Ein Prozess vier Sprachen. Der Durchbruch des Simultandolmetschens und die Folgen.

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1 Ein Prozess vier Sprachen. Der Durchbruch des Simultandolmetschens und die Folgen. Eine Veranstaltungsreihe des Memoriums Nürnberger Prozesse und des Internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC unter Beteiligung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer und der European Legal Interpreters and Translators Association (EULITA). Ein Prozess vier Sprachen ist Teil der internationalen Aktivitäten der AIIC zum 60. Jahrestag der Verbandsgründung. Nürnberg, Mai - November 2013 Die Nürnberger Prozesse waren 1945 der Auftakt: Im Schwurgerichtssaal 600 wurde erstmals eine Gerichtsverhandlung simultan in vier Sprachen gedolmetscht. Es folgte ein erster Boom der neuen Dolmetschtechnik, der 1953 mit der Gründung des internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC in Paris einen entscheidenden Schritt zu Professionalisierung des Berufsstandes mit sich brachte. Die AIIC gestaltete seitdem die Welt des Konferenzdolmetschens in den neuen internationalen Institutionen wie NATO, EU und Vereinte Nationen. Anlässlich ihres 60. Gründungsjahres thematisiert die AIIC in Kooperation mit dem Memorium Nürnberger Prozesse in einer Veranstaltungsreihe die Ursprünge und die aktuellen Herausforderungen des modernen Konferenzdolmetschens. Im Mittelpunkt stehen interkulturelle und sprachliche Aspekte der internationalen Strafgerichtsbarkeit und die Arbeitsbedingungen von Dolmetschern in Krisengebieten. Zu diesen und weiteren Themen berichten und diskutieren Experten der internationalen Organisationen, der AIIC und Referenten aus dem Umfeld der internationalen Strafgerichtsbarkeit. Die Veranstaltungen finden zwischen Mai und Juli sowie im Oktober und November jeweils am ersten Sonntag des Monats im Schwurgerichtssaal 600 im Justizgebäude Nürnberg statt. Die Veranstaltungen werden mit Ausnahme des Oktobertermins in deutscher und englischer Sprache mit Simultanverdolmetschung durchgeführt. Es besteht jeweils die Möglichkeit zur Besichtigung der Dolmetscherkabinen und zu Gesprächen mit den Dolmetschern. DR. JAMES CROMPTON SEITE 1 VON 50

2 Die Association Internationale des Interprètes de Conférence (AIIC) ist der internationale Verband der Konferenzdolmetscher. Sie vertritt über Mitglieder in 100 Ländern. Seit ihrer Gründung 1953 sichert die AIIC eine verbindliche Qualität im Konferenzdolmetschen weltweit. Der Verband setzt Standards in den Arbeitsbedingungen und garantiert Professionalität und höchste Qualifikation seiner Mitglieder. Die AIIC ist anerkannte Verhandlungspartnerin vieler internationaler Organisationen und ihrer Sprachendienste. Etwa elf Prozent der AIIC-Dolmetscher weltweit beherrschen Deutsch als erste Arbeitssprache. Hauptsitz des Verbands ist Genf. Zwischen Politik und Globalisierung Dolmetscher im Blickpunkt der Geschichte Die Nürnberger Prozesse gelten als Durchbruch des modernen Simultandolmetschens. Der Prozess wurde in den Sprachen Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch geführt und simultan in alle vier Sprachen gedolmetscht. Die heute selbstverständliche Vorgehensweise war 1945 revolutionär; die Technik steckte in den Kinderschuhen, das Prozedere war kaum erprobt. Der Einsatz der Simultandolmetscher ermöglichte trotz der großen organisatorischen und technischen Herausforderungen und der besonderen Belastung der Dolmetscher die transparente und effiziente Führung des Prozesses. Aus der internationalen Verständigung in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist das Simultandolmetschen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die ersten Jahre nach Nürnberg verliefen jedoch noch ohne Festlegung eines Berufsbildes des Konferenzdolmetschers. Am 11. November 1953 versammelten sich dann nahezu alle damals tätigen professionellen Konferenzdolmetscher im UNESCO- Gebäude in Paris zur Gründung der AIIC. Die 33 Gründungsmitglieder legten erstmals einheitliche Qualitätskriterien für das Konferenzdolmetschen fest. Dabei konzentrierten sie sich vor allem auf das Simultandolmetschen, das die neuen internationalen Organisationen der Nachkriegszeit wie UNO, NATO und EU arbeitsfähig machte: Die parallele Übersetzung des gesprochenen Wortes in mehrere Sprachen für alle Zuhörer. In den folgenden sechs Jahrzehnten machte es sich der Verband zur Aufgabe, die Qualifikationsanforderungen an die Dolmetscher und Kriterien für professionelle Arbeitsbedingungen stets aktuell zu definieren. Für ihre Mitglieder führte die AIIC einen Verhaltens- und Ehrenkodex ein, der die berufsethische Grundlage ihrer Tätigkeit bildet. Der Verband berücksichtigt aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft und Konferenzwesen bei der Förderung des Nachwuchses und bei der Herausgabe von Empfehlungen zum Verhalten auf einem hochspezialisierten und globalisierten Markt. Die AIIC verfolgt und begleitet die Entwicklung im Bereich Qualitätssicherung mit wachsamem Auge DR. JAMES CROMPTON SEITE 2 VON 50

