Praktikumsbericht. University for Applied Sciences Salzburg (FH) Informationstechnik und Systemmanagement

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1 Praktikumsbericht University for Applied Sciences Salzburg (FH) Informationstechnik und Systemmanagement CERN IT Department Databases and Engineering Systems Praxissemster WS 2009 Topic: TWiki Enterprise Collaboration Authentication, Authorization and User Management Autor: Eingereicht: Supervisor: Alexander Bernegger KW52 Peter Haber, Nils Hoimyr, Pete Jones

2 Abstract Das Praktikums-Semester während des Studiums Informationstechnik und Systemmanagement wurde in der Zeit vom 1. Juli 2009 bis zum 19. Dezember 2009 am CERN, dem Europäischen Kernforschungsinstitut in Genf - Schweiz, abgehalten. Mein Aufgabenbereich war die Unterstützung des Databases and Engineering Systems - Teams bei der Einführung und Weiterentwicklung der Twiki Enterprise Collaboration. Diese soll eine erleichterte Zusammenarbeit unter den Wissenschaftlern, die gemeinsam an den Large Hadron Collider - Experimenten arbeiten, ermöglichen und Ihnen eine Plattform zum Austauschen von Informationen bieten. In diesem Praktikumsbericht werde ich auf meine Arbeitsumgebung, Planung und Programmierung von Modulen und Erfahrungen, die ich sammeln konnte, eingehen. Keywords: Authentifizierung, Authorisierung, WebApplikationen Contents 1 Einleitung 2 2 Arbeitsumgebung 2 3 Projekt Einführung Arbeitsschritte und Planung Programmierung Fortführungen Conclusion 11 5 Erfahrungen 11 List of Figures 1 Twiki Login Schema Sequence Diagram Flowchart Access Control Spiralmodell List of Tables 1

3 1 Einleitung Das CERN beschäftigt rund Wissenschaftler, Forscher, Techniker, Angestellte und Arbeiter und bietet eine Vielzahl an diversen Systemen, Plattformen und Umgebungen. Für einen Login wird am CERN eine Single Sign On Plattform verwendet um auf die diversen Services zugreifen zu können. Dahinter befinden sich Server die mithilfe von Shibboleth, einer Authentifizierungs-Software, und ADFS - einem Active Directory Federation Service, das Verwalten von Benutzern übernehmen. Neben der Erleichterung für Benutzer bringt ein SSO (Single Sign On) auch eine Steigerung der Sicherheit mit sich, da der Umgang mit Passwörtern zentralisiert abläuft und der Benutzer sich nur ein Login merken muss. Die Twiki Umgebung, die mein Team testweiße installierte und schnell zu großer Beliebtheit gelangte, nutze diese Services nur teilweiße - nämlich um eine Anmeldung des Benutzers am Server durchzuführen. Twiki funktioniert im Konzept wie das allseits Bekannte Wikipedia / MediaWiki; Les,- und Editierbar für Jedermann. Da bei einem Informationsangebot dieser Größe jedoch auch viele sensible Daten zum Vorschein kommen, können einzelne Seiten mit Lese,- und/oder Schreibberechtigungen versehen werden um unerlaubten Zugriff zu unterbinden. Dieses funktioniert über Benutzerlisten, die sehr schnell groß und unübersichtlich werden können. Meine Aufgabe war es nun, mittels eines Perl-Modules, die Berechtigungs-Steuerung über die verfügbaren Detailinformationen einzelner Benutzer vom SSO-Server abzufragen und zu verwerten. Mein Modul wurde rechtzeitig zum LHC Neustart im November fertig und konnte erfolgreich eingesetzt werden. 2 Arbeitsumgebung Meine Arbeitsumgebung gliederte sich folgendermaßen auf: CERN Netzwerk Tier-0 Twiki Enterprise Collaboration Single Sign On (Shibboleth - internet 2) Active Directory Federation Service div. Linux Server auf Scientific Linux CERN 5 (SLC 5, ist RedHat Enterprise) Apache Webserver Workstation auf SLC 5 Windows Server 2003, virtualisiert Perl 5 Eclipse Development Environment div. Editore, (VI, Gedit, Nedit,...) 2

