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1 Utz MAAS Können Sprachen einfach sein? Antrittsvorlesung Graz 2009 Grazer Linguistische Studien 69 Sonderdruck

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3 Grazer Linguistische Studien 69 (Frühjahr 2008) 1 Können Sprachen einfach sein? Utz Maas (Osnabrück/Graz) I. Vorüberlegungen 1. Die Titelfrage Können Sprachen einfach sein? klingt nicht nach seriöser Sprachwissenschaft. 1 Generell werden Fragen der Sprachbewertung nicht zum Gegenstand professioneller Sprachwissenschaft gerechnet: diese ist deskriptiv, wie es unsere Studierenden in den Einführungsveranstaltungen lernen. Einfachheit oder Komplexität einer Sprache gehören dagegen in den Bereich der Wertungen. Von einem zünftigen Standpunkt aus liest sich das so wie in dem einflußreichen Handbuch von Charles Hockett (1958: 180-1): the total grammatical complexity of any language, counting both morphology and syntax, is about the same as that of any other. This is not surprising, since all languages have about equally complex jobs to do, and what is not done morphologically has to be done syntactically. Nun steht Hockett für die strukturelle Sprachwissenschaft, die inzwischen dem selbst deklarierten Anspruch zufolge von dem Generativen Paradigma abgelöst worden ist. Für dieses gilt aber diese Abgrenzung von einem solchen wertenden Diskurs erst recht: Aus der Perspektive der dort postulierten Universalgrammatik sind alle Sprachen per Definition gleich: die Sprachunterschiede sind Epiphänomene der Parametersetzungen in der Sprachentwicklung. Gemeinsam ist der neueren Sprachwissenschaft die Prämisse, die hinter Hocketts saloppem Terminus vom Job steckt, den alle Sprachen in letztlich gleicher Weise erbringen müssen: die Ermöglichung von Kommunikation. Dabei wird Kommunikation interak- 1 Erweiterte Fassung meiner Antittsvorlesung zur Honorarprofessur für Sprachwissenschaft an der Karl-Franzens-Universität in Graz am Diese Argumentation habe ich an verschiedenen Stellen schon präsentiert, u.a. bei einem Workshop on language complexity as an evolving variable am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, Eine gekürzte englische Version wird in dem von Geoffrey Sampson u.a. hgg. Tagungsband erscheinen (Oxford: Oxford University Press). Den Teilnehmern dort wie auch bei der Diskussion nach der Vorlesung in Graz und einem Vortrag in Münster (am ) habe ich für hilfreiche Kritiken und Anmerkungen zu danken.

4 2 Utz Maas tionistisch verstanden, letztlich ausgerichtet auf ein Gespräch unter vier (oder vielleicht sechs) Augen. Das macht durchaus Sinn, wenn damit Sprachen beschrieben werden, wie das in der neueren Diskussion schon fast paradigmatisch gewordene Pirahã im Amazonas (z.b. Everett 2005). Hier handelt es sich um die Sprache einer isolierten kleinen Indianergemeinschaft, bei der jeder jeden kennt, und jeder mit jedem jeden Tag redet über Gegenstände, die allen auch in ihren Alltagspraxen vertraut sind. Bei jeder Äußerung kann man hier davon ausgehen, dass der Hörer die damit verbundene Vorgeschichte kennt, sodass die Artikulation der Äußerungen keine aufwendige Struktur verlangt: der situative Kontext steuert hier die Interpretation. Gleiches lässt sich in gewisser Weise durchaus auch für den kindlichen Spracherwerb sagen, auf den die empirische Forschung der neueren generativistischen Arbeiten dominant ausgerichtet ist. Abb. 1 Sprache ist aber nicht definierbar durch eine in diesem Sinne situativ beschränkte Praxis. Kommunikative Praktiken gehören dazu aber zweifellos wird man auch eine philosophische Abhandlung dazu rechnen müssen, in der ein Problem expliziert wird, das vor dieser Abhandlung gar nicht bestand, dessen Argumentation also erst sprachlich zustande kommt und nur nachvollziehbar ist, wenn die entsprechenden sprachlichen Ausdrucksformen dem Hörer (oder besser gesagt dem Leser) dazu die Voraussetzungen vermitteln. In solchen Fällen muß die Strukturierung so erfolgen, dass die Interpretation unabhängig vom situativen Kontext der Äußerung ist. Karl Bühler (1934) hat daher schon Sprache als eine dynamische Angelegenheit expliziert, als Eröffnung eines Symbolfeldes. Sprachliches Handeln ist zwar immer situiert und insofern empraktisch gebunden (wozu die sprachlichen Elemente dienen, die das Zeigfeld artikulieren, mit denen insbesondere die Interpretation einer Äußerung verankert wird). Aber die Sprache bietet die Möglichkeit, diese empraktischen Bindun-

5 Können Sprachen einfach sein? 3 gen zu überwinden: in sprachlichen Akten, die Bühler als solche der Darstellung explizierte. 2 Diese bühlersche Reflexion kann als Richtschnur für die folgenden Überlegungen dienen. Von hier aus ergeben sich sprachtypologische Fragen: Eine Sprachstruktur, die die Möglichkeiten des Symbolfeldes maximal zu nutzen erlaubt, ist, so wird man ohne weiteres annehmen können, anders gebaut als eine, die auf situativ unmittelbare Kommunikationen kalibriert ist. In diesem Sinne macht es wenig Sinn, Sprache quasi biologisch-dinglich zu isolieren, sondern man wird Sprachstruktur immer bestimmen müssen in Hinblick auf das, was mit ihr geleistet wird oder besser noch: geleistet werden kann. Sprachstrukturen sind der Ausdruck von habitualisierten Problemlösungen, Sedimentierungen dessen, was gewissermaßen als Rückkoppelung aus sprachlich bewältigten Aufgaben zustande kommt; im Schema in Abb. 1 als Erweiterung der zunächst verfügbaren Ressourcen symbolisiert. Dieses Schema symbolisiert eine funktionale Sichtweise, die ja auch Hocketts Formulierung von einem Job der Sprache zugrunde liegt: Strukturzuweisungen sind keine einstelligen Operationen und gleiches gilt erst recht für Bewertungen solcher Strukturen als einfach oder komplex. Eine so angedeutete funktionale Sprachbetrachtung ist nicht neu. Sie bildete immer schon den Horizont der traditionellen Sprachreflexion in einer Sprache, die als Rhetorik seit der Antike in der Ausbildung der Intellektuellen verankert war. Weniger klar ist es, wie diese funktionale Betrachtung auch für das Verhältnis zwischen verschiedenen Sprachen genutzt werden kann. Eine Sprachpraxis, wie ich sie eben als kommunikativ bei den Pirahã im Amazonas charakterisiert hatte, findet sich selbstverständlich auch im antiken Athen oder Rom, so wie sie sich auch bei uns heute noch findet, wenn in der Familie oder im intimen Freundeskreis gesprochen wird. Darauf geht Edwards Sapirs immer wieder zitierte Bemerkung aus seinem Buch (1921: 219) zurück, daß der griechische Philosoph mit dem griechischen Schweinehirt sprachlich gemeinsam geht. Damit wird aber Sprache zu etwas jenseits der (funktional zu differenzierenden) sprachlichen Praktiken fachgeschichtlich gesehen eine Reaktion auf den Rassismus nicht nur des 19. Jhd.s, der mit quasi funktionalisti- 2 Im Gegensatz nicht nur zu expressiven Akten, sondern eben auch solchen, die kommunikativ gebunden sind wie Aufforderung und Frage, die das Symbolfeld nur eingeschränkt nutzen.

6 4 Utz Maas schen Kriterien für "primitive" und "entwickelte" Sprachen dem Kolonialismus Legitimationstitel lieferte. Dies strukturalistische Positionsname (die auch in Hocketts Zitat eingeschrieben ist) hat die Klärung der damit verbundenen grundsätzlichen Fragen blockiert. Das soll durch die folgenden Überlegungen deutlich werden. 2. Die traditionelle Rhetorik kann dabei den Ausgangspunkt bilden. In ihr unterschied man recht genau zwischen sprachlichen Domänen, auf die verschiedene sprachliche Register abgebildet wurden. Es genügt für das Folgende, mit einer Vereinfachung dieser Registerdifferenzierung zu operieren, wie sie sich schon aus Cicero oder Quintilian extrapolieren läßt 3 : Diese anschauliche Charakterisierung der Domänen liefert allerdings keine Definition der Register. Für diese benötigt man eine funktionale Herleitung, bei der zwei Dimensionen zu unterscheiden sind, die skalar konstruiert werden können (ausführlich dazu Maas 2008): eine Intimitätsskala mit den Polen intim und öffentlich, eine Formalitätsskala mit den Polen informell und formell. Unterschiede der Formalität bestehen allerdings nur nahe bei dem öffentlichen Pol: das intime Register ist zwangsläufig informell artikuliert. Der Zugang zu diesen Unterscheidungen erschließt sich unmittelbar, wenn man die Ontogenese der Sprache betrachtet. Kinder lernen die Sprache als Sprache der andern: diese ist bei den anderen (den Eltern, Geschwistern...); sie müssen lernen, ihre eigenen sprachlichen Ressourcen auf deren sprachliche Praxis zu kalibirieren. Das geschieht in der Interaktion mit den anderen: Die Struktur ihrer Äußerungen ist zunächst außerhalb von ihnen, in der kommunikativen Situation definiert. Die Dynamik der Sprachentwicklung besteht darin, daß sie sich diese Strukturen aneignen, sie selbst kontrollieren und sich so zum Herrn ihrer Sprache machen. Damit aber öffnet 3 In der antiken Begrifflichkeit (lat. sermo Sprechweise, Register ): sermo familiaris/cotidianus ( alltäglich ) vs. elegans/festivus oder sermo rusticus vs. urbanus usw.

