Die neuen DAV-Sterbetafeln für Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter. Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008 Ulrich Pasdika

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1 Die neuen DAV-Sterbetafeln für Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008

2 Die Tafel DAV 2008 T keine Unterscheidung nach dem Raucherstatus

3 Unterarbeitsgruppe zur Herleitung der Sterbetafel DAV 2008 T Eingesetzt zunächst mit dem Ziel, DAV 1994 T zu überprüfen, und anschließend mit der Herleitung der neuen Sterbetafeln befasst Mitglieder: Marcus Bauer, Christian Bökenheide, Erik Bur, Johann Dahmen, Ralf Krüger (Leiter), Christian Nagel, Catherine Pallenberg, (Leiter), Norbert Quapp, Florian Rilke, Michael Rösgen, Heinz Rummelshaus, Volker Schmitz, Ralf Spier, Michael Vogt, Hans Peter Waldenmaier

4 Herleitung der Sterbetafel DAV 2008 T Motivation für die Herleitung einer neuen Sterbetafel Grundlagen und Daten für die Herleitung DAV 2008 T 2. Ordnung Sensitivitätsanalysen DAV 2008 T 1. Ordnung Trendbetrachtungen Auswirkungen

5 Motivation für neue Sterbetafeln Deregulierung 1994 Fortsetzung der Sterblichkeitsreduktionen der letzten Jahrzehnte auch nach 1994 beobachtbar DAV 1994 T Bevölkerungstafel ADSt 1986/88 DAV 2008 T Umfangreiche Versichertendatenpools 1997 DAV-Mitteilung zur Raucher- Nichtrauchertafel Simultane Veröffentlichung von Raucher- Nichtrauchertafeln

6 Verringerung der Sterblichkeit in der männlichen Bevölkerung Sterblichkeit 1987 Sterblichkeit % -41% -29% 1,1 0,7 2,2 1,6 6,0 4,6 30-Jähriger 40-Jähriger 50-Jähriger Quelle: Statistisches Bundesamt 1 Motivation für die Herleitung neuer Sterbetafeln

7 Verringerung der Sterblichkeit in der weiblichen Bevölkerung Sterblichkeit 1987 Sterblichkeit % -38% -17% 0,5 0,3 1,2 0,8 2,9 2,4 30-Jährige 40-Jährige 50-Jährige Quelle: Statistisches Bundesamt 1 Motivation für die Herleitung neuer Sterbetafeln

8 Vergleich Versicherten- gegen Bevölkerungssterblichkeit 100% 80% 60% 40% 20% Männer Frauen 0% Alter Quelle: Statistisches Bundesamt; Daten zur DAV 2008 T 1 Motivation für die Herleitung neuer Sterbetafeln

9 Grundlagen & Daten für die Herleitung Versichertendaten aus den Datenpools der Gen Re, Münchener Rück, Swiss Re und des Verbandes Öffentlicher Versicherer für die Jahre 2001 bis Unternehmen,104 Mio. Bestandsjahre, Tote Marktabdeckung: 60% (Kapitalversicherungen), 70% (Risikoversicherungen) ADSt 1986/88 und die nachfolgenden Bevölkerungssterbetafeln des Statistischen Bundesamtes internationale Datenquellen und Datenbanken sowie Analyse der einschlägigen Literatur

10 Verteilung der Bestandsjahre a) 30% 27% b) 60% 17% 40% 4% 11% 7% 3% >70 Alter Männer Frauen c) 76% d) 69% 13% 11% KLV RLV FLV 6% 7% 6% 6% 6% Selektionsjahr 2 Grundlagen und Daten für die Herleitung

11 Beobachtungsdaten Ultimate (6+) Verweildauermethode Alter 15 bis 75 q = roh x t l x x Whittaker- Henderson glatt q x 3 DAV 2008 T 2. Ordnung

12 log(q x ) DAV 2008 T 2.Ordnung, Männer 100% 10% 1% 0,1% 0% 0,01% 0% 5000 Basistafel (Männer) Alter Tote Datenbasis Bevölkerung Versichertendaten Bevölkerung Extrapolation

13 DAV 2008 T 2.O. im Vergleich mit anderen Sterbetafeln 300% 250% Männer 200% 150% 100% 50% 0% Alter DAV 2008 T 2. Ordnung Rohe Versichertendaten St 2002/04 D (ausgeglichen) ADSt 86/88 (Grundlage der DAV 1994 T) DAV 2004 R 2.O. (Basisjahr 2003)

14 Sensitivitätsanalysen Sterblichkeitsniveaus nach Tarif KLV 6+ RLV 6+ Alter Männer Frauen % 101% % 101% % 100% % 102% % 100% Alter Männer Frauen % 91% % 109% % 90% % 87% Aber: Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen sind die Niveaus bei RLV höher als bei KLV.

