonanschlüsse, davon Nebenstellen, die die Stadt Essen mit ihrem 88-er Rufnummernkreis über ein klassisches System versorgt und noch einmal Endgeräte von autarken Telekommunikationsanlagen, verteilt auf über 350 Standorte (zum Beispiel Schulen und Kindertageseinrichtungen). Darüber hinaus bestehen IP- basierte ACD-Anlagen mit über 200 Teilnehmern. Umsetzungsphase pilotbetrieb erfolgreich Nach einer ausführlichen Testphase startete schließlich der Pilotbetrieb im ESH mit rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Mitte Im Testbetrieb ging es auch um die neuen Funktionalitäten der ACD- Anlage und die automatisierte Anrufverteilung für den First Level Support. Quasi zeitgleich wurde die Zentrale des Jobcenters mit circa 150 Arbeitsplätzen und einem ACD System, auf das neue Telekommunikationssystem unter der veränderten, technischen Architektur aufgeschaltet. Eine besondere Herausforderung zur Schaffung einer einheitlichen Telefonstruktur war, zwei bislang technisch völlig unterschiedlich genutzte Standards zusammenzuführen und das bisherige Telekommunikationssystem vollständig in das neue VoIP- Umfeld zu integrieren. Insbesondere Funktionen wie Unified Communication (UC), Computer Telefon Integration (CTI) und die Möglichkeit der Integration mobiler Arbeitsplätze, beispielsweise Telearbeit, sind Bestandteile des neuen Angebotes. Die modernen Leistungsmerkmale der Telefonanlage sollten sowohl für das alte System als auch für das neue gleichermaßen anwendbar sein. Im Rahmen eines Feldversuchs wurde mit ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine entsprechende Software getestet. Nach erfolgreichem Abschluss des Versuchs im Februar 2014 startete dann der Rollout der neuen Telefone: rollout der neuen telefone Im ersten Schritt wurden im April die Arbeitsplätze im Rathaus ausgestattet. Der Austausch der Telefongeräte vollzog sich schrittweise über 21 Etagen und betraf rund 1400 Nebenstellen. Mitte Mai 2014 stand der Austausch der Telefone sowie die Inbetriebnahme einer komplexen ACD-Anlage mit integrierter Besuchersteuerung sowie Online- Terminreservierung in den neun städtischen Bürgerämtern verteilt übers gesamte Stadtgebiet an. Im Rahmen des weiteren Rollouts wurden neben dem normalen operativen Geschäft in vorheriger Absprache mit den jeweilig betroffenen Fachbereichen bisher circa Geräte im städtischen Rufnummernkreis ausgetauscht. Damit ist bereits im Sommer 2014 die Realisierung von über 40 Prozent in der ersten Umsetzungsphase für den bestehenden Nummernkreis erfolgt. Nach Umstellung der städtischen Rufnummern beginnt die geplante Migration der autarken Telekommunikationssysteme, die allerdings noch bis in das Jahr 2017 Zeit in Anspruch nehmen wird. Autorin: Petra Bajorat, ESH KARRIERE E Karriere in der Public Sector IT Besuchen Sie das Karriereportal von Vitako! Stellenmarkt Studien- und Ausbildungsführer Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v. Intern Nr

14 aus der branche Gestatten: Ich bin Ihr Problem-Manager ITIL-Problem-Management bei den Zweckverbänden KIRU und KDRS. Im Problem! Entsch. matrix Rahmen der Kooperation mit dem Rechenzentrum Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart (KDRS) arbeitet die Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) seit fünf Jahren mit dem formalen Prozess des Problem-Managements von ITIL (Information Technology Infrastructure Library). Donnerstagvormittag, 11:48 Uhr. Der Problem-Manager bekommt eine SMS: Fehler beim Verfügen in dvv.standesamt Sanduhr ohne Fehlermeldung. Das Service-Center hat das Ticket eröffnet und auf Priorität 2 gesetzt. Dort stehen weitere Informationen: Nahezu alle User betroffen! Bisher folgende Kunden:. Ein Spezialist wird eingeschaltet und nimmt Kontakt mit dem externen Trust-Center auf. Kurz danach erscheint ein Update im Ticket: Massive Probleme mit OCSP-Antwort - es treten momentan sporadische Störungen providerseitig auf. Entsprechende Fachbereiche sind bereits informiert. Später dann die Entwarnung: Seit circa. 