Das Depotbank- und Custody-Geschäft ist. Dienstleister unter Druck. Titelthema

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1 Dienstleister unter Druck Die Schweizer Depotbank- und Custody-Branche befindet sich in einem engen Korsett von Regulierung, Preis- und Margendruck, berichtet Clemens Schuerhoff. Das Depotbank- und Custody-Geschäft ist schon lange kein langweiliges Geschäft am Ende der Wertschöpfungskette mehr, sondern befindet sich in einem engen Korsett von Regulierung, Preis- und Margendruck. Daneben spielen die erhöhte Komplexität des Geschäfts sowie die kontinuierlich steigenden Anforderungen an die jeweilig offerierten Dienstleistungen eine zunehmend zentrale Rolle. Das geht aus der diesjährigen spn- hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Kommalpha durchgeführt wurde. Spätestens nach Skandalen wie Madoff und Lehman fragen sich institutionelle Investoren, welchen Risiken ihre Anlagen ausserhalb der bislang typischen portfoliotheoretischen Risiken ausgesetzt sind. Das geht bis hin zur Frage, wo die Assets de facto verwahrt werden, was Safekeeping wirklich bedeutet und welche Gegenparteien und sonstigen Partner in die Verwahr- und Abwicklungskette involviert sind. Daneben hat die Regulierung die Themen aufgegriffen und schiesst mit Breitseite auf den gesamten Markt, in Europa und jenseits des Atlantiks. Bisher herausgekommen sind Gesetze beziehungsweise Richtlinien wie Fatca, AIFMD, Ucits V, Emir, Basel III und Solvency II. Die Liste lässt sich beliebig verlängern und hat aufgrund der Globalisierung der Märkte beziehungsweise der einhergehenden Europäisierung ebenfalls starken Einfluss auf die Schweiz als Finanzplatz. Mit der Folge, dass alle genannten Regulierungsinitiativen einen sehr starken Handlungsbedarf bei den Unternehmen produzieren. Parallel herrscht ein nach wie vor niedriges Preisniveau für deren Dienstleistungen, wobei die Anforderungen und Erwartungen an die Qualität und die Produktabdeckung des Depotbankgeschäftes institutioneller Investoren kontinuierlich steigen. Doch zunächst zu einigen Fakten der diesjährigen Umfrage: Teilgenommen haben acht Gesellschaften, die mindestens 375 Milliarden Schweizer Franken Assets under Custody des Schweizer Marktes verwahren. Aufgrund der Tatsache, dass Adressen wie die Bank Julius Bär und die Credit Suisse von Angaben abgesehen haben, ist davon auszugehen, dass das insgesamt tatsächliche von den Teilnehmern der Umfrage verwaltete und verwahrte Volumen deutlich höher liegt als das angegebene. Das Gleiche dürfte übrigens auch für die von den Befragten kumuliert genannten 177 Milliarden Schweizer Franken Volumina für das Kollektivanlagegeschäft gelten, da hier, neben den bereits genannten Häusern, auch Pictet ebenfalls keine Daten angegeben hat. Transparenz, Sicherheit und eine risikobewusste Vermögenssteuerung lauten unsere derzeitigen Schwerpunkte. Patrik Frieden Head Global Custody Solutions, Credit Suisse AG August / September 2012 spn 15

2 2012 wird für uns ein spannendes Jahr im Hinblick auf die Einführung unseres Bankensystems Avaloq in Hongkong und des Rollouts eines Online-Trading-Systems. Auch das globale Collateral Management wird einen grossen Themenschwerpunkt in diesem Jahr darstellen. Daniel Eichenberger Leiter Pictet Asset Services Zürich Abb. 1: Assets under Custody in Milliarden Schweizer Franken Quellen: spn, Kommalpha Spitzenreiter bei Angaben der Assets under Custody ist die Zürcher Kantonalbank mit 130 Milliarden Schweizer Franken, gefolgt von BNP Paribas mit 69 Milliarden und Pictet mit 51,2 Milliarden Schweizer Franken. Bei