Internationalisierung Maschinenbau

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1 Sendesperrfrist: 22. November Uhr Internationalisierung Maschinenbau Internationalisierung des deutschen Maschinenbaus Umfrageergebnisse des IW-Zukunftspanels Bericht der IW Consult GmbH Köln Köln, 17. November 2006 Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH Gustav Heinemann Ufer Köln Geschäftsführer: Matthias Kenter, Dr. Karl Lichtblau Sitz der Gesellschaft ist Köln Eingetragen im Handelsregister Köln HRB Deutsche Bank Köln, BLZ , Konto

2 Ansprechpartner für die Inhalte: IW Consult GmbH Dr. Karl Lichtblau Sprecher der Geschäftsführung Tel. (0221) Seite 2 von 14

3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 3 Tabellenverzeichnis 4 Abbildungsverzeichnis 4 1 Stichprobe und Erhebung 5 2 Maschinenbau mit klarem Internationalisierungsprofil 6 3 Einschätzung für das Ausland positiver 7 4 Rückwirkungen auf den Standort D 9 5 Motive 10 6 Unternehmensstrategien 13 7 Wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen 14 Seite 3 von 14

4 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Rückwirkungen einer Auslandsverlagerung auf den Standort D Tabelle 2: Motive für Auslandsproduktion Tabelle 3: Warum produzieren Unternehmen nicht im Ausland? Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Profil der Auslandstätigkeiten... 7 Abbildung 2: Entwicklung der Auslandsproduktionsstandorte in den nächsten drei Jahren... 8 Abbildung 3: Strategiekomponenten zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Seite 4 von 14

5 1 Stichprobe und Erhebung An der Befragung haben zufallsausgewählte Maschinenbauunternehmen teilgenommen. Knapp ein Viertel der Unternehmen haben einen Umsatz von weniger als eine Millionen Euro und gehören somit der kleinen Umsatzklasse an. Über drei Fünftel der Unternehmen gehören der mittleren (1 bis 50 Millionen Euro Umsatz), fünf Prozent der großen (50 bis 250 Millionen Euro Umsatz) und acht Prozent der sehr großen Umsatzklassen (über 250 Millionen Euro Umsatz) an. In dieser Stichprobe sind kleine Unternehmen zwar unterrepräsentiert, in der Auswertung wird trotzdem auf eine Hochrechnung und somit eine Korrektur dieser Strukturverzerrungen verzichtet. Diese Umfrage wurde im Rahmen des IW-Zukunftspanels durchgeführt, mit dem Unternehmen systematisch zu Fragen des Strukturwandels befragt werden. Diese Befragung wird regelmäßig Befragungsrunden zu Themen wie Innovationen, Forschung, Internationalisierung, Netzwerkbildungen und Tertiarisierung durchführen. In diesem Jahr haben die Schwerpunkte auf Forschung und Entwicklung und Internationalisierung gelegen. An der letzten Befragungswelle haben sich über Unternehmen beteiligt. Es wird nicht die gesamte Wirtschaft, sondern nur derjenige Teil, der im internationalen Wettbewerb steht, d.h. die Industrie und die industrienahen Dienstleistungen, befragt. Die Stichprobe für den Maschinenbau enthält all diejenigen Unternehmen, die angegeben haben, dass der Maschinenbau ihre Haupt- oder Nebenbranche (weite Abgrenzung) ist. Für diese Stichprobe werden die Ergebnisse im Folgenden für diese weiter Abgrenzung ausgewiesen. Für rund drei Viertel der Stichprobe ist der Maschinenbau die Hauptbranche (enge Abgrenzung). Eine Auswertung nur für die Unternehmen mit dem Maschinenbau als Hauptbranche zeigte, dass sich die Ergebnisse kaum verändern. Im Unterschied zu der VDMA-Befragung zu Auslandstochterunternehmen werden hier alle Maschinenbauunternehmen, also auch die ausschließlich im Inland tätigen Unternehmen, befragt. Rund drei Viertel der befragten Maschinenbauer exportieren. Die durchschnittliche Exportquote dieser Unternehmen liegt hier bei rund 30 Prozent. Etwas höher liegt diese Exportquote, wenn man nur die Unternehmen der Hauptbranche betrachtet (35 Prozent). Der Durchschnitt der Gesamtindustrie liegt dagegen etwa bei 26 Prozent. Gelegentliche oder kontinuierliche Forschung und Entwicklung betreiben rund drei Viertel der Maschinenbauunternehmen. In der Industrie insgesamt liegt diese Quote nur bei rund 68 Prozent. Die durchschnittliche FuE-Intensität der Anteil der FuE-Aufwendungen am Umsatz liegt mit rund 3,5 Prozent etwas höher als in der Gesamtindustrie (2,9 Prozent). Seite 5 von 14

