Finanzielle Bürgerbeteiligung zwischen Anspruch, Wunsch und Realität Wind.Energie Mitteldeutsche Branchentage

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1 Finanzielle Bürgerbeteiligung zwischen Anspruch, Wunsch und Realität Wind.Energie Mitteldeutsche Branchentage Volker Will Leiter Fachbereich Bürgerbeteiligungen Erfurt, 14. Oktober 2014

2 DKB im Kurzüberblick Seite 1

3 Deutsche Kreditbank AG Historie: 1990 Gründung 1995 Privatisierung - Konzern BayernLB Aufbau zur Regionalbank in den NBL 17 Niederlassungen an 15 Standorten in den NBL Betreuung ABL aus Berlin heraus ca Mitarbeiter Infrastruktur und Firmenkunden: Konzentration auf ausgewählte Zielbranchen Privatkunden: Direktbank mit 3,0 Millionen Privatkunden Seite 2

4 Kommunen + Stadtwerke = wichtige BB-Akteure Kommunen technische Infrastruktur Wasser-/ Abwasserwirtschaft Energiewirtschaft Abfallwirtschaft Verkehrswirtschaft DKB-Bestandskunden kommunal Seite 3

5 18 Jahre Erfahrung mit Erneuerbaren Energien Wind PV > Anlagen > Anlagen Biogas > 550 Anlagen Gesamtportfolio von 7,8 Mrd. EUR per Seite 4

6 Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung eigenes Kompetenzzentrum von Dorf bis Stadt und klein bis groß von Energie bis Infrastruktur spezielle BB-Produkte mit Spezialisten in den Regionen nur echte Regionalität Seite 5

7 Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung Gründung Vorhaben Verwaltung DKB-Ansatz Starthilfe klassische Bankrolle günstig und einfach KÜMMERER RISIKOMANAGER OPTIMIERER Leistungen DKB-Bürgerbeteiligungskonto Fremdfinanzierung BB- Reserveanlagekonto Machbarkeits- Checks (Ingenieure) DKB-Bürgersparen lokale Partnernetzwerke Platzhalter Gesellschaftsanteile Keine Eigenkapitalbeschaffung Seite 6

8 Ist Geld (dafür) beim Bürger (überall) da? Sehr viel Geld! Starke Regionalunterschiede! Ethisches Geld wächst in der Nische! Geringe Risikobereitschaft! Seite 7

9 Weht Bürgerwind eigentlich anders? denn bei BB sieht man sich mehrmals im Leben 14 EUR Mrd. dt. WP ( bis 2012) dav. 30% Einzelpersonen/Bauern, 30% BB-Parks, 40% Investoren ca Tsd. Bürger geplante Renditen sollten bei 5%-10% liegen 37% der JA = negative cash flows 35% der JA mit Ausschüttungen 2% + x Ø Ausschüttungen an Anleger ( ) = 2,5% p.a. Bei 50% der WP können Anleger froh sein, nach 20 Jahren ihr Kapital zu erhalten! echte Bürger-WP laufen durch Transparenzkultur, Verzicht auf Projektierungsgewinne, Nähe zum Projekt, selbst organisierter GF und einem interessierten Bürgerbeirat besser! Seite 8

10 Würden Sie sich daran als Bürger beteiligen? Alle unsere Unternehmen weisen eine begrenzte Historie ihrer Geschäftstätigkeit auf, machen derzeit bedeutende Verluste und verfügen über einen negativen operativen Kapitalfluss, erfordern einen hohen Kapitaleinsatz und werden möglicherweise nie gewinnbringend oder zahlungsmittelgenerierend sein. Seite 9

