Immanuel-Kant-Gymnasium Münster-Hiltrup Schuljahr 2008/2009 GK Sozialwissenschaften (Frau Kowalski) Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung

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1 1 Immanuel-Kant-Gymnasium Münster-Hiltrup Schuljahr 2008/2009 GK Sozialwissenschaften (Frau Kowalski) Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung Eine Analyse Facharbeit von Max Siebenbrock Drensteinfurt März 2009

2 2 Inhaltsverzeichnis 1 Vorwort Die Finanzkrise als Ursache für das Konjunkturpaket Die genauen Absichten der Bundesregierung für das Konjunkturpaket II Aufzählung der Maßnahmen und Erklärung Wer profitiert vom Konjunkturpaket II Alleinerziehende Kassiererin Lediger Bauschlosser Vierköpfige Familie Automobilindustrie Kritische Stellungnahme zum Konjunkturpaket II Literaturverzeichnis Erklärung der Selbstanfertigung Anhang

3 3 1. Vorwort Auf den folgenden Seiten werde ich das Konjunkturpaket II analysieren, welches in der Nacht zum 13. Januar 2009 beschlossen worden ist. Ich habe gerade dieses Thema für meine Facharbeit gewählt, da es mich persönlich interessiert und ich selber, wie fast alle Deutschen, von diesem Konjunkturpaket betroffen bin, sei es auch nur aufgrund der Neuverschuldung in Höhe von 50 Milliarden Euro. Anhand dieser Facharbeit habe ich nun die Möglichkeit zu erfahren, welche Maßnahmen beschlossen wurden, um die Konjunktur anzukurbeln. Es scheint mir, als wird in diesen Tagen so viel wie noch nie über Politik gesprochen und genau das macht dieses Thema für mich so interessant. Der erste Punkt in meiner Facharbeit wird die Finanzkrise als Ursache für das Konjunkturpaket II sein. Allein dieser Punkt könnte schon eine ganze Facharbeit füllen, weshalb ich versuchen werde, die Finanzkrise möglichst kurz und kompakt zu erläutern, aber nicht auf alle Details eingehen kann. Weiter gehe ich dann auf die Ziele der Bundesregierung mit diesem Konjunkturpaket ein. Hierdurch soll deutlich werden, was die Bundesregierung mit diesem Konjunkturpaket bezwecken will. Im Weiteren werden dann die einzelnen Beschlüsse der Bundesregierung vorgestellt. Danach werde ich darauf eingehen, wer vom Konjunkturpaket letztendlich profitiert. Dies wird durch ausgewählte Personengruppen und Wirtschaftszweige geschehen. All diese Punkte führen dazu, dass ich im letzten Teil meiner Facharbeit eine kritische Stellungnahme verfassen werde, welche die getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung bewerten soll. Zu allen Aspekten fand ich aufgrund der Aktualität des Konjunkturpaketes nur im Internet Materialien, wo man sich der Seriosität der Quellen nicht unbedingt sicher sein kann, weshalb ich mich ausschließlich auf bekannte und seriöse Institutionen gestützt habe.

