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2 Wegweiser Schnellübersicht Schnellübersicht 1 Die Pflegestufen begreifen 7 2 Den Antrag richtig stellen 9 3 Die drei Pflegestufen 13 4 Die Leistungsarten 17 5 Das Pflegegutachten 29 6 Das Pflegetagebuch Fallbeispiele 55 8 Die Zukunft regeln auch wenn s schwerfällt Wer bietet Hilfestellung? Stichwortverzeichnis 135

3 Pflegestufe I Erhebliche Pflegebedürftigkeit Die drei Pflegestufen Die Pflegestufen Für die Gewährung von Leistungen nach dem SGB XI sind pflegebedürftige Personen einer der drei Pflegestufen zuzuordnen. Dies kann auch befristet erfolgen. Die drei Pflegestufen Pflegestufe I erheblich Pflegebedürftige Hilfebedarf: für wenigstens zwei Verrichtungen einmal wöchentlich zuzüglich mehrfach wöchentlich Hilfe in der hauswirtschaftlichen Pflegestufe II Hilfebedarf: mindestens dreimal täglich und mehrfach wöchentlich in der hauswirtschaftlichen Pflegestufe III Schwerpflegebedürftige Schwerstpflegebedürftige Hilfebedarf: täglich rund um die Uhr, auch nachts, zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Pflegestufe I Erhebliche Pflegebedürftigkeit Hilfebedarf bei mindestens zwei Verrichtungen aus dem Bereich der Grundpflege, das heißt Körperpflege, Ernährung oder Mobilität mindestens einmal täglich Zusätzlicher Hilfebedarf bei der hauswirtschaftlichen etwa Einkauf oder Wohnungsputz mehrfach in der Woche Der wöchentliche Zeitaufwand, den eine nicht ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen. Auf die Grundpflege müssen mehr als 45 Minuten entfallen. Wichtig: Der wöchentliche Zeitaufwand, den ein Familienangehöriger, Nachbar oder eine andere, nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson für alle für die des Pflegebedürftigen nach Art und Schwere seiner Pflegebedürftigkeit erforderlichen Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen benötigt, muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens eineinhalb Stunden betragen. Hierbei müssen auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen. Besteht Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege nur bei einer Verrichtung (zum Beispiel Hilfe bei der Nahrungsaufnahme), ist nach einem Urteil des Bundessozialgerichts ein Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung nicht gegeben. Achtung: Das Spritzen von Insulin allein rechtfertigt nicht die Anerkennung der Pflegestufe I. Der Zeitaufwand für eine Heimdialyse ist bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit für die Pflegestufe I nicht zu berücksichtigen. Das gilt aber nur, soweit nicht gleichzeitig Hilfe für eine sogenannte Grundverrichtung erforderlich ist. 14

4 Die drei Pflegestufen Pflegestufe II Schwerpflegebedürftigkeit Für die Zuordnung zu einer Pflegestufe sind auch Aufenthalte in einer Arztpraxis zu berücksichtigen. Allerdings ist hier im Regelfall ein Zeitwert von 30 bis 45 Minuten anzusetzen. Das Bundessozialgericht hat in Zusammenhang mit einem an insulinpflichtigem Diabetes mellitus leidendem Mann festgestellt, dass eine Diätzubereitung in den Bereich der hauswirtschaftlichen fällt und deshalb bei der Grundpflege nicht zu berücksichtigen ist. Wichtig: Krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen werden bei der Feststellung des Pflegeaufwandes nur berücksichtigt, wenn sie entweder Bestandteil der Hilfe sind oder im unmittelbaren zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit dieser Hilfe erforderlich werden. Bei Ermittlung des Pflegebedarfs ist eine Fußpilzerkrankung nicht zu berücksichtigen. Das gilt auch für eine Klopfmassage bei einem Erwachsenen sowie für die Begleitung zur Bushaltestelle auf dem Weg zur Behindertenwerkstatt. Hilfebedarf in Pflegestufe I Körperpflege Ernährung Mobilität wenigstens zwei Verrichtungen aus diesen Bereichen zusätzlich: Hilfebedarf mindestens einmal täglich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Pflegestufe II Schwerpflegebedürftigkeit Hilfebedarf bei der Körperpflege, Ernährung oder Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Zusätzlicher Hilfebedarf bei der hauswirtschaftlichen mehrfach in der Woche Der wöchentliche Zeitaufwand, den eine nicht ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen. Auf die Grundpflege müssen mindestens zwei Stunden entfallen. Hilfebedarf in Pflegestufe II Körperpflege Ernährung Mobilität aus einem oder mehreren dieser Bereiche Hilfebedarf mindestens einmal täglich zu verschiedenen Tageszeiten zusätzlich: mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen 15

