Einführung von Energiemanagementsystemen. EnergieAgentur.NRW

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1 EnergieAgentur.NRW

2 EnergieAgentur.NRW Neutrale, unabhängige, nicht kommerzielle Einrichtung die vom Land getragen wird. Ansprechpartner für Unternehmen, Kommunen und Privatleute rund um Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. - Energieberatung - Qualifizierung / Weiterbildung - Netzwerke - Innovationen Folie 2

3 Hintergründe zur aktuellen Energiemarktentwicklung Anstieg der Weltbevölkerung von derzeit 6,7 Milliarden Menschen auf 9,2 Milliarden Menschen im Jahr 2050 mit einem entsprechend höheren Energiebedarf. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 der weltweite Energiebedarf um 50 Prozent steigen wird. Es besteht ein hoher Nachholbedarf in Schwellenländern wie Indien, China, Brasilien (Politisches Ziel China: Verdoppelung des Lebensstandards bis 2020). Nutzungskonkurrenzen: Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen für die industrielle Produktion (Chemie, Automobilindustrie, Bauindustrie) oder Biomasse zur Strom-, Wärme- und Kälteproduktion. Spekulation/Horten Folie 3

4 Energie - Importabhängigkeit der EU Die EU-27 musste 2006 ganze 54 Prozent ihres Bruttoinlandsenergieverbrauchs von Millionen Tonnen Rohöleinheiten (RÖE) aus Importen decken und das mit steigender Tendenz. Im Jahr 2005 importierten die Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission 57 Prozent ihres Erdgas- und 82 Prozent ihres Erdölbedarfs. Die fünf größten Energieverbraucher der EU - Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien und Spanien - konsumieren zusammen rund zwei Drittel des Energiebedarfs der ganzen Union. Zugleich hat die EU internationale Konkurrenten. Der internationale Wettbewerb um die Energieressourcen wird schärfer. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) hatte allein China im Jahr 2005 einen Anteil von 14,2 Prozent am weltweiten Energieverbrauch. Folie 4

5 Europäischer Aktionsplan bis 2020 EU-Rat 8./9. März 2007 Verbindliche Einigung auf energie- und klimapolitische Ziele*: Anhebung des Anteils Erneuerbarer Energien am Energiemix von jetzt etwa 6,5 Prozent auf 20 Prozent Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent** Reduzierung des Primärenergieverbrauchs um 20 Prozent * Basisjahr 2005, THG - Basisjahr 1990 ** 30 Prozent, sofern Nicht EU-Staaten, wie die USA und China, zu gleichen Minderungen bereit sind Folie 5

6 Einführung moderner Energiemanagementsysteme Sachstand Interessante Effizienzpotentiale... Effizienzpotentiale in der Industrie beruhen insbesondere auf der Steigerung der Energieeffizienz bei Produktionsprozessen und Querschnittstechnologien, der Verminderung des Energieeinsatzes durch Optimierung von Materialströmen, durch energieeffiziente Produktinnovation und Dienstleistungen, der Nutzung verhaltensbedingter Einsparpotentiale. Folie 6

7 Einführung moderner Energiemanagementsysteme Sachstand...und deren ernüchternde Umsetzung Die Vernachlässigung von Effizienzpotentialen in Unternehmen ist auf ein komplexes Bündel ökonomischer, organisatorischer, informeller, verhaltensund kommunikationsbezogene Barrieren zurückzuführen. Folie 7

8 Welche Faktoren erschweren die Umsetzung von energiesparenden Maßnahmen in Unternehmen (KMU)? mangelndes Wissen über Energiesparmöglichkeiten fehlende Kenntnis über Hersteller energiesparender Technologien 22,7% 28,0% Zuständigkeit für Energiefragen nicht eindeutig geregelt 13,5% Zeitmangel, hohe Arbeitsbelastung 38,3% Bedenken bezüglich des Betriebsablaufs und Produktionssicherheit 9,3% Stellenwert Energiekosten ist nachrangig Informationssuchkosten für geeignete Einspartechnologien sind zu hoch 20,6% 24,9% zu lange Amortisationszeiten bei investiven Maßnahmen fehlendes Kapital für investive Maßnahmen 33,9% 38,9% verfügbare Mittel müssen in wichtigere Investitionen fließen 46,9% fehlende Motivation der Mitarbeiter 10,8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% Folie 8

9 Maßnahme Definition und Grundidee eines Energiemanagementsystems (EnMS) Mit einem EnMS werden - verifiziert durch einen Energiegutachter - die vorhandenen Potentiale zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung von Kosten ermittelt und dokumentiert. Ergebnis sind Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen und zu welchen Kosten Energie eingespart werden kann. Folie 9

10 Sachstand Betriebliches Energiemanagement befasst sich mit der kostengünstigen Beschaffung betriebssicheren Bereitstellung in bedarfsgerechter Form rationellen und umweltschonenden Verwendung des Produktionsfaktors Energie Initiativen zur rationellen Energieverwendung in der Industrie sind in der Regel auch mit einer Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes verbunden. Folie 10