13:30 Uhr ist die Störung bei der TeleSec behoben. Rückfragen bei den Kunden bestätigen, dass das wieder zur Verfügung steht. Die Störungsmeldung auf dem Kunden-Informationsserver kann gelöscht werden. Was tun, wenn s brennt? Was tun, wenn eine größere Störung im Rechenzentrumsbetrieb auftritt? Welche Routine soll greifen? Diese und andere Fragen beantwortet das ITIL-Problem-Management, das bereits seit fünf Jahren bei den beiden Rechenzentren KIRU und KDRS in Baden-Württemberg erfolgreich im Einsatz ist. Die Rolle des Problem-Managers wechselt wöchentlich zwischen den fünf Rolleninhabern bei den beiden Rechenzentren. Es ist keine Mythos-umwitterte Tätigkeit, sondern eher vergleichbar mit der Feuerwehr ein klarer Kopf und systematisches Vorgehen ist gefragt, erklärt Gert Presch, einer der fünf Problem-Manager und tätig bei der KIRU. Dennoch heißt es beim eingehenden Notruf zunächst: Alles andere stehen und liegen lassen. Es beginnt mit einem Anruf auf der zentralen Nummer des diensthabenden Problem-Managers, die aufs Handy weitergeleitet wird. Im Ticket-System wird ein Ticket erstellt beziehungsweise auf Priorität 2 oder 1 hochgestuft. Oft wird ein sogenanntes Hot Ticket (Sammel-Ticket) mit sprechendem Betreff angelegt. Dadurch wird automatisiert eine SMS an einen definierten Kreis von Personen gesendet, der Ticket-Melder erscheint auf dem Bildschirm der Mitarbeiter. Zeitgleich wird auf dem Kunden-Informationsserver ein Hinweis für alle Kunden eingestellt. Dadurch können die Anrufe im Service Center deutlich reduziert werden. Virtuelle Konferenz Auf einer bekannten Durchwahl wählen sich alle am Prozess Beteiligten für die gemeinsame, virtuelle Konferenz ein, per Telefon, Handy oder Video. Der Problem- Manager bleibt die ganze Zeit über in der Konferenz, die anderen können sich bei Bedarf ein- und ausklinken. Wenn die Besprechung vorübergehend unterbrochen werden sollte, werden Regelungen dazu getroffen, wie die weitere Vorgehensweise ist. In der Regel werden stündliche Zusammentreffen vereinbart. Situationsbezogen wird der Problem-Manager so zum Vorgesetzten von Mitarbeitern in ganz unterschiedlichen Organisationseinheiten. Im Bereich der technischen Systeme simuliert zum Beispiel der sogenannte Service-Tracer ständig typische Anwendungsszenarien, über das Monitoring werden Störungen bei den Systemen automatisiert gemeldet. Phänomen GroSSstörung Im Handbuch für den Problem-Management-Prozess ist definiert, was als Großstörung anzusehen ist. Es gilt die Gesamt-Problematik als solche zu identifizieren: Hinter Lieschen Müllers Druckerproblem kann letztendlich auch ein grundsätzliches Problem beim Datenbankserver stehen. In der Entscheidungsmatrix ergeben Dringlichkeit und Auswirkung die Stufe der Priorität. Definierte Kriterien dabei sind: Wie viele Kunden sind betroffen, ist das Kerngeschäft der Kunden eingeschränkt? Für Störungsbearbeitung Zentrale Steuerung Informations-Management Produktionsmeeting Telefon- Konferenz der Experten Schicht- Bericht Prio 2 Zentrale Nr Problem-Manager Kunden- Informations- Server die technische Analyse und Ursachenermittlung ist es wichtig, schon in einer frühen Phase des Prozesses abzuklären, wo das Phänomen überall auftritt: Nur intern im Rechenzentrum, bei bestimmten Kunden, bei allen Kunden, nur bei einem bestimmten, bei allen Services, die von bestimmten Komponenten abhängig sind, Zunächst eindeutig erscheinende Aussagen sind nicht immer belastbar, es sollte nicht vorschnell von Einzeloder Teil-Phänomen auf ein pauschales Problem geschlussfolgert werden, so Presch. Hier sind die fachlichen Organisationseinheiten und die Service-Center der beiden Rechenzentren gefragt. Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten sind oft entscheidende Indizien: Gleicher Standort, nur KIRU- oder KDRS-Kunden, im gleichen Netz-Segment, in der gleichen Citrix-Farm, im gleichen Cluster, an derselben Datenbank, in derselben Domäne. Der Tag danach Am darauffolgenden Tag wird das Problem im sogenannten Produktions-Meeting besprochen. Tickets mit hoher Priorität werden im Schichtbericht zuerst bearbeitet. Zu klären ist auch die Frage der genauen Ausfallzeiten, zu welchem Zeitpunkt wurde aus einer Beeinträchtigung ein Ausfall, gibt es Konsequenz bezüglich der Service-Level-Agreements (SLA). Damit das Ticket geschlossen werden kann, braucht es eine technische Dokumentation von Ursache und Lösung. Die Ergebnisse fließen in den Monatsbericht fürs Management ein. Autorin: Linda Hanselmann, KIRU SMS an definierten Personenkreis Ticket-Melder alle MA Kunden Bericht an Management Intern Nr

15 aus der Branche Vernetzte Prozesse Termin: Expertenforum DMS- Bestenliste in Münster IT-Fachleute der öffentlichen Verwaltung treffen sich am 16. September 2014 zum Expertenforum DMS-Bestenliste in Münster. Vertreter der Städte Münster, Göttingen und Köln sowie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe berichten, welche Rolle das Dokumentenmanagement bei der Modernisierung ihrer Verwaltungen spielt. Veranstalter sind Münsters kommunaler IT-Dienstleister citeq und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), unterstützt durch das Unternehmen SER. Zahlreiche Referenzen zeigen, wie sich elektronische Akten- und moderne Workflow-Systeme erfolgreich implementieren lassen. Die Beispiele sollen auch weitere Städte, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen dazu motivieren, Dokumentenmanagement einzuführen, um das E-Government weiter voran zu bringen. Die Veranstaltung ist Teil einer Veranstaltungsinitiative des Unternehmens SER. Der Besuch ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen kostenfrei. Ausgewiesene Experten wie Unternehmensbegleiter Rainer Kossow, citeq-betriebsleiter Stefan Schoenfelder, der IT-Leiter des Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Wieland Schäfer, und Vertreter der Softwareindustrie diskutieren mit den Teilnehmern Strategien, Konzepte, Technologien und Nutzen für das E-Government. Im Anschluss ergeben sich noch zusätzliche Möglichkeiten für vertiefende Nachbesprechungen. Die Zeit ist reif für Dokumentenmanagement: Nachdem heute bereits nahezu alle kommunalen Aufgaben an IT- angebunden sind, konzentrieren wir uns jetzt auf die Vernetzung der Prozesse und deren medienbruchfreie Gestaltung mit Mitteln des Dokumentenmanagements, sagt Stefan Schoenfelder, Betriebsleiter der citeq. Veranstaltungsort ist das Factory Hotel in Münster. Online-Anmeldungen zum Expertenforum DMS-Bestenliste nimmt die Firma SER ab sofort entgegen unter Autor: Lothar Lechtenberg, citeq Partnerschaft krz setzt Bürgerservice-Portal ein Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) pilotiert das Bürgerservice-Portal der AKDB. Partner des führenden IT- Dienstleisters für Städte, Kreise und Gemeinden in Westfalen ist die AKDB- Vertriebstochter kommit GmbH. Wir sind von der Lösung überzeugt und eröffnen so den NRW-Kommunen sowie deren Rechenzentren den Weg, die im Eckpunktepapier für ein E-Government- Gesetz des Landes geforderte Errichtung eines Bürgerportals schnell, wirtschaftlich und sicher umzusetzen, sagte krz- Geschäftsführer Reinhold Harnisch bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung. Alexander Schroth von der AKDB freute sich: Schön, dass jetzt auch in Lemgo das modernste und bundesweit am meisten eingesetzte Portal in Produktion geht. Bislang konnten rund 150 Installationen, eine von den Fachverfahren unabhängige Lösung sowie die leichte Integration bereits vorhandener Serviceangebote an Bürger und Wirtschaft