Kinder & Medien. Ein Ratgeber für Eltern

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1 Kinder & Medien Ein Ratgeber für Eltern

2 Vorwort Liebe Eltern! Medien kaum jemand kann ihnen entkommen. Aus unserem täglichen Leben sind der Fernseher, der PC, das Internet sowie das Handy nicht mehr wegzudenken. Aber nicht nur wir Erwachsene sind von den Möglichkeiten, die uns mit den neuen Medien geboten werden, angetan. Auch für Foto: Land OÖ unsere Kinder ist es oft unmöglich, diese nicht in Anspruch zu nehmen. Wie aber kann man den Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit den Medien beibringen? Sie als Eltern sind hier ein wichtiges Vorbild! Begleiten Sie Ihre Kinder durch diese Welt und nehmen Sie die Fragen und Anliegen Ihrer Kinder und Jugendlichen zu diesem Thema ernst. Angesichts der kaum noch überschaubaren Vielfalt an Möglichkeiten, die sich durch die neuen Medien eröffnen, sind viele Eltern verunsichert. Diese Broschüre soll Ihnen Antworten und Tipps für einen bewussten Umgang mit Medien geben. Ihr Franz Hiesl Landeshauptmann-Stellvertreter

3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 1 2. Fernsehen DVDs und Videos 6 3. Hörmedien 7 4. Der PC 8 5. Internet Web Chatten Instant Messenger Spiele Ego-Shooter LAN-Partys Handy Linktipps 27

4 1. Einleitung Medien bilden einen festen Bestandteil unseres Lebens. Sie bereichern unsere Kommunikation und erweitern unseren Zugang zu Informationen und Unterhaltung. Angesichts der kaum noch überschaubaren Vielfalt an Möglichkeiten, die sich durch die Neuen Medien eröffnen, sind viele Eltern aber auch verunsichert und stellen sich viele Fragen: Angesichts der kaum noch überschaubaren Vielfalt an Möglichkeiten, die sich durch die Neuen Medien eröffnen, sind viele Eltern verunsichert. Dieter Schütz / PIXELIO - Ab wann darf ein Kind allein fernsehen oder im Internet surfen? - Wie können unsere Kinder einen angemessenen und verantwortungsvollen Umgang mit Fernsehen, Handy und Internet lernen? - Wie kann ich mein Kind im Internet schützen? - Wie bekommen wir die Handykosten unserer Kinder in den Griff? - Wie kann ich verhindern, dass andere Freizeitaktivitäten unter der Nutzung der Neuen Medien leiden? Auf diese und viele andere Fragen soll die vorliegende Broschüre Antworten geben und eine erste Orientierung bieten. Sie soll Ihnen und Ihrem Kind helfen, kompetent und souverän die Chancen zu ergreifen, die sich durch die Neuen Medien ergeben, und ihre Möglichkeiten kreativ zu nutzen. Kinder müssen lernen, mit Medien sinnvoll und kompetent umzugehen. Sie müssen die Stärken und Schwächen der - 1 -

5 verschiedenen Medien kennen lernen und erfahren, wann es sinnvoll ist, bestimmte Medien zu nutzen und wie diese wirken. Dies lernen sie nicht durch strikte Fernseh-, Handy- oder PC- Verbote, sondern durch Erfahrung. Dabei benötigen Kinder Unterstützung. Damit Sie Ihrem Kind den richtigen Umgang mit Fernsehen, Handy und PC vermitteln, sollten Sie selbst mit einigen Grundlagen und Funktionsweisen der Medien vertraut sein. Dies erlaubt Ihnen, die Chancen und Risiken der verschiedenen Medien angemessen einzuschätzen und Ihrem Kind zu vermitteln. Denn Medienkompetenz erschöpft sich nicht in der Beherrschung der Technik. Medienkompetenz bedeutet vielmehr die Fähigkeit, sinnvoll und kritisch mit Inhalten umzugehen, also ihre Qualität und ihre Bedeutung einschätzen und bewerten zu können. Obwohl die positiven und nützlichen Seiten der Neuen Medien überwiegen und die Kinder hiervon profitieren können, dürfen die Probleme und Risiken nicht vergessen werden. Sie sollten Ihr Kind auf die Gefahren hinweisen und ihm erklären, wie es sich schützen kann. Außerdem sollten Sie klare Vereinbarungen treffen und Regeln aufstellen, die Ihrem Kind helfen, unbeschadet seine eigenen Erfahrungen zu machen. Verstehen Sie sich als Begleitperson. Begleiten Sie Ihr Kind auf seinen Ausflügen in die Welt der Neuen Medien. Seien Sie diejenige Person, mit der das Kind über seine Erlebnisse und Gefühle sprechen und mit der es sich über seine Erfahrungen austauschen kann. Achten Sie zugleich darauf, dass andere Freizeitaktivitäten nicht zu kurz kommen. Die Neuen Medien sollen andere Spielplätze und Lernorte nicht verdrängen, sondern diese variieren und erweitern. Sie sollten als eine Bereicherung in einen abwechslungsreichen Alltag eingebettet sein. Für den Umgang mit allen Medien gilt: Seien Sie auch hier Vorbild für Ihr Kind! - 2 -

