Suchtprävention in Organisationen

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1 Suchtprävention in Organisationen am Beispiel des EU-Projekts EWA European Workplace and Alcohol Hannover, 27. März 2014 Christina Rummel

2 Was erwartet Sie? Warum ist das Thema wichtig? Was ist das EWA-Projekt? Welche Erfahrungen haben die deutschen Pilotbetriebe gemacht? Was können wir aus dem EWA-Projekt lernen? Wo finden Sie weiterführende Informationen? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 2

3 Warum ist das Thema wichtig? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 3

4 Zahlen & Fakten etwa 5% der Arbeitnehmer sind alkoholkrank bis zu 10% sind gefährdet Alkoholkranke fehlen 16mal häufiger Alkoholkranke fehlen 2,5mal häufiger acht und mehr Tage Alkoholkranke erleiden 3,5mal häufiger Arbeitsunfälle Bei jeder 6. Kündigung geht es um Alkohol Tüchtig und/oder süchtig? Seite 4

5 Arbeitsunfälle und andere Auswirkungen auf Dritte Arbeitsunfälle Erhöhtes Risiko für den Konsument und für unbeteiligte Dritte Bis zu 25% aller Arbeitsunfälle stehen in Zusammenhang mit Alkohol Produktivitätsverluste für Dritte Mehrarbeit, um Ausfälle zu kompensieren Qualitätsverluste, verursacht durch verminderte Arbeitsleistung eines Konsumenten Seite 5

6 Was ist das EWA-Projekt? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 6

7 EWA European Workplace and Alcohol ( ) Beteiligung 11 europäischer Länder Finanzierung Gesamtleitung Nationale Leitung Tüchtig und/oder süchtig? Seite 7

8 Übergeordnete Ziele Sensibilität fördern Motivation zum risikoarmen Konsum Informationen für Arbeitgeber Veränderung der Konsumkultur Senkung des Alkoholkonsums Evaluation: Was wirkt? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 8

9 Arbeitsphasen Erhebung guter Praxis Pilotinterventionen Analyse der Effektivität Werkzeugkoffer Tüchtig und/oder süchtig? Seite 9

10 Pilotinterventionen Vorher-/Nachher-Befragung Maßnahmen unterschiedlicher Art, z.b. Materialdistribution Überarbeitung Betriebsvereinbarung Führungskräfteschulung Mitarbeiterschulung Gesundheitstage Kurzinterventionen Tüchtig und/oder süchtig? Seite 10

11 Welche Erfahrungen haben die deutschen Pilotbetriebe gemacht? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 11

12 Vorlage Betriebsvereinbarung DHS Qualitätsstandards (www.dhs.de) Tüchtig und/oder süchtig? Seite 12

13 Bedarfe der Zielgruppen - Beispiel Köln Feuerwehr Historisches Archiv Presseamt Tüchtig und/oder süchtig? Seite 13

14 Interaktive Aktionen/Einbezug des gesamten Betriebs Beispiel Bremen und Erlangen Gesundheitstage Aktionswoche Lesung Tüchtig und/oder süchtig? Seite 14

15 Hinderliche Faktoren Sucht ist ein Tabu (aber es geht nicht nur um Sucht!) Dienstplanung erschwert Teilnahme an Angeboten Skepsis in Bezug auf Datenschutz Ressourcen: Zeit, Geld und Personal Bürokratie Jede Branche hat ihre eigenen Regeln ( Kunst und Alkohol sind untrennbar ) Tüchtig und/oder süchtig? Seite 15

16 Förderliche Faktoren Betriebsvereinbarung (Fokus: Hilfeangebote) Steuerungsgruppe Vorhandenes BEM Verfahren Vorhandenes Bewusstsein und Interesse bei der Belegschaft und der Leitung Maßgeschneiderte Angebote (Mix spezifischer Infos und praktischen Beispielen) Einbezug aller Berufsgruppen und Abteilungen Verankerung ins BGM Tüchtig und/oder süchtig? Seite 16

17 Was können wir aus dem EWA-Projekt lernen? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 17

18 Handlungsempfehlungen - Was ist zu tun? Beurteilung der Situation am Arbeitsplatz Klare Zielsetzung Entscheidung über Umfang und Ausmaß der Interventionen Tüchtig und/oder süchtig? Seite 18

