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1 P.b.b. Verlagsort 1090 Wien GZ: 08Z037707M PHARMIG info Das Magazin der pharmazeutischen Industrie Österreichs 2/2014 Das Gehirn neu denken Wie Forscher mit Big-Data-Methoden das große Rätsel der Medizin entschlüsseln möchten.

2 PHARMIG info 2/2014 Mag. Barbara Grohs Director Communication & PR 8 Liebe Leserin, lieber Leser, Foto: Sticklerfotografie THEMA: So hilft Big Data bei der Erforschung des menschlichen Gehirns. jedes Krankenhaus in den USA wird in Kürze 650 Terabyte an Daten produzieren jährlich, konstatierte der Harvardprofessor John Quackenbusch bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen. Unvorstellbar riesige Datenmengen also, die derzeit noch unbearbeitet sind, aber so die Annahme mit systematischem Datamining völlig neue Erkenntnisse etwa über die Funktionsweise des Gehirns liefern können. Nun soll mit Hilfe einer Kofinanzierung durch die EU nicht weniger als eine Milliarde Euro zur Durchforstung der Datenberge investiert werden. Diese Human Brain Project genannte Forschungsinitiative könnte für die Genomforschung das werden, was das CERN für die Teilchenphysik ist. Gemeinsam ist beiden jedenfalls einmal der Standort am Genfer See, wie Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 8 lesen können. Dass genetische Forschung konkreten Nutzen hat, bestätigt Professor Han Brunner, Humangenetiker aus den Niederlanden, dann im Interview auf Seite 12. Er geht davon aus, dass die Konsequenz personalisierte Medizin sei und sich Medikamente am individuellen genetischen Profil eines Patienten orientieren können. Dies werde, so Brunner, vor allem Menschen mit seltenen Erkrankungen helfen. Traditionelle klinische Forschung wird freilich weiterhin betrieben werden. Was Österreich tun muss, um im starken internationalen Wettbewerb als Forschungsstandort bestehen zu können, erklärt Dr. Wolfgang Bonitz, Medical Director bei Novartis, im Interview auf Seite 16. Wir ziehen außerdem Bilanz über die Amtszeit von Minister Stöger (Seite 18) und haben die neue Gesundheitsministerin zu ihren politischen Prioritäten befragt (Seite 15). Erfahren Sie ab Seite 6 auch, was Österreich im Bereich der Transparenzregelungen anderen europäischen Staaten voraus hat. AKTUELL: Wie Ärzte und Pharmaindustrie ein gemeinsames Regelwerk zur Zusammenarbeit erstellt haben Fotos: fotolia Viel Freude beim Lesen! Barbara Grohs POLITIK UND WIRTSCHAFT: Die neue Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser im Gespräch. IMPRESSUM MEDIENINHABER Pharmig Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs A-1090 Wien, Garnisongasse 4/1/6, Tel.: +43/1/ , Fax: DW 9 ZVR-Zahl: HERAUSGEBER Pharmig Abteilung Kommunikation REDAKTION Mag. Barbara Grohs, Susanna Steinkellner, BA, Mag. Thomas Hasllinger, Frank Butschbacher, Mag. Sabine Starzer, Martin Schwarz PRODUKTION & DRUCK Industriemagazin Verlag GmbH FOTO TITELSEITE fotolia.de

3 EDITORIAL Seite AKTUELL würdevoll. Warum Pharmig-Präsident Dr. Robin Rumler den Professorentitel erhielt. VEREINBART. Wie sich Ärzte und Pharmaindustrie auf ein Regelwerk für mehr Transparenz geeinigt haben. THEMA GESAMMELT. Wie Forscher mithilfe von Big Data daran arbeiten, das menschliche Gehirn besser zu verstehen. POLITIK UND WIRTSCHAFT GIPFELTREFFEN. Das waren die Gesundheitsgespräche beim Forum Alpbach. ERNANNT. Die neue Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser im Interview. Forschung PHASENWEISE. Dr. Wolfgang Bonitz über die Situation klinischer Studien in Österreich und warum hier vor allem Studien der Phase 3 durchgeführt werden. Foto: Sticklerfotografie Pharmig in Action PRESIDENT S Prof. DR. ROBIN RUMLER Pharmig-Präsident Punktgenau passt dieser Slogan zu unserem laufenden Programm: Alpbacher Gesundheitsgespräche, Arznei und Vernunft, der neue Verhaltenscodex, das Health Care Symposium der Pharmig Academy all diese und weitere Projekte erfordern und erhalten unsere volle Aufmerksamkeit. Better together war der Titel des österreichischen Workshops beim European Health Forum Gastein und ein ganz besonderes Ereignis. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und dem Hauptverband durften wir dem interessierten Europa das Kinderforschungsnetzwerk OKIDS und das Projekt Gremium Gesundheitsziele aus dem Rahmenpharmavertrag präsentieren. Und gleichzeitig zu all diesen Aktivitäten entwickeln unsere Unternehmen neue Medikamente und versorgen Österreich mit Arzneien. Wir alle nehmen unsere Rolle als engagierter Partner im Gesundheitswesen ernst. Jede Anstrengung, die wir unternehmen, soll letztendlich dazu beitragen, dass die Österreicherinnen und Österreicher gesünder und älter werden. An dieser Stelle darf ich auch unsere neue Bundesministerin für Gesundheit, Frau Dr. Sabine Oberhauser, in ihrer neuen Funktion herzlich begrüßen und ihr versichern, dass wir, die pharmazeutische Industrie, auch in Zukunft unser Knowhow und Engagement unserem Gesundheitswesen zur Verfügung stellen werden, um es weiter fit für die Zukunft zu machen. CORNER rubriken 7 Fragen an Dr. Anna Kleissner: Sparen im dritten Jahr. Schneller wissen Was ist eigentlich... ALS? Faktencheck Die Amtszeit von Gesundheitsminister Alois Stöger. Herzlich, Ihr Prof. Dr. Robin Rumler PS: Übrigens ich freue mich immer über gute Ideen unter Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Autors wieder. Diese muss nicht mit der offiziellen Position der Pharmig übereinstimmen. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird jeweils nur die männliche Form der Bezeichnung von Personen (z. B. Patient) verwendet. Damit ist aber immer sowohl die weibliche als auch die männliche Form gemeint. by Pharmig, Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen gemäß 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten.

4 Seite 4 AKTUELL Staatliche Auszeichnung für den Pharmig- Präsidenten Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verlieh Dr. Robin Rumler für sein besonderes berufliches und wissenschaftliches Engagement rund um die Pharmaindustrie den Berufstitel Professor. Im Rahmen eines Festaktes im Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft erhielt Dr. Rumler nach einer Laudatio zu seinen Verdiensten eine entsprechende Urkunde von Bundesminister Dr. Reinhold Mitterlehner. Damit anerkennt und achtet das offizielle Österreich die Verdienste und Leistungen des Pharmig-Präsidenten für die Pharmaindustrie, der er seinen beruflichen Lebensweg seit 22 Jahren widmet. Neben seiner Tätigkeit als Marketing Direktor und später als Geschäftsführer von Pfizer (2009) engagierte er sich stets in einer Vielzahl von Organisationen, Gremien und Vereinigungen im Umfeld der Pharmaindustrie. Diese haben entweder einen Fokus auf Wissenschaft, Politik oder Marketing und Kommunikation. Dabei hervorzuheben ist seine sechsjährige erfolgreiche Präsidentschaft im Pharma Marketing Club (PMCA). Während dieser Zeit wurde auch das Buch Pharma Marketing Gesundheitsökonomische Aspekte einer innovativen Industrie publiziert, dessen Co-Autor Rumler ist. Seit 2010 ist Robin Rumler Präsident der Pharmig. Besondere Anliegen sind ihm die Zukunft der Industrie und das Image der Branche. Diesen beiden Themen galt seit jeher sein Engagement. Durch den Weg der Kooperation mit wichtigen Stakeholdern gelang es, die Rolle der Pharmaindustrie als engagierte Partnerin im Gesundheitswesen zu festigen. Robin Rumler versteht sich als Botschafter der Pharma-Branche. Zahlreiche weitere Funktionen, etwa als Vice President der AMCHAM (Amerikanische Handelskammer), nutzt er, um den Wert innovativer Arzneimittel in verschiedenen Zielgruppen transparent zu kommunizieren. Bild des monats Der Aufstieg oder Abschied von der Blueman- Group Spekulationen waren den Alpbacher Gesundheitsgesprächen vorausgegangen, danach stand fest: Alois Stöger wechselt vom Gesundheits- in das Infrastrukturministerium. Er selbst spielte in seiner Keynote darauf an, in der er die Gesundheitsreform auf Schiene sah und einlud, in den auf dem Weg befindlichen Zug einzusteigen. In Alpbach nahm er den gut einstündigen Aufstieg zur Bischofer Alm in Angriff, wo er sich beim Fest am Berg der Pharmig u. a. von Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber, Vizepräsident Dr. Martin Hagenlocher und Präsident Prof. Dr. Robin Rumler (v. l. n. r.) verabschiedete alle zufällig in Pharmig- Corporate-blau gekleidet. Der berufliche Standortwechsel führt Stöger zumindest räumlich nicht ganz so weit, befinden sich doch Gesundheitsund Infrastrukturministerium in ein und demselben Gebäude. (SuS) Christian Husar/Pharmig

