Spannende, virtuelle Welt oder Mediensucht?

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1 Spannende, virtuelle Welt oder Mediensucht? Veranstaltung zum Thema Exzessiver Internet- und Mediengebrauch Am Referentin: Miriam Heiß M.A./ Dipl. Sozialpädagogin (FH) Einrichtungsleitung Condrobs e.v. PPI 1

2 2 Zahlen, Daten, Fakten

3 In wie viel % der Haushalte, in welchen Jugendliche (12-19-jährige) aufwachsen, steht ein PC/ Laptop zur Verfügung? 3

4 100% davon sind 98% an das Internet angeschlossen Quelle: JIM 2012

5 Wie viel % der 12-19jährigen besitzt ein eigenes Gerät?

6 82% Eigener PC- Besitz/ 12-19jährige Mädchen: 79% / Jungen 85% wachsendes Alter, wachsende Besitzrate Je nach Bildungshintergrund: TV/ Spielkonsole (niedrig) vs. PC/ Internet (hoch) im Vordergrund Quelle: JIM 2012 Basis alle Befragte: n=1208

7 Wie viel % der Jugendlichen besitzt einen eigenen Internetzugang?

8 Quelle: JIM %

9 Wie viel % der Jugendlichen besitzt ein eigenes Handy?

10 96% Davon sind 83% Internetfähig Quelle: JIM 2012

11 Wie viel % der 12-19jährigen PC-/ Konsolen- SpielerInnen, haben schon Spiele genutzt, für die man (lt. Altersbegrenzung) zu jung war?

12 63 % 12-19jährige, schon Spiele genutzt, für die man zu jung war Jungen häufiger als Mädchen ( 83% ; 34%) Bildungsgefälle: HauptschülerInnen: 73 % GymnasiastInnen: 60 % 3/4 der Jugendlichen (Mädchen: 73 %, Jungen: 76) sehen den Zugang zu Spielen, für die sie eigentlich zu jung sind, als sehr einfach an. Bezugsquellen: Freunde (67%), Internet (44%), Handel (37%), Eltern (25%) Quelle: JIM Basis: PC-Spiele/ Konsolen NutzerInnen, denen Altersbegrenzungen bekannt sind (=98%)

13 Wie viel Zeit verbringen 12-19jährige Internet- NutzerInnen nach eigener Einschätzung am Tag (Mo- Fr) im Internet?

14 138 min durchschnittliche Zuwendungszeit Internet pro Tag 12-19jährige Nutzungsdauer 2007 Computer allgemein (Montag Freitag/ JIM 2008): unter 1 Stunde: 20%, zw. 1 3 Stunden: 50%, zw. 3 5 Stunden: 19%, über 5 Stunden: 11% Je niedriger der Bildungshintergrund, desto höher die Nutzungszeiten Quelle: JIM 2010 Basis: Internet-NutzerInnen n=1188

15 Wie viel % der 6-13jährigen In der BRD haben einen eigenen TV auf dem Zimmer?

16 45% Tägl. Nutzung: 98 min. Quelle: KIM 2010

17 Wie viel % der Eltern 6-7 jähriger Kinder wollen nur manchmal/ nie wissen was ihre Kinder am Computer machen?

18 28% der Eltern 6-7jähriger Kinder wollen nur manchmal/ nie über die Tätigkeit ihrer Kinder am Computer informiert werden Übrigens: 16% der 6-7 jährigen Kinder gehen auch meist alleine ins Internet 10% der 6-13jährigen haben einen eigenen Internetanschluss 28% der 6-13jährigen nutzen das Internet täglich/ mehrmals die Woche, davon 28% über eine Stunde Quelle: JIM 2010

19 Wie lange dürfen Bill Gates Kinder maximal am Tag ins Internet?

20 45 min Internetnutzung tägl. der Kinder von Bill Gates Quelle: ddp Nachrichtenagentur

21 21 Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung Kaiser Wilhelm der II.

