FreeBSD. Die ersten Schritte. K. Heuer

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1 FreeBSD Die ersten Schritte K. Heuer 1

2 Die Titelseite zeigt das BSD Symbolbild, einen Daemon nach Art der klassischen griechischen Mythologie. Ein solcher Daemon war ein dienstbarer Geist, der nicht von vorneherein als gut oder böse eingeordnet wurde. Der BSD Daemon symbolisiert die UNIX typischen dienstbaren Dämonprozesse, die jederzeit in einem Schlummerzustand auf Aufgaben warten, um diese zu erledigen. Die Gabel in der Hand steht für den elementarsten aller UNIX Systemaufrufe namens fork, mit dem Prozesse sich vervielfältigen können, was gerade Dämonprozesse auch häufig tun. Irrtümlich wird der BSD Daemon häufig als Teufelchen interpretiert, was eben falsch ist. FreeBSD Die ersten Schritte Dr. Konrad Heuer Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbh Göttingen (GWDG) Am Faßberg Göttingen Alle Rechte vorbehalten. Die Verteilung dieser GWDG Broschüre ist frei, solange die Urheberschaft der GWDG genannt bleibt. Jede Haftung für die mitgeteilten Informationen ist ausgeschlossen. Die Broschüre ist aus Begleitmaterial zu GWDG Kursen entstanden und wendet sich nicht an FreeBSD Kenner und Experten, sondern soll Interessierten, die nicht über einschlägige Vorkenntnisse verfügen, helfen, einen Einstieg in die Installation und Verwaltung dieses leistungsfähigen Open Source Betriebssystems zu finden. Version 1.0 Göttingen, im Juni

3 Inhaltsverzeichnis 1. FreeBSD und andere Open Source Betriebssysteme Die Geschichte von UNIX FreeBSD und andere BSD Systeme Linux Die Qual der Wahl Kosten FreeBSD Versionsbezeichnungen Installation von FreeBSD Installationsmedien Erzeugen der Startdisketten Systemstart von CD oder Disketten Partitionierung der Festplatte Aufteilung der FreeBSD Partition Auswahl des Installationsumfangs Die FreeBSD Ports Sammlung Umfang des X Window Systems Auswahl des Installationsmediums Start des Installationsprozesses Abschließende Konfigurationsfragen Netzwerkadapter, Gateway Funktion und FTP Zugang Export und Import von Netzwerk Dateisystemen Sicherheitsprofil Einstellung der Systemkonsole und der Zeitzone Linux Binärkompatibilität X Window Konfiguration Einrichten von Benutzern und Systemverwalter Kennwort Abschluss und Neustart Arbeiten mit FreeBSD FreeBSD Grundlagen Benutzeranmeldung Benutzer und Gruppen Anmeldung am System Starten des X Window Systems Die Kommandozeilen Schnittstelle Zum Hintergrund Umgang mit der TC Shell Umgang mit Text Editoren Anwendungs Software Systemkonfiguration Wichtige Konfigurationsdateien Konfiguration des Systemkerns Einrichten von Druckern Einwahl per Modem mit PPP Einleitung

4 4.4.2 Kernel Konfiguration PPP Konfiguration Starten von PPP Abhilfen bei Schwierigkeiten...41 A. Tabellarische Befelsübersicht...43 B. Wichtige vi Befehle...44 C. Internet Adressen und Literaturangaben

5 1. FreeBSD und andere Open Source Betriebssysteme 1.1 Die Geschichte von UNIX In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts arbeiteten verschiedene US Firmen an einem Betriebssystem Projekt namens MULTICS (Multiplexed Information and Computing Service), das vielen Benutzern einen dialogorientierten Rechnerzugang bieten sollte. Da das Projekt nur langsam voranging, zog die Firma AT&T sich Ende der sechziger Jahre zurück. Ken Thompson und Dennis Ritchie, Mitarbeiter in den AT&T Bell Laboratories und bis dahin am Multics Projekt beteiligt, schufen in Assembler Code ein von MULTICS inspiriertes, aber wesentlich kleineres System für einen PDP 7 Rechner von Digital Equipment. Mehr oder weniger spaßhaft nannten sie es UNICS (Uniplexed Information and Computing Service). Schon bald (1973) war das System größtenteils in C umgeschrieben und hieß UNIX. Freie Kopien wurden an Universitäten verteilt, und die Computer Science Research Group (CSRG) der Berkeley Universität in Kalifornien bildete neben den AT&T Arbeitsgruppen einen Schwerpunkt der in Folge divergierenden UNIX Entwicklung. Die von der CSRG als Berkeley Software Distribution herausgegebene Variante wurde landläufig als BSD UNIX bezeichnet; die letzte Version 4.4BSD der danach aufgelösten CSRG ist seit 1994 freigegeben. Bei AT&T mündete die Entwicklung 1989 in UNIX System V Release 4 (SVR4), das die wichtigsten Merkmale von 4.3BSD einschloss. Später (1993) verkaufte AT&T das UNIX System an Novell, und Novell verkaufte wiederum 1995 an The Santa Cruz Operation. Seit 2001 ist der Linux Distributor Caldera Eigentümer des aus SVR4 hervorgegangenen SCO OpenServer UNIX. Das BSD System hat die UNIX Welt maßgeblich geprägt, und BSD typische Eigenschaften haben sich genauso zu einem Quasi Standard entwickelt wie AT&T typische Elemente. Die meisten UNIX artigen Systeme verwenden heute einen Mischung aus beiden Linien und bevorzugen je nach Subsystem die eine oder andere Variante. Neben kommerziellen Varianten (u.a. AIX, BSDI, Compaq Tru64 UNIX, HP/UX, IRIX, MacOS X, SCO UNIX, Solaris/SunOS, UNICOS) gibt es freie BSD UNIX Derivate (Darwin, FreeBSD, NetBSD und OpenBSD) sowie freie UNIX artige Systeme (Linux). Der Begriff UNIX wird im allgemeinen im weiten Sinne für alle UNIX Derivate und oft auch für Linux gebraucht. Grundsätzlich ist UNIX 5

