Die Entwicklung der DKM

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1 Bericht über das Geschäftsjahr 2013

2 Die Entwicklung der DKM Mio. EUR Betreutes Kunden- Kredite* Bilanz- Eigenmittel Kunden- einlagen summe* volumen*º (inkl. Depot)* * Betragsangaben in Mio. EUR, gerundet º Kredite, Kundeneinlagen und Depot

3 Inhaltsverzeichnis Aufsichtsrat 4 Vorstand und Bereichsleiter der DKM 6 Vorwort des Vorstands 8 Warum sind wir bei der DKM? Ein Interview mit Kunden und Mitarbeitern 12 Keine Angst vor Aktien 20 Kirchliche Einrichtungen: Gruppe Vermögensmanagement 23 Chronik DKM-Spendenportal 32 DKM-Personalia 34 Frage an das Grundgesetz: Nun sag, wie hast du s mit der Religion? von Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio 38 Stiftung DKM Darlehnskasse Münster 40 Entwicklung unserer Bank 43 Ertragslage 50 Risikobericht 52 Bericht des Aufsichtsrates 53 Jahresabschluss

4 4 Aufsichtsrat Norbert Kleyboldt Generalvikar des Bistums Münster, Vorsitzender Joachim Schnieders Finanzdirektor des Bistums Osnabrück, stellv. Vorsitzender August Dasenbrock Finanzdirektor des Bischöflich Münsterschen Offizialates in Vechta Michael Focke Finanzdirektor des Erzbistums Hamburg Heinz Gewering Verwaltungsleiter der Zentral ren dan tur im Dekanat Ahaus/Vreden Dr. Klaus Goedereis Vorsitzender des Vorstands der St. Franziskus- Stiftung Münster Schwester Aloisia Höing Generaloberin der Ordens ge mein schaft der Schwestern der hl. Maria Mag da lena Postel (bis zum 11. Juni 2013)

5 5 Ulrich Hörsting Leiter der Hauptabteilung Verwaltung des Bischöf lichen Generalvikariates Münster Heinz-Josef Kessmann Diözesancaritasdirektor von Münster Bruder Stephan Veith OSB Prior des Klosters St. Benedikt in Damme Josef Leenders Kreisdechant, Propst der Kath. Propsteigemeinde St. Remigius, Borken Dr. Claudia Leimkühler Vorstandsmitglied der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Ver bandes der Diözesen Deutschlands Helmut Müller Finanzdirektor des Bistums Hildesheim Benno Wagner stellv. Geschäftsführer des Verbandes der Diözesen Deutschlands

6 6 Vorstand Christoph Bickmann Bankdirektor, Vorsitzender Gerrit Abelmann Bankdirektor Christoph Rocksloh Bankdirektor Bereichsleiter der DKM Kirchliche Einrichtungen Joachim Reimann Prokurist Privatkunden Klaus-Peter Wobbe Prokurist (bis zum 15. Februar 2013) Privatkunden Hans-Willi Wiedenau (ab dem 15. Februar 2013)

7 7 Personal, IT und Organisation Bernhard Huesmann Prokurist Marktfolge Aktiv Markus Altefrohne Prokurist Zahlungssysteme Claudia Hufe Unternehmenssteuerung Johannes Blakert Prokurist Treasury Dr. Lars Kleffmann Interne Revision Jürgen Welling Marketing Ludger Woltering

8 8 Vorwort des Vorstands das Jahr 2013 war für die DKM Darlehnskasse Münster erneut durch anspruchsvolle Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Zunehmend umfangreichere rechtliche Vorgaben der deutschen und europäischen Bankenaufsicht, zwei weitere Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank sowie ein deutlich verschärfter Wettbewerb der deutschen Kreditwirtschaft um unsere Kundengruppen aus Kirche und Caritas sowie Privatpersonen sind hierfür nur einige Beispiele. Wir haben, wie schon in der Vergangenheit, diese Herausforderungen angenommen und sehr gut gemeistert. Ausdruck dessen ist die Stabilität des Kundengeschäftes, das solide Jahresergebnis sowie die robuste Eigenkapitalausstattung. Diese erfreuliche Entwicklung wird im Wesentlichen durch das bewährte und von Solidität getragene kundenorientierte Geschäftsmodell bestimmt, in dem sich die Beratung ausschließlich am Kundennutzen orientiert. In Abgrenzung zu anderen Banken und Sparkassen erhalten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Vorstand weder Volumens- noch Ertragsvorgaben. Anreizsysteme in Form variabler Vergütungs bestandteile kommen weder bei den Mitarbeitern noch beim Vorstand zum Einsatz. Die Bilanzsumme erreichte mit 4,27 Mrd. EUR einen neuen Rekordwert und erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 122 Mio. EUR oder 2,9 %. Das betreute Kundenvolumen konnte im Vergleich zum Vorjahr um weitere 30 Mio. EUR auf 6,12 Mrd. EUR gesteigert werden und erzielte damit ebenfalls einen neuen Höchststand in der Geschichte der Bank. Dabei entwickelten sich das Kreditgeschäft mit Kunden und der Bestand der für Kunden verwalteten Wertpapiere besonders erfreulich. Das Einlagengeschäft blieb leicht hinter dem Vorjahreswert zurück. Nach dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vor stands und nach Genehmigung durch die Generalversammlung werden sich die Eigenmittel um 13,7 Mio. EUR oder 5,6 % auf 259,9 Mio. EUR erhöhen. Der ausgewiesene Bilanzgewinn liegt bei 2,5 Mio. EUR. Die Eigenkapitalausstattung ist ein Indikator für die hohe finanzielle Stabilität der DKM und bildet zugleich die Grundlage für ausreichende Wachstumsmöglichkeiten im Kundengeschäft.