vor Ort überzeugen. kommit-geschäftsführer Andreas Hoffström wies darauf hin, dass die Lösung auch künftige Anforderungen der Straßenverkehrsämter an den Datenaustausch mit dem Start des Bürgerservice-Portals auf dem krz-forum: Klaus Wolter vom BVA, Michaela Lehnert, krz-geschäftsbereichsleiterin Webservices, Reinhold Harnisch (krz), Gert Klaus (Vorsitzender der Verbandsversammlung und des Verwaltungsrats sowie Bürgermeister der Stadt Schieder-Schwalenberg) und Alexander Schroth (v. r.) Foto: krz Kraftfahrt-Bundesamt unterstützt: Das hat die Entscheidung zur Partnerschaft erleichtert, so Hoffström. Autor: Andreas Huber, AKDB Intern Nr

16 aus der branche Webauftritt kann sich sehen lassen Breuna zählt zu den ersten civento21 cm-kunden Die Gemeinde Breuna im Landkreis Kassel suchte vor kurzem ein komfortables und fortschrittliches Content-Management-System (CMS). Die nordhessische Kommune hatte bis zu diesem Zeitpunkt die ekom21- Lösung ecity21 im Einsatz, aber dieses CMS war trotz zahlreicher Weiterentwicklungen mittlerweile in die Jahre gekommen. Wir waren mit ecity21 jahrelang zufrieden, erinnert sich Walter Schmand, Hauptamtsleiter der Gemeinde Breuna. Neben der Funktionalität punktete das ekom21-cms bei der einfachen Handhabung und der guten Erreichbarkeit der Kundenberater. Trotzdem war der Wechsel unumgänglich. Schon alleine, um unseren Auftritt auf technologisch aktuelle Beine zu stellen und so den Bürgerinnen und Bürger einen verbesserten Service bieten zu können, erklärt der Hauptamtsleiter weiter. Außerdem stand ein Relaunch der Internetpräsentation an, wodurch sich ein ganz klares Ziel für Breuna abzeichnete: Alles neu, aus einer Hand, in einem Guss. Die Gemeinde Breuna ließ sich deshalb das ecity21-nachfolgeprodukt civento21 cm präsentieren und war sofort vom modularen Aufbau begeistert. Funktionen, Dienste und Applikationen sind frei wählbar und individuell konfigurierbar. Durch zusätzlich integrierte E-Government-Dienste bietet civento21 cm außerdem die Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu automatisieren und somit die Verwaltung von ineffektiven Routinearbeiten zu entlasten. Mehr noch: civento21 cm entwickelt sich so zur E-Government-Plattform, die zur Rationalisierung und Optimierung der Kommune beiträgt. Eingerahmt von den ekom21-mitarbeiterinnen Annika Kny (links) und Anne Schmidt (rechts) freuen sich Walter Schmand (Hauptamtsleiter), Susanne Schwarz (Vorzimmer) und Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann (v.l.n.r.) über den neuen Auftritt Zweifacher Relaunch Von der technologischen Basis war die Gemeinde Breuna schnell überzeugt es musste also nur noch eine Lösung für den optischen Relaunch gefunden werden. Dazu sammelten Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann, Hauptamtsleiter Walter Schmand und die ekom21 gemeinsam Designvorschläge. civento21 cm bietet von sich aus bereits eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten, individuelle Vorschläge können aber ebenso eingebunden werden. Mit einem routinierten Webdesigner wurden die Gestaltungswünsche von Breuna besprochen und innerhalb kurzer Zeit umgesetzt. Klaus-Dieter Henkelmann, Bürgermeister der Gemeinde Breuna, zeigte sich vom technologischen und gestalterischen Ergebnis zufrieden: Wir haben zusammen mit der ekom21 eine technologisch moderne, umfassende und dennoch leicht bedienbare Homepage gestaltet. Neben dem System stand für den Bürgermeister aber immer der Nutzen und das Design im Vordergrund: Für mich war es von Anfang an wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde ein ansprechend gestaltetes Internetportal mit verbesserter Funktionalität zur Verfügung zu stellen, erklärt Henkelmann. Gleichwohl ist ihm der persönliche Kontakt mit Einwohnern, Neubürgern und Gästen wichtig: Internet soll ergänzen, aber nicht ersetzen, so der