Predigt Fische, Eier und der heilige Geist 16. August 2009 Lukas 11,9-13

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1 Predigt Fische, Eier und der heilige Geist 16. August 2009 Lukas 11,9-13 Fische, Eier und der heilige Geist Als wir klein waren, haben wir von unseren Eltern alle möglichen Verhaltensregeln beigebracht bekommen. Sitz gerade!, Hast du schon danke gesagt?, Man isst nicht mit den Fingern!, Spiel nicht an deinen Haaren herum, Sag hallo zu Tante Klara (auch wenn du sie eigentlich nicht leiden kannst) und einige mehr. Ich denke ihr könnt euch daran erinnern, an diese Mantraartigen Ermahnungen und Hinweise, die eigentlich nie aufzuhören schienen. Diejenigen unter euch, die auch schon Kinder haben werden sich vielleicht dabei ertappen, wie sie selbst so einen Schwall von Verhaltensregeln auf ihre Kinder losgelassen haben und dafür genervte Blicke, verdrehte Augen oder andere Unlustbekundungen kassiert haben. Das klingt jetzt vielleicht gerade so, als ob ich der Meinung wäre diese Ermahnungen wären falsch oder man sollte seine Kinder lieber machen lassen und sie werden schon ihre eigenen Erfahrungen machen. Keine Sorgen, das ist nicht so. Es ist wichtig, dass man als Kind verschiedene Dinge lernt. Zum Beispiel dass gerade sitzen gut für den Rücken ist und das zu viele Süßigkeiten schlecht für unsere Zähne sind, auch wenn die Geschichte mit dem Zahnmännlein nicht ganz der Wahrheit entspricht.. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, wie man sich gut benimmt um dann nicht nasepopelnd oder mit den Beinen auf dem Tisch bei einem Vorstellungsgespräch oder einer mündlichen Prüfung zu sitzen und sich zu fragen warum sie jetzt nicht so gut ankommen, wie sie vielleicht gedacht hätten. Das soll jetzt kein Erziehungsseminar werden, doch es gab ein eine Regel bei uns zu Hause, die es wahrscheinlich in jeder Familie gibt, die mich immer mal wieder zum Nachdenken gebracht hat. Na wie heißt das Zauberwort?, das war oft die Aufforderung bitte zu sagen, wenn man etwas haben wollte und mal wieder nur die Gib mir mal die Butter gesagt hat anstelle von Gib mir mal bitte die Butter. Als meine kleine Schwester Elisabeth in dem Alter war, dass sie lernen sollte bitte zu sagen, wenn sie etwas haben will, da haben wir das Spiel noch ein ganzes Stück weiter getrieben und ihr beigebracht, dass wenn sie z.b. meine Mutter nach der Butter gefragt hat zu sagen: Liebe Mama, kannst du mir mal bitte die Butter geben Das hat so weit geführt, dass sie zum Schluss alle Leute korrigiert hat, die das eben nicht so gemacht haben. Das war so eine Art Formel, mit der man alles bekam, was man erbat. Natürlich war das nur ein Spaß und auch nur ein Spiel, was wir in der Familie dann eine Weile aus purer Albernheit alle gespielt haben. Aber eine Frage blieb trotzdem und die habe ich mir immer mal wieder gestellt. Was würde passieren, wenn sie mal etwas mit dieser Formel erbitten würde, was nicht so banal ist wie die Butter am Frühstückstisch. Würde sie dann verstehen, dass man ihr diesen Wunsch dann vielleicht abschlagen muss oder würde sie darauf bestehen, weil Sie hat ja bitte gesagt und die richtige Formel benutzt. Das Problem besteht darin, dass wir (zumindest bei uns zu Hause, ich weiß nicht wie das bei euch war) das bitte sagen oder auch unsere Erweiterung der Bittformel Kindern so vermitteln, als wenn es eine Zauberformel wäre und wenn man es nur immer richtig sagt, dann bekommt man was man möchte. Und manchmal hat man wirklich das Gefühl das dass so funktioniert, denn wenn man nett bittet, dann bekommt man manchmal mehr, 1/6