6 jedoch ein geschützter Name; die Namensrechte sind von Novell an das X/OPEN Firmenkonsortium übertragen worden. Die freie Verwendung des Namens UNIX sowie anderer geschützter Namen in dieser Broschüre sollte den Leser nicht über die vorhandenen rechtlichen Restriktionen hinwegtäuschen. 1.2 FreeBSD und andere BSD Systeme FreeBSD und NetBSD entwickelten sich Anfang der neunziger Jahre aus dem Bestreben, das BSD System für die Architektur der Intel Prozessoren portieren. Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten zwischen der Universität von Berkeley und AT&T gerieten die BSD Systeme in eine Krise, die erst Mitte der neunziger Jahre überwunden werden konnte. Das BSD System wird heute in mehereren Variationen weiterentwickelt: Das FreeBSD Projekt setzt seinen Schwerpunkt auf eine möglichst effienziente Ausgestaltung des Betriebssystems auf den wichtigsten Hardware Plattformen, d.h. den Intel und die Compaq Alpha Prozessoren. Das NetBSD Projekt ist an einer Portierung des Systems auf möglichst viele Hardware Plattformen interessiert. NetBSD ist mit Abstand das Betriebssystem, das die meisten Hardware Plattformen unterstützt. Das OpenBSD Projekt ist an maximaler Systemsicherheit gegenüber Angriffen interessiert. OpenBSD gilt als eines der sichersten Betriebssysteme. BSDi Internet Super Server ist die kommerzielle Variante des BSD Systems, die auf Intel Prozessoren läuft und von ehemaligen Mitarbeitern der Berkeley Universität begründet wurde. Darwin ist das Open Source Betriebssystem, das bei der Entwicklung des neuen Betriebssystems Mac OS X der Firma Apple entstand. Stabil läuft es zur Zeit nur auf der Power PC Architektur. Mac OS X ist das neue kommerzielle Betriebssystem von Apple, das auf einem BSD Systemkern basiert und viele Anleihen von FreeBSD und NetBSD genommen hat. Mit Mac OS X könnte BSD unter einer Macintosh typischen Oberfäche zum weitverbreitetsten UNIX System werden. 1.3 Linux Linux entstand seit etwa 1990 als komplett neues System nach UNIX Vorbild, weil der Rechtsstreit, mit dem AT&T die Universität von Berkeley überzog, die Entwicklung eines freien UNIX ähnliches Systems erstrebenswert machte. Linux ist in Form unterschiedlicher Distributionen erhältlich (z.b. Caldera, Debian, RedHat, Slackware, SuSE), die sich hinsichtlich Installation und Administration merklich voneinander unterscheiden. 6

7 1.4 Die Qual der Wahl Da es nun eine ganze Reihe von freien Betriebssystemen gibt, stellt sich die Frage, für welches man sich entscheiden soll. Einige Stärken der BSD Systeme wurden schon genannt. Die größte Stärke von Linux ist die Popularität, die das System genießt. Zwar splittert sich die Linux Welt in über 150 unterschiedliche Distributionen auf, von denen vielleicht 6 oder 7 dominieren, aber als Vorteil bleibt, dass viele Distributoren sich um Werkzeuge für eine möglichst einfache Systeminstallation und administration bemühen. FreeBSD gilt immer noch als das leistungsfähigere System inbesondere für Server, auch wenn viele schlimme Schwächen der früheren Linux Versionen inzwischen weitgehend überwunden sind. Im Gegensatz zu vielen Linux Distributionen fordert FreeBSD, und das gilt noch mehr für OpenBSD und NetBSD, dem Einsteiger deutlich mehr ab. Dokumentation ist überwiegend nur in englischer Sprache verfügbar, und Systemadmistration über ein gewisses Maß hinaus erfordert Übung im Umgang mit Kommandozeileneingaben und Text Editoren. Wer aber wirklich den Umgang mit UNIX Systemen erlernen will, kann kaum eine bessere Wahl als ein BSD System treffen. Da BSD die UNIX Welt in kaum überschätzbarer Weise geprägt hat, lernt der Interessierte in gewisser Weise am Original. Von der technischen Qualität und vom Softwareangebot gibt es insbesondere unter FreeBSD keine Einbußen gegenüber Linux. FreeBSD bietet eine Linux Laufzeitumgebung, so dass praktisch alle Linux Programme unter FreeBSD lauffähig sind. Die Linux Laufzeitumgebung ist hauptsächlich für kommerzielle Software wichtig; bei Open Source Software sind die Unterschiede in der Verfügbarkeit zwischen Linux und FreeBSD marginal. NetBSD und OpenBSD liegen wie bei den kommerziellen Programmen auch hier ein wenig zurück. Das XFree86 Projekt unterstützt alle Open Source Betriebssysteme gleichermaßen, so dass sich an der grafischen Oberfläche unter UNIX, dem X Window System, keine Entscheidung festmachen lässt. Kurzum: Wer sich für FreeBSD und nicht für Linux entscheidet und wenig oder keine UNIX Erfahrung hat, wird in der Regel einen schwereren Weg zurücklegen, dafür aber hinterher sehr wahrscheinlich auch mehr gelernt haben. Natürlich kann der Interessierte auch unter Linux grundsätzliche Dinge lernen, aber viele Distributionen erzwingen dies nicht mehr so sehr. 1.5 Kosten FreeBSD ist wie Linux und andere Open Source Systeme frei und kostenlos im Internet verfügbar. Es fallen keine Lizenzgebühren an, und 7

