Performance der Musterportfolios (in %) Sub Kons Ausg Ert Wach. Sub = Substanz, Kon = Konservativ, Ausg = Ausgewogen, Ert = Ertrag, Wach = Wachstum

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1 Q4 11 Standpunkt Finanzmarkt-Analysen auf den Punkt Asset Allokation Performance-Erwartung (Zeitraum: 1 1 Mon.) Fundamentale Einschätzung Die Stimmungsindikatoren sinken weltweit und deuten eine Wachstumsabschwächung an. In diesem Umfeld bleibt die Geldpolitik weiter extrem locker. In Europa sollte die EZB in diesem Jahr die Zinsen nicht mehr anheben. Da die Inflationsraten in den kommenden Monaten wieder sinken dürften, besteht sogar Raum für eine Zinssenkung. Die meisten EM-Länder könnten ihren Zinsanhebungszyklus in den Sommermonaten beenden. Diese Entwicklung dürfte zu einer Stabilisierung ihrer Wachstumsraten beitragen und insbesondere Asien kurzfristig zu einer wichtigen Stütze der Weltkonjunktur werden lassen. Rentenmärkte Wegen ihres Status als sicherer Hafen sind die Renditen von langlaufenden deutschen Staatsanleihen in der europäischen Verschuldenskrise deutlich gesunken. Da sich kurzfristig keine Lösung abzeichnet und sich der Konjunkturausblick eingetrübt hat, ist kurzfristig mit keiner Gegenbewegung an den Rentenmärkten zu rechnen. Dennoch wären zu lange Laufzeiten zu vermeiden. EM-Anleihen könnten eine Alternative darstellen, denn sie sollten von einem nachlassenden Inflationsdruck und von der Aufwertung der lokalen Währungen profitieren. Aktienmärkte Wenn Europa seine Probleme in den Griff bekommt, könnten deutsche Aktien mittelfristig outperformen. US-Aktien könnten von der weiter abwartenden Haltung der US-Notenbank profitieren. Ein nachlassender Inflationsdruck sollte Aktien aus dem asiatischen EM-Raum ab 11 Potenzial verleihen. Immobilien renten Aktien Unterdurchschnittliche Wertentwicklung Hochzinsanleihen Neutral Offene Immobilienfonds Überdurchschnittliche Wertentwicklung Euro-Staatsanleihen Euro-Unternehmensanleihen USA Deutschland EM-Asien Japan Quelle: Bloomberg, TARGOBANK Stand:..11 Musterportfolios: Performance Die Aktienmarktturbulenzen der Sommermonate könnten sich im Herbst fortsetzen. Sie lassen ein vorsichtiges Agieren an den Finanzmärkten weiterhin ratsam erscheinen. Da auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten die deutschen Anleiherenditen allerdings wieder leicht nach oben zeigen dürften und gleichzeitig die Aktienmärkte mittelfristig Kurszuwächse verzeichnen könnten, präferieren wir über diesen Zeitraum das ausgewogene Portfolio. Für sicherheitsorientierte Anleger, die mögliche anhaltende Volatilitäten im Herbst vermeiden möchten, ist allerdings eher das konservative Musterportfolio das richtige Investment. Das Ertrags- bzw. Wachstumsportfolio sollte dagegen den längerfristig orientierten Anlegern vorbehalten sein, die auch bereit sind, kurzfristige Turbulenzen auszuhalten. Performance der Musterportfolios (in %) Sub Kons Ausg Ert Wach 1 Monat,4 -, -, -1,74 -, Monate -,7 -,9 -,4 -,7-1, Monate,7 -,91 -, -9,1-1,4 1 Monate 1,17 -,1-1,7 -,17-4,7 Jahre 7,, 9,1 1,9 11,9 Jahre 14, 11,74,9 4,7,4 Jahre 1, 1,9,47 -, -9, Sub = Substanz, Kon = Konservativ, Ausg = Ausgewogen, Ert = Ertrag, Wach = Wachstum Quelle: TARGOBANK Stand:..11 Historische Wertentwicklungen sind keine verlässlichen Indikatoren für eine künftige Wertentwicklung. Musterportfolios im Langfrist-Vergleich Simulierte Musterportfolios (Startzeitpunkt = 1) Performance Substanz Konservativ Ausgewogen Ertrag Wachstum Sept Sept Sept Sept 11 Quelle: Bloomberg, TARGOBANK; Stand..11 *) ohne Ausgabeaufschläge Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für eine zukünftige Wertentwicklung. Research im Internet /Investments /Finanzinformationen/Research