2 mehr Hilfe, freundlichere Beratung oder mehr Entgegenkommen, als wenn man unverschämt ist oder frech. Aber nicht immer geht das so, manchmal kann man bitten soviel man möchte, weil es eben einfach nicht möglich etwas zu bekommen, einen mit Luftballons geschmückten Zug weil man Geburtstag hat oder eine zweite Chance für den ersten Eindruck bei einem Menschen. Auch Jesus spricht über das Bitten: Ich lese den Predigttext aus Lukas 11, 9-13: Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein dafür biete? und, so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? oder, so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete? So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Ich finde, dass dieser Text ganz wundervoll klingt, aber eben manchmal doch ein ganzes Stück hinter unserer Elebniswelt zurückbleibt und ich hoffe wir werden in den nächsten Minuten ein paar Ideen dafür erarbeiten können was all das bedeutet. Mit Hilfe von zwei Fragen möchte ich mich dem Text nähern. 1. Bekommen wir wirklich alles worum wie bitten? Ich lese den ersten Teil des Textes noch einmal vor: Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wir haben hier gleich drei verschiedene Bilder direkt hintereinander, die sich in ihrer Aussage aber sehr stark ähneln. Aber man kann feststellen, dass sich die Intensität steigert: Erst kommt das Bitten, also Bitten um etwas was man nicht hat oder Hilfe, die man benötigt, dann kommt das Suchen, was mehr Mühe und Zeit erfordert, das heißt das was man bekommen möchte ist einem so wichtig, dass man nicht sofort aufgibt, sondern diese Zeit und Mühe auch investiert. Bei dem anklopfen war mir persönlich jetzt nicht sofort klar, warum dass eine weitere Steigerung ist, aber in meiner Bibel ist eine Parallelstelle in Lukas 18 ab Vers 1 angegeben und dort lesen wir das Gleichnis von der Witwe und dem ungerechten Richter. Die meisten kennen es wahrscheinlich. In Kurzform ist da diese Witwe, die einen Richter so lange nervt und nicht in Ruhe lässt bis er zu ihren Gunsten entscheidet. Daraus schließe ich, dass mit dem An die Tür klopfen nicht das Klopfen gemeint ist, wenn man zu Besuch kommt, sondern ein beharrliches immer wieder kommen und immer wieder nachfragen und bitten. Darauf deutet auch das Gleichnis hin, das Jesus direkt vor unserem Text erzählt. Darin geht es um einen Mann, der seinen Freund mitten in der Nacht um Brot bittet und Jesus sagt, wenn dieser Freund ihm das 2/6

3 Brot schon nicht gibt, weil er sein Freund ist, dann weil er ihn so unverschämt mitten in der Nacht darum bittet. Und wenn wir das so anschauen, dann ist das eine schöne Anleitung in drei Schritten wie wir beten sollen: 1. Wir sollen Gott bitten 2. Wir sollen dafür Zeit und Mühe investieren 3. wir sollen beharrlich sein und nicht aufgeben, wenn es nicht sofort funktioniert Ich denke auch, dass diese Regeln ihre Berechtigung haben und uns helfen können, wenn ein Gebet mal nicht sofort Erfolg bringt, denn Jesus hat Gebet so angelegt, dass alle diese drei Eigenschaften dazugehören. Wenn ich den Text bis hierher so lese, denke ich mir als erstes, ok den Punkt können wir abhaken, da steht es doch: Wir bekommen alles worum wir bitten, wenn wir nur ernsthaft bitten. Und ich denke wir kennen sie alle, die Geschichten in denen Christen in Not genau das bekommen was sie gerade brauchen nachdem sie gebetet haben. Eine davon möchte ich erzählen: Wie ihr sicher wisst, ist die Tine ja gerade zum Praktikum in Taiwan. Der Studienleiter in Tabor hatte ihr empfohlen ihr Sommerpraktikum dort zu absolvieren, weil sie ja mit dem Gedanken spielt nach dem Studium als Missionarin dort zu arbeiten. Das Problem war nur die