7 Können Sprachen einfach sein? 5 sich der Raum des öffentlichen Registers: mit sprachlichen Mitteln kann der Zugang zu anderen, Fremden geschaffen werden während das intime Register dadurch definiert ist, daß die sprachlichen Formen an die vertrauten Personen gebunden sind, ihr Verständnis dadurch sichergestellt ist, daß sie sich mit diesen Personen verstehen (die ggf. ja auch ihre eigenen Äußerungen in einer Art pädagogischer Interaktion vervollständigen). Im öffentlichen Register sind die Äußerungen in unterschiedlichen Maße dezentriert, entsprechend den sich in der Sprachbiographie immer weiter öffnenden sozialen Horizonten. In der Sprachentwicklung werden die sprachlichen Ressourcen des Kindes in den Bahnen der Registerdifferenzierung ausgebaut. Insofern kann für eine funktionale Betrachtung der Sprachausbau auch als Grundkategorie angesetzt werden. Im weiteren Gang der Überlegungen wird deutlicher werden, daß dabei verschiedene Horizonte unterschieden werden müssen, die zur Verdeutlichung auch durch Indizierung markiert werden: Sprachausbau 1 : die strukturellen Ressourcen für die Artikulation auf den verschiedenen Registerebenen, Sprachausbau 2 : das Erschließen der ausgebauten Ressourcen in der ontogenetischen Sprachentwicklung. Sprachausbau 3 : die Sedimentierung eines solchen Ausbaus in der gesellschaftliche etablierten Sprachstruktur. Für den Sprachausbau 1 gilt, daß informelle Äußerungen an die Äußerungssituation gebunden bleiben: Sprachstrukturen kommen hier nur als Bestandteil einer nichtsprachlichen Praxis zur Geltung. Das formelle Register ist dagegen dadurch definiert, daß (im Sinne eines Grenzwertes) alles, was in einer entsprechenden sozialen Situation Geltung hat, auch sprachlich eingeführt sein muß. Erst im formellen Register ist Sprache im sozialen Sinne konstitutiv. 4 Ein Sonderproblem ist dabei, dass in unseren 4 Diese Konzeptualisierung hat schon ein lange Tradition, die allerdings immer wieder in Vergessenheit gerät. Ihren geradezu klassischen Ausdruck hat sie bei Małinowski (1923) gefunden, der zwei Dimensionen der Sprachpraxis trennt: die situativ eingebundene des sprachlichen Handelns (die Bühler als empraktische Dimension bezeichnete, s.u.) gegenüber der konzeptuellen, repräsentativen Dimension, die an die symbolische Artikulation gebunden ist, wobei auch Małinowski diese Dimensionen skalar verstand. Empirische sprachliche Akte sind in dem so aufgespannten Feld definiert: bei jeder Äußerung stellt sich die Frage des Mehr oder Weniger der Spezifizierung auf jeder dieser beiden Dimensio-

8 6 Utz Maas Gesellschaften wie im übrigen auch in der athenischen oder römischen das formelle Register auf die Schrift ausgerichtet war. Für die typologische Betrachtung, die in diesem Beitrag im Vordergrund steht, ist die Differenzierung der Register als Strukturen sozialer Praxis gegenüber ihrer sprachlichen Artikulation grundlegend. Das wird durch die antike Rhetorik-Tradition verdeckt, die eine solche Registervariation innerhalb des Horizont einer Sprache betrachtete. Demgegenüber ist es auch heute wohl noch in der Mehrheit der Gesellschaften so, dass diese Register keinesfalls in ein und derselben Sprache artikuliert werden, sondern dass gesellschaftliche Mehrsprachigkeit sich als sprachlich verschiedene Artikulation dieser Register ausdrückt: im größten Teil der Welt ist die Schriftsprache des formellen Registers eine ganz andere als die intime Familiensprache. Dass alle Register durch eine Sprache, oder richtiger gesagt, durch eine Familie von Varietäten einer Sprache artikuliert werden, ist gesellschaftlich eine Neuerung, die meist mit den europäischen Nationalstaaten verbunden wird. Dabei wird die Variation der Sprache auf das förmliche Register ausgerichtet. Dadurch wird die gesellschaftliche Partizipation optimiert: die Strukturen der Schriftsprache, die in der modernen Gesellschaft für alle ein notwendiges Erfordernis für die gesellschaftliche Partizipation ist, sind so in der spontan in der Familie erlernten Sprache fundierbar; alle sprachlichen Varietäten, von der intimen bis zur formellen, sind in einer Familienstruktur integriert, in der die Regularitäten, mit Peirce zu sprechen: abduzierbar sind. Traditionelle Gesellschaften sind dem gegenüber strikt stratifiziert, in ihnen ist denn auch in der Regel die Schriftsprache die Sache einer kleinen professionellen Schicht, wie es heute noch in vielen Ländern der Dritten Welt die Regel ist. 3. Im Gegensatz zu solchen funktionalen Betrachtungen ist die Sprachwissenschaft traditionell auf die Analyse der sprachlichen Form ausgerichtet. Unter diesen Prämissen wird dann auch die Frage nach der Einfachheit bzw. Komplexität von Sprachen artikuliert, wie es in dem Hockett-Zitat anklingt. nen. Als besonderen (in gewisser Weise pathologischen) Fall bestimmte Małinowski solche Akte, bei denen die konkreten Handlungen durchaus eine sprachliche (konventionelle) Form haben, diese aber nicht in ihrer repräsentativen (semantischen) Funktion genutzt wird. Das ist bei einem mehr oder weniger ritualisierten Austausch sprachlicher Formeln gegeben, den er phatische Kommunikation nannte. Für die jüngere sprachwissenschaftliche Diskussion ist Małinowskis Modellierung vor allem durch Roman Jakobson (1960) einflußreich geworden.

9 Können Sprachen einfach sein? 7 Dabei werden in der jüngeren Architektur sprachlicher Beschreibungen gerne Module isoliert, die sich relativ zu bestimmten Aspekten durchaus auf Komplexität hin untersuchen lassen, etwa morphologische Inventare für bestimmte grammatische Kategorien: offensichtlich ist das Paradigma der Kasusendungen im Türkischen oder Finnischen umfangreicher (> komplexer) als im Deutschen, das Paradigma der Verbalendungen im Altgriechischen, Lateinischen umfangreicher (> komplexer) als im Deutschen usw. Auf solche formalen Strukturbedingungen ist die Frage nach der Einfachheit bzw. Komplexität von Sprachen auch notwendig zu beziehen. Aber diese können nicht mit den angesprochenen funktionalen Fragestellungen gleichgesetzt werden, also mit der Frage: was mit den entsprechenden Strukturen geleistet wird bzw. werden kann. Diese Unterscheidung ist für die folgenden Überlegungen leitend. 4. Aus diesen Vorüberlegungen ergibt sich eine Grundannahme: Komplexität ist definiert in der Dimension des Sprachausbaus, d. h. komplexe Sprachen sind ausgebaute Sprachen, die die Aufgaben des formellen Registers bewältigen können. Von diesem Ausgangspunkt aus möchte ich im folgenden einige kursorische Ausflüge in Bereiche unternehmen, die zeigen können, welche Fragen sich damit für die sprachwissenschaftliche Forschung ergeben. Diese Fragen sind keinesfalls neu; sie müssen aber noch von der Sprachwissenschaft mit ihrem professionellen Instrumentarium erschlossen werden. Im Folgenden: II. Historische Entwicklungen in Verbindung mit der eben angesprochenen Integration der verschiedenen Register im Deutschen. III. Ein typologischer Blick aus der Vogelperspektive über Sprachausbau in verschiedenen Sprachen/Kulturen. IV. Ein kurzer Blick auf die ontogenetischen Probleme des Sprachausbaus mit einem Einblick in die Besonderheiten, die sich unter Migrationsverhältnissen ergeben. V. Einige theoretische Implikationen aus diesem Bild am Beispiel der Grundkategorie Satz der grammatischen Analyse. VI. Fazit: Konsequenzen für die Sprachtypologie.

10 8 Utz Maas II. Der Sprachausbau im Deutschen 5. Geht man in der Betrachtung der Entwicklung der sprachlichen Verhältnisse im Deutschen hinter die moderne Entwicklung zum Nationalstaat zurück, so kommt man zu Verhältnissen, in denen auch hier die Registerdifferenzierung mehrsprachig artikuliert war. Die Schriftsprache war ausschließlich lateinisch, die Familiensprachen und auch die regionalen Verkehrssprachen waren in sehr verschiedenen und z. T. auch genetisch nicht verwandten Sprachen artikuliert. Seit dem 8. Jh. haben wir schriftliche Dokumente auch in der sog. Volkssprache. Für die Klärung dieser Verhältnisse empfiehlt sich die folgende terminologische Unterscheidung: scribal: schreiben im mechanischen Sinn, literate Strukturen (funktional definiert) vs. schriftlich (medial definiert) orate Strukturen (funktional definiert) vs. mündlich (medial definiert) Bei den frühen Quellen handelt es sich um skribal fixierte Sprachdokumente, die orat strukturiert sind: frühe Zaubersprüche u. dgl., später dann auch längere Texte epischen Zuschnitts, die aber als solche ein mündliches Modell hatten, mit mnemotechnischen, artifiziellen Strukturen. Die kritische Schwelle der Entwicklung (Sprachausbau 3 ) lag da, wo mit schriftsprachlichen Mitteln Texte einer ganz anderen Struktur zu verfertigen waren, die kein orates Modell hatten, die also literat zu strukturieren waren. Literate Strukturen waren zunächst dem Lateinischen vorbehalten. Erst im Hochmittelalter finden wir Ansätze zu literaten deutschsprachigen Texten, vor allem in den Urkunden, also juristischen Instrumenten, die rechtlich verbindliche Vorgaben fixierten. An den entsprechenden Vorgängen waren aber zunehmend auch Parteien beteiligt, etwa aus dem grundherrlichen Adel, die im Lateinischen nicht zuhause waren. Daher entstanden jetzt zweisprachige Urkunden, bei denen die in der lateinischen Tradition fixierten Versionen verbindlich blieben. Die deutsche Version diente eher als Krücke für die beteiligte Partei, die des Lateinischen nicht mächtig war. Das folgende ist ein Auszug aus einer solchen Urkunde, einem Vertrag zwischen dem Grafen von Jülich und dem Erzbischof von Köln aus dem Jahre 1251: 5 5 Aus Wilhelm (1932 ff.), Bd. 1: 31. Zum Folgenden s. die grundlegende Arbeit von Schulze (1975), bes. S Bei solchen Texten sind die rechtssprachlichen Besonderheiten zu berücksichti-