3 ebenso wie die technologischen Möglichkeiten, die neue Medien und Kommunikationstechnologien heutzutage und in Zukunft bieten. Heute sind Dolmetscher weltweit in der AIIC zusammengeschlossen. Die AIIC ist die internationale Interessensvertretung der Konferenzdolmetscher in wirtschaftlicher, berufsethischer und professioneller Hinsicht. Die international besetzte Nürnberger Veranstaltungsreihe beleuchtet einige der Arbeitsschwerpunkte der AIIC und bietet Einblicke in Geschichte, aktuelle Praxis und Hintergründe des Dolmetschens und der internationalen Strafgerichtsbarkeit. Mai 2013 Freitag, 3. Mai 2013, 11.00h, Pressekonferenz zur Veranstaltungsreihe Mit: Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg Ewald Behrschmidt, Vizepräsident des Oberlandesgerichts Nürnberg Hans-Christian Täubrich, Leiter des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände Elke Limberger-Katsumi, Nürnberg, AIIC-Projektleiterin Ein Prozess vier Sprachen Anwesend: Birgit Christensen, Freiburg i. Br., AIIC-Vize-Präsidentin Sonntag, 5. Mai 2013, 18.30h Die Leistung der Pioniere Simultandolmetschtechnik besteht Bewährungsprobe Es war eine mutige Entscheidung, die bis dahin weitgehend unbekannte Technik des Simultandolmetschens einzusetzen, um die Kommunikation zwischen den Prozessparteien und somit den zügigen Ablauf der Nürnberger Prozesse in vier Sprachen überhaupt erst zu ermöglichen. Wie wurde diese Aufgabe bewältigt? Wer waren diese Pioniere des Dolmetschens und wie erlebten sie den historischen Moment? Moderation: Gisela Siebourg, AIIC, ehemalige Leiterin des Sprachendienstes des Auswärtigen Amt, AIIC-Präsidentin von Diskutanten: Hilary Gaskin, Redaktionsleiterin Cambridge University Press Barbara Besching, AIIC, Brüssel, Diplom-Dolmetscherin Philip Quaine, AIIC, Straßburg, ehemaliger Leitender Dolmetscher im Europarat DR. JAMES CROMPTON SEITE 3 VON 50