5 AKTUELL Seite 5 7 Fragen an... Dr. Anna Kleissner Sparen im dritten Jahr Dr. Anna Kleissner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Economica Institut für Wirtschaftsforschung in Wien und Villach und stellvertretende Geschäftsführerin bei SportsEconAustria, Institut für Sportökonomie in Wien. Im Gesundheitssystem muss gespart werden. Drängeln sich bei Ihnen die Auftraggeber? Nein. Wer hätte denn die größte Ambition zu solchen Berechnungen? Eventuell Unternehmen, die zeigen wollen, dass ihr neues Produkt vielleicht am Anfang höhere Behandlungskosten verursacht, danach aber viel Einsparpotenzial birgt. Viel logischer wäre aber, wenn die Krankenversicherungen das übernehmen würden. Leider werden dort meistens nur die direkten Kosten betrachtet, also Ausgaben für Medikamente, Spitalskosten oder Reha. Warum ist das ein Problem? Weil ich die indirekten Kosten nicht sehe. Das sind etwa Krankenstand, Frühpensionierungen, eingeschränkte Arbeitsproduktivität, Arbeitsausfälle von Eltern kranker Kinder, Pflegeurlaubstage. Ein neues Produkt ist möglicherweise im ersten Jahr teurer, bringt aber vielleicht im dritten Jahr bereits deutliche Einsparungen. Stellv. Geschäftsführerin Dr. Anna Kleissner Was können solche Berechnungen überhaupt leisten? Grundsätzlich ist Gesundheitsökonomie eine Schnittstelle: Im medizinischen Bereich steht das Wohl des Patienten im Vordergrund die mikroökonomische Sicht, in der Ökonomie eher die Frage, was ist das Beste für die Gesellschaft, also die makroökonomische Betrachtung. Problematisch wird es aber bei den Daten: Deren Aufbereitung ist in Österreich oft mangelhaft, obwohl wir unheimlich viele Daten haben. Aber die werden nirgendwo zusammengeführt. Was könnten Sie aus besseren Daten herauslesen? Im Rahmen einer Studie zum Thema Schmerz wurden uns die Daten unter anderem von der Österreichischen Schmerzgesellschaft sehr detailliert zur Verfügung gestellt. Wenn ich solche Daten für unterschiedliche Altersgruppen und Krankheitsbilder habe, kann ich sinnvolle Aussagen über Kosten und Einsparungen über die gesamte Lebenszeit machen. Kurt Keinrath Über welche Einsparpotenziale sprechen wir? Wir stehen am Rande der Finanzierbarkeit unseres Gesundheitswesens, da muss man überlegen, wie man langfristig gegensteuert. Mehr Sport und Bewegung kann da viel bewirken. Wenn ich heute Kinder dazu bringe, sich mehr zu bewegen, dann geht es künftig um Einsparungen von mehreren hundert Millionen. Allerdings fallen die erst in zehn oder 15 Jahren an, massiv in 40 Jahren. Und innovative Medikamente? Sind die automatisch teuer? Innovative Medikamente können schon dann Kosten senken, wenn wir nur die direkten Kosten betrachten. Wir haben das für Allergien gezeigt. Unmittelbare Einspareffekte ergeben sich, wenn die neue Therapie weniger lang angewendet werden muss. Oder wenn ich stationäre Behandlungen reduziere. Verändert sich mit dem Kostendruck das Interesse an solchen Berechnungen? Wo sich schon etwas geändert hat, sind die Themen Früherkennung und Prävention. Wir wissen ja, dass ein verhältnismäßig geringer Teil der Patienten zwischen zehn und 15 Prozent rund 50 Prozent der Kosten verursacht. Je früher man bei diesen schwierigen, meist chronischen Krankheiten entgegenwirkt, desto eher lassen sich die hohen Kosten vermeiden. Es fehlt aber an Bewusstsein für eine übergreifende Betrachtung: Ich kann Gesundheit nicht isoliert vom Thema gesundheitsfördernde Bewegung betrachten. (FB) Schneller wissen Was ist eigentlich ALS? Wenn die Nerven untergehen: Spätestens seit sich Menschen auf der ganzen Welt absichtlich mit Eiswasser überschütten, ist die bislang unheilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) in aller Munde. Der berühmte Physiker Stephen Hawking lebt schon seit Jahrzehnten damit, doch es kann auch schnell gehen: Im Schnitt führt ALS, eine fortschreitende degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, innerhalb weniger Jahre zum Tod. Erste Symptome sind laut der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie ÖGN meist Gangunsicherheiten oder Ungeschicktheiten der Hände, manchmal Sprech- oder Schluckstörungen. Nach und nach werden immer mehr Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark geschädigt, wodurch sich die Lähmungen auf Arme, Beine, Gesichtsmuskeln und letztlich auf die Atemmuskulatur ausbreiten. Unberührt bleiben meist die Muskeln von Augen, Blase und Darm sowie die Sexualfunktionen. Anders als etwa bei der Alzheimer-Erkrankung ist das Denken ebenfalls nicht beeinträchtigt, wie das österreichische Forum ALS auf seiner Website erklärt. Lebensqualität erhalten Bis jetzt kennt die Forschung für die seltene Krankheit, die weltweit bei einem von Menschen auftritt, keine Ursache. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und der Großteil der Neuerkrankungen tritt im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf. Es gibt aber auch siehe Stephen Hawking Erkrankungen im frühen Erwachsenenalter. Zahlreiche Therapieansätze mit Wachstumsfaktoren, Chemotherapeutika, Vitaminen und vielem mehr wurden erfolglos getestet, derzeit probiert man es mit Stammzellen. Dennoch gibt es laut Forum ALS viele Möglichkeiten der Hilfe: Der Wirkstoff Riluzol kann den Krankheitsverlauf nachweislich verlangsamen, dazu stehen zahlreiche symptomatische Therapien zur Verfügung, welche die Komplikationen durch die Lähmungen lindern und die Lebensqualität verbessern. Und hier kommt das Eiswasser ins Spiel: Die amerikanische Non-Profit-Organisation ALS Association startete im Juli die Ice Bucket Challenge, die Personen im Internet dazu auffordert, sich mit kaltem Wasser zu übergießen und gleichzeitig für die ALS-Forschung zu spenden. (ST) Mehr Infos:

6 Seite 6 AKTUELL Bnw: beigestellt Das aktuelle Regelwerk: Download unter Bnw: Fotolia.de Wohlverhalten Das ist europaweit einzigartig: Pharmig und Ärztekammer verabschiedeten ein gemeinsames Regelwerk zu noch mehr Transparenz in der Zusammenarbeit. Klare Regeln, gelebte Transparenz und optimale Versorgung der Patienten: Das sind die Grundpfeiler, denen sich sowohl die Pharmig als auch die österreichische Ärztekammer (ÖÄK) in ihren jeweiligen Verhaltenscodizes verpflichtet fühlen. Ein wichtiger Punkt war und ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Ärzten. Dass es ohne diese nicht geht, ist klar: Bei der Entwicklung von Wirkstoffen und deren Erprobung in klinischen Studien, aber auch im Zuge des Monitorings der täglichen Anwendung sind Pharmafirmen auf die Mitarbeit der Ärzte angewiesen. Umgekehrt brauchen Ärzte in ihrer täglichen Arbeit und in der Fortbildung fundierte und aktuelle Informationen der Industrie über Arzneimittel und Forschungsergebnisse. Schließlich kann niemand besser über Arzneimittel und Wirkungsweisen informieren als Arzneimittelhersteller, ist Prof. Dr. Robin Rumler, Präsident der Pharmig, überzeugt. Pharmig und ÖÄK gehen voran In den letzten Monaten haben sowohl Pharmig als auch Ärztekammer ihre jeweiligen Verhaltenscodizes entlang internationaler Entwicklungen auf Basis aktueller Gesetze weiterentwickelt und unter anderem die gegenseitige Zusammenarbeit auf noch transparentere Beine gestellt. Doch damit nicht genug: Beide Verbände setzten sich an einen Tisch und erstellten ein europaweit einzigartiges gemeinsames Kompendium. Die Broschüre fasst die Regeln der Zusammenarbeit, wie sie im Pharmig- sowie im ÖÄK-Verhaltenscodex niedergeschrieben sind, übersichtlich zusammen und dient damit sowohl den Mitarbeitern der pharmazeutischen Industrie als auch der Ärzteschaft zur schnellen Orientierung. Im Kern geht es um den Umgang mit Informationen über Arzneimittel, Veranstaltungen und Bewirtung, nicht interventionellen Studien, Ärztemustern, dem Leistungsaustausch, der Offenlegungspflicht.