6 2 Maschinenbau mit klarem Internationalisierungsprofil Der Maschinenbau ist eine stark internationalisierte Branche. Drei Viertel der Unternehmen exportieren, gut die Hälfte ist mit eigenen Vertriebs- und Absatztätigkeiten im Ausland tätig, und knapp die Hälfte kauft weltweit ein (Abbildung 1). Deutlich weniger Unternehmen haben dagegen Produktionsstandorte im Ausland, wie die Befragung zeigt. Danach produzieren nur knapp ein Fünftel der Maschinenbauer auch im Ausland. Auch die Forschung und Entwicklung findet mit sechs Prozent kaum im Ausland statt, während über ein Drittel der Unternehmen Kundendienste sowie Wartung und Instandhaltung im Ausland durchführt. Damit zeigt sich ein klares Internationalisierungsprofil: Die Globalisierung ist auf der Absatzund Beschaffungsseite viel stärker ausgeprägt als bei der Produktion und vor allem der Forschung und Entwicklung. Das Internationalisierungsprofil zeigt sich ähnlich in der gesamten deutschen Industrie. Deutliche Unterschiede gibt es lediglich bei Montagetätigkeiten. Rund jedes vierte Maschinenbauunternehmen ist hier im Ausland tätig; während es im Durchschnitt der Industrie nur knapp jedes fünfte Unternehmen ist. Über ein Drittel der Maschinenbauunternehmen führt Kundendienst im Ausland durch. Der Durchschnitt der Industrie liegt hier nur bei 23 Prozent. Beide Internationalisierungsprofile Maschinenbau und Industrie zeigen, dass die Unternehmen nur mit den drei unternehmerischen Kernfunktionen Einkauf, Produktion und Vertrieb grenzüberschreitend tätig sind. Alle anderen betrieblichen Tätigkeiten, wie Design, Konstruktion, Forschung und Entwicklung oder Dienstleistungen wie Vertriebssteuerung oder Buchhaltung und Controlling werden von den wenigsten Unternehmen im Ausland durchgeführt. Die Auslandsengagements der Maschinenbauunternehmen scheinen sehr stabil zu sein. Nur sehr wenige Unternehmen haben angegeben, dass sie Auslandsengagements aufgegeben, deutlich reduziert, kleiner ausgelegt oder zurückverlagert haben. Auch in Zukunft wird das Ausland wichtig sein. Der Maschinenbau plant verstärkt, in den nächsten drei Jahren Produktionskapazitäten im Ausland aufzubauen. Rund ein Fünftel der Maschinenbauunternehmen plant einen Neuaufbau bzw. Ausbau von Produktion im Ausland. Dagegen wird die Forschung und Entwicklung weiterhin überwiegend im Inland bleiben. Nur knapp 4 Prozent wollen mit dieser Tätigkeit ins Ausland gehen. Der Auf- und Ausbau von Dienstleistungen und Backoffice-Tätigkeiten wird von 17 Prozent der Maschinenbauunternehmen erwartet. Ähnlich sahen die Antworten im Durchschnitt der gesamten deutschen Industrie aus. Seite 6 von 14

7 Abbildung 1: Profil der Auslandstätigkeiten Häufigkeiten in Prozent Finanzierung Lizenzvergabe 60,0 F&E Konstruktion Design Beratung 40,0 Fertigungsplanung Kommunikation 20,0 Einkauf Planung Personal 0,0 Produktion Montage Buchhaltung Logistik/Steuerung IT Vertriebssteuerung Qualitätsmanagement Vertrieb Marketing Kundendienst After-Sales-Services Industrie Maschinenbau Quelle: IW Consult 3 Einschätzung für das Ausland positiver Beim klaren Internationalisierungsprofil des Maschinenbaus dürfte es auch in Zukunft bleiben. Deutlich mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit Auslandsproduktion erwarten im Ausland eine bessere Umsatzentwicklung als im Inland (Abbildung 2). Auch bei der Seite 7 von 14

