Metamodell- und sichtenbasierte Ansätze zum werkzeuggestützten Management von IT-Architekturen

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1 Metamodell- und sichtenbasierte Ansätze zum werkzeuggestützten Management von IT-Architekturen Dr. Lutz Kirchner BOC Group

2 Motivation Modellierungsmethoden im IT-Architekturmanagement Gesucht: Methodisch fundierte Hilfsmittel für das IT-Architekturmanagement Beherrschung der Komplexität Häufiger Status Quo: Kein bewusstes IT-Architekturmanagement Management auf Basis von Listen, Dokumenten u.ä. Dezentrales, nicht integriertes Management (Insellösungen) Lösungsansatz: Methoden der Modellierung auf die Problemstellung (EAM) anwenden Zentrale Bestandteile einer Modellierungsmethode in unserem Kontext: Abbildungskonzepte (Sprache, Sichten) Vorgehensmodell Werkzeug Wichtig: Angemessener Werkzeugeinsatz muss verfügbar sein BOC Group 2

3 Grundlagen Metamodelle, Modelle und Sichten Modelle zur Abbildung von Unternehmens- und IT-Architekturen sind in Wissenschaft (Unternehmensmodellierung) und Praxis (EAM, Architekturmanagement) seit längerem etabliert Modellbasierte Abbildungen bieten insbesondere Vorteile hinsichtlich der Aspekte Abstraktion und Anschaulichkeit Beschränkung auf kontextrelevanten Sachverhalt Mögliche Einschränkung auf Sichten bzw. Perspektiven Einfache Verständlichkeit der dargestellten Sachverhalte Verwendung anwendungsnaher Abbildungskonzepte Angemessene grafische Notationen Metamodellbasierte Ansätze zur Spezifikation der verwendeten Modellierungssprache Guter Kompromiss zwischen formaler und informaler Sprachspezifikation Sichten helfen zusätzlich, die Komplexität einer Architektur zu beherrschen Rollenspezifische Sichten Ausblenden von für konkrete Fragestellungen oder Aktivitäten irrelevanter Informationen BOC Group 3

4 Mögliche Sichten auf eine Unternehmensarchitektur Einige Vorschläge aus der Literatur Krcmar, 1990 Schwarze, 1998 Strategie Prozessarchitektur Aufbauorganisationsarchitektur Anwendungsarchitektur Datenarchitektur Kommunikationsarchitektur Infrastruktur Funktionssicht Prozesssicht Organisationssicht Ressourcensicht Datensicht Informationssicht Kommunikationssicht Steuerungssicht Frank, 1994 Perspektive Aspekte TOGAF 9, 2009 Strategie Organisation Informationssystem Ressourcen Struktur Prozesse Ziele/Erfolgsfaktoren Umwelt Sichten aus ADM-Phasen Geschäftsarchitektur Informationssystemarchitektur Technologiearchitektur Views, Viewpoints, Concerns BOC Group 4

5 Werkzeuge Werkzeuge für EAM müssen die modellhafte Darstellung einer Architektur unterstützen, um im EAM zielführend eingesetzt werden zu können Es muss möglich sein, verschiedenste Sichten auf eine Architektur zu erstellen, mit anderen Sichten in Beziehung zu setzen, um so ein konsistentes Gesamtmodell einer Architektur zu erhalten Weiterhin muss es möglich sein, das Metamodell also die Spezifikation der Struktur der relevanten Informationen über die Architektur zielgruppenspezifisch anzupassen BOC Group 5

6 Werkzeugumsetzung Metamodell, Modell und Sicht: Beispiel <<instance of>> Metamodell Gesamtmodell (Objektrepository) Sicht BOC Group 6

7 Sichten Beispiele aus einem EAM-Werkzeug: Matrix BOC Group 7

8 Sichten Beispiele aus einem EAM-Werkzeug: GANTT BOC Group 8

9 Sichten Beispiele aus einem EAM-Werkzeug: Portfolio BOC Group 9

10 Sichten Beispiele aus einem EAM-Werkzeug: Business Impact Analysis BOC Group 10

11 Sichten Beispiele aus einem EAM-Werkzeug: Heat Map BOC Group 11

12 Sichten Beispiele aus einem EAM-Werkzeug: Sonstige Diagramme BOC Group 12

13 Business Capability Maps Sicht auf die Schnittstelle zwischen IT und Business Unter einer Business Capability verstehen wir eine Geschäftsfähigkeit, d.h. eine abstrakte Funktionalität, die i.d.r. mit IT umgesetzt wird und seitens des Business zur Realisierung der Geschäftsprozesse benötigt wird Das Business kann mittels Business Capabilities Anforderungen definieren Die IT dokumentiert mittels Business Capabilities deren Angebot Eine GAP-Analyse zeigt, welche Capability modifiziert oder ggf. neu implementiert werden muss, um die Anforderungen des Business zu erfüllen Vorteile Die IT muss sich nicht im Detail mit den Geschäftsprozessen der Geschäftsseite auseinandersetzen Die Geschäftsseite muss nicht zwingend die Anwendungsarchitektur kennen Business Capabilities besitzen eine relativ hohe Stabilität im Zeitverlauf BOC Group 13