Finanzierung. Und es war eine ganze Weile sehr unkar, ob sie das Geld für den Flug und alle anderen Ausgaben zusammenbekommen würde, doch es hat funktioniert. Viele Leute haben ihr unerwartet Geld geschenkt und zusätzlich hat sie von Tabor ein günstiges Darlehen für den Flug bekommen. Das ist schön und ich freue mich für sie und es gibt eine Menge weiterer solcher Geschichten. Es gibt ganze Bücher, die sich mit nichts anderem beschäftigen, als mit solchen Geschichten und das ist auch gut so. Es ist gut, wenn wir uns daran erinnern was Gott tut und wie er Gebete erhört. Doch da kommt wieder die Frage, die vorhin schon einmal auftauchte. Wie kann das denn sein, wo ich doch jeden Tag merke, dass nicht alles um das ich bitte nicht in Erfüllung geht. Habe ich dann nicht alles richtig gemacht und irgendwie falsch gebetet? Habe ich eine oder sogar mehrere der gerade genannten Gebetsregelnnicht richtig beachtet? Ich hatte mir ja eigentlich ganz fest vorgenommen mal eine Predigt zu halten, in der unsere Baustelle hier nicht drin vorkommt, aber jetzt habe ich doch wieder ein Beispiel vom Bau genommen. Die meisten von euch wissen es sicher, dass wir vor einigen Wochen oder Monaten einen großen Förderantrag gestellt haben, der sicher viele Geldsorgen verscheucht hätte. Und wir haben viel Arbeit, Zeit und Mühe da rein gesteckt und viel gebetet und trotzdem haben wir das Geld nicht bekommen. Und ich bin immer noch der Meinung, dass Gott hinter unserem Bauprojekt steht, aber das wirft doch Fragen auf. Warum bekommen wir dieses so dringend benötigte Geld nicht? Gönnt uns das Gott nicht? Es würde doch so vieles so viel einfacher machen, warum tut Gott nichts? Natürlich wissen wir, dass Gott das letzte Wort hat und das es bestimmt schon irgendwie einen guten Grund hat, warum manche Gebete erhört werden und andere nicht, aber wir wünschen es uns doch so und es kann doch nicht verkehrt sein, wenn wir mehr Geld zum 3/6

4 Bauen hier in der Stockmühle zu Verfügung haben. Wenn mir so etwas passiert, geht es mir ganz oft so, dass ich ein bisschen unleidlig werde und Gott Vorwürfe mache und auch ein bisschen beleidigt bin, denn von den anderen erhört Gott immer alle Gebete, oder zumindest viel öfter. Aber ich denke auch, dass uns diese Gedanken nicht sehr viel weiter bringen und darum möchte ich eine weitere Frage stellen, von der ich dann doch hoffe, dass sie uns hilft die ganze Sache von einer anderen Seite zu sehen. 2. Wie ist Gott? Diese Frage hat die Verena in ihrer letzten Predigt hier auch schon gestellt und ich habe sie gewissermaßen von ihr geklaut. Sie hat letzte Woche gesagt, dass unser Bild von Gott einen enormen Einfluss auf unser Gebetsleben hat und ich denke, dass sie damit Recht hat. Ich möchte das jetzt nicht weiter auswalzen, denn sie hat in ihrer Predigt schon viel dazu gesagt, aber ich möchte euch bitten, euch etwas vorzustellen. Wie wäre das, wenn Gott alle unsere Gebete erhört und immer genauso handelt, wie wir uns das vorstellen. Was wäre, wenn man nur beten müsste und schon wäre alles so, wie wir es schon immer gern haben wöllten. Vielleicht muss man auf eine bestimmte Art und Weise beten. Sehr inbrünstig vielleicht oder mit einem festen Text, aber wenn man alles richtig gemacht hat, dann würde es auf jeden Fall funktionieren. Nun können wir uns gut vorstellen, dass das sehr bald durch unsere Uneinigkeit an seine Grenzen stoßen würde. Wenn sich der eine Sonnenschein wünscht, weil er vielleicht eine Grillparty veranstalten will und ein anderer aber Regen, weil er keine Zeit und Lust hat seine Blumen zu gießen. Oder zwei Menschen wollen Chef desselben Unternehmens