How To Einbinden von Kartendiensten in eine Java Applikation mit Hilfe des JXMapKit

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1 How To Einbinden von Kartendiensten in eine Java Applikation mit Hilfe des JXMapKit Einleitung Zunächst sollte man sich mit dem SwingX-WS Projekt von SwingLabs 1 vertraut machen. Dieses bietet viele nützliche Klassen und Dienstprogramme für die Erstellung von web-orientierten Rich-Client-Anwendungen in Java. Einen guten Überblick über einige der Networking APIs findet man in dem java.net Artikel Web Swinging 2. SwingX-WS enthält darüber hinaus eine umfangreiche Map- Viewer Komponente den JXMapViewer und das JXMapKit. Der JXMapViewer basiert auf das Abrufen der einzelnen tiles (Kartenausschnitte) des gewünschten Kartendienstes und stellt viele Methoden, die für die Arbeit und den Umgang mit einer Karte sinnvoll sind, zur Verfügung. Zu nennen wäre z.b. das Nutzen von Geokoordinaten (Latitude, Longitude) in der Karte, Zoomfunktionen, Painter zum Setzen von Markern auf der Karte oder eben das Einbinden verschiedener Kartendienste. Das JXMapKit beinhaltet zusätzlich nützliche Features wie Zoomschaltflächen, Zoomschieberegler oder auch eine Minikarte, die rechts unten in der Ecke einen Überblick über die gesamte Karte bietet. Als DefaultProvider für Kartenmaterial sind bereits das Open Source Projekt OpenStreetMap und SwingLabsBlueMarble integriert, wobei die Bilder von SwingLabsBlueMarble nicht mehr zur Verfügung stehen. Im Folgenden wird nun das Einbinden eines Kartendienstes in eine Java Applikation erklärt. Vorbereitung Es werden noch die notwendigen (aktuellsten!) Libraries für das Arbeiten mit dem JXMapKit benötigt. Diese können von SwingLabs 3 heruntergeladen werden (z.b. swingx-ws-2009_06_14-src.zip ). Die dazugehörigen Javadoc Dokumente sind ebenfalls dort verfügbar. Wichtig ist hierbei, darauf zu achten, dass es sich um die SwingX-WS Komponente handelt und nicht lediglich um das SwingX Projekt! Es bietet sich an einen lib Ordner im workspace des Javaprojektes anzulegen und die Libraries swingx-bean.jar, swingx.jar, swingworker.jar und swingx-ws-0.1-b4.jar in diesen Ordner zu entpacken (Dateien hier stammen aus dem oben angegebenen zip-archiv). vgl. Abbildung

2 Abbildung 1: Entpacken der benötigten Libraries Dann müssen die Libraries nur noch in das Projekt eingebunden werden: dazu Rechtsklick auf das Projekt Build Path Configure Build Path Add JARs die vier JARs aus dem lib Ordner des Projektes markieren und zweimal auf OK klicken. Das ganze sollte dann so aussehen: Abbildung 2: Einbinden der JARs Erstellen der Klasse Beispiel OpenStreetMap: Das Einbinden von OpenStreetMap ist hier relativ trivial, denn, wie oben schon angesprochen, ist dieser Kartendienst ein DefaultProvider und damit leicht über die Methode setdefaultprovider() aufzurufen. Der dazugehörige Code ist der Abbildung 3 zu entnehmen.

3 Abbildung 3: Code für das Einbinden von OpenStreetMap Die Java Applikation dazu: Abbildung 4: Kartenmaterial von OpenStreetMap Jedoch stellt OpenStreetMap lediglich eine Landkarte und keine Satellitenansicht zur Verfügung. Ein einfacher Weg schnell und unkompliziert an Satellitenbilder zu kommen, ist die Nutzung sogenannter WMS (Web Map Service) Server. Den wohl bekanntesten, mit Satellitenbildern der ganzen Welt, stellt die NASA zur Verfügung. Die Funktion, solche WMS Server einzubinden, ist direkt im JXMapKit integriert und kann einfach durch Erstellen einer neuen TileFactory aufgerufen werden (siehe Abbildung 5).

