Hubertus Bertling, Referatsleiter im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt

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1 Integriert handeln, finanzieren und fördern Mittelbündelung in kleineren Städten und Gemeinden Transferwerkstatt Kleinere Städte und Gemeinden 11. und 12. Juni 2014 in Magdeburg Thema: Modellhafte Integrierte Gemeindliche Entwicklungskonzepte (IGEK) in Sachsen-Anhalt - Zusammenwirken von Städtebauförderung und Dorfentwicklung- Hubertus Bertling, Referatsleiter im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt

2 Gliederung: I. Neue Herausforderung für ländliche Räume II. Neugliederung der Städte/Gemeinden in ST am Beispiel Gardelegen III. Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) IV. Wissenschaftliche Begleitung V. Fazit

3 I. Neue Herausforderungen. Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse, Begleitung des demografischen Wandels, Klimaschutz und Begleitung des Klimawandels, Begleitung der Energiewende, Ressourcenschutz, Hochwassermanagement und Erhalt der Biodiversität.

4 Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

5 Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

6 II. Neugliederung der Städte/Gemeinden in ST am Beispiel Gardelegen Seit der Eingliederung von 18 ehemals selbstständigen Gemeinden zum 1. Januar 2011 ist Gardelegen die flächenmäßig drittgrößte Stadt in Deutschland. Sie besteht aus insgesamt 49 Stadt-/Ortsteilen Fläche:632,2 km² Einwohner: davon wohnen im alten Stadtkern EW Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²

7 Quelle: OpenStreetMap

8 Quelle: OpenStreetMap Quelle: Google

9 III. Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK)

10 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Demografische Entwicklung in der Gemeinde Untersuchungsgebiet Einordnung der Gemeinde in Sachsen-Anhalt (z.b. Stadt, ländlicher Raum, Lage, Zentralität - Raumtyp) Demografische Ausgangslage und Prognose für das Gemeindegebiet (z.b. Entwicklung insgesamt, sozial-demografische Entwicklung, regionale Verteilung - Ortsteile) Darstellung der Bevölkerungsentwicklung Stärken-Schwächen-Analyse (z.b. Zahlen, Daten und Fakten zu Handel, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft, Erwerbstätigkeiten der Gemeinde, kommunale Finanzkraft, erneuerbare Energien, Bildungsstandort, Familienfreundlichkeit, Generationengerechtigkeit, Willkommenskultur, touristische Wertigkeit) Auswirkungen auf die interkommunale Zusammenarbeit Bildquelle: Büro für urbane Projekte - IGEK Möckern

11 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Wirtschaftsförderung/Stärkung der Wirtschaftskraft Ansiedlung von Handel, Gewerbe und Industrie sowie deren Bestandspflege Tourismuswirtschaft und -förderung Bildquelle: SALEG - IGEK Nienburg

12 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Gemeinde und Bürgerschaft Ehrenamt Bürgerliches Engagement, Demografieteam Vereinswesen, Zusammenarbeit mit und Förderungen von Vereinen; Vereine als Träger von Heimat- und Kulturgeschichte sowie von Einrichtungen der Dorfgemeinschaft Bildquelle: Dr. Bock u. a. - IGEK Kemberg

13 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Allgemeine Daseinsvorsorge/ Basisdienstleistungen Dienstleistungsangebot der Gemeindeverwaltung Grundversorgung (Einzelhandel, Gewerbe, Banken, Post, etc.) Gesundheitswesen (Ärzteversorgung, Apotheken, Versorgung mit übrigen Gesundheitsdienstleistungen) Abwehrender Brandschutz, Wasserwehr Bildquelle:

14 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Bedarfsgerechte Infrastruktur Straßen- und Wegenetz (einschließlich Unterhaltung) Wasserversorgung Abwasserbeseitigung Versorgung mit Elektrizität, Gas Breitbandversorgung Öffentlicher Personennahverkehr, Mobilität Wohninfrastruktur (z.b. Standortverteilung, Wohnungsmarkt, Qualität, Quartiersmanagement, Barrierefreiheit)

15 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Bildung, Erziehung, Familie, Senioren Familienfreundlichkeit, ggf. Gleichstellung Kinderbetreuung, Kindertageseinrichtungen Schulträgerschaft, Schulstandorte Jugendhilfe (Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der Freizeit) Seniorenbetreuung Bildquelle: Grontmij IGEK Osterwieck/Huy

16 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Freizeiteinrichtungen Sportstätten Kulturelle Einrichtungen (z. B. Museum, Bücherei etc.) Seniorentreffs Jugendclubs Dorfgemeinschaftshäuser

17 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Bauliche Entwicklung Bildquelle: SALEG - IGEK Nienburg Flächennutzungsplanung und Bebauungsplanung Flächenmanagement Dorfentwicklung/ /Stadtumbau Bautätigkeit und Wohnungsangebot

18 Themenfelder der Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepte (IGEK) Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel Mögliche Extremereignisse Wassermanagement, Siedlungswassermanagement Katastrophen- und insbesondere Hochwasserschutz Bodenerosion, Biodiversität Klimaschutz, ggf. Mikroklima und Luftgüte Bildquelle:

19 Überlegungen für die Entwicklung eines Leitbildes

20 IV. Wissenschaftliche Begleitung Hochschule Anhalt, FB Geoinformation und Vermessung (Übernahme von Daten aus Melderegister) Deutsches Institut für Urbanistik (Demografie) Hochschule Harz (Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel)

21 Prozess der Erarbeitung Ziel integrierter Gemeindeentwicklungskonzepte (IGEKs) ist es, im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes Anpassungserfordernisse und Anpassungsstrategien in allen Bereichen der kommunalen Entwicklung aufzuzeigen, die durch den demografischen und sozioökonomischen Wandel betroffen sind. Im Ergebnis sollen die IGEKs ein praktikables, auf einen Zeithorizont von etwa 15 Jahren angelegtes Planungsinstrument sein. Der Prozess ist umfangreich und aufwändig. Es ist von daher auch eine entsprechender Zeitraum vorzusehen. (12 bis 15 Monate) Zeitraum für die modellhaften IGEK war von Januar 2013 bis Juni 2014 MLU Sachsen-Anhalt 21

22 Gemeindeentwicklungskonzepte haben nur dann einen Sinn, wenn der Verlauf der Umsetzung und der Zielerreichung regelmäßig überprüft und dokumentiert wird. Die Konzepte sollen daher Aussagen zur beabsichtigten Form der Verlaufskontrolle und Evaluierung beinhalten.

23 V. Fazit 1. Unterstützung durch Politik, politische Spitze. 2. Alle Akteure mitnehmen. 3. Sensibilisierung und Kommunikation. 4. Nutzen aus Vorarbeiten, Anknüpfen an (positive) Kooperationserfahrungen. 5. Keine Überfrachtung. 6. Klare Prioritäten setzen. 7. Erst Ziele definieren, dann finanzieren. 8. Konkrete Projekte, kurzfristige Erfolge. 9. Verstetigung des Prozesses und Umsetzung. 10. Ausreichend Zeit einplanen 11. Einsatz externer Berater/Planer Bildquelle: Grontmij - IGEK Osterwieck/Huy

24 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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