2 Prognosen: Wachstum schwächt sich klar ab Wachstum gegenüber dem Vorjahr in % Global 4,1,,1 Industrieländer Insgesamt, 1, 1, - USA,9 1,, - Euroraum 1,7 1,, - Japan 4,,, Emerging Markets Insgesamt 7,,1,7 - Brasilien 7, 4,, - China 1, 9,, - Indien,,, - Russland 4,,, Quelle: TARGOBANK Stand:..11 (1) Stimmung: Außer Asien schwächlich * Indizes standardisiert Historische Wertentwicklungen oder Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für eine künftige Wertentwicklung. Ifo-Index* US-Einkaufsmanagerindex* Jap. Unternehmensvertrauen* Chin. Frühindikator* -4 Aug Aug Aug 7 Aug 9 Aug 11 () konjunktur: Geldmenge zeigt weniger Wachstum in Europa an EU-Geldmenge M1 gg. Vj., % -1 - EU-Industrieproduktion gg. Vj., %, -1 (rechte Achse) - - Aug Aug Aug 7 Aug 9 Aug 11 () Geldpolitik: Zinswende findet keine Fortsetzung 7 4 EU USA UK 1 China Sept Sept Sept 7 Sept 9 Sept 11 Quelle für alle Charts: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:..11 Konjunktur Der Wirtschaftsausblick hat sich gedreht Das fundamentale Bild Die Ernüchterung kam im zweiten Quartal. Da wuchs das deutsche Sozialprodukt gegen Vorquartal nur noch um,1 %, im ersten Quartal belief sich der Zuwachs noch auf 1, %. Ein Rückgang wurde im zweiten Quartal erwartet, allerdings eine Beinahe-Stagnation keineswegs. Seither haben sich die Aussichten nicht verbessert. Weltweit sinken die Stimmungsindikatoren, die eine Aussagekraft für das künftige Wirtschaftswachstum haben. In den USA deuten diese Indikatoren inzwischen sogar tendenziell ein Null-Wachstum an. Mit einer Wahrscheinlichkeit von bis 4 % scheint hier eine Rezession möglich. Grund ist die schwächliche Binnennachfrage. Nach der Finanzmarktkrise sind die US-Verbraucher immer noch darum bemüht, ihre Schulden zu reduzieren. Das drückt auf den Konsum, der in den USA der wichtigste Wachstumstreiber ist. Auch in China trübt sich das Konjunkturbild ein. Allerdings sind die Größenordnungen andere als in den westlichen Industrieländern. Das Wachstum könnte nach einem knapp zweistelligen Zuwachs im letzten Jahr auf rd. 9 % im laufenden Jahr fallen. Sollte das Wirtschaftswachstum übermäßig stark sinken, dürfte aufgrund der geringen Staatsverschuldung die Regierung ein umfangreiches Fiskalprogramm starten. Die weltweite Eintrübung und die europäische Verschuldenskrise belasten Europa. Hier ist Griechenland bereits jetzt in einer schweren Rezession, für Italien, Spanien und Portugal sieht es kaum besser aus. Aufgrund der Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung ist eine Erholung kurzfristig nicht in Sicht. Deutschland sollte wegen des schwächeren internationalen Umfelds als Wachstumslokomotive Europas ausgedient haben. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich im kommenden Jahr bei ca. 1,7 % einpendeln (EU-Raum, %). Anders als die anderen europäischen Länder könnte Deutschland vor allem von seinen guten Exportbeziehungen zu Asien profitieren. Auf Sicht von zwölf Monaten neigen wir zu einem leichten Optimismus. Wir rechnen mit einer anhaltenden mäßigen Konjunkturerholung, aber mit keiner globalen Rezession. Gegen eine Rezession spricht der nachlassende Inflationsdruck, der die Kaufkraft der Konsumenten erhöht. Darüber hinaus dürfte die US-Regierung vor dem bevorstehenden Wahljahr 1 sehr darum bemüht sein, die Arbeitslosigkeit, die in den USA immer noch fast auf Rekordstand steht, zu senken. Wenn