Country factsheet - Januar 2014 Vereinigtes Königreich

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1 Country factsheet - Januar 2014 Vereinigtes Königreich

2 Die durch den Online-Handel generierten Einnahmen betragen 109 Milliarden Euro Es mangelt nicht an Superlativen, um den Online-Handel im Vereinigten Königreich beschreiben zu können, und dies zu Recht, denn der britische Markt hat in mehr als nur einem Bereich den ersten Platz auf dem europäischen Podest inne*: Der Anteil des Online-Handels am Volkseinkommen im Einzelhandel: 16% Der Anteil des M-Commerce: 12% der E-Commerce-Verkäufe erfolgten mobil Die jährlichen Ausgaben pro E-Shopper: (hier handelt es sich sogar um den Weltrekord) Und die entsprechenden Einnahmen steigen weiterhin: 16% Wachstum 2013 mit über 109 Milliarden Euro. Somit gehört das Vereinigte Königreich zu den europäischen Märkten mit der höchsten Marktreife, und diesen Reifegrad finden wir im Factsheet oft als Grund für die Besonderheiten des E-Commerce im Vereinigten Königreich. 1. Der britische Verbraucher Im Vereinigten Königreich beträgt der durchschnittliche monatliche Warenkorb 116,30. Wer sind die Menschen, die jeden Monat online einkaufen? Im Vereinigten Königreich kauft jeder online ein, auch ältere Menschen stehen dem in nichts nach, wie wir in den Trends sehen werden. Es gibt in der Tat viel mehr E-Shopper als solche, die den E-Commerce noch nicht ausprobiert haben. Bei einer Bevölkerung von 63,3 Millionen Einwohnern kaufen bereits 39 Millionen online ein. Sie bezahlen hauptsächlich per Kreditkarte (69%), etwas weniger mit anderen Mikrozahlungs-Angeboten (31%) oder per Online-Banking (9%). 14,5 Nicht im Internet aktiv 39 Online-Käufer 53,5 Im Internet aktiv 63,3 Gesamtbevölkerung In Millionen Einwohner Was kaufen die britischen E-Shopper? Sie kaufen dort eher Güter als Dienstleistungen ein, 55% Marktanteil für erstere und 45% für die Dienstleistungen. Doch der beliebteste Bereich in Großbritannien ist der Reisesektor (25%), übrigens der größte in Europa. Danach kommen Haushaltswaren (18%), Dienstleistungen (12%), Elektrogeräte (10%) und Kleidung (8%). 02 *Zahlen von 2012

3 M-Commerce ist im Vereinigten Königreich innerhalb von 3 Jahren um 5000% gestiegen Weltmeister in Sachen (Social) Mobile Seit Monaten wird ein starkes Wachstum auf dem Mobilgeräte-Markt festgestellt und verkündet es lauthals auch auf allen anderen Märkten, wobei hinzukommt, dass es im Vereinigten Königreich auch noch außergewöhnlich hoch ist, denn der M-Commerce konnte dort in 3 Jahren um 5000% zulegen. Die Konversionsrate per Mobilfunkgeräte liegt dort bei 2,2% und die Verteilung Tablet/Smartphone erfolgt eindeutig zugunsten der Tablets, von denen 2013 aus 82% der mobilen Käufe getätigt wurden. Außerdem gehören die Briten zu denjenigen, die über die Apps auf ihren Mobilfunkgeräten die sozialen Medien am meisten nutzen und täglich damit die meiste Zeit verbringen. Tatsächlich sollen 86% mehr als 10 Stunden pro Monat mit einem Dutzend sozialer Apps verbringen. 2. Der Markt Man schätzt die Anzahl der im E-Commerce tätigen Unternehmen auf im Vereinigten Königreich. Die beliebtesten sind, in der Reihenfolge der Einnahmen, Amazon**, Argos, Apple und Tesco. Amazon Tesco Argos 19% der Briten hatten 2012 bereits Lebensmittel online eingekauft Der Lebensmittel-Onlinehandel hat einen großen Vorsprung Apple Die signifikante Marktreife des britischen Online-Handels hat zur Folge, dass man dort Online-Einkaufsgewohnheiten für Produktgruppen vorfindet, die auf anderen Märkten noch sehr verhalten vertreten sind. Das wird besonders deutlich im Lebensmittelbereich. Bereits 4,5% der Lebensmittel werden im Vereinigten Königreich online gekauft. Um einige Vergleichszahlen zu nennen, bereits 19% der Briten haben Lebensmittel online eingekauft, im Vergleich zu lediglich 7% in Frankreich und 9% in Deutschland. Der Marktriese Tesco war der große Nutznießer dieser bereits gängigen Praxis, was ihm einen Platz unter den Top 5 der E-Tailer im Vereinigten Königreich einbrachte. Berufstätige Mütter mit Vorschulkindern kaufen ihre Lebensmittel am häufigsten online ein sowie die Londoner, die dies öfter tun als ihre übrigen Landsleute (sicherlich aufgrund der geringeren Anzahl an Autobesitzern). Der Bereich kann offensichtlich genau das anbieten, was diese Konsumenten suchen, wenn sie online einkaufen gehen: Eine zuverlässige Lieferung, flexible Lieferzeiten, wettbewerbsfähige Kosten, individuelle Sonderangebote und ein Angebot an ethisch korrekten Produkten, Premium- Produkten und Produkten zur ausgewogenen Ernährung. 03 ** Amazon rangiert gleich zweimal in den Top 5 der E-Tailer im Vereinigten Königreich, auf dem ersten Platz mit seiner Internetseite.co.uk und auf dem 4. Platz mit der Seite.com.