9 Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen traditionell unsere Mitglieder und Kunden, mit denen wir einen intensiven Dialog pflegen und unseren Förderauftrag leben. Zur Überprüfung unserer Kundenorientierung führte das Malik Managementzentrum St. Gallen bei ausgewählten Privatkunden und Entscheidungsträgern kirchlicher Einrichtungen Interviews durch. Dabei lobten die Befragten die hohe Beratungsqualität der Mitarbeiter und hoben das bei der DKM bestehende Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu Wettbewerbern besonders hervor. Daneben erhielten wir aber auch wertvolle Hinweise und Anregungen, die wir prüften und umsetzten. Beispielsweise wurde das Vermögensmanagement personell verstärkt, weil die Kunden weitere Beratungsleistungen wünschten. Im Privatkundenbereich wird die Altersvorsorgeberatung zukünftig verstärkt angeboten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr führten die Kundenberaterinnen und Kundenberater wiederum viele Beratungsgespräche. Aber auch Fachvorträge zur SEPA-Einführung, Altenhilfekonferenzen, Stiftungstage und ein Kapitalmarktforum stießen bei den Kunden auf großes Interesse. Bei den Kundengesprächen standen vor allem Anlagestrategien im Niedrigzinsumfeld und der Wunsch nach realem Kapitalerhalt im Vordergrund. Auch unsere Baufinanzierungsexperten waren gesuchte Gesprächspartner bei der Privatkundschaft, die das niedrige Zinsniveau für den Erwerb oder die Modernisierung einer Immobilie nutzen wollte. Die zum 1. Februar 2014 anstehende Umstellung der institutionellen Kunden auf das einheitliche Zahlungsverkehrsformat SEPA forderte unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Zahlungssysteme im gesamten Jahr 2013 ganz besonders. In 18 Veranstaltungen wurden bundesweit über 900 Teilnehmer aus Kirche und Caritas geschult und informiert. Daneben wurden Zahlungsverkehrsprojekte bei Kunden vor Ort mitbegleitet und telefonisch Hinweise gegeben. Die Kosten für diesen Service hat die DKM übernommen. Mit dem DKM-Spendenportal bieten wir seit Herbst 2013 spendensammelnden Institutionen eine im Auftrag der DKM entwickelte webbasierte EDV-Lösung an, die in den Internetauftritt der gemeinnützigen Organisation eingebunden werden kann. Die Anwendung ist für den potenziellen Spender sicher und leicht handhabbar. Für den Empfänger der Spende ist die Lösung kostengünstig und eine effiziente Alternative bei der Akquisition finanzieller Mittel.

