Erfahrungs- und Lernprozesse Jugendlicher im Umgang mit Geld und Kredit. Agenda

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1 Erfahrungs- und Lernprozesse Jugendlicher im Umgang mit Geld und Kredit 26. Februar 2015 Prof. Dr. Jürgen Lackmann PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 1 Agenda Stellenwert Finanzkompetenz Jugend und Finanzkompetenz Jugend und ökonomisches Handeln Jugend und ökonomische Bildung PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 2 1

2 Finanzielle Allgemeinbildung? html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 (Download ) PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 3 Nainas berühmter Tweed Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen. Contra: Überfrachtet die Schule nicht Pro: Mehr Wirtschaft in die Schule PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 4 2

3 Stellenwert Finanzkompetenz Jugend und Finanzkompetenz Jugend und ökonomisches Handeln Jugend und ökonomische Bildung PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 5 Inwieweit trifft die Aussage Das Thema Geld und Finanzen ist mir einfach zu kompliziert für Sie persönlich zu? Hinweis: Deutschland; Juni 2013 bis Juli 2013; ab 18 Jahre; Befragte Quelle: Spiegel; Manager Magazin PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 6 3

4 Viele junge Menschen sehen bei sich selbst Defizite und Wissenslücken Zustimmung, in Prozent der Altersgruppe Quelle: GfK 2013 (schufa-kredit-kompass) PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 7 Index: Wirtschaftswissen Jugendlicher Quelle: Bankenverband 2012 Bei fast jedem zweiten Jugendlichern gibt es größere Defizite im Verständnis von Wirtschaft und Wissen über Wirtschaftsthemen PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 8 4

5 Regelmäßige Finanzplanung Ein Drittel der Befragten kümmert sich regelmäßig um die eigenen finanziellen Angelegenheiten (Quelle: Bankenverband 2012) PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 9 Sparverhalten: Sparneigung und -betrag Rund die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen spart regelmäßig, überwiegend jedoch Beträge unter 100 (Bankenverband 2012) PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 10 5

6 Sparmotive (Quelle: Bankenverband 2012) Mit zunehmendem Alter gewinnen Rücklagen für Notfälle, der Vermögensaufbau und die Altersvorsorge an Bedeutung. PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 11 Verschuldung: Verbreitung und Anlässe Jeder Fünfte hatte schon einmal Schulden. Ursachen dafür waren am häufigsten der Kauf technischer Geräte oder eines Autos. Quelle: Bankenverband 2012 PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 12 6

7 Verschuldung: Ausmaß von Überschuldung Nur wenige Befragte hatten schon einmal mehr Schulden gemacht, als sie zurückzahlen konnten. PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 13 Verschuldung: Ausmaß von Überschuldung Tendenziell hat die Überschuldung in beiden Altersgruppen über die Jahre hinweg abgenommen. PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 14 7

8 Stellenwert Finanzkompetenz Jugend und Finanzkompetenz Jugend und ökonomisches Handeln Jugend und ökonomische Bildung PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 15 Geschäftsfähigkeit gilt mit der Volljährigkeit Geschäftsunfähig sind Kinder unter 7 Jahren (sowie geistig Behinderte) ( 104 BGB) Beschränkt geschäftsfähig sind Personen zwischen 7 und 18 Jahren ( BGB) Taschengeld- PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 16 8

9 Wofür gibst Du am häufigsten Geld aus? Jugendliche (13-20) Hinweis: Deutschland; Jahre; Befragte, 2009 Quelle: Youngcom; PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 17 Inwieweit trifft die Aussage Heutzutage blicken selbst die Fachleute beim Thema Geld und Finanzen nicht mehr durch Ihrer Meinung nach zu? Hinweis: Deutschland; Juni 2013 bis Juli 2013; ab 18 Jahre; Befragte Quelle: Spiegel; Manager Magazin PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 18 9

10 Stellenwert Finanzkompetenz Jugend und Finanzkompetenz Jugend und ökonomisches Handeln Jugend und ökonomische Bildung PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 19 Von welchen der folgenden Quellen erwarten Sie hauptsächlich Informationen über Geld- und Finanzangelegenheiten? Schule? Hinweis: Deutschland; Jahre; 753 Befragte Informationsquellen für Geld/Finanzangelegenheiten der Jährigen Quelle: Bundesverband deutscher Banken 2012 PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 20 10

11 Wirtschaft in der Schule: Eigenes Fach n = 680, Angaben in % Quelle: Bankenverband/GfK 2012 PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 21 Wirtschaft in der Schule: Stellenwert n = 758, Angaben in % Quelle: Bankenverband/GfK 2012 PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 22 11