Bürgermeister abschließend. Zügige Umstellung Nach einer kurzen Einrichtungszeit für den technischen Aufbau des Webs, konnte die neue Homepage mit Leben gefüllt werden. Auch hier hat das Team der ekom21 gemeinschaftlich mit den Kolleginnen und Kollegen aus Breuna die Inhalte der neuen Seiten besprochen und die Wünsche des Kunden umgesetzt. So konnten die Mitarbeiter der Verwaltung nach einer entsprechenden Schulung, die neuen Webseiten zeitnah in Betrieb nehmen. Breuna war somit eine der ersten Kommunen, die ihren Internetauftritt auf civento21 cm umgestellt haben. Dieser steht jetzt für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde sowie alle Interessierten im Internet zur Verfügung. Und wie wir finden: Er kann sich wirklich sehen lassen. Autorin: Annika Kny, ekom21 Intern Nr

17 aus der branche Energetischer Betrieb Effizientes Energiemanagement mit e2watch Schwachstellen im Energiemanagement erkennen und Einsparpotentiale nutzen: Die Städte-Region Aachen hat sich nach der Stadt Aachen nun auch für den neuen Energieanzeiger der regio it entschieden. Steigende Energiekosten zwingen auch öffentliche Verwaltungen zu einem effizienten Energiemanagement. Daher hat sich die Städte-Region Aachen mit e2watch ebenfalls für ein neues Controlling ihrer Energieverbräuche entschieden. Den offiziellen Startschuss für den Energieanzeiger gaben Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg in Anwesenheit von regio it Geschäftsführer Dieter Ludwigs und der Dezernentin für Planung und Umwelt der Stadt Aachen, Gisela Nacken. Die regio it hat das Energiemonitoring-System in Kooperation mit dem Gebäudemanagement der Stadt Aachen entwickelt. Bereits seit 2011 wurden unter dem Label E-View die Verbrauchsdaten von Wasser, Strom und Wärme in städtischen Gebäuden erfasst und ausgewertet. Nach Überarbeitung und unter dem neuen Namen e2watch wurde anschließend die Einführung der Lösung in Gebäuden von allen regionsangehörigen Kommunen initiiert. Aachens Oberbürgermeister Marcel Phillip (links) und Städteregionsrat Helmut Etschenberg geben den Startschuss für den neuen Energieanzeiger Einblick in Verbrauchsdaten Zukünftig können die Verbrauchsdaten auch in der Städte-Region erfasst und ausgewertet werden. Durch die automatische Zählerauslesung der Verbräuche einzelner Objekte werden Fehlerquellen visualisiert und Optimierungspotenziale sichtbar gemacht. Somit bildet e2watch die Grundlage einer optimalen energetischen Betriebsführung. Da die Energieanalysen im Internet veröffentlicht werden, erhalten die Bürgerinnen und Bürger Einblick in die Verbrauchsdaten städtischer Einrichtungen - und das schafft Transparenz. Weitere Informationen unter: Autorin: Birgit Becker, regio IT Umstellung bei TYPO3 Citkomm entwickelt Osiris-Nachfolger Das Open-Source Content-Management-System TYPO3 erfreut sich auch in den Kommunalverwaltungen zunehmender Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt an der intuitiven Bedienbarkeit sowie an der Vielzahl der kostenlos verfügbaren Module, den sogenannten Extensions. Die wichtigste kommunale Extension ist das Bürgerinfosystem Osiris, welches von der Citeq entwickelt wurde. Die TYPO3-Nutzer stehen aktuell vor der Herausforderung, dass die Websites, die mit TYPO3 Version 4.x betrieben werden, bis spätestens März 2015 auf die neue TYPO3-Version 6.x umgestellt werden müssen, da es für die 6-er Versionen ab April 2015 keine Sicherheitsupdates mehr geben wird. Die Umstellung auf TYPO3 Version 6.x ist kein einfaches Update, sondern ein umfangreiches Projekt. Viele unter Version 4.5 beliebte Extensions laufen nicht mehr oder werden nicht mehr weiter gepflegt. Das gilt auch für OSIRIS, das laut Ankündigung des Entwicklers nicht unter 6 laufen und nicht mehr weiter gepflegt wird. Die Citkomm betreut circa 40 Kunden, die TYPO3 für Ihre Webseiten einsetzen. Es