8 das Anfertigen von Kopien ist legal. CD Sätze zur Installation sind käuflich im Buch oder Computerhandel erhältlich, wobei der Kaufpreis zur Finanzierung der Vertriebswege und zur Förderung des Projektes dient. 1.6 FreeBSD Versionsbezeichnungen FreeBSD ist ein Betriebssystem, das ständig von einer Vielzahl von Entwicklern weiter vorangetrieben wird. Der neueste, ständigen Änderungen unterworfenen Zweig von FreeBSD trägt den Namen FreeBSD current und ist nicht für den täglichen Gebrauch geeignet, sondern für Entwickler und Tester vorgesehen. Vielmehr gibt es einen Zweig FreeBSD stable mit moderaten Aktualisierungen und Fehlerkorrekturen, der die aktuelle stabile Version für den produktiven Einsatz enthält. Von Zeit zu Zeit, etwa alle drei Monate, wird als Augenblicksaufnahme von FreeBSD stable ein Release festgelegt, für das ein CD Satz zum Vetrieb zusammengestellt wird. Die Aktualisierung einer bestehenden Installation ist somit einerseits in mehrmonatigem Abstand per CD möglich, andererseits aber bei bestehendem Internet Anschluss mit Hilfsprogrammen auch weitgehend kontinuierlich möglich. Der letztere Weg erfordert allerdings die erstmalige Installation und mehr oder weniger häufige Aktualisierung und Übersetzung des Quellkodes des gesamten Betriebssystems, was über den thematischen Rahmen dieser Broschüre hinausgeht. 8

9 2. Installation von FreeBSD 2.1 Installationsmedien Das FreeBSD Installationsprogramm bietet die Möglichkeit, verschiedene Medien als Datenquelle zu verwenden. Die zwei Wege mit der größten praktischen Bedeutung sollen nachfolgend beschrieben werden. Für den Nutzer, der über keine ausreichend schnelle Internet Anbindung (T DSL oder besser) verfügt, ist die Installation per CD am günstigsten. Der Standard CD Satz von WindRiver, dem primären Vertreiber von FreeBSD, umfasst vier CDs und ist über den Buchhandel erhältlich. Lehmanns Versandbuchhandlung (http://www.lob.de) bietet zusätzlich einen von zwei deutschen FreeBSD Mitentwicklern zusammengestellten Satz aus fünf CDs an. Zwar läßt sich ein fertiges Abbild der ersten und wichtigsten CD des aktuellen Satzes von WindRiver auch per Download aus dem Internet beziehen, jedoch ist das aufgrund der Datenmenge bei Modem oder ISDN Anbindung selten praktikabel; Übertragungszeiten von 30 bis 40 Stunden wären erforderlich. Bei schneller Internet Anbindung lohnt sich das Übertragen des CD Abbilds, wenn FreeBSD auf mehreren Rechnern installiert werden soll. Ansonsten ist eine Installation per FTP, der zweite beschriebene Weg, in der Regel praktischer. Alle relevanten Pfade respektive Ordner sind in Anhang C zusammen mit den Internet Adressen und Literaturangaben genannt und werden nachfolgend nur noch mit einer Kurzbezeichnung angesprochen. Der oberste Ordner einer Installations CD entspricht weitgehend einem Release Ordner wie beispielsweise /pub/freebsd/releases/i386/4.3 RELEASE auf einem FTP Server. 2.2 Erzeugen der Startdisketten Bei einer Installation von CD sind Startdisketten nur dann notwendig, wenn die Rechner Hardware einen Systemstart von CD nicht unterstützt. Dies lässt sich einfach ausprobieren, indem der Rechner bei eingelegter CD neu gestartet wird. Allerdings kann es auch notwendig sein, den Systemstart von CD im BIOS Setup Menü des Rechners zu erlauben. Wenn ein Start von CD gelingt, brauchen keine Startdisketten erzeugt werden. Eine Installation per FTP erfordert dagegen immer die Vorbereitung von Startdisketten. Die nachfolgende Beschreibung geht davon aus, dass die Startdisketten unter Windows 95, 98 oder ME erstellt werden. Unterschiede bei Windows 9