11 Können Sprachen einfach sein? 9 (01) Insuper ordinatum est [quod litteram dudum [[inter oben festgelegt:pp.asn ist.3s.pr daß Brief.AS vorher zwischen archiep[iscopu]m et comitem memoratos] [pro sinceritate Erzbischof.AS und Graf.AS erwähnt.pp.apm für Aufrichtigkeit.AbS amicicie conseruanda]] sex viri [de quibus Freundschaft.GS bewahrend.gv.absf sechs Männer.NP von denen.dp [in ipsa littera] mencio fit] [si eis in selbe.absf Brief.AbS Erwähnung.NS geschieht.3spr wenn ihnen.dp non [sufficiens visa] fuerit] emendabunt] nicht genügend.ppr.ns Anblick.NS wäre verbesser.werden.3p.fut [assumptis [ad hoc] sibi aliis] [[quod duxerint genommen.pp.ab.p zu dies sich andere.abp daß führen.werden.3p.futex assumendos] [ijdem sex viri] potestatem habebunt] annehmend.apm selbe.np sechs Männer.NP Macht.AS haben.werden.3p.fut Frei übersetzt (mit Verweis auf die entsprechenden Wortsequenzen): Oben ist festgestellt (1-3), daß die sechs Männer (16-17), die in diesem Brief erwähnt sind (18-24), den vorherigen Vertrag (littera Brief, 5-6)) zwischen den Genannten, dem Erzbischof und dem Graf (7-11), mit dem Ziel, die aufrichtige Freundschaft zu wahren (12-15), verbessern können (31), wenn er ihnen nicht hinreichend klar erscheint (25-30), indem sie sich andere dazu hinzunehmen (32-36); diese sechs Männer (40-42) haben die Vollmacht (43-44), daß sie <sie> hinzuziehen, um <das> zu unternehmen (37-39). Die Interpretation des lateinischen Textes ist durch die morphologischen Markierungen relativ eindeutig: Ein deutscher Text hat Mühe, einen solchen Periodenbau zu replizieren, wie die Paraphrasierungen und Umstellungen in meiner Übersetzung zeigen. Zeitgenössisch war das Problem noch viel größer. Die deutsche (in diesem Fall: niederrheinische) Version für den Grafen von Jülich bemühte sich um eine wörtliche Wiedergabe (die korrespondierenden Wortformen der lateinischen Version sind interlinear vermerkt): gen. Aus diesem Feld gibt es inzwischen einige aufschlußreiche Untersuchungen zum Ausbalanzieren von rechtsspezifischen Vorgaben und der Akkomodation an die Umgangssprache, etwa Hiltunen (1990) zur älteren englischen Rechtsprache (mit der Spannung von römischem [kanonischen] und germanischem Recht).

12 10 Utz Maas (02) Den brief de gemachit ist tuschin deme bischowe inde deme greuin van uruntschaffe inde uan minnin zehaldinne die seisse die da inne benant (20-22) 23 sent den sulin si bezerin inde baz ordinierin owe dir brief on niet wale (02a) inbehait inde dat zedune sulin si gewalt hauin ze nemene zu in (37-39) die Giene die on dar zu wgin 36 (?) (39?) Auf Einzelheiten kann ich hier nicht eingehen. Aber schon ein oberflächlicher Blick macht deutlich, daß der deutsche Text nur für jemand verständlich war, der schon vorher wusste, was darin fixiert war es handelt sich nicht um einen literaten Text. 6. Die Zäsur in der Sprachentwicklung kam da, wo die deutschsprachigen Texte, die nicht nur die Verschriftung von orat Vorgegebenem waren, nicht mehr im Schatten der lateinischen Schriftlichkeit standen. Das war ein langer Prozeß, der sich über das Spätmittelalter hinzieht, dessen Abschluß von den Buchdruckern im Kielwasser der reformatorischen Auseinandersetzungen des 16. Jhd.s bewerkstelligt wurde. Diese reagierten auf den massenhaften Bedarf nach Vergewisserung über die in den gesellschaftlichen Konflikten einzunehmenden Positionen, der einen Bedarf nach entsprechenden Texten freisetzte, dem die Drucker jetzt mit billigen Massendrucken nachkamen. Ihre Konkurrenz auf dem Markt ist die Kehrseite der revolutionären Umgestaltung, die die Schriftkultur demotisierte, sie zu einem emanzipatorischen Gegenstand machte. Die Drucker waren hoch gebildete Männer, die auch in ihrem professionellen Geschäft noch lange auf die lateinische Schriftlichkeit ausgerichtet waren: Bis Anfang des 17. Jh. blieb der größte Teil dessen, was in Deutschland gedruckt wurde, lateinisch. Sie waren also in den literaten Strukturen der lateinischen Texte zuhause, bis hin zu dem differenzierten Periodenbau des Lateinischen, wie ihn die lateinische Urkunde in (4) zeigt. Das Deutsche hatte damals die entsprechenden grammatischen Ressourcen nicht. Durch das späte Mittelalter zieht sich ein Prozeß des Sprachausbaus im Deutschen, der die Syntax flexibler machte, dessen Protagonisten vor allem die Mystiker waren, im Norden die Vertreter der devotio moderna, die dem Deutschen Ressourcen für die Artikulation abstrakter Reflexionen erschlossen. Ihre Texte (wie im übrigen auch trivialere Unterhaltungsliteratur ) wurden damals auch für ein breiteres Lesepublikum zugänglich ge-

13 Können Sprachen einfach sein? 11 macht und entsprechend eingerichtet: dazu gehört vor allem auch die Interpunktion, die bis dahin üblichen Markierungen als Vorlesehilfen umfunktionierte: solche wurden vorher nur gelegentlich zusätzlich in die geschriebenen Texte eingetragen (worauf ja auch der Terminus der Interpunktion zurückgeht) sie gehörten nicht zum Text selbst: lateinische Texte wurden traditionell ohne Interpunktion niedergeschrieben. Jetzt wurden sie zum Bestandteil des Schreibens von Texten für Leser, und auch weitere syntaktisch gliedernde Markierungen etablierten sich (z.b. die Unterscheidung von daß vs. das). Diese schriftkulturelle Konstellation verschärfte sich im 16. Jhd. durch ein Massenpublikum für gedruckte Texte mit politischer und/ oder religiöser Argumentation. Diese Texte waren in ihrer Komplexität lateinischen vergleichbar (oft ja auch Übersetzungen aus dem Lateinischen), und so war der Strukturierungsmangel im Deutschen offensichtlich, den sie zu kompensieren suchten. Dazu griffen die Drucker auf Ressourcen zurück, die sich im Verlaufe der professionellen graphischen Praxis des Spätmittelalters für unterschiedliche, z. T. auch nur ornamentale Zwecke herausgebildet hatte. Vor allem nutzten sie jetzt etwas, was in einem gewissen Wildwuchs in den spätmittelalterlichen Texten zu finden ist: eine Typenmischung, die für einen professionellen, kalligraphisch bewussten Schreiber ein Unding war (wie das wilde Spiel mit unterschiedlichen Fonts und Auszeichnungen der Textverarbeitung heute). Ungemein rasch, bedingt durch die Konkurrenz auf dem Markt, setzte sich in der Mitte des 16. Jh. im Deutschen die grammatisierte Großschreibung durch, die recht gut die im Deutschen fehlenden Ressourcen der grammatischen Binnengliederung komplexer Sätze kompensierte. Sie setzte sich von hier aus im gesamten Westeuropa durch, wo sie kurioserweise in Frankreich als englische Orthographie galt (Maas 2007). Hier zeigt sich ein strukturelles Element des Sprachausbaus, das wir im übrigen vergleichbar in allen Konstellationen der Etablierung einer effizienten Schriftsprache verfolgen können (s.u. VI). Die Matrix bilingualer Verhältnisse, hier also Latein Deutsch, bei denen eine heteroglossische Schriftsprache im formalen Register als Sparringspartner dient. An diesem arbeiten sich diejenigen ab, die auf diese Weise die Ressourcen der Sprache des informellen Registers weiterentwickeln. Das wird in der einschlägigen Diskussion meist völlig übersehen ich komme am Schluß nochmal darauf zurück. Mit dem Lateinischen als Sparringspartner, aber dabei genuin eigenen strukturellen Mitteln wie insbesondere der satzinternen grammatischen Großschreibung etablierte sich die moderne Schriftsprache, als Form, in der komplexe Texte für ein Lesepublikum

14 12 Utz Maas artikuliert wurden. Im 17. Jhd. war die experimentelle Phase dieses Prozesses abgeschlossen, und wir finden deutsche Texte, die souverän einen dem Lateinischen vergleichbaren Periodenbau zeigen. Der folgende Auszug aus Grimmelshausens Simplicissimus (gedruckt 1670) kann als Beispiel für die neue Druckerschriftsprache dienen. 6 [ 1 [ 2 ES eröffnet sich zu dieser unserer Zeit [ 3 (von welcher man glaubt [ 4 / daß es die letzte seye)] 4 ] 3 unter geringen Leuten eine Sucht [ 5 / in deren die Patienten [ 6 / wann sie daran kranck ligen [ 7 [ 8 / und so viel zusammen geraspelt und erschachert haben [ 9 / daß sie neben ein par Hellern im Beutel ein närrisches Kleid auff die neue Mode / mit tausenderley seidenen Banden / antragen können [ 10 / oder sonst etwan durch Glücksfall mannhafft und bekannt worden ] 10 ] 7 ] 6 ] 5 / gleich Rittermäßige Herren / und Adeliche Personen von uhraltem Geschlecht / seyn wollen ] 9 ] 8 ] 2 ; [ 11 da sich doch offt befindet [ 12 / daß ihre Vor-Eltern Taglöhner / Karchelzieher und Lastträger: ihre Vettern Eseltreiber: ihre Brüder Büttel und Schergen: ihre Schwestern Huren: ihre Mütter Kupplerin oder gar Hexen: [ 13 und in Summa: ihre gantzes Geschlecht von allen 32. Anichen her / also besudelt und befleckt gewesen [ 14 als deß Zuckerbastels Zunfft zu Prag immer seyn mögen] 14 ] 13 ] 12 ] 11 ; [ 15 ja sie / diese neue Nobilisten / seynd offt selbst so schwartz [ 16 / als wann sie in Guinea geboren und erzogen wären worden] 16 ] 15 ] 1 Grimmelshausen, Simplicissimus, Anfang von Kap. 1 (1670) Abb. 2:Syntaktische Struktur einer Periode bei Grimmelshausen Grimmelshausen packt 15 Propositionen in eine Periode, wobei die syntaktischen Strukturen noch durch Appositionen, Koordinationen (mit elliptischen Reduktionen) u.dgl. geschachtelt sind. Das setzt eine differenzierte literate Technik voraus, die ohne eine orthographische Auszeichnung nicht möglich ist: etwa die Virgeln für syntaktische komplexe Konstituenten ( Phrasen ). Der literate Ausbau der Grammatik geht damit Hand in Hand, etwa die Verbfinalstellung zur Markierung der Subjunkti- 6 Anfang des ersten Kapitels, angeführt nach der Ausgabe von D. Breuer (Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag 2005: 17). Die Interpunktion ist beibehalten, die Umlautzeichen sind allerdings modernisiert. Die Zerlegung in Propositionen durch die Klammerung dient hier nur einer oberflächennahen Segmentierung eine genauere Analyse hätte hier nicht unproblematische Fragen der frühneuhochdeutschen Syntax zu klären.

