Materialwissenschaft und Werkstofftechnik

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1 Materialwissenschaft und Werkstofftechnik Die Lösung von Werkstoffproblemen ist für den Fortschritt in der Technik von entscheidender Bedeutung. Beispiele sind der Leichtbau mit Polymerwerkstoffen in der Fahrzeug- und Flugzeugtechnik, die Verbesserung des Wirkungsgrades von Kraftwerken und anderen Energieanlagen durch Hochtemperaturwerkstoffe, die rasant steigenden Übertragungskapazitäten und - geschwindigkeiten in Datennetzen durch neue Werkstoffe, die Medizintechnik (z.b. Biomaterialien für Implantate), die Verfahrenstechnik (z.b. Membrantechnik für die Meerwasserentsalzung), der Umweltschutz (Abgasreinigung, Filtertechnik) bis hin zu Werkstoffen, die "Empfindungen" haben, aber auch agieren können ('Smart Materials mit integrierten Sensor- /Aktorfunktionen, auch nach dem Vorbild der Natur). Dies zeigt, wie stark die Materialwissenschaft und die Werkstofftechnik einerseits mit den Grundlagendisziplinen der Naturwissenschaften (Physik, Chemie), andererseits mit den typischen Ingenieurwissenschaften (Maschinenbau, Elektrotechnik / Elektronik, Mechatronik) und schließlich auch mit betriebs- und volkswirtschaftlichen sowie allgemein gesellschaftlichen Aspekten verbunden sind (z.b. Fragen der Nachhaltigkeit, der Technikfolgen). Eine wesentliche Rolle spielen auch Kommunikations-, Präsentations- und Sprachkompetenzen. Die Aufgaben der Absolvent/inn/en eines Universitätsstudiums der Werkstoffwissenschaft reichen von Forschung und Entwicklung über den Herstellungs- und Verarbeitungsbetrieb bis in die Anwendungsberatung und lassen sich etwa wie folgt einteilen: - Entwicklung von Werkstoffen mit neuen Eigenschaften ("Maßschneidern" von Werkstoffen), - neue Herstellungs- und Bearbeitungsverfahren (Werkstofftechnologie), - Entwicklung von Modellvorstellungen zur Interpretation und/oder Vorausberechnung von Werkstoffeigenschaften, - Verfahren zur exakten Bestimmung von Werkstoffeigenschaften (Werkstoffprüfung, -charakterisierung, Schadensanalyse), - Erschließung neuer Anwendungsgebiete (Anwendungstechnik), - Beratung von Konstrukteuren und Verbrauchern (Beratung bzgl. Werkstoffauswahl/- einsatz). Das Studienangebot ist gegliedert in den Bachelor-Studiengang Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (B.Sc. MWWT) und die beiden Master- Studiengänge Materialwissenschaft (M.Sc. MW) einerseits und Werkstofftechnik (M.Sc. WT) andererseits. Der Bachelor-Studiengang Materialwissenschaft und Werkstofftechnik hat eine Regelstudienzeit von 6 Semestern, die beiden konsekutiven Master-Studiengänge bauen auf das Bachelor- Studium auf und umfassen eine Regelstudienzeit von 4 Semestern. Das Bachelor-Studium enthält eine Bachelor-Arbeit und die Master-Studiengänge jeweils eine Master-Arbeit. Zum Studium gehört ein Industriepraktikum (berufspraktische Tätigkeit) von insgesamt 420 Stunden Umfang. Es wird empfohlen, mindestens 240 Stunden der berufspraktischen Tätigkeit bereits vor