10 NT, 2000 oder XP werden erwähnt; vorausgeschickt sei jedoch, dass dann zur Zeit nicht die Möglichkeit besteht, mit fips.exe den Windows Bereich auf der Festplatte zu verkleinern. Bei einer Installation per FTP müssen die benötigten Disketten Abbilder im ersten Schritt vom FTP Server auf den eigenen Rechner kopiert werden, was am leichtesten mit einem Internet Browser wie dem MS Internet Explorer oder Netscape möglich ist. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Inhalt des Ordners floppies auf einem FTP Server am Beispiel 4.3 Release. Current directory is /pub/freebsd/releases/i386/4.3 RELEASE/floppies Up to higher level directory CHECKSUM.MD5 256 bytes Sat Apr 21 13:22: README.TXT 2 Kb Sat Apr 21 13:22: boot.flp 2880 Kb Sat Apr 21 13:22: fixit.flp 1440 Kb Sat Apr 21 13:22: kern.flp 1440 Kb Sat Apr 21 13:22: mfsroot.flp 1440 Kb Sat Apr 21 13:18: Benötigt werden die Dateien kern.flp und mfsroot.flp, die durch Drücken der rechten Maustaste an der Position des Dateinamens und Auswahl des entsprechenden Menüpunktes auf den eigenen Rechner kopiert werden können. Als Zielposition wähle man beispielsweise bewusst den Ordner c:\windows\temp (beziehungsweise c:\winnt\temp unter Windows NT, 2000 oder XP) um die Dateien später wiederfinden zu können. Auf ähnliche Weise muss das Programm fdimage.exe aus dem Ordner tools kopiert werden. Gegebenfalls werden auch noch das Programm fips.exe und die zugehörige Dokumentation fips.doc benötigt, die ebenfalls unter tools zu finden sind. Fips.exe kann dann eigesetzt werden, um Platz auf der Festplatte für einen FreeBSD Bereich zu schaffen, wenn die gesamte Festplatte oder ein großer Teil derselben für Windows reserviert ist, Windows aber nur einen Teil des reservierten Plattenplatzes benutzt. Da die unbedachte Anwendung von fips.exe unangenehme Folgen haben kann, sollt man jedoch die Anleitung fips.doc sorgfältig lesen! Im nächsten Schritt werden die beiden Disketten Abbilder mit dem Hilfsprogramm fdimage.exe auf zwei leere Disketten kopiert. Dazu muss aus dem Windows Startmenü heraus per Menüfolge Start >Programme >Zubehör die MS DOS Eingabeaufforderung geöffnet werden. In diesem Fenster sind dann nach und nach folgende Befehle einzugeben: cd c:\windows\temp 10

11 fdimage v kern.flp a: fdimage v mfsroot.flp Vor jedem fdimage Aufruf muss eine neue Diskette in das Laufwerk eingelegt werden. Man beschrifte die Disketten mit kern und mfsroot, um sie später voneinander unterscheiden zu können. Werden die Startdisketten von einer CD ausgehend erzeugt, weil nicht direkt von CD gestartet werden kann, so ist die Befehlseingabe leicht verändert: cd d:\tools fdimage v..\floppies\kern.flp a: fdimage v..\floppies\mfsroot.flp a: Natürlich befindet sich das Programm fips.exe auch auf der CD im Ordner tools. Als Laufwerksbuchstabe des CD Laufwerks ist hier D: angenommen; dies ist allerdings von der speziellen Rechnerkonfiguration abhängig. 2.3 Systemstart von CD oder Disketten Nachdem die beiden Startdisketten erzeugt worden sind, kann der Rechner unter FreeBSD neu gestartet werden, indem zunächst die kern Diskette in das Laufwerk eingelegt und dann unter Windows über das Startmenü ein Neustart angefordert wird. Nach dem ein Teil des FreeBSD Systems von der ersten Diskette gelesen worden ist, wird auf dem Bildschirm die mfsroot Diskette als zweite Diskette angefordert. Bei einer geplanten Installation von CD muss, falls das Starten von CD nicht möglich war und Startdisketten verwendet werden, spätestens jetzt die CD eingelegt werden! Nach einer weiteren Weile erscheint ein kleines Menü mit dem Angebot, den FreeBSD Systemkern zu konfigurieren, damit er in Problemfällen bestimmte Hardware Komponenten erkennen kann. Sehr oft ist eine besondere Konfiguration nicht notwendig, deshalb sollte man im ersten Versuch darauf durch Auswahl des obersten Menüpunktes verzichten. Der FreeBSD Systemkern beginnt im Anschluß daran mit Hardware Abfragen, um die verfügbaren Geräte zu erkennen. Es erscheinen auf dem Bildschirm eine Reihe von Meldungen wie etwa diese: ata0: at 0x1f0 irq 14 on atapci0 Angezeigt wird in diesem Beispiel, dass der erste IDE Adapter über die hexadezimal angegebene Adresse 0x1f0 erreichbar ist und sich per Unterbrechungssignal 14 beim Prozessor meldet. Wer diese Begriffe nicht versteht, mag sie ruhig überlesen. 11

12 /stand/sysinstall Main Menu Welcome to the FreeBSD installation and configuration tool. Please select one of the options below by using the arrow keys or typing the first character of the option name you re interested in. Invoke an option by pressing [ENTER] or [TAB ENTER] to exit the installation. Usage Quick start How to use this menu system Standard Begin a standard installation (recommended) Express Begin a quick installation (for the impatient) Custom Begin a custom installation (for experts) Configure Do post install configuration of FreeBSD Doc Installation instructions, README, etc. Keymap Select keyboard type Options View/Set various installation options Fixit Repair mode with CDROM/floppy or start shell Upgrade Upgrade an existing system Load Config Load default install configuration Index Glossary of functions [Select] X Exit Install [Press F1 for Installation Guide] Geht weiterhin alles gut, so meldet sich nach Abschluss der Hardware Erkennung das Installationsprogramm mit dem oben dargestellten Hauptmenü. Die einzelnen Menüpunkte können entweder mit den Pfeiltasten oder durch Eingeben des Anfangsbuchstabens markiert und durch Betätigung der Eingabetaste ausgewählt werden. Es ist anzuraten sich, zunächst nach Auswahl des Punktes keymapeine deutsche Tastaturabbildung einzustellen: ( ) Finnish ISO Finnish ISO keymap ( ) French ISO (accent) French ISO keymap (accent keys) ( ) French ISO French ISO keymap (*) German CP850 German Code Page 850 keymap ( ) German ISO German ISO keymap ( ) Hungarian 101 Hungarian ISO keymap (101 key) ( ) Hungarian 102 Hungarian ISO keymap (102 key) ( ) Icelandic (accent) Icelandic keymap (accent keys) ( ) Icelandic Icelandic ISO keymap Dazu wird mit den Pfeiltasten die Zeile German CP850 markiert und dieser Eintrag mit der Leertaste angekreuzt. Die Eingabetaste führt danach in das Hauptmenü zurück. Die empfohlene Installationsweise wird im Hauptmenü über den Punkt Standard angesprochen. Schritt für Schritt und mit den notwendigen Erläuterungen wird hier durch den Installationsprozess geführt. Die Bedienung des Installationsprogramms erfolgt in allen Menüs in immer gleicher Weise durch Eingabe eines Anfangsbuchstabens oder Benutzung der Pfeiltasten (, ) und durch Ankreuzen mit der Leertaste und Aktivierung mit der Eingabetaste ( ). Die Schalter am unteren 12