stellt sich daher die Herausforderung, einen Ersatz für OSIRIS zu finden. Nach einer Marktrecherche haben wir uns dazu entschlossen, eine eigene Lösung zu entwickeln. Unsere langjährige Erfahrung mit Osiris, aber auch mit anderen CMS und Bürgerinfosystemen hat uns die Sicherheit gegeben, die Anforderungen sehr genau zu kennen. Daneben wurden auch aktuelle Trends wie Responsive Design und mobile Webseiten berücksichtigt. Technisch basiert die Lösung auf Extbase und Fluid, und folgt damit modernsten Programmierparadigmen wie MVC und Domain-Driven-Design. Durch den Einsatz des in Typo3 mitgelieferten Template-System Fluid können die Ausgaben mit relativ geringem Aufwand an besondere Gegebenheiten des Kunden angepasst werden. Autor: Frank Schwanbeck, Citkomm Intern Nr

18 aus der Branche Messe, Vorträge, Workshops expo 2014 lockt mehr als 400 Besucher Bereits zum zweiten Male lud die ekom21 zu ihrem hessischen kommunalen IT-Forum. Veranstaltungsort war, wie schon im letzten Jahr, der Congress Park Hanau eine gelungene Symbiose von historischer Stadthalle und modernem Tagungszentrum. Das Konzept vom letzten Jahr wurde konsequent weiterverfolgt und die expo 2014 als attraktiver Mix aus Messe, Vorträgen und Workshops ausgerichtet. Mehr als 400 Kunden und Interessenten trafen sich am 4. Juni zur expo Auch Vertreter der Presse waren gekommen, um sich über das IT-Spektakel zu informieren und natürlich aktuell zu berichten. Durch das Programm führte Mathias Münch vom Hessischen Rundfunk. Charmant, eloquent und humorvoll moderierte Münch die ekom21-veranstaltung. Auch in den Pausen war der HR-Moderator stetig präsent und stand für Fotos, Autogramme und gar Geburtstagsgratulationen zur Verfügung. Für die ekom21 begrüßte Geschäftsführer Bertram Huke, auch im Namen seines Kollegen Ulrich Künkel, die Vertreter aus Städten, Gemeinden und Kreisen. Huke betonte die Wichtigkeit der expo als Ort des gemeinsamen Treffens und Austauschs der kommunalen Familie. Ein Grußwort richtete Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky an das Publikum. Das Stadtoberhaupt hob die Zusammenarbeit mit der ekom21 hervor und berichtete aus seinem Praxisalltag über die -Flut, die auch vor ihm nicht haltmacht. Anschließend stellte Matthias Horx, einer der einflussreichsten Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum, seine Gedanken zu gesellschaftlichen Abläufen vor. Prominenter Redner Dementsprechend lautete sein Vortrag auf der expo 2014 Technolution Die wahre Co- Evolution von Verwaltung, Mensch und Technik, der tosenden Applaus erntete (Link zum Video). Horx hat mich aktiv zum Nachdenken angeregt. Vom übrigen Programm abgesehen, war sein Vortrag allein den Besuch der expo wert konstatierte eine Besucherin. Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen der Ausstellung, der Workshops und des persönlichen Gesprächs. Mehr noch: Die Fußball- WM war auch hier präsent, und deshalb hatte die ekom21 eine Torwand aufgebaut, an der die Besucher ihr fußballerisches Können beweisen durften. Als Lohn erwartete die Treffsicheren ein ekom21-fußball, der fortan das begehrteste Mitbringsel der expo war. Praxisnah Das hessische kommunale IT-Forum wartete weiterhin mit über 30 Mitausstellern, 12 Workshops zu aktuellen Themen kommunaler IT, 40 Fachverfahren der ekom21 und zahllosen interessanten Gesprächen auf. Von den 400 Gästen wurde die expo durchweg gelobt. Als vollen Erfolg werteten deshalb auch die beiden Geschäftsführer der ekom21, Bertram Huke und Ulrich Künkel, die Veranstaltung. Spannende Vorträge, hochinteressante Workshops und praxisnahe Gespräche zwischen ekom21, Ausstellern und kommunalen Vertretern das alles macht die expo aus. Und darauf sind wir auch ein Stück weit stolz, so Bertram Huke. Ulrich Künkel ergänzt: Wir haben heute einen grandiosen Tag erlebt, der uns alle, sowohl Kunden, als auch Aussteller und ekom21, in Richtung Fortschritt, Zusammenarbeit und Modernität geführt hat. Autor: Stefan Thomas, ekom21 Intern Nr

