SVS. Schweizerischer Verband der Sozialversicherungs-Fachleute. Zentral-Prüfungskommission. Berufsprüfung Unfallversicherung (UV)

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1 SVS Schweizerischer Verband der Sozialversicherungs-Fachleute Zentral-Prüfungskommission Berufsprüfung 2012 Unfallversicherung (UV) Lösungsvorschläge : Prüfungsdauer: Anzahl Seiten der Prüfung (inkl. Deckblatt): Beilage(n): 60 Minuten 21 Keine Maximale Punktzahl: 60 Erzielte : Note: Hinweise: Schreiben Sie Ihre auf das Deckblatt und jede Seite. Prüfen Sie den Aufgabensatz auf seine Vollständigkeit. Schreiben Sie Ihre Antworten ausschliesslich auf die Vorderseiten der Antwort-/Lösungsblätter. Stichworte sind zugelassen (auf Ausnahmen wird hingewiesen). Der blosse Hinweis auf einen Gesetzes- oder Verordnungsartikel genügt nicht (ausser, es wird ausdrücklich erlaubt). Verwenden Sie bei Bedarf für Ihre Lösungen ein Zusatzblatt. Die Prüfungsaufgaben können in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Teillösungen ergeben ebenfalls. Das maximum wird bei jeder Aufgabe angegeben. Die Experten Unterschriften Datum Experte 1 Experte 2

2 Aufgabe 1: Versicherte Personen Sachverhalt: 2.5 Die Hugentobler AG in Solothurn benötigt für ihre Niederlassung in Bali (Indonesien) Ersatz für eine Mitarbeiterin. Zum Glück wird schnell eine Nachfolgerin gefunden, welche sich bereit erklärt, die Stelle umgehend anzutreten. Es handelt sich um Sandra Muster. Sie war bis vor einem Monat selbstständig erwerbend und hatte eine eigene kleine Unternehmung. Sie hatte schon lange den Wunsch, wieder eine Anstellung anzunehmen und einmal für einige Jahre im Ausland tätig zu werden. Aus zeitlichen Gründen erfolgt die Einarbeitung nicht in der Schweiz, sondern an ihrem neuen Arbeitsort in Bali. Es ist geplant, dass sie für mindestens zwei Jahre nach Bali entsandt wird. Den Lohn erhält sie vom Schweizer Arbeitgeber. Frage: Ist die Unfalldeckung nach UVG möglich? Begründen Sie Ihre Antwort, und nennen Sie den/die entsprechenden Gesetzes- und/oder Verordnungsartikel. 2.5 Nein (0.5 P) Die Bedingungen nach Art. 2.1 UVG (0.5 P), Art. 4 UVV (0.5 P) sind nicht erfüllt, da Sandra Muster unmittelbar vor der Entsendung ins Ausland nicht obligatorisch nach UVG versichert war (selbstständig erwerbend) (1 P). Seite 2

3 Aufgabe 2: Beitrags- und Prämienwesen 3 Ist für folgende Personen der Abschluss einer freiwilligen Unternehmerversicherung nach UVG möglich? Kreuzen Sie die richtige Antwort an. 2.1 Nicht mitarbeitender Sohn (20-jährig) eines Gartenbauunternehmers 0.5 Ja T Nein 2.2 Mitarbeitende Ehefrau in einem Lebensmittelgeschäft (mit kleinem Barlohn) 0.5 Ja T Nein 2.3 Nicht erwerbstätiger Arbeitgeber, welcher lediglich eine Hausbedienstete beschäftigt 0.5 Ja T Nein 2.4 Mitinhaber eines Kleidergeschäfts (Kollektivgesellschaft), ohne Personal 0.5 T Ja Nein 2.5 Selbstständiger Maurerakkordant (Einkommen CHF 50'000.--) 0.5 T Ja Nein 2.6 Mitarbeitende Gesellschafterin einer Autogarage (GmbH), kein Lohn 0.5 Ja T Nein Seite 3