6 2. Fernsehen Das Fernsehen mit seinen bunten Bildern besitzt schon für kleine Kinder eine besondere Faszination. Wie den Erwachsenen dient es auch Kindern und Jugendlichen zur Unterhaltung und Entspannung. Das Fernsehen dient als Fenster zur Welt, das eine Vielfalt an Informationen bietet. Durch das Fernsehen erhalten Kinder Einblicke in fremde Welten, die ihnen sonst verschlossen wären. Damit Kinder und Jugendliche das Medium Fernsehen sinnvoll und gewinnbringend nutzen, brauchen sie allerdings die Anleitung der Erwachsenen. Bernhard Pixler / PIXELIO Eltern besitzen auch beim Fernsehkonsum eine Vorbildfunktion für ihre Kinder: Die Kinder orientieren sich an den Fernsehgewohnheiten der Eltern und behalten diese sogar noch als Jugendliche bei. Sendungen verantwortungsbewusst auswählen Vor allem bei kleineren Kindern müssen die Eltern die Auswahl der Sendungen treffen. Wählen Sie kindgerechte Sendungen, die dem Alter Ihres Kindes angemessen sind. Zu den Kennzeichen von kindgerechten Sendungen gehören - eine für Kinder nachvollziehbare Handlung, - Identifikationsfiguren und - eine Geschichte ohne Klischees. Natürlich ist es wichtig, dass Ihrem Kind die Sendung gefällt. Orientierungshilfen zur Wahl altersgerechter Sendungen finden Sie auch bei

7 Gespräche über das Gesehene Damit Ihr Kind lernt, das Gesehene richtig einzuordnen, sollten Sie die Sendungen gemeinsam anschauen und sich anschließend darüber unterhalten. So lernt Ihr Kind, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, und erfährt, welche Sendungen zuverlässige Informationen liefern. Außerdem können Sie Ihrem Kind im gemeinsamen Gespräch seine Fragen beantworten und Sequenzen erklären, die es nicht verstanden hat. Da Kinder erst lernen müssen, mit dem Gesehenen umzugehen, können besonders Angst einflößende oder beunruhigende Sendungen belastend sein. Daher sollten Vorschulkinder grundsätzlich keine Erwachsenennachrichten sehen. Auch Reality- Shows zu verarbeiten, fällt vielen Kindern schwer. Hat Ihr Kind etwas gesehen, das es beunruhigt, dann helfen Sie ihm, konstruktiv damit umzugehen. Hat es beispielsweise Bilder von einer Naturkatastrophe gesehen, werden Sie gemeinsam aktiv und folgen Sie dem Spendenaufruf. Hatte der Film, den Sie gesehen haben, kein Happy End? Erfinden Sie doch einfach einen anderen, glücklichen Ausgang und erzählen Sie die Geschichte neu zu Ende. Lassen Sie Ihr Kind nach dem Fernsehen noch eine halbe Stunde etwas anderes machen, bevor Sie es ins Bett schicken. Empfehlungen für den Fernsehkonsum Damit Ihr Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Fernsehen lernt, sollten Sie einige Regeln vereinbaren: - Vereinbaren Sie, wie lange ferngesehen werden darf. - Vereinbaren Sie, was gesehen werden darf. - Schauen Sie, sooft es geht, gemeinsam fern. - Sprechen Sie über das Gesehene miteinander. - Lassen Sie Ihren Tagesablauf nicht vom Fernsehen diktieren. - Setzen Sie Fernsehen nicht als Belohnung ein und verbieten Sie Ihrem Kind nicht zur Strafe seine Lieblingssendung. Dadurch erhält Fernsehen eine zu große Bedeutung. - Der Medienkonsum darf nicht im Mittelpunkt der Lebensgestaltung stehen. Es muss genug Zeit bleiben für - 4 -