4 Juni 2013 Sonntag, 2. Juni 2013, 18.30h Globalisierung braucht Verständigung Bei den Nürnberger Prozessen erprobt, entwickelte sich das Simultandolmetschen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem elementaren Kommunikationsmittel der internationalen Gemeinschaft. Schauspieler und Präsentationen nehmen Sie mit auf eine multimediale Zeitreise von den Nürnberger Prozessen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart zum Europäischen Patentamt und den Vereinten Nationen. Projektrealisation: Studierendengruppe MA Konferenzdolmetschen der Hochschule für Angewandte Sprachen in München unter der Leitung von Prof. Klaus Ziegler, AIIC, München, Hochschule für Angewandte Sprachen SDI. Referentinnen: Evelyn Moggio, AIIC, Dolmetscherin Vereinte Nationen Genf Ute Kirstein, AIIC, Leiterin Sprachendienst, Europäisches Patentamt München Juli Juli 2013: AIIC-Ratssitzung in Nürnberg Nicht-öffentliche Sitzung des AIIC-Rates. Der Rat (Council) der AIIC ist die ehrenamtliche Exekutive der AIIC und besteht aus Präsidentin, Schatzmeister und je einen Vertreter der AIIC-Regionen. Der Rat setzt sich ein für die satzungsgemäßen Belange der AIIC und beschließt und koordiniert die entsprechenden Maßnahmen. Die Sitzungen des Rates findet anlässlich der Veranstaltungsreihe Ein Prozess - vier Sprachen erstmals in Deutschland statt. DR. JAMES CROMPTON SEITE 4 VON 50

5 Sonntag, 7. Juli 2013, 18.30h Zwischen den Fronten: Dolmetscher in Krisengebieten Der Abzug der internationalen Truppen aus dem Irak und Afghanistan rückt das Schicksal der lokalen Dolmetscher ins Licht. Wie gestaltet sich die Tätigkeit von Dolmetschern in Krisen- und Kriegsgebieten, für deren Schutz und rechtliche Anerkennung sich die AIIC-Arbeitsgruppe Interpreters in Conflict Zones einsetzt? Neben den Risiken des Einsatzes in einem Konfliktgebiet stellt sich die Frage nach ihrer persönlicher Situation: Einreisevisa in die USA oder EU-Staaten werden kaum vergeben, ihre persönliche Sicherheitssituation in den Heimatländern ist meist überaus kritisch. Ein afghanischer Dolmetscher der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe der NATO (ISAF) berichtet im Nürnberger Schwurgerichtssaal aus erster Hand. Moderation: Dr. Rainer Huhle, Nürnberger Menschenrechtszentrum NMRZ. Referenten/-innen: Linda Fitchett, AIIC-Präsidentin, Gründerin der AIIC-Arbeitsgruppe Interpreters in Conflict Zones. Alain Boy, Dolmetscher am Eurokorps Hauptquartier, Straßburg; 2004 Leiter des afghanischen Übersetzerteams der ISAF in Kabul, Afghanistan (Chief of the Linguistic Service of the International Security Assistance Force ISAF). Oberstleutnant der Bundeswehr a.d. Bertram Hacker, Afghanistan-Einsätze in den Jahren 2002, 2003 und 2006 als Stabsoffizier für Infrastruktur in Kabul, Kunduz und Masar-i-Sharif. DR. JAMES CROMPTON SEITE 5 VON 50

6 Oktober 2013 Sonntag, 6. Oktober 2013, 18.30h Das Recht auf Verständigung Gerichtsdolmetschen heute Die in den Nürnberger Prozessen eingesetzten Dolmetscher mussten stets auf eine präzise und rechtlich verwertbare Übersetzung achten und trugen damit maßgeblich zu einem fairen Prozessverlauf bei. Heute steht jedem das Recht zu, als Beteiligter eines Verfahrens im Gerichtssaal, bei der Polizei oder bei Behörden dem Geschehen in einer ihm verständlichen Sprache zu folgen. Leider wird dieser Grundsatz nur allzu oft gebrochen, sei es durch den Einsatz unzureichend ausgebildeter Dolmetscher oder unzumutbare Arbeitsbedingungen. Eine neue Richtlinie der EU soll dies in Zukunft verhindern. Die Veranstaltung widmet sich der Frage, unter welchen Bedingungen Gerichtsdolmetscher heute arbeiten, welche Maßnahmen die neuen Regelungen vorsehen und wie sich dies zukünftig in nationalem Recht niederschlagen wird. Moderation: Liese Katschinka, Wien, AIIC, Präsidentin der European Legal Interpreters and Translators Association EULITA Grußwort: Martina Hesse-Hujber, Vorsitzende BDÜ Bayern Referenten: Andre Lindemann, Präsident BDÜ Dr. Theodoros Radisoglou, BDÜ Bayern DR. JAMES CROMPTON SEITE 6 VON 50