10 10 Auch die Reihe der Tagungen und Konferenzen haben wir 2013 erfolgreich fortgesetzt. Den Schwerpunkt bildete dabei der Bereich der Altenhilfe. Aufgrund der Besonderheiten in den einzelnen Bundesländern führten wir für NRW eine Veranstaltung in Münster durch, der eine zweite für Niedersachsen in Osnabrück folgte. An beiden Veranstaltungen nahmen über 200 Führungskräfte aus der Altenpflege teil, die sich über aktuelle und strategische Themen informierten. Gemeinsam mit dem Bistum Münster, dem Diözesancaritasverband Münster und dem Offizialat Vechta richteten wir zwei Stiftungstage aus, bei denen katholische Stiftungen über ihre Arbeit berichteten und Stiftungsinteressierte sich in Vorträgen und bei Fachleuten über stiftungsrelevante Themen informieren konnten. Über die Veranstaltungen wurde auch in den Medien berichtet. Den Veranstaltungsreigen schlossen wir im Jahr 2013 mit dem Kapitalmarktforum ab, das zum 12. Mal stattfand. 130 Vertreter kirchlicher Einrichtungen informierten sich über die volkswirtschaftlichen Prognosen für 2014 und die damit verbundenen Handlungsempfehlungen für die Kapitalanlagen. Neben diesen DKM-Mehrwerten für die eigene Kundschaft haben wir mit vielen Geld- und Sachspenden kirchliche und gemeinnützige Organisationen im In- und Ausland mit über EUR unterstützt. Im Mittelpunkt standen dabei Geldspenden von über EUR an die Bistümer und Pfarreien für den Kauf des Orgelbuches im Rahmen der Einführung des neuen Gotteslob- Gesangbuches. Bei unseren Mitgliedern und Kunden bedanken wir uns für das in die DKM gesetzte Vertrauen und insbesondere dafür, dass sie uns als Bank im vergangenen Jahr wieder weiterempfohlen haben. Wir bedanken uns bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement und ihre Leistungsbereitschaft. In den Dank schließen wir unsere Verbund- und Kooperationspartner mit ein, mit denen wir Initiativen gestartet haben, um die Produktpalette für unsere Kunden zu verbessern.

11 11 Wir blicken wiederum auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, in dem die Risikotragfähigkeit der Bank über die verstärkte Eigenkapitalbasis ausgebaut wurde. Der Vorstand und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer DKM haben sich darauf eingestellt, dass sich die schwierigen Rahmenbedingungen für die Kreditwirtschaft in den kommenden Jahren fortsetzen werden. Die innerhalb der Europäischen Zentralbank geführte Diskussion um die Einführung eines negativen Einlagenzinses ist dafür beispielhaft. Parallel dazu steigen die Gefahren einer wieder aufkeimenden Staatsschuldenkrise sowie die Bildung sogenannter Vermögensblasen an den Immobilien- und Aktienmärkten. Im immer schärfer werdenden Wettbewerb um unsere Kunden wollen wir unsere derzeitige Position gezielt weiter ausbauen, sowie Kirche und Caritas eng verbunden bleiben. Auch im bereits angelaufenen Geschäftsjahr 2014 wird sich die DKM für die Interessen ihrer Mitglieder und Kunden, der Mitarbeiter und natürlich auch für die Gesellschaft einsetzen. Für das Geschäftsjahr 2014 sind wir insgesamt optimistisch gestimmt und erwarten einen Zinsüberschuss, der in etwa das Vorjahresniveau erreichen wird. Der Aufwand für das Bankgeschäft wird moderat steigen, sodass das Betriebsergebnis vor Bewertung geringfügig niedriger als im Jahr 2013 ausfallen wird. Christoph Bickmann Bankdirektor Gerrit Abelmann Bankdirektor Christoph Rocksloh Bankdirektor

12 12 Warum sind wir bei der DKM? Ein Interview mit Kunden und Mitarbeitern Wir wollten wissen, warum unsere Kunden und auch unsere Mitarbeiter sich für die DKM entschieden haben einmal als Hausbank, einmal als Arbeitgeber. Was ist das Entscheidende, das eine gute Bank und einen guten Arbeitgeber ausmacht? Das Interview führte für uns Ralf Thier-Hinse, Geschäftsführer des Dialogverlages, der u. a. die Kirchenzeitung im Bistum Münster Kirche&Leben herausgibt. Christa Sühling-Niesmann wohnt mit ihrer Familie in Albersloh bei Münster. Als examinierte Krankenschwester und Lehrerin für Pflegeberufe und Entbindungspflege ist sie seit 2010 im Herz-Jesu-Krankenhaus Münster- Hiltrup für die innerbetriebliche Fortbildung verantwortlich. Ralf Kaup wohnt in Würselen. Seit 2003 ist er Geschäftsführer der Aachener Caritasdienste ggmbh und seit 2013 zudem Mitglied des hauptamtlichen Vorstands im Caritasverband für die Regionen Aachen Stadt und Land. Zuvor war er u. a. Einrichtungsleiter des Altenheims St. Elisabeth in Aachen. Joachim Reimann ist seit 2006 Prokurist und Bereichsleiter für kirchliche Einrichtungen bei der DKM. Der Diplom-Bankbetriebswirt war zuvor in Führungspositionen mehrerer Genossenschaftsbanken tätig, zuletzt im Rheinland. Er ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Münster. Hans-Willi Wiedenau ist seit Anfang 2013 Leiter des Bereiches Privatkunden bei der DKM. Seit der Ausbildung zum Bankkaufmann ist er für Genossenschaftsbanken tätig, davon die letzten 20 Jahre in Führungsverantwortung. Der verheiratete Familienvater ist ein Rheinländer, der sich in Westfalen sehr wohl fühlt. Herr Kaup, Sie sind Geschäftsführer der Aachener Caritasdienste. Da stellt sich die Frage: Wie kommt ein Geschäftskunde aus dem Rheinland zu einer Bank nach Münster? Ralf Kaup: Die Frage stellen Sie zu Recht. Wir sind 2006 zu der DKM gekommen, weil wir eine Bank gesucht haben, die uns bei einem Bauprojekt begleitet. Wir haben in diesem Zusammenhang mehrere Banken angefragt, weil wir in diesem Projekt auch eine Begleitung gesucht haben. Dabei war die DKM schnell und verbindlich. So haben wir uns dann letztlich für die DKM entschieden. Das war der Startschuss der Zusammenarbeit mit der