8 reale Erfahrungen, andere Interessen und Aktivitäten. Denken Sie daran: Die Mischung muss stimmen. - Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern fernsehfreie Tage, machen Sie aber im Gegenzug auch gelegentlich einen gemeinsamen Fernseh(vor)abend. - Ihr Kind ist fasziniert von den bewegten Bildern und Sie haben eine Videokamera? Dann drehen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Ihren eigenen Film und schauen ihn sich an. Das BildungsMedienZentrum des Landes OÖ bietet für oö. Schulen medienpädagogische Workshops an, in denen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich aktiv mit Medien auseinanderzusetzen und Trickfilme, Podcasts usw. eigenständig zu erstellen. Wie lange Ihr Kind fernsehen darf, hängt ganz wesentlich von seinem Alter, aber auch von der individuellen Entwicklung ab. Folgende Angaben, die auf den Empfehlungen staatlicher Stellen basieren, sollen Ihnen bei einer ersten Orientierung helfen: - Vorschulkinder: max. eine halbe Stunde, aber nicht täglich und immer im Beisein der Eltern. - Grundschulkinder bis 8 Jahre: weniger als eine Stunde, aber nicht täglich. - Grundschulkinder bis 10 Jahre: weniger als 1,5 Stunden. Verbieten Sie Ihrem Kind nicht kategorisch bestimmte Kindersendungen, weil Sie diese nicht mögen. Nehmen Sie Ihr Kind und seine Bedürfnisse ernst. Und bedenken Sie, dass Ihr Kind bei kategorischen Verboten möglicherweise von Erlebniswelten ausgeschlossen ist, die andere Kinder haben. Wenn Sie meinen, dass eine Sendung für Ihr Kind nicht geeignet ist, dann erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie nicht möchten, dass es sich diese Sendung ansieht. Bei älteren Kindern und Jugendlichen haben die meisten Eltern Sorge, dass sie sich zu häufig Gewaltdarstellungen im Fernsehen anschauen. Den Jugendlichen generell zu verbieten, Actionfilme - 5 -

9 anzuschauen, in denen Gewalt vorkommt, erhöht den Reiz dieser Sendungen. Allerdings sollten Sie bei häufigem Konsum solcher Filme einschreiten, da hierdurch suggeriert werden kann, dass Gewalt ein alltägliches und geeignetes Mittel der Auseinandersetzung sei. Schauen Sie daher mit Ihrem Kind gemeinsam fern, sprechen Sie nach dem Film mit ihm und machen Sie deutlich, dass Gewalt keine Form der Konfliktlösung ist. 2.1 DVDs und Videos Führen Sie Ihr Kind auch an den verantwortungsvollen Umgang mit Spielfilmen heran. Wählen Sie zu diesem Zweck gemeinsam einen Film aus, der Ihrem Kind gefallen könnte. Eine erste Orientierung für die richtige Wahl liefern die Alterskennzeichnungen der freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Auch in Zeitschriften finden sich oftmals Altershinweise. Führen Sie Ihr Kind verantwortungsvoll an den Umgang mit Spielfilmen heran. Ob ein Film für Ihr Kind geeignet ist, können Sie mit Sicherheit natürlich erst dann entscheiden, wenn Sie ihn sich angeschaut haben, bevor Sie ihn mit Ihrem Kind gemeinsam ansehen. Folgende Merkmale kennzeichnen einen für Kinder geeigneten Film: - Der Film greift die Lebenswelt von Kindern auf. - Konflikte und Probleme werden nicht ausgespart, jedoch auch kreative Lösungen gezeigt. - Der Film ist logisch aufgebaut und für Kinder nachvollziehbar. - Die im Film angebotenen Identifikationsfiguren entsprechen keinen Klischees