das gelingt, könnte der US- Konsum nachhaltig stabilisiert werden. Die Berufung eines Arbeitsmarktexperten zum Chef-Volkswirt im Weißen Haus deutet die wirtschaftspolitische Stoßrichtung der USA für das kommende Jahr bereits an. Darüber hinaus hat sich insbesondere in den USA, oftmals zur Mitte einer Aufschwungsphase, das Wirtschaftswachstum für einige Monate traditionell stark verlangsamt, um sich danach wieder zu stabilisieren. Da der aktuelle Aufschwung allerdings relativ flach verläuft, bringt eine zwischenzeitliche Konjunkturdelle die Wirtschaft schnell an den Rand einer Rezession. Geldpolitik Die Geldpolitik dürfte in den westlichen Ländern locker bleiben. So sollten in den USA die Zinsen bis weit in das nächste Jahr auf dem Rekordtiefstand von, % verharren. Möglicherweise wird die FED noch im Herbst neue geldpolitische Maßnahmen verkünden, um die Konjunktur zu beleben. In der Eurozone ist das Bild ähnlich. Weil die Aufwärtsrisiken bei der Inflation kaum mehr bestehen die Inflation könnte in 1 unter % fallen dürfte die EZB nach zwei Zinsanhebungen in diesem Jahr ihre Geldpolitik bis Jahresende unverändert lassen. Wenn sich bis zum Beginn des vierten Quartals die konjunkturellen Perspektiven nicht aufhellen würden, wäre sogar eine Zinssenkung möglich. Risiko Ein weiteres Verschleppen der europäischen Verschuldenskrise sowie ein möglicherweise anhaltender Konjunkturabschwung in den USA stellen eine Bedrohung für die Weltwirtschaft dar. Da die Leitzinsen in der westlichen Welt bereits jetzt extrem niedrig sind, und die Staatsverschuldung hoch ist, wäre ein politisches Gegensteuern schwierig. In diesem Umfeld könnte eine konjunkturelle Schwächephase länger andauern als normalerweise zu erwarten wäre. Standpunkt Q4 11

3 (I) Performance * : Zuletzt klare Gewinne Mon. 1 Jahr Jahre Euroraum Staatsanleihen insg., -1,1 4, 1- Jahre 1,1,, 7-1 Jahre 4, -,, Unternehmen insg. 1,4,9 9,4 AAA-Anleihen,7, 1, BBB-Anleihen -,7, 9, Inflationsgeschützt -1,1 -,, US-Staatsanleihen 4, -, 1,7 EM-Staatsanleihen 1, -, 1,7 Global Staatsanleihen 4, -, 1, * %, in EUR Quelle: J.P.Morgan Stand:..11 (1) Inflation: Preisdruck in H/11 rückläufig,, 4, 1,, Rendite EU-Staatsanleihen, EU-Verbraucherpreise, % (re. Achse), -1, Aug 1 Aug Aug Aug 7 Aug 9 Aug 11 () renditen: Die europäischen Alternativen zu Staatsanleihen 9 9 EU-Staatsanleihen 7 EM-Anleihen in EUR EU-Unternehmensanleihen (BBB) Sept Aug 7 Aug Aug 9 Aug 1 Aug 11 (II) Prognosen: Renditen erst in Q1 1 höher Aktuell Q1 1 Q/1 Leitzinsen USA,,, Euroraum 1, 1, 1, Japan,1,1,1 Renditen 1 Jahre USA,17,,4 Euroraum,1,1, Japan 1, 1,1 1,1 Quelle: TARGOBANK Stand:..11 Quelle für alle Charts: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:..11, 4,,, Anleihen Deutsche Bonds profitieren von der Verschuldenskrise Performance In den letzten drei Monaten erzielten die besten Ergebnisse Titel mit langen Laufzeiten und einem guten Rating. Die Kategorien: Staatsanleihen global sowie US-Staatsanleihen legten rd. 4 % zu. In Europa fiel die Entwicklung wegen der Verschuldenskrise etwas schwächer aus. Mittelmäßig geratete Unternehmensanleihen dagegen mussten leichte Kursverluste hinnehmen. Aktuelle Lage In den Sommermonaten hätte die Entwicklung an den europäischen Rentenmärkten nicht konträrer verlaufen können. Zum einen fielen die Renditen für deutsche Staatsanleihen auf neue historische Tiefstände; zum anderen stieg die Verzinsung von italienischen und spanischen Bonds auf über %, was wiederum die EZB zu Stützungskäufen zwang. Selbst französische Titel gerieten unter Druck. Alle diese