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2 Inhaltsverzeichnis 1. Wireless Messaging Überblick Aufbau einer SMS Wireless Messaging API Senden einer Nachricht Empfangen einer Nachricht WMA Push Capabilities Sicherheitsaspekte Zusammenfassung & Fazit...8 Literaturverzeichnis...9 Abbildungsverzeichnis...9 2

3 1. Wireless Messaging Überblick Sehr beliebt bei Handynutzern ist der Short Message Service (SMS) welcher ursprünglich zum Austausch von Textnachrichten zwischen mindestens einem Handy und einem PC oder zwischen zwei Handys gedacht war. Die erste SMS wurde 1992 von einem PC auf ein Handy geschickt. Mittlerweile verfügt jedes auf dem Markt erhältliche Handy über diesen Standard. Im Laufe der Zeit wurde dieser Service nach und nach erweitert. Der Enhanced Message Service (EMS) diente erstmals dazu, Klingeltöne oder Betreiberlogos an Handys zu übermitteln. Dadurch wurde auch das Aufsplitten von einer Textnachricht, die die Maximalgröße von 160 Zeichen überschritten hatte, in mehrere kleine Nachrichten, die am Empfänger wieder zu einer zusammen gesetzt wurde, möglich. Gefolgt hiervon, der Multimedia Message Service, kurz MMS, welcher es erlaubt auch größere Inhalte wie Bilder, lange Texte, Audioaufzeichnungen, Realtone Klingeltöne, Videos, etc. zwischen Handys zu verschicken. Eine MMS ist flexibel aufgebaut, d.h. es lassen sich verschiedene Inhalte kombinieren und in einer einzigen Nachricht übermitteln. Neben diesen direkten Handy zu Handy Nachrichten gibt es auch Broadcast Nachrichten, die der Netzbetreiber an alle Handys schicken kann. Diesen Service nennt man Cell Broadcast Service (CBS). Auf unterschiedlichen Kanälen (Channels) können Inhalte übertragen werden, die der Handynutzer abonnieren kann, also eine Art Videotext für das Handy. Früher wurden hier Wetterinformationen, Nachrichten, Datum und Uhrzeit, etc. übertragen. Diese meist durch Sponsoren finanzierten Dienste sind allerdings rückläufig, so dass T-Mobile CBS schon komplett eingestellt hat. Derzeit verwendet O2 diesen Service noch, um die Gauß-Krüger- Koordinaten, auf Channel 221, der Handystation zu übermitteln. Dies kann nützlich sein, wenn man Applikationen schreibt die eine ungefähre Standortbestimmung benötigen. Somit ist es schon möglich grobe Bewegungsprofile ohne Nutzung von GPS, was nur in wenigen Handys verfügbar ist und zudem viel Energie benötigt, zu erstellen. O2 selbst nutzt diese Informationen zur Erkennung und Anzeige der Homezone auf dem Handy. Eine Cell Broadcast Message kann 93 Zeichen enthalten. Es ist allerdings möglich einzelne Nachrichten aneinander zu reihen, um somit auch längere Texte zu übertragen. Dieser auf dem GSM Netz basierende Service ist auch mit UMTS verfügbar und nennt sich dort Service Area Braodcast (SAB). Diesem steht wesentlich mehr Kapazität als dem CBS zur Verfügung. 3

4 2. Aufbau einer SMS Eine SMS besteht aus einem Header und einem Datenteil (Body). Im Header werden Informationen wie Absendernummer, Empfängernummer, Kodierung und Zeichensatz angegeben. Die Größe des Bodys, welcher die eigentlichen Daten enthält, ist auf Bytes begrenzt. Die darin befindlichen Daten sind entweder 7 Bit, 8 Bit oder 16 Bit Kodiert. 7 Bit werden für herkömmliche SMS Textnachrichten verwendet, wodurch sich eine Wortanzahl von 160 Zeichen ergibt. 8 Bit Kodierung wird eingesetzt um Binärdaten wie Bilder, Logos oder Klingeltöne zu versenden. Die 16 Bit Kodierung wird für Unicode Nachrichten verwendet, womit sich auch Texte in anderen Sprachen übertragen lassen können. Um SMS-Nachrichten in eigenen Applikationen empfangen zu können, ist es notwendig eine SMS an einen bestimmten Port zu senden, wie man das auch von Netzwerk Sockets her kennt. Da eine normale SMS allerdings nicht die Möglichkeit bietet Ports festzulegen, wurde der UDH (User Data Header) eingeführt. Dieser wird in den Message Body eingefügt und enthält z.b. Informationen wie den Zielport der ShortMessage oder Markierung einer Teilnachricht einer Überlangen ShortMessage. Durch das Hinzufügen des UDH gehen dem Body 8 Bits an Nutzdaten verloren. [1] Aufbau einer Short Message 4

5 3. Wireless Messaging API Die Wireless Messaging API 1.1 (WMA 1.1) ist in der JSR 120 und die WMA 2.0 in der JSR 205 spezifiziert. Diese APIs stellen Schnittstellen bereit, um SMS und MMS zu senden und zu empfangen. Die WMA basiert auf dem Generic Connection Framework (GCF), welches in der CLDC 1.0 spezifiziert wurde. Die Interfaces der API findet man im javax.wireless.messaging Paket. Zum Senden und Empfangen von Nachrichten, werden Message Objekte benötigt, die das Interface der API, welches unabhängig vom Nachrichteninhalt (Text,Binärdaten) ist, implementieren müssen. Diese Objekte enthalten immer einen Adress- sowie Datenteil. Der Nachrichtentyp wird durch das Implementieren von Subinterfaces festgelegt (TextMessage oder BinaryMessage). Um eine SMS Verbindung herzustellen, wird ein MessageConnection Objekt, welches von Connector aus dem javax.microedition.io Paket erbt, benötigt. [2] Einbindung der WMA in das GCF 5

