Gender Management als Erfolgsstrategie. Thomas Claus, G/I/S/A, Gender-Institut Sachsen-Anhalt

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1 Gender Management als Erfolgsstrategie Thomas Claus, G/I/S/A, Gender-Institut Sachsen-Anhalt

2 Schwerpunkte 1. Ausgangssituation und Problemlage 2. Das Konzept des Gender Managements 3. Entwicklung von Methoden und Instrumenten des Gender Managements für Unternehmen der Projektansatz 2

3 Ausgangssituation und Problemlage Globalisierungsdruck und verschärfte Wettbewerbssituation auf internationalen Märkten sowie zunehmender Mangel an Fachkräften (in Sachsen-Anhalt forciert durch geringe Geburtenraten und hohe Abwanderung insbesondere von jungen, gut qualifizierten Frauen) zwingen zur besseren Ausschöpfung vorhandener Innovations- und Beschäftigungspotenziale 3

4 Erwerbstätigenqoute in Sachsen-Anhalt nach Jahren und Geschlecht ,7 70,7 68, ,5 57, weiblich männlich Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt 4

5 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Strukturmerkmalen am , , , , Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte weiblich männlich Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt 5

6 Schulabgänger/innen nach ausgewählten Abschlussarten im Land Sachsen-Anhalt, 2009 weiblich männlich gesamt Hochschulreife Fachhochschulreife Erweiterter Realschulabschluss Realschulabschluss Qualifizierter Hauptschulabschluss Hauptschulabschluss Abschluss der Schule für Lernbehinderte Abgangszeugnis gesamt

7 Konsequenz: Die systematische Integration der Geschlechterperspektive wird innerhalb der Ausschöpfung vorhandener Leistungspotenziale zu einem zentralen Erfordernis Ein konsequent geschlechterdifferenziertes Vorgehen ist nicht länger auf eine moralisch-ethische Forderung reduzierbar und beliebig umsetzbar, sondern avanciert zur notwendigen Voraussetzung für eine erfolgreiche wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Ein geschlechtersensibles Vorgehen liegt objektiv im Interesse von Arbeitgebenden, Arbeitnehmenden sowie der Gesellschaft und ihrer staatlichen Steuerungsinstanzen Konferenz: Gender Management - Thomas Claus 7

8 Frauen in Führungspositionen im Ländervergleich (2009) Berlin Sachsen Saarland Sachsen Anhalt Rheinland Pfalz Bayern Brandenburg Mecklenburg Vorpommern Thüringen Hessen Deutschland Niedersachsen Hamburg Schleswig Holstein Nordrhein Westfalen Baden Württemberg Bremen 19,29 18,59 18,32 18,24 18,14 17,92 17,71 17,46 17,39 17,28 17,25 17,09 17,08 16,88 16,73 15,87 15, Konferenz: Gender Management - Thomas Claus 8

9 Frauenanteil in ausgewählten MINT-Berufen in Sachsen-Anhalt, 2009 (in Prozent) 45,0 40,0 35,0 37,5 42,5 30,0 25,0 20,0 18,6 20,4 15,0 10,0 5,0 0,0 Ingenieure/innen Chemiker/innen, Physiker/innen, Mathematiker/innen Techniker/innen Naturwissenschaftler/innen Quelle: Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, vorläufige Daten; Berechnungen des IAB Konferenz: Gender Management - Thomas Claus 9

10 Hemmnisse bei der systematischen Integration der Geschlechterperspektive Beschränkung der Geschlechterperspektive auf Gleichstellungsfragen und den Abbau von Geschlechterunterschieden ungenügende Berücksichtigung unterschiedlicher Interessenlagen der Handelnden fehlende Verbindung zwischen spezifischen Maßnahmen zur Gestaltung der Geschlechterverhältnisse und Integration der Geschlechterperspektive als Querschnittsaufgabe Mangel an effektiven Methoden und Instrumenten zur wirksamen Integration der Geschlechterperspektive insbesondere auf Unternehmensebene 10

11 Worum es geht. Anliegen einer systematischen Integration der Geschlechterperspektive sollte es sein das Verhältnis zwischen Frauen und Männern auf allen Ebenen und in sämtlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zum wechselseitigen Vorteil zu gestalten und zu entwickeln. 11

12 Erweiterung der Perspektive Abbau dysfunktionaler Unterschiede im Geschlechterverhältnis (Gleichstellung) z.b. - Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung - Einkommensdifferenzen Nutzung funktionaler Unterschiede im Geschlechterverhältnis z.b. - Teamarbeit von Frauen und Männern - Differenzen im Konsumverhalten 12