15 Können Sprachen einfach sein? 13 on. Was hier als Bau einer Periode im Deutschen möglich geworden ist, läßt sich für dieses Beispiel schematisch so darstellen wie in Abb. 2 (mit der propositionalen Segmentierung des Textbeispiels). Exkurs zu den sprachtheoretischen Grundannahmen 7. Zwar bewege ich mich mit dieser Argumentation im Feld der traditionellen Sprachreflexion, diese hat aber vor dem Hintergrund der neueren grammatiktheoretischen Entwicklungen viel von ihrer Selbstverständlichkeit verloren, sodaß es wohl nicht überflüssig ist, einige der Prämissen herauszustellen. Grundsätzlich sind zwei Ebenen des sprachlichen Wissens anzusetzen: ein konzeptuelles Wissen, das das "Weltwissen" in symbolischen Formen zugänglich macht, in extremer Vereinfachung als "autosemantischer" Kernbestand des Lexikons zu verstehen, ein prozedurales Wissen, das die Muster verfügbar macht, mit denen Äußerungen im Rückgriff auf das konzeptuelle Wissen artikuliert werden können. Äußerungen sind Handlungen. Mit ihnen wird ein spezifisches Verhältnis zur Umwelt (zur Äußerungssituation bzw. deren Partizipanten) ausagiert. Die Grundfigur einer Äußerung ist ein Sachverhalt, auf den eine Äußerung zielt (die ihn repräsentiert, Sachverhaltsmomente infrage stellt, Sachverhaltsänderungen ins Werk setzen soll u. dgl.). Konzepte sind gegenüber Äußerungen nur virtuell: auch wenn eine Äußerung nur aus einem Wort (einem Konzept) besteht, artikuliert sie einen Sachverhalt und aktualisiert nicht nur ein Konzept: Auto da kommt ein Auto! ; Egon Egon, komm jetzt! usw. In der Semantik wird die Artikulation eines Sachverhalts, zu der man Stellung nehmen kann, als Proposition bezeichnet (traditionell definiert als das, dessen Äußerung man als wahr oder falsch bewerten kann). Für die Formseite haben wir keine eindeutige begriffliche (geschweige denn: terminologische) Vorgabe. Im englischen Sprachraum ist es inzwischen üblich, hier von einer clause zu sprechen, womit aber ein bestimmter Sprachbau vorausgesetzt wird (mit einem verbalen Prädikat u. dgl.). In der romanischen Tradition wird der semantische Terminus Proposition auch für die syntaktische Struktur genutzt; dem schließe ich mich im folgenden mangels einer besseren Alternative an. Zu den wenigen Versuchen, hier eine unabhängige begriffliche Klärung zu ereichen, gehört vor allem Jespersens Konzept des Nexus: der syntaktischen Verknüpfung von zwei (oder mehr) Ausdrücken zu einer syntaktischen

16 14 Utz Maas Einheit, die geäußert (also interpretiert) werden kann, indem einer dem anderen untergeordnet wird, der auf dem anderen operiert (s. Jespersen 1924 und ausführlich 1937). Ein Nexus liegt mit einer Prädikation vor, also dem, was meist als Kern einer Proposition gesehen wird, wobei eine Proposition (bzw. ihr syntaktischer Kern: die Prädikation) finit oder infinit sein kann (wie bei den abhängigen Propositionen: finit in Emma glaubt, daß sie Hans kennt; infinit Emma glaubt Hans zu kennen). Solche Strukturen gehören zum sprachlichen Wissen, d.h. auch sie sind gegenüber den Äußerungen virtuell. Eine Äußerung ist eine aktuelle sprachliche Handlung, deren Grundeinheit traditionell als Satz bezeichnet wird. Zum Satz gehören insbesondere die satzmodalen Spezifizierungen: Verankerungen der Interpretation einer Äußerung in der Gesprächssituation z.b. mit temporalen Bestimmungen); illokutionäre Bestimmungen (Aussage, Aufforderung, Frage...); Einstellungs- und evidenziale Spezifizierungen u. dgl. Sprachen unterscheiden sich danach, welche dieser Bestimmungen in ihnen grammatisiert sind, also u.u. zu einer Äußerung gehören, und welche optionale Zusätze bleiben (z.b. sind in ostasiatischen, nicht aber in unseren westlichen Sprachen zumeist Markierungen auf dem komplexen Feld von Respektbeziehungen zum Gesagten wie zum Angesprochenen grammatisiert). Durch solche Markierungen sind Sätze finit und in entsprechenden neueren Untersuchungen definiert man in dieser Hinsicht Finitheitsskalen, auf denen Propositionen (bzw. ihre Prädikate) abgetragen werden können, wobei abhängig vom Sprachbau semantische und morphologische (offen markierte) Finitheit unterschieden werden müssen (Maas 2004). Der Aufbau der Äußerungen beschränkt sich nicht auf einfachen Strukturen. Diese können Ketten von solchen propositionalen Strukturen enthalten, mit unterschiedlich enger textueller Bindung: vom Aufbau eines Romans mit Kapiteln, Abschnitten, Paragraphen u.dgl., jeweils als Verknüpfungen von Sätzen, bis hin zu komplexen Sätzen, die mehrere Propositionen integrieren (Perioden, s.u.). Auch Propositionen können komplex ausgebaut werden: mit einem hierarchisch differenzierten Netz grammatischer Relationen (mit der traditionellen endozentrischen Expansionskette von internen "Argumenten" / Komplementen und Adjunkten, die üblicherweise mit Klammerausdrücken repräsentiert wird: 7 [[[V]O]oblO]ADJ], die in der Schulgrammatik als Prädikat verstanden werden, das über einem Subjekt (dem "externen Argu- 7 V = Verb, O = (direktes) Objekt, oblo = obliques Objekt, ADJ = Adjunkt (Adverbial) u.dgl.

17 Können Sprachen einfach sein? 15 ment") prädiziert wird (Jespersens Nexus) in der schulgrammatischen Tradition die Bedingungen für eine maximal finite Proposition, also einen Satz. Dabei macht der Ausbau an solchen integrierten Nexus-Strukturen nicht halt: prinzipiell kann jeder Term selbst unabhängig expandiert werden, mit dem, was Jespersen Junktion nennt: die Hinzufügung weiterer deskriptiver Terme (lexikalisch: Konzepte), die nicht auf den Kopf der Proposition, das Prädikat, bezogen sind (in den geläufigen Schulsprachen z.b. nominale Attribute: mein Bruder Hans; Hans, der Taxi fährt, u.dgl.). Diese syntaktischen Strukturen gehören zum sprachlichen Wissen: sie definieren den Horizont dessen, was als Äußerungen in einer Sprache möglich ist. 8 Daraus folgt selbstverständlich nicht, daß alle empirischen Äußerungen solche Strukturen aufweisen. Äußerungen erfolgen in einem Spannungsfeld praktischer Anforderungen, zu denen auf der einen Seite die Probleme der Sprachverarbeitung gehören (Beschränkungen des Kurzzeitgedächtnissen, unterschiedlich zugängliches Langzeitgedächtnis [aus dem die konzeptuellen Strukturen, aber u.u. auch Elemente des darzustellenden Sachverhalts abgerufen werden müssen u.dgl.), genauso wie auf der anderen Seite interaktive Momente: der Kampf um das Rederecht, Einwürfe des Gegenüber, das Management von simultan unterschiedlichen Aktivitäten (gleichzeitiges Erzählen einer Geschichte und Anbieten von Getränken, Anzünden einer Zigarette), die "Koproduktion" komplexer Äußerungen durch die Situationsbeteiligten, dabei auftretende Revisionen, Reparaturen u. dgl. Was an Äußerungsstrukturen realisiert wird, hängt von solchen Faktoren ab in der neueren (generativistischen) Grammatikreflexion werden (empirische) Äußerungen denn auch in ein Quarantäne-Revier Performanz abgeschoben; statt dessen geht es um die Modellierung der Kompetenz, also um idealisierte Gegenstände: um Sätze. Die dem zugrundeliegende Grundunterscheidung ist in der (schul-) grammatischen Tradition ein Topos (mit dem ich hier auch argumentiere). Das ist zu unterscheiden von den mit Berufung darauf ausgetragenen wissenschaftspolitischen Machtansprüchen. In dem Maße, wie die Modellierung von formalen Grammatiken als allein legitimes (und d.h. förderungswürdiges) Geschäft der Sprachwissenschaft 8 Die Einschränkung ist selbstverständlich nötig: es gibt ja auch nicht-sprachliche Äußerungen; schließlich auch hybride Kombinationen. Das ist das leidige Feld der Diskussion um das, was eine Äußerung (einen Satz) grammatisch macht, in die ich hier nicht eintreten kann über den ersten Schritt der notwenigen Unterscheidung von oraten und literaten Äußerungen hinaus, s.u.