10 3. Hörmedien Ob Hörkassetten, Radio, CDs oder MP3-Player Hörmedien bilden einen festen Bestandteil der medialen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Vor allem Musik dient dazu, Stimmungen und Gefühle auszuleben. Wie bei allen anderen Medien gilt auch hier: Die Nutzung an sich ist nicht zu kritisieren, wichtig ist der verantwortungsvolle und ausgewogene Umgang. Lassen Sie Ihr Kind nicht jeden Tag hören. Ab und zu 20 bis 40 Minuten sind genug. Lesen Sie stattdessen Ihrem Kind einmal etwas vor. Auch für ipod & Co. gilt: Die Nutzung an sich ist nicht zu kritisieren, wichtig ist der verantwortungsvolle und ausgewogene Umgang. wrw / PIXELIO Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind allzu ausgiebig Hörmedien nutzt und darüber Freunde und andere Aktivitäten vernachlässigt? Dann versuchen Sie mit ihm gemeinsam herauszufinden, warum es sich abkapselt. Ein klärendes Gespräch muss natürlich auch dann geführt werden, wenn Sohn oder Tochter zu laut Musik hören um Gesundheitsschäden zu vermeiden. Für Vorschulkinder sind Hörspiele und -bücher besonders attraktiv. Da es hierunter auch Kassetten gibt, die action- und spannungsgeladen sind, sollten Sie zunächst in die Kassetten hineinhören, bevor Sie diese Ihrem Kind geben. Finden sich auf der Kassette Lieder, dann animieren Sie Ihr Kind, dazu zu tanzen, damit auch die Bewegung nicht zu kurz kommt. Auch bei Kassetten sollte eine zeitliche Begrenzung gesetzt werden

11 Bei Jugendlichen stehen Musikmedien an erster Stelle: Mit dem MP3- Player im Ohr geht es morgens zur Schule, nachmittags läuft das Radio nebenher beim Lernen und bei den Hausaufgaben und abends werden die neuesten CDs der Lieblingsbands in den CD-Player gesteckt oder Video-Clips geschaut. So wichtig es für die Jugendlichen ist, durch Musiksendungen zu wissen, was gerade angesagt und hip ist auch hier sollte der Konsum in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Vereinbaren Sie, dass zu bestimmten Zeiten die "Geräuschkulisse" ausgeschaltet wird, beispielsweise zum Lernen und während der Hausaufgaben. Die technischen Möglichkeiten führen manche Jugendlichen in Versuchung, sich Musik illegal aus dem Internet herunterzuladen. Sensibilisieren Sie Ihre Kinder dafür, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Erklären Sie Ihrem Kind, dass das illegale Herunterladen gegen das Urheberrecht verstößt und man sich damit strafbar macht. 4. Der PC Der Personal Computer übt auf viele Kinder eine große Anziehungskraft aus. Hier gibt es viel zu entdecken und auszuprobieren. Die Jüngsten können sich in schillernden Farben Bilder, Zeichentrickfilme oder Videos anschauen. Grundschulkinder Für Kinder im Grundschulalter gilt: Ein PC gehört nicht ins Kinderzimmer! Stephanie Hofschläger / PIXELIO - 8 -

12 können am PC mit Lernspielen ihren Wissenshunger stillen (s. hierzu das Kapitel "Spiele"). Darüber hinaus können kleinere Kinder mit Malprogrammen ihre Kreativität erproben und entwickeln und zugleich erste Erfahrungen mit dem PC sammeln. Je älter die Kinder werden, umso vielfältiger werden die Möglichkeiten der PC-Nutzung. Neben Spielen eröffnet der PC mit dem Internet auch die weite Welt. Hier gilt es, jeweils einen altersgemäßen, dem Entwicklungsstand des Kindes angemessenen Umgang mit dem Medium PC zu finden. Der richtige Platz Beim Arbeiten oder Spielen am PC, beim Surfen und Chatten ist der richtige Platz ebenso wichtig wie beim Erledigen der Hausaufgaben. Der Schreibtischstuhl muss ergodynamisch sein, um Rückenschäden vorzubeugen. Der Abstand zum Monitor sollte 60 cm betragen. Der Bildschirm sollte flimmerfrei sein. Bildschirme, die den neuesten Standards entsprechen, sind besonders strahlenarm. Achten Sie beim Bildschirmkauf auf das Gütezeichen. Auf keinen Fall sollte Ihr Kind im dunklen Zimmer vor dem Bildschirm sitzen. Ideal ist es, wenn Licht von der Seite einfällt. Wer darf wie lange? Alle Altersangaben können nur eine grobe Orientierung geben und sollen keine starre Richtlinie darstellen. Entscheidend sind immer auch der Entwicklungsgrad und die Verstehensmöglichkeiten des einzelnen Kindes. 3 bis 4 Jahre: gelegentlich fünf bis zehn Minuten Lern- und Spielprogramme. Ab 5 Jahre: Grundschulkinder: Zeit für einen ersten gemeinsamen Ausflug ins Internet. sollten nicht länger als eine halbe Stunde vor dem Bildschirm sitzen egal, ob es sich um den PC oder den Fernseher - 9 -