6 4. Senden einer Nachricht Um eine Nachricht zu senden, muss man ein MessageConnection Objekt und ein TextMessage Objekt erstellen. Die Zieladresse und Zielport wird in URI schreibweise angegeben, wie z.b. sms://nummer:port (Der Port ist eine optionale Angabe). Aus dem so erstellten MessageConnection Objekt kann nun mit newmessage ein TextMessage Objekt erstellt und dies mit setpayloadtext mit einem String gefüllt werden. Der Methode send des MessageConnection Objekts wird die TextMessage jetzt einfach übergeben und veranlasst dadurch das Handy die Short Message zu versenden. Code-Beispiel: try { String addr = sms:// ; MessageConnection conn = (MessageConnection) Connector.open(addr); TextMessage msg=(textmessage) conn.newmessage(messageconnection.text_message); msg.setpayloadtext( Hello World! ); conn.send(msg); } catch (Exception e) {... } 5. Empfangen einer Nachricht Um eine Short Message zu empfangen muss man einen Listener registieren der auf einem festgelegten Port auf ankommende Nachrichten wartet. Es ist nicht möglich, Nachrichten ohne Port, also ganz normale Textnachrichten zu empfangen. Die Portangabe erfolgt wieder in URI schreibweise, also sms://:port. Mit Connector.open(URI) wird ein MessageConnection Objekt erstellt, welches mit Aufruf der Funktion receive() so lange wartet, bis eine Nachricht eingetroffen ist. Diese kann dann nach vorheriger Typ-Prüfung in ein TextMessage Objekt gecastet und der Inhalt mit getpayloadtext() als String in einer Variable gespeichert werden. 6

7 Code-Beispiel: try { String addr = sms://:5432 ; MessageConnection conn = (MessageConnection) Connector.open(addr); Message msg = null; // Warte auf eingehende Nachrichten while (someexitcondition) { msg = conn.receive(); // Eine Nachricht wurde empfangen if (msg instanceof TextMessage) { TextMessage tmsg = (TextMessage)msg; String receivedtext = tmsg.getpayloadtext(); // Hier kann der Text weiter verarbeitet werden } else { // Nachricht ist kein Text, evtl. eine Binary } } } catch (Exception e) {... } 6. WMA Push Capabilities MIDP 2.0 bietet die Möglichkeit MIDlets über neue Ereignisse zu informieren, ohne dass diese ausgeführt werden müssen. Dieses Feature kann dazu genutzt werden, ein MIDlet, welches auf eingehende SMS wartet, automatisch bei Eingang einer Nachricht zu starten und diese dann zu verarbeiten. Der Push-Registry Eintrag kann entweder dynamisch zur Laufzeit der Applikation registriert werden, oder aber fest in der Applikationsbeschreibung. Solch ein Eintrag in der Applikationsbeschreibung, für die Benachrichtigung einer SMS an Port 1234 von einer beliebigen Absendernummer, kann wie folgt aussehen: MIDlet-Push-1: sms://:1234, SMSBeispiel, * MIDlet-Push-2: cbs://:1234, SMSBeispiel, * 7

8 7. Sicherheit Die Wireless Messaging API unterliegt einigen Zugriffsbeschränkungen. Das Erteilen der benötigten Rechte ist Device und Implementationsabhängig. Meist wird der Benutzer im konkreten Fall gefragt, ob er das Senden oder Empfangen einer Nachricht zulassen möchte. Die Methoden Connector.open(), MessageConnection.send() und MessageConnection.receive() benötigen die passenden Rechte um ausgeführt zu werden. Sofern keine Erlaubnis vorliegt, wird eine SecurityException geworfen. Weitergehende Beschränkungen bzw. Freigaben sind in der MIDP 2.0 Plattform möglich. Hier kann man bestimmte Nachrichtentypen oder auch Ports freigeben. 8. Zusammenfassung & Fazit Die Wireless Messaging API ist eine stabile und gut unterstützte API. Ihr Einsatz ist daher auf jedem Java fähigen Handy möglich. Durch die Einfachheit, bietet Sie Entwicklern eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, Short- und Multimedia Messages zu senden oder zu empfangen und die Inhalte in Ihren Java Applikation weiter zu verarbeiten. Die Nutzung dieser API macht vor allem Sinn bei Anwendungen, welche selten und nur kleine Mengen an Daten austauschen müssen und die Nutzung eine Internetverbindung die Kosten einer SMS übersteigen würde, oder eine Internetverbindung aus anderen Gründen auf dem Mobile Device nicht möglich ist. 8

9 Literaturverzeichnis JSR 120 Spezifikation URL: JSR 205 Spezifikation URL: Wireless Messaging API - C. Enrique Ortiz, Dezember 2002 URL: Short Message Service URL: Abbildungsverzeichnis [1] eigene Abbildung [2] 9

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