19 bericht aus der EU Breitband statt Bürokratie Neuer EU-Bericht über den Stand der Telekommunikationsmärkte Die Europäische Kommission hat einen aktuellen Bericht über die Telekommunikationsmärkte und die Regulierung in der EU veröffentlicht. Er bezieht sich auf die Jahre 2012 und Der europäische Telekommunikationsmarkt ist den Wirtschaftszahlen nach auf dem Rückzug: Die Umsätze von TK-Firmen in der EU sind 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 323,6 Milliarden Euro zurückgegangen. In den zwölf Monaten davor waren sie noch um 2,2 Prozent nach oben geklettert. Parallel sind Investitionen um 1,4 Prozent auf 42,1 Milliarden Euro leicht gestiegen. Doch auch hier hatte es in den Jahren zuvor ein größeres Plus von 6,9 Prozent gegeben. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Regulierungsbericht der EU-Kommission hervor. Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts in der Übersicht: Die Umsätze in der Branche sind 2013 erneut zurückgegangen, aber die Investitionen nehmen nun wieder zu. Die Nutzung der herkömmlichen Sprachtelefonie geht mit der wachsenden Beliebtheit der Internettelefondienste (VoIP) zurück. Der Datenverkehr steigt rasch an. Die Preise für Mobiltelefonanrufe und Mobilfunk-Datenverkehr sind in der EU höher als in den USA, wo diese Dienste stärker genutzt werden, woraus sich in den USA ein höherer mittlerer Umsatz pro Nutzer ergibt. Nur Dänemark, Deutschland, Lettland und Malta haben die für 2012 gesetzten Ziele bezüglich der Genehmigung bestimmter Funkfrequenzen erreicht. 21 Mitgliedstaaten haben im Jahr 2013 das Ziel schließlich erfüllt, aber durch die Verzögerung bei der Zuweisung des 800-MHz-Bands ist der Ausbau des 4G- Mobilfunks erheblich gebremst worden. Die Wartezeit bis zur Erteilung der Genehmigungen für den Auf- und Ausbau neuer Netze reicht von einigen Tagen bis hin zu Jahren, je nachdem, wo in der EU das Netz entstehen soll. Die meisten Behörden erlauben noch immer keine elektronische Beantragung. Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte: Wir sind immer noch weit von einem echten Binnenmarkt entfernt. Für den Aufbau dieses Binnenmarkts brauchen wir einen Bürokratieabbau und eine einheitlichere Regulierung sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Eine rasche Umsetzung der Richtlinie über die Reduzierung der Breitbandkosten wird dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen, es muss aber noch mehr getan werden. Infrastruktur Der Bericht verdeutlicht auch einen fragmentierten, komplexen und umständlichen Zugang zu passiven Telekommunikationsinfrastrukturen in einigen Mitgliedstaaten, zum Beispiel in Belgien, Bulgarien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Luxemburg, Malta und Polen. Verbraucherfragen Beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten gibt es bei den Vorleistungsentgelten für die Mitnahme der Rufnummer beim Anbieterwechsel, das heißt bei den Kosten, die einem Wettbewerber für die Übertragung der Rufnummer eines Kunden in Rechnung gestellt werden. Breitband Die meisten europäischen Länder haben Breitbandpläne aufgestellt (außer Griechenland, Rumänien und Zypern, die noch an der Fertigstellung ihrer Breitbandpläne arbeiten). Große Unterschiede bestehen bei der Finanzierung nationaler Breitbandprojekte (etwa aus nationalen öffentlichen Mitteln in Form staatlicher Beihilfen oder aus den EU-Strukturfonds). EU-Kommissarin Neelie Kroes, zuständig für IT und die Digitale Agenda der Europäischen Union. Hintergrund Der TK-Bericht befasst sich auch mit einer ganzen Reihe von Regulierungsfragen: Marktregulierung, Breitbandpläne und Finanzierung, nationale Regulierungsbehörden, Genehmigungen, Frequenzverwaltung, Wegerechte und Zugang zu passiven Infrastrukturen, Netzzugang und Zusammenschaltung, Verbraucherfragen, Universaldienst und Netzneutralität. Alle diese Belange werden im Zusammenhang mit der Marktentwicklung, dem Wettbewerb und den Zielen der Digitalen Agenda dargelegt. Der aktuelle Bericht bezieht sich auf den Zeitraum von Januar 2012 bis Dezember Weitere Infos: Link Intern Nr