7 AKTUELL Seite 7 Neu: Offenlegung geldwerter Leistungen Den Pharmig-Verhaltenscodex VHC gibt es eigentlich schon seit Seither wurde diese freiwillige Selbstbeschränkung, der sich alle Mitgliedsunternehmen der Pharmig verpflichtet haben, unzählige Male aktualisiert sowie den gesetzlichen und auch gesellschaftlichen Neuentwicklungen angepasst. Die Transparenz und die Nachvollziehbarkeit der Aktivitäten der Industrie mit ihren Partnern im Gesundheitswesen standen aber immer im Mittelpunkt. Die jüngste Novelle trat im Juli 2014 in Kraft. Im Kern betrifft die Neuerung die so genannte Offenlegungspflicht: Sämtliche Geldausgaben und geldwerte Leistungen der pharmazeutischen Industrie an Ärzte oder Angehörige von Fachkreisen, die im Zusammenhang mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln stehen, müssen nachvollziehbar veröffentlicht werden. Dies umfasst Leistungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Spenden und Förderungen, Veranstaltungen sowie Dienst- und Beratungsleistungen samt Auslagen. Die Veröffentlichung erfolgt erstmals im Jahr 2016 rückwirkend für 2015 auf der Website des betreffenden pharmazeutischen Unternehmens. Qualität für Patienten Mit der neuen Offenlegungspflicht samt klaren Richtlinien, wer welche Leistungen in welchem Rahmen erbringen darf, vollzieht Österreich die internationalen Entwicklungen mit. Gelebte Transparenz ist eine gute Basis für die Zusammenarbeit im Gesundheitssystem, zeigt sich Rumler zufrieden. Unsere gemeinsamen Verhaltensregeln stellen sicher, dass im Sinne der Patienten ärztliche Therapieentscheidungen fundiert und unabhängig getroffen werden und gleichzeitig die Erforschung von innovativen Arzneimitteln weiter vorangeht. (ST) Linktipp Als praktisches Service für alle Interessierten hat die Pharmig nun auch im Internet auf ihrer Webseite einen eigenen VHC-Schwerpunkt eingerichtet. Hier finden sich alle aktuellen Informationen und Neuerungen rund um den Verhaltenscodex. Unter anderem fasst ein Fact-Sheet die Kernpunkte der Novelle 2014 zusammen. Der VHC selbst sowie die Broschüre zur Zusammenarbeit zwischen Ärzten und der Pharmaindustrie können heruntergeladen werden, ebenso die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen. Beherzt vorgehen Aktuelle Leitlinien helfen Ärzten, die neue Volkskrankheit COPD zu behandeln. Beherzter Nichtraucherschutz wäre das Mittel der Wahl bei der Prävention. Aber Nikotin macht nicht nur Raucher abhängig. Vier Buchstaben und jeder steht für Kranke: COPD. Die Krankheit betrifft in Österreich Menschen. Die Abkürzung steht für Chronic obstructive pulmonary disease, der Volksmund sagt dazu schlicht Raucherlunge. Die Bezeichnung stimmt insofern, als COPD in 80 Prozent der Fälle durch Rauchen ausgelöst wird. Wurden die Bronchien jahrzehntelang durch Tabakrauch malträtiert, ist das Lungengewebe dauerhaft geschädigt. Immerhin kann COPD einmal erkannt behandelt werden: Mit Medikamenten, die die Bronchien erweitern und den Patienten wieder Luft holen lassen oder die im Lungengewebe die Entzündung bekämpfen. Die Initiative Arznei & Vernunft hatte bereits 2001 eine Leitlinie zu Asthma und COPD vorgestellt. Seither ist das Wissen über COPD exponentiell gewachsen. Daher hat die Initiative, getragen von Ärzte- und Apothekerkammer, Hauptverband und Pharmig, die Leitlinie jetzt aktualisiert. Diese informiert über die Behandlung, aber nicht nur: Da Rauchen die Hauptursache von COPD ist, ist Tabakentwöhnung das oberste Ziel, sagt die Leitlinie klipp und klar. Das kann durch ärztliche Beratung und Motivation ebenso unterstützt werden wie durch Nikotinpflaster oder -kaugummis. Auch die Krankenkassen bieten Rauchern Hilfe beim Aufhören an, sagte der damalige Hauptverbands-Vorsitzende Hans-Jörg Schelling bei der Vorstellung der Leitlinien. Für COPD-Medikamente würde die Sozialversicherung schon 140 Millionen Euro ausgeben. Unter den teuersten fünf COPD gehört zu den fünf Krankheiten, die 80 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen verursachen, so Pharmig-Präsident Robin Rumler. Wir fordern daher eine Verschärfung des Nichtraucherschutzes. Rumler ermunterte alle Partner im Gesundheitswesen zu einem beherzten Vorgehen. An die neue Gesundheitsministerin appellierte er zu entsprechenden Gesetzesvorschlägen. Es geht schließlich um viel Geld: Sabine Oberhauser hat mit ihrem neuen Amt auch einen wissenschaftlichen Ergebnisbericht zu COPD übernommen, den die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) ihrem Vorgänger 2013 präsentiert hat. Demnach verursacht COPD in Österreich volkswirtschaftliche Gesamtkosten (direkte Behandlungskosten plus indirekte Kosten wie Krankenstände oder Frühpensionierungen) von mindestens 270 Millionen Euro jährlich, möglicherweise sogar weit über 800 Millionen. Das müsste eigentlich die Lust auf Zigaretten ausdämpfen. Aber nicht nur Raucher, Trafikanten und Gastwirte reagieren auf Tschickentzug allergisch. Bei der Vorstellung der COPD-Leitlinien verkündete HV-Chef Schelling noch in gewohnter Eloquenz: Wir unterstützen die Versicherten in ihrem Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. Nur wenige Tage später wechselte er ins Finanzministerium, und dort inhaliert man ja bekanntlich Tabaksteuern in tiefen Lungenzügen. (FB)

8 Seite 8 Thema Stärkere Die Genomforschung produziert immer mehr Daten etwa über das menschliche Gehirn. Trotzdem verstehen Forscher dieses Organ nach wie vor nur in Ansätzen. Mit einem Milliardenprojekt sollen die vorhandenen und künftigen Datenberge systematisch durchleuchtet werden. Big Data wird das Gesundheitswesen aber auch insgesamt revolutionieren. Bnw: Fotolia.de

9 Thema Seite 9 Laternen Über das menschliche Gehirn wird viel geforscht, aber die Daten dieser Forschungen sind noch nicht genügend strukturiert und gebündelt. Richard Frackowiak hat ein Ärzteleben lang Patienten behandelt und geforscht. Jetzt räumt der Neurologe ein: Ich bin total frustriert. Denn in seinem Fachgebiet geht einfach nichts weiter. Obwohl gerade die Genetik in den letzten Jahren immense Fortschritte gemacht hat, werden Patienten im Prinzip noch genauso behandelt wie vor 150 Jahren: Ich spreche mit den Patienten, ich beschreibe ihre Symptome, vielleicht mache ich dazu sogar einen Test, sagt Frackowiak. Aber obwohl in den letzten Jahren Genetiker und andere Hirnforscher Berge an Daten und Publikationen produziert haben, sind damit zwar unzählige Details geklärt, nicht aber die wesentlichen Fragen: Wie funktioniert das menschliche Gehirn? Wie hängen genetische Disposition und konkretes Verhalten oder konkrete Krankheit genau zusammen? Wollen Sie wirklich älter werden?, fragte Frackowiak vor einigen Wochen die Teilnehmer der Gesundheitsgespräche in Alpbach. Ihre Chancen, Alzheimer zu bekommen, steigen im Alter rapide an. Aber Menschen in Europa werden immer älter. Wir stehen daher vor einer Krise mit gigantischen Ausmaßen. Aber was Alzheimer auslöst, darüber wissen wir eigentlich nichts. Eine Zeit lang dachte man, Proteinablagerungen im Hirn seien die Ursache. Diese Ablagerungen sind unter dem Mikroskop recht einfach zu sehen. In Forschungsansätze, die diesen Proteinmüll, das sogenannte Amyloid, bekämpfen wollten, wurden in den letzten zehn Jahren über zehn Milliarden Dollar investiert mit dem Ergebnis, dass sich die meisten Pharmafirmen aus diesem Gebiet mangels greifbarer

