Wie können wir das verstehen? Ich werde es anhand meines neuen Handys erklären:

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1 Texte: Epheser 2,6 Autor: Roger Götz Predigt Es gibt offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie man in den Himmel kommt. Das haben wir im Theaterstück gesehen. In diesem Gottesdienst stelle ich eine gewagte Behauptung auf. Sie gilt für Mirjam und Florian, sie gilt auch für mich und für alle, die an Jesus, den Sohn Gottes, glauben; für alle, die darauf vertrauen, dass Jesus uns den Weg zu Gott, unserem himmlischen Vater, freigekämpft hat, weil er am Kreuz für unsere Schuld gestorben ist. Und diese Behauptung lautet: Wir sind jetzt schon im Himmel! Wie kann das sein? Wir sind doch hier auf der Erde. Ich stehe mit beiden Beinen auf dem Boden und trotzdem bin ich gleichzeitig auch im Himmel. Wie geht das? Paulus, ein Pionier und Gemeindegründer, erklärt es den Christen in Ephesus so: (Eph 2,6) Zusammen mit Jesus Christus hat Gott uns vom Tod auferweckt, und zusammen mit ihm hat er uns schon jetzt einen Platz in der himmlischen Welt gegeben, weil wir mit Jesus Christus verbunden sind. (NGÜ) Wir müssen diesen Vers genau lesen. Es steht nicht, dass Gott uns einmal einen Platz im Himmel geben wird, sondern dass er ihn uns schon gegeben hat! Damit wir ganz sicher sein können, dass wir diesen Vers richtig verstehen, lese ich ihn noch in einer anderen Übersetzung: Gott hat uns mit Jesus auferweckt und eingesetzt im Himmel. Wie können wir das verstehen? Ich werde es anhand meines neuen Handys erklären: Mit meinem alten Handy konnte ich bloss telefonieren. Mein neues Handy kann viel mehr. Ich habe mir ein neues Handy gekauft, weil all meine Daten, alles, was ich je auf dem Computer geschrieben habe, alle s, meine Adressen, mein Terminkalender usw., nicht oder nicht nur bei mir zu Hause im Computer gespeichert sind, sondern auf ver-

2 schiedenen Servern irgendwo in Rechenzentren. Das hat den Vorteil, dass ich alles jederzeit und überall mit meinem Handy abrufen kann. Und nicht nur die Dinge, die ich selber dort gespeichert habe, sondern auch das, was andere für mich dort hinterlegen. Wenn also beispielsweise Hartmut auf die Idee kommt, im Gottesdienstplan unserer Gemeinde einzutragen, dass ich am nächsten Sonntag die Predigt halten soll, dann kann ich diesen Plan wo auch immer ich bin jederzeit abrufen und nachschauen, was Hartmut im Sinn hat. Ich könnte auch nachsehen, wer für welche Veranstaltungen das Prisma nächste Woche reserviert hat. Ich kann im Terminkalender meiner Arbeitsstelle nachschauen, welche Sitzungen mein Chef morgen geplant hat. Ja sogar die Notizen, die ich mir zu bestimmten Versen mache, wenn ich Online in der Bibel lese, sind da gespeichert. Natürlich sind diese Daten alle Passwort geschützt und ich möchte jetzt keine Diskussion über Datensicherheit anstiften. Worauf ich vielmehr hinaus will, ist folgendes: Ich weiss nicht, wo genau meine Daten gespeichert sind. Ich kann diese Computer nicht sehen, die all die Informationen in sich tragen, die für mich wichtig sind. Doch ich habe jederzeit Zugang zu allem, was ich brauche. Was würde es mir nützen, wenn ich in einem dieser Serverräume stehen würde, den Computer mit meinen gespeicherten Daten ansehen, ja sogar anfassen könnte? Käme ich deshalb leichter an meine Daten heran? Nein. Könnte ich mit meiner Hand in den Computer reingreifen, um Zugriff zu bekommen auf all das, was da für mich bereit liegt? Nein. Was für mich wichtig ist, steht mir zur Verfügung, auch ohne dass ich weiss, wo diese Computer stehen, geschweige denn, sie jemals gesehen zu haben. Ich muss auch niemandem beweisen, dass sie existieren. Ich erlebe es täglich, dass ich Daten abrufe und sie sind da! Gott hat unglaublich viel für uns bereit im Himmel. Wir können es im Himmel abholen. Es steht uns nicht erst dann zur Verfügung, wenn wir sterben und in den Himmel kommen. Paulus sagt der Gemeinde in Ephesus: Eph 1,11-14: Weil wir nun zu Christus gehören, hat Gott uns schon im Voraus als seine Erben eingesetzt.... Er hat uns den Heiligen Geist geschenkte als ersten Anteil an unserem himmlischen Erbe. Normalerweise erbt man ja erst, wenn die Eltern gestorben sind. Da müssten wir bei unserem himmlischen Vater lange warten, denn der stirbt ja nie. Was haben wir von Gott geerbt? Es ist unfassbar viel! Ich nenne drei Bereiche:

3 1. Wir können Gottes Plan für unser Leben erkennen Eph 1,8: In seiner Liebe beschenkte Gott uns mit Weisheit und Erkenntnis seines Willens. Was bringt dir das? Du hättest vielleicht lieber mehr Taschengeld. Aber hast du dich schon gefragt, wofür du überhaupt auf der Welt bist, was der Sinn deines Lebens ist? Hol dir im Himmel die Weisheit und Erkenntnis ab, die du brauchst! Gott will dir zeigen, welchen Plan er für dein Leben hat! 2. Wir können Gott jederzeit im Himmel besuchen Eph 2,12: Jetzt können wir zu jeder Zeit furchtlos und voller Zuversicht zu Gott kommen, weil wir an ihn glauben. Er beschenkt uns also mit der Möglichkeit, ihn im Himmel zu besuchen. Hat jemand von euch schon mal versucht, ins Weisse Haus in Washington einzudringen und zu Barak Obama durchgelassen zu werden? Hatte jemand von euch schon mal eine Privataudienz bei der englischen Königin? Vermutlich nicht. Ehrlich gesagt, wäre ich auch nicht besonders scharf darauf, die Queen oder den amerikanischen Präsidenten zu treffen. Was sollte ich mit ihnen besprechen? Was sollte mir das bringen? Aber wenn ich jederzeit Zugang zu Gott im Himmel habe, dann nützt mir das enorm viel. Ein Beispiel: Du hast sicher auch schon erlebt, dass du zu Unrecht angeschuldigt worden bist dass andere dich anklagen oder verurteilen. Was machst du dann? Oft versuche ich mich in solchen Situationen zu rechtfertigen. Aber das macht die Sache meistens nur noch schlimmer, weil die anderen dann erst recht auf mir rumhacken. Deshalb wähle ich lieber einen anderen Weg: Ich gehe mit dem Problem zu Gott. Er ist der höchste Richter, die höchste Instanz im Universum. Sein Urteil gilt. Es hebt alle menschlichen Verurteilungen auf. Wenn er mich frei spricht, dann bin ich wirklich frei. Wie gut ist es da zu wissen, dass Gott für mich ist und nicht gegen mich, dass Jesus mein Verteidiger und nicht mein Ankläger ist, dass er mir meine Schuld vergibt, dass er mich annimmt, wie ich bin. Was also bringt dir das, dass du zu jeder Zeit furchtlos und voller Zuversicht zu Gott kommen kannst? Wenn du begriffen hast, dass Gott für dich ist, dann kratzt es dich nicht mehr so, wenn Menschen gegen dich sind. Was schenkt uns Gott noch?