18 16 Utz Maas etabliert wurde, hatte die Arbeit auf anderen Feldern das Nachsehen was auch erklärt, wieso Fragen wie die hier gestellte lange Zeit von der Bildfläche verschwunden waren. Insofern hat(te) dieser wissenschaftspolitische Diskurs dann eben doch konzeptuellen Konsequenzen. Die grundlegenden Weichenstellungen sind allerdings schon sehr viel früher erfolgt, letztlich schon bei der Ausdifferenzierung der modernen Sprachwissenschaft im letzten Drittel des 19. Jhd.s. Um aus dem Dienstbotentrakt der Philologien herauszukommen, definierten die Altvorderen einen genuinen eigenen Gegenstand: die gesprochene Sprache. Seit damals gehört es in der Sprachwissenschaft zum guten Ton, die Andersartigkeit der gesprochenen Sprache gegenüber der geschriebenen zu betonen und mit der Emphase auf der Natürlichkeit der ersten (bzw. der Künstlichkeit der letzten) nur der Beschäftigung mit der gesprochenen Sprache den Rang einer Wissenschaft (nach dem Modell der Naturwissenschaften) zuzusprechen. 9 Die Folge davon sind einerseits ausgedehnte Versuche, eine eigene "Grammatik" der gesprochenen Sprache zu entwickeln, die inzwischen eine Bibliothek füllen (für einen Überblick, auch über die germanistische Fachdiskussion hinaus, s. etwa Schwitalla 2006), andererseits Spiegelfechtereien auf dem Grundsatzterrain, bei der die eine Seite der anderen Glasperlenspiele vorwirft (Strukturbäume zu basteln statt die wirkliche Sprache zu untersuchen), während die andere Seite damit kontert, daß eine entsprechende Untersuchung (der "e-language"), den Gegenstand der Sprachwissenschaft (die "i-language") verfehlt (s. Chomsky 1985). Tatsächlich war die Diskussion schon mal weiter. Vor 70 Jahren hat insbesondere Karl Bühler schon die Grundlagen gelegt. Er trennt systematisch die verschiedenen Dimensionen, in denen Sprache bzw. die Sprachpraxis gefaßt werden muß. Dabei haben die Ausdrucksseite ebenso wie die kommunikative Seite eine vorsprachliche Verankerung, die sich selbstverständlich auch in sprachlichen Praktiken geltend macht. Genuin sprachlich ist für Bühler die symbolische Seite: das mit der Sprache artiku- 9 Es ist müßig, hier umfangreiche Literaturverweise anzubringen. Behaghel (1899) mag als Beispiel aus der Germanistik genügen. Zu den Paradoxien dieses Diskurses gehört es, daß in der "neuen" Sprachwissenschaft in einer Zeit, als die technischen Hilfsmittel zur Untersuchung der gesprochenen Sprache noch sehr rudimentär waren (Tonbandgeräte noch nicht zu Verfügung standen), schriftliche präsentierte inszenierte gesprochene Sprache für diese Abgrenzung herhalten mußte: bei Wunderlich 1896 nicht anders als bei Spitzer (1922).

19 Können Sprachen einfach sein? 17 lierte Symbolfeld. Sprachliche Zeichen sind als Werte in diesem Feld definiert, unabhängig von den situativen Kontexten, in denen sie verwendet werden. Äußerungen aber sind in solchen Kontexten definiert: im Zeigfeld verankert, mehr oder weniger empraktisch gebunden und nicht zuletzt konnotativ aufgeladen. Von solchen Bedingungen hängt es ab, wieweit dabei die Ressourcen des Symbolfeldes zur Geltung kommen. Das Symbolfeld ist ein idealer Gegenstand, der formal zu explizieren ist. Die Grundkategorie Satz definiert Bühler entsprechend als geschlossenes und wohlbesetztes Symbolfeld (Bühler 1934: 366). Insofern versteht es sich, daß Satz keine empirisch zu gewinnende Kategorie ist (sie gehört zum sprachlichen Wissen nicht zur Welt der Beobachtungen). Äußerungen können müssen aber nicht die Form von Sätzen haben. Geht man von der Registerdifferenzierung aus, sind satzförmige Strukturen vor allem im förmlichen Register zu erwarten. Hier sind nun tatsächlich die empirischen Forschungen zur spontan gesprochenen Sprache, vor allem in Gesprächen, aufschlußreich, die die Strukturen des Symbolfelds als Grenzwerte für Äußerungen zeigen. Dieses wird nur sehr eingeschränkt genutzt: Äußerungseinheiten zeigen zumeist nur einen Nexus (integrieren nicht mehrere Propositionen); sie haben zumeist nur einen informativen Kern (ein neues, im Kontext noch nicht aktives Konzept), während die anderen im Nexus damit verknüpften Terme anaphorisch (oder deiktisch) sind u.dgl. 10 Die Struktur einer Äußerung ist vor allem in kommunikativen Situationen Verhandlungssache, abhängig davon, was situativ durchgeht. Dazu gehört auch, daß syntaktische Muster gewissermaßen von der Stange abgerufen werden können, nicht als Entfaltung einer Satzstruktur weshalb es eben nicht angeht, orate Äußerungen ggf. als elliptisch zu interpretieren. Der Aufbau einer Satzstruktur definiert literate Äußerungen; er charakterisiert das förmliche Register. Die damit angedeuteten Probleme der Kategorie Satz werde ich w.u. in Abschnitt V wieder aufnehmen. Ende des Exkurses 8. Das Symbolfeld bildet die Folie für die weitere Argumentation, bei der die Entfaltung der verfügbaren Ressourcen in einer Sprachgemeinschaft im Vordergrund steht, also der Sprachausbau 3. Dabei werden im Folgenden syntaktische Ressourcen fokussiert, die allerdings in sprachbauspezifischer Weise an morphologische Markierungen gebunden sind, wie schon bei der Diskussion des Urkunden-Beispiels oben deutlich 10 S. z.b. Chafe 1994 mit Hinweisen auf die einschlägige Forschung.

20 18 Utz Maas geworden ist (bei den dort diskutierten Problemen von lateinisch-deutschen Äquivalenten). Dementsprechend meint komplex hier und im Folgenden: komplexer Satzbau. In Hinblick auf die damit verbundenen kognitiven Anforderungen läßt sich ein komplexer Satzbau als textuelle Verdichtung verstehen: mehrere Propositionen werden in einen Satz gepackt, was für eine angemessene Interpretation voraussetzt, daß das Verhältnis dieser Propositionen zueinander deutlich bleibt im Gegensatz zu einer parataktischen Verknüpfung, die jede Propositionen als einen Satz artikuliert. 11 Es ist recht bemerkenswert, wie schwer sich die Forschung mit diesen Zusammenhängen tut. Der Herausgeber der Grimmelshausenschen Schriften, Breuer, merkt zu ihrer orthographischen Auszeichnung an, dass sie eben die Strukturen der Vorlesesprache spiegeln. Das stellt die Verhältnisse auf den Kopf: die Strukturen des barocken Satzbaus sind in der Schriftsprache überhaupt erst dadurch möglich geworden, dass solche orthographischen Auszeichnungen verfügbar waren. Es handelt sich hier nicht um Strukturen der gesprochenen Sprache, die im Schriftlichen widergespiegelt werden. Im 17. Jh. war es möglich, auf Deutsch durchaus in äquivalenter Weise zum Lateinischen jeden beliebigen Text zu verfertigen. Jetzt hatte das Deutsche im formellen Register den Umbau vollzogen, der es eben als Schriftsprache nutzbar machte. Darüber besteht in der Forschung auch Konsens. Wir können das so in den Blick Genommene so zusammenfassen, dass das Deutsche durch diesen Ausbau verfügbar wurde als Sprache für die Artikulation aller Register. Dieses Deutsche war nun erheblich komplexer als die Sprache der älteren Texten aber auch komplexer als die Sprache, die in der Zeit des Barock gesprochen wurde und die auch heute noch in der Kneipe oder am Mittagstisch gesprochen wird. Die Komplexität des Deutschen, die wir an der Schriftsprache ablesen, ist die Folge des Ausbaus zu einer literaten Sprache. Insofern war das Deutsche im Laufe dieser Entwicklung komplexer geworden aber die Aufgabe eines deutschen Sprechers (oder besser noch Schreibers) war erheblich einfacher geworden, weil er alle Aufgaben jetzt in einer Sprache mit der Variation ihrer verschiedenen Registervarietäten bewältigen konnte, und dazu nicht mehr zwei Sprachen lernen musste, Deutsch und Latein allerdings müssen die literaten Strukturelemente gesondert gelernt werden. 11 Entlang dieser Achse läuft auch schon die traditionelle Diskussion zum Gegensatz von literaten und oraten Strukturen; für die neuere Diskussion, der die Argumentation hier viel verdankt, s. z.b. Chafe 1994 (mit weiterer Bibliographie).