4 Aufgabe 3: Beitrags- und Prämienwesen Sachverhalt: 7 Daniel Flückiger, Schreiner, wurde am pensioniert (Jg. 1947). Sein letzter Monatslohn (August) setzte sich wie folgt zusammen: CHF Prämienpflichtig Monatslohn 4' T Anteil 13. Monatslohn 3' T Kinderzulage Mittagsentschädigung (12 x 15.--) Nicht bezogene Ferien (12 Tage) 2' T Goldvreneli (Abschiedsgeschenk) Bruttolohn 10' Versicherter Verdienst T T T T Fragen/Auftrag: 3.1 Bestimmen Sie durch ankreuzen, welche Elemente 3 a) prämienpflichtig sind und b) als versicherter Verdienst (zur Berechnung des Taggeldes) gelten. 3.2 Wann endet die obligatorische Unfallversicherung von Daniel Flückiger? Nennen Sie das entsprechende Datum, und begründen Sie Ihre Antwort. 2.5 Die obligatorische Unfallversicherung endet am (1 P). Ab nicht mehr versichert ( letzter Lohnanspruch (0.5 P) + 12 Ferientage (1 P) + 30 Tage Nachdeckung (0.5 P)). [Korrekturhinweis: letzter Lohn (-anspruch) oder "Anspruch mind. ½ Lohn" erwähnt (0.5 P), oder 30 Tage Nachdeckung erwähnt (1 P).] Seite 4

5 Aufgabe 3: Beitrags- und Prämienwesen (Fortsetzung) 3.3 Kann Daniel Flückiger eine Abredeversicherung abschliessen? Begründen Sie Ihre Antwort. 1.5 Ja (0.5 P), es besteht die Möglichkeit, dass man während der Nachdeckungsfrist eine Abredeversicherung abschliessen kann (1 P). [Korrekturhinweis: Bei Erwähnung, dass vorher gegen NBU Versicherungsdeckung bestanden haben muss (1 P), Art. 3.3 UVG oder Art. 8 UVV (0.5 P)] Seite 5

6 Aufgabe 4: Beitragswesen Sachverhalt: 1 Punkt René Meier ist für mehrere Firmen tätig. Die jährlichen Gesamtbezüge betragen CHF 152' und sind vollumfänglich AHV-pflichtig. Frage: Wie ist die Prämienbemessung in einem solchen Fall geregelt. Begründen Sie Ihre Antwort, und nennen Sie den/die entsprechenden Gesetzes- und/oder Verordnungsartikel. 1 Art. 115/2 UVV (1 P) [Korrekturhinweis: Wenn Nachfolgendes aufgeführt: "Bei Mehrfachbeschäftigten wird der Lohn je Arbeitsverhältnis erfasst, insgesamt jedoch nur bis zum Höchstbetrag des versicherten Verdienstes. Übersteigt die Summe der Löhne diesen Höchstbetrag, so ist er entsprechend den prozentualen Verdienstanteilen auf die einzelnen Arbeitsverhältnisse aufzuteilen." (1 P), bei Nennung Höchstbetrag des versicherten Verdienstes = 126'000 (0.5 P)] Seite 6

7 Aufgabe 5: Zuständigkeit des Versicherers 5 Bestimmen Sie bei folgenden Beispielen durch ankreuzen, ob für die Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung die Suva oder ein anderer Versicherer gemäss UVG zuständig ist. Begründen Sie Ihre Antwort durch Nennung des/der entsprechenden Gesetzes- und/oder Verordnungsartikel(s). 5 Gärtnerei mit Baumschule Umbauarbeiten von Hans von Moos an seinem Ferienhaus. Er beschäftigt 1 Person, die ca. 600 Stunden Renovationsarbeiten ausführen wird. Stellenvermittlungsbüro [wenn von "Temporärbüro" = Suva, Artikel 66.1.o UVG ausgegangen wurde, ebenfalls volle P] Kehrichtbeseitigungsbetrieb Suva T (0.5 P) T (0.5 P) Anderer Versicherer T (0.5 P) T (0.5 P) Begründung Art. 68 UVG (0.5 P) Art UVG (0.5 P) und Art. 89 UVV (0.5 P) (Eigenbedarfsarbeiten - weil über 500 Std. bei der Suva) Art. 68 UVG (0.5 P) Art. 66l UVG (0.5 P) und Art. 82 UVV (0.5 P) [Korrekturhinweis: Wenn bei letzter Frage Art q UVG und Art. 87 UVV erwähnt, ebenfalls 1.5 P] Seite 7

8 Aufgabe 6: Versicherte Risiken 2 Zählen Sie die durch den Unfallversicherer versicherten Risiken auf, und nennen Sie die entsprechenden Gesetzesartikel. 2 Lösungsvorschlag - Berufs- und Nichtberufsunfälle, Art. 6.1 UVG - Unfallähnliche Körperschädigungen, Art. 6.2 UVG oder 9/2 UVV - Berufskrankheiten, Art. 9 UVG - Schädigung als Folge einer verordneten Heilbehandlung, Art. 6.3 UVG Seite 8