4 Ein gut eingespieltes Liefersystem Wer von einem reifen Markt spricht, der meint auch ein hohes Maß an Liefererfahrung (10. Platz weltweit unter 155 Ländern laut dem Logistics Performance Index ). Natürlich gibt es auch dort Verbraucherwünsche, die denen anderer Märkte ähnlich sind, wie dies untenstehende Grafik veranschaulicht, und die Lieferung nachhause ist auch dort die beliebteste Lösung. Für britische Konsumenten gelten nachfolgende Lieferkriterien als entscheidend: Information: Vor dem Einkauf, während der Logistikkette und auch direkt nach der Lieferung Wahlmöglichkeiten: bezüglich Tag, Uhrzeit und Lieferort Doch vor allem hat sich im Vereinigten Königreich die Lieferung am selben Tag schon gut eingespielt und auch die umgehende Lieferung wird dort bereits umgesetzt. Beliebteste Optionen für eine noch praktischere Lieferung Zugang zur Onlineverfolgung der Bestellung 80% Die Möglichkeit, einen bestimmten Liefertag auszuwählen 78% Erhalt klarer Informationen bezüglich der Lieferung vor der Bestellung 75% Mitteilung bezüglich der Bekanntgabe des vorgesehenen Liefertages 75% Möglichkeit, ein bestimmtes Zeitfenster auszuwählen 73% 16 Millionen Briten haben auf nichtbritischen Internetseiten 10 Milliarden Euro ausgegeben Eine Cross-Border-Bilanz zugunsten von Outbound-Aktivitäten Eine weitere Kategorie, in der das Vereinigte Königreich laut IMRG den 1. Platz innerhalb der EU einnimmt, betrifft die grenzüberschreitenden Verkäufe betrugen die Ausgaben für Bestellungen auf britischen Internetseiten von Einwohnern außerhalb Großbritanniens über 8 Milliarden Euro und müssten 2013 die 11 Milliarden- Grenze überschritten haben. IMRG sagt voraus, dass 2020 bereits ein Drittel aller Lieferungen britischer E-Tailer in ein anderes europäisches Land als das Vereinigte Königreich gehen werden. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass britische E-Tailer auch deshalb so viele nichteuropäische Kunden haben, weil diese sich hauptsächlich in Australien und den Vereinigten Staaten befinden. Was die Inbound-Geschäfte angeht, so sind grenzüberschreitend getätigte Einkäufe proportional niedriger als in anderen europäischen Ländern, bleiben aber steigend und müssten von 13% im Jahr 2012 auf 15% im Jahr 2013 klettern. Doch gemessen an seinem absoluten Wert stellt das Vereinigte Königreich auch für ausländische E-Tailer einen attraktiven Markt dar, denn es waren immerhin 16 Millionen Briten, die 2012 auf Internetseiten außerhalb Großbritanniens 10 Milliarden Euro ausgegeben haben. Wie dies oft der Fall ist, betreffen grenzüberschreitende Einkäufe in der Regel vor allem den Modebereich (Kleidung, Schuhe und Accessoires). 04 4

5 3. Trends Erfolgsversprechende Senioren Die Marktreife des Landes bezieht sich auch auf die Verbreitung und Akzeptanz von Internetzugängen, was bedeutet, dass auch die Senioren von heute nicht ausgeschlossen sind, sondern im Gegenteil das Netz viel mehr nutzen, als dies von der Gesamtbevölkerung angenommen wird. Derzeit ist die Bereitschaft der älteren Bevölkerung, online einzukaufen noch nicht sehr ausgeprägt, wenn sie auch stetig steigt. Sie nutzt die E-Commerce-Seiten momentan noch mehr zum Suchen, sich informieren um dann letztendlich doch in echten Geschäften einzukaufen. Tablet-PCs werden von Senioren im Vereinigten Königreich erfolgreich angenommen und dies mit steigender Tendenz. Außerdem sind sie bereits Anhänger des Showrooming, denn 2013 haben 16,7% der Internetsurfer zwischen 65 und 74 schon einmal ihr Smartphone benutzt, um von der Verkaufsstelle aus die Internetseiten von Retailern aufzurufen. Diese Zahlen dürften deutlich steigen und stellen einen sicheren Trend für die kommenden Jahre dar. Eine Abwicklungsinfrastruktur im Umbruch Obwohl 72% der E-Tailer im Vereinigten Königreich bereits international ausliefern, ist die Abwicklungsinfrastruktur noch immer sehr, wie in ihren Anfängen, ganz auf Großbritannien zugeschnitten, d.h. mit dem Hauptaugenmerk auf die Kunden im eigenen Land. Örtlich gesehen sind sie näher dran und haben eine Online-Erfahrung in Echtzeit. Doch die Marktsättigung und die Zunahme der Einkäufe internationaler Kunden werden die britischen E-Tailer dazu drängen, die Art der Warenlagerung, Verwaltung und Kontrolle zu ändern, um auch den Anforderungen einer internationalen Kundschaft gerecht werden zu können. Dies wird wohl zu einer Dezentralisierung führen. Quellen: Western Europe B2C E-commerce Report IMRG UK Consumer Home Delivery Review 2013 V.H.: Peter Somers, bpost, Muntcentrum, 1000 Brüssel (0)

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