21 Können Sprachen einfach sein? Diese Argumentation nimmt im übrigen einen Topos der älteren Germanistik auf, nach dem die komplexe Syntax der modernen Schriftsprache vom Lateinischen abgekupfert sei mit dem Unterton: daß sie insofern etwas Undeutsches sei, demgegenüber die eigentliche deutsche (bzw. germanische) Syntax in den Dialekten, also in der gesprochenen Sprache zu finden sei (s. Chirita 2003 für einen guten Überblick über die Forschungsdiskussion). Abgesehen von anderen problematischen Prämissen dieser Argumentation wird so die Registerdifferenzierung ausgeblendet: diese Syntax gehört zum Sprachausbau und nicht zu der germanischen Erbmasse. Wenn das Lateinische hier Modell gestanden hat, dann eben auch nicht als nur fiktiv als homogen anzunehmende Sprache, sondern als selbst erst in einem längeren historischen Prozeß schriftsprachlich ausgebaute Sprache, für die dabei das Griechische als Modell gedient hat. Der Ausbau läßt sich im Altlateinischen verfolgen, mit den frühen Bemühungen um eine schriftsprachliche Form, die aber noch orat geprägt war (so bei Ennius im 2. Jhd. v.d.z.), die erst in der Mitte des 1. Jhd. v.d.z. (etwa bei Cicero) ihre für später dann musterbildende Form des Periodenbaus gefunden hat (s. dazu Courtney 1999). Diese Bauformen wurden später in der Schule gelehrt, wobei Quintilian (1. Jhd.) eine Art Kanonisierung lieferte (dort bes. im 9. Buch, 4. Kapitel: de compositione), wo er auch die Default-Regel der Wortstellung mit dem finiten Verb als Satzabschluß definiert. 12 III. Sprachausbau in verschiedenen Sprachen/Kulturen (Sprachtypologisches) 10. Die Registerdifferenzierung, also die Dimension des Sprachausbaus, muß insbesondere auch beim typologischen Vergleich berücksichtigt werden. Die sich hier stellenden Fragen (und auch Analysemöglichkeiten) kann ich hier nur an einem Beispiel verdeutlichen, wobei ich aus Gründen der leichten Zugänglichkeit Bibelübersetzungen nehme Verbo sensum cludere multo, si composiio patiatur, optimum est ( Mit dem Verb den Satz abzuschließen ist, wenn es die Konstruktion erlaubt, bei weitem das beste, Quintilian IX,4,26). Angesichts der reichen Morphologie waren andere Abfolgen grammatisch problemlos, aber dann eben markiert: im Matrixsatz waren sie gesteuert durch die Informationsstruktur, während im abhängigen Satz tatsächlich die verbfinale Stellung die Regel war, s auch Chirita 2003 für Hinweise auf die Forschungsliteratur. 13 Bei allen Problemen, die derartige Übersetzungsliteratur mit sich bringt, s. etwa de Vries 2007 für die Probleme von Bibelübersetzungen. Hier geht es nur um eine erste explorierende Sichtung, für die zugängliche elektronische Corpora unschätzbare Dienste leisten. Das gilt insbesondere für die von mir genutzten Bibelübersetzungen in BibleWorks 5 (2001), die für die europäischen Schul-

22 20 Utz Maas Die Bibel ist keineswegs einheitlich: sie hat narrative und argumentative Passagen, die sprachlich sehr unterschiedliche Anforderungen stellen: narrative Texte implementieren gewissermaßen ein vorher definiertes Muster; im Grenzfall spezifizieren sie auch nur mit deskriptiven Elementen dessen Struktur, folgen ihm also ikonisch (im zeitlichen Ablauf, mit kausalen und motivationalen Verknüpfungen des Geschehens u.dgl.). Im Gegensatz dazu müssen argumentative Texte die Voraussetzungen für ihre Interpretation sprachlich zumindest in sehr viel größerem Maße explizieren (wie immer in solchen Fällen handelt es sich hier um skalare Dimensionen). Als Beispiel soll eine narrative Szene aus der Apostelgeschichte dienen (AG 27: 16-17). In der modernen deutschen Übersetzung lautet diese Stelle (mit der markierten propositionalen Verpackung): 14 Als wir an einer kleinen Insel mit Namen Klauda vorbeikamen, konnten wir uns mit Not des Beibootes bemächtigen; sie zogen es empor und trafen Vorkehrungen, indem sie das Schiff eingürteten. Weil man fürchtete, auf die Syrte zu geraten, zogen wir die Segel ein und ließen uns treiben. Diese Passage besteht aus drei Sätze, in die 8 Propositionen gepackt sind. Der Übersetzung liegt der folgende griechische Ausgangstext zugrunde: 15 (03) [[[neesíon de ti hypodramóntes] kaloúmenon Klaûda] isxrýsamen Insel:AS und IDF. NS Schutz.suchen:PCP. AOR.NMS nennen:pcp. PRS.ANS (PN):AS können:aor. AT.1P [mólis perikrateîs genéstai têes skáphees [hên mit.mühe Kontrolle:NMP werden:inf. ART:GFS Boot:GS RL:AFS MD.AOR árantes boeetheías]] [erxoônto [hypozoonnýntes tò ploîon]] nehmen:pcp. Seil:DP gebrauchen: verstärkenen:pcp. ART: Schiff:AS AOR.AK.NMP IPF.MD.IND.3P PRS.AT.NMP ANS [[phoboúmenoí te [meè ekpésoosin] [xalásantes tò skeûos] fürchten:pcp. und NEG fallen:aor.at. herunterlassen: ART:ANS Schiff:AS PRS.MD.NMP SUBJ.3P PCP.AOR.AT.NMP (03a) hoútoos ephéronto]]] so:adv treiben:ipf.ps.ind.3p sprachen auch einen diachronen Blick erlauben, mit der Dokumentation der fortlaufenden Revisionen der Übersetzungen seit den Anfängen, die auch so etwas wie sprachbauspezifische Anpassungsleistungen zeigen, die die typologischen Probleme direkt greifbar machen, s.u. Das Neue Testament, übersetzt von J. Kürzinger, Aschaffenburg: Pattloch Novum Testamentum Graece, ediderunt Erwin Nestle / Kurt Aland, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt 25. Auflage 1963.

23 Können Sprachen einfach sein? 21 Hier hat diese Passage 11 Propositionen, von denen 9 abhängig konstruiert sind (sie sind semantisch und morphologisch infinit). Dieser Periodenbau wird durch das reiche Inventar an partizipialen und konverbalen Formen des Griechischen ermöglicht. Die älteren Übersetzungen folgten so eng wie möglich dieser Vorlage. In der lateinischen Version war das aufgrund einer entsprechenden Syntax problemlos möglich. Die neueren europäischen Sprachen rutschten dabei z.t. in einer Art Interlinearversion in der Art des oben betrachteten deutschen Urkundentextes, mit konverbale Strukturen, die die reiche komplexe Syntax des griechischen und des lateinischen Textes schematisch nachvollzogen. Der Umbruch kam mit der Reformation, mit der sich die Frage einer sprachlichen Angemessenheit in einem anderen Horizont stellte: Die interlineare Glossierung machte hier zunehmend einer in der Spontansprache fundierbaren Version Platz, mit der eben auch der Ausbau der jeweiligen Sprache zu einer literaten Sprache erfolgte. Dabei wurden die konverbalen Konstruktionen zumeist durch finitere Hypotaxen ersetzt, wie es bei Luthers Übersetzung der Fall war: Aus dem Periodenbau der Vorlage macht er 10 Propositionen. Folgt man der Interpunktionsmarkierung (einschließlich der satzinitialen Majuskeln) und der koordinierenden Koppelung von Propositionen, so packt er diese Struktur in 4 Sätze: 16 Wir kamen aber an eine Jnsulen / die heisset Clauda / Da kundten wir kaumet einen Kahn ergreiffen / Den huben wir auff / vnd brauchten der hülffe / vnd bunden jn vnten an das schiff / Denn wir furchten / es möchte in die Syrten fallen / vnd ließen das Gefesse hin vnter / vnd fuhren also. Aus Platzgründen kann ich hier diese spezifische Seite des Sprachausbaus: die fortlaufende Akkomodation der literaten Strukturen an die Ressourcen der (informell) gesprochenen Sprache, nur kursorisch andeuten. Das folgenden sind einige neuere Übersetzungsrevisionen der gleichen Passage (Apostelgeschichte 27: 16-17) aus den eng verwandten Sprachen Französisch und Spanisch, die die unterschiedlichen Optionen zeigen (die Prädikate sind markiert; Auszüge aus Bible Works): Französisch (1885) Et courant sous une petite île appelée Clauda, nous nous rendîmes à grand'peine maîtres de la chaloupe; et l'ayant retirée à bord, ils employèrent des mesures de sûreté en liant le 16 D. Martin Luther, Die gantze Heilige Schrifft Deudsch, Wittenberg 1545, Reprint hg. von Hans Volz, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1972.

24 22 Utz Maas navire avec un câble passé dessous; et craignant de tomber sur les bancs de sable de la Syrte, ils descendirent les agrès supérieurs, et étaient ainsi emportés. Spanisch (1909) Y habiendo corrido á sotavento de una pequeña isla que se llama Clauda, apenas pudimos ganar el esquife: El cual tomado, usaban de remedios, ciñendo la nave; y teniendo temor de que diesen en la Sirte, abajadas las velas, eran así llevados. Französisch (1997) Nous avons passé au sud d'une petite île appelée Cauda, qui nous abritait un peu. Nous avons réussi alors, avec beaucoup de peine, à nous rendre maîtres du canot de sauvetage. Les marins l'ont remonté à bord, puis ils ont attaché des cordes de secours autour du bateau. Comme ils craignaient d'aller se jeter sur les bancs de sable des côtes de Libye, ils lâchèrent l'ancre flottante et se laissèrent ainsi entraîner par le vent. Spanisch (1989) Navegamos a sotavento de una pequeña isla que se llama Cauda, y apenas pudimos retener el esquife. Y después de subirlo a bordo, se valían de refuerzos para ceñir la nave. Pero temiendo encallar en la Sirte, bajaron velas y se dejaban llevar así. Bei den neueren Übersetzungen, die ich durchgesehen habe, geht diese Auflösung im haitianischen Kreol am weitesten, das die 8 Propositionen des Ausgangstextes auch in acht Sätze packt. Dabei dienen hinzugefügte veranschaulichende Formen der Wiederaufnahme dazu, die Sequenz von mehreren Sätzen zu integrieren (Haitianisches Kreol, Apostelgeschichte 27: ): Nou pase bò anba yon ti zile yo rele Kloda. 1 La, nou pran yon ti souf. 2 Se pa ti traka anvan nou resi sove ti kannòt bò a. 3 Yo rale l' moute abò. 4 Apre sa, yo pran mare kèk kòd, yo sentre batiman an byen sentre. 5 Yo te pè tou pou batiman an pa t' al chwe sou yon fon plat ki nan mitan lanmè a devan peyi Libi. 6 Yo desann vwal yo. 7 Se konsa nou kite van an bwote nou. 8 Zugrunde liegt dem wohl ein französischer Text, vgl. die folgende Version: Nous passâmes au-dessous d'une petite île appelée Clauda <qui nous abritait un peu> et nous nous rendîmes à gand'peine maîtres de la chaloupe <canot de sauvetage>. Les marins l'ont remonté à bord, puis ils ont attaché des cordes de secours autour du bateau. Comme il craignèrent d'aller se jeter sur les bancs de sable des côtés de Lybie, ils lachèrent l'ancre flottante et se laissèrent ainsi entraîner par le vent. Die folgende Darstellung kann die Struktur der haitianischen Version verdeutlichen (mit etymologischen Hinweisen bei der Glossierung): Für Hifestellung bei der Analyse der haitianischen Bespiele danke ich Marie Christine Hazaël- Massieux sowie J. Hahn (Bamberg). Zur Verdeutlichung verbinde ich die Glossierung mit etymo-

