Beratung Warum versagt sie so oft?

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1 Beratung Warum versagt sie so oft? Beratung als Sammelbegriff für: Informationsweitergabe, Wissensvermittlung, Ratschläge erteilen, Begleitung, praktisches Anleiten, Schulen. Eher: pädagogisches Handeln Abgrenzung ist nötig Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 1

2 Abgrenzung folgender Begriffe Information Schulung Beratung Anleiten Edukation Beratung Anleitung für die schlechteste Beratung aller Zeiten Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 2

3 Beratung ist: ein interaktiver Prozess, nicht bevormundend, freiwillig & ergebnisoffen, fallbezogen (individuell), bedürfnisgerecht, ressourcenorientiert und kompetenzfördernd die gemeinsame Suche einer Lösung Chronisch kranke Menschen und ihre Angehörigen sind keine Laien, sie sind Fachleute ihrer eigenen Lebenssituation. Bei einer gelungenen Edukation werden die Empfehlungen der Fachkräfte mit der konkreten Lebenslage der Betroffenen in Übereinstimmung gebracht (Abt-Zegelin, 2007) Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 3

4 BAUSTEINE DER BERATUNGSKOMPETENZ Fünf Bausteine der Beratungskompetenz (nach Petter-Schwaiger, 2011) 1. Entwicklung einer professionellen Beratungshaltung 2. Orientierung an pflegerischen Leitgedanken 3. Einschätzung und Erfassung des Beratungsbedarfs 4. Anpassen der Beratungsangebote an den individuellen Bedarf 5. Lösungsorientierte Gestaltung des Beratungsprozesses Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 4

5 1. Professionelle Beratungshaltung Wertschätzung Empathie Echtheit 2. Pflegerische Leitgedanken Patientenorientierung Salutogenese Alltags- und Lebensweltorientierung Ressourcenorientierung Biografieorientierung Fallverstehen Leiborientierung Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 5

6 3. Einschätzung & Erfassung des Beratungsbedarfs Informations- und Orientierungsangebote Deutungs- und Klärungsangebote Handlungs- und Bewältigungsangebote auf das Selbst auf die Beziehung zu anderen auf die Lebenswelt. Informations- und Orientierungsangebote Ziel ist es, Wissensdefizite auszugleichen, die Übernahme der Eigenverantwortung zu ermöglichen und die Therapiemotivation zu fördern. Deutungs- und Klärungsangebote Ziel ist es, die Bewältigungskompetenz zu fördern und die Entscheidungsfähigkeit der Betroffenen zu stärken Handlungs- und Bewältigungsangebote Ziel ist es, mittels Beratung, Anleitung und Schulung die Selbstmanagementkompetenz zu fördern. Petter-Schwaiger, 2011 Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 6

7 4. Anpassen an den individuellen Bedarf Berater muss Wahl zwischen einer direktivlenkenden und einer nicht-direktiv unterstützenden Vorgehensweise treffen Einfühlsame Fragen stellen Vermutungen aussprechen Neue Perspektiven anregen Gefühle spiegeln Feedback zum Verhalten geben Wissen vermitteln Fertigkeiten üben 5. Lösungsorientierte Gestaltung des Beratungsprozesses Beratung als Problemlöseprozess: Einschätzen (Informieren, Orientieren) Planung (Entscheiden) Durchführung (Intervention, Lösungen erarbeiten) Evaluation (Bewerten, Reflexion) Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 7

8 DER WITTENER WERKZEUGKASTEN Hannover_Kocks1.pdf Wittener Werkzeugkasten Es existieren fünf zentrale Beratungsmodalitäten Sehen Hören Fühlen Sprechen Tun Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 8

9 Achtsamkeit Sehen Den anderen wirklich wahrnehmen https://www.wunsch-meditation.de/meditation/meditieren/achtsamkeit/achtsamkeit.htm Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 9

10 Achtsamkeit Sehen Den anderen wirklich wahrnehmen Introspektion Sich selbst im Blick haben Einlassung Hören Ganz Ohr sein, mit allen vier Ohren Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 10

11 Hören Einlassung Ganz Ohr sein, mit allen vier Ohren Intuition Welchen Weg man geht, entscheidet man oft intuitiv, unbewusst und schnell Empathie Fühlen Sich in den Anderen einfühlen Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 11

12 Empathie Fühlen Sich in den Anderen einfühlen Selbst-Spürung Bei sich sein, authentisch sein https://www.wunsch-meditation.de/meditation/meditieren/entspannen/entspannen.htm#main Resourcing Sprechen Auf die Stärke fokussieren https://www.wunsch-meditation.de/meditation/meditieren/gefuehle/gefuehle-ins-gleichgewicht-bringen.htm#main Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 12