11 Sachstand Das Aufgabenspektrum eines EnMS geht in der betrieblichen Praxis weit über technische Optimierungen hinaus und umfasst u.a. folgende Aufgaben: die schrittweise Organisation betriebsorganisatorischer Verbesserungen, die kommunikationsintensive Einbeziehung von Mitarbeiten, die Koordination und Moderation eines abgestimmten Vorgehens zwischen unterschiedlichen Abteilungen wie Betriebstechnik, Beschaffungswesen und Gebäudemanagement. Folie 11

12 Bestandsaufnahme Energieerfassung kontinuierliches Energiemanagement Vergleich mit technischem Bestand Auswertung/Analyse Vergleich mit neuer Technologie Wirtschaftlichkeitsberechnung Ausführung Vergleich mit neuen Lieferkonditionen Erfolgskontrolle Folie 12

13 Hintergrund Anforderungen an Energiemanagementsysteme DIN EN 16001:2009 Diese Norm beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem (EnMS), welches ein Unternehmen in die Lage versetzt, seine energetische Leistung durch einen systematischen Ansatz kontinuierlich zu verbessern und dabei gesetzliche Anforderungen, sowie anderweitige Verpflichtungen für die Organisation zu berücksichtigen. Einbeziehung der Erfahrungen aus EMAS, ISO 14001, ISO 9001 sowie aus dem Emissionshandel zum Aufbau Folie 13

14 Mod.EEM Pilotprojekt zur stufenförmigen Einführung von EnMS in Unternehmen Initiative des BMU, des MWME NRW und der EnergieAgentur.NRW Das Mod.EEM ist anhand von 100 Unternehmen in NRW als Pilotprojekt für eine Dauer von drei Jahren ausgelegt. Ziel ist die bundesweite Anwendung dieses Systems. Das Mod.EEM schafft die Vorraussetzungen für die Einführung eines stufenförmigen EnMS und damit die Berechtigung für zukünftige Strom- und Energiesteuerermäßigungen. Die Struktur des Mod.EEM orientiert sich in Abhängigkeit von möglicherweise bereits vorhandenen Systemen an der DIN EN 16001: EnMS Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung. Folie 14

15 Durch das Mod.EEM werden die vorhandenen Potentiale zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung der Energiekosten ermittelt und webbasiert dokumentiert. Ergebnisse des Mod.EEM sind Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen und zu welchen Kosten Energie eingespart werden kann und damit auch CO 2 -Emissionen reduziert werden können. Innovative und ökonomische Effekte, Klimaschutz- und Multiplikatorwirkungen werden durch das Mod.EEM entfaltet. Demzufolge trägt das Mod.EEM zur Umsetzung der energie- und klimapolitischen Ziele der EU, des Bundes- und der Landesregierung NRW bei. Folie 15

16 Interessierte Unternehmen in NRW Folie 16

17 Unternehmensklassifikation MOD.EEM Beschäftigte Beschäftigungsklasse Klasse I Klasse II Klasse III Klasse IV Klassifizierung Mitarbeiter Mitarbeiter Mitarbeiter 251+ Mitarbeiter Anzahl Unternehmen Folie 17

18 Mod.EEM Strukturplan MOD.EEM ADMIN Abstimmung: - BMU - MWME - DIHK / F ISI / VDI etc. Gewährleistung Zertifizierungsfähigkeit Gutachter Wettbewerb Energiemanager in Kooperation STATUS Workshops I / II Zwischen - berichte Abschluss - bericht MOD.EEM DIREKT Basispaket MOD.EEM Aufbaupakete MOD.EEM Akquisition der Pilotunternehmen Vertiefungspaket MOD.EEM Externe Auditierung / Zertifizierung MOD.EEM MESSUNG Elektrizitätsmessungen Wärmemengenmessungen Einzelmessverfahren mit Kooperationspartnern Bewertung geeigneter Messverfahren MOD.EEM WEB Internetplattform Webapplikation BASIS-Paket Webapplikation AUFBAU-Paket Webapplikation VERTIEFUNGS- Paket Softwareoptimierung Testverfahren Schnittstelle Bewilligungsbehörde Folie 18

19 Aufbau des Mod.EEM Das Basispaket beinhaltet neben einer Statusanalyse eine umfassende Bestandsaufnahme der Energieströme des Unternehmens, einhergehend mit einer systematischen Dokumentation der Ergebnisse. Das Aufbaupaket dient zur strukturierten Umsetzung der Ergebnisse des Basispaketes. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Paketes ist in Teil I die Erarbeitung des Energiemanagementprogramms. Teil II beinhaltet den Aufbau des Kerns eines Energiemanagementsystems. Im Vertiefungspaket werden Elemente eines dauerhafter Verbesserungsprozesses entwickelt einschließlich der erforderlichen Überprüfungs-, Korrektur- und Vorbeugeprozesse sowie der Auditierung und ggfls. anschließenden Zertifizierung. Folie 19