7 November 2013 Sonntag, 3. November 2013, 18.30h Nürnberg war der Anfang Herausforderungen des Dolmetschens in der Internationalen Strafgerichtsbarkeit Was im Nürnberger Prozess jedem Angeklagten zustand, sollte heute selbstverständlich sein ein faires Verfahren auch in sprachlicher Hinsicht. Wie wird dies heutzutage in der Internationalen Strafgerichtsbarkeit gewährleistet und welche Herausforderungen birgt diese Aufgabe für die Dolmetscher? Diese Fragen werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion von praxiserfahrenen Dolmetschern und Juristen thematisiert. Moderation: Prof. Dr. Christiane Driesen, AIIC, Hamburg, Vorsitzende des Committee for Legal and Court Interpreting der AIIC und Vize-Präsidentin der European Legal Interpreters and Translators Association EULITA. Referenten/-innen: Moderation: Prof. Dr. Christiane Driesen, AIIC, Hamburg, Vorsitzende des Committee for Legal and Court Interpreting der AIIC und Vize-Präsidentin der European Legal Interpreters and Translators Association EULITA. Referenten/-innen: Nicole Haas, Baden-Baden, Dolmetscherin; Studium des Dolmetschens am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Autorin von Dolmetschen am Ruanda-Tribunal (München, 2011) Rechtsanwalt Dieter Magsam, Hamburg, Strafverteidiger, Vertreter der Nebenklage im Ruanda-Völkermordprozess vor dem OLG Frankfurt ; 2003 ausgezeichnet mit dem Bürger- und Menschenrechtspreis der Werner Holtfort Stiftung; Berater für den Justizaufbau in Ruanda. Xavier-Jean Keita, Rechtsanwalt, seit 2007 Leiter des Verteidigerbüros des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag; Rechtsanwalt ( : Dakar, Senegal; : Paris) und Autor mit den Schwerpunkten Menschenrechte und Internationale Strafgerichtsbarkeit, Mitglied des Expertenkreises Expert juridique international (IFEJI, Paris) und des Centre International de Formation des Avocats en Afrique (CIFAF) Gesamtkoordination: George Drummond, Hamburg, AIIC, freiberuflicher Konferenzdolmetscher; DR. JAMES CROMPTON SEITE 7 VON 50

8 Die gesamte Veranstaltung wird für das Publikum simultan verdolmetscht (deutsch/französisch). DR. JAMES CROMPTON SEITE 8 VON 50

9 Angaben zu den Referenten/innen: Barbara Besching, Berlin/Brüssel, AIIC, Diplom-Dolmetscherin und Gründerin von Conference Interpreter International (CII) in Brüssel; geboren 1950 in Berlin; Studium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angestellte Dolmetscherin bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Seit 1980 freiberufliche Dolmetscherin. Alain Boy, Dolmetscher am Eurokorps Hauptquartier, Straßburg; 2004 Leiter des afghanischen Übersetzerteams der ISAF in Kabul, Afghanistan (Chief of the Linguistic Service of the International Security Assistance Force ISAF). Birgit Christensen, AIIC-Vize-Präsidentin, Freiburg i.br., freiberufliche Konferenzdolmetscherin; geb in San Salvador, El Salvador, Studium am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften (FASK) der Universität Mainz in Germersheim; : Koordinatorin des Privatmarkt-Ausschusses der AIIC; AIIC-Ratsmitglied für AIIC Deutschland und Vize-Präsidentin der AIIC seit Januar Prof. Dr. Christiane Driesen, Hamburg, AIIC, Vorsitzende des Committee for Legal and Court Interpreting der AIIC; Christiane Driesen promovierte an der ESIT in Paris über L'interprétation auprès des tribunaux pénaux de la République fédérale d'allemagne. Sie arbeitet als freiberufliche Dolmetscherin unter anderem an nationalen und internationalen Gerichten. An der Universität Hamburg leitet sie das Weiterbildungsprojekt für Gerichtsdolmetscher insbesondere für Dolmetscher mit wenig verbreiteten Sprachen. Sie ist Autorin von zahlreichen Publikationen zum Thema Gerichtsdolmetschen und Dolmetscherausbildung; 2000: Training-Workshop für Kinyarwanda-Dolmetscher am United Nations Criminal Tribunal for Rwanda, Arusha; : Mitglied des von der Europäischen Kommission einberufenen Reflexionsforum über Mehrsprachigkeit und Dolmetscherausbildung; seit 2009 Vize-Präsidentin von EULITA (European Legal Interpreters and Translators Association). George Drummond, Hamburg, AIIC, ist freiberuflicher Konferenzdolmetscher. Der Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Tätigkeit an internationalen Gerichten in Hamburg, München und Den Haag; seit 2008 an der Universität Hamburg Seminarleiter im weiterbildenden Studium Dolmetschen und Übersetzen an Gerichten und Behörden. Als Mitglied im AIIC Committee for Legal and Court Interpreting ist er für die Organisation der vom Komitee veranstalteten Seminare mitverantwortlich. Linda Fitchett, Brüssel, Präsidentin der AIIC, Konferenzdolmetscherin in Frankreich; Konferenzdolmetscherin der englischen Dolmetschdienste beim Europäischen Parlament in Brüssel. Gründungsmitglied der AIIC Arbeitsgruppe Interpreters in Conflict Zones. DR. JAMES CROMPTON SEITE 9 VON 50