15 DAV 2008 T 1. Ordnung Schwankungszuschlag klassische Methodik, anzahlgewichtet altersunabhängig geschlechtsunabhängig Irrtumszuschlag spielt eine zentrale Rolle beim Zuschlagsaufbau Verteilung auf zwei Komponenten Änderungszuschlag kein Änderungzuschlag, implizite Absicherung durch erwartete Sterblichkeitsverbesserungen 5 DAV 2008 T 1. Ordnung

16 Irrtumszuschlag Sehr starke Spreizung im Sterblichkeitsniveau zwischen den Gesellschaften Niveau*) 50%-70% 70%-90% 90%-110% >110% Männer Frauen *) Sterblichkeitsniveau in Relation zum gesamten Poolbestand 5 DAV 2008 T 1. Ordnung

17 DAV 2008 T 1. Ordnung, Übersicht Irrtumszuschlag 2 15% Unterschiede in Niveaus einzelner Unternehmen in voller Höhe zu erheben, falls keine A/E- Analysen vorliegen Irrtumszuschlag 1 10% strukturelle Unterschiede zwischen Herleitungsund Anwendungsbestand Schwankungszuschlag 7,4% alters- und geschlechtsunabhängig Lebende, Sicherheitsniveau 95%

18 Trendbetrachtungen Kurzfristtrends der Bevölkerungssterblichkeiten 5% 4% Frauen 3% 2% 1% 0% Alter St 85/87 W - St 94/96 W St 95/97 W - St 04/06 W

19 Auswirkungen DAV 2008 T 1. Ordnung vs DAV 1994 T 1. Ordnung 120% Männer 100% Frauen 80% 60% 40% 20% Altersunabhängige Gesamtniveaus Männer: 59% Frauen: 69% 0% Alter Die Unterschiede zwischen DAV 2008 T und DAV 1994 T kumulierte Sterblichkeitsverbesserungen der Bevölkerung

20 Nettobeitrag einer Risikolebensversicherung Versicherungssumme Geschlecht Laufzeit Eintrittsalter Beitrag 1.O. DAV1994T *) Beitrag 1.O. DAV2008T *) Reduktion um Mann % Mann % Frau % Frau % *) Gesamtzuschlag 34% Rechnungszins 2,25% 7 Auswirkungen

21 Raucher- und Nichtrauchersterbetafeln für Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter

22 Raucher- und Nichtrauchersterbetafeln für Lebensversicherungen mit Todesfallcharakter 1 Vorüberlegungen und mathematisches Modell 2 Sicherheitszuschläge 3 Datenquellen Raucheranteil Raucherübersterblichkeit 4 Herleitung der Tafeln DAV 2008 T R und DAV 2008 T NR

23 1 Vorüberlegungen und mathematisches Modell Warum eine R/NR-Tafel? Neuzugang an Hauptversicherungen versicherte Summe in Mio. Euro KLV RLV FLV Quelle: GDV, Statistische Zeitreihen, Zahlen FLV bis 2000 inkl. FRV

24 Ist Deutschland europäischer Spitzenreiter? Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008

25 Oder liegt Deutschland im Mittelfeld? Male Female Both sexes Greece Russian Fed. Austria Belarus Bos. & Herz. Serbia Hungary Latvia Estonia Bulgaria Portugal UK Poland Turkey Luxembourg Netherlands Croatia Spain Denmark Lithuania Andorra Romania Norway France Germany Czech Rep. Slovakia Armenia Malta Finland Belgium Slovenia Switzerland Iceland Ireland Italy Rep. Moldavia Albania Sweden Quelle: WHO, World Health Statistics 2008