13 Ab 12 Jahre: handelt. Nur an ganz besonderen Tagen darf es mal eine Ausnahme geben. Die Nutzungszeit sollte zwei Stunden nicht überschreiten. Wichtig auch: Andere Interessen dürfen nicht zu kurz kommen. Denken Sie daran: Nach dem Spiel am PC oder dem Ausflug ins WWW sorgen Bewegungsspiele für Ausgleich wenn es das Wetter erlaubt am besten natürlich draußen. 5. Internet Das Internet stellt für Kinder eine faszinierende Erweiterung ihrer herkömmlichen Lern- und Spielorte dar. Schon für Kinder im Vorschulalter bietet das Internet viele interessante Möglichkeiten, da es neben Texten auch Bilder und Filme zum Anschauen gibt. Die kommunikativen Möglichkeiten des Internets können Kinder natürlich erst ausschöpfen, wenn sie lesen und schreiben können. Lieblingsseiten als Favoriten Die ersten Ausflüge ins Internet sollten Sie immer gemeinsam mit Ihrem Kind machen. Ältere Grundschulkinder können auch schon einmal allein ins Netz, allerdings nur auf die festgelegten Seiten. Außerdem sollten Sie immer in der Nähe bleiben, um Ihrem Kind jederzeit helfen zu können. Um zu entscheiden, welche Seiten für Ihr Kind geeignet sind, schauen Sie sich diese am Besten selbst einmal an oder lassen Sie sich von Ihrem Kind zeigen, was es interessiert. Die gemeinsamen Erfahrungen erleichtern es in Zukunft, positive und negative Erlebnisse bei der

14 Internetnutzung zu besprechen. Kinderportale enthalten speziell ausgewählte, altersgerecht aufbereitete Themen. Alle Hinweise auf andere Websites sind auf Kindertauglichkeit getestet. Informationen über gute Kinderseiten mit Beschreibungen finden Sie beispielsweise unter Die ersten Ausflüge ins Internet sollten Sie immer gemeinsam mit Ihrem Kind machen. Chris Adel / PIXELIO Seiten, die auch Ihrem Kind gefallen, können als Lesezeichen oder Favoriten gespeichert werden. Bei Grundschulkindern reicht eine kleine Auswahl festgelegter Seiten zum Surfen, die immer wieder angesteuert werden. Indem Sie die Seiten als Favoriten anlegen, verhindern Sie, dass Ihr Kind durch Eingabefehler zu ungewollten Ergebnissen kommt. Die Lieblingsseite Ihres Kindes können Sie als Startseite installieren. Hier eignet sich natürlich auch eine Kindersuchmaschine. Von dieser aus kommt Ihr Kind nur auf unbedenkliche Seiten, lernt aber trotzdem den Umgang mit Suchmaschinen kennen. Seien Sie nicht zu kritisch in Bezug auf die Entdeckungsreisen Ihres Kindes im Internet. Ihr Kind kann durch Zufall auf ungeeignete Inhalte stoßen. Nehmen Sie dies zum Anlass, um über diese Inhalte zu diskutieren und eventuell Regeln zu vereinbaren. Drohen Sie Ihrem Kind aber nicht sofort mit Internetverbot o.ä. Sie möchten ja, dass es sich auch in Zukunft wieder an Sie wenden wird, wenn es in einer unangenehmen Situation ist

15 für Freund/innen, fürs Netz Legen Sie für Ihr Kind zwei -Adressen an: Die eine kann den richtigen Namen enthalten und ist für den Austausch mit guten Freund/innen bestimmt. Die andere, die keine Rückschlüsse auf die Identität zulässt, kann Ihr Kind im Netz benutzen. Die Korrespondenz dieser Adresse läuft über Sie und wird von Ihnen kontrolliert. Schutz durch klare Regeln Bevor Ihr Kind erstmals allein ins Internet geht, sollten Sie mit ihm über die Risiken sprechen. Jetzt ist auch der Zeitpunkt, um klare Vereinbarungen zu treffen, an die Ihr Kind sich hält, wenn es im Netz ist. Denn: Kinder sind neugierig und versuchen herauszufinden, welche Möglichkeiten das WWW so bietet. Die wichtigsten Regeln auf einen Blick: 1. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, persönliche Daten mit Vorsicht weiterzugeben. Erklären Sie die Gefahren leichtfertiger Datenweitergabe. Eine einfache Regel kann sein, dass Ihr Chancen und Nutzen des Internet übertreffen die Risiken bei weitem! Das Internet ist ein ausgezeichnetes Medium zum Lernen und zur Freizeitbeschäftigung. Ermutigen Sie Ihr Kind, das Internet bewusst zu nutzen und alle positiven Möglichkeiten zu erforschen. Kind Name, Adresse, Telefonnummer und Fotos nur nach Absprache weitergibt. 2. Vorsicht bei Downloads, da diese vielfach kostenpflichtig sind. Das gilt auch für Hilfestellungen bei Hausaufgaben und Referaten. 3. Mails von unbekannten Absendern niemals öffnen, da sie Viren enthalten können. 4. Werb s oder Mails von Unbekannten niemals beantworten