2 Aufnahme des Studiums zu absolvieren. Die Prüfungen sind vollständig modularisiert: Sie sind bestanden, wenn alle unbenoteten und benoteten Leistungspunkte aus den verschiedenen zugehörigen Lehrveranstaltungen sowie die der Master- bzw. der Studien- und der Bachelor-Arbeit zugeordneten Leistungspunkte erworben sind. Das Bachelor-Studium legt die Basis für eine solide Ausbildung in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächern. Zusätzlich vermittelt es die fachspezifische Kompetenz in Werkstoffkunde, um als berufsqualifizierender Abschluss den Absolvent/inn/en einen erfolgreichen Berufseinstieg zu ermöglichen. Der Bachelor-Studiengang Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (MWWT) verfolgt das Ziel, Studierende, aufbauend auf naturwissenschaftlichen Grundlagen, möglichst schnell zur Lösung technischer und naturwissenschaftlicher Problemstellungen materialwissenschaftlicher und werkstofftechnischer Natur mit modernen wissenschaftlichen und technischen Lösungsmethoden zu befähigen und damit eine frühzeitige, praxisorientierte Berufsfähigkeit als Ingenieur für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Industrie und Wirtschaft zu erreichen. Diese Zielstellung wird ermöglicht durch eine solide Grundausbildung in den ingenieurwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Kernfächern. Dabei müssen auch die Fähigkeiten zum Erkennen wesentlicher Zusammenhänge eines komplexen Sachverhalts entwickelt werden. Dazu gehören auch Kenntnisse in technischen und theoretischen Anwendungen. Der Erweb von berufsrelevanten Schlüsselqualifikationen wie gute Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie die Fähigkeit zum selbstständigen Einarbeiten in neue Themengebiete und eine effektive Arbeitsorganisation spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Daher werden frühzeitig diejenigen Methoden und Fertigkeiten vermittelt, die heute den Standard in der Ingenieurwissenschaft bilden. Der Transatlantischen Doppel-Bachelor in Materialwissenschaft und Maschinenbau (ATLANTIS) wird seit 2008 in Kooperation mit der Oregon State University (USA) und der Luleå Tekniska Universitet (Schweden) angeboten. Die Studierenden beginnen das Studium in den lokalen Bachelor Programmen der jeweiligen Heimatuniversitäten. Das dritte Jahr findet sowohl für die deutschen als auch für die amerikanischen Studierenden an der Universität des Saarlandes statt. Das vierte Jahr wird an der Oregon State University absolviert, wo hauptsächlich den Maschinenbauanteil behandelt wird. Da die Grundlagenausbildung der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächer in beiden Studiengängen angerechnet wird, verlängert sich das Doppelstudium nur um ein Jahr auf acht Semester, um zusätzlich zu dem Abschluss in Materialwissenschaft der UdS den Abschluss Mechanical Engineering (Maschinenbau) der Oregon State University zu erhalten.

3 Der Transatlantische Doppel-Bachelor wird durch das Atlantis Programm der Europäische Kommission und der USA gefördert. Dadurch haben Studierende die Möglichkeit, Stipendien zu bekommen, um Reise und Aufenthalt in den USA zu finanzieren. Voraussetzung dafür ist ein Studienaufenthalt von drei Monaten (20 ECTS) an der Luleå Tekniska Universitet, der in der Regel in 4. Semester absolviert wird. Die Master-Studiengänge umfassen die Werkstoffwissenschaft im: Pflichtbereich Vertiefungen der Fächer aus dem Bachelor-Studium bzw. dem Grundstudium (z.b. Werkstoffphysik,Thermodynamik der Werkstoffe und Werkstofftechnologie) Daneben eine breite methodische Ausbildung (Untersuchungsmethoden zur Werkstoffcharakterisierung, zerstörende und zerstörungsfreie Prüfverfahren) Lehrveranstaltungen über Struktur, Eigenschaften und Technologie der verschiedenen Werkstoffgruppen (Metalle, Polymere, keramische Werkstoffe, Gläser) sowie über die Funktionswerkstoffe, die in zunehmendem Umfang für Anwendungen in der Elektronik, Sensorik und Optik maßgeschneidert werden. Neu ist die stärkere Betonung der Werkstofftechnologie, deren Verständnis und Beherrschung zur gezielten Einstellung von Werkstoffeigenschaften auf die jeweilige Anwendung immer wichtiger werden. In den konsekutiven Master-Studiengängen wählen die Absolvent/inn/en des Bachelor-Studiengangs je nach persönlichem Interesse den stärker wissenschaftlich orientierten Studiengang Materialwissenschaft oder den stärker technologisch orientierten Studiengang Werkstofftechnik. Die Lehrinhalte bauen auf die des Bachelor-Studiengangs auf und entwickeln sie weiter. Der Umfang der Wahlmöglichkeiten zur individuellen Gestaltung des Studiums wurde deutlich erweitert. Gemeinschaftlich mit Fachrichtungen der Fakultäten 6 und 7 trägt die Fachrichtung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik den konsekutiven Master-Studiengang Computational Engineering of Technical Systems (CO- MET). Er verfolgt das Ziel, eine forschungsorientierte Ausbildung in Computational Engineering Science mit Vertiefungen in Maschinenbau, Elektrotechnik oder Materialwissenschaft zu verwirklichen. Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT) - Internationale Studienprogramme: Die Fachrichtung Werkstoffwissenschaften unterhält seit vielen Jahren intensive Auslandkontakte (z.b. nach Frankreich, Schweden, Spanien, den USA, Argentinien), so dass für einen ungewöhnlich hohen Anteil der Studierenden die Möglichkeit besteht, ein oder mehrere Semester an einer der