20 Bericht aus der EU Open Data in der EU Die EU-Kommission hat Leitlinien zur besseren Weiterverwendung von Datensätzen veröffentlicht. Sie sollen den Mitgliedstaaten dabei helfen, die neugefasste Richtlinie über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors (PSI-Richtlinie) rechtzeitig bis Juli 2015 in nationales Recht umzusetzen. Die Leitlinien enthalten auch Angaben darüber, wann öffentliche Stellen eine bedingungslose und lizenzfreie Weiterverwendung erlauben können. Außerdem werden fünf thematische Datensatzkategorien vorgestellt, die vorrangig zur Weiterverwendung zur Verfügung gestellt werden könnten, wie Kartenmaterial, Daten zu Wetter, Boden- und Wasserqualität, Verkehrs- und Statistikdaten. Link TERMINE 28. August ÖV-Symposium NRW Essen 1. September 2014 Internet of Things Conference Berlin 4. September 2014 Zukunftsdialog Digitaler Wandel Berlin ENERGIEVERBRAUCH VON FLUGHÄFEN Flughäfen sind große Energieverbraucher und dabei sind Startund Landevorgänge noch nicht einmal eingerechnet. Der tägliche Verbrauch an Strom und thermischer Energie eines großen Flughafens entspricht dem einer Stadt mit Haushalten. In den 28 Staaten der Europäischen Union gibt es rund 500 Flughäfen, und selbst der kleinste Flughafen verbraucht beträchtlich viel Energie. Ziel des dreijährigen EU-Projekts CASCADE ICT for Energy Efficient Airports - ist es, Flughäfen bei der energetischen Optimierung unterstützen und CO2 -Emissionen, die durch verbrauchsintensive Lüftungs-, Heizungs- und Klimaanlagen (HVAC) entstehen, um bis zu 20 % senken. Die neun Partner von CASCADE, die mit 2,6 Mio. EUR aus dem Siebten Rahmenprogramm (RP7 der EU) gefördert werden, planen hierfür den Einsatz einer neuen Energie-Management- Software nach ISO und einer automatischen Fehlererkennungs- und Diagnose-Software (FED). Mit dem CAS- CADE-System werden Fehler schnell und automatisch erkannt, bevor die Anlagen Schaden nehmen, ausfallen oder Energie verschwendet wird, und Wartungsteams dabei unterstützt, zügig einzugreifen und die Leistungsfähigkeit der Systeme und Anlagen zu optimieren. Für die Flughafenbetreiber ist dies genau der richtige Zeitpunkt, denn sie stehen unter enormem Druck, damit die EU ihre Ziele (Senkung der Treibhausgasemissionen um 20% bis 2020) durch besseres Energiemanagement erreicht. Hierfür sind entsprechende Methoden und Instrumente gefragt. CASCADE entwickelte ein entsprechendes Softwareprogramm hierfür und integriert es in bestehende IKT-Systeme der Flughäfen. Wir wollen nicht die gesamte Flughafeninfrastruktur verändern, sagte Nicolas Réhault, Koordinator von CASCADE und Leiter der Gruppe Gebäudeoptimierung am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg, Deutschland. Unser Ziel ist es, den Energieverbrauch dieser Anlagen durch gezielte Optimierung um 20 % zu senken und dies später in anderen Flughäfen zu wiederholen. 11. September 2014 E-Vergabetag NRW Dortmund Mehr Infos: Link 11. September 2014 Vitako-Fachtagung Berlin für mehr Informationen + Termine Impressum Herausgegeben von Vitako Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e. V. V.i.S.d.P.: Dr. Marianne Wulff Markgrafenstraße 22 D Berlin Redaktion & Kontakt: Dr. Helmut Merschmann Telefon: Bildnachweis: GGC Lab 2, 3,4 DZBW 5 H. Merschmann 6, 7 K. Scheerbart 11 AKDB 11,15 Vitako 11 ESH 12 Flickr CC 13,20 KIRU 14 Citeq 15 regio it 17 ekom 16,18 Citkomm 17 EU-Press 19,20 Fotolia 1 Intern Nr

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