16 5. Festgelegte zeitliche Grenzen einhalten. 6. Seiten, die beunruhigen oder verängstigen, den Eltern zeigen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Erlebnisse im WWW. Begleiten Sie es ab und zu und teilen Sie seine Erlebniswelt. Mit Ihrer Hilfe kann Ihr Kind auch lernen, den Wahrheitsgehalt und die Inhalte der besuchten Seiten kritisch zu bewerten, beispielsweise, indem Sie gemeinsam über das Impressum herausfinden, wem die Seite gehört oder indem Sie Ihrem Kind zeigen, wie es die Richtigkeit von Inhalten durch Vergleich mit anderen Quellen überprüfen kann. Ist Ihr Kind inzwischen zum Profi im WWW geworden dann lassen Sie sich von ihm die virtuelle Welt erklären. 7. Ermutigen Sie Ihre Kinder zu guter Netiquette. Netiquette sind die informellen Verhaltensregeln im Internet. Einfach gesagt: Was im realen Leben erlaubt ist, ist auch im Internet erlaubt. Was im realen Leben verboten ist, ist auch im Internet verboten. 8. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken von realen Treffen mit Online-Bekanntschaften. Das Internet ist ein fantastischer Ort, neue Menschen kennen zu lernen. Um unangenehme Überraschungen zu verhindern, treffen Sie mit Ihrem Kind die Abmachung, dass bei solchen Treffen immer ein vertrauter Erwachsener oder zumindest eine Freundin oder ein Freund dabei sein soll. Vergessen Sie nicht, dass Regeln nur wirksam sind, wenn Kinder und Jugendliche die Regeln verstehen und deren Berechtigung akzeptieren

17 Technik zum Schutz Natürlich können Sie auch technische Vorkehrungen treffen. Diese sind aber lückenhaft und stellen somit keinen 100- prozentigen Schutz dar. So sortieren Filter zwar einzelne Seiten nach vorgegebenen Schlagworten aus, jedoch sind hierunter bisweilen auch hilfreiche Seiten, während so manche unerwünschte Seite nicht erfasst wird. Hilfreich kann auch ein Programm sein, das Werbefenster unterdrückt, erhältlich z. B. unter weil Kinder noch nicht zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung unterscheiden können. Ein Spamfilter im Postfach kann unerwünschte Werbung verhindern helfen. Treffen Sie auch Schutzvorkehrungen gegen betrügerische Einwählprogramme, die kostspielige 0900er-Nummern anrufen. Hilfe hierzu finden Sie beispielsweise unter Um langwierige und unerfreuliche Diskussionen über die Verweildauer im Internet zu verhindern, können Sie ein Programm installieren, das den PC nach einer festgelegten Zeit ausschaltet. Melden Sie illegale Internetinhalte an. Kinderpornographie und neonazistische Inhalte sind in Österreich gesetzlich verboten. 5.1 Web 2.0 Das Web 2.0 basiert auf der Idee, dass jede/r mitmachen kann. Im Vordergrund steht das aktive Mitwirken der Einzelnen an den Inhalten, die im Internet zu finden sind. Das heißt: Beim Web 2.0 kann jede/r Sender/in werden und Inhalte ins Netz stellen. Die wichtigste Anwendung sind Weblogs, auch kurz Blogs genannt. Dabei handelt es sich um Online-Tagebücher, die oft, meist täglich, aktualisiert werden. Ähnlich wie in einem Tagebuch teilt der Schreiber hierin der Öffentlichkeit mit, was er Bemerkenswertes, Kurioses oder Alltägliches erlebt hat und wie er sich fühlt