10 Hilary Gaskin, Cambridge, Redaktionsleiterin Philosophie bei der Cambridge University Press und Autorin von Eyewitnesses at Nuremberg, eine Sammlung mündlicher Überlieferungen über die Nürnberger Prozesse, die 1990 veröffentlicht wurde. Oberstleutnant der Bundeswehr a.d. Bertram Hacker, Afghanistan-Einsätze in den Jahren 2002, 2003 und 2006 als Stabsoffizier für Infrastruktur in Kabul, Kunduz und Masar-i-Sharif. Nicole Haas, Baden-Baden, Dolmetscherin; Studium des Dolmetschens am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Autorin von Dolmetschen am Ruanda-Tribunal (München, 2011). Xavier-Jean Keita, Rechtsanwalt, seit 2007 Leiter des Verteidigerbüros des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag; Rechtsanwalt ( : Dakar, Senegal; : Paris) und Autor mit den Schwerpunkten Menschenrechte und Internationale Strafgerichtsbarkeit, Mitglied des Expertenkreises Expert juridique international (IFEJI, Paris) und des Centre International de Formation des Avocats en Afrique (CIFAF) Ute Kirstein, München, AIIC, Leiterin Sprachendienst, Europäisches Patentamt. Elke Limberger-Katsumi, Nürnberg, AIIC, Abschluss als Diplom-Dolmetscherin an der Universität des Saarlandes (Englisch, Spanisch); British Council Scholar an der School for African and Oriental Studies, London; öffentlich bestellte und allgemein vereidigte Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch und Spanisch; freiberufliche Konferenzdolmetscherin und Fachübersetzerin; mehrjährige Lehrerfahrung, u.a. 2001/02 am Monterey Institute for International Studies, Graduate School of Translation and Interpreting, Monterey/Kalifornien. Rechtsanwalt Dieter Magsam, Hamburg, Strafverteidiger, Vertreter der Nebenklage im Ruanda-Völkermordprozess vor dem OLG Frankfurt ; 2003 ausgezeichnet mit dem Bürger- und Menschenrechtspreis der Werner Holtfort Stiftung; Berater für den Justizaufbau in Ruanda. Evelyn Moggio, Genf, AIIC, Vereinte Nationen Genf. Philip Quaine, Straßburg, AIIC, ehemaliger Leitender Dolmetscher im Europarat; Zusammen mit Jesus Baigorri, AIIC, Autor einer Film-Dokumentation zum Dolmetschen beim Nürnberger Prozess und 1992 Organisator einer Veranstaltung mit ehemaligen Dolmetschern des Nürnberger Prozesses. Gisela Siebourg, AIIC-Präsidentin ; geboren 1937 in Regensburg, Studium an der Ecole d Interprète, Philosophische Fakultät der Universität Genf (heute: FTI, Faculté de Traduction et d Interprétation). Abschluss mit dem Diplôme d Interprète Parlementaire für die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch Dolmetscherin bei der EWG, 1962 bis 2002 Dolmetscherin im Auswärtigen Amt, ab 1989 Leitung des Dolmetscherdiensts, Leitung des gesamten Sprachendienstes des AA. DR. JAMES CROMPTON SEITE 10 VON 50

