Kulturbotschafterinnen und Kulturbotschafter im Sozialraum Kultur und Medien im Alltag

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1 Kulturbotschafterinnen und Kulturbotschafter im Sozialraum Kultur und Medien im Alltag Merkblatt zur Projektbeschreibung im Projektantrag 1. Thematische Schwerpunktsetzung Kulturelle Bildung und Medienkompetenz Das Projekt Kulturbotschafterinnen und Kulturbotschafter im Sozialraum - Kultur und Medien im Alltag" im Förderprogramm Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) verbindet in bundesweiten Kursen Kunst und Medieneinsatz mit dem Ziel, den Teilnehmenden Medien- und Demokratiekompetenz zu vermitteln und die Persönlichkeit durch Selbstwirksamkeitserfahrung zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen in lokalen Bündnissen kulturelle Produkte im Rahmen von außerschulischen Bildungsangeboten aktiv erarbeitet, durchgeführt und die Ergebnisse unter Nutzung von internetgestützten Medien präsentiert und reflektiert werden. Für das Trägerkonsortium setzt kulturelle Medienbildung auf Aufklärung und Kompetenzbildung und nutzt die kreativ-gestaltenden ebenso wie die bewusst-machenden reflektierenden Potenziale, die allen Angebotsformen der kulturellen Bildung eigen sind. Persönliche kulturelle Leistungen können durch ihre Präsentation im Internet einen wichtigen Beitrag zur Ichstärkung und Bewusstheit der Selbstwirksamkeit bewirken. Im Gegensatz zum Alltag wird die einzelne Person mit ihren Leistungen sichtbar und für andere greifbar. In der Projektbeschreibung muss daher deutlich werden, wie dieser thematische Schwerpunkt und die Zielsetzung durch das lokale Bündnis in dem geplanten Projekt umgesetzt, mit welchen Mitteln den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen auch unter Einbeziehung der Eltern und Großeltern kulturelle Teilhabe ermöglicht, künstlerische Fähigkeiten, Medien- und Demokratiekompetenz vermittelt und die Stärkung der Persönlichkeit durch Selbstwirksamkeitserfahrung gestärkt werden sollen. Die einzelnen Lernziele sind zu definieren und die pädagogische Umsetzung zu erläutern. Bei der Nutzung von Web 2.0 und Internet sollen dabei nicht nur Chancen für Beteiligung und Kommunikation vermittelt werden, sondern auch die Sensibilität für Gefahren, die mit der Nutzung des Internets verbunden sind. 2. Maßnahmen-Typen Konzeptionell wird in diesen Angeboten die Beschäftigung mit Medien und die Medienkompetenz auf der Grundlage der Beschäftigung mit Kultur im Lebensalltag der Teilnehmenden gefördert. Das zu entwickelnde Projekt der lokalen Bündnisse für Bildung sollte in Grundzügen folgenden Typen entsprechen:

2 2.1 Typ 1: gestaltende Kunst Umwelt erschließen sich selbst verorten: z.b. Projekttage in Verbindung mit Kitas, Familienzentren bzw. Grundschulen und weiteren Partnereinrichtungen. Unter diesem Typ sollen Projektansätze gefördert werden, bei denen Kinder in Kitas, Familienzentren und Grundschulen die Umwelt und den Wohnraum erschließen und sich mit ihm künstlerisch in einem Prozess des kreativen Gestaltens (Malen, Basteln, Filmen, Fotografieren, Töpfern etc.) auseinandersetzen. Die Ergebnisse werden eingebettet in die Gestaltung eigener Homepages, Geschichten werden dazu erfunden und Filme produziert, die ebenfalls in die Homepages eingebettet werden. Bei den künstlerischen Prozessen werden die Kinder und Jugendlichen durch professionelle Künstler, Fotographen, Filmemacher etc. begleitet. 2.2 Typ 2: Darstellende Kunst/Filmkunst: Lebenslinien aufzeigen: z.b. Projektwochen mit Schulen Unter diesem Typ sollen Projekte gefördert werden, bei denen Kinder und Jugendliche durch regelmäßig stattfindende Themennachmittage und andererseits durch Ferienworkshops an Kultur herangeführt und begeistert werden. Diese Themennachmittage oder Workshops können sich dem Umgang mit Bauten und regionalen Gegebenheiten, dem Umgang mit dem eigenen Leben in der Schule und im Lokalen Umfeld medial und künstlerisch widmen, sie können aber auch als Theater-, Gesangs- oder Tanzworkshop eine Aufführung zum Ziel haben. Bei diesen Prozessen begleiten die Kinder und Jugendliche ihre Arbeit medial und halten das Ergebnis mit Bild- und Videoaufnahmen, einer digitalen Zeitung, einer Website, Blog oder in einem selbst gestalteten Film fest. Sie werden bei diesen Maßnahmen professionell begleitet und beraten durch künstlerische und pädagogische Fachkräfte. 2.3 Lernziele der Maßnahmen nach Typ 1 und 2 Lernziele sollten sein: Kulturelle Teilhabe Den Kindern und Jugendlichen werden künstlerischer Ausdruck, kreatives Gestalten und die Entwicklung von Phantasie vermittelt, um so kulturelles und künstlerisches Leben zu erfahren, an künstlerischen Prozessen teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten. Medienkompetenz Die Kinder und Jugendlichen lernen mit modernen Medien sensibel umzugehen und ihre Kompetenzen in unserer digital geprägten Kultur zu erweitern. Sich selber ein Bild zu machen ist etwas anderes, als das Gesehene an andere Menschen weiterzugeben. Den Kern des Gesehenen verstanden zu haben und das Gegenüber mit eigenen Worten zu informieren, zu begeistern und Informationen gezielt auszuwählen, ist das grundlegende Ziel. Forschendes Lernen Die Kinder und Jugendlichen bekommen Basisinformationen zu dem jeweiligen Thema. Mit Zuhilfenahme anderer Informationsquellen (Bücher, Internet etc.) lernen sie selbst, mit Informationen umzugehen, diese zu bewerten und für das eigene Projekt zu nutzen. Partizipations-Kompetenz Die Kinder- und Jugendlichen bereiten die Aktivitäten außerhalb der Einrichtung (Schule, Jugendzentrum etc.) weitgehend selber vor, verlassen dazu die Einrichtung und erschließen den eigenen Sozialraum. Zudem sollen die Kinder und Jugendliche durch partizipative Projekt- Elemente Selbstbestimmung und politische Bildung in den Freiräumen z.b. der Schule mit Hilfe von Medien kennenlernen. 2