26 Idealfall: Auswertung von Daten aus Versichertenbeständen, die nach dem Raucherstatus differenziert sind Nur verschwindend geringer Anteil des Herleitungsbestands der DAV 2008 T enthält Raucherstatus Starke Schwankungen der Raucherübersterblichkeit in diesem Teilbestand aufgrund geringer Anzahl von Todesfällen Unternehmensstruktur bei den Nichtrauchern und bei den Rauchern sehr verschieden, dadurch Raucherübersterblichkeit unplausibel Herleitungsbestand DAV 2008 T daher nicht nutzbar Alter Alle Datensätze Nur ultimate (6+)

27 Grundformel Alternative zur direkten Herleitung: Split einer Aggregattafel q Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008 NR x = 1 ( NR ) NR ANT ÜST + ANT x q x x x NR qx R q x NR ANT x ÜST x Deutschland: keine Quellen zur Raucherübersterblichkeit, keine brauchbaren zum Raucheranteil in Versichertenbeständen

28 100% Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008 Verhältnis zur Aggregatsterblichkeit bei verschiedenen Nichtraucheranteilen und Raucherübersterblichkeiten 300% Verhältnis zur Aggregatsterblichkeit 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% Nichtraucher 250% 200% 150% 100% 50% Raucherübersterblichkeit Raucher 0% 0% 100% 125% 150% 175% 200% 225% 250% 275% 300% 100% 125% 150% 175% 200% 225% 250% 275% 300% Nichtaucheranteil 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

29 2 Sicherheitszuschläge Irrtumsrisiken bei der Festlegung des Nichtraucheranteils und der Raucherübersterblichkeit aus externen Quellen Unterschiede in Gesundheitssystemen Unterschiede im Rauchverhalten Unterschiedliche Raucherdefinitionen Methodische Unsicherheiten Unklare Datenlage Schwankungsrisiko Analog zur Aggregattafel Unabhängig von Alter, Geschlecht, Raucherstatus

30 Gegenüber der Aggregattafel grundsätzlich erhöhte Änderungsrisiken Allgemeine Sterblichkeitsverbesserung teilweise durch abnehmende Raucheranteile bedingt Innerhalb der Kollektive der Raucher und Nichtraucher möglicherweise also niedrigere Sterblichkeitsverbesserungen als Aggregat Änderungen Raucherverhalten: Geben verstärkt Gelegenheitsraucher das Rauchern auf, steigt die Rauchersterblichkeit Durch Anstieg des Anteils ehemaliger Raucher in Nichtraucherbeständen Zunahme Sterblichkeit möglich Jedoch derzeit keinerlei Hinweise, dass innerhalb der Kollektive der Raucher bzw. Nichtraucher Sterblichkeitsverschlechterungen auftreten werden Medizinische Entwicklung sollte auch in den differenzierten Beständen Sterblichkeitsverbesserungen bewirken

31 Beim Split einer Aggregattafel bestehen zusätzliche Irrtumsrisiken. Vorsichtige Reservierung mit einheitlichen Annahmen 1. Ordnung für die Raucher- und die Nichtrauchertafel nicht möglich Split der Tafel 2. Ordnung und separate Sicherheitszuschläge Ansonsten Methodik DAV-Mitteilung Nr. 12 weiterhin angemessen

32 100% Qx-Club Berlin, 7. Juli Datenquellen Raucheranteile bei einzelnen Unternehmen im Herleitungsbestand der Tafel DAV 2008 T im allgemeinen nicht nutzbar Raucheranteile bei einzelnen Unternehmen - Männer 90% 80% 70% 60% 50% 40% min 1. Quartil Median 3. Quartil max 30% 20% 10% 0%

33 Erkenntnisse zu Raucheranteilen in der deutschen Bevölkerung aus dem Mikrozensus 2005 Männer Frauen 24% 32% 14% 22% 44% 64% Raucher Niemalsraucher ehemalige Raucher Raucheranteil bei Männern mit Lehrausbildung 36% mit Hochschulabschluss 18% erwerbslos 60% erwerbstätig 41% 14% 22% 64% Raucheranteil bei Geschiedenen 43% Ledigen 35% Verheirateten 24% Verwitweten 14%