9 Aufgabe 7: Unfallähnliche Körperschädigung Sachverhalt: 3 Beim Werfen eines Balles renkt sich Bob Dubois die rechte Schulter aus. Die vom Arzt durchgeführte Behandlung verläuft ohne Probleme. Eine chirurgische Massnahme (Operation) ist für den Augenblick nicht notwendig. Im Rahmen eines Gesprächs mit dem Aussendienstmitarbeiter der Suva erklärt Bob Dubois, dass er sich die rechte Schulter schon oftmals ausgerenkt habe, während er bereits bei der Suva versichert war. Frage: 7.1 Liegt hier ein sinnfälliges Ereignis vor? Begründen Sie Ihre Antwort. 1.5 Lösungsvorschlag Ja (0.5 P) Die Beschwerden (Diagnose gemäss Art. 9.2 lit. b UVV) sind während einer sportlichen Tätigkeit aufgetreten. Sportliche Tätigkeiten erfüllen in der Regel das Erfordernis der "Sinnfälligkeit/des gesteigerten Gefährdungspotenzials" (1 P). Alternativ: Wenn "Sinnfälligkeit/gesteigertes Gefährdungspotenzial" nicht gegeben sind, muss die Übernahme unter dem Titel Rückfall geprüft werden (1 P). Seite 9

10 Aufgabe 7: Unfallähnliche Körperschädigung (Fortsetzung) Sachverhalt: Rosemarie Bollomey erschrickt und erhebt sich ruckartig aus einer Kauerstellung. Daraufhin verspürt sie einen plötzlichen Schmerz im rechten Knie. Diagnose: Nachweis einer Kniegelenksarthrose und einer möglichen bis vermutlichen Meniskusverletzung, keine Operation notwendig. Frage: 7.2 Handelt es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung? Begründen Sie Ihre Antwort. 1.5 Lösungsvorschlag Nein (0.5 P) Mögliche bis vermutliche Diagnosen haben keine Verpflichtung des UVG- Versicherers zur Folge. Es bedarf einer zumindest wahrscheinlichen Diagnose. (1 P) [Korrekturhinweis: Wenn Antwort "nein" mit Kniegelenksarthrose begründet wird = ebenfalls 1 P.] Seite 10

11 Aufgabe 8: Kausalität Sachverhalt: 2 Am verstaucht sich John Bonvin beim Skifahren in den Ferien in La Tzoumaz sein linkes Knie, ohne dabei zu stürzen. Sogleich verspürt er Schmerzen im Bereich dieses Gelenks. Der Fall wird seinem Unfallversicherer (UVG) gemeldet und die gesetzlich festgelegten Leistungen werden erbracht. Es wird ihm eine Woche Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Zwei Monate später, nachdem die Behandlung des Knies abgeschlossen war, treten plötzlich Rückenbeschwerden im unteren Rücken- und im Lendenbereich auf. John Bonvin meldet diese als Folge des Ereignisses vom an. Frage: Welchen Entscheid trifft sein Unfallversicherer bezüglich dieser Beschwerden? Begründen Sie Ihre Antwort. 2 Lösungsvorschlag Der Unfallversicherer verweigert die Kostenübernahme für die Behandlung der Rücken- und Lendenschmerzen aufgrund der fehlenden natürlichen Kausalität. [Korrekturhinweis: - Erwähnung, dass Kosten für die Rückenbehandlung nicht übernommen werden (1 P) - Erwähnung der fehlenden Kausalität (1 P)] Seite 11

12 Aufgabe 9: Leistungen - allgemein Welche Arten von Geldleistungen kennt das UVG? Zählen Sie sechs auf Taggeld (Art. 17 UVG) - Invalidenrente (Art UVG) - Hinterlassenenrente (Art. 31 UVG) - Integritätsentschädigung (Art. 25 UVG) - Hilflosenentschädigung (Art. 27 UVG) - Übergangstaggeld (Art. 84 VUV) - Übergangsentschädigung (Art. 87 VUV) - Abfindung (Art. 23 UVG) [Korrekturhinweis: je korrekte Nennung 0.25 P, maximal 1.5 P] 9.2 Daneben spricht das UVG von Pflegeleistungen und Kostenvergütungen. Zählen Sie vier auf. 1 - Heilbehandlung (Art. 10 UVG) - Hilfsmittel (Art. 11 UVG) - bestimmte Sachschäden (Art. 12 UVG) - Reise-, Transport- und Rettungskosten (Art. 13 UVG) - Leichentransport- und Bestattungskosten (Art. 14 UVG) [Korrekturhinweis: je 0.25 P, maximal 1 P] Seite 12