4 Ich richtete mir eine eigene Testumgebung zu Beginn des Praktikums ein. Lokal auf meiner Workstation lief Apache Webserver und eine aktuelle Twiki Installation (Version 4.3.1). Auf dieser konnte ich nun meine ersten Versuche und Test machen, ich konnte mich ohne Gefahr mit der Umgebung auseinandersetzen. Später wurde mir dann Root-Access zu einen der Produktionsserver gegeben um meine Programme und Module in Normalanwendungsfällen testen zu können. 3 Projekt 3.1 Einführung Mein für mich vorgesehenes Projekt war das erschaffen eines Perl Modules zur Erleichterung von Zugangskontrollen in Twiki Topics [1] und Twiki Webs [2]. Viele der am CERN tätigen Benutzergruppen wollen Ihre Informationen nur den eigenen Mitarbeitern zugänglich machen um Missbrauch oder Diebstahl zu verhindern. Nun lässt sich im Twiki dank einer Beschränkungsmethode, auch Access Control [3], die Seiteneinstellungen in Topics und Webs regeln. Jeder Benutzer wird beim Anmelden mit seiner Adresse zu einem Twikinamen gemappt. -> Main.AlexanderBernegger Mit diesem Namen kann der Benutzer nun Topics oder Webs erstellen, editieren, umbenennen oder löschen. Mit den Befehlen Set ALLOWTOPICVIEW Set DENYTOPICVIEW Set ALLOWTOPICCHANGE Set DENYTOPICCHANGE und den jeweiligen Twiki-Namen lassen sich Zugänge verwalten. Beispiel: * Set ALLOWTOPICVIEW = Main.AlexanderBernegger In diesem Beispiel wurde die Leseberechtigung nur für den Twiki-Namen Alexander Bernegger gesetzt. Versucht jemand das Topic mit einem anderen Namen zu lesen, wird dieser zu einer Fehler-Seite umgeleitet. Nun entsteht jedoch das Problem, dass bei steigenden Benutzerzahlen auch die Handhabung steigt und schnell unübersichtlich und mühsam wird. Alleine das Compact Muon Solenoid (CMS) Experiment, das größte am CERN, hat mehrere hundert aktive Benutzer die verwaltet werden müssen. Mein Projekt war die Erschaffung eines Moduls, dass sich während des Anmeldevorgangs am Twiki Server über SSO und ADFS Benutzerinformationen herausnimmt und mit Arbeitsgruppen am Server abgleicht. Eine Berechtigungssteuerung kann somit nicht nur mit einzelnen Twiki-Namen erfolgen sondern über ganze Benutzergruppen, die unabhängig von Twiki existieren und für jeden Mitarbeiter, zu Beginn seiner Tätigkeit, erstellt wurden. 3

5 Figure 1: Vereinfachte Darstellung eines Login Vorgangs In Figure 1 ist eine grobe Darstellung eines Login-Vorganges zu sehen. Der Benutzer will auf ein Topic in einem Twiki Web zugreifen und muss sich vorher am SSO Server mit seinem Cern-Zugang anmelden. Es wird ein Session-Cookie erstellt und an den ADFS Server weitergeleitet. Dieser hat in für den jeweiligen Benutzer Gruppeninformationen gespeichert. Die Idee war nun, diese Gruppeninformationen auszulesen und als Zugangsberechtigung für einzelne Topics zu verwenden. Durch die Eingabe * Set ALLOWTOPICVIEW = IT-DEP, CERN Users, Main.AlexanderBernegger sollen alle Benutzer, die der ADFS Gruppe IT-DEP und/oder CERN Users angehören, Zugang erhalten. Durch den letzten Eintrag wird die Leseberechtigung auf einen Twiki- Namen erweitert. 3.2 Arbeitsschritte und Planung Während des Praktikums wurden von meinen Supervisior Time-Scales erstellt die ich innerhalb einer vorgeschlagenen Zeit zu erfüllen hatte. Die erste Woche von 1. Juli an wurden folgende Schritte definiert: Get a CERN account Install SLC5 on the workstation Install httpd Install latest version of TWiki from twiki.org Learn how to configure Twiki Learn the basics of TWiki usage Create some pages Create new webs 4

6 Add Plugins Redevelop or enhance a known Plugin. Weiters wurde bis Ende August das vertiefte Einarbeiten in die Materie veranschlagt. In der ersten Phase war das Erlernen und Verstehen diverser Abläufe im Twiki voranging. Besonders der Bereich Access Control wird im Twiki Source Code von vielen Modulen beeinflusst und ist schwer nachvollziehbar. Diese Abläufe wurden in Sequence Diagrams zur Veranschaulichung erstellt: Use Case Scenario Sequence Diagram Figure 2: Use Case Scenario 1. User clicks on a link to a protected topic. 2. TWikiSession checks the web for access control 3. TWikiSession requests user authentication 4. User not registred 5. TwikiRegistration is displayed to the user 6. TWikiSession checks the TWikiName against access control settings in the web 7. TWikiSession checks the topic for access control 8. TWikiSession checks the TWikiName against access control settings in the topic 9. Topic is displayed to the user. Nach der Erstellung diverser Use Cases wurde begonnen die Code Module zu verstehen. Um eine Grafische Darstellung zu ermöglichen wurden von mir Flowcharts angefertigt. 5