4 4 2. Die Finanzkrise als Ursache für das Konjunkturpaket Die Ursache der Finanzkrise ist schwierig und komplex. Es kommen sicherlich mehrere Faktoren zusammen. Jedoch beginnt alles mit der Immobilienkrise in den USA. Durch einen niedrigen Leitzins der amerikanischen Notenbank FED nach den Anschlägen der 11. Septembers 2001 und den vielen Geldern, die Investoren zur Verfügung hatten, gab es großen Investitionsbedarf, der gestillt werden musste. Da aber nun der Leitzins der US-Notenbank bei lediglich 1% lag, konnte man durch den Kauf von US- Staatsobligationen kaum mehr als 1% Rendite erzielen, was relativ gering ist. Außerdem ist die Zinstilgung für Eigenheimbesitzer in den USA meistens variabel, wodurch es am Anfang für die Schuldner kein großes Problem darstellte, die Raten zu bezahlen. Nun musste aber auch dieser Investitionsbedarf gestillt werden, weshalb die Investoren auf der Suche nach möglichst risikoarmen aber renditestarken Anlagemöglichkeiten waren. 1 Hier kommt der Immobilienmarkt der USA ins Spiel. Aufgrund dessen, dass der Immobilienmarkt ein großes Geschäft war, sahen die Banken die Möglichkeit, diese Eigenheimbesitzer mit den Investoren zusammenzubringen. Hierzu mussten kleinere Banken diese Hypotheken bündeln, welche diese Bündel an größere Banken verkauften, bis sie schließlich unter anderem bei einem Investor landeten. Am Anfang wurden diese Kredite auch nur an solche Kunden vergeben, welche auf ihre Kreditwürdigkeit überprüft wurden. Die waren die Investoren begeistert von dieser neuen Anlagemöglichkeit und waren bereit, immer mehr Hypotheken aufzukaufen. Da aber die so genannten Prime-Mortgages, welche die sicheren Hypotheken darstellen, langsam nicht mehr realisierbar waren, wurden die Richtlinien zur Kreditvergabe herunter gesetzt. Es entstanden so genannte Sub-Prime-Mortgages, weshalb man auch von der Subprime-Krise spricht. Die Richtlinien wurden so weit herunter gesetzt, dass das so genannte NINA-Darlehen entstand. NINA steht für No Income, No Asset. Übersetzt heißt dies, dass kein Vermögen und kein Einkommen überprüft wurde und nahezu jeder einen Kredit bekam. Dadurch, dass durch diese Art der Kreditvergabe ein regelrechter Häuserboom entstand, konnte man, falls man mit den Zahlungen in Rückstand war, eine neue Hypothek auf das Haus aufnehmen. Für die Banken und Investoren bestand also keinerlei Risiko, solange 1 Vgl. ( a)

5 5 die Preisentwicklung der Häuser positiv war. 2 Dies und die Tatsache, dass sich die Mathematiker der Ratingagenturen (welche das Risiko einer Investition einstufen) auf historische Daten beriefen, obwohl eine völlig neue Situation entstanden war, führte dazu, dass diese Investitionen als äußerst sicher eingestuft wurden. Außerdem nahmen viele Amerikaner Hypotheken auf, um ihren Konsumbedarf zu stillen. All dies ging so lange gut, bis der variable Zinssatz stieg und somit viele Eigenheimbesitzer ihre Raten nicht mehr zahlen konnten. Dies führte dazu, dass sich die Preisentwicklung der Häuser nun negativ entwickelte. Hierdurch konnten somit auch die Schuldner keine neuen Hypotheken auf das Haus aufnehmen und ein Teufelskreis entstand. Durch immer mehr Zwangsversteigerungen verloren die Immobilien immens an Wert und die Banken konnten auch durch Zwangsversteigerungen ihren Ausfallverlust nicht mehr ausgleichen. Durch diese Subprime-Krise entstand dann die globale Finanzkrise. Denn die Investoren zogen mehr und mehr Geld ab und wollten keinerlei Risiko mehr eingehen. Auch die Banken vertrauten einander nicht und keiner wollte dem anderen Geld leihen, denn es könnte ja sein, dass die eine Bank durch hohe Verluste am nächsten Tag pleite gehen könnte, wie dies z.b. bei Lehman Brothers geschah. Im August 2008 spitzte sich also die Lage zu und die Banken saßen auf einer Menge fauler Kredite, doch keiner wusste genau, wie viel Verluste durch die Subprime-Krise gemacht worden waren und deshalb sahen sich die Regierungen gezwungen einzuschreiten. 3 Das fehlende Vertrauen der Banken untereinander und das der Investoren führt dazu, dass kaum investiert wird. Außerdem bekommen auch Firmen Probleme, welche vorher relativ solide gearbeitet haben, da besonders bei großen Firmen ausstehende Rechnungen nicht sofort bezahlt werden. Deshalb hatten sie bisher immer Kredite aufgenommen um sich kurzfristig liquide Mittel zu beschaffen. Da aber die Banken vorsichtiger und ängstlicher geworden sind, ist es für die Firmen schwieriger, Kredite zu bekommen. Dies wird natürlich noch schlimmer, wenn die Firma sowieso schon finanziell nicht gut dastand. 4 Hier will die Bundesregierung eingreifen und das fehlende Vertrauen unter den Banken wieder herstellen und außerdem die Konjunktur ankurbeln, damit die Wirtschaft möglichst nicht rezessiert. 2 Vgl. ( ) 3 Vgl. ( )

