Interkulturelle Öffnung von Vereinen und Verbänden

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1 Interkulturelle Öffnung von Vereinen und Verbänden

2 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

3 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

4 Migration ist so alt wie die Menschheit Jüngere Migrations-Ursachen: Flucht / Vertreibung nach 1945 Gastarbeiter/innen / Wirtschaftswunder 2. und 3. Generation mit Migrationshintergrund Auflösung der Machtblöcke Spät-Aussiedler/innen Arbeitsmarktbedingte Mobilität/Migration Globalisierung Cultural diversity

5 Geschichte der Integration junger Migrant/innen im Zollernalbkreis Grundprinzip der Jugendarbeit: offen für alle Jugendlichen Innerhalb kulturell offener Regel-Angebote: Projekte mit Gruppen mit besonderen Bedarfen Seit 2001: interdisziplinärer AK: Arbeit mit jungen Aussiedler/innen in Balingen Fokus: Übergangsmanagement Schule Ausbildung Beruf

6 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

7 Nicht richtig oder falsch einfach anders Kultur ist: eine mentale Programmierung dient der Orientierung menschlichen Handelns und der Identitätsbildung der Mitglieder einer sozialen Gruppe ein Regel- und Bedeutungssystem, das die Weltsicht dieser Gruppe formt und aus dem bestimmte Praktiken und Produkte hervorgehen wird oft unbewusst aufgenommen und verinnerlicht umfasst das gesamte soziale Erbe, bestehend aus: Sitten und Gebräuchen, Wissen und Glaubensvorstellungen einer Gesellschaft ist menschgeschaffen - wird weitergegeben und verändert wird uns häufig erst durch die Kontrasterfahrung bewusst

8 Interkulturelle Kompetenz - eine Schlüsselqualifikation ist ein Komplex von Fähigkeiten und Haltungen, die ein angemessenes professionelles und integratives Handeln in interkulturellen Begegnungen ermöglichen. Bereitschaft zur Selbstreflexion (sich der eigenen kulturell bedingten Denk- und Lebensweise bewusst zu werden), Bereitschaft und Fähigkeit zur Empathie, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Fähigkeit zu Multi-Perspektivität und Ambiguitätstoleranz, Bereitschaft zur Flexibilität, ein offener Geist!

9 Integration... ist ein Begriff - mit vielen Dimensionen: Bildung, Arbeit, Wohnen, Engagement, Freizeit,... meint gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen; geschieht multidirektional; ist kein Zustand, sondern ein dauerhafter Aushandlungsprozess, der durch gesellschaftliche und subjektive Faktoren bedingt ist; an dem die ganze Gesellschaft beteiligt sein muss; mit dem sich die ganze Gesellschaft verändern kann/muss.

10 Wir verstehen interkulturelle Öffnung als: Prozess, im eigenen Interesse der Zukunftsfähigkeit einer Organisation Bestandteil von Organisations- und Qualitätsentwicklung In Vereinen, Verbänden und Ringen heißt dies: Öffnung bestehender Strukturen für zugewanderte Jugendliche, Öffnung für Migranten-Selbstorganisationen, Öffnung für neue Gesellungsformen der Jugend

11 Warum? Individualisierung und Pluralisierung der Lebenslagen Fortschreitende Globalisierung Zunehmende un-/freiwillige Migration Demographischer Wandel Bildungspotenziale der jungen Menschen sind die Ressourcen der Zukunft

12 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

13 Interdisziplinärer Arbeitskreis: Jugendförderverein (soziale Trainingskurse/ Hilfen für junge Migrant/innen) Caritas (Migrationsdienst / BAMF) Jugendamt Freie Träger der Jugendberufshilfe Schulsozialarbeit Suchtprophylaxe Polizei / Jugendsachbearbeiter Kommunale Jugendarbeit Verbandliche Jugendarbeit / Kreisjugendring

14 Mehrdimensionaler Handlungsbedarf: Kulturelle Parallelwelten (nicht nur bei Jugendlichen) schulischer Misserfolg in Abhängigkeit von nicht integriertem Elternhaus Jugendtypische Delinquenz (v.a. bei männlichen Aussiedler-Jugendlichen) Fehlende Ausbildungsstellen Jugendarbeitslosigkeit

15 Und: Mitgliederschwund in Vereinen Besucherrückgang in Jugendeinrichtungen und Fachkräftemangel in Betrieben

16 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

17 These: Die Angebote von Vereinen bieten beste Voraussetzungen für die Integration junger Migrant/innen und deren Familien in normale Alltagsbezüge, tragfähige zwischenmenschliche Beziehungen und soziale Strukturen der Freizeitgestaltung.