10 Seite 10 Thema Jedes Krankenhaus in den USA wird in Kürze 650 Terabyte an Daten produzieren jährlich. Harvard-Professor John Quackenbusch Pharmig/Markus Prantl Erfolge wieder zurückgezogen haben. Die ganze Forschung auf diesem Gebiet funktioniert heute nach dem Prinzip Straßenlaterne, sagt Frackowiak und erinnert an den bekannten Witz über den Betrunkenen, der seinen Hausschlüssel dort sucht, wo ihm die Laterne Licht gibt aber nicht dort, wo er ihn verloren hat. Daher geht Frackowiak jetzt ganz neue Wege. Nicht er allein: Er ist stellvertretender Leiter des Human Brain Project (HBP), in das die EU in den nächsten Jahren 500 Millionen Euro investieren wird. Weitere 500 Millionen sollen von Projektpartnern aus der Industrie und von nationalen Forschungseinrichtungen dazukommen. Eine Milliarde Euro in Summe, und herauskommen soll nicht weniger als der Bauplan des menschlichen Gehirns. Das Human Brain Project, gemanagt von einem erlesenen Forscherstab im schweizerischen Lausanne, soll für die Hirnforschung das sein, was das ebenfalls im Südostzipfel der Schweiz installierte europäische Großforschungszentrum CERN für die Teilchen-Physiker ist. Nur vier Variablen Die Grundidee dahinter beschreibt der HBP- Manager so: Wir wissen heute eine Unmenge über Einzelaspekte. Was aber fehlt, ist eine Theorie, die das Funktionieren des Gehirns und das Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen erklärt. Aus den einfachsten Elementen soll bottom up die jeweils darüber liegende Ebene nachgebaut und verstehbar gemacht, also simuliert werden. Ich höre oft den Einwand, dass diese Simulation auf das Lösen einer Gleichung mit unendlich vielen Variablen hinausläuft, sagt Frackowiak. Aber auf der untersten biologischen Ebene, der Genetik, haben wir lediglich vier Basenpaare. Damit reduzieren wir die Komplexität auf dieser Ebene auf vier Variablen. Erstaunlich sind nicht nur Umfang und Ambition des Projekts: Um den Bauplan des Gehirns zu entschlüsseln, sollen keine neuen neurobiologischen Experimente durchgeführt werden. Der Ansatz ist vielmehr, das bekannte Wissen systematisch zusammenzuführen und auszuwerten. Frackowiak: Wir produzieren ohnehin jedes Jahr Publikationen über das Gehirn. Die Forschung kommt also nicht deshalb kaum weiter, weil es an Fakten fehlt. Das Human Brain Project will die vorhandenen und permanent gewonnenen Erkenntnisse zu einer übergreifenden Theorie zusammenfassen. Tatsächlich sitzen etwa Kliniker, Krankenversicherungen oder auch Pharmafirmen auf gewaltigen Datenbergen. Denken Sie an die ganzen Daten, die in einem modernen Krankenhaus durch Computertomographen, MRI-Scanner und andere Diagnoseverfahren entstehen. Jedes Röntgenbild liegt praktisch in digitaler Form vor, fast jedes Messgerät ist Teil eines Netzwerks, sagt John Quackenbusch, Professor für Computational Biology und Bioinformatik an der Harvard School for Public Health in Cambridge, USA. Jedes Krankenhaus in den USA werde in Kürze 650 Terabyte an Daten produzieren jährlich. Bytes-Monster Ein Terabyte sind Gigabyte. Tera der Begriff ist abgeleitet vom griechischen Wort für Monster. Die Datenmengen, die im Gesundheitswesen anfallen, sind tatsächlich monströs: Kaiser Permanente, einer der größten US-Anbieter von Versicherungen und Dienstleistungen im Bereich Gesundheit, hat derzeit zwischen 30 und 40 Petabyte Daten aus den elektronischen Gesundheitsakten seiner neun Millionen Kunden gespeichert. Das gesamte amerikanische Gesundheitswesen hatte 2011 bereits 150 Exabytes eine Milliarde Gigabyte, schreibt die Fachzeitschrift Health Information Science and Systems. Und bald werde man sich an die nächsten Tausenderstufen Zetabyte und Yottabyte gewöhnen müssen, um die Datenmenge zu beschreiben. Forschung nach System Google Ein Ziel des Human Brain Project ist es daher, solche Datenberge einer systematischen und breiten Auswertung zugänglich zu machen. Idealerweise sollen etwa alle Krankenhäuser Behandlungsdaten zur Verfügung stellen. Die Auswertung stellt sich Frackowiak zumindest im Prinzip dann vor wie eine Google-Recherche: Forscher können auf eine bisher nicht einmal vorstellbare Datenmenge zugreifen, sie befragen und nach Mustern suchen, die bisher auch der genialste Wissenschaftler nicht erkennen kann. Data-Mining, also das Durchwühlen ganzer Datengebirge, soll neue Erkenntnisse bringen. Und das, obwohl die Daten nicht im Entferntesten so standardisiert und vergleichbar sind, wie das in klinischen Studien die Norm ist: Einfach deshalb, weil so viel mehr Daten zur Verfügung stehen. Hirnkrankheiten kosten 800 Milliarden Euro jährlich Wenn die Forscher in Lausanne und in Dutzenden kooperierenden Forschungsinstituten in ganz Europa besser verstehen, wie das menschliche Gehirn funktioniert, soll das auch Patienten helfen: Durch bessere Diagnosen und neue Behandlungsansätze, auch durch Medikamente, die personalisiert, also für jeden Patienten individuell ausgewählt werden. Die pharmazeutische Industrie hat Kooperationsinteresse bekundet, weil sie sich von den Erkenntnissen aus dem HBP bessere, effizientere klinische Studien erhofft. Die Investition von einer Milliarde könnte sich tatsächlich lohnen: Alzheimer und viele andere Erkrankungen des Gehirns kosten Europa jedes Jahr die unvorstellbare Summe von 800 Milliarden Euro, rechnete Henry Markram, der Leiter des HBP, bei der Projektvorstellung vor. Bei diesen Kosten haben schon kleine Fortschritte gewaltige Auswirkungen, so Markram. Schweres Gerät auffahren Doch bevor das Data-Mining beginnen kann, nicht nur durch Hirnforscher, müssen die Lagerstätten wertvoller Daten erst einmal erschlossen werden: Wir sitzen zwar auf noch nie da gewesenen Datenmengen, aber die sind zu 80 Prozent völlig unstrukturiert, sagt Quackenbusch. Dazu kommt, dass sich die Datenberge nur mithilfe von entsprechend schwerem Gerät angraben lassen. Quackenbusch verweist darauf, dass in seiner Nachbarschaft die Universitäten von Boston und Harvard mit dem MIT und zwei weiteren Hochschulen ein gemeinsames Hochleistungsrechenzentrum gebaut haben zehn Megawatt Leistungsaufnahme nur für ihre For-

11 Thema Seite 11 Wir produzieren jedes Jahr Publikationen über das Gehirn. Human Brain Project -Manager Richard Frackowiak Pharmig/Markus Prantl schungscomputer. Größeres Spielzeug freut die Forscher, aber das Minieren von Big Data ist nicht art pour l art. Im Gesundheitswesen ist es die Zukunft, vielleicht sogar die Rettung: 300 bis 450 Milliarden Dollar könne sich das amerikanische Gesundheitswesen durch intelligentes Datenschürfen jährlich ersparen, schätzen Unternehmensberater von McKinsey im Bericht The Big Data Revolution in Healthcare. Das wären zwölf bis 17 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Gewichtige Positionen in dieser Rechnung: 70 Milliarden könnten dadurch erzielt werden, dass Krankheiten früher erkannt und behandelt werden. 50 Milliarden, weil Wiederaufnahmen von Spitalspatienten vermieden werden. Wobei die Verfasser des McKinsey-Berichts betonen, dass ihre Milliarden-Kalkulation eher als konservativ zu sehen sei: In Zukunft werde Big Data vermutlich noch viel mehr bewirken, in ihrem Bericht seien jedoch nur heute schon erkennbare Ansätze hochgerechnet. Daten-Bergbau senkt Kosten In der Tat müssen Organisationen nicht gleich ein Kraftwerk errichten, um Sinnvolles aus den vorhandenen Datenmengen herauslesen zu können. Die ersten Stollen sind im Gesundheitswesen längst in die Datengebirge vorgetrieben worden und fördern schon: Die McKinsey-Konkurrenten von Boston Consulting listen als real world - Beispiel etwa die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats Victoria in Australien. Die Finanziers des Gesundheitssystems von Victoria Bundesund Landesstellen sowie private Krankenversicherer hatten traditionell keinen gegenseitigen Einblick in Ausgaben und Tätigkeiten. Die Folge: unnötige Mehrfachuntersuchungen und -behandlungen. Für die Behandlungseffizienz fühlte sich letztlich keiner zuständig. Das könnte einem durchaus bekannt vorkommen, auch am anderen Ende der Welt. Als die drei Systempartner ihre Daten zusammengeführt und analysiert hatten, wurde deutlich, dass etwa die Versorgung chronisch Kranker in sozial schwächeren Bezirken Mängel hatte. Mit sehr konkreten Folgen, nämlich höheren Kosten, mehr Krankenhauseinweisungen und mehr Todesfällen. Schon durch moderate Verbesserungen in der Primärversorgung wurden Krankenhausaufenthalte reduziert und pro Jahr 60 Millionen Euro eingespart. Ähnlich erfolgreich waren die Datenwühler in einem englischen Krankenhaus: Hier wurden gezielt die Wiederaufnahmen untersucht. Daraus entstand ein Algorithmus, also eine Daten- Suchstrategie, mit der sich gefährdete Patienten bereits bei der Aufnahme identifizieren ließen. In weiterer Folge wurde das Entlassungsmanagement der potenziellen Wiederaufnahme- Kandidaten verbessert, etwa durch intensivere Beratung über die einzunehmenden Medikamente oder die Katheterbenutzung. Das Datenschürfen war so erfolgreich, dass Algorithmus und Betreuung auch in den übrigen Häusern des Trägers eingeführt werden. Jobchancen für Datenmanager Damit sich die in Byte-Bergen verborgenen Potenziale heben lassen, rät der McKinsey-Report, Datensilos rigoros einzureißen: Pharmafirmen etwa, die ihre klinische Forschung effizienter machen wollen, müssen zusammenarbeiten und Daten austauschen. Ansätze dazu gibt es. Zehn Unternehmen haben die TransCelerate Biopharma -Initiative gegründet. Sie wollen gegenseitig die Bewertung von Studien-Zentren, die Schulung von Studienpersonal anerkennen oder gemeinsame Standards entwickeln, nach denen Risiken erfasst und kategorisiert werden. Das größte Hindernis vor der Durchleuchtung von Big Data sieht Bioinformatiker Quackenbusch jedoch darin, dass das statistische Handwerkszeug dazu noch unterentwickelt ist und dass Experten Mangelware sind. Amerikanische Hospitäler führen auf Topmanagement-Ebene den CIO, den Chief Information Officer, ein. Die Nachfrage nach Fachleuten, die Big Data analysieren und die notwendigen IT-Systeme managen können, dürfte auch in Europa ebenso schnell wachsen wie die Datenberge selbst. (FB) Nicht-Nutzen von Daten ethisch fragwürdig Auch in Österreich sitze das Gesundheitswesen auf riesigen Datenmengen die werden jedoch nicht zur Verfügung gestellt, meint Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig. Damit vergebe man Zukunftschancen: Die Analyse dieser Gesundheitsdaten ist ein Treiber für Innovation, so Huber. Er regt an, die qualitätsgesicherte Nutzung von Gesundheitsdaten als strategisches Ziel in den Bundeszielsteuerungsvertrag aufzunehmen. Der Vertrag fasst die Kernpunkte der laufenden Gesundheitsreform zusammen. Lange bekannt sei etwa, dass die epidemiologischen Daten nur verstreut vorliegen und zum Teil gravierende Lücken aufweisen. Das behindert die effiziente Steuerung von Ressourcen und die Forschung. Von öffentlich finanzierten Einrichtungen verlangt Huber daher, dass sie Gesundheitsdaten auch zugänglich machen. Derzeit herrsche noch die Einstellung, dass das Nicht-Bereitstellen von Daten das eigenmächtige Handeln leichter mache. Es sei daher zu hinterfragen, ob die Nicht-Nutzung ohnehin bereits vorhandener Daten ethisch noch vertretbar ist. Die Nutzung von Daten könne nicht gegen den Willen der Beteiligten erfolgen, daher müsse der Bevölkerung der Nutzen von umfassender Datenanalyse deutlich gemacht werden. Auch dürfe der Datenschutz nicht zum Hemmschuh werden. Im Gegenteil, Datenschutz müsse selbstverständlicher Bestandteil im Datenmanagement sein, so Huber. Alle Stakeholder im Gesundheitswesen müssten die planmäßige, qualitätsgesicherte und datenschutzkonforme Anwendung solcher Daten zur täglichen Realität machen. Nur auf Basis gesicherter Gesundheitsdaten können Ergebnis-Qualitätsparameter festgelegt und Maßnahmen in der Patientenversorgung auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. (FB)