18 Neben Textblogs gibt es auch Photoblogs (Phlogs) und Videoblogs (Vlogs), in denen Fotos bzw. Filme das geschriebene Tagebuch ersetzen. Podcasts sind Audio- und Videoaufnahmen, die ins Netz gestellt werden. Darüber hinaus gibt es spezielle Internetplattformen, die sich an bestimmte Zielgruppen wenden, wie z. B. schülervz. Diese Plattform ermöglicht es Schüler/innen, Informationen auszutauschen, mit ihren Klassenkamerad/innen in Kontakt zu treten oder auch neue Verbindungen herzustellen. Hier können sie Fotoalben anlegen, Interessengruppen bilden oder an Diskussionsrunden teilnehmen. Solche Internetplattformen verstehen sich als soziales Netzwerk und bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, sich zu vernetzen und über die Plattform zu kommunizieren. 5.2 Chatten Chatten gehört zu den beliebtesten Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen im Netz. Kinder chatten gerne, weil sie in Chats Gleichaltrige treffen, Freundschaften schließen und sich austauschen können. Hier können sie auch mal in andere Rollen schlüpfen, da sie ja unter dem Nickname, dem ausgedachten Fantasienamen, anonym bleiben. Gerade die Anonymität von Chatrooms stellt aber auch eine Gefahr dar. Denn unter dem Deckmantel der Anonymität kann es zu Beschimpfungen, Belästigungen und Übergriffen kommen. Daher sollten Kinder bis zum Alter von 13 Jahren nur in Kinder-Chats verkehren. Wählen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind geeignete Chats aus. Eine Auswahl sicherer Chats finden Sie auch unter Schutz durch Absprachen Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren des Chattens. Vereinbaren Sie mit ihm bestimmte Regeln. Die wichtigsten Verhaltensregeln auf einen Blick: - misstrauisch sein,

19 - keine persönlichen Daten preisgeben, - unangenehme Dialoge sofort abbrechen, - bei unangenehmen Erfahrungen sofort die Eltern informieren, - niemals reale Treffen mit Chat-Partner/innen eingehen. Wichtig ist auch, dass der Chat moderiert wird. Der/die Moderator/in hat die Rolle, aufzupassen und Ansprechperson zu sein. Weitere Kennzeichen für kontrollierte Chats sind eine Ignore-Funktion, mit der man Störende stumm schalten kann, und ein Notfall-Button, mit dem man schnell eine/n Moderator/in zu Hilfe rufen kann. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass der Chat keinen Gastzugang hat, sondern dass alle User dort registriert sind. Ungeeignet für Kinder sind Voice-Chats, bei denen die Kommunikation über Sprache läuft. Hierbei bestehen kaum Möglichkeiten der Kontrolle oder des Eingriffs durch den/die Moderator/in. Außerdem gibt es keine Filter, die beispielsweise Kraftausdrücke unterbinden. "...es ist wunderbar für mich zu chatten, da meine Klassenkamerad/innen auch registriert sind. Ich wohne auch sehr weit von meinen Mitschüler/innen entfernt und so können wir uns auch am Nachmittag austauschen. Das ist besser als telefonieren, da ich nicht 10 Telefonleitungen habe. Außerdem kann ich viele Leute kennen lernen. Da ich dick bin, lerne ich nicht so viele neue Leute kennen und so geht das." (Mädchen, 14 Jahre) Auch wenn Ihr Kind schon mal allein chattet: Sprechen Sie anschließend mit ihm über seine Chaterfahrung. Fragen Sie es, mit wem es sich unterhalten hat. Ist es doch einmal zu einer Belästigung im Chat gekommen, sollten Sie die Chat-Anbieter/innen hierüber informieren und bei der Polizei Anzeige erstatten. Weitere Sicherheitsvorkehrungen Checken Sie den Chat Ihres Kindes und beobachten Sie ihn eine Zeitlang. Prüfen Sie, wie mit Problemen umgegangen wird. Achten Sie darauf, dass es kein großer, unübersichtlicher Chat ist. - In das persönliche Profil gehören keine Angaben zu Name, Wohnort und Alter