Entwicklungen finden ihren Ursprung in einem Stimmungswandel der Anleger, die scheinbar nur noch deutsche Titel als wirklich sicher betrachten. Schwache Konjunkturdaten aus den USA und Europa sowie der Ausverkauf an den Aktienmärkten haben den Abwärtstrend bei deutschen Renditen verstärkt. Markteinschätzung Wie stark fällt der Konjunkturabschwung in den USA und Europa aus, und wie schnell werden bei der Lösung der europäischen Verschuldenskrise Fortschritte erzielt? Das sind die zwei Schlüsselfragen, die die Richtung der Rentenmärkte auf Sicht von drei bis sechs Monaten bewegen dürfte. Fundamental könnten die Renditen von einem in der zweiten Jahreshälfte weiter rückläufigen Ifo-Index gestützt werden. Wenn dieser fällt und die US-Arbeitslosigkeit weiter in der Nähe des Rekordniveaus verharren sollte, besteht kein Grund, steigende Renditen zu erwarten. Das gilt umso mehr, wenn der Inflationsdruck in der zweiten Jahreshälfte nachlassen sollte. So ist die europäische Inflationsrate inzwischen auf, % nach noch, % im April gesunken. Bis zum Frühjahr 1 könnte diese auf, % nachgeben. Das wäre möglich, wenn die Rohstoffpreise in der zweiten Jahreshälfte sich stabil bis leicht rückläufig entwickeln würden. Das scheint aufgrund der globalen Konjunkturabschwächung plausibel. Der Ölpreis ist seit April immerhin um rd. % gefallen. Eine Entschärfung der Verschuldenskrise in Europa dürfte sich auch im Herbst noch nicht abzeichnen. Zum einen müssen die Prozesse und Krisenmechanismen für die Rettungsaktionen der hochverschuldeten Länder noch definiert und in den Länder-Parlamenten verabschiedet werden; auf der anderen Seite haben die verschuldeten Länder den ihnen aufgezwungenen Anpassungspfad einzuhalten. Vermutlich wird die Politik parallel in kleinen Schritten die Emission von Eurobonds vorbereiten. Eine erste Tranche könnte im Frühjahr 1 begeben werden. Diese dürfte ein Erfolg werden, wenn klare Eckpfeiler zum Rückbau der Staatsverschuldung definiert werden. Zweifel sollten allerdings selbst dann noch bleiben. Vor diesem Hintergrund dürften die Renditen für Staatsanleihen in Deutschland von ihrem historischen Tiefstand nur langsam steigen. Da bis zu einer Laufzeit von vier Jahren die Renditen klar unter ein Prozent liegen und somit nicht einmal den realen Kapitalerhalt sichern, erscheinen diese Laufzeiten nicht sonderlich attraktiv. Daher dürfen die meisten Anleger sich für mittlere Laufzeiten interessieren. Hier könnten die Renditen zwar leicht anziehen, was Kurverluste impliziert. Die höheren Renditen lassen sie dennoch attraktiver als kurze Laufzeiten erscheinen. Eine Alternative stellen EM-Staatsanleihen dar. Diese bieten eine höhere Verzinsung als deutsche Titel. Wenn in der zweiten Jahreshälfte im EM-Raum die Inflationserwartungen nachgeben sollten, könnten EM-Anleihekurse sogar steigen. Risiko Die Wahrscheinlichkeit für eine schnelle Lösung der europäischen Verschuldenskrise mit einem sich darin anschließenden Konjunkturaufschwung scheint kleiner als eine abermalige Verschärfung der Verschuldenskrise gekoppelt an einen anhaltenden Konjunkturabschwung. Im ersten Szenario kämen alle Rentenmarktsegmente unter Druck, im zweiten würde der deutsche nochmals kräftig outperformen. *) Eine frühere Wertentwicklung/Simulation oder Prognose ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Standpunkt Q4 11