13 Aufgabe 10: Geldleistungen - Taggelder 2 John Anders erleidet am einen Unfall. Ab welchem Datum entsteht der Taggeld-Anspruch? Arbeitsunfähig ab (0.5 P) 10.2 Arbeitsunfähig ab (0.5 P) 10.3 Arbeitsunfähig ab (1 P) Seite 13

14 Aufgabe 11: Geldleistungen Invalidenrente Berechnen Sie den IV-Grad aufgrund der nachfolgenden Daten. Wie hoch ist der Rentenbetrag pro Monat (zeigen Sie den Berechnungsweg auf)? 5 Jahresverdienst: CHF 130' Gratifikation und Zulagen sind im Lohn bereits enthalten. Validenlohn: CHF 11' (x 12) Invalidenlohn: CHF 6' (x 12) Validenlohn CHF 11' x 12 = CHF 135' /. Invalidenlohn CHF 6' x 12 = CHF 72' IV-Grad CHF 63' = 47 % (1 P) Jahresverdienst: CHF 126' (gesetzlich versichertes Max.) (2 P) davon 80 % (1 P): CHF 100' IV-Grad: 47 % CHF 47' (pro Jahr) CHF 3' (pro Monat) (1 P) 11.2 Die Invalidität erhöht sich innerhalb von 2 Jahren aus unfallbedingten Gründen auf 100 %. Die Invalidenversicherung wird eine Vollrente ausrichten. Die IV-Rente beträgt CHF 2'320.--/Monat. 5 Berechnen Sie die Komplementärrente pro Monat. Berechnung der Komplementärrente: Jahresverdienst: CHF 126' (1 P) 90 % (2 P) CHF 113' im Monat: CHF 9' /. IV-Rente (1 P) CHF 2' Komplementärrente CHF 7' (1 P) Seite 14

15 Aufgabe 12: Regress Zwischen der Suva sowie den privaten Kranken- und Unfallversicherern einerseits und der Schweiz. Vereinigung der Haftpflicht- und Motorfahrzeug-Versicherer andererseits wurde das so genannte Regressabkommen vereinbart. 1 Wo in Gesetz und/oder Verordnung finden sich die rechtlichen Grundlagen dafür? Art. 13 ATSV (1 P) [Korrekturhinweis: Hinweis auf UVG 42 und/oder ATSG (0.5 P)] 12.2 Für welche Sozialversicherer nimmt die Suva bei gemeinsamen Fällen das Rückgriffsrecht wahr? 2.5 Wo in Gesetz und/oder Verordnung ist dies geregelt? AHV (1 P) und IV (1 P) Art ATSV (0.5 P) [Korrekturhinweis: auf ATSV 17 (0.5 P), nur in Kombination mit Hinweis auf MV/KV/AHV/IV (0.5 P) Hinweis auf ATSG 72 oder 72.1 (je 0.25 P), Hinweis auf ATSG 72.5 (0.5 P)] Seite 15

16 Aufgabe 13: Verfahren / Rechtspflege Nennen Sie 3 Leistungen, die ohne formelle Verfügung des UVG- Versicherers erbracht werden können Pflegeleistungen - Vergütung von Fahrkosten - Taggelder - weitere [Korrekturhinweis: 0.5 P pro erwähnte Leistung, maximal 1.5 P] 13.2 Wann muss der Unfallversicherer eine formelle Verfügung erlassen? 3.5 Nennen Sie 5 Beispiele und die entsprechenden Grundlagen in Gesetz und/oder Verordnung. Art. 49 ATSG (0.5 P) Art. 124 UVV (0.5 P) Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen. Dies namentlich für: - die Kürzung, die Verweigerung oder die Rückforderung von Versicherungsleistungen; - die Zusprechung von Invalidenrenten, Abfindungen, Integritätsentschädigungen, Hilflosenentschädigungen, Hinterlassenenrenten und Witwenabfindungen; - die Revision von Renten und Hilflosenentschädigungen; - die erstmalige Einreihung eines Betriebes in die Klassen und Stufen der Prämientarife sowie die Änderung der Einreihung; - die Einforderung von Ersatzprämien und die Zuweisung eines Arbeitgebers an einen Versicherer durch die Ersatzkasse; - die Festsetzung der Prämien, wenn der Arbeitgeber die erforderlichen Angaben nicht gemacht hat. - weitere [Korrekturhinweis: 0.5 P für jede genannte Situation, maximal 2.5 P] Seite 16