werden. Dann sind das nur zwei von vielen Situationen, in denen sich Gott dann einen von beiden aussuchen müsste, dem er sein Gebet erhört und der andere geht leider leer aus. Aber das würde Gott ja vielleicht noch irgendwie hinbekommen, aber ich möchte, dass wir uns vorstellen was das für eine Folge für Gott hat. Was wäre das denn für ein Gott, denn man durch ein Gebet, weil man eben alle Regeln eingehalten hat, dazu zwingen kann etwas zu tun, was man gern will. Ein Gott, den man mit einer Art Zauberspruch unter Kontrolle hat. So verlockend der Gedanke auch ist, dass alles so sein könnte, wie ich es gern hätte, aber so einen Gott will ich nicht haben und so ist Gott auch einfach nicht. Auch da hilft uns unser Text ein ganzes Stück weiter. Ich lese noch einmal den zweiten Teil des Predigttextes, die Verse 11-13: Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein dafür biete? und, so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? oder, so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete? So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Das Bild, was Jesus hier von Gott malt ist das eines Vaters. Dieses Bild kennen wir alle denke ich sehr gut und es ist bestimmt das gebräuchlichste von allen Bildern. Nicht 4/6

5 umsonst beten wir Vater Unser im Himmel. Wir werden in der Predigtreihe über das 'Vater Unser' ab nächste Woche mehr dazu hören. Jesus benutzt dieses Bild sehr oft. Es ist auch ein sehr gutes Bild, mit dem jeder etwas anfangen kann, denn jeder hat einen Vater. Naja heute ist das nicht mehr immer der Fall, dass jeder seinen Vater kennt, zumindest in der Zeit war das in den allermeisten Familien der Fall. Und jeder kann sich unter dieser familiären Szene, die in dem Text beschrieben wird, etwas vorstellen. Ein Kind, dass seinen Vater um ganz alltägliche Dinge bittet. Brot, Fische und Eier waren Bestandteile einer typischen orientalischen Mahlzeit, das wäre so, als würde heute ein Kind um einen Apfel bitten oder eine Schnitte mit Frischkäse, also keine Gummibärchen oder Schokolade, sondern ganz normale Sachen, bei denen sich jede Mama freuen würde, wenn ihr Kind sich so etwas zu essen wünscht. Natürlich würde jeder Vater, der sein Kind liebt ihm auch diese Dinge nicht verwehren, die es braucht, weil es Hunger hat. Und Jesus sagt, dass tun selbst wir Menschen, die wir oft so hart oder sogar böse unseren Mitmenschen gegenüber sind. Selbst wir geben unseren Kindern oder den Menschen, die wir lieben das was sie brauchen. Wir würden ihnen nie etwas schlechtes geben und die Dinge, die hier dem Fisch und dem Ei entgegengestellt werden, also Schlange und Skorpion sind gefährliche Tiere, die töten können und für Verderben stehen. Das würden wir nie tun, weil wir sie ja lieben. Wieviel mehr wird uns Gott, der uns unvorstellbar liebt das geben, was wir brauchen. Wieviel mehr wird uns Gott und achtung das ist vielleicht eine entscheidende Stelle uns den heiligen Geist geben, wenn wir ihn darum bitten. Da steht gar nicht, dass wir alles bekommen was wir wollen, sondern da steht, dass wir den Heiligen Geist bekommen, wenn wir Gott darum bitten, also seine Gegenwart und seine Gaben. Im Mathäus Evangelium Kapitel 7 die Verse 7-11 steht die Rede von Jesus fast im gleichen Wortlaut noch einmal. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass bei Mathäus die Gabe, die Gott gibt nicht der Heilige Geist ist, sondern 'das Gute'. Um mal bei dem Bild mit dem Vater zu bleiben, würde ich das dann wie folgt übersetzen. Jeder Vater würde seinem Kind, wenn es darum bittet, gute und nahrhafte Dinge geben, wie eben einen Apfel oder das Brot mit Frischkäse, aber ein Vater ist kein schlechter Vater, wenn er seinem Kind verbietet mehr als eine Tafel Schokolade am Tag zu essen oder um es auf die Spitze zu treiben, wenn er ihm verbietet Drogen zu nehmen. Auch wenn das Kind noch so sehr bittet, wird ein Vater, der sein Kind liebt, ihm diesen Wunsch wohl verwehren. Und auch Gott gibt uns nichts Schlechtes, sondern nur was gut für uns ist und unser Haptproblem besteht dann wohl darin, dass wir nicht wissen können was gut und was schlecht ist. Wie Kinder haben wir keinen Überblick darüber, was vielleicht langfristig schlecht für uns sein könnte. Ein Kind kann nicht verstehen, warum zuviel Schokolade ungesund ist, obwohl sie doch so lecker schmeckt. Und auch wir müssen lernen darauf zu vertrauen, dass Gott den großen Überblick hat und besser weiß als wir welche Wünsche gut für uns sind und welche nicht. Und es kommt sicher oft mal vor, dass wir das nicht verstehen, weil wir diesen Überblick nicht haben und auch gar nicht haben können. 5/6

6 In Römer 8 Vers 28 lesen wir Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Das heißt, was auch passiert, alles was geschieht wird zu etwas gutem führen, weil Gott zu uns wie ein liebender Vater ist. Ich würde sehr gern an dieser Stelle aufhören und ich bin auch davon überzeugt, dass das was ich bis jetzt gesagt habe so stimmt und doch klingt es wahrscheinlich wie purer Hohn in den Ohren derjenigen, die einen schweren Verlust zu verkraften haben oder eine Krankheit haben, von der sie nicht geheilt werden oder sonstiges Leid zu verkraften haben. Frauen werden vergewaltigt, Kinder sterben, sinnlose Kriege werden geführt und ich kann nur sagen, dass mich angesichts der vielen schrecklichen Dinge, die auf dieser Welt so täglich passierer, von denen ich in den Nachrichten höre oder in der Zeitung lese und die ich manchmal auch direkt mitbekomme, bei Freunden oder Verwandten, also angesichts all dieser Dinge bin ich überfordert eine Antwort zu geben und ich kann nur von mir sprechen. In meinem Leben habe ich das erlebt, dass Gott sich kümmert, dass am Ende des Tages immer wieder Hoffnung da war, auch wenn mal etwas schiefgegangen ist, aber ich kann doch nicht behaupten in meinem Leben schon viel gelitten haben. Diese Fragen Wie kann Gott das zulassen? und Warum gibt es überhaupt Leid, wenn Gott doch gut ist? sind schon unglaublich alt und werden in jeder Generation von Christen und auch Nichtchristen immer wieder neu gestellt. Es gibt Unmengen von Büchern und Vorträge dazu und auch ich werde mir jetzt nicht anmaßen diese Frage hier zu bentworten, aber ich möchte an der Überzeugung festhalten, dass wir alles bekommen was wir brauchen. Nicht das wir auf nichts verzichten müssten, aber wir können wissen, dass Gott alles im Griff hat und uns nicht allein lässt. Mir hilft es dabei, mich daran zu erinnern, wie das war, als ich noch klein war, als ich noch davon überzeugt war, dass mein Papa alles kann. Natürlich gab es auch da kleine oder größere Katastrophen, wenn mich ein Hund auf der Straße angebellt hat oder ich mir das Knie aufgeschlagen hatte. Aber es war immer klar, dass alles wieder in Ordnung kommt, denn an meinem Papa kommt keiner vorbei, der ist stärker als alle Hunde zusammen und findet für jedes Problem eine Lösung. Ich möchte wirklich das Leid auf der Welt nicht herunterspielen und so tun, als wäre es gar nicht so schlimm, aber ich sehe keine andere Möglichkeit damit umzugehen, als mich an Gott zu klammern, der mein Vater sein möchte und mich an der Überzeugung festzuklammern, dass er nur Gutes für uns möchte. Amen! 6/6

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