19 Handlungsempfehlungen Wer ist beteiligt? Projektsteuerungsgruppe Große und mittlere Unternehmen Zusammensetzung Geschäftsführung / Leitung der Einrichtung Personalabteilung Betriebs- / Personalvertretung Sozial- / Suchtberater/innen Betriebsarzt / ärztlicher Dienst Schwerbehindertenvertretung Sicherheitsfachkraft Andere Beteiligte (z.b. Gleichstellungsbeauftragte) ggf. externer Dienstleister Aufgaben Konzeption eines Suchtpräventionsprogramms Abstimmen der Ziele, Ausrichtung und Elemente des Suchtpräventionsprogramms Vereinbarungen und Entscheidungen vorbereiten Entscheidung über die Maßnahmen zur Suchtprävention und hilfe (Prioritäten setzen) Kommunikation und Promotion des Suchtpräventionsprogramms Qualitätssicherung, Evaluation und Dokumentation Kleine Unternehmen Zusammensetzung Leitung / Inhaber ggf. Betriebs- / Personalvertretung externer Dienstleister Aufgaben Abstimmen der Ziele und Maßnahmen Vereinbarung zum Suchtprogramm Auswertung der Kooperation Tüchtig und/oder süchtig? Seite 19

20 Handlungsempfehlungen Wie wird es gemacht? Entwicklung von Problembewusstsein Sensibilisierungskampagnen Vermittlung von Schlüsselbotschaften Aufzeigen von Regeln & Hilfen (Stichwort Unternehmenskultur) Tüchtig und/oder süchtig? Seite 20

21 Handlungsempfehlungen Wie wird es gemacht? Beurteilung und Verbesserung bzw. Einführung betrieblicher Strategien Betriebsvereinbarung / Richtlinien Devise: Arbeitsplätze sollten alkoholfrei sein Nicht nur Disziplinarmaßnahmen, sondern Fokus auf Hilfeangebote Vorlagen der Praxis nutzen Einbezug der Belegschaft Investieren Sie in Kommunikation! Monitoring Tüchtig und/oder süchtig? Seite 21

22 Handlungsempfehlungen Wie wird es gemacht? Schulungen zielgruppenspezifisch (z.b. für Azubis ) Umfassende, interaktive und anregende Gestaltung Schwerpunkte Auswirkungen Alkoholkonsum Beurteilung und Erkennen Umgang Hilfeangebote Kommunikation Tüchtig und/oder süchtig? Seite 22

23 Handlungsempfehlungen Wie wird es gemacht? Umfassendes Gesamtkonzept Strukturiertes Alkoholpräventionsprogramm Prüfung: wo/an welchen Arbeitsplätzen ist dies insbesondere angebracht? Ermöglichung von Behandlung und Reha Monitoring Tüchtig und/oder süchtig? Seite 23

24 Handlungsempfehlungen Monitoring/Evaluation Beurteilung von Verlauf und Wirkungen Fortschrittsindikatoren z.b. Anzahl der teilnehmenden Beschäftigten Anzahl der Schulungen Anzahl der in Kurzinterventionen einbezogenen Beschäftigten Wirkungsindikatoren (z.b. Vorher-Nachher-Messung) Wissen Einstellung Konsumniveau Bekanntheit der betrieblichen Suchtprävention Tüchtig und/oder süchtig? Seite 24

25 Hilfen im Betrieb Betriebliches Suchtprogramm Vorbeugung Aufklärung und Information Abbau von suchtfördernden Arbeitsbedingung Intervention Rolle der Führungskräfte Erkennen und Handeln Rückmeldung Beratung und Hilfe Aktion und Gesundheitsförderung Gesprächsführung Beratungsangebote machen Interne und externe Dienste Vermittlung in Behandlung Koordination Ziele und Konzept Regelungen und Vereinbarungen Evaluation und Weiterentwicklung Bekanntmachung und Verbreitung Tüchtig und/oder süchtig? Seite 25

26 Wo finden Sie weiterführende Informationen? Tüchtig und/oder süchtig? Seite 26

27 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Christina Rummel Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.v / Tüchtig und/oder süchtig? Seite 27

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