den Assets im Fondsgeschäft liegt anga be gemäss RBC Dexia mit 65 Milliarden vorn, gefolgt von BNP Paribas mit 45 Milliarden sowie der Zürcher Kantonalbank mit 43 Milliarden Franken. Bei den Angaben zu der Anzahl der Fonds ist ebenfalls RBC Dexia mit 250 Fonds an erster Stelle, gefolgt von der Zürcher Kantonalbank mit 121 Fonds sowie Pictet mit 84 Fonds. Bei der Abdeckung einzelner regionaler Märkte liegen wiederum State Street, Julius Bär, BNP Paribas und J.P.Morgan mit teilweise über 100 Märkten vorn. Die Umfrage hat dabei jedoch nicht nach der Art der Abdeckung gefragt, sprich in welchen Märkten die Banken mit eigenen Einheiten vertreten sind und welche Märkte in Zusammenarbeit mit anderen Global Custodians oder Unterverwahrern abge- 16 spn August / September 2012

3 deckt werden. Auf diesen Sachverhalt wird später noch eingegangen, da das Thema Verwahrkette insbesondere im Rahmen der Haftung von Depotbanken eines der brisantesten aktuellen Themen ist. Daneben hat leider kein Teilnehmer der diesjährigen Umfrage eine Angabe zu der Zahl der institutionellen Endinvestoren gemacht, was letztendlich ein Indiz dafür ist, wie diskret und letztlich auch intransparent das Depotbank- und Custody-Geschäft noch immer ist. Generell läuft die Datenkommunikation bei allen Teilnehmern überwiegend über Swift und , wobei alle Häuser in diesem Jahr in neue Systeme und Anwendungen investieren werden eine logische Notwendigkeit vor dem Hintergrund der Regulierungswelle und steigenden Komplexität des operativen Geschäftes (vergleichen Sie dazu auch die Übersichtstabelle auf den Seiten 20 bis 23). Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Erweiterung unseres zielgruppenspezifischen Berichtswesens, insbesondere zur Förderung der Transparenz. Weitere Eckpfeiler sind der Ausbau der Fondsleitungsaktivitäten und die Umsetzung und Implementierung lokaler und globaler regulatorischer Änderungen. Isabelle Brancart Head of Sales & Relationship Management, State Street Zentrale Themen 2012 sind für uns der Weiterausbau unseres Online Reportings, die Fortsetzung unserer Akquisitionsstrategie sowie die Erweiterung unseres weltweiten Partnernetzes. Andreas Barbaric, lic. oec. publ. Head Business Development, Julius Bär Custodian Service Die von institutionellen Investoren derzeit am meisten nachgefragten Dienstleistungen drehen sich um Themen wie Performance-Analyse und -Attribution, Risikoanalyse, Kostentransparenz und Risikomanagement im Sinne des Betrachtens von Ausfallwahrscheinlichkeiten und weiteren operationalen Risiken. Die Investoren fragen zudem vermehrt nach Dingen wie Was kostet uns denn...? oder Was haben wir da eigentlich wo...?. Dabei ist die Strukturreform ein eindeutiger Treiber für Verbesserungen bei Transparenz, Governance und Verwaltung der beruflichen Vorsorgevermögen sowie ein beherrschendes Thema bei der Bewirtschaftung der entsprechenden Portfolios. Zudem ist eindeutig festzustellen, dass das Spannungsfeld zwischen Liquidität, Rendite und Risiko in den letzten Jahren ge- August / September 2012 spn 17