12 Gesichtspunkte finanzieller Allgemeinbildung (1) (1) (2) (2) Umgang mit Geld Umgang mit Lebensrisiken (3) (3) Vermögensaufbau und Altersvorsorge Private Haushalte Umgang mit mit Einnahmen, Ausgaben, Finanzierungsentscheidungen (4) (4) Umgang mit Darlehen/Krediten Quelle: vereinfacht nach Kaminski u.a. 2008, S. 36 PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 23 Didaktikbegriff Didaktik Welt funktionale Vermittlung intentionale Vermittlung Mensch Lebenspraxis Bewährung geistige Ordnung der Welt Auswahlfrage Lehrinhalte Aufgabe der Verfahrenswahl Methodik Lernprozess Qualifikation PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 24 12

13 Was sollen Paul und Paula lernen wenn ein Handeln in der Welt der Wirtschaft seriöse fachliche Qualifikationen, hohe ökonomische Attitüden und eine ausgeprägte Wirtschaftsethik erfordert? Dann benötigen Paul und Paula Kompetenzen, um Handlungssituationen ökonomisch zu analysieren; Entscheidungen ökonomisch zu begründen; ökonomische Systemzusammenhänge zu erläutern; Rahmenbedingungen der Wirtschaft zu verstehen und zu gestalten; Konflikte perspektivisch und ethisch zu beurteilen (Bezug: Standards der DeGöB). PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 25 Literatur Bankenverband (2012): Jugendstudie 2012, Wirtschaftsverständnis und Finanzkultur, Nürnberg Dorner, R. & Jürgen Lackmann (2007): Mäuse, Moos und mehr. Ökonomische Grundbildung für Jugendliche, Stuttgart Estess, Patricia/I. Barocas (1996): Weil Geld nicht auf den Bäumen wächst. Kinder lernen den richtigen Umgang mit Geld, Frankfurt FAZ-Institut/Sparkassen-Finanzgruppe (2010): Finanzkompetenz, Frankfurt und Berlin Feil, Christine (2003): Kinder, Geld und Konsum. Die Kommerzialisierung der Kindheit, Weinheim und München Feld, Jens (1997): Schulden machen doch alle. Eine Analyse der Bedeutung der theologischen Topoi von Freiheit und Versuchung für die Motivation verschuldeter Schülerinnen und Schüler, basierend auf einer empirischen Unersuchung mit soziologischen, ökonomischen und juristischen Aspekten, Frankfurt Feldmann, K. (1987): Die Entwicklung des ökonomischen Bewußtseins von Kindern und Jugendlichen, Hannover Fries, Karin R./P.H. Göbel & E. Lange (2007): Teure Jugend: Wie Teenager kompetent mit Geld umgehen, Opladen Hurrelmann, K. u.a. (2010): Jugend, Vorsorge und Finanzen. Herausforderung oder Überforderung? Frankfurt Kaminski, H. u.a. (2008): Konzeption für die ökonomische Bildung als Allgemeinbildung von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II, Berlin (Bankenverband) Klein, J. & Iris Meißner (1999): Wirtschaft im Kopf. Begriffskompetenz und Einstellungen junger Erwachsener bei Wirtschaftsthemen im Medienkontext, Frankfurt Lackmann, J. (2010): Finanzielle Allgemeinbildung Jugendlicher. Empirische Befunde und didaktische Folgerungen, Weingarten (Wirtschaft: anders denken, anders lehren, anders lernen, Band 16) Lackmann, J. (2011): Konstruktivistische Wirtschaftsdidaktik. Bildungstheoretische Begründung und Überlegungen zur Gestaltung von Lernarrangements ökonomischer Bildung, Weingarten (Wirtschaft: anders denken, anders lehren, anders lernen, Band 17) OECD (2014): PISA 2012 Results: Students and Money For The 21st. Century, Volume VI, Paris Reifner, U. (2003): Finanzielle Allgemeinbildung. Bildung als Mittel der Armutsprävention in der Kreditgesellschaft, Baden-Baden Retzmann, T. u.a. (2010): Ökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen. Bildungsstandards. Standards für die Lehrerbildung, o.o. (Gemeinschaftsausschuss der deutschen gewerblichen Wirtschaft) Rosendorfer, Tatjana (2000): Kinder und Geld. Gelderziehung in der Familie, Frankfurt PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 26 13

14 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. PH Weingarten, Prof. Dr. Jürgen Lackmann Folie 27 14

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