5 Das betrifft alle Pflegestufen Die drei Pflegestufen Pflegestufe III Schwerstpflegebedürftigkeit Konkreter Hilfebedarf ist jederzeit gegeben, Tag und Nacht ( rund um die Uhr ). Der wöchentliche Zeitaufwand, den eine nicht ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen benötigt, muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen. Auf die Grundpflege müssen mindestens vier Stunden entfallen. Wichtig: Der wöchentliche Zeitaufwand muss bei der Pflegestufe III im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen; auf die Grundpflege müssen mindestens vier Stunden entfallen. Nach Auffassung des Bundessozialgerichts setzt die Einstufung in die Pflegestufe III einen regelmäßigen nächtlichen Hilfebedarf voraus. Ein solcher ist nur zu bejahen, wenn die Pflegeperson nahezu jede Nacht zur Hilfe bei einer der geforderten Verrichtungen herangezogen werden muss. Die ständige Bereitschaft dazu reicht nicht aus. Hilfebedarf in Pflegestufe III Körperpflege Ernährung Mobilität aus einem oder mehreren dieser Bereiche zusätzlich: Hilfebedarf täglich rund um die Uhr (auch nachts) mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Das betrifft alle Pflegestufen Die Anerkennung der Schwerstpflegebedürftigkeit im Bereich der Sozialhilfe oder eines Grades der Behinderung von 100 hat für die Einstufung in die Pflegeversicherung keine Bindungswirkung. Ein allgemeiner Aufsichtsbedarf eines geistig Behinderten ist bei der Einstufung in der Pflegeversicherung nicht zu berücksichtigen. Die Zeit zwischen den einzelnen Verrichtungen zählt nicht als Hilfeleistung in Zusammenhang mit der Feststellung der Pflegestufe. Wichtig: Für die Gewährung von Pflege in vollstationären Einrichtungen der Behindertenhilfe reicht die Feststellung, dass die Voraussetzungen der Pflegestufe I erfüllt sind. 16

6 Kapitel 4 Die Leistungsarten 4 Die Leistungsarten Stationäre Pflege 18 Teilstationäre Pflege 18 Kurzzeitpflege 20 Vollstationäre Pflege 21 Leistungen für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf 22 Freistellung zur Pflege 23

7 Teilstationäre Pflege Die Leistungsarten Stationäre Pflege Leistungsarten der stationären Pflege Teilstationäre Pflege Kurzzeitpflege Vollstationäre Pflege Pflege in vollstatio nären Einrichtungen der Behindertenpflege insbesondere Tagespflege Nachtpflege während einer Übergangszeit oder in sonstigen Krisen situationen wenn häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist Die berufliche und soziale Eingliederung, die schulische Ausbildung oder die Erziehung Behinderter steht im Vordergrund oder wegen der Besonderheit des einzelnen Falles nicht in Betracht kommt Teilstationäre Pflege Leistungsarten der teilstationären Pflege Teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tagespflege oder Nachtpflege Voraussetzung: häusliche Pflege kann nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden auch als Kombinationsleistung möglich Höchstbeträge sind zu beachten Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III Zeitraum bis zu 440 Euro bis zu Euro bis zu Euro 18

8 Kapitel 10 Stichwortverzeichnis 10 Stichwortverzeichnis Adipositas 57, 91 Anleitung 50 Atteste 44, 45 Beaufsichtigung 50 Begutachtungsrichtlinien 7, 61 Begutachtungstermin 44, 61 Berechnung des Pflegebedarfs 56 Bewegungseinschränkung 45 Chronische Schmerzen 77, 86 Demenz 22, 51, 72, 82, 113, 122 Depressionen 72 Diagnosen 86 Eingeschränkte Alltagskompetenz 51 Eingeschränkte Gehfähigkeit 67 Facharztberichte 45 Freistellung zur Pflege 23 Gangunsicherheit 52 Gonarthrose 57, 87, 92, 113 Grundpflege 97 Harninkontinenz 86 Herzinfarkt 82, 108 Hilfsmitteleinsatz 53 Hirninfarkt 96, 97 Inkontinenzen 54, 56, 62, 67, 72, 76, 81, 86, 91, 96, 102 Koronare Herzerkrankung 113 Krankenhausberichte 45 Kurzzeitpflege 20 Mittagsschlaf 54 Nachtpflege 28 Nackengriff 82 Nahrungsaufnahme 77 Osteoporose 56, 63, 68, 87, 109 Pflegebegründende Diagnosen 51, 91 Pflegeerschwerende Kontrakturen 81 Pflegeplanung 103 Pflegestufen 7, 14 Schluckstörungen 61, 81 Schürzengriff 82 Schwindel 68, 77, 108, 113 Seheinschränkung 56 Stationäre Pflege 18 Sturzgefahr 45, 54, 76, 86 Tagespflege 28 Teilstationäre Pflege 18 Teilübernahme 50 Tremor 57, 86 Unterstützung 50 Verhinderungspflege 27, 52 Verrichtung 81 Verschlimmerungsantrag 97 Vollstationäre Pflege 21 Vollübernahme 50 Widerspruch 45 Wirbelsäulenschäden 56, 61, 67, 86, 96, 97, 102, 113 Zittern

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