6.5.3 Unentgeltliche oder teilentgeltliche Verpflegung bei Geschäftsreisen ab dem

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1 6.5.3 Unentgeltliche oder teilentgeltliche Verpflegung bei Geschäftsreisen ab dem Wie Geschäftsreisen abgerechnet werden, wird von den Unternehmen unterschiedlich gehandhabt. Die Unternehmen selbst legen fest, ob der Arbeitnehmer kostenlose Mahlzeiten erhält, einen Eigenanteil übernehmen muss, z. B. in Höhe des Sachbezugswerts oder eines festen Betrags, die steuerlich zulässige Verpflegungspauschale erstattet erhält. Nachfolgend sind die unterschiedlichen Handhabungen mit ihren Auswirkungen anhand von Beispielen dargelegt. Neuregelung ab : Stellt der Arbeitgeber (oder auf dessen Veranlassung ein fremder Dritter) seinem Arbeitnehmer kostenlos eine Mahlzeit zur Verfügung, ist der Wert nach der amtlichen Sachbezugsverordnung (Wert 2014: 1,63 pro Frühstück, 3,00 pro Mittagessen bzw. Abendessen) als Arbeitslohn anzusetzen, wenn der Wert der Mahlzeit 60 nicht übersteigt ( 8 Abs. 2 Sätze 8 und 9 EStG). Ab dem unterbleibt der Ansatz als Arbeitslohn insgesamt, wenn der Arbeitnehmer Verpflegungspauschalen als Werbungskosten geltend machen könnte. Das gilt auch für den GmbH-Gesellschafter, der Arbeitnehmer seiner GmbH ist. Bei der 60- -Grenze kommt es auf den Preis der Mahlzeit einschließlich Getränken und einschließlich Umsatzsteuer an. Handelt es sich um eine Gesamtrechnung, weil z. B. bei einer Fortbildungsveranstaltung der Preis für Essen und Getränke nicht getrennt ausgewiesen ist, muss nach dem Gesamtbild der Verhältnisse beurteilt werden, ob es sich um eine übliche Beköstigung handelt. Jedes Essen (Frühstück, Mittag- und Abendessen) ist für sich zu betrachten. Ein höherer Wert als 60 pro Mahlzeit dürfte nur in Ausnahmefällen anzunehmen sein. Die vorstehenden Grundsätze gelten auch, wenn der Arbeitnehmer eine Mahlzeit auf Veranlassung seines Arbeitgebers von einem Dritten erhält, d. h. wenn der Arbeitgeber den Tag und Ort der Mahlzeitengestellung bestimmt. Davon ist gemäß R 8.1. Abs. 8 LStR immer dann auszugehen, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Verpflegungskosten aus dienst- und arbeitsrechtlichen Gründen erstattet, und die Rechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist. 77