3 Selbständigkeit und Selbstwertgefühl Die Selbstständigkeit wird durch die übertragene Verantwortung der unterschiedlichen Aufgaben und ihrer Ausführung gefördert. Durch Überwindung von Ängsten gegenüber Neuem und Unbekanntem wird das Selbstwertgefühl gefördert sowie die Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen gesteigert. 2.4 Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote Die Umsetzung der Maßnahmen nach Typ 1 und Typ 2 kann um Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote erweitert werden: Kursangebote für örtliche Begleitung für benachteiligte Kinder und Jugendliche und deren Eltern und Großeltern (Typ 3) Kursangebote der Partner (Konsortium)-Einrichtungen zur Qualifizierung ehrenamtlicher Multiplikatoren im Blick auf Web 2.0 (Typ 4) Diese Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote können jedoch nur in Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Typ 1 und Typ 2 beantragt werden. Zur weiteren Qualifizierung der Multiplikator/-innen vor Ort werden bundesweite kostenlose Fortbildungen angeboten. Zudem erfolgt eine bundesweite Unterstützung der lokalen Bündnisse in inhaltlichen Fragen und bei der finanziellen Umsetzung und Abrechnungen der Maßnahmen vor Ort. Dazu finden u.a. einmal jährlich Vernetzungstreffen statt. Die Teilnahme an diesen Treffen ist für die lokalen Bündnisse verpflichtend. 2.5 Außerschulische bzw. außerunterrichtliche Maßnahmen Gefördert werden können unter den Typen 1 bis 4 nur außerschulische bzw. außerunterrichtliche Maßnahmen in der Definition des BMBF vom 12. März 2013: Schulen können Teil eines Bündnisses für Bildung sein und somit Kooperationspartner bei außerschulischen bzw. außerunterrichtlichen Bildungsmaßnahmen für benachteiligte Kinder und Jugendliche im Sinne des Programms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung. Dabei ist Folgendes zu beachten: (Letzt)-Zuwendungsempfänger und Veranstalter der Maßnahme auf lokaler Ebene ist ein außerschulischer Träger, nicht die beteiligte Schule. Die Maßnahme findet außerhalb der Unterrichtszeiten statt. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der Maßnahme ist freiwillig. Die Maßnahme wird verantwortlich von dem außerschulischen Träger geplant und durchgeführt. Projekttage oder Projektwochen von Schulen können nicht durch Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung gefördert werden. Nicht gefördert werden können zudem bereits begonnene Maßnahmen und Einzelfallhilfen zugunsten von Kindern und Jugendlichen. 3. Beschreibung des Projektgegenstands In der Projektbeschreibung sollte der gewählte Maßnahmentyp (Typ 1 und Typ 2), die Weiterbildungsmaßnahmen (Typ 3) und die Qualifizierungsmaßnahmen zur Medienkompetenz (Typ 4) detailliert beschrieben werden. Aussagekräftige Beschreibungen sollten zudem zur Kompetenz der Honorarkräfte und der ehrenamtlich Tätigen im Bereich der Medienkompetenz und der kulturellen Kompetenz erfolgen. Die Methoden, die während der Projektphase zum Einsatz kommen, (z.b. Gruppenarbeit, Veranstaltungsformen, Medieneinsatz) sowie die geplante Zusammenarbeit mit Künstlern und/oder Kulturbetrieben sollte erläutert werden. 3