8 Produktion erwarten rund 60 Prozent im Ausland eine größere Steigerung als im Inland. Dagegen sehen nur 16 Prozent der auslandsproduzierenden Maschinenbauer bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Ausland eine dynamischere Entwicklung als im Inland. Immerhin ein Viertel der befragten Unternehmen sehen sogar im Inland für FuE- Aktivitäten die bessere Perspektive. Ein deutlicher Zuwachs wird bei der Auslandsbeschäftigung erwartet. Knapp drei Fünftel geht von einem Beschäftigungszuwachs im Ausland in den nächsten drei Jahren aus. Abbildung 2: Entwicklung der Auslandsproduktionsstandorte in den nächsten drei Jahren Unternehmen des Maschinenbaus, Angaben in Prozent Mitarbeiter F&E Investitionen Produktion Umsatz zunehmend gleich bleibend abnehmend Quelle: IW Consult Seite 8 von 14

9 Ein Blick auf das laufende Jahr 2006 zeigt deutliche Unterschiede zwischen Maschinenbauunternehmen mit und ohne Auslandsproduktion. Über 80 Prozent der auslandsaktiven Unternehmen werden in diesem Jahr aller Voraussicht nach höhere Umsätze als im Vorjahr haben. Bei den Unternehmen ohne Auslandsproduktion sind es 70 Prozent. Knapp die Hälfte der Maschinenbauer, die Produktionsstätten im Ausland haben, wird in diesem Jahr ihre Beschäftigung ausdehnen; nur bei jedem zehnten wird sie niedriger sein als im Vorjahr. Bei den Unternehmen ohne Auslandsproduktion sind es zehn Prozentpunkte weniger (also nur 40 Prozent), die in 2006 eine höhere Beschäftigung als im Vorjahr haben werden. Ähnliche Unterschiede gibt es bei den auslandsaktiven und nicht auslandsaktiven Maschinenbauunternehmen beim Auslandsumsatz und den Investitionen. 4 Rückwirkungen auf den Standort D Auslandsproduktionen sind zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts D sicherlich notwendig. Allerdings zeigt die Befragung, dass damit nicht immer positive Rückwirkungen auf den Standort D verbunden sind (Tabelle 1). 30 Prozent der Unternehmen, die eine Auslandsproduktion aufgebaut haben, haben gleichzeitig im Inland Kapazitäten abgebaut, d.h. knapp ein Drittel der Maschinenbauunternehmen hat seine Produktion verlagert. Gut 40 Prozent der Maschinenbauer haben aufgrund des Auslandsengagements auf einen möglichen Ausbau im Inland verzichtet. Nur bei knapp 30 Prozent war die Entwicklung komplementär, d.h. der Aufbau verlief im In- und Ausland parallel. Tabelle 1 zeigt in der Spalte Bedrohung, dass die Verlagerung von Produktion bei etwa 70 Prozent negative Rückwirkungen auf den Standort hat. Noch höher ist dieser Bedrohungsanteil bei Tätigkeiten im Bereich Konstruktion. Drei von vier Unternehmen, die diese Tätigkeit ins Ausland verlagert haben, haben im Inland abgebaut oder auf einen möglichen Aufbau verzichtet. Ganz anders sieht es natürlich auf der Absatzseite aus. Der Aufbau von Auslandsaktivitäten im Bereich Kundendienst und Vertrieb hat weit überwiegend markterweiternde Effekte, d.h. er ist nur in den allerwenigstens Fällen mit Abbau im Inland und im Vergleich zur Produktion weit unterdurchschnittlich mit einem Verzicht auf Aufbau im Inland verbunden (Tabelle 1). Ein durchschnittliches Bild zeigt sich im Bereich Forschung und Entwicklung. Knapp die Hälfte der Unternehmen, die FuE-Kapazitäten im Ausland aufgebaut haben, tat dies gleichzeitig auch im Inland. Nur 17 Prozent der Unternehmen haben FuE im Inland abgebaut und über ein Drittel der Unternehmen haben auf einen möglichen Ausbau verzichtet. Dieses Bild scheint sich am aktuellen Rand etwas zugunsten des Standortes Deutschland zu verbessern. Der Anteil des markterweiternden Aufbaus von Produktion im Ausland hat sich von 28 Prozent (Spalte Erweiterung, Zeile Produktion der Tabelle 1) kräftig auf 43 Prozent Seite 9 von 14