2 Konsequenz: Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für eine übliche Mahlzeit, ist dafür kein geldwerter Vorteil als Arbeitslohn zu versteuern, wenn der Arbeitnehmer einen Verpflegungspauschbetrag als Werbungskosten geltend machen könnte. Das gilt auch dann, wenn ein Verpflegungspauschbetrag wegen der Gestellung von Mahlzeiten gekürzt wird und sich deshalb nicht auswirkt. Praxis-Beispiel (Kürzung der Pauschale bis auf 0 ): Der Arbeitnehmer unternimmt für seinen Arbeitgeber eine mehrtägige Geschäftsreise. Der Arbeitgeber zahlt die Übernachtungskosten einschließlich Frühstück. Für den Abreisetag steht dem Arbeitnehmer eine Verpflegungspauschale von 12 zu. Da der Arbeitgeber an diesem Tag neben dem Frühstück auch das Mittagessen übernommen hat, ist die Verpflegungspauschale auf 0 zu kürzen, weil für das Frühstück 20% = 4,80 und für das Mittagessen 9,60 angerechnet werden. Die vom Arbeitgeber übernommenen Verpflegungskosten sind nicht als Arbeitslohn zu versteuern, weil die Verpflegungspauschale sich beim Arbeitnehmer nur wegen der Gestellung von Mahlzeiten nicht auswirkt. Der Arbeitnehmer kann Verpflegungspauschalen als Werbungskosten geltend machen, wenn er mehr als 8 Stunden auswärts tätig ist, eine mehrtägige Auswärtstätigkeit mit Übernachtungen vorliegt oder er nicht länger als 3 Monate am selben auswärtigen Einsatzort tätig wird. Liegt keine dieser Situationen vor und stellt der Arbeitgeber in solchen Fällen seinem Arbeitnehmer kostenlose Mahlzeiten zur Verfügung, muss er dafür einen geldwerten Vorteil in Höhe des Sachbezugswerts als Arbeitslohn versteuern. Praxis-Beispiel (kein getrennter Ausweis der überlassenen Mahlzeit): Ein Arbeitnehmer nimmt auf Veranlassung seines Arbeitgebers an einem zweitägigen Seminar mit Übernachtung teil. Der Arbeitnehmer hat die Hotelrechnung auf den Namen des Arbeitgebers ausstellen lassen. Der Arbeitgeber erstattet die Übernachtungskosten von 100. In diesem Betrag ist das Frühstück mit 20 enthalten. Die Rechnung des Seminarveranstalters in Höhe von 476 hat der Arbeitgeber unmittelbar bezahlt. Im Gesamtpreis war für beide Tage ein seminartypisches Mittagessen enthalten, das nicht gesondert ausgewiesen wurde. 78

3 Der Arbeitnehmer erhält das Frühstück und die beiden Mittagessen auf Veranlassung seines Arbeitgebers. Für An- und Abreisetag steht dem Arbeitnehmer grundsätzlich eine Verpflegungspauschale von jeweils 12 zu. Obwohl der Preis für beide Mittagessen nicht in der Rechnung ausgewiesen waren, kann von einer üblichen Beköstigung ausgegangen werden, deren Preis 60 nicht übersteigt. Konsequenz: Das Frühstück und die beiden Mittagessen sind nicht als Arbeitslohn zu erfassen. Der Arbeitgeber erfasst daher ausschließlich die Aufwendungen, die er seinem Arbeitnehmer erstattet bzw. für ihn übernommen hat. Bezeichnung Bruttobetrag Nettobetrag Umsatzsteuer Übernachtungskosten 80,00 74,77 5,23 Kosten für das Frühstück 20,00 16,81 3,19 Seminarkosten 476,00 400,00 76, / / / 1571/ / 1406 Übernachtungsaufwand Freiwillige Sozialleistungen (Seminarkosten) 7% 19% 74,77 400,00 16,81 5,23 79,19 an 1200/ Bank 576 Wenn keine übliche Beköstigung vorliegt, weil der Preis für das Essen 60 übersteigt, muss der tatsächliche Preis, den der Unternehmer für das Essen bezahlt hat, als Arbeitslohn versteuert werden. Das gilt auch dann, wenn der Preis für das Essen nicht offen ausgewiesen ist, aber aufgrund der Gesamtumstände von einem höheren Betrag ausgegangen werden kann. Praxis-Beispiel (Mahlzeit über 60 ): Ein Arbeitnehmer nimmt im Auftrag seines Arbeitgebers an einer Podiumsdiskussion mit anschließender Abendveranstaltung teil. Er ist mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und von seiner ersten Tätigkeitsstätte entfernt. Der Ar- 79