6 6 3. Die genauen Absichten der Bundesregierung für das Konjunkturpaket II: Das Ziel des in der Nacht zum 13. Januar 2009 beschlossenen Konjunkturpaketes II der Bundesregierung ist es, Deutschland aus der Wirtschafts- und Finanzkrise zu führen. Aufgrund dessen umfasst das Konjunkturpaket II insgesamt ein Volumen von 50 Mrd.. Durch Konjunkturimpulse sollen die Folgen der Krise abgemildert und der Weg in die Zukunft aufgezeigt werden. Durch die Finanzkrise, der Rezession und der strukturellen Krise der Automobilindustrie entsteht für Deutschland außerdem die Chance stärker aus der Krise herauszukommen, als es hineingegangen sei. Deswegen sollen vor allem viele Zukunftsinvestitionen getätigt werden, die auch den nachfolgenden Generationen nützen. Dies geschieht vor allem durch Bildungsinvestitionen, welche Deutschland und seine Bevölkerung in der Zukunft wettbewerbsfähiger machen sollen. Deutschland sei auf dem Weg in eine Bildungsrepublik. Die Profiteure des Maßnahmenpakets sind alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen Aufzählung der Maßnahmen und Erklärung: Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung einigte sich auf folgende Details: Beschluss 1: Zukunftsinvestitionen der öffentlichen Hand Hierfür werden 14 Mrd. zur Verfügung gestellt, wovon 4 Mrd. für zusätzliche Bundesinvestitionen und 10 Mrd. für zusätzliche Investitionen der Kommunen und Länder bereit gestellt werden. Außerdem übernehmen die Länder einen Kofinanzierungsanteil von 25%, was heißt, dass sie zusätzlich 3 1/3 Mrd. bereitstellen werden. Insgesamt haben die Investitionen also ein Volumen von 17.3 Mrd.., wovon erwartet wird, dass mindestens die Hälfte dieser Mittel in 2009 wirksam werden. Diese Investitionen entfallen hauptsächlich auf die Investitionsschwerpunkte: Bildung und Infrastruktur. 4 Vgl. ( b) 5 Vgl. ( )

7 7 Durch den Investitionsschwerpunkt Bildung werden insbesondere Kindergärten, Schulen und Hochschulen begünstigt. Sie alle sollen vor allem energetisch saniert werden. D.h., dass durch diese Investitionen auch der Klimaschutz und die Energieeffizienz verbessert werden soll. Außerdem will der Bund durch den Investitionsschwerpunkt Bildung die Forschung fördern. Durch den Investitionsschwerpunkt Infrastruktur sind vor allem die kommunale Infrastruktur, die Bundesverkehrswege sowie Bauten des Bundes begünstigt. In der kommunalen Infrastruktur soll vor allem in Krankenhäuser, Städtebau und in die Lärmsanierung an kommunalen Straßen investiert werden. 6 Beschluss 2: Beschleunigung von Investitionen durch Vereinfachung des Vergaberechts Da die Investitionen möglichst schnell die Konjunktur stärken sollen, wurde beschlossen, dass in den kommenden 2 Jahren die Vergabefristen für Bau-, Dienst- und Lieferleistungen gekürzt werden und außerdem die Vergabestellen beschränkte Ausschreibungen oder Freihändige Vergaben leichter durchführen können. 7 Beschluss 3: Kredit- und Bürgschaftsprogramm Durch die KfW entsteht ein Sonderprogramm mit einem Bürgschaftsvolumen von 100 Mrd.. Hiervon profitieren vor allem mittelständische und größere Unternehmen, welche durch dieses Sonderprogramm besser an Kredite gelangen sollen. Außerdem soll die Finanzierungssituation vor allem bei Kreditversicherern, Leasinggesellschaften und Factoring-Gesellschaften verbessert werden. 8 Beschluss 4: Ausweitung der bundesgedeckten Exportfinanzierung Die Erweiterung der Möglichkeiten zur bundesgedeckten Exportfinanzierung sollen geprüft werden. 9 Beschluss 5: Innovationsförderung des Bundes (ZIM) Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), welches Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des Mittelstandes fördert, soll aufgestockt werden. Durch den gewachsenen Finanzierungsbedarf des Mittelstandes werden in ganz 6 Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S. 5 8 Vgl. ( ), S. 6 9 Vgl. ( ), S. 7