25 Können Sprachen einfach sein? 23 (04a) Nou pase bò anba yon ti zile yo rele Kloda. 1P vorbeifahr: (Lee-Seite)? unter IDF klein Insel 3P nennen Klauda < nous < passer < bord < en bas < un < petit < île <? < héler wir sind auf der windabgewandten Seite unterhalb einer kleinen Insel vorbeigefahren, die Klauda heißt. (04b) La, nou pran yon ti souf. da 1P nehm: IDF klein Atem < là < prendre < soufle Da erholten wir uns etwas. (04c) Se pa ti traka anvan nou resi sove ti Es.ist NEG klein Mühe weiter 1P schaff: retten klein < c est < pas < tracas < avant < réussir < sauver mit großer Mühe... kannòt bò a Boot Bord DEM < canot < la schafften wir es, das kleine (Bord-) Boot zu retten < nous nous rendîmes à grand'peine maîtres du canot de sauvetage (04d) Yo rale l' moute abò. 3P ziehen 3S-hochheb: an-bord < monter < Les marins l'ont remonté à bord, (04e) Apre sa, yo pran mare kèk kòd, nach dem 3P Nehmen anbinden einige Stricke < après < ça < prendre < ammarer < quelques < cordes Danach haben sie einige Stricke befestigt, yo sentre batiman an byen sentre. 1P festbinden Schiff in gut festbinden < cintrer? < bâtiment < en < bien sie haben das Schiff festgebunden, indem sie es gut festbinden?? < puis ils ont attaché des cordes de secours autour du bateau. (04f) Yo te pè tou pou batiman an 3P PRÄT fürchten auch für Schiff DEM < [avoir] peur < itou < pour Sie hatten Angst um dieses Schiff, pa t' al chwe sou yon fon plat NEG PRÄT-geh: fall: unter IDF Grund flach < [te] + aller < choir < sous < fond < plat daß es auf eine Sandbank laufe < Comme il craignèrent d'aller se jeter sur les bancs de sable ki nan mitan lanmè a devan peyi Libi. REL in Mitte Meer DEM vor land Lybien < en (dans) < mitan < (l + an) + mer < devant < pays die Mitten im Meer vor der Küste Lybiens sind. logischen Hinweisen, s. dazu Valdman (1996).

26 24 Utz Maas (04g) Yo desann vwal yo. 3P herunterlass: Segel 3P (= P) < descendre < voile Sie ließen die Segel herunter < ils lachèrent l'ancre flottante (!) (04h) Se konsa nou kite van an bwote nou Es.ist So 1P lass: Wind in / DEM? stoßen 1P < c'est? < comme ça < quitter < vent < bouter und so ließen wir den Wind uns treiben (< emboutir / embouter?). < et se laissèrent ainsi entraîner par le vent. Vordergründig läßt sich dieser Befund in der Linie der neueren Kreol-Diskussion lesen, etwa bei McWhorter (2001), der damit argumentiert, daß die Kreolsprachen relativ jung sind und damit nicht die Zeit hatten, eine komplexe Struktur wie die älteren Sprachen zu entwickeln. Das ist ein Beispiel für die in der Sprachwissenschaft endemische Neigung, soziale Zusammenhänge durch biologistische Metaphern zu verstellen. Es gibt dazu jetzt eine ausgedehnte Diskussion, für die z.b. Dahl (2004) steht, oder auch die dem gewidmete Konferenz am MPI in Leipzig im vorigen Jahr (Sampson u.a. 2008). Dahl bringt diese Betrachtungsweise auf den Punkt, indem er die natürliche Sprachentwicklung als Reifung (bei ihm maturation) modelliert, für die der schriftsprachliche Ausbau nicht anders als der Sprachkontakt Störfaktoren sind. Aber diese markieren wie vorhin für das Deutsche gezeigt das Spannungsfeld der Sprachentwicklung sie stehen nicht außerhalb davon. So sind eben auch die Verhältnisse beim Haitianische Kreol zu analysieren: einer Sprache, die in der Regel nicht für literate Aufgaben genutzt wird geschrieben wird dort (in einer Gesellschaft mit weniger als 50% Alphabetisierten) wenn überhaupt, dann eben auf Französisch. Es handelt sich also um Verhältnisse, die strukturell denen ähneln, die wir auch für das ältere Deutsch annehmen können dergleichen ist keine Frage einer Sprachbiologie. Erst wenn man das Feld der Sprachpraxis in den Blick nimmt, kann man auch die sprachtypologischen Fragen in ihr Recht setzen. Das zeigt sich auch bei den Bibelübersetzungen. Bei den europäischen Schulsprachen, bei den germanischen Sprachen, auch z.b. im Französischen und damit dem Haitianischen Kreol, hat sich ein spezifischer syntaktischer Filter durch die Zweitstellung des finiten Prädikatteils im Aussagesatz herausgebildet. Damit verbindet sich eine generelle Umstrukturierung der Syntax, von der die jüngeren Bibelübersetzungen deutlich zeugen.

27 Können Sprachen einfach sein? 25 Insofern ist der Vergleich zu Sprachen, die einen solchen Filter nicht aufweisen, außerordentlich aufschlußreich, z.b. mit der mongolischen Übersetzung. Diese Sprache hat keine Probleme, die komplex integrierten Strukturen der lateinischen oder griechischen Perioden zu replizieren (Mongolische Übersetzung von AG 27: 16 17; Prädikate sind markiert 18 ): (05a) Bid Klauda hėmėėx nėg.ėn baga-han arl-yn hömr-öör Wir Klauda mit.name IDF klein-dim Insel-GEN Lee-INST ömgör-č javah-daa ongoc-ny zav-iig araič.üü vorbeifahren-konv gehen-konv Schiff-GEN Boot-ACC Mit.Mühe togt-oon bar-č bai-laa halten-konv halten sein-pret S1 (05b) Tėd zav-ijg dėėsh gar-g-aad tatlag-aar us.an angoc-ijg Sie Boot-A oben ziehen:kaus-konv Seil-INST (Wasser-) Schiff:A búsl-ėn tat-až Surt-ad haira-gd-čih =vij gėž ėmė-n binden: ziehen: Syrte:D beschädig:pas- MOD SUBJ fürchten: KONV KONV INTENS KONV zanguugaa salhiny buu-lg-aad ajasaar húv-úv Last:A.POSS Wind:G herablassen: Rhythmus: treiben-prät KAUS-KONV INST Die komplexe Syntax des Mongolischen funktioniert nach dem Schachtelprinzip: das semantisch finite Prädikat steht final, abhängige Prädikate können ihm prinzipiell unbeschränkt vorausgehen, wobei jedes wieder als Prädikat auf dem vorausgehenden operiert, wenn nichts Gegenteiliges formal artikuliert ist. Anders als beim Deutschen oder Französischen ist hier der literate Ausbau möglich, ohne dazu formal neue grammatische Strukturen zu entwickeln. Die strukturellen Fragen sind aber noch komplexer. Auch das Chinesische (Mandarin) hat eine Art Zweitstellung des Prädikats, hat aber keine Schwierigkeiten komplexe Perioden in einen Satz zu integrieren, weil bei ihm die Integration durch eine propositionale Abstufung in einer unbeschränkten Rechtsverkettung möglich ist: abhängige Propositionen werden gewissermaßen elliptisch eingebunden, weil sie sich S2 18 Morphemsegmentierung und Glossierung vereinfacht. Mit. trenne ich Formative ab, die nicht als Morpheme definiert sind (und daher auch nicht glossiert werden). Für die Unterstützung bei der Analyse der mongolischen Beispiele danke ich Nyamaa Purjeval. Zu den grammatischen Kategorien s. etwa Bittigau (2003).

28 26 Utz Maas im Matrixsatz die fehlenden grammatischen Ergänzungen suchen müssen, vgl. die Übersetzung der gleichen Passage (Mandarin, AG 27: 16 17): 19 (06) you3 yi2-ge xiao3-dao3 jiao4 ka3wu1da2 existieren eins-kl klein-insel heißen Kauda S 1 wo3-men kao4-zhe dao3 de bei4feng1mian4 ji2-xing2 wir entlang-dur Insel GEN Windschatten beeilend-fahren hao3bu4rong2yi4 cai2 bao3zhu4 chuan2wei3 de xiao3ting3 mit Mühe erst bewahren Heck GEN Beiboot S 2 zhong4ren2 ba3 xiao3ting3 la1shang4lai yong4 gong1ju4 jia1gu4 Menge BA Beiboot hochheben benutzen Werkzeug befestigen chuan2di3 you4 pa4 zai4 sai4er2di3 ge1qian3 jiu4 fang4xia Schiffsboden noch befürchten LOK Syrte auflaufen noch absetzen fan1ju4 ren4 chuan2 piao1liu2 Treibanker lassen Schiff treiben S Der sprachliche Ausbau erfolgt zwangsläufig unter den Bedingungen der jeweiligen Sprachstrukturen: Er kann also sehr unterschiedlich artikuliert sein. Bevor allerdings aus Beispielen wie oben generelle Aussagen abgeleitet werden können, sind die Verhältnisse in anderen, nicht narrativen Texten zu prüfen, also bei Texten, die im bühlerschen Sinne das Symbolfeld ausreizen, indem sie die interpretativen Voraussetzungen im Text artikulieren. Wo auch Bibeltexte komplex argumentativ artikuliert sind, etwa bei den ethisch-philosophischen Paulus-Briefen, stellen sich daher Übersetzungsprobleme einer ganz anderen Art. Das kann an einem Beispiel verdeutlicht werden, Römer 2: 14, das in der modernen deutschen Übersetzung lautet: Wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur aus das tun, was im Gesetz gefordert ist, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Die griechische Vorlage dazu: (07) [ [ 'hotan gar 'ethn.ē [ta mē 'nomo.n 'echont.a ] wann denn Volk.N.P ART.N.P NEG Gesetz.A.S hab:pzp.n.nt.p 'phys.ei ta toû 'nomo.u poi.ôsin ] [ hoût.oi Natur.D.S ART.N.P ART.G.S Gesetz.G.S mach:3.p.pr.a.subj DEM.N.P [ 'nomo.n mē 'echont.es ] heaut.oîs ei.sin 'nomo.s ] ] Gesetz.A.S NEG hab:pzp.n.m.p PRON.3P.M.D sei:3.p.pr.ind Gesetz.N.S 19 Für die Hilfe bei der Analyse der chinesischen Bespiele danke ich Mingying Hong. Für die grammatischen Kategorien s. etw Li / Thompson (1981). Die Umschrift erfolgt in Pin-Yin mit der Notation der Töne in Ziffern.

