Oberseminar zur Unternehmensführung

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1 Oberseminar zur Unternehmensführung Ausgewählte Aspekte des Innovationsmanagements Thema 8: Bewertung von Innovationsprojekten aus Präsentation der Seminararbeit Hohenheim,

2 Überblick 1) Problemstellung 2) Innovationsprojekte im Unternehmen 5) Ausblick Folie 2

3 A) Problemstellung A) Problemstellung Projekt A Projekt E Projekt D Projekt B Projekt C Einflussbereich des Unternehmens Welches Projekt zu welcher Zeit mit welcher Intensität? Bewertung Folie 3

4 Überblick 1) Problemstellung 2) Innovationsprojekte im Unternehmen 5) Ausblick Folie 4

5 B) Innovationsprojekte im Unternehmen B) Innovationsprojekte im Unternehmen Innovation mit technischem, sozialem und wirtschaftlichem Wandel einhergehende Neuerung Veränderung Neuheit Projekt Befristung Komplexität Einmaligkeit Investition Folie 5

6 B) Innovationsprojekte im Unternehmen B) Innovationsprojekte im Unternehmen Erfolgskritische Einflussfaktoren für Innovationsprojekte Risiko Qualität Kosten Zeit bezüglich bezüglich bezüglich Wahrnehmbarkeit aus Kundensicht Ausreichende Kapitalausstattung für Progression Zuvorkommende Konkurrenzunternehmen Folie 6

7 Überblick 1) Problemstellung 2) Innovationsprojekte im Unternehmen 5) Ausblick Folie 7

8 - Grundlagen - Grundlagen Modellwelt qualitativ quantitativ Aussagegehalt besser/schlechter kleiner/größer exakter Wert Skalierung Ordinalskala Verhältnisskala Folie 8

9 Kapitalwertmethode Grundstruktur:? T t = 1 Einzahlungen t Auszahlungen t (1 + i) t t = Periode T = Gesamtzahl der Perioden i = Zinssatz Variante 1 Discounted-Cash-Flow-Methode? T t = 1 Free Cash Flow t (1 + i) t Free Cash Flow = erfolgswirksam erwirtschafteter Zahlunsmittelüberschuss Folie 9

10 Kapitalwertmethode Grundstruktur:? T t = 1 Einzahlungen t Auszahlungen t (1 + i) t t = Periode T = Gesamtzahl der Perioden i = Zinssatz Variante 2 Risikoangepasster Zinsfuß Risikoangepasster Zinsfuß? T t = 1 Free Cash Flow t (1 + k) t k = risikoangepasster Zinsfuß Folie 10

11 Kapitalwertmethode t = Periode Grundstruktur:? T t = 1 Einzahlungen t Auszahlungen t (1 + i) t T = Gesamtzahl der Perioden i = Zinssatz Parameter sind risikobehaftet Sensitivitätsanalyse Monte-Carlo-Simulation Zusätzliche Berechnung des Kapitalwertes unter Annahme zweier extremer Szenarien (Worst Case/Best Case) Folie 11

12 Schwächen der Kapitalwertmethode: statische Methode Annahme der Passivität des Management im Voraus bis zum Planungshorizont fixierte Strategie keine Anpassungen während des Planungszeitraumes möglich Keine Berücksichtigung von Handlungsalternativen Folie 12

13 Entscheidungsbaumverfahren Z II A 4 A 5 Entscheidungsknoten Ereignisknoten q = 0,2 q Wahrscheinlichkeit A 1 q = 0,8 Z III A 6 A 7 A 8 A Z Alternative Zustand Z I A 2 q = 1 Z IV A 9 A 3 q = 0,4 Z V A 10 A 11 t = 1 t = 1 q = 0,6 Z VI A 12 t = 2 t = 2 Folie 13

14 Rechenbeispiel A 1 q = 0, q = 0,8 A 4 A 6 A 4 A 5 A 6 A 7 A q A Z Entscheidungsknoten Ereignisknoten Wahrscheinlichkeit Alternative Zustand A 3 A 2 A 9 q = 1 A A 3 q = 0, A 11 A 10 A t = 1 t = 1 q = 0,6 A 12 A t = 2 t = 2 Folie 14

15 Entscheidungsbaumverfahren q = 0,2 = Flexible Planung Flexible Planung q = 0,8 q = 1 q = 0,4 q = 0,6 = Rollende Planung Rollende Planung Fein Grobplanung Folie 15

16 Überblick 1) Problemstellung 2) Innovationsprojekte im Unternehmen 5) Ausblick Folie 16