4 ausländischen Partneruniversitäten zu verbringen. Um die internationalen Aktivitäten der Fachrichtung zu koordinieren, hat die Fakultät im Jahr 2008 die Europäische Schule für Materialforschung gegründet. Neben Koordination und Management der internationalen Programme bietet EUSMAT Studierenden ausführliche Beratung zur Thema internationales Studium, sowie Stipendienmöglichkeiten. Darüber hinaus pflegt EUSMAT eine Reihe von Kontakten mit Universitäten und Forschungszentren weltweit, sowie mit dem Industriesektor, um Praktikums- und Studienplätze zur Verfügung zu stellen. EUSMAT unterstützt auch die Students and Alumni Association of the European School of Materials Science and Engineering (EUSMAT), die Netzwerkaktivitäten zwischen aktuellen und ehemaligen Studierenden fördert. Die angebotenen Internationalen Studiengänge sind derzeit der europäische werkstofftechnische Studiengang der Ecole Européenne d Ingénieurs en Génie des Matériaux (EEIGM), der schon beschriebene Transatlantische Doppel Bachelor-Studiengang Materialwissenschaft und Maschinenbau (Atlantis) und der Erasmus Mundus Master Joint European Master Programme in Advanced Materials Science and Engineering (AMASE). Seit 1991 ist die Fachrichtung an dem europäischen werkstofftechnischen Studiengang der Ecole Européenne d Ingénieurs en Génie des Matériaux (EEIGM) beteiligt, der mit einem deutsch-französischen Doppelmaster in Werkstofftechnik abgeschlossen werden kann. Die Partneruniversitäten sind: - Institut National Polytechnique de Lorraine (INPL) in Nancy (Frankreich), - Universidad Polytécnica de Catalunya, Escola Tècnica Superior d Enginyers Industrials de Barcelona (Katalonien/Spanien), - Luleå Tekniska Universitet (Schweden), - Akademia Górniczo-Hutnicza in Kraków (Polen) - Universidad Politécnica de Valencia (Spanien) Strukturell ist der Studiengang EEIGM ein fünfjähriger konsekutiver Bachelor- und Masterstudiengang. Alle Studierenden der EEIGM beginnen das Grundstudium im jeweiligen Heimatland. Für Studierende der Universität des Saarlandes gilt, dass sie nach erfolgreich absolvierten vier Semestern in einem der Studiengänge Werkstoffwissenschaft oder Chemie zum Studium an der EEIGM zugelassen werden können. Alle Studierende verbringen das 5. bis 7. Fachsemester gemeinsam an der EEIGM-Zentrale in Nancy. In dieser Zeit erfolgt auch eine spezielle ergänzende Sprachausbildung, die sich nach den Vorkenntnissen und den weiteren Planungen der Studierenden richtet. Die weiterem Semester verbringen die Studierenden der EEIGM nach eigener Wahl an einer oder mehrerer der Partneruniversitäten. Für die Studierenden, die den deutsch-französisch Doppelabschluss anstreben, ist im 8., 9. und 10. Fachsemester der Aufenthalt in Saarbrücken obligatorisch. Seit 2002 wird der deutsch-französische Doppelabschluss der EEIGM durch

5 die Deutsch-Französische Hochschule gefördert, was für die Studierenden sehr attraktive Stipendien während der Auslandsperiode sicherstellt. Das in der EEIGM erfolgreich kooperierende Konsortium europäischer Universitäten (Nancy, Saarbrücken, Barcelona, Luleå) bietet seit Wintersemester 2005/2006 ein weiteres international ausgerichtetes Studienangebot an, den Europäischen Master-Studiengang Advanced Materials Science and Engineering (AMASE). Studienabschlüsse Weiterführender Studiengang Studienfachberatung Bachelor of Science (B.Sc.) Master of Science (M.Sc.) Deutsch-Französischer Doppelmaster (M.Sc.) Deutsch-Amerikanischer Bachelor of Science (B.Sc.) AMASE Studiengang Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (B.Sc., M.Sc.) Dr. Frank Aubertin Campus Saarbrücken, Gebäude C6 3 Telefon: (06 81) Studiengang EEIGM Prof. Dr. Dirk Bähre Campus Saarbrücken, Gebäude A4 2 Telefon: (06 81) Studiengang Materialwissenschaft und Maschinenbau Atlantis Dr. Isabella Gallino Campus Saarbrücken, Gebäude C6 3 Telefon: (06 81) Internationales Studium EUSMAT Dr. Flavio Soldera Campus Saarbrücken, Gebäude D3 3 Telefon: (06 81)

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