13 13 Ralf Thier-Hinse, Ralf Kaup, Hans-Willi Wiedenau, Christa Sühling-Niesmann, Joachim Reimann (v.l.n.r.) DKM. Und diese Schnelligkeit und Verbindlichkeit ist bis heute geblieben. Dass dabei die Konditionen stimmen müssen, ist selbstverständlich. Sie haben neben den richtigen Finanzierungskonditionen auch eine Bank gesucht, die Sie in dem Projekt begleitet. Was verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter Begleitung? Ralf Kaup: Ich möchte es einmal so beschreiben: Wir haben ein Bauprojekt vor der Brust gehabt mit einem Volumen von 7 Mio. EUR. Für dieses Volumen haben wir nach einer Vollfinanzierung gesucht. Wir sind als Träger mit 500 Mitarbeitern und 20 Mio. EUR Umsatz relativ kompakt aufgestellt, aber damit kein so riesiger Träger. Unter diesen Voraussetzungen eine Bank zu finden, die mit uns eine Vollfinanzierung durchführt, ist nicht selbstverständlich. Hinzu kommt, dass ich mich von Beginn an durch den Mitarbeiter der DKM, Herrn Holger Stratmann, bei dem Projekt gut beraten fühlte, weil es nicht darum ging, auf Biegen und Brechen das Geschäft zu machen. Das hat mich überzeugt. Es wurde praktisch in einer Art Dialog gemeinsam das Finanzierungskonzept erarbeitet. So wurde beispielsweise gemeinsam diskutiert, ob der gewählte Weg der richtige ist oder ob es hierzu auch alternative Wege gibt. Es war für mich wirklich ein Beratungsgespräch, und ich hatte nicht das Gefühl eines Verkaufsgesprächs, bei dem der Mitarbeiter der DKM jetzt unbedingt dieses Darlehen vergeben wollte. Seit 2006 sind nun einige Jahre ins Land gegangen, Sie konnten in der Zusammenarbeit weitere Erfahrungen sammeln. Was nicht zu ändern ist, ist die räumliche Distanz zwischen Aachen und Münster. Was bewegt Sie dennoch, weiterhin hier mit der DKM die Zusammenarbeit zu pflegen? Ralf Kaup: Die Distanz ist überhaupt kein Hindernis. Die modernen Kommunikationsmittel sind dabei natürlich sehr hilfreich, das klappt auch hervorragend. Und ich sage immer: Die Bank,