20 - Auch Fotos, auf denen die betreffende Person gut zu erkennen ist, haben dort nichts zu suchen. - Kontaktaufnahmen von unbekannten Teilnehmer/innen sind grundsätzlich abzulehnen. - Absender lästiger Nachrichten sollten auf die Ignore-Liste gesetzt werden. - Unerwünscht zugesandte Nachrichten sollten unterdrückt werden. 5.3 Instant Messenger Im Unterschied zu Chats läuft bei Instant Messengern die Kommunikation nicht über die Plattform eines Chat-Anbieters. Vielmehr bauen die Computer der Nutzer/innen eine direkte Verbindung auf. Es handelt sich also um eine persönliche Kommunikation, die einem Telefonat vergleichbar ist. Der hierzu erforderliche Instant Messenger kann im Internet heruntergeladen und auf dem Rechner installiert werden. Instant Messenger erlauben nicht nur den Austausch in Echtzeit, sondern auch den Transport von Bildern und Tönen. Über eine persönliche Kontaktliste ist ersichtlich, wer gerade online ist. Der Vorteil des Instant Messengers besteht darin, dass nur diejenigen Personen direkt Kontakt aufnehmen können, denen dies ausdrücklich erlaubt wird. Da es sich bei Instant Messengern um eine private Kommunikation handelt, gibt es jedoch auch keine Kontrolle, wie beispielsweise durch den/die Moderator/in im Chat. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass unverlangt Fotos oder Videos zugesandt werden. Zwar können Sie einige vorbeugende Maßnahmen treffen, doch gilt grundsätzlich, dass Instant Messenger ein erhöhtes Risiko unerwünschter Kontakte beinhalten. Daher sind Instant Messenger für Kinder grundsätzlich nicht geeignet

21 Schutz-Maßnahmen für jugendliche User Was Sie tun können, wenn Ihr 14-jähriger Sohn oder Ihre 15- jährige Tochter einen Instant Messenger installieren möchte: Setzen Sie die Sicherheitsfunktion des Instant Messengers auf die höchste Stufe. Schalten Sie die Cam- und Voice-Funktion ab. 6. Spiele PC- und Video-Spiele, Spielkonsolen und Internetspiele üben auf Kinder und Jugendliche einen besonderen Reiz aus, weil die Spieler/innen in die Geschehnisse eingreifen können. Vor Denken Sie bitte auch daran: Der PC ist kein Babysitter. Lassen Sie Ihr Kind daher nicht mit dem PC-Spiel allein. Spielen Sie doch einfach mal mit! Schemmi / PIXELIO allem Spiele, in denen der/die Spieler/in in eine andere Rolle oder Identität schlüpfen kann, faszinieren Kinder und Jugendliche. Spielerisch lernen Schon Vorschulkinder können im Beisein und unter Anleitung der Eltern ausgesuchte Lern- und Spielprogramme kennen lernen. Gerade bei Vorschulkindern sollte die Freude am Spiel im Vordergrund stehen. Neben Kreativprogrammen, mit denen

22 gemalt und spielerisch mit Dingen umgegangen werden kann, gibt es Edutainment- Programme, bei denen Erziehung und Unterhaltung verbunden sind. Ideal ist es, wenn Lernprogramme über verschiedene Schwierigkeitsgrade verfügen, sodass sie auch Vorschulkinder nicht überfordern. Wenn sich der jeweils erreichte Stand abspeichern lässt, kann Ihr Kind bei der nächsten Runde direkt dort wieder einsteigen. Natürlich sollte auch die Gestaltung ansprechend sein, damit das Spiel Ihrem Kind Spaß macht. Ab dem Grundschulalter können Kinder auch Spiele mit gegnerischer Auseinandersetzung und sportlichem Wettbewerb spielen. Hierbei können sie ihre kognitiven Fähigkeiten, ihre Reaktionsschnelligkeit und ihr visuelles Gedächtnis schulen. Auch in der Folgezeit können altersgerechte Spiele wie Sport- und Simulationsspiele eine Erweiterung der Möglichkeiten darstellen und eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sein. Erklären Sie Ihrem Kind, dass auch das unrechtmäßige Herunterladen von Spielen und anderen Dateien Diebstahl ist. Seien Sie auch hier Vorbild für Ihr Kind und verwenden Sie nur lizenzierte Produkte. Welches Spiel für mein Kind? Wenn Sie wissen wollen, welche Spiele für Ihr Kind geeignet sind, können Sie sich über Spielemagazine oder das Internet informieren. Auch die Bundeszentrale für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen hält eine Übersicht geeigneter Spiele bereit. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl der Spiele für Ihr Kind nicht nur den individuellen Entwicklungsstand, sondern achten Sie auch auf die Altersfreigabe. Um sich ein Bild von dem Spiel zu machen, ist es empfehlenswert, es selbst einmal zu spielen

5.3 Instant Messenger

5.3 Instant Messenger - keine persönlichen Daten preisgeben, - unangenehme Dialoge sofort abbrechen, - bei unangenehmen Erfahrungen sofort die Eltern informieren, - niemals reale Treffen mit Chat-Partner/innen eingehen. Wichtig

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