Wie geht s den Mädchen?

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1 Landeshauptstadt München Referat für Gesundheit und Umwelt Fachstelle Frau & Gesundheit Wie geht s den Mädchen? Dr. Babette Schneider Fachstelle Frau & Gesundheit

2 Wie geht s den Mädchen? 4 von 5 Mädchen schätzen ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut/ sehr gut ein. Mit der Pubertät nimmt die körperliche Aktivität deutlich ab. Jedes 3. Mädchen mit mittlerem oder niedrigem Sozialstatus raucht, Fast jedes 5. Mädchen ist nach BMI übergewichtig. Fast jedes 3. Mädchen (14-17 Jahre) gibt Hinweise auf eine Ess-Störung. Aus: KIGGS-Studie, 2006

3 Wer sind die Mädchen? Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren, ein gutes Drittel davon Ausländerinnen = 3,18 % der weiblichen Bevölkerung Sind seltener in Hauptschulen als Buben Sozialhilfedichte (Mädchen und Buben): 68/1000 der Jährigen 52/1000 der Jährigen

4 Mädchenzeit Entwicklungszeit (1) Gegen Ende der Kindheit gelten Mädchen im Vergleich zu Buben als gesünder und: - offen, - selbstbewusst, - tatkräftig, -gewitzt. (Carol Gilligan und Kolleginnen) Jugendgesundheitsbericht 1998: Im fortgeschrittenen Jugendalter zeigen Mädchen und junge Frauen vergleichsweise vermehrt psychische Beeinträchtigungen und körperliche bzw. psychosomatische Beschwerden.

5 Mädchenzeit Entwicklungszeit (2) einschneidende innere und äußere Veränderungen, Unsicherheit, neues Körperselbstbild Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit im Spannungsfeld von - eigenen Gefühlen, Wünschen und Möglichkeiten, - familiären Werten, Traditionen und Bindungen, - sozialen Erwartungen außerhalb der Familie, - gesellschaftlichen Normen und Rollenzuschreibungen sexuelle Identität mit Integration in das Selbstbild

6 Mädchenzeit Entwicklungszeit (3) Frühere Menarche, im Mittel derzeit mit 12,5 Jahren > die Anforderungen an die psychosoziale Entwicklung müssen immer früher bewältigt werden. Wünsche nach größerer Unabhängigkeit und sexuellen Kontakten bereits in Phase noch starker Verunsicherung. Mediengewohnte Jugendliche: mehr Informationen als einordenbar.

7 Was suchen Mädchen? Mädchen... wollen ihren Körper kennen, seine Äußerungen verstehen, seine Signale deuten können. wollen wissen, ob ihr Körper richtig ist. neigen dazu, ihren Körper geringschätzig und abwertend zu beurteilen. werden mit der ersten Menstruation mit verwirrenden Gefühlen zwischen Stolz und Handicap konfrontiert. Nach: Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau

8 Was suchen Mädchen? Mädchen... benötigen Informationen und Unterstützung in Fragen der Monatshygiene. möchten sich vor negativen Erfahrungen schützen. möchten gern Bescheid wissen über die Zusammenhänge von Fruchtbarkeit und Schwangerschaft. hätten gern Sicherheit in Fragen der Empfängnisverhütung. Nach: Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau

9 Wie geht s den Mädchen? Themen Schönheit, Attraktivität Körperzufriedenheit Sexualität, Reproduktion, Verhütung Rollenerwartungen Medikalisierung, Konsumorientierung Ess-Störungen Depressionen Gewalterfahrungen

10 Aufgaben der Mädchengesundheitsförderung (1) Informationen geben, Zusammenhänge erfahrbar machen Freude über die Fähigkeiten und Möglichkeiten des weiblichen Körpers vermitteln: mein Körper meine Freundin Reflexion der gesellschaftlichen Normen und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit von Mädchen und Frauen (auch die eigene) Aufmerksamkeit für Doing gender Wertschätzung der weiblichen Lebensformen

11

12 Mädchengesundheitsprojekte Projekt für Mädchen und junge Frauen Frauengesundheitszentrum Pro Familia, Sexualpäd. Team Städt. Schwangerenberatung Kath. Schwangerenberatung (SkF München) Mädchen, Frauen, Meine Tage: Zyklusshow IMMA Beratung für Mädchen und junge Frauen Referat für Gesundheit und Umwelt, Prävention für Kinder ab 3 Jahren und Jugendliche

13 Angebote des Gesundheitswesens Schulärztliche Beratung Pro Familia Familienberatungsstelle Schwangerenberatungsstellen (Sexualpädagogik) Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) Jugendmedizinische Beratung / Behandlung (Jugend)Gynäkologische Beratung Jugendpsychotherapeutische Behandlung Beratungsstellen für Ess-Störungen

14 Ratschläge von Betroffenen...Ich habe mir die Ess-Störung als mein Sprachrohr genommen... Heimlichtuerei verletzt mich. Informieren Sie sich selbst über Ess- Störungen. Machen Sie mir ein Angebot zum Reden. Lassen Sie mich nicht fallen... auch wenn ich zunächst sehr abweisend reagiere. Aus: Was sind Ess-Störungen?, Dr. Monika Gerlinghoff, Dr. Herbert Backmund

15 Aufgaben der Mädchengesundheitsförderung (2) Mädchenzeit ist prägende Zeit für zukünftiges Gesundheitsverhalten und Lebensqualität. Leben ist gekennzeichnet durch Umbrüche und Veränderung. Die Balance zwischen Gewohnheit und Neuem bedeutet gelingendes Leben. Zeigen wir den Mädchen selbst, dass diese Balance möglich ist. Unterstützen wir die Mädchen, einen eigenen, selbstbestimmten Weg zu finden und den Herausforderungen und Zumutungen des Lebens einschließlich der Ungleichheiten im Geschlechterverhältnis zu begegnen, ohne gesundheits- bzw. selbstschädigendes Verhalten entwickeln zu müssen.

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