14 14 die man nicht spürt und wahrnimmt, ist eine gute Bank. So ist es auch bei der DKM, es läuft alles sehr unaufdringlich. Aber wenn ich Unterstützung benötige, ist die auch sofort vorhanden. Ich finde es auch sehr angenehm, dass es für mich eine feste Ansprechperson gibt, an die ich mich immer wenden kann. Wenn ich aber doch ein direktes Gespräch wünsche, ist auch das möglich entweder in Aachen oder Münster. Das kommt so zwei- bis dreimal im Jahr vor. Christa Sühling-Niesmann: Das kann ich als Privatkundin nur bestätigen. Seit Ende 2011 bin ich Kundin bei der DKM. Ich war auf der Suche nach einer Bank, die seriös arbeitet. Seriös in dem Sinne, dass sich die Bank als Dienstleister für den Kunden versteht, sie sich somit an meinen Bedürfnissen als Kundin orientiert. So habe ich mich informiert, welche Bank für mich die richtige sein könnte. Auch für mich als Privatkundin ist die räumliche Nähe im Zeitalter des Online-Banking nicht so wichtig. So hole ich mir eben die DKM mit WLAN und Notebook ins Wohnzimmer. Sie sagten, dass Sie eine seriöse Bank gesucht haben. Woran machen Sie die Seriosität bei der DKM fest? Christa Sühling-Niesmann: Das mache ich da ran fest, dass meine Erwartungen, die ich an eine Bank habe, erfüllt werden. Ich habe hier nicht den Eindruck, dass vielleicht die Provision, die ein einzelner Berater bekommt, irgendeine Rolle spielt. Genauso wenig habe ich den Eindruck, dass ein Mitarbeiter bestimmte Zielvorgaben der Bank zu erfüllen hat. Gerade dieses Gefühl hatte ich bei meiner vorherigen Bank. Ich kann mich nur der Einschätzung von Herrn Kaup anschließen: Eine Bank, die man nicht merkt, ist die beste Bank. Hans-Willi Wiedenau: Unser Selbstverständnis beruht darauf, unsere Kunden nur dann zu kontaktieren, wenn sie es auch möchten. Wenn unsere Kunden einen Bedarf haben, dann kommen sie auf uns zu. Dann stehen wir zur Verfügung. Aber wir sind keine Vertriebseinheit, die Tag für Tag Kunden akquiriert. Herr Kaup, bietet sich die DKM für Sie dann nicht als alleinige Hausbank an? Ralf Kaup: Da muss ich offen eingestehen, dass dies dann doch schwierig für uns wäre. Für das ganz normale Tagesgeschäft nutzen wir auch weiterhin unsere Bank vor Ort. Aber gerade bei Projekten ist die DKM für uns ein idealer Partner und wir arbeiten auch schon wieder gemeinsam an einem neuen Vorhaben.

15 15 Die DKM fällt ja nicht durch groß angelegte Imagekampagnen auf. Wie haben Sie sich, Frau Sühling-Niesmann, denn da informiert? Wie fanden Sie den Weg zur DKM? Christa Sühling-Niesmann: Die DKM wurde mir sowohl von Kollegen als auch von Bekannten und Verwandten empfohlen. Letztlich ist ja auch mein Arbeitgeber Kunde der DKM, und dann fällt einem der Name doch ab und zu auf unsere Mousepads sind beispielsweise auch von der DKM. Hans-Willi Wiedenau: Frau Sühling-Niesmann beschreibt damit eigentlich auch ein Stück unserer Philosophie. Die DKM macht ja kein Marketing, um Kunden zu generieren. Wir sagen lieber: Wenn unsere Kunden weitere Kunden werben, dann wissen wir, dass zufriedene Kunden neue zukünftig zufriedene Kunden werben. Christa Sühling-Niesmann: Das kann ich nur bestätigen. Ich spreche im Kollegen- und Bekanntenkreis über meine Erfahrungen mit der DKM. Nebenbei: Mein Sohn hat hier jetzt auch schon sein Schulpraktikum gemacht, weil ich ihm dazu geraten habe. Nun wissen wir ja, wie die Kunden zur DKM kommen. Aber wie kommen die Mitarbeiter zur DKM? Hans-Willi Wiedenau: Ich bin jetzt seit 13 Monaten bei der DKM. Nach über 30 Jahren Vertriebs- und Führungstätigkeit bei einer Genossenschaftsbank habe ich nochmals neue berufliche Perspektiven gesucht. Hierbei war für mich wichtig, ein Arbeitsumfeld zu finden, indem ich mich entfalten kann. Schon bei den ersten Gesprächen hier im Hause hatte ich das Gefühl: Das passt. Ich habe mit der DKM einen Arbeitgeber gefunden, der meinen Wertvorstellungen und Zielsetzungen entspricht. Joachim Reimann: Für mich war der Weg zur DKM vor gut sieben Jahren eine ganz spannende Herausforderung. Beruflich hatte ich bei einer Bank Sanierungsaufgaben wahrzunehmen. Dies war für mich ein Zeitpunkt, wo ich mir eine neue Aufgabe suchen wollte. So bin ich auf die DKM gestoßen, wobei ich kirchliche Banken gar nicht kannte. Ich konnte mir auch gar nicht vorstellen, wie das Geschäftsmodell bei einer kirchlichen Bank funktionieren soll; Vorbehalte waren durchaus bei mir vorhanden. Dies wurde mir aber in sehr vertrauensvollen Gesprächen erklärt, sodass ich mich gemeinsam mit meiner Frau für die DKM und für Münster entschieden habe. Unter anderem hat mich auch überzeugt, wie sich der Vorstand in den Bewerbungsgesprächen mir und meiner Familie gegenüber verhalten hat. Ich bin mit meiner Frau und drei Kindern, die noch schulpflichtig sind, vom Rheinland hierhergekommen. Da stellt sich die Frage: Wie geht ein Arbeitgeber mit einer Familie um? Da durfte ich wahrnehmen, dass es eben auch dem Vorstand wichtig war, dass es meiner Familie gut geht.

