AG 1: Sichtbarkeit der Internationalität in Berufsbildungsabschlüssen

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1 Fachtagung Berufsbildung international und attraktiv Fachtagung 2./3. November 2015, Berlin AG 1: Sichtbarkeit der Internationalität in Berufsbildungsabschlüssen Susanne Kretschmer Berlin 3. November 2015 Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

2 Gliederung 1. Bedarf 2. Gesetzlicher Rahmen 3. Status Quo 4. Herausforderungen Seite 2 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

3 1. Bedarf Auf verschiedenen Ebenen: Global aufgestellte Unternehmen Länderübergreifende Ausbildungskonzepte (Airbus, Automobilindustrie ) KMU mit internationalen Geschäftsbeziehungen Persönlicher Kontakt zum Kunden zählt noch (Arnold, Köhler, Leidl 2012) Tourismus im Inland dynamischer Anstieg ausländischer Gäste (BMWi 2013) Einwanderung Herausforderung für alle Seite 3 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

4 1. Bedarf - Indikatoren: Konkretisierung des Bedarfs Differenzierte Anforderungen an Internationale Berufskompetenz Steigender Bedarf an Fremdsprachenkenntnisse am Arbeitsplatz Seit 2000 rd. 10 %, gleichermaßen für beruflich Qualifizierte (Hall 2012) Steigende Mobilitätsraten in der Ausbildung Erasmus + Verdopplung 2008 bis 2014 (BIBB Datenreport 2015) Steigende Anzahl an Zusatzqualifikationen am Markt Beispiel Datenbank AusbildungPlus Seite 4 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

5 1. Bedarf - Beispiel Fremdsprachen Aus: Hall 2012 Seite 5 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

6 2. Gesetzlicher Rahmen Kodifizierte Zusatzqualifikationen: 5 BBiG Ausbildungsordnung/ 26 HWO (2) Die Ausbildungsordnung kann vorsehen, ( ) 5. dass über das in Absatz 1 Nr. 3 beschriebene Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden können, die die berufliche Handlungsfähigkeit ergänzen oder erweitern, 49 BBiG Zusatzqualifikationen/ 39 a HWO Zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach 5 Abs. 2 Nr. 5 werden gesondert geprüft und bescheinigt. ( ) Seite 6 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

7 2. Gesetzlicher Rahmen - Definitionen Kodifizierte Zusatzqualifikation: sind in der Ausbildungsordnung geregelt. a) Eine nicht gewählte Wahlqualifikation kann zusätzlich gesondert geprüft und bescheinigt werden. Bisher in folgenden Berufen: 1) Buchhändler/-in 2) Medientechnologe/-in Siebdruck - Medientechnologe/-in Druck 3) Musikfachhändler/-in 4) Tourismuskaufmann/-frau 5) Kaufmann für Büromanagement/ Kauffrau für Büromanagement b) Es wird eine eigene fachbezogene Zusatzqualifikation definiert. Bisher nur in: 1) Textilgestalter/-in im Handwerk für Paramentik Seite 7 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

8 2. Gesetzlicher Rahmen - Regional Anpassung an regionalen Bedarf: 9 BBiG Regelungsbefugnis bzw. 41 HWO Soweit Vorschriften nicht bestehen, regelt die zuständige Stelle die Durchführung der Berufsausbildung im Rahmen dieses Gesetzes. Regionale Zusatzqualifikationen der Kammern, z.b. Erlass spezifischer Rechtsvorschriften zu Zusatzqualifikationen wie Europakaufmann/-frau, Kauffrau/Kaufmann für internationale Geschäftstätigkeit Doppelte Berufsabschlüsse insb. im grenznahen Bereich Seite 8 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

9 2. Gesetzlicher Rahmen - Auslandsaufenthalt Ausbildung im Ausland: 2 Abs. 3 BBiG Teile der Berufsausbildung können im Ausland durchgeführt werden, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Ihre Gesamtdauer soll ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht überschreiten. 76 BBiG Überwachung, Beratung bzw. 41a HWO 3) Die Durchführung von Auslandsaufenthalten nach 2 Abs. 3 überwacht und fördert die zuständige Stelle in geeigneter Weise. Beträgt die Dauer eines Ausbildungsabschnitts im Ausland mehr als vier Wochen, ist hierfür ein mit der zuständigen Stelle abgestimmter Plan erforderlich. Seite 9 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

10 2. Gesetzlicher Rahmen - Fortbildung Fortbildung: 53 BBiG bzw. 42 HWO Anpassung an regionalen Bedarf: 54 BBiG bzw. 42a HwO Soweit Rechtsverordnungen nach 53 BBiG (bzw. 42 HwO) nicht erlassen sind kann die zuständige Stelle Fortbildungsprüfungsregelungen erlassen. Zusatzqualifikationen als Brücke zu Fortbildungsabschlüssen (Anrechnungspotential) Seite 10 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

11 2. Gesetzliche Regelungen -Prinzipien Ausbildungsordnungen legen Mindeststandards fest. Internationale Berufskompetenz als Querschnittsziel in Ausbildungsordnungen?! Ungeregelte Zusatzqualifikationen gehen über reguläre Ausbildungsinhalte der Ausbildungsordnung hinaus. Seite 11 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

12 3. Status Quo Sichtbarkeit Integration in Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne (?) Als Lernergebnis Als Baustein oder Wahlqualifikation oder Zusatzqualifikation International ausgerichtete Berufsbilder Branchenstandards Inhouse-Standards Etablierung von anerkannten Zertifikaten KMK-Zertifikat u.a. EUROPASS ungeregelte Vielzahl an Zusatzqualifikationen (Intransparenz) Seite 12 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

13 KMK-Fremdsprachenzertifikat (Seit 1998) Die Prüfung soll differenziert nach den Erfordernissen der verschiedenen Bereiche durchgeführt werden, wie zum Beispiel kaufmännisch-verwaltende Berufe gewerblich-technische Berufe gastgewerbliche Berufe sozialpflegerische, sozialpädagogische und Gesundheitsberufe Innerhalb der jeweiligen Bereiche können weitere berufsbezogene Konkretisierungen vorgenommen werden. Seite 13 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

14 4. Herausforderungen Differenzierung: Was ist jeweils gemeint/gewollt, wenn von internationalen Kompetenzen die Rede ist! (Bundesweit gültige) Empfehlungen zur Standardisierung? Anforderungen an Neuordnungen? Internationale Berufskompetenz als obligatorische Querschnittskompetenzen? Internationale ausgerichtete Wahlqualifikationen/Zusatzqualifikationen? Neue Berufe? Duale Studiengänge mit internationaler Ausrichtung? Mehr Doppelabschlüsse (grenzübergreifend, generell)? Seite 14 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

15 4. Herausforderungen - Umsetzung Ressourcenaufwand und Zeitlicher Verlauf von Neuordnungsverfahren Akzeptanz Neuer Berufe Geeignete pädagogisch-didaktische Konzepte erfahrungsorientierte interkulturelle Trainings Qualifiziertes Bildungspersonal in Betrieb und Berufsbildender Schule Zugang nicht nur für Leistungsstarke! Seite 15 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

16 Vielen Dank für Ihr Interesse! Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) Seite 16 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

17 Back up Seite 17 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

18 Aus: Niedersachsisches Kultusministerium: Internationalisierung als Strategie berufsbildender Schulen Handbuch, Quelle: Berichte zur beruflichen Internationalisierung der Berufsbildung Wordelmann, Peter. W.Bertelsmann Verlag, 2010 Seite 18 Susanne Kretschmer Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

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