Landeszahnärztekammer Brandenburg

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1 Alterszahnheilkunde im Land Situation, Perspektiven, Herausforderungen und Möglichkeiten

2 Dipl.- Stom. Bettina Suchan, Zahnärztin in eigener Praxis in Lauchhammer Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer Referentin für Alterszahnheilkunde, Prävention und Behandlung von Menschen mit Behinderungen

3 Alterszahnheilkunde im Land Situation im Land Perspektiven und Herausforderungen Zahnärztliche Versorgung Basisarbeit und Projekte 16. März 2012 Auftaktveranstaltung Gesundes Älterwerden, Potsdam

4 Ist-Situation im Land Altersstruktur derzeit leben im Land 2,58 Millionen Einwohner jeder fünfte er ist älter als 65 Jahre

5 Prognose für das Land Alterstruktur 2050 werden durch das Geburtendefizit nur noch 1,81 Millionen Menschen in leben Schon 2020 wird jeder vierte er älter als 65 sein 2030 wird jeder dritte er älter als 65 sein

6 Pflegebedürftigkeit im Land 2003: Menschen pflegebedürftig 2007: Menschen pflegebedürftig 2010: Menschen pflegebedürftig

7 Prognose Pflegbedürftige Land 2015: pflegebedürftige Menschen erwartet 2020: fast pflegebedürftige Menschen erwartet der Anteil der Menschen, die an Demenz leiden, steigt mit zunehmenden Alter

8 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Immer mehr Menschen besitzen immer mehr natürliche Zähne. Das Risiko, an Karies zu erkranken und eine Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontose) zu bekommen, ist gerade bei älteren Menschen sehr viel höher als bei jüngern.

9 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Die Mundhöhle ist die Haupteingangspforte für Bakterien. Diese können durch Einatmen oder durch die entzündete Mundschleimhaut in die Blutbahn des Patienten gelangen und so zu Allgemeinerkrankungen führen. Stellenwert der Mundgesundheit ist dem Pflegepersonal oft nicht bewusst.

10 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Mundhygiene ist beim Pflegepersonal häufig eine ungeliebte Tätigkeit. Mundhygienemaßnahmen sind bei den Pflegenden teilweise mit negativen Gefühlen besetzt: - Konfrontation mit Abhängigkeit und Gebrechlichkeit, - Eingriff in die Intimsphäre und Selbstbestimmung des Patienten.

11 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Orale Beeinträchtigungen treten bei pflegebedürftigen Patienten häufiger auf als bei nicht pflegedürftigen Patienten In kurzer Zeit können bei einer Pflegeabhängigkeit des In kurzer Zeit können bei einer Pflegeabhängigkeit des Patienten alle vorangegangenen Mühen seinerseits um einen gesunden Mund dahin sein.

12 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Pflegebedürftige Menschen können zahnärztliche Praxen oft nicht selbständig aufsuchen, sondern benötigen aufwendige und teure Transporte. Es ist heute durchaus möglich, dass Zahnärzte mobil arbeiten. Dies erfordert aber einen zusätzlichen organisatorischen, apparativen und zeitlichen Aufwand. Mit den derzeitigen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen sind diese aber nicht abzudecken.

13 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Zahnärzte brauchen: Eine besondere räumliche, instrumentelle und personelle Ausstattung für die Behandlung von pflegebedürftigen Menschen und von Menschen mit Behinderungen Eine ausreichende Kompetenz und Ausbildung für die Behandlung von pflegebedürftigen Menschen und von Menschen mit Behinderungen Wünschen sich eine zeitadäquate Honorierung für ihre Arbeit

14 Problembereiche aus zahnmedizinischer Sicht Pflegepersonal braucht: Eine Ausbildung mit zahnmedizinischen Lehrinhalten Ein besseres Wissen um die Gefahren einer schlechten Mundhygiene Eine Sensibilisierung und Qualifizierung für den Bereich des Mundes und der Mundgesundgesundheit.

15 Mögliche Lösungen aus zahnmedizinischer Sicht In Alten- und Behinderteneinrichtungen sollte eine zahnmedizinische Betreuung angeboten werden mit Eingangsbefund bei Aufnahme in die Einrichtung (Qualitätssicherung). Eine kontinuierliche zahnmedizinische und prophylaktische Betreuung der Patienten in den Einrichtungen sollte gewährleistet sein.

16 Mögliche Lösungen aus zahnmedizinischer Sicht Zahnmedizinische Lehrinhalte müssen in der Ausbildung der Pflegeberufe besser einbezogen werden. Das Wissen um die Gefahren einer schlechten Mundhygiene muss beim Pflegepersonal unbedingt verbessert werden.