10 erhöht. Fast die Hälfte aller befragten Maschinenbauunternehmen, die in den nächsten drei Jahren eine Auslandsproduktion planen, hat nämlich angegeben, dass diese Auslandsengagements nicht mit einem Abbau oder einem Verzicht im Inland verbunden sein werden. Tabelle 1: Rückwirkungen einer Auslandsverlagerung auf den Standort D Angaben in Prozent (Maschinenbauunternehmen) Abbau Kein Aufbau Erweiterung Bedrohung Konstruktion 20,7 54,0 25,3 74,7 Produktion 30,5 41,3 28,3 71,7 Montage 27,7 36,2 36,2 63,8 F&E 17,4 37,0 45,7 54,3 Einkauf 20,3 33,5 46,2 53,8 Kundendienst 4,4 25,9 69,6 30,4 Vertrieb 3,0 17,0 80,0 20,0 Legende: Abbau: Produktionsaufbau im Ausland war mit einem Kapazitätsabbau im Inland verbunden. Kein Aufbau: Produktionsaufbau im Ausland war mit einem möglichen Kapazitätsaufbaus im Inland verbunden. Erweiterung: Aufbau der Auslandsproduktion hatte keine negativen Rückwirkungen auf den inländischen Standort. Bedrohung: Aufbau im Ausland führte zu Abbau oder zu einem Verzicht des Ausbaus im Inland. 5 Motive Bei den Gründen, ins Ausland zu gehen, dominieren die klassischen Motive (Tabelle 2). 40 Prozent der Unternehmen geben niedrigere Personalkosten als wichtigsten Grund an. Mehr als jedes vierte Maschinenbauunternehmen mit Produktionen im Ausland sieht dort bessere Kosten-Produktivitätsrelationen als in Deutschland. Weiterhin wollen jeweils rund 30 Prozent der Unternehmen Absatzmärkte oder neue kostengünstige Einkaufsmöglichkeiten erschließen. Jedes vierte Unternehmen produziert im Ausland, weil dort die Märkte besonders stark wachsen. Weit unten auf der Liste der Auslandsinvestitionsmotive stehen dagegen der Zugang zu Know-how, Technologie oder die Qualifikation des Personals. Seite 10 von 14

11 Tabelle 2: Motive für Auslandsproduktion trifft zu in Prozent aller Antworten Maschinenbau Industrie... die Personalkosten niedriger sind. 40,5 46,1... wir bestehende Absatzmärkte sichern wollen. 31,2 33,1... wir neue (kostengünstigere) Einkaufsmärkte erschließen wollen. 30,1 29,6... es dort einen speziellen Markt für mein Produkt gibt. 28,3 31,0... die Produktivitäts-Kostenrelationen insgesamt günstiger sind. 27,5 30,1... diese Märkte besonders dynamisch wachsen. 24,5 24,2... wir dort längere Arbeits- und Maschinenlaufzeiten haben. 19,7 23,2... die arbeitsrechtlichen Bedingungen besser sind. 18,2 19,1... die Steuer- und Abgabenbelastung geringer ist. 17,5 18,4... ein wichtiger Großkunde in der Nähe ist. 14,5 13,0... es weniger Regulierung / Bürokratie gibt. 12,6 12,3... wir präsent im Land eines wichtigen Wettbewerber sein wollen. 12,3 13,9... Handelshemmnisse überwunden werden können. 11,9 11,2... die Personalverfügbarkeit besser ist. 11,5 10,8... wir uns ein Imagegewinn zur Absatzförderung erhoffen. 10,4 11,9... es besonders gute Zulieferer gibt. 9,3 9,7... eine Produktanpassung an Markterfordernisse nötig ist. 9,3 10,0... wir dort strategische Allianzen bilden können. 8,6 7,8... wir staatliche Investitionsförderung erhalten. 4,5 5,0... der Zugang zu Technologien / Know-how besser ist. 4,1 3,3... die Qualifikation des Personals besser ist. 3,0 3,9... die Qualität der Ergebnisse besser ist. 2,6 3,5... die Verkehrsinfrastruktur / Logistik dort besser ist. 1,5 0,7 Bei den Unternehmen, die erstmals mit einer Produktion ins Ausland gehen wollen, dominieren ähnliche Motive. Für 90 Prozent sind die niedrigeren Personalkosten und die günstigeren Kosten-Produktivitätsrelationen ein wichtiger Beweggrund. Außerdem geben 65 Prozent längere Arbeits- und Maschinenlaufzeiten als Grund an. Bei knapp zwei Dritteln gehören Absatz- und Beschaffungsmotive zu den meist genannten Gründen. Seite 11 von 14