20 Programmablauf schrittweise im Detail Schritt 1: Einstiegsphase Unternehmen EnergieAgentur.NRW Akquisition / Bewerbung Medien: Presseinformation, Newsletter Innovation & Energie Anforderung Unterlagen Versand Unterlagen Versand der Anmeldeunterlagen Überprüfung Support Erstgespräch telefonisch oder Besuch Erläuterung Projekt, Auslotung Eignung Entschluss JA Angaben prüfen Telefonische Rückfragen bei Unklarheiten NEIN Letter of Intent Abbruch Start MOD.EEM-Check Folie 20

21 Mod.EEM Check Webbasiert Basisdaten (Firmendaten) Basis-Energiedaten (Kurzerhebungsbogen) Implementierungspfad (Statusanalyse) Strom- und Energiesteuerstatus Energiemanagement Checkliste Benchmarking (Kennzahlen) Klimaschutz (CO 2 -Emissionen) Trendanalyse (Basis: Energiedaten 3 Jahre) STATUS-Report Folie 21

22 Programmablauf schrittweise im Detail Schritt 2: MOD.EEM-Check Unternehmen Energiemanagement-Niveau Strom- u. Energiesteuerstatus Basisdaten System-Implementierung Benchmarking Klimaschutz Trendanalyse STATUS-Report (Entscheidungsvorlage Geschäftsführung) Entschluss NEIN JA EnergieAgentur.NRW Start MOD.EEM-Check Support Vorbereitung MOD.EEM Ausgewählte Unternehmen Testlauf Online -MOD.EEM-Check Der MOD.EEM-Check wird zunächst offline mit Excel-Tools durchgeführt Erstgespräch vor Ort und ergänzende Erläuterung des Checks per Telefon Abstimmung der Online-Version mit Auftraggeber und Einbringung der Erfahrung / Bedürfnisse der Pilotunternehmen Die Excel-Tools werden in ein kompaktes Online-Werkzeug überführt. Abbruch BASIS-Paket Erarbeitung des BASIS-Paketes mit den Unternehmen gemäß Ablaufplan Folie 22

23 Mod.EEM-Check EnergieAgentur.NRW Statusgespräch KfW-Initialberatung / freie Energieberatung * Ablaufplan Mod.EEM - Basispaket Bestandsaufnahme systematische Energiedatenaufnahme Hilfsmittel Mod.EEM-Webapplikation Unternehmensbeschluss Energiepolitik Projektleiter benennen Individueller Projektplan Regelziel: Zertifizierungsfähiges EnMS Energieträger festlegen Energieverbraucher ermitteln erste Optimierungansätze aufzeigen Energieflussdiagramm (e-sankey) Dokumentation Basispaket EDV-Tools Info-/Formblätterarchiv z.b. Energiedatenaufnahme, Energiespartipps, Energiepolitik, Projektmanagement Verordnungen Basis-Energiebericht EA.NRW * Schwerpunkt: Energiecontrolling * Die gelb hinterlegten Verfahrensschritte werden von der EnergieAgentur.NRW während der Pilotphase durchgeführt. Diese Schritte können nach der Pilotphase entfallen oder werden intern/extern von den Unternehmen anderweitig weitergeführt (z.b. durch externe Energieberater) Folie 23

24 Ablaufplan Mod.EEM Aufbaupaket I Statusgespräch EnergieAgentur.NRW Energiemanagement- Programm Energieaspekte Verpflichtungen Energieziele Mittel Verantwortlichkeiten Termine * Detailanalysen KfW-Detailberatung / freie Energieberatung Freiwillige Zielvereinbarung Zielpfadfestlegung Effizienzfaktorbildung Zielvereinbarung Hilfsmittel Mod.EEM -Webapplikation Zielvereinbarung Checklisten / Hilfsmittel zu Energieaspekten rechtlichen Verpflichtungen Energie-Aktionspläne Aufbau-Energiebericht EA.NRW * Schwerpunkt: Programmentwicklung Folie 24

25 Ablaufplan Mod.EEM Aufbaupaket II Statusgespräch EnergieAgentur.NRW Organisation Ermittlung relevanter Abläufe Festlegung von Kriterien Anweisungen / Vorgaben Kontrollen / Überwachung Zuordnung von Aufgaben Verantwortlichkeiten Befugnissen * Moderation Schulung Kommunikation * EnergieAgentur.NRW Hilfsmittel Mod.EEM -Webapplikation Muster- / Beispielsverfahren Beispiel Zuständigkeitsmatrix Muster Organigramme Muster / Beispiel Stellenbeschreibung Muster-Dokumentation Checkliste Dokumentation Information Schulungen Aufbau II -Energiebericht EA.NRW * Internes Audit Check EN Schwerpunkt: Energiemanagement Folie 25

26 Mod.EEM Modulares EnergieEffizienzModell Stufenförmige in Unternehmen Im Auftrag des... Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen Folie 26

27 EnergieAgentur.NRW Kasinostraße Wuppertal Projektleiter Dipl.-Ing. Gerd Marx Tel / Stellvertretender Projektleiter, Projektkoordinator Tel / EnergieAgentur.NRW c/o MWME NRW Haroldstr Düsseldorf Projektkoordinator Dipl.-Ing. Thomas Gentzow Tel / Folie 27

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