4 (I) Performance: Unter Druck* Mon. 1 Jahr Jahre Industrieländer Insgesamt USA Europa Deutschland Japan Emerging Markets Insgesamt Lateinamerika Asien Osteuropa Quelle: Bloomberg, TARGOBANK Stand:..11 (1) Konjunktur: Ausblick belastet Quelle für alle Charts: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:..11 *, in EUR, MSCI-Indizes gg. Vorperiode -1 OECD Frühindikator gg. Vj., % -4 MSCI Welt-Aktien gg. Vj., % (re. Achse) -1 - Aug 97 Aug 99 Aug 1 Aug Aug Aug 7 Aug 9 Aug 11 () Scheinbar günstige Kurs-Gewinn- Verhältnisse sind nicht alles ()... wenn die -Tage-Linie fällt 7 4 MSCI Welt Mittelwert Aug Aug Aug 7 Aug 9 Aug 11 DAX Index MSCI EM Mittelwert -Tage Durchschnitt Aug 1 Aug Aug Aug 7 Aug 9 Aug Aktien Vorerst abwarten und dann auf Asien und Deutschland setzen Performance In den letzten drei Monaten haben die Aktienmärkte in den Industrieländern rd. 14 % verloren (Tabelle I). Die Performance fiel allerdings äußerst unterschiedlich aus. Während Aktien in der Eurozone rd. % verloren, belief sich das Minus in Japan auf vergleichsweise geringe %. Die Emerging Markets verbuchten in den letzten drei Monaten ähnliche Kursrückgänge wie die industrialisierten Länder. Anders als dort kam es in den einzelnen EM-Regionen zu keinen großen Performanceunterschieden. Aktuelle Lage Der Aktienabsturz, der Ende Juli begann, ist u.a. die Reaktion auf die Hilflosigkeit der Politik, die Verschuldensproblematik in Europa und den USA schnell in den Griff zu bekommen. In diesem Umfeld realisierten die Finanzmärkte die steigende Wahrscheinlichkeit einer erneuten Bankenkrise, wenn nach Griechenland weitere Länder in die Verschuldensmisere gezogen würden. Darüber hinaus mehren sich seit dem zweiten Quartal die Anzeichen für eine globale Konjunkturabschwächung. Betroffen sind nicht nur die Industrieländer, die vielfach unter den selbstverordneten Spardiktaten leiden, sondern auch der EM-Raum. Anziehende Leitzinsen aufgrund hoher Inflationsraten sowie steigende Wechselkurse belas ten zunehmend das Wirtschaftsklima in der EM-Region. Weil das wiederum Rückwirkungen auf die Konjunktur in den Industrieländern haben kann, wurde das Wort Rezession wieder hoffähig und die Aktienmarktschwäche war eingeleitet. Markteinschätzung Die Börsen dürften mit ihren massiven Abschlägen bereits die erwartete starke Konjunkturverlangsamung eingepreist haben. Das spräche für eine anstehende Bodenbildung. Solange sich aber keine nachhaltige Rettung des Euros abzeichnet, bleiben wir für Aktienengagements dennoch skeptisch. Da insbesondere auch der Fortgang politischer Krisen nicht prognostiziert werden kann, sollte die simple Börsenregel beachtet werden, die besagt, in Aktienmärkte nur dann zu investieren, wenn die -Tage-Linie nach oben zeigt. In den letzten 1 Jahren war diese Regel zum Beispiel für den DAX ein guter Indikator. Bis dieser gleitende Durchschnitt nach oben dreht, könnte Kassehaltung die überlegene Anlageform sein. Insbesondere bei den Industrieländern sehen wir kurzfristig vergleichsweise wenig Potenzial. Zum einen wirken zwar der fallende Rohölpreis sowie die anhaltend niedrigen Zinsen stützend; doch auf der anderen Seite bremst der starke Zwang zum Sparen bei den privaten und öffentlichen Haushalten in fast allen westlichen Industriestaaten die Konjunktur, möglicherweise bis weit in das nächste Jahr. Japan und Deutschland sind wahrscheinlich zwei Sonderfälle. Japanischen Aktien dürfte das Konjunktursonderprogramm nach der Fukushima-Katastrophe helfen. Deutsche Werte könnten von der vergleichsweise weiter gut laufenden Konjunktur in Asien etwas profitieren. Trotz anderer fundamentaler Voraussetzungen konnten sich EM-Titel von der Abwärtsbewegung in den Industrieländern nicht absetzen. Der jüngste Kursrückgang bei EM-Aktien