13 Bildschirmrand tragen je nach Menü unterschiedliche Namen, z.b. OK oder Cancel, und können mit der Tabulatortaste oder den Pfeiltasten (, ) ausgewählt werden. Die einzelnen Schritte werden in den nachfolgenden Unterabschnitten erläutert. 2.4 Partitionierung der Festplatte FreeBSD kann mit vielen anderen Betriebssystemen auf einem PC koexistieren. Natürlich braucht jedes Betriebssystem einen bestimmten, abgegrenzten Speicherbereich auf der Festplatte oder den Festplatten des Rechners. Das wiederum ist möglich, da eine Festplatte in sogenannte Partitionen aufgeteilt werden kann. In der FreeBSD Welt wird eine Partition häufig Disk Slice genannt. Jede Festplatte kann in maximal vier primäre Partitionen aufgeteilt werden. Darüberhinaus können erweiterte Partitionen eingerichtet werden, die logische Laufwerke im Sinne von MS DOS oder Windows enthalten können. FreeBSD benötigt eine primäre Partition und kann nur installiert werden, wenn genügend freier Platz auf der Festplatte vorhanden ist, der keiner anderen Partition zugeordnet wird. Das weiter oben erwähnte Programm fips.exe im Ordner tools kann eine primäre Windows Partition aufspalten in zwei Windows Partitionen, von denen dann die eine benutzt und die andere leer ist und somit für FreeBSD umgewidmet werden kann. Die FreeBSD Standard Installation aus dem Hauptmenü heraus führt zunächst zum FDISK Partition Editor, der die bestehenden Partitionen und den unbenutzten Speicherplatz anzeigt; die Größenangaben beziehen sich auf Blöcke von 512 Byte Größe. Freier Plattenplatz im Umfang von einem Gigabyte würde also mit einer Zahl von etwa angezeigt. Sind mehrere Festplatten im System vorhanden, so lassen sich deren Partitionierungsdaten nacheinander oder gezielt durch Ankreuzen im FDISK Partition Editor anzeigen und verändern; die dabei verfügbaren Tastenbefehle werden am unteren Bildschirmrand angezeigt. Nach Beendigung des FDISK Partition Editor erfolgt die Abfrage, ob auf der gerade behandelten Festplatte der FreeBSD Boot Manager installiert werden soll, mit dem beim Rechnerstart das zu ladende Betriebssystem ausgewählt werden kann. Auf diesen Boot Manager wird man nur in Ausnahmefällen verzichten wollen. Wie groß sollte die FreeBSD Partition sein? Sicherlich kann man mit etwa 200 Megabyte bei einer Minimalinstallation auskommen, jedoch ist 13

14 dann die Freude am Betriebssystem auf Dauer nicht groß. Zusammen mit dem X Window System, das grafische Benutzeroberflächen ermöglicht, und einigen zusätzlichen Anwendungsprogrammen sind 500 Megabyte schon wenig. Anzuraten sind, falls genügend Platz vorhanden ist, eher schon ein bis zwei Gigabyte als Partitionsgröße. Für einen Arbeitsplatzrechner dürften aber andererseits auch selten mehr als vier Gigabyte sinnvoll sein. Bei der Auslegung der Partitionen ist ein mögliches Problem zu beachten: Aufgrund von Restriktionen in den fest eingebauten BIOS Programmen von PCs können nur solche Betriebssysteme von einer Festplatte gestartet werden, bei denen der Beginn der zugehörigen Partition in den ersten 1024 Zylindern der Platte liegt. Ein Zylinder ist ein bestimmter Teilbereich einer Festplatte. Da Festplatten heute praktisch immer über viel mehr als 1024 Zylinder verfügen, erfolgt die Adressierung der Festplattenbereiche bei modernen BIOS Programmen indirekt über versteckte Umrechnungen, wobei die Zylinderzahl scheinbar reduziert wird (LBA Modus). Dennoch kann es vorkommen, dass eine Betriebssystem Partition zu weit "hinten" auf einer Festplatte liegt und ein Systemstart deshalb nicht möglich ist. Bei einer großen Festplatte und Koexistenz von Windows ME und FreeBSD könnte deshalb beispielsweise folgende Partitonierung günstig sein: 1. Primäre DOS/Windows Partition von 2 Gigabyte Größe 2. Primäre FreeBSD Partition von 4 Gigabyte Göße 3. Erweiterte DOS/Windows Partition, die den Rest der Platte umfasst, mit einem logischen Laufwerk (z.b. 9 Gigabyte bei einer 15 Gigabyte Platte). Unter Windows stünden dabei zwei Partitionen mit den Laufwerksbezeichnungen C: und D: zur Verfügung. Programme und eigene Dateien sollten dann vom Nutzer bevorzugt unter D: installiert beziehungsweise abgelegt werden. Am leichtesten ist die Partitionierung natürlich, wenn eine separate zweite Festplatte vorhanden ist, die ganz von FreeBSD genutzt werden kann. Dann kann der FDISK Partition Editor die Daten der ersten Festplatte unverändert lassen, und es ist nur erforderlich, den Boot Manager auch auf der ersten Platte zu installieren. Ist die Partitionierung erst einmal erfolgreich erledigt, so ist ein großer Schritt bei der Installation bereits geschafft. 2.5 Aufteilung der FreeBSD Partition Das BSD Betriebssystem läuft auf vielen Rechnerachitekturen, von denen die meisten keine Aufteilung der Festplatte in BIOS Partitionen 14