12 Bei dieser Umfrage haben uns nicht nur die Erfahrungen der Unternehmen interessiert, die schon im Ausland sind, sondern auch die Motive der Mehrzahl, die nicht ins Ausland gegangen sind (Tabelle 3). Gefragt nach den wesentlichen Gründen für den Verbleib geben über 40 Prozent an, nur in Deutschland die erforderliche Qualität sicherstellen zu können und dass die Qualifikation für diesen Standort spricht. Rund ein Drittel der Unternehmen bleiben, weil es die Zulieferer in Deutschland oder die Nähe zu den Kunden erfordert. Nur jedes zehnte Maschinenbauunternehmen hat in dieser Befragung angegeben, dass es nicht ins Ausland geht, weil es dort keine Absatzmärkte gibt. Hier zeigt sich erneut: Nahezu alle Maschinenbauunternehmen sehen Absatzmöglichkeiten im Ausland, bleiben dennoch immer noch überwiegend mit ihrer Produktion im Inland. Tabelle 3: Warum produzieren Unternehmen nicht im Ausland? Anteil trifft zu in Prozent aller Antworten Maschinenbau Industrie Qualität nur in D 43,4 36,4 Qualifikation des Personals 41,4 34,0 Nähe zu Kunden / Markt 38,6 41,0 Zulieferer in D 33,5 29,5 Kürzere Lieferzeiten in D 33,5 30,3 Flexibilität 31,6 28,1 Koordinationskosten 28,7 22,0 Kein Interesse an Ausland 26,4 27,6 Zugang zu Know-how 23,1 18,0 Verkehrsinfrastruktur 21,6 18,8 Personalverfügbarkeit 21,4 18,1 Kosten-Produktivitäts-Relation 19,1 16,4 Reg. Netzwerke 16,6 14,8 Rechtl. Rahmenbedingungen 15,8 12,8 Korruption 11,3 10,5 Finanzierungsengpässe 9,6 8,6 Kein Absatz im Ausland 9,3 10,5 Skaleneffekte 6,2 5,2 Bürokratie 3,6 2,7 Seite 12 von 14

13 6 Unternehmensstrategien Bei der Analyse der Unternehmensstrategien der Maschinenbauunternehmen mit Auslandsproduktion zeigt sich ein wenig überraschendes Ergebnis. Die Maschinenbauer setzen auf die Eigenschaften, die auch als Vorteil des Standortes D gelten. Hohe Qualität, Liefertreue, Konzentration auf Kernkompetenzen und kundenspezifischen Lösungen sind die Eigenschaften mit denen die Maschinenbauunternehmen im Ausland Erfolg haben wollen Wie die Abbildung 3 zeigt, ist dieses Profil fast identisch dem der gesamten deutschen Industrie. Abbildung 3: Strategiekomponenten zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Häufigkeiten in Prozent Hohe Qualität Reg. Netzwerke Diversifiziertes Produktprogramm Niedrige Preise 50 Flexibilität 25 Standardisierung 0 Liefertreue DL-Verbund Kernkompetenzen Technologieführerschaft Marktführerschaft Kundenspez. Lösungen Maschinenbau Industrie Quelle: IW Consult Seite 13 von 14

14 7 Wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen Die Wirtschaftspolitik kann ihren Beitrag leisten, indem die Stärke des Produktionsstandorts Deutschland die Qualität des Faktors Arbeit durch eine gezielte Bildungspolitik ausgebaut wird. Auch auf der Kostenseite lohnen sich Bemühungen, die Standortnachteile zu verringern. Wenngleich die angebotsseitigen Reformen der letzten Jahre begonnen haben, Früchte zu tragen, sind wir bei den Arbeitskosten im internationalen Vergleich noch immer in der Spitzengruppe. Die Steuerbelastung der Unternehmen sollte durch eine umfassende Steuerreform verringert werden. Das vorliegende Eckpunktepapier der Bundesregierung erfüllt die Anforderungen einer systematischen Steuerreform nicht. Seite 14 von 14

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