4 beitgeber hat die Kosten unmittelbar übernommen. In der Rechnung, die er vom Veranstalter enthält, ist das Galadinner mit 86 ausgewiesen. Ergebnis: Der Grenzwert von 60 für eine übliche Mahlzeit ist überschritten. Der Arbeitgeber muss 86 als Arbeitslohn versteuern. Der Arbeitnehmer kann als Werbungskosten eine Verpflegungspauschale von 12 geltend machen. Der Ansatz mit dem amtlichen Sachbezugswert setzt voraus, dass es sich um eine übliche Mahlzeit handelt und der Arbeitnehmer keine Verpflegungspauschale beanspruchen kann. Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf eine Verpflegungspauschale, wenn er an einem Tag ohne Übernachtung nicht mehr als 8 Stunden oder an derselben Einsatzstelle mehr als 3 Monate auswärts tätig war. Praxis-Beispiel (Übernachtung mit Frühstück): Ein Arbeitnehmer nimmt auf Veranlassung seines Arbeitgebers an einem zweitägigen Seminar mit Übernachtung teil. Die Hotelrechnung ist auf den Namen des Arbeitgebers ausgestellt. Der Arbeitgeber erstattet die Übernachtungskosten von 100. In diesem Betrag ist das Frühstück mit 20 enthalten. Da die Rechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und der Arbeitgeber später den gesamten Rechnungsbetrag erstattet, handelt es sich bei dem Kostenanteil von 20 für das Frühstück nicht um ein Entgelt des Arbeitnehmers. Da es sich um eine übliche Mahlzeit handelt, ist die Erstattung des Arbeitgebers von 20 für das Frühstück nicht als Arbeitslohn zu erfassen. 4666/ 74, Übernachtungsaufwand 4660/ 16, / 7% 5, / % 3,19 an 1200/ Bank 100 Der Arbeitnehmer kann eine Verpflegungspauschale geltend machen, muss diese allerdings wegen des unentgeltlichen Frühstücks kürzen. Verpflegungspauschale für den 1. Seminartag 12,00 Verpflegungspauschale für den 2. Seminartag 12,00 Kürzung für das Frühstück (24 x 20% =) 4,80 der Arbeitnehmer kann als Werbungskosten geltend machen 19,20 80

5 Zahlt der Arbeitnehmer für die Mahlzeit ein Entgelt, mindert dieses Entgelt den geldwerten Vorteil. Es ist kein geldwerter Vorteil anzusetzen, wenn die Zahlung des Arbeitnehmers die Höhe des Sachbezugswerts erreicht oder überschreitet (Wert 2014: 1,63 pro Frühstück, 3,00 pro Mittagessen bzw. Abendessen). Der Arbeitnehmer darf den Betrag, den er über den Sachbezugswert hinaus zahlt, nicht als Werbungskosten abziehen. Praxis-Beispiel (Auswirkung der Drei-Monats-Grenze): Ein Arbeitnehmer ist von seinem Arbeitgeber für 6 Monate an einen anderen inländischen Tochterbetrieb entsandt worden. Der Arbeitnehmer übernachtet in einem Hotel in der Nähe des inländischen Tochterbetriebs. Er zahlt pro Übernachtung 80 (70 für die Übernachtung und 10 für das Frühstück). Die Rechnung ist auf den Namen des Arbeitgebers ausgestellt. Im Rahmen der Reisekostenabrechnung erstattet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer pro Übernachtung 80. Es liegt eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit vor. Der Arbeitnehmer erhält das Frühstück auf Veranlassung seines Arbeitgebers. Für die ersten 3 Monate stehen dem Arbeitnehmer Verpflegungspauschalen zu, sodass es sich beim Frühstück um Mahlzeiten handelt, die nicht als Arbeitslohn erfasst werden. Der Arbeitnehmer muss die Verpflegungspauschale, die er als Werbungskosten geltend machen kann, um (24 x 20% =) 4,80 kürzen. Nach Ablauf von 3 Monaten stehen dem Arbeitnehmer keine Verpflegungspauschalen mehr zu. Der Arbeitgeber muss daher jedes Frühstück mit dem amtlichen Sachbezugswert (2014: 1,60 /2014: 1,63 ) als Arbeitslohn versteuern. Praxis-Beispiel (Zuzahlung des Arbeitnehmers): Es liegt derselbe Sachverhalt vor wie im Praxis-Beispiel zuvor mit dem Unterschied, dass der Arbeitnehmer für jedes Frühstück 2 zahlt. Für die ersten 3 Monate stehen dem Arbeitnehmer Verpflegungspauschalen zu, sodass es sich beim Frühstück jeweils um Mahlzeiten handelt, die nicht als Arbeitslohn erfasst werden. Der Arbeitgeber erfasst die Zuzahlung von 2, indem er diese auf die Habenseite des Kontos bucht. 1200/ Bank 2,00 an 4660/ 2,00 81

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