11 Prof. Klaus Ziegler, Hannover, AIIC, geb Bogotá/Kolumbien, 1992 Abschluss Studium Übersetzen und Dolmetschen an der Universität Heidelberg als Diplom-Dolmetscher, seit 1992 freiberuflicher Konferenzdolmetscher, seit 2012 Professur für Übersetzen und Dolmetschen an der Hochschule für Angewandte Sprachen in München. Mitglied im Arbeitsausschuss Übersetzen und Dolmetschen des DIN-Normenausschusses Terminologie, Mitglied der Arbeitsgruppe Dolmetschen des Technischen Ausschusses TC 37 SC 5 der ISO. Ansprechpartnerin: Angela Drösser, Presse-Referentin AIIC Deutschland Tel.: , Programm online unter: und Weitere Informationen sowie kostenlose Platzkarten für alle Veranstaltungen erhalten Sie beim Memorium Nürnberger Prozesse unter Tel oder Download elektronische Pressemappe mit Bildern der National Archives (USA): https://dl.dropboxusercontent.com/u/ /aiic_pressemappe_ein_prozess_ Vier_Sprachen.zip DR. JAMES CROMPTON SEITE 11 VON 50

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20 Veranstaltungshinweis: Sonntag, , Globalisierung braucht Verständigung Das Simultandolmetschen entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem elementaren Kommunikationsmittel der internationalen Gemeinschaft. Schauspieler und Präsentationen nehmen Sie mit auf eine multimediale Zeitreise von den Nürnberger Prozessen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart zum Europäischen Patentamt und den Vereinten Nationen. Die Veranstaltung findet im Schwurgerichtssaal 600 im Justizgebäude Nürnberg statt und wird in deutscher und englischer Sprache mit Simultanverdolmetschung durchgeführt. Es besteht jeweils die Möglichkeit zur Besichtigung der Dolmetscherkabinen und zu Gesprächen mit den Dolmetschern. Referentinnen: - Ute Kirstein, München, AIIC, Leiterin Sprachendienst, Europäisches Patentamt. - Evelyn Moggio, Genf, AIIC, Konferenzdolmetscherin bei den Vereinten Nationen Genf. - Prof. Klaus Ziegler, Konferenzdolmetscher und Professor für Übersetzen und Dolmetschen an der Hochschule für Angewandte Sprachen, München. Sonntag, 2. Juni 2013, Uhr im Schwurgerichtssaal, Bärenschanzstraße 72. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Platzkarten sind an der Kasse des Memoriums Nürnberger Prozesse erhältlich oder können unter Telefon / reserviert werden. Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden. Einlass ist um 18 Uhr. Ein Prozess vier Sprachen ist eine Veranstaltungsreihe des Memoriums Nürnberger Prozesse und des Internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC unter Beteiligung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer und der European Legal Interpreters and Translators Association (EULITA). Ansprechpartnerin: Angela Drösser, Presse-Referentin AIIC Deutschland, Tel.: , Programm online unter: und Download elektronische Pressemappe mit Bildern der National Archives (USA): https://dl.dropboxusercontent.com/u/ /aiic_pressemappe_ein_prozess_ Vier_Sprachen.zip Nächste Veranstaltung: Sonntag, 7. Juli 2013 Zwischen den Fronten: Dolmetscher in Krisengebieten DR. JAMES CROMPTON SEITE 20 VON 50