8 8 Deutschland für Unternehmen mit bis zu 1000 Beschäftigten (vorher 250 Beschäftigte) höhere Fördersätze bereitgestellt. 10 Beschluss 6: Breitbandstrategie der Bundesregierung Der Breitbandausbau (z.b. DSL) soll massiv vorangetrieben werden. Bis Ende 2010 sollen alle bisher nicht versorgten Gebiete mit Breitbandanschlüssen versorgt sein und bis spätestens 2014 sollen für 75% der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen, bis 2018 für alle Haushalte. 11 Beschluss 7: Stärkung PKW-Nachfrage Private Fahrzeughalter können eine Umweltprämie in Höhe von beantragen, wenn sie ein mindestens 9 Jahre altes Altfahrzeug, das für mindestens 1 Jahr auf den Halter zugelassen war, verschrotten und zugleich einen Neu- oder Jahreswagen ab Abgasnorm Euro 4 erwerben. Diese Umweltprämie, oder auch Abwrackprämie genannt, wird bis zum gewährt, jedoch nur bis zu einem Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Mrd. Euro. Das heißt, dass ab einer Zahl von gewährten Anträgen das Fondsvermögen aufgebraucht ist und keine weiteren Anträge mehr genehmigt werden können. 12 Beschluss 8: Neuregelung Kfz-Steuer Zur Abmilderung der Kaufzurückhaltung soll die im November 2008 eingeführte, befristete Kfz-Steuerbefreiung neu geregelt und in eine emissionsbezogene Kfz-Steuer umgestellt werden. Neu geregelt werden auch die Einnahmen hieraus. So erhält der Bund in Zukunft die Ertragskompetenz und die Länder als Ausgleich hierfür einen Festbetrag. 13 Beschluss 9: Förderung anwendungsorientierter Forschung im Bereich Mobilität 2009 und 2010 werden zusätzlich 500 Mio. über Förderprogramme bzw. KfW-Kredite eingesetzt. Diese Gelder können z.b. für Hybridantrieb, Brennstoffzell- oder Speichertechnologien verwendet werden Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S. 12

9 9 Beschluss 10: Beschäftigungssicherung Dieser Beschluss verdeutlicht den Vorrang von Kurzarbeit vor Entlassungen. So werden die Sozialversicherungsbeiträge der Kurzarbeiter 2009 und 2010 zur Hälfte durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen. Diese können im Idealfall sogar voll übernommen werden. Außerdem wird die Antragsstellung und das Verfahren vereinfacht und der gesetzliche Beitragssatz zur Arbeitsförderung stabilisiert. Ein weiteres Ziel ist es, durch Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in Höhe von 2,3 Mrd., Arbeitssuchenden bessere Qualifizierungen zu ermöglichen. Zudem erhalten die Arbeitsagenturen und Argen 5000 zusätzliche Stellen für die Vermittlung und Betreuung Arbeitssuchender. 15 Beschluss 11: Senkung der Einkommenssteuer Durch die Anhebung des Grundfreibetrags (auf bis zu in 2010) und der Senkung des Eingangssteuersatzes entsteht eine Entlastung der Bürger in Höhe von 8.95 Mrd.. 16 Beschluss 12: Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung Im Jahre 2009 wird der Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung um 3 Mrd. und im Jahr 2010 um 6 Mrd. erhöht. Dementsprechend werden die paritätisch finanzierten Beitragssätze um 0,6 Prozent gesenkt. 17 Beschluss 13: Familien/kinderbezogene Leistungen An alle Kindergeldbezieher wird eine Einmalzahlung von 100 ausgezahlt. Diese wird nicht mit den Bedarfssätzen von Sozialleistungsempfängern verrechnet. 18 Beschluss 14: Beschluss zur Einführung einer neuen Schuldenbegrenzungsregel Das langfristige Ziel der Bundesregierung ist eine solide und tragfähige Finanzpolitik. Deshalb soll trotz der durch die Wirtschaftskrise notwendigen vorübergehenden Staatsverschuldung, eine Begrenzung der Nettokreditaufnahme vereinbart werden die spätestens 2015 im Grundgesetz verankert werden soll Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S Vgl. ( ), S. 18