16 16 Joachim Reimann Woran machen Sie eine gute Bankberatung fest? Christa Sühling-Niesmann: Ich möchte langfristig Geld anlegen und nicht mehrmals jährlich wieder neue Anlagen kaufen. Da müssen ja auch erst einmal die Bankprovisionen wieder verdient werden. Da hatte ich mitunter bei meiner vorherigen Bank schon das Gefühl, dass die verkaufen wollte, um an den Provisionen zu verdienen. Hans-Willi Wiedenau: Mit dem, was Frau Sühling- Niesmann sagt, hat sie gleichzeitig einen Kernpunkt der Besonderheit der DKM benannt. In der Kultur der DKM stehen die Menschen im Mittelpunkt sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass sich die Mitarbeiter an den Wünschen unserer Kunden orientieren. Diese Form der Zusammenarbeit und Kultur hat sich seit über 50 Jahren hier im Hause entwickelt und wird auch heute noch von den Mitarbeitern gelebt. Dies mündet schließlich darin, dass unsere Mitarbeiter entgegen den üblichen Vorgaben in der Bankenwelt keine Ziel- oder Produktvorgaben in irgendeiner Form haben und daran gemessen oder kontrolliert werden. Damit haben unsere Mitarbeiter den Freiraum, mit ihrer fachlichen Kompetenz sich ausschließlich daran zu orientieren, was der Kunde möchte. Wir begleiten unsere Kunden nachhaltig und langfristig und suchen nicht das kurze und schnelle Geschäft. Herr Wiedenau, Sie können im Vergleich mit Ihrer vorherigen Tätigkeit sicher gut die Unterschiede zwischen der Arbeit im privaten Bankensektor und der Arbeit der DKM beschreiben. Sie sagen, es gibt keine individuellen Zielvorgaben für die Mitarbeiter der DKM, aber die DKM arbeitet sicher auch nicht planlos. Wie sehen hier die Vorgaben aus? Hans-Willi Wiedenau: Unsere Philosophie besteht aus einer Vertrauensbasis zwischen Mitarbeiter und Führungskräften untereinander, aber auch nach außen zu den Kunden. Das ist ein Vorteil der DKM, der über Jahre gewachsen ist und sicherlich auch ein Vorteil gegenüber den Banken im privaten Sektor darstellt. Ich habe hier in den vergangenen 13 Monaten erfahren, dass das den Mitarbeitern entgegengebrachte Vertrauen von diesen in Form einer außerordentlich engagierten Arbeit für den Kunden zurückgegeben wird. So konnte sich eine Kultur entwickeln, in der mit Freude und Spaß für den Kunden gearbeitet wird, ohne die notwendigen wirtschaftlichen Belange der Bank zu vernachlässigen. Joachim Reimann: Gerade durch Zielvorgaben erleben ganz viele Kollegen in Christa Sühling-Niesmann