7 Figure 3: Flowchart Access Control 6

8 Generell richtete sich das Team nach bekannten Softwareentwicklungs-Strategien wie dem Spiralmodell [4], ein generisches Vorgehensmodell mit dem Vorteil immer wieder in die Planung eingreifen zu können und es zu adaptieren, ohne dass sich die Entwicklungszeit dadurch verändert. Figure 4: Spiralmodell 3.3 Programmierung Twiki wurde gänzlich in Perl geschrieben. Es verwendet dabei die Objekt-Orientierte Programmierung; Eine Basisklasse vererbt in mehrere Unterklassen dessen Attribute. Um in das Geschehen eingreifen zu können werden weitere Systemmodule in die Twiki Root Ordner am Server eingepflegt und über ein Script zur Steuerung des Sourcecodes aufgerufen. Mein Modul wurde im Bereich der Userverwaltung angelegt. Meldet sich nun ein Benutzer an erfolgt ein sog. Mapping. Das Benutzermapping erfolgt über folgende Module: TWiki::Users::BaseUserMapping TWiki::Users::TWikiUserMapping TWiki::UserMapping TWiki::Users TWiki::Access wobei TWiki::Users::TWikiUserMapping als Basisklasse zu verstehen ist. Wird nun ein Login angefordert, durchwandert der Compiler diese Module und führt deren Subroutinen aus. Verläuft alles richtig bekommt der Benutzer das angeforderte Topic angezeigt, ansonst wird er zu einer Fehlerseite weitergeleitet. (siehe Figure 3) 7

9 In dem Modul TWiki::Users befindet sich die Subroutine isinlist. Diese wird von TWiki::Access aufgerufen und überprüft, nach dem Auslesen der Topic Attribute, ob der Benutzer, der das Topic anfordert, in der Liste der erlaubten Personen eingetragen ist. Die Subroutine isinlist ist somit die zu bearbeitende Funktion. Ich erstellte ein eigenes Modul mit dem Namen TWiki::Users::ADFSUserMapping und implementierte die Subroutine isinlist darin neu um diese zu Erweitern und die Original-Funktion in TWiki::Users zu überschreiben. isinlist Original Code in Users.pm: sub isinlist{ my( $this, $cuid, $userlist, $user ) return 0 unless $userlist; #comma delimited list of users or groups # i.e.: "Main.UserA, UserB, Main.UserC # something else" $userlist =~ s/(<[^>]*>)//go; # Remove HTML tags return 0 unless defined $cuid; foreach my $ident ( split( /\,/, $userlist ) ) { #split without space /[\,\s]+/ #Dump the users web specifier if userweb $ident =~ s/^($twiki::cfg{userswebname %USERSWEB% %MAINWEB%)\.//; next unless $ident; my $identcuid = $this->getcanonicaluserid($ident); if (defined $identcuid) { return 1 if( $identcuid eq $cuid ); if( $this->isgroup( $ident )) { return 1 if( $this->isingroup( $cuid, $ident )); return 0; Um in diesen Ablauf einzugreifen muss die Funktion neu definiert werden. Mittels einem use Befehl wird das neue Modul eingebunden: package TWiki::Users::ADFSUserMapping; use base TWiki::Users::TWikiUserMapping ; Dadurch wird dem Compiler mitgeteilt, dass alle verfügbaren Attribute aus TWikiUserMapping zu erben und in ADFSUserMapping zu verwenden sind. Um die Subroutine neu zu definieren wird sie nun inklusive Pfad aufgerufen: sub TWiki::Users::isInList Beim Anmelden an den Server übergibt das ADFS Service alle Informationen des Benutzers an den Apache Webserver. Dort sind sie in Perl mittels einem ENV{ request Befehls abrufbar: 8

10 $adfs_groups = $ENV{HTTP_ADFS_GROUP; Apache gibt nun die ADFS Gruppen zurück die jedem Benutzer speziell am Anfang seiner Tätigkeit angelegt wurden. Der nächste Schritt ist die Gruppen mit den Topic Settings abzugleichen, die in \$ident verfügbar sind: foreach $adfs_groups_list ( split ( /[;]/, $adfs_groups)){ next unless $adfs_groups_list; $ident =~s/^\s*(.*?)\s*$/$1/; #trim if ($adfs_groups_list =~ m/^$ident$/i) { return 1; Hierzu wird die ADFS Gruppen Liste aufgeteilt. Nach jedem ; wird eine neue Zeile mit Eintrag der nächsten Gruppe erstellt. In dem IF-Statement wird nun die Aufbereitete Liste mit den Topic Einträgen verglichen. Kommt eine Gruppe darin vor, so wird ein TRUE Wert an die Funktion, von der die Anfrage kommt, zurückgegeben. $adfs groups list $ident True? IT-DEP CERN Users No Austrians at CERN CERN Users No CERN Users CERN Users yes 9