14 Business Capability Maps Sicht auf die Schnittstelle zwischen IT und Business Unter einer Business Capability verstehen wir eine Geschäftsfähigkeit, d.h. eine abstrakte Funktionalität, die i.d.r. mit IT umgesetzt wird und seitens des Business zur Realisierung der Geschäftsprozesse benötigt wird Das Business kann mittels Business Capabilities Anforderungen definieren Die IT dokumentiert mittels Business Capabilities deren Angebot Eine GAP-Analyse zeigt, welche Capability modifiziert oder ggf. neu implementiert werden muss, um die Anforderungen des Business zu erfüllen Vorteile Die IT muss sich nicht im Detail mit den Geschäftsprozessen der Geschäftsseite auseinandersetzen Die Geschäftsseite muss nicht zwingend die Anwendungsarchitektur kennen Business Capabilities besitzen eine relativ hohe Stabilität im Zeitverlauf BOC Group 14

15 Sichten auf Sichten Visualisierung von Meilensteinen Sichten repräsentieren auch Meilensteine in der Architekturplanung Die Navigation entlang der Meilensteine erlaubt das Planen und Verfolgen des Pfads von der Ist-Architektur zur Ziel-Architektur SOLL-Architektur Planungsziel SOLL-Architektur Meilenstein x SOLL-Architektur Meilenstein 1 IST-Architektur Planungsausgang BOC Group 15

16 Sichten auf Sichten Beispiel: Visualisierung von Meilensteinen 2011 BOC Group 16

17 Sichten auf Sichten Beispiel: Visualisierung von Meilensteinen 2013 BOC Group 17

18 Sichten auf Sichten Beispiel: Visualisierung von Meilensteinen 2014 BOC Group 18

19 Architekturprinzipien Exkurs Unter (IT-) Architekturprinzipien verstehen wir Regeln für Gestaltung einer IT-Architektur Werden idealerweise aus IT-Strategien und zugehörigen Zielen abgeleitet Können i.d.r. mittels einer Ordinalskala (z.b. 1-5) gemessen werden Dienen zur Überwachung und Steuerung einer IT-Architektur Jegliche Änderung an einer Ist-Architektur (IT-Projekt) muss zu einer Zielarchitektur führen, die mit den vereinbarten Architekturprinzipien konform geht Wichtig ist, dass die Bewertung von Architekturprinzipien nicht als Momentaufnahme geschieht, sondern auch der Definition und Bewertung von Zielzuständen dienen kann. Somit kann aufgezeigt werden, wie Projekte die Architektur im Zeitverlauf hinsichtlich der Architekturprinzipien verändern Zur Visualisierung bietet sich die Darstellung als Heat Map an BOC Group 19

20 Architekturprinzipien Exemplarische Ausprägungen Abstrakte Architekturprinzipien Wirtschaftlichkeit Zuverlässigkeit Wiederverwendung Sicherheit Benutzerfreundlichkeit Standards Homogenität Abgeleitete Architekturprinzipien Vornehmliche Nutzung von Open Source Software Change Management nach ISO Einhaltung von SOA-Prinzipien Einsatz ISO 9241-konformer Anwendungen BOC Group 20

21 Heat Map Architekturprinzipien auf Anwendungsebene: Heute zensiert BOC Group 21

22 Heat Map Architekturprinzipien auf Anwendungsebene: in 5 Jahren zensiert BOC Group 22

23 Heat Map Architekturprinzipien auf Anwendungsgruppenebene (Application Cluster) zensiert BOC Group 23

24 Heat Map Architekturprinzipien auf Business Capability-Ebene zensiert BOC Group 24

25 Heat Map Architekturprinzipien auf Capability Groups-Ebene zensiert BOC Group 25

26 Fazit Metamodelle, Modelle und Sichten im Architekturmanagement Metamodell- und sichtenbasierte Ansätze zur Dokumentation, Analyse und letztlich Optimierung von IT-Architekturen erfreuen sich in der Praxis ein größer werdenden Verbreitung Der Bedarf an einer strukturierten Herangehensweise an das Thema und somit hilfreichen Lösungen zur Beherrschung der Komplexität der zugrundeliegenden Architekturen forciert die Nachfrage an Methoden und Frameworks sowie dedizierten Werkzeugen für das Architekturmanagement Eine metamodellbasierter Ansatz ermöglicht eine hohe Flexibilität im Umgang mit Kundenanforderungen in Bezug auf die verwendenden Abbildungskonzepte Verschiedene Sichten auf das integrierte Objektrepository liefern auf bestimmte Zielgruppen und Fragestellungen zugeschnittene, anschauliche Ausschnitte auf die Gesamtarchitektur Eine breite und qualitativ hochwertige Unterstützung durch dedizierte EAM-Werkzeuge vorausgesetzt können die Potenziale, die IT-Architekturmanagement bietet, entsprechend gehoben werden ohne diese Werkzeuge wird es eher schwer BOC Group 26

27 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Für Fragen stehen ich gerne zur Verfügung Dr. Lutz Kirchner Management Consultant BOC GmbH Voßstr. 22, D Berlin Tel.: Fax: Copyright BOC AG, Wien 2010 Das BOC Management Office, sowie ADOscore, ADONIS, ADOlog und ADOit sind eingetragene Warenzeichen der BOC Gruppe. Alle anderen genannten Marken sind Eigentum der jeweiligen Hersteller. Alle angeführten Inhalte sind urheberrechtlich geschützt. Alle Arten von Änderungen, Erweiterungen oder Beilagen sind nur nach vorherigem, schriftlichen Einverständnis der BOC Gruppe erlaubt. Reproduktionen in jeder Form sind nur unter Angabe des Copyright-Vermerks erlaubt. Publikationen sowie Übersetzungen bedürfen des schriftlichen Einverständnisses der BOC Gruppe. BOC Group 27

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