17 Ralf Kaup Hans-Willi Wiedenau Ralf Thier-Hinse der Branche einen Druck, der mitunter bis zum Burn-out führt. Man muss sich nur einmal einen Mitarbeiter vorstellen, der schon mit dem Druck aufwacht, dass er für diesen Tag ganz bestimmte Zielvorgaben zu erfüllen hat. Um wie viel schöner ist es da, wenn man zufrieden und mit Freude zur Arbeit gehen kann. Wenn man weiß, dass man am Tag gemeinsam mit dem Kunden Lösungen für anstehende Fragen erarbeiten kann, zum Beispiel die Finanzierung eines Bauprojektes, wie von Herrn Kaup eingangs beschrieben. Im Ergebnis habe ich sowohl einen zufriedenen Kunden als auch einen zufriedenen Mitarbeiter. Das zeichnet für mich den Erfolg dieses Hauses aus, weil wir hier langfristig arbeiten können. Also tatsächlich keine Vorgaben? Hans-Willi Wiedenau: Nein, so kann man das nicht sagen. Natürlich haben auch wir Vorgaben. Sie sind nur anders definiert. Es gibt eine Gesamtbank-Planung und es gibt auch Planungen für die einzelnen Bereiche. Dabei fließen die Erfahrungswerte ein, die die Mitarbeiter aus ihren täglichen Kundengesprächen gewonnen haben. Selbstverständlich fließen in diese Planungen aber auch die Rahmenbedingungen ein, die uns die Wirtschaft vorgibt. Diese Ziele wollen wir erreichen, ohne dass wir die Ziele auf einzelne Mitarbeitervorgaben herunterbrechen müssen. Joachim Reimann: Ich darf das noch einmal unterstreichen. Jeder Mitarbeiter wird in die Planungen eingebunden. Die Mitarbeiter bringen mögliche Veränderungen für ihren Verantwortungsbereich ein. Dies nimmt der Vorstand sehr genau wahr. Hier werden Planungen nicht von oben nach unten bestimmt, sondern gemeinsam im Dialog entwickelt so gesehen eher von unten nach oben. Woran machen Sie den Unterschied zu anderen Banken aus? Joachim Reimann: Im Vergleich zu anderen Banken besteht ein anderer, ein vertrauensvoller Umgang der Mitarbeiter untereinander. Das reicht bis in den Vorstand hinein. Es ist auch nicht so, dass der Vorstand dieses vertrauensvolle Verhältnis nur mit den Führungskräften des Hauses unterhält, es reicht bis in alle Verästelungen des Hauses, es besteht zu jedem Mitarbeiter egal, wo er seinen Platz bei der DKM hat. Diese Kultur wird gelebt. Dies ist ein signifikanter Unterschied zu anderen Häusern, hier kann jeder angstfrei arbeiten. Hans-Willi Wiedenau: Über die Möglichkeiten, dass wir unseren Mitarbeitern die Freiheit geben, weil wir ihnen Vertrauen schenken und sie nicht in Zielvorgaben drücken, entsteht eine Situation, die unter den Mitarbeitern auch keine Konkurrenzsituation aufkommen lässt. So ist eine andere, eine gute Teamarbeit im Hause möglich, weil die

18 18 Mitarbeiter miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Somit ergänzen sich die Kolleginnen und Kollegen untereinander mit ihren jeweiligen Kompetenzen. Dieses Miteinander spüren auch die Kunden. Dieses menschliche Miteinander war auch das erste Gefühl, das ich hatte, als ich hier zum ersten Mal im Haus war. Christa Sühling-Niesmann: Ich bin ja nur relativ selten hier im Haus, aber bei meiner festen Ansprechpartnerin, Frau Claudia Mühlenkord, die auch ich hier im Hause habe, merke ich, dass sie wirklich befreit arbeiten kann ganz offensichtlich ohne persönliche Zielvorgaben. Das kann man alles sicherlich nicht so gut und genau messen, aber ich fühle mich hier einfach gut aufgehoben. Es ist zweifelsohne von Vorteil, dass ich hier meine feste Ansprechpartnerin habe und beispielsweise nicht von einem Callcenter betreut werde. Da muss ich nicht jedes Mal wieder bei Adam und Eva anfangen, ein Stichwort genügt, und meine Beraterin weiß, worum es geht. Hans-Willi Wiedenau: Callcenter hat Frau Sühling- Niesmann als interessantes Stichwort genannt. Mindestens 50 % unserer Kunden kommen ja nicht aus Münster, haben aber auch am Telefon ihren persönlichen Ansprechpartner Christa Sühling-Niesmann: selbst beim Online- Banking sehe ich immer so ein schönes Foto von meiner Beraterin. An welchen Dingen merken Sie, dass Sie Kunde einer kirchlichen Bank sind? Ralf Kaup: Nun, dass ein Mitarbeiter der DKM vor dem Hintergrund des christlichen Wertemusters arbeitet, das setze ich einfach voraus. Für mich ist aber daneben genauso wichtig, dass ich dem Berater nicht erklären muss, was mein Geschäft ist. Er weiß, was wir tun, er kennt die teil weise schwierigen Rahmenbedingungen sozialer Dienstleistungsunternehmen. Wir sind zwar gemeinnützig unterwegs, aber es ist durchaus ein hartes Geschäft, in dem wir caritative Leitideen und Ökonomie miteinander in Einklang bringen müssen. Hilfreich finde ich in diesem Zusammenhang aber auch, dass über Stiftungsmittel der DKM auch unkonventionell im Einzelfall Unter-