17 O p t i o n s p r e i s t h e o r i e Black-Scholes-Formel: Myron S. Scholes (* 1941) Robert C. Merton (* 1944) Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1997 Robert C. Merton and Myron S. Scholes have, in collaboration with the late Fisher Black, developed a pioneering formula for the valuation of stock options. Their methodology has paved the way for economic valuations in many areas. It has also generated new types of financial instruments and facilitated more efficient risk management in society. Aus der Laudatio vom 14. Oktober 1997 Realoptionstheorie Folie 17

18 Eine Option bezeichnet das Recht, nicht aber die Pflicht, einen Vermögensgegenstand Aktie Gold Gold zu einem vorab bestimmten Preis zu kaufen Strike Price Put-Option oder zu verkaufen Call-Option Folie 18

19 Eine Realoption bezeichnet das Recht, nicht aber die Pflicht, einen Vermögensgegenstand zu einem vorab bestimmten Preis zu kaufen Aktie Gold Innovationsprojekt Gold Investitionskosten Strike Price Put-Option oder zu verkaufen Call-Option Folie 19

20 Optionstyp Ausübungsmöglichkeit Amerikanische Option während der gesamten Laufzeit Europäische Option nur am Ende der Laufzeit Amerikanische Optionen sind äußerst schwierig zu bewerten, da der Ausübungszeitpunkt an theoretisch unendlich vielen Terminen möglich ist. Die Formel von Black, Scholes und Merton kann ausschließlich für europäische (Call-)Options auf Aktien verwendet werden. Realoptionen sind i.d.r. aber amerikanischen Typs Folie 20

21 Systematik realer Optionen Investitionsoption i.e.s. Wachstumsoption Anpassungsoption Umstellungs option Stillegungsoption Abbruchoption Kombination mehrerer Optionen Folie 21

22 Wertkomponenten einer Realoption Wert der Realoption Traditioneller Kapitalwert Wert der Handlungsalternativen Bewertung einer Realoption Grundprinzip: Suche derjenigen Kombination aus verschiedenen Vermögensgegenständen, die die Zahlungsströme der Realoption perfekt dupliziert. Bildung eines Replikationsportfolios Folie 22

23 Rechenbeispiel Ausgangsdaten: Neuartiges Verfahren zur Gewinnung reinen Sauerstoffs aus Meerwasser Bruttogewinn aus dem realisierten Projekt korreliere perfekt (Faktor ) mit dem Preis für Wasserstoff Preis für Wasserstoff betrage im Betrachtungszeitpunkt 50 pro m 3 Der Bruttogewinn ist wegen der perfekten Korrelation damit: 50 x = 100 Mio. Flüssige Mittel können zum risikolosen Zinssatz von 8 % pro Periode angelegt werden Kosten bei sofortigem Abschluss des Projektes in t = 1: 104 Mio. Kosten des Projektes bei Abschluss in t = 2: 104 Mio. x 1,08 = 112,32 Mio. Höhe des Wasserstoffpreises in t = 2 ist mit gleichen Wahrscheinlichkeiten entweder 30 oder 90 pro m 3 ; der Bruttogewinn beträgt in t = 2 daher entweder 60 Mio. oder 180 Mio. Folie 23

24 Rechenbeispiel E=100 t =2 Investieren K=104 Wasserstoffpreis bei 50 Investieren K=112,32 E=180 Entscheidungsknoten Warten K= 0 Wasserstoffpreis steigt auf 90 q = 0,5 Nicht Investieren K=0 E=0 q K E Ereignisknoten Wahrscheinlichkeit Kosten Bruttogewinn t = 1 Wasserstoffpreis sinkt auf 30 q = 0,5 Investieren K=112,32 Nicht Investieren K=0 E=60 E=0 Folie 24

25 Rechenbeispiel E=100 t =2 Investieren K=104 Wasserstoffpreis bei ,32 = 67,68 Investieren K=112,32 E=180 Entscheidungsknoten Warten K= 0 Wasserstoffpreis steigt auf 90 q = 0,5 Nicht Investieren K=0 E=0 q K E Ereignisknoten Wahrscheinlichkeit Kosten Bruttogewinn t = 1 Wasserstoffpreis sinkt auf 30 q = 0,5 0 0 = 0 Investieren K=112,32 Nicht Investieren K=0 E=60 E=0 Folie 25