13 Handlungsebenen Unternehmen (interne und externe Leistungsfähigkeit) Gesellschaft (Werte und Zielvorgaben in Staat,Politik, Verwaltung) Frauen und Männer (funktionale Geschlechterverhältnisse) 13

14 Handlungsebenen Integration der verschiedenen Interessenlagen und Handlungsebenen = Voraussetzung zur nachhaltigen Stärkung des Geschlechterverhältnisses bei gleichzeitiger Verbesserung der Wettbewerbs und Beschäftigungsfähigkeit 14

15 2. Das Konzept des Gender Management 15

16 Voraussetzungen des Gender Management Eine geschlechterdifferenzierte Gestaltung von Unternehmens und Beschäftigungsstrukturen verspricht in der Praxis nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie gleichzeitig: zur besseren Befriedigung der individuellen Bedürfnisse von Frauen und Männern beiträgt sich mit einem konkreten Nutzen für Unternehmen verbindet und gesellschaftlichen Werten und Zielvorstellungen entspricht. Konferenz: Gender Management - Thomas Claus 16

17 Definition: Gender Management Gender Management in Unternehmen umfasst die Gesamtheit aller betrieblichen Maßnahmen zur systematischen Gestaltung der Geschlechterverhältnisse, die unter Bezugnahme auf gesellschaftliche Normen und Werte gleichzeitig zur Verbesserung der Beschäftigungssituation von Frauen und Männern, einer Erhöhung der Kundinnen- und Kundenzufriedenheit sowie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen. 17

18 Vorteile des Gender Management Konzeptes Gender Management: - berücksichtigt von vornherein unterschiedliche Interessenlagen in der Gestaltung der Geschlechterverhältnisse - bietet die Voraussetzungen für eine ganzheitliche und nachhaltige Integration der Geschlechterperspektive in Unternehmensstrategien - erweitert die Geschlechterperspektive über interne Unternehmensfaktoren hinaus auf unternehmensexterne Leistungen und berücksichtigt deren inneren Zusammenhang 18

19 Handlungsfelder des Gender Managements geschlechterorientierter Vertrieb gendergerechtes Marketing Produkt u. Leistungsentwicklung Arbeitsorganisation flexible Arbeitszeitmodelle geschlechtergerechte Kommunikation Unternehmensführung Personalentwicklung Chancengleiche Kompetenzbilanzierung Wiedereinstiegsmanagement Mentoring Programme Unternehmensphilosophie/Leitbild Qualitätsmanagement 19

20 Nutzen für Unternehmen und Beschäftigte Als Unternehmensstrategie trägt Gender Management u.a. dazu bei: ungenutzte Leistungspotenziale von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszuschöpfen, durch eine geschlechterorientierte Produkt- und Leistungsentwicklung neue Märkte zu erschließen, mit geschlechterdifferenzierten Marketing- und Vertriebsmaßnahmen die Zielgruppenorientierung zu erhöhen, die Arbeitszufriedenheit und -motivation weiblicher und männlicher Beschäftigter zu verbessern, das Betriebsklima und die Unternehmenskultur nachhaltig zu verbessern, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu binden und neue Fach- und Führungskräfte zu gewinnen sowie das Image des Unternehmens zu verbessern. 20

21 3. Entwicklung von Methoden und Instrumenten des Gender Managements für Unternehmen der Projektansatz 21

22 Bundesinitiative Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft Die Bundesinitiative Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) entwickelt. Das Programm wird finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF). (www.bundesinitiative-gleichstellen.de) 22

23 Gegenstand des Projektes Ziel des Projektes ist die Erprobung, Entwicklung, Modifizierung und Verbreitung von Methoden und Instrumenten zur systematischen Implementierung eines Gender Managements in Unternehmensprozesse. 23

24 Projektpartner (Kompetenzteam) 24

25 Projektpartner (Kooperationsunternehmen) Städtische Werke Magdeburg GmbH Schubert Motors GmbH, Oschersleben MEDIGREIF, Betriebsgesellschaft für Krankenhäuser und Integrative Gesundheitszentren mbh, Burg ALEXMENÜ e.kfr., Magdeburg AEM Anhaltische Elektromotorenwerk Dessau GmbH 25

26 Projektstruktur 26

27 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 27

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