11 Und was kann eine Bank tun? Seite 10

12 DKB-Bürgersparen Regionalkreislauf zwischen Sparbeträgen und Kreditvergabe sparen nutzen finanzieren Seite 11

13 DKB-Bürgersparen Grundlagen Sparprodukt mit fester Laufzeit (3-10 Jahre) und festem, attraktivem Zinssatz geringe Mindestzeichnung ab 500 EUR verbunden mit Fremdfinanzierung durch DKB Sicherheit über Einlagensicherungsfonds öffentlicher Banken ergänzend zu anderen Arten von Bürgerbeteiligung (Natural-) Bonus als zusätzlicher Zeichnungsanreiz Basisprodukt Regional Vorhaben + + DKB-Bürgersparen Musterdorf Windpark Seite 12

14 DKB-Bürgersparen Zweckgebunden, regional und anfassbar Vorhabenspartner Stadtwerke Völklingen Freie Gemeinschaftsschule Gustav-Adolf aktuell 4 weitere Vorhaben in Zeichnungsphase Wohnungsgesell. Nünchritz Vorhabensart Photovoltaik Gesamtschule Energetische Sanierung und seniorengerechtes Wohnen Bürger Ø Alter Ø Zeichnung Zeichnungsquote Gesamtvolumen Finanzierung Jahre EUR 97 % 950 TEUR 950 TEUR Jahre EUR 89 % 70 TEUR 750 TEUR EUR 99 % 50 TEUR TEUR Seite 13

15 DKB-Bürgersparen Zweckgebunden, regional und anfassbar Vorhabenspartner EE-Projektierer Vor Vertragsabschluß Vorhabensart Windpark Sachsen Exklusive Ansprache in drei Gemeinden ( Einwohner) Bürgerzins 3% p.a. für 3 Jahre fest (DKB +Projektierer) mind. EUR 500, max. EUR Bürger Ø Alter Ø Zeichnung Zeichnungsquote Gesamtvolumen DKB-Finanzierung TEUR TEUR Seite 14

16 DKB-Bürgersparen Vorteile aus drei Perspektiven DKB Vorhabenspartner Vertiefung bestehender Kundenbeziehungen Positive Außenwirkung Verstärkte Kundenbindung Erhöhte Akzeptanz Verwaltung Kundengelder bei DKB DKB-Bürgersparen Risikolose Geldanlage (Einlagensicherung) Attraktive, feste, jährliche Verzinsung Identifikation durch Zweckbindung mit geringen Beträgen Großes bewirken Bürger Seite 15

17 Fremdkapital + Platzhalter für Eigenkapital KAGB verlangt flexible Lösungen Seite 16

18 Integration von Bürger (Eigen-) Kapital Anfangsinteresse = spätere Handlung? Volumen in Mio. EUR 4 Idealverlauf 3 Angebotenes Bürger-Genussrechtskapital (BAFIN Prospekt) Vorfinanzierung EK durch DKB Finance(Genußrechte) 2 1 Interessensbekundungen (Bürgerversammlungen und Listen)? Bürger- Veranstaltung 12/13 Prospekt beantragt 01/14 BImschG Vermarkt. + BAFin- Gen.02/14 Baubeginn + Auszahlung 03/14 09/14 IBN Bürgerveranstaltung 12/14 Seite 17

19 Kommunaler Bürgerwindpark Westmecklenburg Städte- und Gemeindetag + Energieministerium Regionalversorger + Projektierer Investition 75 Mio. EUR Bürgersparen (indirekt) + Energiegenossenschaft (direkt) + Anwohnerstrom Diverse Kommunen beteiligt juristisches Neuland bundesweit einmaliges Teilhabegesetz in Umsetzung Seite 18