22 Stellen Sie sich eine Welt vor, die mit unserer identisch ist, bis auf einen Unterschied: Video- und Computerspiele sind lange vor Büchern erfunden und verbreitet worden. In dieser Welt spielen Jugendliche und Erwachsene schon seit vielen Hundert Jahren solche virtuellen Spiele aber plötzlich erscheinen gedruckte Texte auf dem Markt und sind in kürzester Zeit der letzte Schrei. Was würden Kulturpessimisten zu dieser neuen Bucherepidemie und Lesesucht wohl sagen? *Bertram, G.W. (2012). Philosophische Gedankenexperimente. Stuttgart: Reclam. 22

23 23

24 Gefühl der Zugehörigkeit Anonymität, rund um die Uhr und unverbindlich möglich Angleichung sozialer Status Möglichkeit der Selbstdarstellung Anerkennung, Erfolg und Wettbewerb Stressabbau: Verdrängen persönlicher Belastungen und Probleme Experimentieren mit Identitäten/ Rollen Soziale Kontakte: Freunde finden, kennenlernen, Kontakt halten etc. Glücksgefühle Anonyme Informationsquelle (z.b. Fragen zur Pupertät)

25 Problematische Inhalte: Rechtextremismus, Gewaltdarstellungen, nicht altersbezogene Erotik, Pornographie, Kinderpornographie Beleidigungen: Provozierende Nicknames und Kommentare, direkte Beleidigungen Mobbing: Selbstentblößung und Bloßstellungen Sexuelle Belästigung: Ansprache von sexuellen Inhalten, Anbahnung von sexuellem Missbrauch Finanzielle Ausnutzung: Gebühren, Kaufverträge 25

26 26 Womit sind Ihre Kinder derzeit beschäftigt?

27 Entwicklungsaufgaben: Lösung/ Abnabelung von den Eltern Erwerb einer Position in der Gleichaltrigengruppe (sexuelle) Identität / wie will ich Frau / Mann sein? Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe Entwicklung eines eigenes Werte- und Normensystem Stress- und Gefühlsmanagement 27

28 Entwicklungsaufgaben Aufbau von Freundschaften, intime Beziehungen, Liebe Funktionen von Internet/Spielen Erleichterung des Zugangs zur Peergroup Abbau von Hemmungen (flirten) Kontakt- und Zugehörigkeitsgefühl zu neuen Gruppen 28

29 Entwicklungsaufgaben Aufbau von Freundschaften, intime Beziehungen, Liebe Wissen, wer man ist und was man will, Identität Funktionen von Internet/Spielen Erleichterung des Zugangs zur Peergroup Abbau von Hemmungen (flirten) Kontakt- und Zugehörigkeitsgefühl zu neuen Gruppen Ausdruck des persönlichen Stils Teilhabe in verschiedenen Welten/ Szenen 29

30 Entwicklungsaufgaben Aufbau von Freundschaften, intime Beziehungen, Liebe Wissen, wer man ist und was man will, Identität Anerkennung, Status Funktionen von Internet/Spielen Erleichterung des Zugangs zur Peergroup Abbau von Hemmungen (flirten) Kontakt- und Zugehörigkeitsgefühl zu neuen Gruppen Ausdruck des persönlichen Stils Teilhabe in verschiedenen Welten/ Szenen Angleichung von (sozialen) Status 30

31 Entwicklungsaufgaben Aufbau von Freundschaften, intime Beziehungen, Liebe Wissen, wer man ist und was man will, Identität Anerkennung, Status Ablösung von den Eltern, Erwachsen werden Funktionen von Internet/Spielen Erleichterung des Zugangs zur Peergroup Abbau von Hemmungen (flirten) Kontakt- und Zugehörigkeitsgefühl zu neuen Gruppen Ausdruck des persönlichen Stils Teilhabe in verschiedenen Welten/ Szenen Angleichung von (sozialen) Status Unabhängigkeit demonstrieren Bewusste Verletzung elterlicher Kontrolle 31

32 Exzessives oder abhängiges Verhalten kann als ein Hinweis dafür sein, dass es Probleme in der Entwicklung des Kindes gibt. Exzessives oder abhängiges Verhalten ist oftmals das Ergebnis von Problemen im realen Leben. Suchtprävention ist dann wirksam, wenn wir Kinder und Jugendliche dabei unterstützen ihre Entwicklungsaufgaben zu meistern. 32