18 Untersuchung: Was erschwert oder erleichtert die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aus Aussiedlerfamilien in Vereinen? Fragebogen an junge Aussiedler/innen Leitfaden gestützte Interviews mit jungen Aussiedler/innen Fragebogen an alle Vereine in der Kreisstadt Balingen

19 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

20 Gelingende und nachhaltige Integration geschieht in Alltagsbezügen Verbände, Vereine und Jugendgruppen bieten beste Voraussetzungen für die Integration junger Migrant/innen und deren Familien Um das leisten zu können, brauchen sie Unterstützung (Austausch, Beratung, Schulung, Fortbildung)

21 Integration setzt gegenseitiges Interesse voraus, d.h. auch Kenntnisse und Verstehen der Werte, Normen und prägenden Erfahrungen der Herkunftskultur. Jugendliche müssen Zugang finden zu zentralen gesellschaftlichen Bereichen: Schule, Ausbildung, Feizeitangebote, Ehrenamt,... Je jünger die Kinder und Jugendlichen zum Zeitpunkt ihrer Einwanderung sind, desto leichter gelingt ihre Integration.

22 Aussiedlerdeutsche Kinder und Jugendliche erleben einen schwerwiegenden Bruch in ihrem Lebensverlauf Dinge, die für einheimische Kinder und Jugendliche selbstverständlich sind, sind für die zugewanderten Kinder und Jugendlichen nicht selbstverständlich und das, was für sie selbstverständlich war, ist nicht mehr gültig. Ihre verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Netzwerke bieten nicht wie bei einheimischen Kindern und Jugendlichen einen Weg in gesellschaftliche Teilhabe in Vereine, Verbände und Jugendgruppen.

23 Kinder und Jugendliche aus Aussiedlerfamilien unterscheiden sich in ihren Interessen nicht wesentlich von den hier geborenen. Die Schwierigkeiten bei der Integration beruhen fast ausschließlich auf mangelnder Sprachkompetenz und daraus resultierenden Unsicherheiten, mangelndes Selbstvertrauen und Angst.

24 Diese Hindernisse können am ehesten durch direkte Kontakte und persönliche Beziehungen überwunden werden. Um Aussiedlerkinder und Jugendliche für Vereine zu gewinnen, müssen sie verstärkt und auf vielfältige Weise mit Informationen erreicht und beworben werden.

25 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

26 Produkte: Studie: Alltagsbezüge und Integration in Balinger Vereine von aussiedlerdeutschen Mädchen und Jungen (2005) Flyer: Junge Aussiedler/innen und Vereine eine Handreichung für die Jugendarbeit (2006) Service-Stelle (KJR): lokale Anlaufstelle für Vereine und Verbände zu Fragen der Interkultur und Integration (2006) Lernmodul: Interkulturelle Kompetenz in der interaktiven Online-Lernplattform fragmich.org (2006)

27 Reaktionen: Inanspruchnahme von Beratung, Unterstützung und Fortbildung durch Vereine und Verbände bis zu drei Jahren nach Erstkontakt Integration braucht Zeit!!!

28 Alltag: Netzwerkarbeit Fortbildungen: Interkulturelle Kompetenz als persönliche Kompetenz Interkulturelle Kompetenz als strukturelles Merkmal Coaching von Migrant/innen Medien- und Ideenpool Interkultur

29 Kurzer Rückblick /Einführung Interkulturelle Öffnung was ist das? warum? Ausgangslage 2004 Projektdesign 2004 Ergebnisse Folgen Stand 2009

30 Neues Netzwerk JuMI: Jugend-Migration-Integration Gesprächskreis des Landkreises mit Muslimen Strukturelle Öffnung des KJR mit Fokus auf Migrantenselbstorganisationen Förderschwerpunkt Migration der Sparkassen-Stiftung Jugendhilfeplanung des Landkreises mit Option auf Sprach- und Kulturmittler/innen

31 Fazit: Alles ist im Fluss...

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