drückt die Erwartung auf einen Gewinnrückgang von rund % aus. Nach der Lehman-Krise sanken diese um 4 %. Damals fiel das Weltwirtschaftswachstum aber auch auf -,7 %, allerdings scheint aktuell ein globales Wachstum von über % das wahrscheinlichste Szenario. Weiteres Absturzpotenzial dürfte daher für den EM-Bereich gering sein. Da wir aber von keiner schnellen Konjunkturerholung ausgehen, bleibt das Chance-Risiko- Verhältnis nur ausgewogen. Ein Kauf von EM-Aktien hat nicht höchste Priorität, und wenn, dann böten gemischte EM-Fonds, die in Aktien und Renten investieren, möglicherweise vorerst bessere Chancen. Risiko Die inzwischen schon offen ausgesprochene Möglichkeit des Scheiterns des Euros würde das Weltfinanzsystem erschüttern. In diesem Szenario könnte es zu einer Neubewertung fast aller Anlageinstrumente kommen. Aktien kämen zunächst extrem unter Druck. Möglicherweise würden außereuropäische Währungen deutlich zulegen können. *) Eine frühere Wertentwicklung/Simulation oder Prognose ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. 4 Standpunkt Q4 11

5 The Contrarian View* * An dieser Stelle präsentieren wir normalerweise eine Einschätzung, die nicht vorherrschende Meinung ist, aber in der Finanzwelt heftig diskutiert wird. Dieses Mal allerdings möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie die Weltwirtschaft aus ihrer aktuellen Schwächephase finden könnte. Anpassungsbedarf der Koordination Vermögensverlust Verstärkung DAX Index schwache Konjunkturdaten Aktienkurse fallen Vertrauensverlust Unternehmensgewinne fallen + Investitionen werden verschoben + BIP-Wachstum sinkt Haushaltskonsolidierung = Sparen + höhere Steuern Negativer Finanzierungseffekt Quelle: Bloomberg, TARGOBANK Stand:..11 Verstärkung Die Verschuldenskrise in Europa und den USA ist ungelöst. Die regelmäßige Erhöhung der Rettungsschirme in Europa und das Ausrufen immer neuer Sparziele über Ausgabenkürzungen und höhere Steuern verunsichert. Darüber hinaus haben sich die Konjunkturnachrichten zuletzt klar verschlechtert. Das stark nachgebende Verbrauchervertrauen sowohl in den USA als auch in Europa deutet einen zunehmenden Vertrauensverlust an. Verstärkt wird dieser Effekt durch die eingetretenen Vermögensverluste aufgrund der Kursrückgänge an den Aktienmärkten. Dazu kommt noch der negative Finanzierungseffekt für die Unternehmen. Wenn in diesem Umfeld Schlüsselnationen oder -regionen wie die USA und Europa beginnen, ihre Staatsdefizite zu sanieren, kann das für die Weltkonjunktur nichts Gutes heißen. Denn wenn alle für sich individuell genommen zwar das Richtige tun, kann es für die Weltgemeinschaft dennoch fatal sein. Die Aktienmärkte sind unter Druck, weil die Probleme in der westlichen Welt fast zum gleichen Zeitpunkt eskalierten und jede Region diese für sich alleine lösen will. Sie können sich fangen, wenn die Probleme koordiniert gelöst werden: Europa spart, die USA belebt ihren Arbeitsmarkt und Asien senkt die Zinsen. Das ist ein Ansatz, der funktionieren könnte und von dem alle Regionen gleichzeitig profitieren würden. Datenkalender Konjunkturabschwung und europäische Verschuldenskrisen als treibende Kräfte An dieser Stelle geben wir einen Überblick über wichtige Wirtschaftszahlen, den wahrschein lichen Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung und ihren möglichen Einfluss auf die Finanzmärkte. (I) Datenkalender für Q4/11 Letzter Wert Veröffentlichung Okt Nov Dez Stimmungsindikatoren PMI* USA,9 EU 49,7 erster Arbeitstag im Monat CHN,7 Ifo-Index* DE 1,7 zwischen dem 1.