12 Seite 12 Thema Genetiker Han Brunner: Wir sparen vielleicht schon dadurch, dass wir eine Patientenodyssee beenden, mehr, als der Test kostet. Bnw: Markus Prantl Mehr Medikamente für kleinere Patientengruppen Professor Han Brunner leitet die Abteilung Humangenetik an der Radboud-Universität in Nijmegen, Niederlande. Im Pharmig-Info-Interview sprach er über seltene Erkrankungen und was die genetische Forschung für diese Patienten bringen wird. Die moderne Genetik erlaubt immer genauere Diagnosen. Aber für viele Krankheiten gibt es keine Heilung wozu also genetische Tests? Professor Han Brunner: Das werde ich dauernd gefragt, gerade von Krankenversicherungen. Es ist schon richtig, dass es für viele Krankheiten keine Heilung gibt. Aber diese Menschen pilgern von Arzt zu Arzt, um endlich zu erfahren, woran sie eigentlich leiden. Mit einer Diagnose können wir das beenden. Versicherungen überzeugt das möglicherweise nicht. Vielleicht doch. Wir sparen vielleicht schon dadurch, dass wir eine Patientenodyssee beenden, mehr, als der Test kostet. Was bringt es Patienten konkret, wenn sie die genetische Ursache ihrer Krankheit kennen? Wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden und keine Diagnose haben, kann es wirklich schwer sein, überhaupt eine adäquate Behandlung zu bekommen. Die ist nämlich teuer und Sie müssen irgendwelche Bürokraten davon überzeugen, dass das sinnvoll ist. Es geht also nicht nur um Heilung? Auch ohne Heilung können wir doch dafür sorgen, dass die Patienten besser damit leben können. Wenn Sie die Prognose kennen, wenn Sie wissen, was Sie vermeiden müssen das kann extrem wichtig sein.

13 Thema Seite 13 Sechs Prozent der Bevölkerung werden eine von zahlreichen seltenen Erkrankungen erleiden oder sind schon erkrankt. Han Brunner Genetisch bedingte Krankheiten sind sehr selten. Ist das relevant für das Gesundheitswesen? Auf jeden Fall: Sechs Prozent der Bevölkerung werden eine von zahlreichen seltenen Erkrankungen erleiden oder sind schon erkrankt. Das ist nicht immer die Folge von DNA-Mutationen. Die meisten genetisch bedingten Krebserkrankungen etwa sind erblich, wie die Form von Brustkrebs, die bei Angelina Jolie diagnostiziert wurde. Anscheinend wissen wir immer mehr über die Genetik einer Krankheit, das führt aber nicht dazu, dass wir diese auch heilen können. Wird sich das ändern? Das dauert zwar lange, aber es gibt vielversprechende Entwicklungen. So interessiert sich die pharmazeutische Industrie seit etwa fünf Jahren zunehmend für seltene Erkrankungen. Früher waren nur Medikamente interessant, die bei Millionen Patienten wirken Blutdruckmittel zum Beispiel. Heute denken alle darüber nach, wie man wirtschaftlich neue Therapien für seltene Erkrankungen entwickeln kann. Forschungsinvestitionen der Industrie allein sind möglicherweise nicht genug. Auch bei den Regierungen tut sich da etwas. Denen ist klar geworden, dass die einzelne seltene Erkrankung zwar per definitionem selten ist, aber alle zusammen betreffen eben wirklich viele Patienten. Dann gibt es die EU-Empfehlung von 2009, nationale Aktionspläne für seltene Erkrankungen zu entwickeln. Oder das International Rare Diseases Research Consortium (IRDiRC): Diese Initiative will dafür sorgen, dass es bis 2020 für die meisten seltenen Erkrankungen eine Diagnose gibt und mindestens 200 neue Medikamente. Halten Sie das für realistisch? 200 neue Medikamente sind ehrgeizig. Andererseits kann manchmal ein bereits zugelassenes Arzneimittel auch bei einer völlig anderen Krankheit wirksam sein. Was ist in naher Zukunft zu erwarten? Wir warten zum Beispiel alle auf die endgültigen Ergebnisse von Studien zum so genannten Marfan-Syndrom. Bei dieser seltenen Erkrankung kann die Aorta, die Hauptschlagader, aufgrund einer Bindegewebsschwäche reißen. Katastrophal. Jetzt sieht es so aus, dass wir das bald mit Losartan behandeln können. Das Medikament ist seit 20 Jahren als Blutdrucksenker zugelassen. Aber dann hat man herausgefunden, dass der gleiche molekulare Mechanismus, der zur Senkung des Blutdrucks führt, auch beim Marfan-Syndrom beteiligt ist. Die Genomforschung hat es möglich gemacht, dass praktisch im Wochentakt neue Krankheiten beschrieben werden. Was heißt das für die Patienten? Die große Konsequenz aus all dem wird die personalisierte Medizin sein. Die Behandlung wird sich künftig am individuellen genetischen Profil des Patienten orientieren. Bisher musste ein Medikament im Prinzip für die gesamte Bevölkerung passen. Die Behandlung wird also komplizierter? Ein Beispiel aus meinem Fachgebiet: Autismus ist nicht gleich Autismus. In Wahrheit sind das viele verschiedene Krankheiten mit einem gemeinsamen Verhaltensmuster. Das muss doch Konsequenzen haben für die Entwicklung neuer Medikamente? Man wird viel mehr Medikamente haben für kleinere Patientengruppen. Für das bisherige Geschäftsmodell der Pharmaindustrie wird das ein Problem. Andererseits haben wir zwar seltene Erkrankungen, wahrscheinlich viel mehr, aber viele haben den gleichen molekularen Pathway. Das heißt, ein Medikament wirkt vielleicht bei 50 oder 100 Krankheiten. Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Das könnte bedeuten, dass wir mit ein und demselben Medikament eine bestimmte Form von Autismus behandeln und ebenso eine seltene Form des Diabetes. Die moderne Genetik produziert ständig eine Flut neuer Daten. Glauben Sie, dass sich relevante Erkenntnisse auch dadurch gewinnen lassen, dass man die bereits verfügbaren Daten besser analysiert Stichwort Datamining? Datamining allein wird unsere Probleme nicht lösen. Datamining ist aber hervorragend geeignet, um spezifische Hypothesen zu überprüfen die werden wir immer brauchen. Datamining wird vermutlich nicht ausschließlich begrüßt, nicht einmal von Patienten. Die große Chance sehe ich gerade darin, die Patienten zu beteiligen. Da wird es spannend. Sie kennen sicher das Unternehmen 23andme: Die bieten bestimmte Gentests an. Jeder, der in ein Röhrchen spuckt und 100 Dollar nach Kalifornien überweist, kann das machen lassen. Hunderttausende haben das bereits getan. Aber 23andme bekam Probleme mit der FDA. Letztes Jahr wurde ihnen untersagt, ihre Tests für medizinische Prognosen anzubieten. Aber die haben all diese genetischen Profile und haben sich gesagt, machen wir doch ein bisschen Forschung damit. So eine Datenbank kann man auf alle möglichen Zusammenhänge hin durchsuchen, etwa ob man im Urin die Abbauprodukte von Spargel riechen kann das ist überwiegend angeboren. Das ist natürlich nur unterhaltsam, medizinisch hat das keine Bedeutung. Aber 23andme hat bewiesen, dass man solche Zusammenhänge erkennen kann, wenn man genügend Leute zusammenbringt. Wenn Patienten das ermöglichen freiwillig natürlich, dann kann Datamining unglaublich viel bewegen. Die Behandlung wird sich künftig am individuellen genetischen Profil des Patienten orientieren. Han Brunner Was erwarten Sie sich davon? Dass alle Patienten mit seltenen Erkrankungen eine Diagnose erhalten. Und dass sie sich dann organisieren, dass eine Patientenbewegung entsteht, die solche Informationen zur Verfügung stellt. Damit können dann neue Therapien entwickelt werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Ärzte und Forscher das unterstützen sollten. (FB)