4 Die Etablierung eines Service für Active ETFs und einer 24 hrs Global Securities Trading Facility ist eine unserer Aufgaben in Zusätzlich werden wir unsere Dienstleistungen im Securities- Lending-Bereich erweitern. Pierre M. Aicardi Director Business Development, RBC Dexia wachsen ist und sich daraus zunehmend erhöhte Anforderungen an die Kostentransparenz, Produktabdeckung (zum Beispiel Emerging-Markets-Produkte, alternative Investments oder strukturierte Produkte), Sicherheitenverwaltung (Collateral Management) sowie jegliche Analysedienstleistungen stellen. Dem entspricht es auch, dass alle Teilnehmer der Umfrage Performance-Messung und -Attribution, Compliance Monitoring, Risikoanalysen und konsolidiertes Reporting (Fonds- und Direktanlagen) anbieten. Das Geschäftsmodell von Depotbanken und Custodians entwickelt sich auch in der Schweiz im Bereich Daten- management weiter. Ruhig dagegen ist es zurzeit bei Themen wie Wertpapierleihe oder Transition Management. Auch deswegen, weil es hier erforderlich ist, durch entsprechende Prozesse und Programme wieder Vertrauen zu schaffen, um diese Dienstleistungen erneut stärker zu beleben. Das gegenwärtige Preisniveau von Depotbankdienstleistungen hat sich auf tiefem Niveau stabilisiert, wobei nicht davon auszugehen ist, dass es noch weiter nach unten geht. Die Margen bei den Anbietern sind sehr gering und die Investitionen in IT und qualifiziertes Personal stellen eine Herausforderung dar. Häufig sind die Kosten für Verwahrdienstleistungen noch mit den Vermögensverwaltungsdienstleistungen vermischt und somit nicht wirklich transparent. Quersubventionierung bei Price Dumping und Generierung von Zusatzerträgen durch Handelsaktivitäten sind häufig noch vorzufindende Praxis. Interessant wird es sein zu sehen, inwieweit die Preise wieder anziehen, wenn sich die Haftungsbedingungen für Depotbanken im Rahmen der Regulierungsthemen AIFM und Ucits V verändern. Sollten Depotbanken in der Schweiz für jegliche Risiken innerhalb der Verwahrkette zu einem regional entfernten Markt haften, ist es sehr wahrscheinlich, dass dies seinen Preis hat. Denn: Eine Art Vollkaskoversicherung ist teuer. Zumal davon auszugehen ist, dass es für Depotbanken aufgrund der Regulierung erforderlich 18 spn August / September 2012

5 Wir werden in diesem Jahr unser Depotstellennetzwerk in Asien und Südamerika weiter ausbauen und im vierten Quartal eine eigene Niederlassung in den USA zur Marktabdeckung in Betrieb nehmen. Weiterhin planen wir, unser Serviceangebot im Bereich OTC Clearing zu erweitern. Constanze Lack Head of Sales & Relationship Management Institutional Investors Switzerland, BNP Paribas sein wird, sich deutlich mehr Informationen zu jeweiligen lokalen Infrastrukturen der abgedeckten Märkte beschaffen zu müssen. Dazu kommen detailliertere Informationen und Prüfungen der Unterverwahrer und der jeweiligen lokalen Zentralverwahrer vor Ort. Da ist es nur logisch, dass Depotbanken und Custodians die anfallenden Kosten auf die Mandate umlegen werden. Es ist hierbei auch nicht auszuschliessen beziehungsweise es ist in anderen Märkten wie den USA und UK schon zu beobachten, dass eine solche Entwicklung ebenfalls Konsequenzen für die Asset Allocation hat. Birgt ein exotischer Markt Risiken im Sinne der Verwahrung und Abwicklung, wird er bei entsprechender Haftung der Depotbanken teuer sein. Das geht zu Lasten der zu erwartenden Rendite und somit wird sich ein Asset Manager beziehungsweise Investor vorher überlegen, ob er in einem solchen Markt Investments allokiert. Hauptnennungen: Welche drei markanten Trends/ Neuerungen sehen Sie im Markt für Custody-Services in den kommenden zwölf Monaten? Zunahme der Regulierungstendenzen Umschichtungen der Vermögenswerte Zunehmende Nachfrage im Bereich Risiko- und Performance-Messung Sinkende Margen Steigende Nachfrage nach massgeschneiderten Lösungen Fatca T2S Umsetzung der AIFM-Richtlinien Transparente Kostendarstellung in der zweiten Säule gemäss Artikel 48a BVV2 Konsolidierung im Markt Steigende Anforderungen an Transparenz und Analysedienstleistungen Wechsel von direkten Anlagen zu indirekten (passiven und kostengünstigen) Investitionsformen Umbruch im OTC-Derivate- Markt (CCP) Teilrevision des Kollektivanlagengesetzes (KAG) Kosten- und Effizienzdruck dahingehend, dass Verwahrer-, Buchhaltungs- und Reporting- Dienstleistungen bei einem statt mehreren Anbietern zusammengeführt werden Die gegenwärtige Regulierungswelle produziert Aufwand und Kosten und bringt isoliert betrachtet kein zusätzliches Geschäft für Depotbanken. Der bereits skizzierte Effekt der Haftung von Depotbanken für Risiken entlang der Verwahrkette produziert ebenfalls Kosten und zusätzlichen Informationsaufwand. Die Schweiz muss als Finanzplatz alle globalen wichtigen Gesetze und Richtlinien ebenfalls umsetzen, um als Standort attraktiv und entsprechend rechtssicher zu bleiben. Vieles vollzieht sich gegenwärtig wie zum Beispiel die KAG-Teilrevision und die Strukturreform bei Pensionskassen, daneben haben Themen wie Fatca, Dodd-Frank Act, Emir und Ucits V Einfluss auf Prozesse, Reporting, Bewertung, Produkte und Risikomanagement. Und das betrifft nicht nur die Schweiz, sondern aufgrund grenzüberschreitender Vertriebs- und Produktionsprozesse ebenfalls Jurisdiktionen anderer Länder, wie beispielsweise die von Deutschland, Luxemburg, Irland oder Offshore-Destinationen. Im gesamten Asset Management erlangen Depotbank- und Custody-Dienstleistungen stärkere Bedeutung, was ein guter und natürlicher Prozess ist, wobei der Druck aufgrund der Investitionserfordernisse, des harten Wettbewerbs und der höheren Aufmerksamkeit des Depotbankgeschäftes im Schweizer Markt gross ist. Die wichtigsten Kriterien bei der Mandatsvergabe sind zum einen ein transparentes Preis-Leistungs- Verhältnis und ein auf Schweizer Bedürfnisse zugeschnittener Kundenservice. Zum anderen spielt die strategische Positionierung des Geschäftsbereiches Depotbank und Custody eines Anbieters samt starker Bilanzkennzahlen und einer guten finanziellen Ausstattung vor dem Hintergrund des laufenden Investitionsbedarfes eine wesentliche Rolle bei der Verteilung von Neugeschäft. Also bedarf es einer gewissen Grösse bei gleichzeitiger lokaler Ausrichtung ( Swissness ) und der Vorhaltung aller Services und Dienstleistungen, die ein Mandat erfordert. Eine hohe Reporting-Qualität samt Online-Funktionalität, gute Performance -Messungs-/Performance-Attributionsverfahren sowie Risikomanagement-Tools sind dabei Grundvoraussetzungen für das Setup von Depotbanken. Am Ende spielt immer noch der reine Preis eine starke Rolle bei der Mandatsvergabe, was aber kritisch zu beurteilen ist, denn das Depotbankgeschäft und die Mandatsspezifika sind so heterogen, dass eine reine Preisorientierung zu kurz gegriffen ist. Dies ist in allen Dienstleistungsbereichen der Fall und somit auch zutreffend für das Schweizer Depotbankgeschäft. Im letzten Jahr gab es kaum Bewegung am Schweizer Markt für Depotbanken. So gab es verhältnismässig wenig Ausschreibungen von Mandaten und nur gelegentlich einige Bestandsüberprüfungen und Preisabstimmungen. Auch die bisher viel diskutierte Konsolidierung sowie Markteintritte von neuen Im Laufe dieses Jahres planen wir die strategische Erweiterung unseres bisher zehn Lagerstellen umfassenden Depotstellennetz werkes und die Einführung einer integrierten Fondsorder Routing- und-settlement- Plattform. Operativ wird uns die Einführung der Rechnungslegung für Personalvorsorgeeinrichtungen nach Swiss GAAP FER 26 beschäftigen. Ronald Birrer Leiter Worldwide Security Services, J.P.Morgan August / September 2012 spn 19