21 Veranstaltungshinweis: Sonntag, , Zwischen den Fronten: Dolmetscher in Krisengebieten Der Abzug der internationalen Truppen aus dem Irak und Afghanistan rückt das Schicksal der lokalen Dolmetscher ins Licht. Wie gestaltet sich die Tätigkeit von Dolmetschern in Krisen- und Kriegsgebieten, für deren Schutz und rechtliche Anerkennung sich die AIIC-Arbeitsgruppe Interpreters in Conflict Zones einsetzt? Neben den Risiken des Einsatzes in einem Konfliktgebiet stellt sich die Frage nach ihrer persönlicher Situation: Einreisevisa in die USA oder EU-Staaten werden kaum vergeben, ihre persönliche Sicherheitssituation in den Heimatländern ist meist überaus kritisch. Ein afghanischer Dolmetscher der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe der NATO (ISAF) berichtet im Nürnberger Schwurgerichtssaal aus erster Hand. Moderation: Dr. Rainer Huhle, Nürnberger Menschenrechtszentrum NMRZ. Referenten/-innen: Linda Fitchett, AIIC-Präsidentin, Gründerin der AIIC-Arbeitsgruppe Interpreters in Conflict Zones. Alain Boy, Dolmetscher am Eurokorps Hauptquartier, Straßburg; 2004 Leiter des afghanischen Übersetzerteams der ISAF in Kabul, Afghanistan (Chief of the Linguistic Service of the International Security Assistance Force ISAF). Oberstleutnant der Bundeswehr a.d. Bertram Hacker, Afghanistan-Einsätze in den Jahren 2002, 2003 und 2006 als Stabsoffizier für Infrastruktur in Kabul, Kunduz und Masar-i-Sharif. Sonntag, 7. Juli 2013, Uhr im Schwurgerichtssaal, Bärenschanzstraße 72. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Platzkarten sind an der Kasse des Memoriums Nürnberger Prozesse erhältlich oder können unter Telefon / reserviert werden. Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden. Einlass ist um 18 Uhr. Zusätzlich stellt die AIIC vom Juli im Caritas-Pirckheimer-Haus die Ausstellung Wer waren die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen? vor. CPH-Nürnberg, Königstr. 64, Saal S05; Juli, jeweils h; Der Eintritt ist frei! Ein Prozess vier Sprachen ist eine Veranstaltungsreihe des Memoriums Nürnberger Prozesse und des Internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC unter Beteiligung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer und der European Legal Interpreters and Translators Association (EULITA). DR. JAMES CROMPTON SEITE 21 VON 50

22 Ansprechpartnerin: Angela Drösser, Presse-Referentin AIIC Deutschland, Tel.: , Programm online unter: und Nächste Veranstaltung: Sonntag, Das Recht auf Verständigung Gerichtsdolmetschen heute DR. JAMES CROMPTON SEITE 22 VON 50

23 Veranstaltungshinweis: Sonntag, , Nürnberg war der Anfang Herausforderungen des Dolmetschens in der Internationalen Strafgerichtsbarkeit Was im Nürnberger Prozess jedem Angeklagten zustand, sollte heute selbstverständlich sein ein faires Verfahren auch in sprachlicher Hinsicht. Wie wird dies heutzutage in der Internationalen Strafgerichtsbarkeit gewährleistet und welche Herausforderungen birgt diese Aufgabe für die Dolmetscher? Diese Fragen werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion von praxiserfahrenen Dolmetschern und Juristen thematisiert. Moderation: Prof. Dr. Christiane Driesen, AIIC, Hamburg, Vorsitzende des Committee for Legal and Court Interpreting der AIIC und Vize-Präsidentin der European Legal Interpreters and Translators Association EULITA. Referenten/-innen: Nicole Haas, Baden-Baden, Dolmetscherin; Studium des Dolmetschens am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Autorin von Dolmetschen am Ruanda-Tribunal (München, 2011) Rechtsanwalt Dieter Magsam, Hamburg, Strafverteidiger, Vertreter der Nebenklage im Ruanda-Völkermordprozess vor dem OLG Frankfurt ; 2003 ausgezeichnet mit dem Bürger- und Menschenrechtspreis der Werner Holtfort Stiftung; Berater für den Justizaufbau in Ruanda. Xavier-Jean Keita, Rechtsanwalt, seit 2007 Leiter des Verteidigerbüros des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag; Rechtsanwalt ( : Dakar, Senegal; : Paris) und Autor mit den Schwerpunkten Menschenrechte und Internationale Strafgerichtsbarkeit, Mitglied des Expertenkreises Expert juridique international (IFEJI, Paris) und des Centre International de Formation des Avocats en Afrique (CIFAF) Gesamtkoordination: George Drummond, Hamburg, AIIC, freiberuflicher Konferenzdolmetscher; Die gesamte Veranstaltung wird für das Publikum simultan verdolmetscht (deutsch/französisch). Sonntag, 3. November 2013, Uhr im Schwurgerichtssaal, Bärenschanzstraße 72. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Platzkarten sind an der Kasse des Memoriums Nürnberger Prozesse erhältlich oder können unter Telefon / reserviert werden. Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden. Einlass ist um 18 Uhr. Ein Prozess vier Sprachen ist eine Veranstaltungsreihe des Memoriums Nürnberger Prozesse und des Internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC unter Beteiligung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer und der European Legal Interpreters and Translators Association (EULITA). DR. JAMES CROMPTON SEITE 23 VON 50