14 Gastgeber und Gäste beim Pharmig-Empfang im Böglerhof: Pharmig-Präsident Prof. Dr. Robin Rumler (li) und Pharmig-Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber (re) begrüßen den Präsidenten des Europäischen Forum Alpbach, DI Dr. Franz Fischler (Mitte links), und Geschäftsführer Philippe Narval, MSc (Mitte rechts). At the Crossroads Wie könnte ein zukunftstaugliches Gesundheitsmodell aussehen, in dem sich Partikularinteressen mit gesellschaftlicher Verantwortung überschneiden, wo Big Data den Wunsch der Menschen nach Datenschutz trifft und wo Genetik eine immer größere Rolle spielt? Diese und viele Fragen mehr wurden bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen gestellt. Der Event in Bildern. Viel Platz wurde den Themenpaten beim Vorstellen ihrer Arbeitskreis-Themen auf der Bühne im Erwin-Schrödinger-Saal des Congress Centrums eingeräumt: Prof. Dr. Robin Rumler, Präsident der Pharmig, fordert bei der Eröffnung: Mehr Gesundheit braucht langfristige, konkrete Ziele! Pharmig-Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber: Datenverfügbarkeit als Chance begreifen! Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes Dr. Werner Kerschbaum: Gesundheitsförderung ist einfach, aber nicht leicht! Was konkret sollte sie zur Bevölkerungsgesundheit 2025 beitragen? Patientenanwältin Dr. Sigrid Pilz: Das individuelle Erbgut Schicksal, Chance oder Verpflichtung? Alle Bilder: Markus Prantl Die Teilnahme an den jeweiligen Arbeitskreisen erreichte man nur durch vorherige Bewältigung eines Flipchart-Parcours. Und nach getaner Arbeit ging es zum Networking: Startschuss zum Fest am Berg. Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig (im Vordergrund, blaues Shirt), führt die Wandergruppe von mehr als 200 Personen an. Keynote des scheidenden Gesundheitsministers Alois Stöger: Jeder ist von der eigenen Gesundheit betroffen, sie kann für den Einzelnen zur einzigen und entscheidenden Frage werden. Gruppenfoto der Geschäftsführer der Pharmig-Mitgliedsunternehmen: DI Harald Bichler, MBA (Lundbeck), Dr. Wolfram Schmidt (Roche), Karsten Schlemm (Merz), vorne: Mag. Ingo Raimon (Abbvie), dahinter: Rodrigo Goarmon Ferreira (Sandoz), 3. Reihe: Andreas Kronberger (Baxter), Dr. Jan Oliver Huber (Generalsekretär der Pharmig), Mag. Martin Peithner (Peithner KG), Prof. Dr. Robin Rumler (Präsident der Pharmig, Pfizer), Mag. Martin Munte (Amgen), Dr. Martin Hagenlocher (Vizepräsident der Pharmig, Bayer), Mag. Sabine Radl (Novartis), Stephan Klemm (Abbott), George Zarkalis (Novartis).

15 POLITIK und WIRTSCHAFT Seite 15 Näher zum Patienten Die ausgebildete Ärztin und Krankenhausmanagerin Dr. Sabine Oberhauser ist seit 1. September neue österreichische Gesundheitsministerin. Welche Rolle die Pharmaindustrie in einem funktionierenden Gesundheitssystem spielt und warum die Patientenorientierung ein wichtiges Anliegen ist, erläutert sie im Interview. Bnw: Ruth Manninger Was finden Sie am aktuellen Gesundheitssystem gut? Dr. Sabine Oberhauser: Wir haben ein im internationalen Vergleich sehr gutes Gesundheitssystem mit gutem Zugang zu qualitativ hochstehender Gesundheitsversorgung. Und was würden Sie am liebsten sofort ändern? Die Patientinnen und Patienten müssen stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Versorgungsstrukturen und -prozesse müssen sich an den Patientinnen und Patienten orientieren und weniger an Finanzierungszuständigkeiten. Und ich wünsche mir weniger Bürokratie es muss wieder mehr Zeit für die Betreuung der Menschen bleiben. Welche Rolle sehen Sie für die Pharmaindustrie im österreichischen Gesundheitswesen? Die Pharmaindustrie ist ein wichtiger Partner. Für die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung, insbesondere durch Forschung, Entwicklung und Zurverfügungstellung von Medikamenten, kommt der Pharmaindustrie eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem zu. Bei Finanzierungsproblemen werden oft die Ausgaben für Medikamente ins Visier genommen, obwohl ihr Anteil an den Gesundheitsausgaben in Österreich mit 12,3 Prozent gering ist und Preise und Verbrauch unter dem europäischen Durchschnitt liegen. Wo sehen Sie sinnvolle Einsparungsmöglichkeiten? Die finanzielle Sicherung der öffentlichen Gesundheitsversorgung für jeden und jede ist eine zentrale Verpflichtung, auch gegenüber unseren Kindern und Kindeskindern. Mit der begonnenen Gesundheitsreform wird es unter anderem möglich sein, durch die Entlastung des Spitalssektors Leistungen näher am Wohnort des Patienten/der Patientin zu erbringen, was auch ökonomisch vorteilhaft ist. Überdies möchte ich ELGA erwähnen, da durch die E-Medikation die Verschreibung von Arzneimitteln mit gefährlichen Wechselwirkungen erkennbar wird. Dadurch können nicht nur Kosten durch verordnete Arzneimittel gesenkt, sondern auch wechselwirkungsbedingte Krankenbehandlungen verhindert werden. Die Gesundheitsreform steht, nun sind konkrete Umsetzungen gefragt. Was sind Ihre persönlichen Schwerpunkte? Wir müssen die Stärkung der Primärversorgung rasch vorantreiben und mit den Pilotierungen starten. Das ist ein zentraler Punkt. Auch der Ausbau der Gesundheitsförderung ist mir ein großes Anliegen mit dem Beschluss der österreichweiten Gesundheitsförderungsstrategie haben wir hier bereits einen wichtigen Schritt gesetzt. Welche Strategien für ein gesünderes Österreich nehmen Sie als Erstes in Angriff? Ein wichtiges Thema ist mir der Schutz der Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Wir haben eine Verantwortung für die Menschen, die in der Gastwirtschaft arbeiten. Wenn ich eine Zigarette rauche, rauchen die Kellner und Kellnerinnen passiv zehn Zigaretten mit. Auch wenn man ins europäische Umland schaut, wird klar, dass der österreichische Weg ein Ablaufdatum hat. Wir werden daher möglichst bald mit dem Wirtschaftsminister und der Wirtschaftskammer verhandeln. Ich möchte im Gesetzesentwurf, den wir 2015 vorlegen, bereits ein konkretes Datum fixieren. Je schneller das Rauchverbot für geschlossene Lokale kommt, desto besser. Danke für das Gespräch! (ST) Die Gesundheitsministerin im Wordrap Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? Stricken, entspanntes Zeitunglesen, Füße hochlegen und plaudern oder fernsehen. Gibt es einen Menschen, der Sie besonders beeindruckt? Mich beeindrucken viele Menschen, aber Vorbilder habe ich keine. Haben Sie ein Leibgericht? Ich versuche, mich ausgewogen zu ernähren, und setze dabei hauptsächlich auf mediterrane Kost. Ich liebe aber auch asiatisches Essen, und im Sommer mag ich Gegrilltes sehr gern. Betreiben Sie Sport? Seit Anfang des Jahres mache ich mindestens einmal pro Woche Krafttraining und versuche, zumindest Schritte täglich zu gehen. Laufen, Nordic Walking und Skifahren zähle ich zu meinen Hobbys. Dr. Sabine Oberhauser, Gesundheitsministerin Rauchen Sie? Nein. Ich bin seit zwei Jahren rauchfrei. Was haben Sie immer in Ihrer Hausapotheke? Ein Antihistaminikum. Bnw: Parlamentsdirektion/Wilke

16 Seite 16 FORSCHUNG Dr. Wolfgang Bonitz: Sehr schnell zu Verbesserungen führen würden mehr Study Nurses. Bnw: Markus Prantl Mehr Vorsprung herausholen Von der klinischen Forschung profitieren Patienten, Ärzte und das Gesundheitswesen insgesamt. Bisher war Österreich auch überraschend schnell bei der Genehmigung klinischer Prüfungen. Aber dieser Vorteil wird ab 2016 wegfallen. Pharmig Info sprach mit Dr. Wolfgang Bonitz, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreises für Klinische Forschung in der Pharmig, über Stärken und Schwächen Österreichs auf diesem Gebiet im internationalen Vergleich. Herr Dr. Bonitz, wie steht Österreich heute im europäischen Vergleich als klinischer Forschungsstandort da? Dr. Wolfgang Bonitz: Wenn wir die Geschwindigkeit betrachten, mit der eine klinische Prüfung genehmigt wird, dann sind wir heute in Europa die, die als Erste starten können. Und morgen? Die bisherige EU-Regelung zu den Genehmigungsfristen hat es den Mitgliedsstaaten überlassen, welche Fristen sie ihren Behörden einräumen tritt eine neue Bestimmung in Kraft, die Clinical Trials Regulation, darin sind für ganz Europa die gleichen kurzen Genehmigungsfristen vorgeschrieben. Ab 2016 ist also der relative Vorteil für Österreich weg. Wem nützt es, wenn hierzulande viele klinische Prüfungen stattfinden? Das bringt Vorteile für die Patienten, weil diese damit heute schon zu Medikamenten kommen, die erst in drei oder fünf Jahren auf den Markt kommen werden. Für die Ärzte bringt es Vorteile, weil sie zu einem Zeitpunkt mit künftigen Therapien vertraut werden, wo diese noch nicht allgemein verfügbar sind. Und sie können mit Teams aus anderen Ländern zusammenarbeiten. Für akademische Forscher ergibt sich obendrein noch die Möglichkeit für Publikationen. Schließlich nützen klinische Prüfungen auch dem Gesundheitswesen unmittelbar. Denn für diese Studienpatienten übernimmt die pharmazeutische Industrie sämtliche Therapiekosten. Was bedeutet es für Ärzte konkret, wenn sie an klinischen Prüfungen mitarbeiten? Klinische Prüfungen werden immer nach den allerhöchsten internationalen Standards durchgeführt. Das bedeutet, dass die Ärzte ein Behandlungsprotokoll kennenlernen, das an ihrem Spital vielleicht noch nicht Routine ist. Diese Schulung findet auf Investigator Meetings statt. Dort treffe ich als Arzt Kollegen aus anderen Ländern, die sich genau mit demselben Thema beschäftigen wie ich. In Österreich fanden 2013 rund 500 klinische Prüfungen statt, die von der Industrie gesponsert werden. Was bedeutet diese Zahl? Es ist schwierig, eine Gesamtzahl etwa mit anderen Ländern zu vergleichen. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass in Österreich eher späte klinische Prüfungen in der Phase 3 durchgeführt werden, aber viel weniger in den frühen Phasen, also Phase-1- und Phase-2-Prüfungen. Zahl der klinischen Prüfungen nach klinischer Phase (2013): Phase I Phase II: Phase III Phase IV Phase I: Erstmalige Anwendung eines Arzneimittels am Menschen, Prüfung der Pharmakokinetik. Phase II: Nachweis der Wirksamkeit und Ermittlung der bestmöglichen therapeutischen Dosis. Phase III: Sichere Belegung der Wirksamkeit an einer großen Patientenzahl und Ermittlung seltener Nebenwirkungen; Voraussetzung für Antrag auf Marktzulassung. Phase IV: Erhebung weiterführender Daten nach einer Zulassung. Zu den rund 500 klinischen Prüfungen der Phasen I bis IV kamen 2013 noch 100 nicht interventionelle Studien (unter anderem Anwendungsbeobachtung an zugelassenen Medikamenten). Diese werden insbesondere durchgeführt, um Wirksamkeit und Nebenwirkungen unter Praxisbedingungen zu dokumentieren.