4 3. Gott gibt uns Kraft und innere Stärke Warst du schon mal mutlos, verzweifelt, übermüdet, frustriert? Hast du schon mal an dir gezweifelt und gedacht: Ich schaffe es nicht? Paulus bittet für die Christen in Ephesus (Eph 3,16): Ich bitte Gott, dass er euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft schenkt, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet. Ihr Jugendlichen braucht oft das Wort Mega. Wisst ihr, woher dieses Wort kommt und was es bedeutet? Es ist griechisch, steht ganz oft in der Bibel und bedeutet gross. In Eph 1,19 steht: Ihr sollt erfahren, mit welch unermesslich großer Kraft Gott in uns, den Glaubenden, wirkt. Es heisst also wörtlich: Ihr sollt erfahren, mit welcher mega Kraft Gott in uns wirkt! Ich habe schon oft erlebt, wie ich diese mega Kraft im Himmel abholen konnte. Ohne das könnte ich jetzt nicht hier vorne stehen. Aber wie funktioniert das genau, dass wir einerseits hier auf der Erde leben und gleichzeitig im Himmel sein können? Ich kann das wieder mit dem Handy erklären. Was kannst du mit deinem Handy machen, wenn keine SIM-Karte drin ist? Du kannst beispielsweise SMS schreiben und speichern, aber du kannst sie nicht abschicken. Du kannst Telefonnummern aus deinem Adressverzeichnis abrufen, aber du kannst niemanden anrufen. Vielleicht kannst du mit deinem Handy sogar fotografieren, aber du wirst deine Fotos niemandem schicken können. Was ist ein Handy ohne SIM-Karte? Es ist wie ein Leben ohne den Heiligen Geist - wie ein Leben ohne Beziehung mit Gott. Ein Handy ohne SIM-Karte ist wie jemand, der nur auf das fixiert ist, was er in dieser Welt sieht, aber keine Ahnung vom Himmel hat. Ich erzähle euch zum Schluss ein konkretes Beispiel, wie das bei mir abläuft, wenn ich gleichzeitig mit meinem Körper in dieser Welt bin und mit meinem Geist im Himmel: Vor zwei Wochen fuhr ich wie heute zum Gottesdienst. Unterwegs traf ich Claudia, die zwei Männer an der Glatt gesehen hatte. Einer aus Afrika und einer aus Südamerika, mit dem sie schon einmal gesprochen hatte. Sie fragte mich spontan, ob wir diese Männer zum GD einladen sollten, weil ja Werner Zimmermann von Panama erzählte also auch einem südamerikanischen Land. Ich fand das eine super Idee. Also gingen wir zu ihnen und luden

5 sie ein. Sie wollten nicht mitkommen, aber wir sprachen mit ihnen über den Glauben und unsere Beziehung mit Gott. Claudia sprach mit Giulio, der Spanisch als Muttersprache hat, und zum Glück kann Claudia spanisch. (Mir kommt diese Sprache einfach nur spanisch vor). Ich unterhielt mich mit dem Afrikaner. Er sprach schlecht Deutsch und erst noch ziemlich undeutlich. Als ich zum dritten Mal nachfragen musste, was er denn gesagt habe, ärgerte er sich und meinte, er würde doch Deutsch sprechen, ich müsste das doch verstehen. Ich merkte, dass die Unterhaltung so nicht funktionierte. Das war sehr schade, denn es ging um etwas sehr Wichtiges. Da habe ich mich daran erinnert, dass ich im Geist bei Gott im Himmel bin und Zugriff habe auf alle Daten, die ich für dieses Gespräch brauche. Gott weiss ja, was der Mann sagen will, bevor er es überhaupt ausspricht. Also bat ich Gott, mir das mitzuteilen und mir gleichzeitig zu sagen, was ich diesem Mann antworten sollte. Gott weiss ja auch am besten, was der andere braucht, um Gott kennen zu lernen. Von diesem Moment an lief das Gespräch ganz anders. Der Afrikaner sagte etwas, was ich nicht verstand. In Gedanken fragte ich Gott, was er gesagt habe und was ich antworten sollte. Dann sprach ich das aus, was ich im Himmel gehört hatte und er reagierte wieder darauf. Das Ganze hörte sich wie ein normales, flüssiges Gespräch an. So ging das längere Zeit hin und her. Einerseits war ich im Geist bei Gott im Himmel und sprach mit Gott, und gleichzeitig sass ich auf dieser Parkbank und redete mit diesem Mann. Jesus hat versprochen, dass er durch den Heilige Geist in uns wohnt, wenn wir ihn in unser Leben einladen. Der Heilige Geist ist in unserem Leben wie die SIM-Karte in einem Handy. Durch den Heiligen Geist haben wir Kontakt mit Gott und Zutritt zum Himmel. Wir haben die Fähigkeit, in zwei Welten zu leben: Der Sichtbaren und der Unsichtbaren. Wir können gleichzeitig hier auf der Erde sein und im Himmel. Das finde ich mega cool! Möchtet ihr das? Wir können Gott darum bitten. Wenn ich jetzt bete, tue ich eigentlich nichts anderes: Ich rede hier in die sichtbare Welt hinein, aber stehe gleichzeitig im Geist vor Gott im Himmel und rede mit ihm. > Gebet

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