-. Verbraucherstimmung* USA,7 zwischen dem 1.-. Konjunkturangaben Arbeitslosenquote* USA 9,1 erster Freitag im Mon. DE 7, erste Woche im Mon. Einzelhandel** USA, zwischen dem Immobilienindex* USA 1, zwischen dem Baubeginne** USA 9, zwischen dem Verbraucherpreise** USA, zwischen dem 1.-. EU, zwischen dem 1.-. CHN, zwischen dem Notenbanksitzungen Leitzins FED-Zinssatz USA,-,% EZB-Zinssatz EU 1,% Quelle: TARGOBANK * Indexstand ** Veränderung zum Vorjahr,% Stand:..11 Wie stark schwächt sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 11 ab, und mit wie viel Konjunktur-Dynamik ist im kommenden Jahr zu rechnen? Da viele Frühindikatoren inzwischen kaum mehr ein positives Wirtschaftswachstum anzeigen, ist die Linie zwischen einem sehr abgeschwächten Wirtschaftswachstum und einer möglichen leichten Rezession inzwischen sehr schmal. Das gilt gleichermaßen für die USA als auch die Eurozone. So dürften die Einkaufsmanagerindikatoren, deren neue Werte gewöhnlich zu Beginn eines Monats vorgestellt werden, wieder klar im Rampenlicht stehen. Sollten sich diese oberhalb der Marke von Indexpunkten stabilisieren können, was zumindest auf eine leichte Wirtschaftsexpansion hindeuten würde, dürfte diese Entwicklung den Aktienmärkten Auftrieb geben. Das Ausmaß der Finanzmarktkrise kann nicht direkt an den Wirtschaftsindikatoren abgelesen werden. Allerdings sollte eine Verschärfung der Finanzmarktkrise das Wirtschaftswachstum dämpfen. Eine Stabilisierung der Frühindikatoren könnte daher auch als Entspannung in der europäischen Verschuldenskrise gewertet werden. Für die Emerging Markets ist die Entwicklung der Inflationsraten wichtig. Wenn sich diese in den Spätsommermonaten rückläufig entwickeln würden, dürfte der Zinsanhebungszyklus in vielen asiatischen Ländern zu Ende sein; das wäre eine gute Nachricht für die Aktienmärkte im EM-Raum und würde positiv auf die Aktienmärkte der Industrieländer ausstrahlen. Vor dem Hintergrund eines nur sehr schwachen Wirtschaftswachstums sollte in den Industrieländern das Inflationsthema vorerst nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das kann sich ändern, wenn es das Ziel ist, die europäischen Staatsschulden weg zu inflationieren. Diese Option sollte in 11 allerdings noch nicht in Erwägung gezogen werden. Standpunkt Q4 11

6 Wichtiger Hinweis der TARGOBANK Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte Die TARGOBANK AG & Co. KGaA ( TARGOBANK ) hat bei der öffentlichen Verbreitung von Finanzanalysen mögliche Interessenkonflikte offenzulegen. Dieser Verpflichtung kommt sie nach, indem sie auf die nachfolgende Darstellung möglicher Interessenkonflikte hinweist. Die möglichen Interessenkonflikte werden mit größtmöglicher Sorgfalt innerhalb der TARGOBANK ermittelt und regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft. Die in Finanzanalysen geäußerten Ansichten geben die persönliche Ansicht des Analysten über die genannten Wertpapiere oder Emittenten wieder; die Vergütung des Analysten war weder in der Vergangenheit, ist nicht in der Gegenwart und wird auch nicht in Zukunft an die Empfehlungen oder Ansichten innerhalb der Finanzanalysen gebunden sein. Die in Finanzanalysen genannten Inhalte, Produktinformationen, Ausarbeitungen oder Einschätzungen zu Wertpapieren sind nur zu Ihrer Information bestimmt und sollten nicht als ein Angebot aufgefasst werden, Kapitalanlagen zu kaufen, zu verkaufen oder zu deren Kauf oder Verkauf aufzufordern. Die TARGOBANK stellt Ihnen diese Informationen unverbindlich zur Verfügung und übernimmt keine Gewähr bezüglich der