17 FORSCHUNG Seite 17 Phase-3-Prüfungen müssten doch die wichtigeren sein? Die sind von der Zahl der eingeschlossenen Patienten her größer und marktnäher, das ist richtig. Aber die Zahl der Phase-1- und Phase-2-Prüfungen ist ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der klinischen Forschung. Phase-1-Prüfungen sind auch schwieriger durchzuführen. Übrigens ist auch der Gestaltungsspielraum für den einzelnen Forscher in der Phase 1 noch höher als in späteren Phasen. Aber die Botschaft ist, dass die meisten Phase- 3-Prüfungen auch dort stattfinden, wo die früheren Phasen durchgeführt wurden. Wenn ein Land daher in die präklinische Forschung und in Phase-1-Prüfungen investiert, dann wächst damit die gesamte klinische Forschung in diesem Land. Was macht Phase-1-Prüfungen schwieriger? Der Aufwand ist vor allem für die Infrastruktur besonders hoch. Man muss vielleicht klarstellen, was mit Infrastruktur gemeint ist: Was die Behandlung angeht, da ist Österreich auf ganz hohem Level. Ich meine hier die Infrastruktur, um klinische Prüfungen durchzuführen, etwa die räumliche Ausstattung. Welche besonderen Anforderungen gibt es da? Eine Phase-1-Prüfung, also eine Studie, in der ein Medikament erstmals an Menschen geprüft wird, macht man für gewöhnlich nicht in einer normalen Krankenhaus-Umgebung, sondern man braucht dazu spezielle Überwachungsbereiche. Das kommt nahe an eine intensivmedizinische Betreuung heran, um für alles gerüstet zu sein. Und zusätzlich braucht man spezielles Personal dafür. Sie meinen die Study Nurses? Gibt es genug dieser Nurses in Österreich? Die zweite Frage ist einfach zu beantworten nein, wir haben nicht genug. Zum ersten Teil, was tut eine Study Nurse? Jede klinische Prüfung, gerade eine multizentrische, an der mehrere Krankenhäuser mitwirken, ist mit einem sehr großen organisatorischen, logistischen und administrativen Aufwand verbunden. Da braucht es jemanden, der das Ganze managt, koordiniert und plant. Das beginnt damit, dass jemand die Termine mit den Patienten ausmachen muss. Dann muss jemand die erhobenen Befunde in Datenblätter oder Datenbanken eintragen, jemand muss sich um simple logistische Aufgaben kümmern, wie Blutproben verschicken, oder die Versuchsmedikation beschaffen. Wie sind diese Study Nurses nun konkret in die klinischen Prüfungen eingebunden? Es ist ja nicht sinnvoll, von den behandelnden Ärzten zu verlangen, dass sie sich neben ihrer medizinischen Tätigkeit bei der Patientenversorgung und ihrer Tätigkeit für die klinischen Prüfungen dann auch noch den ganzen organisatorischen Aufgaben widmen. Das führt zu einer großen Belastung und die Ärzte werden sich dann weniger dafür interessieren, Patienten auch noch in klinische Prüfungen aufzunehmen. Daher ist es eines der grundlegenden Probleme in Österreich, dass wir für diese organisatorischen Aufgaben zu wenig Study Nurses haben. Das ist ein wirklicher Knackpunkt, und ich glaube, dass man da in anderen Ländern schon sehr viel weiter ist. Verändert sich da etwas? Ja. Es gibt Ausbildungen für Study Nurses, etwa an der MedUni Wien und von anderen Stellen, also daran liegt es nicht. Das Problem ist, dass man die Stellen für Study Nurses auch finanzieren muss. Wenn ein Zentrum wirklich im relevanten Umfang klinische Prüfungen machen will, dann muss es dort mindestens eine dafür zuständige Study Nurse geben. Die personelle Ausstattung klinischer Studienzentren ist also ein Engpass. Es ist auch immer wieder von der komplizierten Vertragsgestaltung die Rede. Wie muss man sich das vorstellen, wo liegen die Hindernisse? Damit ein pharmazeutisches Unternehmen an einem Krankenhaus eine klinische Prüfung durchführen kann, müssen beide Seiten einen Vertrag schließen. Es geht um umfangreiche Leistungen, die von beiden Seiten zu erbringen sind. Hier ist eine ganze Zahl an sehr technischen Details zu regeln, die von Juristen in verschiedenen Krankenhausadministrationen oft sehr unterschiedlich gesehen werden. Dadurch ist die vertragliche Gestaltung für klinische Prüfungen sehr aufwändig geworden. Wie aufwändig? Dauert das Wochen oder Monate? Das kann sehr schnell gehen, im günstigsten Fall in wenigen Monaten. Wir haben aber auch Fälle gesehen, wo wir zwei Jahre verhandelt haben. Es ist klar, dass uns das in Österreich international nicht gerade wettbewerbsfähig macht. Für international tätige Unternehmen ist das ein Haupthindernis, um klinische Prüfungen in Österreich durchzuführen. Dazu gibt es in Frankreich eine spannende Initiative: Dort wird überlegt, einen einheitlichen Vertrag zu entwickeln, der an allen Krankenhäusern mit pharmazeutischen Firmen gelten soll. Wenn die Franzosen das wirklich so auf die Reihe bekommen, dann würde das dem Land definitiv einen sehr wesentlichen Vorsprung geben. Wir sollten in Österreich überlegen, wo wir ähnliche Dinge unternehmen können, um solche kleinen Vorsprünge herauszuholen, die den Standort international für die klinische Forschung attraktiver machen. Die Vertragsgestaltung wäre sicher so ein Punkt. Was wären weitere Punkte? Gibt es quick hits? Sehr schnell zu Verbesserungen führen würden mehr Study Nurses. Dann funktioniert das Modell der KKS, das steht für Koordinationszentrum für klinische Studien, zunehmend besser. Diese unterstützen primär die akademische Forschung, bieten aber auch Unterstützung für Industrie-Studien. Ich halte das für einen ganz wesentlichen Beitrag dafür, dass Österreich mittelfristig kompetitiv bleibt. Man muss sich schon anschauen, wie man die Ausstattung der KKS verbessern kann. Manchmal besteht das KKS aus einer Person. Einer hochkompetenten und sehr engagierten Person, aber da kann bei der personellen Ausstattung noch einiges verbessert werden. Und außerhalb der großen universitären Zentren? Da können Netzwerke wie in der Onkologie oder jetzt auch im pädiatrischen Bereich Stichwort OKIDS viel voranbringen. Die Spitalserhalter sind bei klinischer Forschung jedoch sehr zurückhaltend. Aber wenn wir nur auf die Versorgung schauen und die klinische Forschung vernachlässigen, dann schneiden wir uns langfristig von Innovation und von Weiterqualifikation ab. Im Übrigen führen Investitionen in klinische Forschung auch zu mehr Drittmitteln für die entsprechende Institution eine positive Rückkopplung. Wo könnten kleinere Krankenhäuser da ansetzen? Es wäre etwa an nicht universitären Spitälern sinnvoll, den Abteilungsleitern die Teilnahme an klinischen Prüfungen in die Zielvorgaben hineinzuschreiben. Dazu gibt es Ansätze. Dann hätten diese auch Anspruch darauf, Zeit und Ressourcen für klinische Forschung zu investieren. Wie groß ist überhaupt das Potenzial für klinische Forschung in den kleineren Krankenhäusern, die Sie erwähnt haben? Gerade die Patienten, die wir für klinische Prüfungen suchen, also jene, die noch keine oder nur eine einfache Vorbehandlung haben, die sind in Universitätskliniken nur schwer zu finden. Dort werden eher die schwierigen Fälle behandelt, die schon durch verschiedenste Vorbehandlungen gegangen sind. Es gibt also sicher an den Krankenhäusern im nicht urbanen Bereich ein sehr großes Potenzial. Nur sind dort heute nicht die Ressourcen dafür vorhanden. (FB) Woran geforscht wird In Österreich fanden im vergangenen Jahr rund 500 klinische Prüfungen statt. Das ergab eine Umfrage der Pharmig unter ihren Mitgliedsunternehmen Patienten waren in diese Prüfungen eingeschlossen. Die Mehrzahl der klinischen Prüfungen fand in den Bereichen Onkologie und Herz- Kreislauf-Erkrankungen statt, die für etwa 70 Prozent der Todesfälle in Österreich verantwortlich sind. Die forschenden Unternehmen lassen jedoch auch kleinere Indikationen und sog. seltene Erkrankungen nicht außer Acht: Auf diese Indikationen entfallen rund fünf Prozent der klinischen Prüfungen.