15 ermöglichen, wie es bei PCs üblich ist. Deshalb partitioniert ein BSD System die Festplatte selbst mit Hilfe eines Disk Label. FreeBSD auf einem PC verwendet das Disk Label, um die zur Verfügung gestellte primäre BIOS Partition weiter aufzuteilen in Dateisysteme und einen Auslagerungsbereich (Swap Space) für die Speicherverwaltung. Der nächste Schritt bei der Standard Installation führt deshalb in den Disklabel Editor. Hier können die Zahl und die Größe von Dateisystemen und auch die Größe des Auslagerungsbereiches festgelegt werden. Erfahrene FreeBSD Administratoren werden hier selbst Hand anlegen und die Einstellungen auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Dem Einsteiger ist jedoch anzuraten, einfach die automatische Einstellung mit der Taste A zu wählen und dann den Disklabel Editor per Taste Q zu verlassen. 2.6 Auswahl des Installationsumfangs Der nächste Punkt der Standard Installation erfordert wieder vor eine Entscheidung: Welcher Installationsumfang ist gewünscht? Hier sind wieder einige Erläuterungen angezeigt. Eine FreeBSD Installation umfasst minimal (A) zunächst das Betriebssystem im engeren Sinne, welches den Systemkern, Kommandozeilen Dienstprogramme, Online Dokumentation und Konfigurations dateien einschließt. Dazu kommen typischerweise dann (B) das X Window System zur Unterstützung grafischer Oberflächen aus dem XFree86 Projekt und darüberhinaus (C) weitere Zusatzprogramme als systemnahe oder Anwendungs Software aus einer Sammlung von inzwischen mehreren 1000 Paketen. Darunter sind Spiele wie xlincity, Text Editoren wie emacs, Bildbearbeitungsprogramme wie gimp oder Office Pakete wie StarOffice. An der augenblicklichen Stelle des Installationsprogrammes geht es um die Bestimmung des Umfangs der Bestandteile (A) und (B)! Die einzurichtenden Zusatzprogramme der Rubrik (C) werden größtenteils an späterer Stelle bestimmt. Der erfahrene Anwender wird mit dem Untermenü Custom den Installationsumfang wieder nach Bedarf selbst festlegen. Für den Anfänger ist es leichter, hier einfach X User auszuwählen, was für einen guten Start reicht. Übrigens können jederzeit später vielleicht fehlende Teile nachinstalliert werden. 2.7 Die FreeBSD Ports Sammlung Die FreeBSD Ports Sammlung ermöglicht die spätere Installation von Zusatzprogrammen der Rubrik (C). Es handelt sich um ein Gerüst aus Ordnern, Makefiles und anderen Dateien, um Programme ausgehend vom 15

16 Quellcode zu übersetzen und zu installieren. Die Ports Sammlung ist unter anderem sehr sinnvoll bei Rechnern mit einer guten Internet Anbindung, um installierte Zusatzprogramme dann und wann aktualisieren zu können. Für Anfänger ist es leichter, die benötigten Zusatzprogramme der Rubrik (C) den Sammlungen installationsfertiger Pakete (Packages) zu entnehmen, die auf FTP Servern oder den CDs vorgehalten werden und fast den gleichen Umfang haben. Sind FreeBSD mehere Gigabyte Platz auf der Festplatte eingeräumt, kann man 70 Megabyte Platzbedarf für die Ports Sammlung im Kauf nehmen und diese auch dann installieren, wenn sie später nicht gebraucht wird. Wenn der Platz aber knapper bemessen ist, ist dem Anfänger ein Verzicht auf die Ports Sammlung eher anzuraten. 2.8 Umfang des X Window Systems Das nächste Menü bestimmt den Umfang der Installation des X Window Systems. Falls im vorletzen Punkt X User ausgewählt wurde, ist hier eine brauchbare Vorauswahl getroffen. Wenn der Typ der in den Rechner eingebauten Grafikkarte bekannt ist, lohnt vielleicht ein Blick in das Untermenü Server. Für manche Typen von Grafikkarten gibt es eigene X Server, die die Fähigkeiten der Karte optimal unterstützen. Eventuell läßt sich auch aufgrund der Identifizierung eines Namensteils ein geeigneter X Server erkennen, der zusätzlich installiert werden kann. Falls nicht, beläßt man es als Anfänger guten Gewissens bei der voreingestellten Auswahl. Der X Server ist unter UNIX für die Verwaltung der grafischen Ein und Ausgabegeräte wie Grafikkarte, Tastatur und Maus verantwortlich und stellt diese Ressourcen anderen Programmen, die X Clients genannt werden, zur Verfügung. 2.9 Auswahl des Installationsmediums Nach der Auswahl der X Window Komponenten erscheint noch einmal das Menü zur Bestimmung des Installationsumfangs, aus dem X User ausgewählt wurde. Eine Leertastendruck oder Verlassen des Menüs führt jetzt zum nächsten Schritt, in dem das Installationsmedium ausgewählt wird. Wenn von CD installiert wird, ist alles ganz einfach. Es wird der entsprechende Menüpunkt ausgewählt. Allerdings ist es jetzt zu spät, die CD einzulegen; dies muss bereits beim Rechnerstart erfolgt sein, wie weiter oben bereits beschrieben wurde! Eine Installation per FTP erfordert, Netzwerkkarte und gute Internet Anbindung über ein lokales Netzwerk vorausgesetzt, die Auswahl eines 16