11 isinlist ReUse in ADFSUserMapping.pm: package TWiki::Users::ADFSUserMapping; use base TWiki::Users::TWikiUserMapping ; use strict; use Assert; use vars qw ($debug $adfs_groups $adfs_user $adfs_groups_list); sub TWiki::Users::isInList{ my( $this, $cuid, $userlist, $user ) return 0 unless $userlist; #comma delimited list of users or groups # i.e.: "Main.UserA, UserB, Main.UserC # something else" $userlist =~ s/(<[^>]*>)//go; # Remove HTML tags return 0 unless defined $cuid; foreach my $ident ( split( /\,/, $userlist ) ) { #split without space /[\,\s]+/ #Dump the users web specifier if userweb $ident =~ s/^($twiki::cfg{userswebname %USERSWEB% %MAINWEB%)\.//; next unless $ident; my $identcuid = $this->getcanonicaluserid($ident); if (defined $identcuid) { return 1 if( $identcuid eq $cuid ); if( $this->isgroup( $ident )) { return 1 if( $this->isingroup( $cuid, $ident )); $adfs_groups = $ENV{HTTP_ADFS_GROUP; #check for ADFS Groups foreach $adfs_groups_list ( split ( /[;]/, $adfs_groups)){ next unless $adfs_groups_list; $ident =~s/^\s*(.*?)\s*$/$1/; #trim the input if ($adfs_groups_list =~ m/^$ident$/i) { #check against the lists return 1; return 0; Somit kann nun auch mit ADFS Benutzergruppen der Zugang zu den Topics oder Webs geregelt werden. 3.4 Fortführungen Der nächste Schritt in der Benutzerverwaltung am CERN TWiki befasst sich mit den Benutzerlisten. Zur Zeit werden User die sich anmelden standardgemäß über Adressen auf den Twiki Namen gemappt. Dafür braucht es Listen, sog. UserLists. Am Beispiel 10

12 des CMS-Experimentes, werden diese Benutzerlisten dementsprechend lange. Da sich Adressen ändern erfordert dies einen weiteren Verwaltungsaufwand. Prinzipiell ist es möglich über ADFS Informationen Vor,- und Nachname des Benutzers abzufragen und das Mapping somit zur Gänze über diese zu verwalten. Es muss hierbei jedoch eine Hybridlösung aus Userlisten und ADFS Namen gefunden werden, denn sonst würden Benutzer die nicht am CERN tätig sind, sehrwohl jedoch an den Experimenten arbeiten, nicht mehr in der Lage sein Twiki Topics zu lesen. 4 Conclusion Mein Projekt am CERN war das Erstellen eines Perl Modules, dass die Zugangsverwaltung in TWiki zusätzlich Erweitert. Bisher konnten einfache Listen mit TwikiNamen erstellt werden, die entweder Lese,- oder Schreibberechtigungen enthielten. Bei großen Gruppen wird die Handhabung jedoch umständlich und unübersichtlich. Durch das ADFSUserMapping modul können nun nicht nur Listen mit Benutzernamen verwendet werden, sondern auch Arbeisplatz-spezifische Gruppen. Ein Mitarbeiter der IT ist automatisch in der ADFS Gruppe IT-DEP. Da sich die meisten Zugangsbeschränkungen auf die eigene Arbeitsgruppe beziehen, ist es nun leicht dieser einen Arbeitsgruppe Zugang zu gewähren, anstatt alle einzeln einzutragen. Das Modul kam Mitte November zum Einsatz und wurde von den Benutzern dankend angenommen. 5 Erfahrungen Persönlich konnte ich sehr viel daraus gewinnen. Mir wurde eine breite Palette an Fortbildung frei von Kosten angeboten, die ich auch Wahrnahm. Neben der Weiterbildung in verschiedenen Programmier-Kursen wurden wöchentliche Seminare und sogenannte Open- Labs von Firmen, Wissenschaftern, oder Professoren zu diversen Themen in der IT abgehalten. Besonders in guter Erinnerung blieben mir Kurse zu IT - Sicherheit und der Besuch von Stephen Hawking im Sommer. Zusätzlich nahm ich an Französisch Intensivkurse teil um mich den lokalen Gegebenheiten anpassen zu können. References [1] Klus, S.: Twiki Topics, Twiki.org, August [2] Thoeny, P.: Twiki Webs, Twiki.org, May [3] Thoeny, P.: Twiki AccessControl, Twiki.org, November [4] Jochen Ludewig, Horst Lichter: Software engineering - grundlagen, menschen, prozesse, techniken. dpunkt, pages ,

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