26 Rechenbeispiel Replikationsportfolio aus a-teilen Wasserstoff und ß-Teilen flüssiger Mittel muss für den Fall, dass in t = 2 investiert wird, folgende Bedingung erfüllt sein: a? 90 + ß? 1,08 = 67,68 Replikationsportfolio aus a-teilen Wasserstoff und ß-Teilen flüssiger Mittel muss für den Fall, dass in t = 2 nicht investiert wird, folgende Bedingung erfüllt sein: a? 30 + ß? 1,08 = 0 Folie 26

27 Rechenbeispiel a? 90 + ß? 1,08 = 67,68 a? 30 + ß? 1,08 = 0 Lineares Gleichungssystem mit zwei Unbekannten Lösung a = 1,128 und ß = - 31,33 Replikationsportfolio 1,128 x = m 3 Wasserstoff und - 31,33 Mio. Schulden Folie 27

28 Rechenbeispiel Lösung a = 1,128 und ß = - 31,33 Im Bewertungszeitpunkt t = 1 hat das Replikationsportfolio den Wert: a? 50 + ß = 1,128? 50 31,33 = 25,07 Dies ist der gesuchte Gesamtwert des Projektes Folie 28

29 Rechenbeispiel a? 50 + ß = 1,128? 50 31,33 = 25,07 Wertkomponenten einer Realoption Wert der Wert der Traditioneller Handlungsalternativen 25,07 Realoption Kapitalwert ,07 Wert der Realoption Traditioneller Kapitalwert Wert der Handlungsalternativen Folie 29

30 Grenzen der Realoptionstheorie Projekt muss durch ein Portfolio aus gehandelten Vermögensgegenständen duplizierbar sein (Replikationsportfolio) Schätzung der Parameter Preisentwicklung und Bruttogewinn Projektwert muss von genau einer Einflussgröße abhängig sein Schon bei Erweiterung um eine einzige Handlungsalternative starke Komplexitätszunahme; dasselbe gilt bei einer Erweiterung der möglichen Umweltzustände Folie 30

31 Kritische Würdigung der Realoptionstheorie Realoptionstheorie setzt dort an, wo die Anwendung der klassischen Bewertungsmethoden auf Grund mangelnder Möglichkeit Flexibilität abbilden zu können, versagt Schwierige Operationalisierbarkeit Umfassendes methodisches Verständnis nötig, aber eher selten vorhanden zusätzlicher Nutzen durch ihre Anwendung fraglich mit dem Entscheidungsbaumverfahren wäre exakt dieselbe optimale Strategie ermittelt worden, allerdings ohne explixite Berechnung des Optionspreises Sinnhaftigkeit der Berechnung eines Realoptionspreises im Zusammenhang mit Innovationsprojekten fraglich, weil die Option nur für das entsprechende Unternehmen besteht und damit nicht handelbar ist Folie 31

32 Mögliche Einsatzprämissen der Bewertungsmethoden hoch Sensitivitätsanalyse Realoptionsansatz Unsicherheit niedrig Monte-Carlo- Simulation klassische Kapitalwertmethode DCF-Methode Entscheidungsbaumverfahren Realoptionsansatz niedrig hoch Flexibilität Quelle: Hommel, U./Pritsch, G. (1999), Marktorientierte Investitionsbewertung mit dem Realoptionsansatz, in: Finanzmarkt und Portfoliomanagement, Jg. 13, S (modifiziert). Folie 32

33 Überblick 1) Problemstellung 2) Innovationsprojekte im Unternehmen 5) Ausblick Folie 33

34 Ausblick In einigen Jahren [wird] bei der Beurteilung von Investitionsprojekten das Realoptionsverfahren barwertorientierte Konzeptenahzu verdrängt haben. Seiler, I./Stauber, J. (2003), Realoptinsbewertung eine Fallstudie, in: Financial Markets and Portfolio Management, Volume 17, 2003, S Trotz seiner theoretischen Relevanz in vielen realen Entscheidungssituationen hat sich dieser Ansatz [der Realoptionsansatz, Anm. d. Verf.] in der Praxis noch nicht durchgesetzt. Hommel, U./Pritsch, G. (1999), Marktorientierte Investitionsbewertung mit dem Realoptionsansatz: Ein Implementierungsleitfaden für die Praxis, in: Finanzmarkt und Portfoliomanagement, Jg. 13, S Real Options Analysis is similar to financial options analysis insofar as practice will follow academic theoryand empirical study. zit. nach Bockemühl, M. (2001), Realoptionstheorie und die Bewertung von Produktinnovationen, Diss. Wiesbaden, Folie 34

35 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und erholsame Feiertage Folie 35

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