17 Mögliche Lösungen aus zahnmedizinischer Sicht Das Pflegepersonal in den Einrichtungen muss sensibilisiert und qualifiziert werden für den Bereich des Mundes und der Mundgesundgesundheit - auch bei sich selbst! Nur wer selbst motiviert ist kann auch andere motivieren! Ein gemeinsames und aufeinander abgestimmtes Handeln von Zahnärzten, Einrichtungen, Pflegepersonal und Angehörigen ist notwendig

18 Mögliche Lösungen aus zahnmedizinischer Sicht Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen unter Berücksichtigung der aktuellen Prognose der Bevölkerungsentwicklung des Statistischen Bundesamtes an diese angepasst werden Gesetzesinitiative der BZÄK gemeinsam mit der KZBV, der DGAZ und dem BDO (Mundgesundheit trotz Handicap und hohem Alter)

19 Mundgesundheit trotz Handicap und hohem Alter Konzept der BZÄK gemeinsam mit der KZBV, der DGAZ und dem BDO Vorschlag eines Leistungskataloges für gesetzlich Versicherte, die aufgrund körperlicher und/ oder geistiger Einschränkungen nicht fähig sind, eigenständig Mund- und/ oder Prothesenhygiene zu betreiben

20 Lösungansätze der LZK Schulungen des Pflegepersonals in Alten- und Behinderteneinrichtungen Schulungen der Lehrer in den Berufsschulen für Altenpfleger Konzept der Patenschaftszahnärzte für Pflegeheime In Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht dafür sorgen, dass auch Zahnarztbefund Teil der Eingangsuntersuchung für das Heim wird

21 Schulung des Pflegepersonals in Alten- und Behinderteneinrichtungen Demonstrationskoffer mit Materialien zur Mundhygiene und Pflege des Zahnersatzes Power-Point-Vortrag für die Power-Point-Vortrag für die Schulung des Pflegepersonals in Alten- und Behinderteneinrichtungen

22 Schulung des Pflegepersonals in Alten- und Behinderteneinrichtungen Ein Verantwortlicher pro Bezirksstelle für den Demonstrationskoffer Alle interessierten Zahnärzte Alle interessierten Zahnärzte können den Koffer beim Verantwortlichen ausleihen

23 Zahnarzt-Suchdienst der LZÄKB Nach Landkreisen geordnet Behindertenbehandlung Rollstuhlgerechte Praxis Behandlungen in ambulanter Narkose möglich Hausbesuche

24 Patenschaftskonzept der LZKB (geplant) Patenschaft zwischen Pflegeheim und einem betreuenden Zahnarzt oder auch mehreren Zahnärzten Eventuell mit Vertrag, um gegenseitige Rechte und Pflichten festzuhalten Bei Aufnahme in das Heim erfolgt eine zahnmedizinische Eingangsuntersuchung (Befundbogen in die Patientenakte).

25 Patenschaftskonzept der LZKB (geplant) Jeder Patient behält seinen Hauszahnarzt freie Arztwahl. Für die Patienten, die diesen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr aufsuchen können, gibt es einen betreuenden Zahnarzt. Eine Möglichkeit zur zahnmedizinischen Untersuchung und Behandlung sollte im Heim vorhanden sein mobile Einheit, Zahnarztstuhl.

26 Patenschaftskonzept der LZKB (geplant) Kontrolluntersuchungen der Patienten werden im notwendigen Rhythmus durchgeführt, mindestens aber zur Erfüllung der Bonusregelung. Notwendigen Behandlungen werden vorgenommen oder es erfolgt eine Überweisung zu einem dazu befähigten Kollegen. Eine regelmäßige Schulung des Pflegepersonals wird durch den betreuenden Zahnarzt durchgeführt.

27 Beispiel-Projekt: ASB- Altenpflegeheim Senftenberg, OT Brieske Sehr engagierter Einrichtungsleiter Zwei betreuende Zahnärzte Seit September 2009

28 Beispiel-Projekt: Regelmäßige wöchentliche Zahnarztsprechstunde vor Ort Separaten Raum für Untersuchungen und Behandlungen Mobile Behandlungseinheit

29 Beispiel-Projekt: Mobile Behandlungseinheit Damit Behandlungen im Behandlungsraum oder am Patienten in seinem Zimmer

30 Beispiel-Projekt: Patienten werden geschult in der Mundpflege und in der Pflege ihres Zahnersatzes

31 Erhaltung der Mundgesundheit ist wichtig für: Wohlbefinden Gutes äußeres Erscheinungsbild Richtige Nahrungsaufnahme Kommunikation und soziale Kontakte = Kernaufgaben der Pflege!

32 Postanschrift: Postfach Cottbus Hausanschrift: Parzellenstraße Cottbus Telefon (03 55) Telefax (03 55)

33 Fotos: Bewohner des ASB Seniorenheimes Riedelstift in Cottbus, Fotos: Jana Zadow Bewohner Altenpflegeheim Senftenberg OT Brieske, Zahnarzt Reimund Zlobinski mit Personal, Fotos: Jana Zadow Bewohner Seniorenhaus Regenbogen in Cottbus, Zahnärztin Svea Rattei mit Personal, Fotos: Jana Zadow Svea Rattei mit Personal, Fotos: Jana Zadow prodente - Bildarchiv

34 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Potsdam, 16. März 2012

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