6 Abb. 2: Überblick der in der Schweiz tätigen Custodians Name des Unternehmens Bank Julius Bär & Co. AG BNP Paribas Securities Services, Zurich Branch Credit Suisse AG Ansprechpartner für diesen Fragebogen: Andreas Barbaric Constanze Lack Patrik Frieden Telefon: Allgemein (Datenstichtag ) Assets under Custody in der Schweiz (Direktanlagen und Fonds) Assets im Fonds-/Kollektivanlagegeschäft (in Mrd. CHF) k. A. 69,0 k. A. weltweit (in Mrd. CHF) 90, ,0 >1.250 k. A. 45,0 k. A. Anzahl Fonds in der Schweiz k. A. k. A. k. A. Erklären Sie knapp, aber prägnant, wie und warum sich die verwahrten Assets im Jahr 2011 entwickelt haben? Akquisitionserfolge durch Marktentwicklung beeinflusst Neugeldzufluss Positive Entwicklung durch Neukunden/ Akquisition Gab es besondere Entwicklungen, von denen Sie übermässig profitiert/unter denen Sie übermässig gelitten haben? Weiterentwicklung Online Reporting Tool Sinkende Margen im Schweizer Pensionskassenmarkt Hohe Dienstleistungsqualität, modernes Dienstleistungsangebot, finanzielle Stabilität, Reputation Anzahl abgedeckter Märkte (Anzahl Länder weltweit) mehr als >80 Personalstärke Custody Services in der Schweiz k. A. Anzahl der verwalteten Fonds/Segmente (Verwaltungseinheiten) k. A. k. A. k. A. Anzahl der institutionellen Endinvestoren k. A. k. A. k.a. Anzahl der Asset Manager, mit denen Sie zusammenarbeiten Bilden Sie bereits strukturierte Produkte (zum Beispiel CDOs, ABS, MBS, Swaptions) ab? k. A. 38 >130 Wenn ja, welche? alle CDOs, ABS, MBS etc. alle Bilden Sie Derivate ab? Wickeln Sie Hedgefonds ab? Wie viel Prozent (in etwa) der Datenkommunikation mit den Asset Managern läuft elektronisch via Swift? 20 spn August / September ,0 95,0 >90 Via (Excel Sheets)? 5,0 1 4 % <5 Via Fax? 5,0 1,0 <5 Investieren Sie 2012 in neue Systeme/Anwendungen? Wenn ja, wie viel circa? k. A. k. A. k.a. Haben Sie ein Wertschriften-/Fondsbuchhaltungssystem oder sonstige bestandsführende Systeme im Einsatz? Wenn ja, welche(s)? Wie viel Prozent des Konzernertrages wird durch das Custody-/ Verwahrgeschäft in etwa generiert? Bilden Sie Repurchase Agreements (Securities Lending, Repos) ab? Ist Ihr Unternehmen eine Gesellschaft nach Schweizer Recht? Seit wann sind Sie im Schweizer Custody-/Verwahrmarkt tätig? Global Custody Services integrierte WeBu-Lösung (one source/one system) Multifonds von IGEFI Drittsystem für Wertschriftenbuchhaltung und Fondsbuchhaltung (Multifonds) k. A. 2,8 k.a Bieten Sie Global Custody Services an? Wenn ja, welche der folgenden Services bieten Sie an? Derivative Clearing? In wie vielen Märkten? k.a.

7 J.P. Morgan (Schweiz) AG Pictet & Cie RBC Dexia State Street Bank GmbH München, Niederlassung Zürich Zürcher Kantonalbank Ronald Birrer Daniel Eichenberger Pierre Aicardi Isabelle Brancart Markus Wirth ,0 51,2 46,0 36,7 130, ,0 349, , ,0 k. A. 3,0 k.a. 65,0 20,9 43,0 4,0 84,0 250,0 26,0 121,0 Neu- und Zusatzgeschäft k. A. Organisches wie auch nicht organisches Wachstum durch Erweiterung der Dienstleistungen orientiert an die Bedürfnissen des Marktes und der Kunden Bilanzstärke und strategische Positionierung gewinnen zunehmend an Relevanz bei Auswahl eines Global Custodians. Erfreulich stabile Volumen trotz erhöhter Marktvolatilität k. A. nein State Street profitiert von der anhaltenden Konsolidierung der Custody- Anbieter und der ausserordentlich starken globalen und lokalen Kapitalbasis. Das Wachstum der Assets under Custody ist u.a. mit den Kompetenzen im Securities Lending als auch dem umfassenden Dienstleistungsangebot zu begründen. Die Geschäftspolitik und ein umfassendes Dienstleistungsangebot unterstützt von Top-Ratings haben sich bewährt über k.a. 4,0 ca ,0 170,0 über 121 