Zuverlässigkeit, Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen, und sie haftet nicht für etwaige Schäden oder Verluste, die dem Nutzer direkt oder als Folgeschäden aus der Verwendung besagter Informationen entstehen. Die Informationen sind sorgfältig und nach dem letzten verfügbaren Stand zusammengestellt. Durch aktuelle Entwicklungen könnten diese jedoch überholt sein oder sich ansonsten geändert haben, ohne dass die bereitgestellten Einschätzungen, Bewertungen, Ausarbeitungen und Informationen geändert wurden bzw. werden. Sofern die Inhalte von Dritten zur Verfügung gestellt wurden bzw. Meinungen Dritter wiedergeben, müssen diese nicht mit den Auffassungen der TARGOBANK im Einklang, sondern können auch im Widerspruch hierzu stehen. Der Wert der in den Finanzanalysen genannten Anlagen unterliegt Schwankungen des Marktes, welche zum ganzen oder teilweisen Verlust des Investments führen können. Zum Beispiel kann infolge von Wechselkursveränderungen bei der Währung, auf die die Kapitalanlage lautet, der Wert der Kapitalanlage steigen oder fallen, wenn die eigene Währung des Anlegers eine andere ist. Anlagen in diese Produkte sind keine Bankeinlagen und sind entsprechend weder durch die TARGOBANK noch im Rahmen der Einlagensicherung garantiert. Die Performance der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. Soweit Prognosen abgegeben werden, könnten diese unter Umständen nicht oder nicht vollständig zutreffen. Vor dem Erwerb eines Produkts sollte der Kunde eine selbstständige Anlageentscheidung treffen, ohne sich auf eine Finanzanalyse zu verlassen. Die Finanzanalyse ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Es sollte eine ausführliche und an der Kundensituation ausgerichtete Beratung erfolgen. Die in Finanzanalysen genannten Geldanlagen in Unternehmen oder Märkte sollten nur von Anlegern in Betracht gezogen werden, die aufgrund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen in Finanz- und Wertpapiergeschäften in der Lage sind, die damit einhergehenden Vorteile und Risiken einzuschätzen; andere Personen sollten keine Wertpapiergeschäfte auf Grundlage einer Finanzanalyse tätigen. Die genannten Produkte können nicht von US-Personen erworben werden. Die TARGOBANK erhält für Abschluss und Bestand eines Anlageproduktvertrages vom Emittenten oder der Kapitalanlagegesellschaft Provisionen. Zu genannten Produkten wird ein offizieller Prospekt gemäß den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Allein maßgeblich für die Produkte sind die Bedingungen des jeweiligen Prospektes, welcher kostenlos in Ihrer TARGOBANK Zweigstelle erhältlich ist. Die TARGOBANK, aber auch Organe, Führungskräfte sowie Mitarbeiter halten möglicherweise Anteile oder Positionen an Wertpapieren oder Finanzprodukten, die Gegenstand von Bewertungen sind. Die TARGOBANK kann daher auch ein Geschäft mit einem Finanzinstrument getätigt haben, das Gegenstand der Finanzanalyse ist oder war, bevor diese Information dem Kunden zugänglich gemacht worden ist. Die TARGOBANK hat in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Regelungen interne organisatorische Vorkehrungen getroffen, um Interessenkonflikte bei der Erstellung und Weitergabe von Finanzanalysen soweit wie möglich zu vermeiden. Impressum Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Otmar Lang Direktor Research Herausgeber: TARGOBANK AG & Co. KGaA Kasernenstraße 1 41 Düsseldorf Schlussredaktion: Dirk Maertens, Maenken Kommunikation Grafik: Birte Janzen Redaktionsschluss:..11 Standpunkt Q4 11

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