24 Ansprechpartnerin: Angela Drösser, Presse-Referentin AIIC Deutschland, Tel.: , Programm online unter: und DR. JAMES CROMPTON SEITE 24 VON 50

25 Pressemitteilung Berlin, Berufsverbände für Dolmetscher fordern humanitäres Asylverfahren für afghanische Kollegen In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel fordern der Internationale Verband der Konferenzdolmetscher (AIIC) und der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) ein vereinfachtes Asylverfahren für die afghanischen Dolmetscher der Bundeswehr aus dringenden humanitären Gründen. Aktuelle Praxis sind Einzelfallprüfungen durch eine interministerielle Arbeitsgruppe, die bisher alle Asylanträge abgelehnt hat. Heute arbeiten rund Afghanen im Rahmen des deutschen Engagements in Afghanistan, darunter 375 Dolmetscher der Bundeswehr. Nach dem geplanten Abzug der Afghanistan Schutztruppe ISAF zählen sie und ihre Familien, aufgrund ihrer direkten Arbeit mit den Kampfeinheiten, nach allgemeiner Einschätzung zu den am meisten gefährdeten Personengruppen. In ihrem Schreiben stellen die Verbände fest, Deutschland bleibe bei der Gewährung von Asyl in Anerkennung der Gefahren, denen sich die afghanischen Dolmetscher derzeit ausgesetzt sehen, hinter anderen Staaten zurück: Zum Zeitpunkt dieses Schreibens sind de facto sehr wenige Anträge durch die zuständige interministerielle Arbeitsgruppe geprüft worden, und darüber hinaus wurden alle mit knapper oder sogar ohne Begründung abgewiesen. Linda Fitchett, Präsidentin der AIIC, erläutert: Die bisherige Praxis verlangt von jedem Dolmetscher einen individuellen Nachweis der persönlichen Gefährdungslage, zum Beispiel eine schriftliche Morddrohung. Dabei liegt es auf der Hand, dass dieser Nachweis nur in Ausnahmefällen zu führen ist. Die afghanischen Dolmetscher leben in ständiger Gefahr und sind wiederholt bedroht worden. Nach unserer Ansicht ist Deutschland in der Pflicht, denjenigen von ihnen, die der Bundeswehr gedient haben, ein Aufenthaltsrecht aus dringenden humanitären Gründen nach 22 des deutschen Aufenthaltsgesetzes zu gewähren. André Lindemann, Präsident des BDÜ, fügt hinzu: Die Arbeit der Dolmetscher in Afghanistan ist gefährlich. Sie arbeiten unter Einsatz ihres Lebens. Doch nur mit der sprachlichen Unterstützung durch die Dolmetscher können die deutschen Streitkräfte in Afghanistan ihrem Arbeitsauftrag umfassend gerecht werden. Daher ist die wichtige Leistung dieser Ortskräfte unbestritten. Aber genau durch DR. JAMES CROMPTON SEITE 25 VON 50

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