k.a. k.a. k. A. k.a. k.a. k.a. ca k.a. Ohne Einschränkungen Ohne Einschränkungen ABS, MBS OTC-Derivate: Optionen, Forwards, Swaptions, Interest Rate Swaps, Credit Default Swaps, Index Swaps, Inflation Swaps, Total Return Swaps k.a. Strukturierte Produkte: CDO, CMOs, ABS, MBS, TBAs, Diskontanleihen, Convertible Bonds, Stepup Coupons, Brady Bonds, PIKs, Inflation-Indexed Bonds, Non-Deliverable Forwards sowie Konstrukte, Zertifikate, Warrants 99,0 79, ,0 90,0 0,0 0,0 40,0 0,0 k.a. 1,0 20,1 10,0 29,0 10,0 <1 Mrd. k.a. k.a. mehr als 1 Mrd. CHF k. A. SunGuard Avaloq als Bankensystem, Multifonds als Fondssystem und AS400 als Fondsbuchhaltungssystem MultiFonds, Focus, Milvus MCH Avaloq, Pebe Finance, weitere interne Systemlösungen k. A. k. A ,0 k. A ja ja nein ja ja Fast alle Märkte k. A. August / September 2012 spn 21

8 Name des Unternehmens Bank Julius Bär & Co. AG BNP Paribas Securities Services, Zurich Branch Global Custody Services (Fortsetzung) Cash Management (Konten-Pooling/autom. Liquiditätsübertrag)? Credit Suisse AG Contractual Income? In wie vielen Märkten? >40 Tax Reclaim? In wie vielen Märkten? gemäss gültigen DBAs 94 gemäss gültigen DBAs Proxy Voting? Reporting Welche der folgenden Leistungen bieten Sie an? In wie vielen Märkten? >100 Stresstests (online/webportal)? ja ja nein Value-at-Risk-Analysen? Value-at-Risk-Analysen (online/webportal)? Added-Value-Produkte Welche der folgenden Leistungen bieten Sie an? Commission Recapture? ja ja nein Securities Lending als Principal? Securities Lending als Agent? nein ja nein Securities Lending für Kollektivanlagevermögen? ja nein ja Bieten Sie Kunden Handelssysteme an? Bieten Sie Insourcing für Kollektivanlageprozesse an? nein nein ja Bieten Sie Outsourcing Services für Back-/Middleoffice- Prozesse oder andere Administrationsprozesse an? ja nein nein Andere Added-Value-Produkte? Falls ja, welche? Look-through Reporting, Currency Overlay, Collateral Management, Transition Management, Derivate Clearing, Tailor-made- Reporting, Kostentransparenzreport Dealing Services (Buy and Sell Side): Kunde kann seine Broker selber bestimmen. Fund Dealing Services: Zeichnungen/Rückgaben von Fondsanteilen können direkt online erfasst werden. Investline Guideline Monitoring, Transition-, Overlay- und Collateral-Management, integrierte Core/Satellite Lösungen, Deckungsgradschätzer, Fund Unbundling, Strategieberatung, Report Consulting Strategie Mit welchen Themen differenzieren Sie sich vom Wettbewerb? (bitte drei konkrete Nennungen) Global Custody ist Core Business, integrierte WeBu-Lösung (one source/one system) --> keine Abstimmungsschwierigkeiten, Persönlicher Client Manager (single point-of-contact), Starke BIZ Gesamtkapitalquote von 23.9%, BIZ Kernkapitalquote (Tier 1) von 21.8+% Abdeckung von über 80 Prozent des Portfolios eines institutionellen Investors durch eigene Depotstellen, Global Custody gehört zu den strategischen Geschäftsfeldern, Investitionen in Mitarbeiter und IT-Systeme Produkt- statt prozessorientierten Global- Custody-Organisation (Kundenfokus), Kundenservice (R&M Survey: Best GC 2012 aus Kundensicht), Wertschriftenbuchhaltung Planen Sie, im Jahr 2012 in der Schweiz Personal aufzustocken? Wenn ja, um wie viele Mitarbeiter? k.a. Je nach Geschäftsentwicklung k. A. Unser Ziel für 2012 ist der Ausbau unseres Online Reportings und die Dynamisierung elektronischer Schnittstellen zu unseren Kunden. Markus Wirth Leiter Custody Services, Zürcher Kantonalbank Playern haben vergangenes Jahr nicht stattgefunden. Insgesamt finden wir zurzeit einen stabilen und zuweilen sogar recht trägen Markt vor, abgesehen von der regulatorischen Dynamik. Der Markt des Depotbankgeschäftes ist immer noch recht fragmentiert in eine Vielzahl von gewachsenen Schweizer Anbietern wie Kantonalbanken oder Privatbanken und einen Grossteil der internationalen Global Custodians. Der Wettbewerb ist hoch und das Preisniveau niedrig. Der Markt hat Reife erlangt und der Investitionsdruck ist stark bei gleichzei- 22 spn August / September 2012