13 Resourcing Sprechen Auf die Stärke fokussieren Selbststärkung Sich selbst Gutes tun Berührung Tun Dem Anderen Nähe vermitteln Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 13

14 Berührung Tun Dem Anderen Nähe vermitteln Selbstermutigung Sich positiv instruieren Leitworte der Beratung nach Bamberger (2009/2010) Zeit Achtsamkeit Wertschätzung Ressourcenorientierung Lösungsfokussierung Perspektiverweiterung Fokussieren Verstärkung Verlässlichkeit & Authentizität Solidarität Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 14

15 Zeit Es geht nicht nur um die Zeit an sich sondern und gerade, um die persönliche Präsenz in dieser Zeit https://www.wunsch-meditation.de/meditation/meditieren/vergeben-verzeihen/vergeben-verzeihen.htm#main Achtsamkeit Achtsamkeit ist die Fähigkeit, in jedem Augenblick unseres täglichen Lebens wirklich präsent zu sein. Achtsamkeit lässt uns erkennen, was im gegenwärtigen Augenblick in uns und um uns herum wirklich geschieht (Thich Nhat Hanh) Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 15

16 Wertschätzung Wertschätzung bezieht alle die ein, die im Hier und Jetzt miteinander zu tun haben Ressourcenorientierung Beratung als Unterstützung bei der Suche nach Energien, die an sich vorhanden, aber durch die Umstände aus dem Blickfeld verschwunden sind Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 16

17 Lösungsfokussierung Berater bringt einfühlsam die Möglichkeit, neue Verhaltens- und Gestaltungsmöglichkeiten ins Spiel und kann dadurch Fenster und Türen öffnen Perspektiverweiterung Wenn wir betroffenen Menschen den Raum für ihre Fähigkeiten und Ressourcen eröffnen, dann geben wir ihnen tatsächlich Raum, in einem Leben, das so eng geworden ist Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 17

18 Fokussierung Hierbei wird das Thema wieder eng gemacht man schaut genau hin, wiederholt Schlüsselwörter des Klienten und hinterfragt sie das unterstützt den Prozess der Selbstklärung Verstärkung Begegnung auf Augenhöhe und positive Unterstützung, die Kraft und Mut gibt Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 18

19 Verlässlichkeit und Authentizität Nicht alles, was echt ist, will ich sagen, doch was ich sage soll echt sein. Solidarität Nicht im Stich lassen, sich nicht und andere nicht, das ist die Mindest-Utopie, ohne die es sich nicht lohnt, Mensch zu sein. (Hilde Domin; zit. nach Bamberger, 2012, S. 443) Berührung ist das, was bleibt, wenn nicht mehr viel zu sagen ist Wilhelm Schmid Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 19

20 Vielen Dank! Für den Weg: Autobiographie in fünf Kapiteln Quellen Abt-Zegelin, A. (2007). Patientenedukation in der Palliativ Care. In: C. Knipping (Hrsg.). Lehrbuch Palliative Care. Hogrefe: Verlag Hans Huber. Altner, N. (2008). Der Wunsch nach Verbundensein Achtsamkeitspraxis und die Entwicklung beraterischer Qualitäten. Gruppendynamik & Organisationsberatung (39), S Bamberger, G. G. & Abt-Zegelin, A. (2919). Gehen Sie ein Stück mit mir? Beratungsgespräche in der Pflege, Teil 3. Die Schwester Der Pfleger (48) 02, S Blotenberg, B.; Kocks, A.; Kolbe, N.; Runge, K.; Ruppert, N.; Rust, L. et al. (2010). Wittener Werkzeuge Beratung in der Pflege. Zugriff am unter: pflegewissenschaft.de/dgp/wp-content/uploads/2010/11/101118_uwh_handout- Patientenedukation-Beratung-DGP-Hannover_Kocks1.pdf Donner, D.; Bamberger, G. G. & Abt-Zegelin, A. (2010). Ich möchte vertrauen können. Beratungsgespräche in der Pflege, Teil 4. Die Schwester Der Pfleger (48) 05, S Petter-Schwaiger, B. (2011). Beratung in der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Berlin: Cornelsen Rust, L.; Bamberger, G. G. & Abt-Zegelin, A. (2009). Setzen sie sich doch noch einen Moment. Beratungsgespräche in der Pflege, Teil 2. Die Schwester Der Pfleger (48) 09, S Tolsdorf, M.; Bamberger, G. G. & Abt-Zegelin, A. (2009). Bitte bleiben sie hier. Beratungsgespräche in der Pflege, Teil 1. Die Schwester Der Pfleger (48) 07, S Schwarzbach (2012): Workshop Beratung 20

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