4 WMSService wms = new WMSService(); wms.setlayer("bmng"); wms.setbaseurl("http://wms.jpl.nasa.gov/wms.cgi?"); TileFactory fact = new WMSTileFactory(wms); map.settilefactory(fact); Abbildung 5: Code für das Einbinden des WMS Servers der NASA Beim Heranzoomen dieser Karte zeigt sich aber schnell, dass dieser Kartendienst für Satellitenbilder ungeeignet ist, da die Qualität der Bilder speziell bei größeren Zoomstufen sehr zu wünschen übrig lässt. Auch hier kann die baseurl des WMS Servers verändert werden, um andere Dienste einzubinden (URL s dazu finden sich im Internet). Beispiel GoogleMaps: Die wichtigste Information, die für das Einbinden eines alternativen Kartendienstes benötigt wird, ist die URL zum Abgreifen der tiles (*.png). Diese kann z.b. im Firefox bei den Seiteninformationen unter dem Reiter Medien entnommen werden. Für die Landkartenansicht von Google sieht die URL für ein zufällig ausgewähltes tile wie folgt aus (derzeit! 4 ): Abbildung 6: Beispielkartenausschnitt von Googles Landkartenansicht Dabei wird der erste Teil der URL im Folgenden als baseurl bezeichnet. Die Parameter x, y und z sind von großer Bedeutung, denn diese werden zur Laufzeit dynamisch vom JXMapKit angepasst, so dass zu jedem tile die richtigen Nachbarn aufgerufen werden. Zum Einbinden dieser Landkartenansicht wird in der erstellten Klasse eine neue TileFactoryInfo erzeugt: 4 Stand: 09/2009 URL kann natürlich von Google verändert werden (insbesondere da v=w2.106 in der URL eine Art Versionskontrolle ist)

5 final int max = 17; //max zoom level TileFactoryInfo googlemaps = new TileFactoryInfo( 0, //min zoom level 15, //max allowed zoom level max, //max zoom level 256, //tile size (must be square!!) true, true, //x/y orientation is normal "http://mt" + (int) (Math.random() * )+".google.com/vt/v=w2.106&hl=de", //baseurl "x", "y", "z") { public String gettileurl(int x, int y, int zoom) { zoom = max zoom; return this.baseurl + "&x=" + x + "&y=" + y + "&z=" + zoom; } }; Abbildung 7: Code zum Erstellen einer neuen TileFactoryInfo In der baseurl wird dabei eine Zufallszahl (int-wert: 0 servernummer 3) hinter dem erzeugt, da die tiles dynamisch von vier verschiedenen Servern von Google geladen werden können (in Abbildung 6 wurde zufällig die 2 gewählt). Des Weiteren muss die Methode gettileurl(int x, int y, int zoom) überschrieben werden, da hier der Rest der URL für das Abgreifen der einzelnen tiles zusammengesetzt wird. Zu guter Letzt muss die neu erstellte TileFactory gesetzt werden: TileFactory tf = new DefaultTileFactory(googlemaps); map.settilefactory(tf); Abbildung 8: Code zum Setzen der neuen TileFactory Das Ergebnis sieht wie folgt aus: Abbildung 9: Kartenmaterial von GoogleMaps

6 Ein großer Vorteil ist nun, dass man die Satellitenansicht von Google genauso einbinden kann man muss lediglich die baseurl ändern: + (int) (Math.random() * )+.google.de/kh/v=45 5 Auch hier gibt es vier verschiedene Server (int-wert: 0 servernummer 3), die die tiles zur Laufzeit dynamisch bereitstellen. Die x, y und z - Werte werden wie in der Landkartenansicht in der gettileurl(int x, int y, int zoom) generiert. Abbildung 10: Beispielkartenausschnitt von Googles Satellitenansicht In der Java Applikation erscheinen die Satellitenbilder dann mit der wie von Google gewohnten Detailgenauigkeit. Abbildung 11: Satellitenansicht von GoogleMaps 5 hier sollte ebenfalls der Teil v=45 auf Aktualität überprüft werden (Version)

7 Zusammenfassung Insgesamt bietet das JXMapKit umfangreiche und viele nützliche Funktionen, um Kartendienste relativ leicht in eine Java Applikation einzubinden, zu verwenden und damit zu arbeiten. Mit diesem sehr schönen Vergleich 6 kann sich jeder sein eigenes Bild von der Qualität (Landkartenansicht) der beiden Kartendienste OpenStreetMap und GoogleMaps machen. Die Satellitenbilder von Google sind fast unschlagbar, jedoch ist es leider aus bisher unerklärlichen Gründen so, dass der Rechner bzw. die IP des Rechners nach einer bestimmten Anzahl geladener tiles für eine gewisse Zeit geblockt wird. Rechtlich ist die Einbindung unbedenklich, solange die Programme nicht kommerziell genutzt werden. 6

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