17 FTP Servers und die Konfiguration der Netzwerkkarte. Da der FreeBSD Haupt FTP Server zur Zeit in Dänemark lokalisiert ist, liefert die Auswahl Primary Site gute Übertragungsraten. Es sind aber auch eine Reihe von FTP Servern in Deutschland verfügbar, die ausgewählt werden können. Der FTP Server der GWDG spiegelt ebenfalls ein Teil der FreeBSD Daten und stellt diese zur Verfügung. Die nachfolgend anstehende Netzwerkkonfiguration erfordert natürlich unter Umständen einige Sorgfalt. Zunächst einmal werden die verfügbaren Netzwerkadapter angezeigt. Dabei ist ein Zugang mit PPP zum Internet per Modem, das an der ersten seriellen Schnittstelle angeschlossen ist, auch auswählbar. Wer das nutzen möchte, kann es natürlich tun, sei aber wegen der sehr langen Ladezeiten noch einmal gewarnt; dieser Weg ist nicht so einfach zu beschreiten und wird auch nicht weiter beschrieben. Empfohlen wird eine FTP Installation für Systeme, für die über ein lokales Netzwerk oder direkt eine gute Internet Anbindung mindestens mit T DSL respektive ADSL Geschwindigkeit besteht. Verfügt der Rechner über eine Netzwerkkarte, die von FreeBSD erkannt worden ist, die Erkennung gelingt fast immer problemlos, dann wird diese jetzt zur Konfiguration ausgewählt. Die erste Frage, ob eine Ipv6 Einstellung gewünscht wird, kann fast immer verneint werden, da es bislang kaum lokale Netze gibt, welche die Version 6 des Internet Protokolls unterstützen. Die Beantwortung der zweiten Frage, ob eine DHCP Konfiguration versucht werden soll, hängt davon ab, ob im lokalen Netz ein DHCP Server verfügbar ist, der anderen Rechnern Internet Adressen automatisch zuteilt. Falls nicht, dann müssen im nächsten Schritt die notwendigen Einstellungen von Hand vorgenommen werden. Folgende Angaben werden dabei benötigt: Der Rechnername (Host) ist im Prinzip beliebig. Gibt es aber einen DNS Eintrag in einem Name Server korrespondierend zur Internet Adresse, so sollte dieser "offizielle" Rechnername gewählt werden. Die DNS Domäne (Domain) muss korrekt angegeben werden, um spätere Probleme zu vermeiden. Unbedingt wichtig ist die korrekte Angabe des nächsten IPv4 Gateway, das Internet Pakete zwischen dem lokalen Netz und der nächst größeren Netzumgebung vermittelt. Beim Eintrag Name Server ist die Internet Adresse eines DNS Servers anzugeben, der in der Lage ist, die zu einem Rechnernamen gehörende Internet Adresse aufzusuchen. Die Internet Adresse des Rechners, auf dem installiert werden soll, ist unter dem Punkt IPv4 Address einzutragen. Die Netzmaske (Net Mask) legt fest, welche Rechner im Netz ohne Gateway erreichbar sind. Sind diese Informationen nicht bekannt, so bitte man den lokalen 17

18 Netzwerk Administrator um Hilfe. Bei einer DHCP Einstellung der Netzwerkkarte werden die Daten automatisch ermittelt, was natürlich eine Erleichterung ist Start des Installationsprozesses Nach Abschluss der Netzwerkeinstellung oder direkt nach Auswahl einer CD Installation erscheint ein Menü, in dem um Bestätigung aller Aktionen gebeten wird. Noch kann bei einem Fehler der ganze Vorgang ohne Schaden für die bereits vorhandenen Betriebssysteme und Partitionen abgebrochen werden. Wird dagegen der Installationswunsch bestätigt, so beginnt die Einrichtung der Partition, der Dateisysteme und das Kopieren des Betriebssystems auf die Festplatte, das je nach Rechnergeschwindigkeit, Datenvolumen und Medium einige Minuten in Anspruch nehmen kann Abschließende Konfigurationsfragen Nach erfolgreicher Installation führt das Programm durch eine Reihe von Konfigurationsfragen, deren Bedeutung und Beantwortung in den folgenden Unterabschnitten erläutert wird. Die Einstellungen, die hier getätigt werden, können später jederzeit wieder geändert werden, so dass falsche Antworten, die aufgrund von Verständnisproblemen entstehen, später korrigierbar sind Netzwerkadapter, Gateway Funktion und FTP Zugang Bei einer Installation von CD besteht die Möglichkeit, an dieser Stelle einen Netzwerkadapter für ein lokales Netzwerk, wie an früherer Stelle für die FTP Installation beschrieben, oder eine PPP Einwahlverbindung per Modem einzurichten. Die Einrichtung von PPP wird an späterer Stelle ausführlicher erläutert und sollte hier übergangen werden. In der Regel wird der Rechner keine Gateway Funktion übernehmen, also Pakete zwischen unterschiedlichen Netzwerkbereichen vermitteln. Ebenso ist ein anonymer FTP Zugang als Gast zu dem Rechner, wie ihn "große" FTP Server normalerweise bieten, fast immer unerwünscht Export und Import von Netzwerk Dateisystemen UNIX Rechner können mittels des NFS Protokolls Dateisysteme für andere Rechner exportieren oder solche exportierten Dateisystem importieren. Netzwerklaufwerke unter Windows sind dem entfernt vergleichbar. In einem lokalen Netz aus mehreren oder vielen Rechnern ist das nützlich, bei einem Einzelrechner machen weder Export (Server) noch Import (Client) per NFS Sinn. 18