9 J.P. Morgan (Schweiz) AG Pictet & Cie RBC Dexia State Street Bank GmbH München, Niederlassung Zürich Zürcher Kantonalbank teilweise k. A. 103 gemäss gültigen DBAs k. A k. A. ja nein nein ja nein ja nein ja ja nein ja nein ja nein nein nein ja ja nein nein ja nein ja ja nein ja ja nein ja ja ja nein ja ja selektiv Asset Pooling, Cash Clearing, Cash Management, Collateral Management, Vertragliches & Gesetzliches Compliance, Foreign Exchange, Passive Currency Overlay, Hedge Funds Services, Private Equity & Real Estate Funds Services, Transition Management, Commission Recapture, Global Derivatives Services, Transaktionskostenanalyse, Board Level Reporting Commission Recapture, Currency Overlay, Fondsleitung, Online Tool, Class Action Services, kundenspezifisches Reporting, Compliance Monitoring FX, Cash & Investment Finance, 3rd party fund distribution Alternative Investments (Mourant), insbesondere Immobilien, Private Equity und Hedgefonds, OTC Clearing, Transition Management, Collateral Management, Research, Currency Overlay, Online Brokerage & FX Plattform ZKB Bond Rating Report, Currency Overlay, Derivative Reporting, Fund Labelling Lokale Präsenz mit grosser Produkt-, Technologie- und Dienstleistungsangebot, Flexibilität bei der Erstellung umfangreicher Berichte auf Kundenwunsch bis hin zu Reporting für aufsichtsrechtliche Organe, Depotbanklizenz für Direkte & kollektive Kapitalanlagen Transparenz Bestandespflegekommissionen, Kundenbetreuung (Flexibilität), Online Reporting Zielgruppenspezifisches Berichtswesen inkl. Risiko- und Performance-Analysen, finanzielle Stabilität und Fokus auf den Geschäftsbereich, Flexibilität bei dem Aufsatz neuer Produkte/ Investment-Strategien (zum Beispiel alternative Anlagen, komplexe Investment-Strategie und -Produkte) Umfassendes, integriertes Serviceangebot (inkl. Brokerage, SLB und Asset Management Services); massgeschneiderte, flexible Lösungen, hohes Investorenvertrauen in die Zürcher Kantonalbank (Top-Rating) ja nein nein ja ja k. A. k. A k. A. k. A. k.a. tig steigenden operationellen Risiken des Verwahr- und Abwicklungsgeschäftes. Aus diesem Grund ist immer noch zu erwarten, dass eine Konsolidierung unter den Anbietern stattfindet. Das kann mit Outsourcing oder Joint-Venture-Strukturen beginnen, deren Prozesse nicht zwangsläufig auf die Schweiz begrenzt sein müssen. Die lokale Präsenz von Anbietern wird durch die schweizerische Jurisdiktion infolge der internationalen Regulierungswelle bestimmt. Eine Überregulierung wirkt destruktiv und daher sollte sich die Schweizer Aufsicht an den Umsetzungsstandards in Deutschland, Luxemburg, Irland und perspektivisch auch den USA und UK orientieren. Es gibt gute Anzeichen dafür, dass von einer Überregulierung abgesehen wird. Die Wertigkeit der Asset-Management-Branche insbesondere für das Pensionsgeschäft ist jüngst ebenfalls von der Politik geäussert worden. Für Schweizer Depotbanken eröffnen sich damit gute Perspektiven für ein nachhaltiges Geschäft. Ungeachtet dessen bleibt der Druck im Schweizer Depotbankgeschäft jedoch weiterhin hoch. August / September 2012 spn 23

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