34 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008 Raucheranteile in US-amerikanischen Versichertenbeständen 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Alter VS (in USD) Männer Frauen

35 Liegen Aggregat-, Raucher- und Nichtrauchertafel vor, lässt sich mit der Grundformel formal der Nichtraucheranteil ausrechnen Ant = q q x NR x q q R x R x Führt in der Praxis aber in der Regel zu keinen brauchbaren Ergebnissen: Verwendung unterschiedlicher Rohdaten für Aggregattafel einerseits sowie Raucher- und Nichtrauchertafel andererseits Verzerrungen durch Glättung, Sicherheitszuschläge, Extrapolationen

36 300% Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008 Raucherübersterblichkeiten aus internationalen Quellen Männer Frauen 300% 250% 250% 200% 200% 150% 150% 100% 100% 50% 50% 0% % USA VBT 2001 Mittel UK AM 00 ultimate CAN ALB Mittel DAV-Mitteilung Nr. 12

37 4 Herleitung der Tafeln DAV 2008 T R und DAV 2008 T NR Split der Aggregattafel DAV 2008 T Angemessenheit der nach dem Raucherstatus differenzierten Tafeln zu prüfen Sterblichkeitsniveau im Aggregat unterhalb von DAV 2008 T 2. Ordnung kann durch unterdurchschnittlichen Raucheranteil bedingt sein Nachfolgende Schritte nicht ohne weiteres bei der Herleitung unternehmensindividueller Tafeln übertragbar

38 Abschätzung des Raucheranteils im Herleitungsbestand der Tafel DAV 2008 T Bevölkerung (Mikrozensus 2005) Männer ca. -23% Kranke ca. -1% Sozioök. Effekt ca. -12% Raucher in Nichtrauchertarifen ca. -12% Frauen ca. -22% Versicherte

39 60% Geschätzter Raucheranteil im Herleitungsbestand der Tafel DAV 2008 T 50% 40% 30% 20% 10% 0% Schätzung Versicherte Männer Bevölkerung Männer DAV Nr. 12 Männer Schätzung Versicherte Frauen Bevölkerung Frauen DAV Nr. 12 Frauen

40 300% Ansatz Raucherübersterblichkeit: Glockenkurve auf Basis von VBT 2001 Männer Frauen 300% 250% 250% 200% 200% 150% 150% 100% 100% 50% 50% 0% % USA VBT 2001 Mittel UK AM 00 ultimate CAN ALB Mittel DAV-Mitteilung Nr. 12 Glockenkurve

41 Ansatz Raucherübersterblichkeit wird derzeit noch einmal überprüft

42 Sicherheitszuschläge für DAV 2008 T R/NR NR R 15% 5% 10% 10% 7,4% Variation Annahmen 2. Ordnung NR ANT x ÜST x NR ANT x ÜST x NR ANT x ÜST x NR ANT x ÜST x 80% 100% 100% 120% 80% 120% 80% 110% NR q x 4% -8% -2% 1% R q x 5% 10% 17% 11%

43 250% Qx-Club Berlin, 7. Juli 2008 Nach dem Raucherstatus differenzierte Sterbewahrscheinlichkeiten im Verhältnis zur jeweiligen Aggregattafel 1. Ordnung Männer Frauen 250% 200% 200% 150% 150% 100% 100% 50% 50% 0% % DAV 2008 T NR DAV 2008 T R DAV-Mitteilung Nr. 12 NR DAV-Mitteilung Nr. 12 R

44 Nettobeitrag einer Risikolebensversicherung Versicherungssumme M/F, x, n Mann, 35, 25 Mann, 45, 15 Frau, 35, 25 Frau, 45, 15 Beitrag 1.O. DAV2008T NR * Beitrag 1.O. DAV2008T R ** Beitrag 1.O. DAV2008T *** DAV Nr. 12 NR DAV Nr. 12 R (-21% / +77%) (-32%) (-33%) (-21% / +82%) (-30%) (-32%) (-15% / +86%) (-29%) (-24%) (-15% / +91%) (-26%) (-22%) Gesamtzuschläge *40%, **45%, ***34% Rechnungszins 2,25%

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