19 Sicherheitsprofil Bei Rechnern in einem lokalen Netz mit permanenter Internet Anbindung oder gar Servern ist Systemsicherheit sehr wichtig, bei Einzelrechnern ohne Netzanbindung oder mit reinem Modemzugang ist die Gefahr eines Einbruchs in das System geringer. Der erfahrene Systemadministrator wird daher ein Sicherheitsprofil in Erwägung ziehen. Als Einsteiger sollte man bei der Erstinstallation darauf verzichten, weil die Auswirkung von Sicherheitseinstellungen für UNIX Anfänger nicht leicht duchschaubar sind. Später lassen sich Sicherheitseinstellungen immer noch hinzufügen Einstellung der Systemkonsole und der Zeitzone Die Einstellmöglichkeiten für die Systemkonsole, also die Eingabe per Tastatur und die Bildschirmausgabe, sind nützlich. Man überprüfe insbesondere, ob die deutsche Tastaturabbildung noch eingestellt ist. In der Regel verwendet die eingebaute Rechneruhr keine Greenwich Zeit (UTC), sondern die lokale Uhrzeit. Als Zeitzone findet man unter Europe die Einstellung Germany Linux Binärkompatibilität Es sehr nützlich, Linux Binärkompatibilität einzurichten, mit der fast alle Linux Programme wie beispielsweise der nützliche Acrobat Reader von Adobe auch unter FreeBSD lauffähig sind. Hierbei ist allerdings noch einmal ein größerer Datentransfer von CD oder vom FTP Server notwendig X Window Konfiguration Zur Zeit wird standardmäßig mit FreeBSD die Version der XFree86 Software installiert, die augenblicklich noch sicherer ist als die neuen Versionen 4.x und ältere Grafikkarten besser unterstützt. Bei sehr modernen Grafikkarten ist jedoch meist die neueste Version 4.x erforderlich, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Software Pakete der Grupee (C) installiert werden kann. XFree86 in der Version 4 arbeitet mit nur noch einem universellen Serverprogramm XFree86 für alle Grafikadapater und bietet eine bequeme Autokonfiguration, die nach der Installation dieser Software dann mit dem Befehlseingabe # xf86cfg aufgerufen werden kann. Nachfolgend wird die manuelle Konfiguration von XFree86 bis zur Version beschrieben, die vom Installationsprogramm automatisch angestossen wird und bei Erfolg auch zu guten Ergebnissen führt. 19

20 Neuere Rechner verwenden manchmal eine Maus mit USB Anschluss, was bei der ersten Frage zu diesem Themenkomplex zu beantworten ist. Danach wird der X Server eingestellt; das heisst, die Kenndaten von Maus, Tastatur, Grafikkarte und Monitor müssen festgelegt werden. Nützlich bei wenig Erfahrung ist das Programm XF86Setup, das eine grafische Oberfläche bietet. Viele Nutzer bevorzugen, den Mouse Daemon zu starten, weil dann auch ohne das X Window System die Maus wie früher unter MS DOS üblich genutzt werden kann. Die Einstellung der Maus ist relativ leicht, da die automatische Erkennung über den meist verwendeten PS/2 Anschluß in aller Regel gut funktioniert. Läuft der Mouse Daemon erfolgreich, so sind anschließend in der X Einstellung /dev/sysmouse als Gerätename und SysMouse als Mausprotokoll schon korrekt eingestellt und die Maus arbeitet bereits. Die korrekte Einstellung der Tastaturabbildung ist ebenfalls leicht möglich. Schwieriger ist die korrekte Angabe des Grafikadapters, wenn dieser nicht bekannt ist. Ansonsten wähle man den korrekten Typ aus der angebotenen Liste. Findet sich kein passender Eintrag, oder ist der Adaptertyp unbekannt, so empfiehlt sich, zunächst den Eintrag Unsupported VGA compatible zu wählen. Zwar sind dann Auflösung und Farbzahl sehr beschränkt, aber der X Server läuft auf jeden Fall. Später kann dann immer noch eine bessere Einstellung vorgenommen werden. Bei der Monitoreinstellung ist es wichtig, das Datenblatt des Monitors zur Hand zu haben, um damit die richtigen Wertebereiche für Horizontal und Vertikalfrequenz eingeben zu können. Achtung: Ältere Monitore, die keinen elektronischen Überlastungsschutz haben, können durch Eingabe falscher Werte überlastet und zerstört werden! Sind die Werte unbekannt, so kann die erste Auswahlmöglichkeit Standard VGA normalerweise ohne Risiko verwendet werden. Unter Mode Selection lassen sich dann die gewünschten Bildschirmauflösungen und Farbtiefen auswählen, wie es ähnlich unter Windows auch bekannt ist. Natürlich können bei einem Adapter vom Typ Unsupported VGA compatible und einem Monitor vom Typ Standard VGA nur eine Auflösung von 640x480 Punkten bei 8 Bit pro Pixel Farbtiefe gewählt werden! Die Notwendigkeit, die anderen Einstellungen unter Other bei einer Standardinstallation zu verändern, dürfte kaum gegeben sein. Nach Betätigung von Done können im Erfolgsfall die Einstellungen gespeichert werden, wobei der Vorschlag /etc/xf86config als Dateiname eine gute 20

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