29 Können Sprachen einfach sein? 27 Die hierarchische Struktur dieses komplexen Satzes mit vier Propositionen ist transparent: das Matrixprädikat ist eisin (mit dem Prädikativ nomos), davon abhängig die temporal untergeordnete Proposition mit dem Prädikat poiôsin; in beiden Propositionen wird das Subjekt jeweils noch durch eine partizipiale Konstruktion attributiv erweitert (echonta bzw. echontes). Sprachen, in deren Struktur eine lange literate Tradition sedimentiert ist, verfügen hier über die nötigen Resourcen. So hat die mongolische Übersetzung auch hier keine Probleme: das reiche und semantisch-funktional differenzierte Paradigma der Konverben erlaubt es hier, in dem gleichen Schema der linksverkettenden Schachtelung auch solche hypothetischen Konstruktionen zu bauen (die wörtliche Übersetzungen der Teilpropositionen soll hier nur die Konstruktionen verdeutlichen) (Mongolische Übersetzung, Römer 2: 14): (08) har' gürėn-ij huul' totool gė-ž ügüj fremd Volk-GEN Recht Gesetz sag:konv 1 NEG Indem das Recht eines fremden Volkes nicht das Gesetz genannt wird, gėtėl tėd törlöh čanar-aas-aa bol-ž aber 3P angeboren Charakter-ABL-REF werd:konv 1 sie aber von Natur aus so beschaffen sind, huul' ëson-d nijc-ėx jav.dal üjld-sėn bol-v.oos [Recht Sitte-DAT befolg:nom 1 ] Geschehen tun:nom 2 wird:konv 2 wenn das Befolgen dieses Rechts nach ihrer Gewohnheit geschieht, tėd hėdij.gėėr huul' ës-güj bol-ovč 3P obwohl Recht Sitte-NEG werd:konv 3 obwohl sie (also) ohne Recht sind, tėr n' daruj tėd.n-ij huul' ës mön bol-moj das POSS gleich 3P-GEN Recht Sitte KOP wer:-prät dieses Ihres ist gleich ihrem Recht Hier sind fünf (bzw. sogar sechs) Propositionen in einem Satz verknüpft: nur das letzte Verb bol-moj hat eine finite Endung. Die infiniten Formen sind semantisch differenziert: KONV 1 verknüpft Sachverhalte und überläßt dem Kontext die Spezifizierung, KONV 2 ist konditional (als Protasis), KONV 3 ist konzessiv (es gibt etwa 14 solcher gebräuchlicher Konverben); weniger prädikativ ausbaubar sind die Nominalisierungen, die aber ebenfalls wieder paradigmatisch differenziert sind: NOM 1 artikuliert einen unabgeschlossenen, NOM 2 einen abgeschlossenen Sachverhalt, usw. Immerhin verfügt das Mongolische auch

30 28 Utz Maas über lokale (lexikalische) Markierungen, die ggf. die syntaktisch-semantischen Relationen zusätzlich verdeutlichen können (wie hier gėtėl aber und hėdij.gėėr obwohl ). Das Mandarin verfügt über solche morphologischen Mittel nicht: es ist entsprechend auf lokale Markierungen angewiesen, wenn die Default-Interpretation der elliptisch verknüpften Propositionen nicht gelten soll, wie die folgende Übersetzung der gleichen Passage zeigt (Prädikate wieder markiert): 20 (09a) mei2-you3 lü4fa3 de wai4bang1ren2 NEG-hab: Gesetz ATTR Heiden S1 (09b) ru2guo3 pin2 tian1xing4 zuo4 wenn mittels Natur tu: (09c) he2hu1 lü4fa3 de shi4 übereinstimm: Gesetz ATTR Angelegenheit (09d) ta1-men sui1ran2 mei2-you3 lü4fa3 yue1shu4 3-PL obwohl NEG-hab: Gesetz beschränk: (09e) dan4 zi4ji3 jiu4 shi4 zi4ji3 de lü4fa3 aber sich.selbst dann sei: sich.selbst ATTR Gesetz Hier werden 5 Propositionen in einen Satz gepackt: 21 shi4 in (8e) fungiert als Matrixprädikat. Die weiteren Propositionen sind dem untergeordnet, hier auch mit lokalen (subordinierenden) Markierungen: ru2guo3 in (8b), sui1ran2 in (8d), aber auch der Matrixsatz hat lokale Markierungen, die die Komplexität der Struktur artikulieren: dan4 und jiu4 in (8e). Zwei weitere Propositionen sind nominalisiert und insofern attributiv integriert (mit der klitischen Markierung de): in (8a) und in (8c). Hier wird deutlich, daß eine formsparende Konstruktion (mit syntaktischen Ellipsen ) wie im narrativen Beispiel aus der Apostelgeschichte im Mandarin nur den syntaktischen Default bildet, der ggf. durch explizite Strukturen überschrieben werden kann. Demgegenüber löst das Haitianische Kreol (erwartungsgemäß) diese Periode auf. Das französische Gegenstück (die eventuelle Vorlage) gebe ich als Paraphrase: (10) Moun lòt nasyon yo Mensch ander Gemeinschaft PL < monde < l'autre < nation Quand des étrangers, Mandarin Übersetzung, Römer 2: 14. Bei (4) vereinfache ich die Analyse durch die Annahme eines komplexen Prädikats. Hier ist auch eine Analyse mit zwei Prädikaten bzw. Propositionen möglich.

31 Können Sprachen einfach sein? 29 ki pa gen lalwa Moyiz la, REL NEG haben Gesetz Moses DF <qui <pas < gagner < la loi qui ne connaissent pas la loi de Dieu, yo fè sa lalwa a 3P machen DEM Gesetz DF < faire < la loi la mettent d'eux-mêmes en pratique, mande san yo pa konnen nehmen ohne 3P NEG kennen (können) < (de) mander < sans < pas < connaître??? Yo menm ki pa gen lalwa Moyiz la, 3P selbst REL NEG haben Gesetz Moses DF <même <qui < pas < gagner < la loi (sie selbst, die das Gesetz Moses nicht haben) yo tounen yon lwa 3P wenden IDF Gesetz < tourner < loi??? pou pwòp tèt pa yo um sauber Kopf durch 3PL < pour < propre < tête < par (c'est comme s'ils la portaient au-dedans d'eux,???) menm si yo pa t' konn lalwa a. selbst wenn 3PL NEG PRÄT.gewohnt.sei: Gesetz DF < même < si < pas < connaître < la loi bien qu'ils ne l'aient pas. An die Stelle einer Explizitierung der argumentativen Zusammenhänge tritt hier eine umständliche Wiederholung und Wiederaufnahme von Versatzstücken, die den Sachverhalt nicht gerade transparent macht. Auch die Wortstellung erscheint befremdlich. 22 Es ist offensichtlich, daß die strukturellen Ressourcen dieses Kreol hier überstrapaziert sind. 12. So ergibt sich ein irritierender Befund, der dazu zwingt, bei typologischen Betrachtungen das übliche holistische Sprachverständnis aufzulösen und die Registerdifferenzierung einzuziehen:. Das Verhältnis von oraten zu literaten Strukturen wird nicht in allen Sprachen gleich artikuliert. In Sprachen wie Deutsch sind die literaten Ressourcen als Ergebnis eines langen Adaptierungsprozesses an die Modellvorgaben 22 So auch Annegret Bollée (persönl. Mitteilung) zu dieser Stelle.

32 30 Utz Maas des Lateinischen verfügbar aber sie sind immer noch strukturell anders als die orat strukturierter Äußerungen. Sprachen wie Mongolisch und Chinesisch kennen anscheinend vergleichbare Schranken nicht: hier scheint es ein Kontinuum zwischen oraten und literaten Strukturen zu geben, bei dem zweifellos quantitative Schranken der Sprachverarbeitung bestehen, die in der mündlichen Praxis wohl auch dort sehr viel enger gezogen sind als in schriftlicher (bzw. bei literat geschulten Personen weiter als bei wenig schriftgeübten). Mit Blick auf die hier kursorisch behandelten Beispiele läßt sich eine typologische Differenzierung vornehmen, die das Ausgangsschema von Abschnitt (1) nicht mehr als trivial erscheinen läßt: Dieses grobe typologische Schema erfordert weitere Differenzierungen. In gewisser Weise repräsentiert das Mongolische den einfachsten Fall. Das Mandarin, bei dem aber noch detailliertere Analysen ausstehen, scheint mit ganz anderen strukturellen Voraussetzungen einen ähnlichen Fall zu repräsentieren. Der Fall des Haitischen ist komplexer. Geht man von einer Familienähnlichkeit zwischen haitianischem Kreol und Französisch aus (die für die Sprecher aber vermutlich nur bedingt transparent ist), kann man hier eine Struktur ansetzen, die der Konstellation bei den Anfängen der Literarisierung des Deutschen entspricht: Eine solche Konstellation ist aber charakteristisch für viele Gesellschaften, die durch das bestimmt sind, was in der Soziologie Modernisierung genannt wird. Ein mir ver-

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