4 4. Zielgruppen der Projekte In der Projektbeschreibung sollte genau beschrieben werden, in welchem sozialen und regionalen Umfeld das Projekt stattfindet, wem das Projekt zugutekommen soll und wie viele Kinder und Jugendliche erreicht werden. Schwerpunktmäßig sollen benachteiligte Kinder- und Jugendliche erreicht werden. Dabei ist anzugeben, wie diese Zielgruppe erreicht und methodisch in das Projekt einbezogen wird. Folgende konkrete Zielgruppen sind für die einzelnen Maßnahmen-Typen denkbar: Kinder im Alter von 3 bis 5/6 Jahren sollen in Kitas, Familienbildungsstätten und Familienzentren angesprochen werden, die vor allem in Quartieren liegen, die soziale Problemlagen aufweisen, wie hohe Arbeitslosigkeit, einen hohen Anteil von Menschen im Bezug von Arbeitslosengeld-II und/ oder Ein-Eltern-Familien. Kinder im Alter von 5-10 Jahren aus (Ganztags-)Grundschulen mit Bezug zu den o.g. Problemlagen sollen erreicht werden. Jugendliche bis zur 7. Klasse mit den o.g. Problemlagen sollen ebenfalls über Schulen, Jugendmigrationsdienste, Jugendzentren und Ausländervereine erreicht werden. Ältere Jugendliche (ab der 8. Klasse) sind gut in der Lage, selbstständig außerschulische Bildungsorte zu erreichen. Hier wird das Konsortium Angebote an Nachmittagen und Wochenenden für die Projektzeit entwickeln. Bei den Maßnahmen der lokalen Bündnisse können zudem die Eltern und Großeltern der benachteiligten Kinder und Jugendlichen einbezogen werden. Eltern sind eine wichtige Zielgruppe, wenn es um die Verständigung über kulturelle Entwicklungen, die Mediennutzung und Unterstützung der Teilnehmenden bei den Aktivitäten geht. In der heutigen Zeit gehören auch Großeltern als verantwortliche Bezugspersonen dazu; Eltern wie Großeltern sind in Kitas und Familienzentren gut erreichbar. Schüler-Eltern können über die Elternvertretung und über die Fördervereine der Schulen angesprochen werden. Im weiteren Verlauf soll es auch Angebote geben, die alle Generationen mit einbeziehen. Geplant sind gemeinsame Wochenenden in den Einrichtungen der Antragsteller. 5. Projektziele In der Projektbeschreibung sollten die konkreten Ziele, die mit der Durchführung des Projekts für die Zielgruppe der benachteiligten Kinder und Jugendlichen erreicht werden sollen, deutlich werden. 6. Projektstruktur/Projektumsetzung Der Projektablauf und die Abfolge der Projektphasen sollten ebenfalls in der Projektbeschreibung aufgeführt sein. Dabei sind detaillierte Angaben zum zeitlichen Umfang und zur Abfolge einzelner Projektphasen oder schritte notwendig, so dass sich ein klarer und nachvollziehbarer Zeitplan ergibt. Abweichungen von diesem Zeitplan sind rechtzeitig während der Projektlaufzeit anzuzeigen. 7. Nachhaltigkeit Die lokalen Bündnisse sollten nicht nur für die Projektlaufzeit Bestand haben, sondern auch über die Projektlaufzeit hinaus Wirkung entfalten. Daher sind die mittel- und langfristigen Auswirkungen des Projekts sowie die Verankerung im lokalen Bereich darzustellen. 8. Partizipation In der Projektbeschreibung sollte deutlich werden, in welcher Form die Kinder und Jugendlichen partizipativ in die Projektentwicklung und -durchführung einbezogen werden und mit welchen methodischen Ansätzen dies erzielt und die Partizipations-Kompetenz gefördert werden kann. 9. Bündnispartner vor Ort Die Bündnispartner vor Ort sollten in der Projektbeschreibung nicht nur genannt sondern auch die Qualität der Kooperation beschrieben werden, dazu gehören konkrete Angaben zu den 4

5 Kompetenzfeldern der Kooperationspartner und die Beschreibung der Intensität der Zusammenarbeit (Inhalt der Zusammenarbeit, Entscheidungsstrukturen, Treffen, Netzwerkbildung etc.). Stand /Schu 5

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