10 10 5. Wer profitiert vom Konjunkturpaket II? Wie stark jeder einzelne von den Maßnahmen des Konjunkturpaketes II entlastet wird, hängt von den Lebensumständen ab. Im Folgenden wird dies anhand von ausgewählten Personengruppen und Wirtschaftszweigen erläutert. Allerdings nur für das Jahr Alleinerziehende Kassiererin Eine alleinerziehende Kassiererin eines 5-jährigen Sohnes mit einem Jahresbruttogehalt von profitiert folgendermaßen vom Konjunkturpaket II: Vor dem Konjunkturpaket Nach dem Konjunkturpaket Steuern 3.061, ,80 Rentenversicherungsbeitrag 2.487, ,50 Krankenversicherungsbeitrag 2.049, ,50 Pflegeversicherungsbeitrag 243,75 243,75 Arbeitslosenversicherungsbeitrag 413,00 350,00 Insgesamt 8.255, ,55 Kinderbonus Kindergeld Damit liegt die Entlastung der alleinerziehenden Mutter bei ~ 418 für das Jahr Lediger Bauschlosser Ein lediger Bauschlosser mit einem Jahresbruttogehalt von ohne Kinder, profitiert folgendermaßen vom Konjunkturpaket II: Vor dem Konjunkturpaket Nach dem Konjunkturpaket Steuern 4.824, Rentenversicherungsbeitrag 2.985, ,00 Krankenversicherungsbeitrag 2.460, ,00 Pflegeversicherungsbeitrag 367,50 367,50 Arbeitslosenversicherungsbeitrag 495,00 420,00 Insgesamt , ,35 Damit liegt die Entlastung des ledigen Bauschlossers bei ~228 für das Jahr Vierköpfige Familie 20 Vgl. ( a), S Vgl. ( b), S Vgl. ( a), S Vgl. ( b), S. 3

11 11 Ein angestellter Ingenieur mit einem Jahresbruttogehalt von , einer Ehefrau und zwei schulpflichtigen Kindern profitiert folgendermaßen vom Konjunkturpaket II: Vor dem Konjunkturpaket Nach dem Konjunkturpaket Steuern 9.791, ,45 Rentenversicherungsbeitrag 5.970, ,00 Krankenversicherungsbeitrag 3.616, ,05 Pflegeversicherungsbeitrag 429,89 429,89 Arbeitslosenversicherungsbeitrag 990,00 840,00 Insgesamt , ,48 Kinderbonus Kindergeld Damit liegt die Entlastung der vierköpfigen Familie bei ~ 879 für das Jahr Automobilindustrie: Um zu untersuchen inwiefern sich die Umweltprämie positiv auf die Automobilindustrie ausgewirkt hat, vergleicht man am besten die Neuzulassungen der Personenkraftwagen im Februar 2009, mit denen des Februars Hierdurch kann man erkennen, dass der Absatz der Autohersteller um 21,5 Prozent gestiegen ist. Jedoch sind die stärksten Gewinner dieser auf die Umweltprämie zurückzuführenden positiven Entwicklung, ausländische Marken. So steigerten Hyundai und Suzuki ihren Absatz um mehr als 200 %. Auch Chevrolet, Daihatsu und Lada kamen über 100 %. Die deutschen Autobauer konnten von der Umweltprämie nicht so stark profitieren wie ihre ausländischen Konkurrenten. So brach der Absatz von BMW, Porsche und Mercedes um mindestens 25 % ein. Als grö0ter deutsche Profiteur der Umweltprämie zeigt sich Marktführer VW, der seinen Absatz um mehr als 20 % steigerte. Die Entwicklung von Audi und Opel war auch positiv, aber lediglich um ein paar Prozent. Insgesamt zeigt diese Entwicklung, dass besonders die deutschen Premiummarken weniger von der Krise profitierten als die Hersteller, welche vor allem Kleinwagen im Sortiment haben. Dies scheint auch nur logisch, denn bei einem günstigen Kleinwagen sind oftmals schon ein Viertel des Preises, wohingegen Porsche im Moment bei ~ liegt Vgl. ( a), S Vgl. ( a), S Vgl. ( ), S.2