33 Was heißt das? Wo ist die Grenze? 33

34 Häufiges unüberwindliches Verlangen, den Computer einzuschalten/ sich ins Internet einzuloggen (Einengung des Verhaltensmusters) Kontrollverluste (bzgl. Beginn, Beendigung und Dauer) Toleranzentwicklung anklingende Entzugserscheinungen Mehrfach fehlgeschlagene Versuche der Einschränkung Regulation von (negativen) Gefühlen/ Stressbewältigungsstrategie Leistungseinbußen in Schule oder Beruf, Reduktion sozialer Kontakte und Hobbys Quelle: Kompetenzzentrum Verhaltenssucht Mainz

35 Geschlecht Alter Weiblich Männlich ,0% 4,5% ,8% 5,8% ,9% 3,8% ,0% 1,5% 35 Meixner-Dahle, S. (2010). Pathologische Internetnutzung im Jugendalter. Sucht Aktuell, 17(1),

36 36

37 Stellen Sie sich vor, etwas das Ihnen Spaß macht, wird Ihnen verboten... Jegliche Änderungswünsche in Bezug auf die Computernutzung seitens der Eltern wirken auf das Kind/ den Jugendlichen erst einmal bedrohlich.

38 7. Empfehlungen / Hilfen MITbegleiten MITbeobachten Gemeinsam spielen, chatten, surfen MITwissen Was macht mein Kind? Welche Kontakte bestehen? Welcher Chat wird besucht? Was wird gespielt? Warum? INTERESSE zeigen MITdiskutieren KEINE Moralpredigen, Sondern: Diskussion fördern GRENZEN und EIGENVERANTWORTUNG MITsichern Aktuelle Software, Jugendschutz, Daten MITverantwortung Altersbeschränkungen, Zeiten, Finanzen MITgestaltung Gemeinsame Regeln*, Wochenmedienzeiten, Nutzungsgewohnheiten

39 Empfohlene Spieldauer: 4-6 Jahre: max Minuten pro Tag mit Eltern 7 10 Jahre: max. 45 Minuten pro Tag Und: Die Zeiten entweder für Fernsehen oder Computer! Jahre: max. 60 Minuten pro Tag ab 12 Jahre: abhängig vom Spiel, aber nicht länger als 2 Stunden Empfehlung: Wochenbudget vereinbaren! Computerspiele anstatt Gute Nachtgeschichten? Direkt vor dem Schlafengehen sollten Kinder keine Computerspiele mehr spielen, da sie eine Spannung aufbauen! Unmittelbar nach dem Lernen sollten ebenfalls keine Computerspiele gespielt werden (und übrigens auch nicht ferngesehen) Der Computer im Kinderzimmer? Frühestens ab 12 Jahren!

40 Lebenstank Musik hören Spaß, Anerkennung, Zuneigung Leidenschaft, Sehnsüchte Geborgenheit, Liebe akzeptiert sein, Erfolgserlebnisse gebraucht werden Vertrauen, Sicherheit Selbstbewusstsein... Familie Jede Richtung des menschlichen Interesses vermag süchtig zu entarten v. Gebsattel 1954

41 41 Alltagstauglichen Tipps und Empfehlungen für Eltern, einen kompetenten und selbstbewussten Umgang ihrer Kinder mit Medien zu fördern. Seite mit Informationen zu mehr Sicherheit im Internet durch Medienkompetenz. Viele Materialien, Flyer, Ratgeber Studio im Netz. Eine Initiative betroffener Eltern, mit sehr guten Informationen! Informationsportal rund um das Thema Onlinesucht, Mediensucht, SMS Sucht etc.

42 Kostenlose Infoline: (Mo-Fr Uhr) Hotline Verhaltenssucht Tel.: 0180/ (Mo-Fr 12-17Uhr) Internet. Und ihre örtliche Suchtberatungsstelle/ Erziehungsberatungsstelle. 42

43 AHG Klinik Daun, Erwachsene ab 18 J. AHG Klinik Münchwies, Erwachsene ab 18 J. AHG Klinik Schweriner See, Erwachsene ab 18 J. AHG Klinik Hardberg, Jugendliche und Erwachsene ab 16 J. AHG Klinik für Kinder und Jugendliche Beelitz-Heilstätten, Jugendliche von 14 bis 18 J. 43

44 44

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