19 19 stützung gewährt wird, wenn es um ideelle Maßnahmen geht, für die ansonsten keinerlei Refinanzierung möglich ist. Selbst kleine Hilfen erzielen hier große Wirkung. Christa Sühling-Niesmann: Ich kann es jetzt gar nicht einmal an einzelnen Punkten festmachen. Aber man spürt es, man merkt es am Verhalten der Mitarbeiter. Ich habe nie das Gefühl, dass hier die Mitarbeiter denken: Wie kriege ich hier nur den Tag rum? Hans-Willi Wiedenau: Im Rahmen meiner beruflichen Laufbahn habe ich gelernt, mit wirtschaftlichen Zwängen umzugehen. Dies führte vielfach dazu, die wirtschaftliche Perspektive an erster Stelle zu sehen, was natürlich Auswirkungen auf Mitarbeiter und Kunden hat. Wir stehen als DKM auch im Wettbewerb und müssen uns diesem stellen, damit unser Geschäftsmodell funktioniert. Das ist auch nicht das Problem. Die Frage ist: Wie gehe ich mit diesem Problem in diesem Wettbewerb um? Stelle ich mich selbst an die erste Stelle oder versuche ich, aus der Kundensicht heraus, die Probleme, die da sind, gemeinsam zu lösen? Joachim Reimann: Nur in diesem Miteinander von Mitarbeitern und Kunden können wir unser Geschäft nachhaltig betreiben. Nur so können wir für unsere Kunden günstige Konditionen vorhalten und hochwertige Dienstleistungen erbringen. Welche Erfahrungen machen Mitarbeiter in ihrem persönlichen Lebensumfeld damit, dass sie bei einer kirchlichen Bank arbeiten? Wird das dort überhaupt als richtige Bank wahrgenommen? Hans-Willi Wiedenau: Das ist unterschiedlich. Die Menschen, die einen Bezug zur Kirche und zu den christlichen Werten haben, bejahen die Arbeit bei einer kirchlichen Bank sehr deutlich. Die gehen auch davon aus, dass ich als Banker hier ein gutes Umfeld vorfinde, in dem ich agieren kann. Es gibt aber auch die andere Seite. Die sagen: Da wirst du doch gegängelt, da wirst du eingeengt. Daran erkenne ich, dass die Leute sich gar nicht vorstellen können, dass eine Bank auch anders funktionieren kann. Ich freue mich daher, diesen Schritt zur DKM getan zu haben.

20 20 Keine Angst vor Aktien Im vergangenen Jahr machten Berichte über Studien zum privaten Nettogeldvermögen in ausgewählten Ländern und zur Struktur des Geldvermögens der Deutschen die Runde. Glaubte man bis dahin, die Deutschen seien ein reiches Volk, sind seitdem Zweifel daran angebracht. Laut Allianz Global Wealth Report lag das private Nettogeldvermögen (ohne Immobilien) pro Kopf im Jahr 2012 in Deutschland bei knapp EUR; in der Schweiz und den USA, den beiden Spitzenreitern, jedoch bei etwa bzw EUR. Das durchschnittliche Vermögen in den untersuchten Ländern lag bei ca EUR. Das sind Abweichungen zwischen 20 und 70 %. Weder extreme Ungleichgewichte in der Vermögensverteilung zwischen West- und Ostdeutschland noch unterschiedliche Gestaltungen der Sozialsysteme können diese großen Unterschiede erklären. Unseres Erachtens ist der wichtigste Grund in der Struktur des Geldvermögens in Deutschland zu suchen. Es besteht nämlich zu etwa 80 % aus Geldanlagen (Bargeld, Sicht- und Spareinlagen, festverzinsliche Wertpapiere, Lebensversicherungen), aber nur zu 15 % aus Aktien. Jüngste Meldungen bestätigen diesen Befund: Im Jahr 2013 verringerte sich der Aktienanteil sogar noch auf knapp 14 %. Die Deutschen legen also den größten Teil ihrer Ersparnisse in Nominalkapital an. Darum handelt es sich bei Geldanlagen wie bei festverzinslichen Wertpapieren. Sie werden als Nominalkapital bezeichnet, weil sich der Emittent eines solchen Wertpapiers verpflichtet, während eines genau festgelegten Zeitraumes dem Käufer des Papiers regelmäßig feste Zinsen und am Ende der Laufzeit den vereinbarten Nominalbetrag zurückzuzahlen. Ein positiver realer Ertrag kann mit ihnen auf Anlegerebene nur dann erzielt werden, wenn die Nominalzinsen über die Zeit die Preissteigerungsrate übertreffen, nie jedoch durch einen Anstieg des Nominalwertes (es sei denn, es herrscht Inflation). Sachwerte wie Aktien sind dagegen Vermögensgegenstände, für die Anleger im Zeitablauf unterschiedlich hohe (im Idealfall natürlich steigende) Preise zu zahlen bereit sind. Indem Sachwerte reale Gegenwerte darstellen (Gebäude, Maschinen, Produkte), mit denen mit der Zeit steigende Erträge erwirtschaftet werden können, ist nur mit Sachwertanlagen auf die Dauer realer Vermögenszuwachs möglich.

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