20 Erstes Bürgerbeteiligungsgesetz M-V (Entwurf) Inhalt und Zielsetzung NEU Vorhabensträger muss 20 % BB Kaufangebot für Bürger und Kommunen unterbreiten Berechtigt : Erstwohnsitz < von 5 km, Mindestwohnsitzdauer 3 Monate Ermittlung des Eigenkapitals nach Sachwertverfahren Teilhabe von Bürgern und Kommunen an Windenergieanlagen ermöglichten Beitrag zur Einkommensverbesserung im ländlichen Raum und direkter Wertschöpfung Im Interesse eines raumordnerischenkonfliktausgleichs führt die Beteiligung dazu, dass Belastungen und Erträge aus der Nutzung der Windenergie zusammengeführt werden. 1 Bürgerwindrad (GIK 5,5 Mio. EUR, EK 1,1 Mio. EUR) 10 Gemeinden 64 % Genossenschaft 14 % Landkreis 5 % Regionales Netzwerk 14 % Projektierer (regional) 3 % Seite 19

21 Blick nach vorne Seite 20

22 Herausforderung Ausschreibungen Für nicht erforderlich hält der VKU Sonderregelungen für kleinere Akteure wie Bürgerenergieprojekte oder Stadtwerke Bürgerenergie ist gleichwertig neben dem Preis als eigenständiges Zuschlagskriterium zu berücksichtigen.sonst kehren wir wieder dahin zurück, was der Energiesektor lange war: Ein hermetisch abgeriegelter Markt, der nur für wenige große Unternehmen zugänglich ist. Wir fordern ein eigenes Kontingent bzw. Ausschreibungssegment für Bürgerenergie Das Ausschreibungsmodell ist das Ende der schleswig-holsteinischen Bürgerwindparks. Damit holt Minister Gabriel amerikanische Investmentfonds oder spanische Energieversorger in unsere Dörfer. Die Wertschöpfung wandert ab, die Akzeptanz geht verloren, wenn die Bürger vor Ort nicht mehr an der Energiewende teilhaben. Seite 21

23 Gleiche Voraussetzungen für Ausschreibungen? Thüringer Stadtwerk Thüringer Energie- Genossenschaft Gegründet Umsatz Mio. EUR 83 0,004 Bilanzsumme Mio. EUR 216 0,2 Eigenkapital Mio. EUR 74 0,1 Gewinn Mio. EUR 32 0,01 Gesellschafter Mehrheitlich kommunal 56 private Mitglieder Seite 22

24 Herausforderung Direktvermarktung Akteursvielfalt für und mit Bürgerenergie? ff. 56 Großen 4 (4) Stadtwerke (28) Energiehändler international (7) 16 (DKB-aktive)?? Energiehändler National (14) Anlagenhersteller (3) Seite 23

25 Resümee Seite 24

26 Eine Bewegung entsteht durch Anstöße mit Breitenwirkung. Die Anstöße dafür müssen organisiert werden, eine Bewegung mit entfachter Breitenwirkung nicht mehr. Ist die Realisierungsmöglichkeit unübersehbar bewiesen, wird es für ihre Gegner immer schwerer, die Bewegung totlaufen zu lassen. Sie können ihr nur noch Steine in den Weg legen, mit immer fragwürdiger werdenden Methoden. Hermann Scheer ( ) Seite 25

27 wollen ist besser als müssen Einfluss der regionalen Mentalität, der Kaufkraft und der Medien die meisten Deutschen sind Finanzanalphabeten Mehrjährige, wiederkehrend positive Erfahrungen sind hilfreich ca. je 1/3 der Bürger präferieren indirekte/risikoarme Modelle Bürgergenossenschaft Gesellschaftsbeteiligung es gibt keine Zeit- und Finanzpuffer Managementfehler schneller bestraft rechtliches Korsett wird enger (KAGB, Kleinanlegergesetz, Verbraucherrichtl.) Emotionen notwendig, aber Ideologien dürfen Verstand/Zahlen nicht ersetzen Professionalisierung der oft ehrenamtlichen Marktteilnehmer notwendig Jede Art und Ausprägung der BB ist als Schrittmacher wertvoll, macht Spaß und ist für alle Beteiligten sehr sinnstiftend! Seite 26

28 Kontakt Volker Will Bereich Infrastruktur Fachbereich Bürgerbeteiligung Fachbereichsleiter Tel. +49 (0) Seite 27

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