17 Aufgabe 13: Verfahren / Rechtspflege (Fortsetzung) Sachverhalt: Ursula Dreyfuss meldet einen Unfall an. Aufgrund von Alkohol am Steuer kürzt der UVG-Unfallversicherer die Geldleistungen um die Hälfte. Ursula Dreyfuss ist mit dieser Verfügung nicht einverstanden. Frage: 13.3 Welche gesetzlichen Mittel stehen Ursula Dreyfuss insgesamt zur Verfügung (namentliche Nennung), und welche jeweiligen Fristen hat sie einzuhalten? Nennen Sie die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen. 3 Gesetzliche Mittel Frist Gesetzliche Grundlage Einsprache beim Versicherer 30 Tage Art. 52 ATSG (0.5 P) Beschwerde beim kant. Versicherungsgericht 30 Tage Art. 60 ATSG (0.5 P) Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht 30 Tage Art. 62 ATSG (0.5 P) Seite 17

18 Aufgabe 14: Organisation Welche Institution erbringt die gesetzlichen Versicherungsleistungen an verunfallte Arbeitnehmer, für deren Versicherung nicht die SUVA zuständig ist und die von ihrem Arbeitgeber nicht versichert worden sind? Nennen Sie die Grundlage in Gesetz oder Verordnung. 1 Ersatzkasse (0.5 P), Art. 73 UVG (0.5 P) 14.2 Welche Rechtsform hat diese Institution? Nennen Sie die Grundlage in Gesetz oder Verordnung. 1 Stiftung (0.5 P), Art. 72 Abs. 1 UVG (0.5 P) Seite 18

19 Aufgabe 15: Arbeitssicherheit Verschiedene Gesetze enthalten Bestimmungen, welche die Arbeitssicherheit und ganz allgemein die Unfallverhütung betreffen. Nennen Sie deren 4 (Gesetze). 1 Lösungsvorschlag - UVG - ArG - STEG - Chemikaliengesetz - Sprengstoffgesetz - EIG - StSG - weitere [Korrekturhinweis: je 0.25 P pro Gesetz, maximal 1 P] Seite 19

20 Aufgabe 15: Arbeitssicherheit (Fortsetzung) Sachverhalt: Hans Muster trägt keinen Schutzhelm mit der Begründung, dieser sei unbequem und er könne damit nicht gut arbeiten. Der Vorarbeiter hat dies bis anhin immer toleriert, insbesondere deshalb, weil Hans Muster sonst sehr gut und zuverlässig arbeitet. Glücklicherweise ist bis heute nichts passiert. Frage: 15.2 Was wäre, wenn Hans Muster von einem herunterfallenden Backstein am Kopf getroffen würde? In welchem Rahmen trägt der Arbeitnehmer eine Verantwortung? Nennen Sie die entsprechende Regelung in Gesetz und/oder Verordnung. 3 Erste Frage = diverse Antworten möglich (z.b. hinsichtlich Verpflichtungen des Arbeitgebers). Zweite, dritte Frage = Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, den Arbeitgeber in der Durchführung der Vorschriften zu unterstützen; Art UVG. Der Arbeitnehmer muss die Weisungen des Arbeitgebers in Bezug auf die Arbeitssicherheit befolgen; Art VUV. Der Arbeitnehmer muss die persönliche Schutzausrüstung benützen. [Korrekturhinweis: verteilung: Plausible Antwort auf die erste Frage (1 P), Nennung von einem (1 P) / beiden Artikeln (1.5 P), Nennung von Verantwortung des AN - eine (1 P) / mehrere Antworten (1.5 P).] Seite 20

21 Aufgabe 16: Aktuelles Sachverhalt: 2.5 Nach der am in Kraft getretenen Revision 6a der Invalidenversicherung (IVG) sieht der Artikel 18a des IVG vor, dass die IV einer versicherten Person einen Arbeitsplatz für längstens 180 Tage zuweisen kann, um die tatsächliche Leistungsfähigkeit der versicherten Person im Arbeitsmarkt abzuklären. Frage: Sind diese Versicherten über den UVG-Versicherer desjenigen Betriebs gedeckt, dem sie zugewiesen wurden (Zutreffendes ankreuzen)? 2.5 Ja Nein Begründen Sie Ihre Antwort. T Nein (0.5 P) Bei Arbeitsversuchen nach Artikel 18a IVG liegt kein Arbeitsverhältnis vor. (2 P) Seite 21

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