12 6. Kritische Stellungnahme zum Konjunkturpaket II: 12 Das Ziel der Bundesregierung ist, wie in Kapitel 3 beschrieben, Deutschland für die Zukunft wettbewerbsfähiger zu machen. Deswegen sollte man das Konjunkturpaket auf diese Fragestellung hin untersuchen: Wird Deutschland durch dieses Konjunkturpaket wirklich wettbewerbsfähiger oder kostet das Konjunkturpaket letztendlich nur Geld, was die Regierung eigentlich gar nicht hat? Ein großer Schwerpunkt des Konjunkturpaketes liegt auf Investitionen. Vor allem in Bildung soll durch Sanierungen der Schulen, Kindergärten und Hochschulen investiert werden. Kein schlechter Ansatz, sollte man meinen, aber was nützt es, wenn die Schülerinnen und Schüler in gut ausgestatteten Klassenräumen sitzen, aber für Lehrpersonal kein weiteres Geld eingeplant ist? Die Klassen bestehen oft aus mehr als 30 Schülerinnen und Schülern; ist es da nicht wichtiger, zuerst die Klassen zu verkleinern, damit sich letztendlich ein besserer Lernerfolg bei den Schülern einstellt? Es scheint als sei dieser Punkt nicht gut genug durchdacht. In Beschluss 10 wird ja deutlich, dass die Bundesregierung erkannt hat, dass vor allem mehr Personal mindestens genauso wichtig ist wie Investitionen. Dort nämlich hat man festgestellt, dass zusätzliche Stellen dazu führen können, dass Arbeitssuchende besser vermittelt werden. Deutschland soll, wie in Kapitel 3, beschrieben eine Bildungsrepublik werden. Dies kann aber nicht durch Investitionen in Gebäude geschehen, selbst wenn auch diese wichtig sind. Dieser Ansatz wird meiner Meinung nach nicht konsequent genug fortgeführt. Grundsätzlich ist der Beschluss 1 meiner Meinung nach aber gut. Durch Investitionen in Bundesverkehrswege ist nicht nur der Bauindustrie geholfen. Langfristig hilft dieser Beschluss der gesamten Wirtschaft, denn der Transport von Gütern wird durch breitere Straßen oder ein besseres Schienennetz deutlich erleichtert, kurzfristig der Baubranche, welche vom Staat große Aufträge bekommt. Auch die Tatsache, dass Beschluss 2 vorsieht, dass das Ausschreibungsverfahren beschleunigt wird, klingt logisch, denn das Geld soll ja so schnell wie möglich helfen. Wie schnell neue Projekte denn dann umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten. Über Nacht werden sie aber höchstwahrscheinlich nicht verwirklicht werden können. Ein weiterer Eckpfeiler des Konjunkturpaketes sind Steuererleichterungen der Bürger. Diese Steuererleichterungen sollen der Wirtschaft insofern von Nutzen sein, als dass die Bürger mit diesem zusätzlichen Geld einkaufen und somit die Wirtschaft ankurbeln sollen. Inwiefern das durch diese Steuererleichterungen geschieht, bleibt auch hier abzuwarten. Ich persönlich denke aber, dass die Steuerzahler dieses Geld nicht unbedingt ausgeben