18 Seite 18 Serie Faktencheck Gesundheitsreform Rahmen-Gesundheitsziele Kindergesundheit Bnw: Fotolia.de Ziele gesteckt: Vieles haben Minister Alois Stöger und die Pharmig in den letzten Jahren gemeinsam erreicht. Die Stöger-Bilanz Die Ministerrochade Anfang September brachte auch einen Wechsel im Gesundheitsressort. Zeit, um an gemeinsam gesetzte Meilensteine für das Gesundheitssystem zu erinnern. Fast sechs Jahre prägte Minister Alois Stöger das österreichische Gesundheitssystem, bevor er am 1. September dieses Jahres ins Infrastrukturressort wechselte. Prof. Dr. Robin Rumler, Präsident der Pharmig, erinnert sich an fruchtbare Zeiten der Zusammenarbeit: Bundesminister Alois Stöger hat Weichenstellungen vorgenommen, die unser Gesundheitswesen substanziell weiterentwickelt haben, so Rumler. Ein einschneidender Erfolg Stögers war etwa die einstimmige Verabschiedung der Rahmen- Gesundheitsziele durch die Bundesregierung im Jahr Seither dienen diese als Richtschnur und Handlungsanleitung. Schwerpunkt Kindergesundheit In der Folge initiierte Stöger den Kindergesundheitsdialog zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit aller Kinder und Jugendlichen in Österreich. Gerade diese Altersgruppe ist im internationalen Vergleich besonders durch hohen Alkohol- und Nikotinkonsum gefährdet, betont Rumler. Minister Stöger hat hier wirklich Weitsicht bewiesen, denn je früher junge Menschen eine Entscheidung für einen bewussten Lebensstil treffen, desto nachhaltiger wirkt sich das auf ein Leben mit mehr gesunden Jahren aus. Unter anderem mündete der Kindergesundheitsdialog auch in die Einrichtung des Kinderforschungsnetzwerks OKIDS. Für diese Initiative zur Erforschung kindgerechter Arzneimittel bringen die Pharmig mit ihren 30 pharmazeutischen Unternehmen und das Gesundheitsministerium seit 2013 insgesamt 1,5 Millionen Euro als Anschubfinanzierung auf. Gesundheitsreform auf Schiene Der Beschluss der Gesundheitsreform im Jahr 2013 samt Einigung auf ein partnerschaftliches Zielsteuerungssystem von Bund, Ländern und Sozialversicherung war ein weiterer Meilenstein. Diese Reform ist eine große Chance, das Gesundheitssystem patientenorientiert und effizient zu gestalten. Wichtig ist nun, rasch konkrete Ziele zu erarbeiten und umzusetzen, so Rumler auch mit Blick auf die neue Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. Gratisimpfung ausgeweitet Eine erfreuliche Entwicklung aus der Amtszeit Minister Stögers ist auch die seitens Experten lang geforderte Ausweitung des Gratisimpfprogramms. Nun können Kinder kostenlos auch gegen Meningokokken und Pneumokokken sowie seit Anfang 2014 auch gegen HPV geimpft werden. Insgesamt war die Amtszeit von Minister Stöger geprägt von einer wertschätzenden Gesprächskultur und einer hohen Sachorientierung. Beides hat wesentlich dazu beigetragen, das Gesundheitssystem auf die Bedürfnisse der Patienten auszurichten, so Rumler abschließend. (ST) Minister Stöger wechselt ins Infrastrukturressort. Bnw: Markus Prantl

19 PHARMIG ACADEMY Seite 19 PHARMIG ACADEMY SEMINARKALENDER inkl. Codex Transport Novelle 2014 Grenzen der Arzneimittelwerbung inkl. Rolle des Informationsbeauftragten Das erste Modul vermittelt Ihnen praxisnah die rechtlichen Grundlagen im AMG, UWG und Pharmig-Verhaltenscodex. Das zweite Modul widmet sich der Implementierung und praktischen Umsetzung gesetzlicher und interner Vorschriften in den Compliance-Prozessen pharmazeutischer Unternehmen sowie den Aufgaben eines Informationsbeauftragten. Termin: 22. und 23. Oktober 2014 Referenten: Mag. K. Liebenwein, Mag. S. Liebenwein, Mag. Hoberstorfer, MR Dr. Phleps Pharmatransporte praxisorientiert Mit dem richtigen Know-how muss die Qualifizierung von Transportprozessen nicht kompliziert sein. Sie lernen von Mitautoren des Codex für den Transport von Arzneimitteln, wie man Standards richtig umsetzt und Herausforderungen im operativen Bereich meistert. Termin: 27. Oktober 2014 Referenten: Ing. Heider, MAS, Mag. pharm. Kraßnigg, Ing. Zoidl Nicht-Interventionelle Studien (NIS) Anforderungen an Qualität und Transparenz Unsere Experten informieren Sie über alle relevanten Anforderungen für die Qualität und Transparenz bei der Planung und Durchführung von NIS unter Berücksichtigung der NIS-Verordnung 2012, die sich aus der EU-PHV-Richtlinie ergibt. Termin: 04. November 2014 Referenten: Dr. Kähler, Dr. Wolzt GMP/GSP/GDP Audits und Inspektionen erfolgreich bestehen und durchführen Sie erhalten alle relevanten Informationen für die Vorbereitung und Durchführung von Audits sowie Einblick in die Sichtweise und Vorgehensweise des Auditors. Durch die Simulation in Form von Case Studies gewinnen Sie die notwendige Sicherheit für zukünftige Audits. Termin: 19. und 20. November 2014 Referenten: Mag. pharm. Enickl, Dr. Wittmann, Ing. Zoidl Statistik für Nicht-Statistiker Sie lernen in diesem Seminar die wesentlichen Begriffe der Statistik und Analysemethoden kennen und verstehen. Anhand von Praxisbeispielen werden Fälle diskutiert und geübt. Termin: 02. Dezember 2014 Referent: Dr. Bauer Erstattung in Österreich Profitieren Sie aus der Expertise des Hauptverbandes und der Pharmaindustrie und ziehen Sie den für Sie größtmöglichen Nutzen. Ziel des eintägigen Intensivseminars ist die Vermittlung von Theorie, rechtlichen Grundlagen und Bestimmungen und deren praktische Umsetzung anhand ausgewählter Fallbeispiele. Termin: 03. Dezember 2014 Referenten: Univ.-Doz. Dr. Agneter, MBA, MMag. Piessnegger, Dr. Pohl Datenschutzrecht und Praxis in der Pharmabranche EXTRA Besonderheiten bei KMUs Dieses Seminar vermittelt sowohl Grundlagenwissen zum Datenschutz als auch die praxisrelevante Anwendung in der Pharmabranche. Es werden datenschutzrechtliche Fragen aus allen Bereichen des Pharma-Alltages behandelt. Das Spektrum reicht von arbeitsrechtlichen Fragen, Pharmakovigilanz, klinischer Forschung bis hin zu Vertrieb und Compliance-Themen. Termin: 14. Jänner 2015 Referenten: Dr. Kunnert, Dr. Knyrim Der Pharmig-VHC Transparenz und klare Regeln Der Pharmig-Verhaltenscodex als verbindlicher Ausdruck der Branchenkultur ist neben den gesetzlichen Bestimmungen der integrative Bestandteil jeder Kommunikations- und Marketingaktivität von Pharmaunternehmen. Das Wissen und Verstehen dieser Verhaltensregeln ist für Unternehmen genauso essentiell wie für deren Partner und Dienstleister. Termin: 21. Jänner 2015 Referenten: Mag. K. Liebenwein, Mag. S. Liebenwein Ihr Betreuerteam Georgina Novak und Verena Lichtl, MA Pharmig Info Health Care Symposium November 2014, Hotel The Ritz-Carlton, Vienna, Uhr Das Health Care Symposium 2014 der Pharmig Academy widmet sich zwei aktuellen Themenfeldern im Gesundheitswesen. Profitieren Sie vom Know-how führender Experten zu den Themen Gesundheitsreform und Arzneimittelversorgung Die Gesundheitsreform hat die Weichen für die medizinische Grundversorgung in der Zukunft gestellt. Beim Health Care Symposium klären wir, ob und wann Mängel des Gesundheitswesens wie Zeitmangel beim Arzt-Patienten-Gespräch, zu lange Wartezeiten, mangelnde ärztliche Betreuung in ländlichen Gebieten, die Überlastung der Spitalsambulanzen für die Patienten spürbar beseitigt werden. Hochrangige Experten gehen der Frage auf den Grund, welche Faktoren das Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Vertriebskette begünstigen, diskutieren den aktuellen Umsetzungsstand zur Serialisierung und Verifizierung und skizzieren die Arzneimittelversorgung der Zukunft. Weitere Informationen und Anmeldung unter:

20 The RiTz-CaRlTon ViENNA Health Care Symposium 11. NoVEmbEr 2014 Inhalte: Lokalaugenschein Gesundheitsreform: Fazit Folgen Forderungen Arzneimittelversorgung 2020: notwendige Entwicklungen zur Sicherstellung von Qualität und Verfügbarkeit info: Tel.: 01/ Das Strategie- und Netzwerktreffen für die Gesundheitsbranche.

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