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1 stiftung st. franziskus heiligenbronn Führungsleitlinien der stiftung st. franziskus heiligenbronn verabschiedet am 19. Mai 2015

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3 Da ich berufen bin, selbst zu leben, was ich von den anderen verlange ( ). 1 Wir sind alle Gottes Originale. 2 Führung in der stiftung st. franziskus heiligenbronn bezieht sich auf das Leitbild der Stiftung. Der grundlegende Führungsauftrag besteht daher darin, das im Leitbild entfaltete Verständnis von Lebendig sein, lebendig bleiben, lebendig werden in der täglichen Arbeit zu verwirklichen. Dabei orientieren sich die Führungskräfte an den Grundsätzen der ganzheitlichen Unternehmensführung. Die darin enthaltene Vision und die Balance von Kundenperspektive, finanzwirtschaftlicher Perspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive und interner Prozessperspektive sowie die uns umgebende Umwelt und Politik im Blick zu behalten, ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Führungsverantwortung. Die Führungsleitlinien bringen auf diesem Hintergrund die franziskanische Grundhaltung innerhalb der Führungsverantwortung zum Ausdruck. In den Leitbegriffen Menschenvertrauen, Führung, Dienst, Verantwortung und Gottvertrauen drückt sich dieses Führungsverständnis aus. Die Begriffe beziehen sich jeweils auf die Führungskraft selbst, auf die ihr zugeordneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf die übernommenen Aufgaben. 1 Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, Nr Aus dem Leitbild der stiftung st. franziskus heiligenbronn: Kapitel Christliches Menschenbild 3

4 MENSCHENVERTRAUEN Menschenvertrauen meint das Vertrauen in sich selbst und die eigenen Kompetenzen, in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Kompetenzen sowie das Vertrauen darauf, gemeinsam die übernommenen Aufgaben meistern zu können. FÜHRUNG Führung meint die reflektierte Fähigkeit, sich selbst und andere zu führen sowie es zulassen zu können, geführt zu werden. Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und Prioritäten setzen zu können, zeichnet Führung aus. DIENST Dienst meint die franziskanische Anforderung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzte so zu unterstützen, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können. VERANTWORTUNG Verantwortung meint die bewusste Entscheidung, für sich selbst und für das eigene Handeln, für zugeordnete Andere und deren Handeln sowie für die übernommenen Aufgaben Verantwortung zu übernehmen. GOTTVERTRAUEN Gottvertrauen meint die Offenheit, eine persönliche Gottesbeziehung zuzulassen, die Spiritualität anderer zu respektieren und in scheinbaren Sackgassen und Brache-Zeiten auf Gottes Möglichkeiten zu vertrauen. 4

5 Das Führungshandeln in der stiftung st. franziskus heiligenbronn bezieht sich auf die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die notwendige Balance von Arbeits- und Ruhezeiten, die Kommunikation, die Umwelt, die Führungshaltung, den Führungsstil, die Führungsspiritualität, die persönliche Weiterentwicklung sowie auf den franziskanischen Perspektivwechsel. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Die Führungskräfte gestalten sinnvolle Rahmen- und Arbeitsbedingungen für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie eröffnen Mitwirkungsräume auf dem Hintergrund einer wertschätzenden Zusammenarbeit und übernehmen Mitverantwortung für die Personalentwicklung, indem sie die Entfaltung der persönlichen, fachlichen, wirtschaftlichen, sozialen und spirituellen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern. ARBEIT UND RUHE Bei sich und anderen achten die Führungskräfte auf die notwendige Balance von Arbeit und Ruhe. Sie berücksichtigen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und achten auf die lebensphasenbezogenen Erfordernisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, soweit dienstliche Belange und die Hilfebedarfe der anvertrauten Menschen dem nicht entgegenstehen. Dies gilt u.a. bei der Erteilung von Arbeitsaufträgen, der Erstellung von Dienstplänen und der Planung von Urlaubstagen. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste werden auf diesem Hintergrund besonders in den Blick genommen. KOMMUNIKATION In der internen wie externen Öffentlichkeit stehen die Führungskräfte für die Stiftung. Sie sind damit zugleich Repräsen- 5

6 tantinnen und Repräsentanten nach außen und Vorbild nach innen. Daher reflektieren sie ihr Auftreten, und sorgen für eine verantwortungsvolle wie transparente Kommunikation nach innen wie nach außen. UMWELT Im Respekt vor der Schöpfung achten die Führungskräfte auf einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Sie kennen die EMAS-Umwelterklärung 3 und setzen sie in ihrem Handeln um. FÜHRUNGSHALTUNG Die Führungskräfte leben eine wertschätzende Haltung der Begegnung auf Augenhöhe, die aktives Zuhören bzw. aufmerksame Zuwendung miteinschließt. KOOPERATIVER FÜHRUNGSSTIL Unter Berücksichtigung der Erfordernisse der jeweiligen Situation praktizieren die Führungskräfte einen kooperativen Führungsstil. Klare Zielvereinbarungen sowie Delegation von Kompetenzen und Verantwortung ermöglichen und stärken eigenverantwortliches Handeln. Die Mitarbeiter werden über die Entwicklungen informiert und an Entscheidungsfindungen in ihrem Arbeitsfeld beteiligt. 4 FÜHRUNGSSPIRITUALITÄT Die Führungskräfte vertreten eine franziskanisch ausgerichtete Führungsspiritualität. Sie stellen sich daher nicht selbst in den Vordergrund, sondern sind dem Anderen zugewandt. Die Bereitschaft zur eigenen spirituellen Weiterentwicklung ist notwendig. 3 Derzeit erst in Heiligenbronn gültig 4 Aus dem Leitbild der stiftung st. franziskus heiligenbronn: Kapitel Leitung 6

7 FORT- UND WEITERBILDUNG Um den sich immer wieder verändernden beruflichen Herausforderungen gerecht zu werden, sorgen die Führungskräfte für die persönliche und fachliche Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bilden sich selbst kontinuierlich weiter. FRANZISKANISCHER PERSPEKTIVWECHSEL Auf dem Hintergrund des franziskanischen Perspektivwechsels überprüfen die Führungskräfte immer wieder ihre eigene Sichtweise auf die Arbeit und die Menschen. Leitende Führungskräfte 5 arbeiten in ihrem ersten Jahr bei der Stiftung in den drei Aufgabenfeldern bzw. in der Stiftungsverwaltung mindestens je einen Tag an der Basis mit und danach alle zwei Jahre in einem Aufgabenfeld oder der Stiftungsverwaltung einen Tag. Ein Reflexionsgespräch findet mit dem/der Vorgesetzten statt. Alle weiteren Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können diese Möglichkeit des Perspektivwechsels ebenfalls im Rahmen einer internen Fortbildung wahrnehmen. Die Führungsleitlinien werden in den unterschiedlichen Leitungsgremien besprochen. Sie werden im franziskus-bote und in franziskus intern kommuniziert und auf der Stiftungs-Homepage veröffentlicht. Jede Führungskraft und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen eine gestaltete Ausgabe der Führungsleitlinien an die Hand. Nach drei Jahren werden die Führungsleitlinien im Rahmen einer Stiftungskonferenz überprüft. Heiligenbronn, den 19. Mai Im Sinne der MAVO 3, Abs. 2 Führungsleitlinien der stiftung st. franziskus heiligenbronn 07/2015 / Auflage Expl. / RK

8 stiftung st. franziskus heiligenbronn Kloster Schramberg-Heiligenbronn Telefon Fax Internet Kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts

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