13 13 werden, sondern auch vieles auf das Sparkonto fließen wird, um einen Notgroschen für schlechte Zeiten zu haben. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn besonders die Unterschicht deutlich mehr von den Maßnahmen profitieren würde. Denn vor allem Hartz IV Empfänger würden wahrscheinlich das meiste Geld direkt ausgeben, weil sie sich schon in den schlechten Zeiten befinden. Folglich würden sie die Konjunktur wahrscheinlich besser ankurbeln, als der Ingenieur, welcher sowieso schon viel verdient und das zusätzliche Geld lieber zur Seite legt. Ein weiterer sehr populärer Punkt in dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung ist die Umweltprämie. Mittlerweile kennt fast jeder Bürger diesen Beschluss und hat sich bestimmt schon darüber Gedanken gemacht, ob er diese Maßnahme in Anspruch nimmt. Kapitel 5.2 zeigt, dass der Autoabsatz deutlich nach oben gegangen ist. Doch das Kapitel zeigt auch, dass vor allem die ausländischen Marken profitiert haben. Ziel der Bundesregierung ist es aber, der deutschen Automobilindustrie zu helfen. Dies geschieht jedoch durch das Konjunkturpaket einfach nicht. Die deutschen Hersteller haben aufgrund ihres Sortiments, welches meist nicht auf Kleinwagen ausgerichtet ist, keinen großen Nutzen von dieser Umweltprämie. Den Käufer eines Porsches oder eines BMW oder Mercedes, die ohnehin oft neuere Autos fahren, interessiert es doch meistens nicht, ob das Auto jetzt Euro günstiger ist oder nicht. Bei kleineren Modellen sind Euro aber eine Menge Geld, weshalb es abzusehen war, dass vor allem die ausländischen Marken von dieser Maßnahme profitieren werden. Außerdem ist da noch die Tatsache, dass es irrelevant ist, wie viel CO 2 ein Modell ausstößt. Hierdurch werden also Käufer belohnt, welche nicht die neueste Umwelttechnologie kaufen. Der Name Umweltprämie, scheint nicht mehr zu sein als das Schönreden einer Maßnahme. Der Kinderbonus in Höhe von 100 Euro wirkt wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch hier ist wieder die Idee gut, aber werden alle Eltern dieses Geld sofort ausgeben? Alles in allem fehlt an diesem Konjunkturpaket meiner Meinung nach einfach der Biss. Viele Maßnahmen machen durchaus Sinn, aber werden nicht konsequent genug fortgeführt. Es scheint so, als wäre das vorrangige Ziel der Bundesregierung nicht, Deutschland aus der Krise zu führen und für die Zukunft wettbewerbsfähiger zu machen, sondern eher möglichst gut ins Wahljahr zu kommen. Es wird sehr viel Geld ausgegeben, welches Deutschland zukünftig helfen soll, aber ob dieses Geld, das komplett aus Neuverschuldungen stammt, Deutschland und seiner Bevölkerung in Zukunft wirklich helfen oder eher zur Last wird, bleibt abzuwarten.

14 14 Literaturverzeichnis Internetquellen: ( a) Das Bundesfinanzministerium: Entlastungsbeispiel 2. und Buer ger/gesellschaft und Zukunft/themenschwerpunkt konjunkturpakete/074b Entlastungsbeispiel2,templateId=raw,property=publicationFile.pdf ( b) Das Bundesfinanzministerium: Entlastungsbeispiel. und Buerger/Ges ellschaft und Zukunft/themenschwerpunkt konjunkturpakete/074a Entlastungsbeis piel,templateid=raw,property=publicationfile.pdf ( ) Die Bundesregierung: Die Krise meistern. Anlagen/ flyer-krisemeistern,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/ flyer-krisemeistern ( ) Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Beschlüsse des Koalitionsausschusses zum Konjunkturpaket II schuss.pdf ( a). Alex Blumberg, Adam Davidson und Ira Glass: Die Finanzkrise: Teil 1 - Der globale Geldtopf. ( b). Alex Blumberg, Adam Davidson und Ira Glass: Die Finanzkrise: Teil 2 Das Wall-Street-Massaker ( ). Andrea Krüger: Hintergrund: Fragen und Antworten zur Immobilienkrise ( ) Alexander Endres: Finanzkrise: Wo ist das ganze Geld geblieben?

15 15 Erklärung der Selbstanfertigung: Ich versichere hiermit, dass ich diese Arbeit selbstständig angefertigt und keine anderen als die von mir angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe. Die den benutzten Werken wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen sind als solche gekennzeichnet. Ort, Datum, Unterschrift

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